Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

 
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg  

 
Talheim (Landkreis Heilbronn) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen   
bullet Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 
bulletLinks und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In Talheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1941. Bereits im 15./16. Jahrhundert lebten hier Juden, die vermutlich aus Heilbronn vertrieben worden waren. 1491 wird Jud Nathan von Talheim genannt. Weitere Nennungen gibt es bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. 
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 18. Jahrhundert zurück. 1778 wurden vier jüdische Familien und kurz darauf weitere Juden in Talheim aufgenommen. Sie hatten zuvor in der Horkheimer Burg gelebt und wurden von Württemberg in dem sogenannten Schmidberg'schen Schlösschen, dem damals sehr baufälligen westlichen Teil der Talheimer Burg aufgenommen. Nach 1806 konnten sich Juden auch im Dorf niederlassen und eigene Häuser erwerben. Bis 1849 war Talheim Filialgemeinde der jüdischen Gemeinde in Sontheim, danach eine selbständige Gemeinde. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1806 48 jüdische Einwohner, 1824 63, 1843 78, 1858 122, 1872 105, 1893 103 (in 24 Familien), 1895 93 (7,0 % von insgesamt 1.335 Einwohnern, in 20 Haushaltungen), 1900 85, 1910 77 (5,3 % von 1.465). Die jüdischen Familien lebten im 19. Jahrhundert zum großen Teil vom Vieh- und Ellenwarenhandel. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Israelitische Elementar- und Religionsschule (1857 Bau des jüdischen Schulhauses mit Lehrerwohnung in der Langen Gasse 5) sowie ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof Affaltrach, seit 1840/41 in Sontheim beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten Ausschreibungen der Stelle). Unter den Lehrern sind zu nennen (bis nach 1914 Israelitische Volksschullehrer): Salomon Aron Königsbacher (= Salomon Aron aus Königsbach seit ca. 1792 in Talheim; bis 1836), Isaak Sänger aus Oberdorf (1836 bis 1857), Israel Friedberger (1857 bis 1860), Emil Marx (1860 bis 1864), Lehrer Kahn (1864 - ?), Max Haymann (1871 bis 1874), Lehrer Weil (1874 bis 1875), Simon Weinstock (1876), Samuel Löwenstein (1876), Seligmann Pappenheimer (1879), Bernhard Sahm (1884), Max Eichberg (1885 bis 1887), Lehrer J. Oberndörfer (1888), Felix Wolff (1889 bis 1890, Lehrer in Talheim und Freudental), Samuel Rosenberger (1890 bis 1894, unterrichtete 1892 10, 1893 12 Kinder an der Israelitischen Volksschule; nach 1894 in Öhringen), Theodor Rothschild (1894), Moses Maier (1895 bis 1897, unterrichtete 1897 17 Kinder an der Israelitische Volksschule), Berthold Levi (1897 bis 1898), Hugo Rödelsheimer (1898 bis 1902, unterrichtete 1899 17 Kinder an der Israelitischen Volksschule), Hermann Haymann (1902 bis 1903), Jakob Schloss (1903, siehe unten), Milton Sahm (1914), Isak Straus (1924 bis 1939 Religionslehrer, Berichte siehe unten).
  
Die Gemeinde wurde 1832 dem Rabbinat Lehrensteinsfeld (seit 1864/67 Heilbronn) zugeteilt. 
 
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1878 Leopold Marx; um 1892 M. Manasse, L. Marx, Moses Manasse; um 1893 L. Marx, M. Manasse, M. Wertheimer; um 1897 M. Maier, M. Manasse, G. Manasse, M. Wertheimer; um 1899 Rödelsheimer, M. Manasse, G. Manasse, M. Wertheimer.
 
Von den jüdischen Vereinen werden genannt: eine Chewra Kadischa (Israelitischer Wohltätigkeits- und Bestattungsverein, genannt 1865 Spendensammlung s.u., später u.a. in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1891 S. 84, Vorsteher um 1892/93 J. Hirschfeld, um 1897/99 M. Hirschfeld und G. Manasse), einen "Frauenverein" (genannt 1865 Spendensammlung s.u.). Um 1897/99 gab es einen Synagogenbauverein unter Leitung von M. Hirschfeld. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Moritz Hirschfeld (geb. 25.6.1890 in Talheim, gef. 18.8.1917) und Gustav Manasse. Der Name des ersteren findet sich auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde.  
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben jüdischer Eigentümer sind u.a. bekannt: Oel-, Fett-, Woll- und Trikotagenhandel Josua Hirschfeld (Lange Gasse 1), Manufakturwarengeschäft Ludwig Levi (Hauptstraße 20), Viehhandlung Berthold Löwenthal (Hauptstraße 39), Metzger Isaak Manasse (Seligmanns Sohn; Schozacher Straße 2), Vieh- und Rauchwarenhandlung Isaak Manasse (Abrahams Sohn; Gartenstr.14), Vieh- und Rauchwarenhandlung Julius Manasse (Gustavs Sohn; Hauptstraße 15), Pferde-, Vieh- und Rauchwarenhandlung Julius Manasse (Abrahams Sohn; Gartenstraße 12), Metzgerei und Viehhandlung mit Gastwirtschaft "Löwen" Julius Manasse (Moses Sohn; Hauptstraße 9, abgebrochen), Weinhandlung Louis Manasse (Bergstraße 4), Viehhandlung Max Manasse (Hauptstr.12), Viehhandlung Moritz Manasse (Hauptstr.46), Manufakturwarenhandlung Herbert Wertheimer (Hauptstraße 10).   
 
1933 wurden noch 82 jüdische Einwohner gezählt. Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verzog ein Teil von ihnen in den folgenden Jahren in andere Orte oder wanderte aus (bis 1939 mindestens 38 Personen nach den USA, Südafrika, England, Frankreich, Belgien). 1937 wurde für die nichtjüdischen Talheimer, die noch mit Juden verkehrten, ein "Judenpranger" eingerichtet. Zu den Ereignissen im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 siehe unten (Abschnitt Synagogengeschichte). Seit Mai 1939 mussten die jüdischen Familien in bestimmten "Judenhäusern" zusammenziehen. 1940/41 wurden die jüdischen Talheimer zur Zwangsarbeit verpflichtet (Bau der Straße Flein - Haigern). Mindestens 31 jüdische Einwohner sind zwischen Dezember 1941 und Dezember 1942 von Talheim aus in drei Transporten deportiert worden.  
  
Von den in Talheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Mathilde Böttigheimer geb. Manasse (1874), Frieda Hirschfeld (1885), Julius Hirschfeld (1897), Lionel Hirschfeld (1880), Max Hirschfeld (1894), Moses Hirschfeld (1891), Ludwig Levi (1882), Auguste Löwenthal geb. Erlebacher (1870), Berthold Löwenthal (1890), Hilda Löwenthal (1896), Lydia Löwenthal (1899), Rosa Löwenthal (1902), Theo Löwenthal (1913), Alfred Manasse (1923), Alfred Mannasse (1940), Albert Manasse (1890), Bertha Manasse (1876), Berta Manasse (1922), Frieda Manasse geb. Manasse (1893), Gitta Manasse geb. Wollenberger (1895), Hilda Manasse geb. Frank (1895), Irma Manasse (1914), Ilse Manasse (1922), Isaak Manasse (1868), Isaak Manasse (1879), Johanna Manasse (1926), Julius Manasse (1879 oder 1886), Louis Manasse (1881), Milian Manasse (1924), Mina Manasse (1875), Rosa Manasse geb. Manasse (1889), Siegfried Manasse (1922), Ferdinand Marx (1867), Bela Oberdorfer (1927), Elsa (Elisabetha) Oberdorfer geb. Finke (1892), Julius Oberdorfer (1921), Karola Oberdorfer (1925), Siegfried Oberdorfer (1890), Flora Wollenberger (1896)
.    
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1878 / 1902  

Talheim Israelit 10071878.jpg (54545 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juli 1878: "Die israelitische Gemeinde Talheim sucht zum sofortigen Eintritt einen Elementar- und Religionslehrer, welcher das Vorbeter- und womöglich auch das Schächteramt versehen kann. Gehalt Mark 700 pro Jahr und freie Wohnung nebst Nebeneinkünften, die sich auf Mark 200 jährlich belaufen können. Qualifizierte Bewerber wollen ihre Meldung nebst Zeugnissen innerhalb 3 Wochen franco an die unterzeichnete Stelle senden.
Thalheim (Württemberg), 8. Juli 1878. Das israelitische Kirchenvorsteheramt Leopold Marx." 
 
Talheim Israelit 07071902.jpg (47170 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1902: "Die Elementarlehrerstelle in Talheim, verbunden mit Schächter und Vorbeterdienst ist mit einem Fixum von 900 Mark und Nebenverdienste ca. 300 Mark bei freier Wohnung und Heizung per sofort oder 1. August zu besetzen. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich bei der unterfertigten Stelle melden. Bezirksrabbinat Heilbronn am Neckar." 

   
Über Lehrer Salomon Aaron Königsbacher (ca. 1792 bis 1836 Lehrer in Talheim) 
Quelle: Familienregister J 386 Bü. 568 zu Talheim http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446789-8  (teilweise schwer lesbar).

Salomon Aron (Schlomo Segal, später Salomon Aaron Königsbacher) ist im März 1763 in Königsbach geboren als Sohn von Aaron Abraham von Königsbach und Merle Tochter des Baruch von Eppingen. Salomon war seit etwa 1792 Lehrer in Talheim, wo er am 22. August 1794 heiratete: Sprinz geb. Moses von Horkheim, Tochter des Moses von Merchingen und der Regina geb. Kahn von Horkheim. Die beiden hatten sechs Kinder (außer Merle in Talheim geboren): Märle/Merle (geb. 29. August 1795 wo?, nach Geburtsregister nicht in Talheim, verheiratet nach Eschenau 1832, gest. 9. März 1876 in Eschenau), Moses / Mosche (geb. 23. April 1797 in Talheim, blieb in Talheim, verheiratet am 28. November 1838 mit Rösle geb. Löwenthal, gest. 12. Februar 1870, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2417042), Aaron (geb. 9. Februar 1799, blieb in Talheim, verh. 15. Oktober 1839, gest. 9. Januar 1875, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2417056), Abraham (geb. 20. Dezember 1802, blieb in Talheim, verh. 26. Oktober 1841 mit Ernestine/Esther geb. Löwenthal, gest. 4. Januar 1887, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2417078), Baruch (geb. 4. März 1807, gest. 3. Oktober 1833), Regine / Rezelche (geb. 20. Dezember 1809, gest. 6. Februar 1890, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2417086). Salomon Königsbacher starb am 27. März 1839 in Talheim und wurde im jüdischen Friedhof in Affaltrach beigesetzt; seine Frau Sprinz am 29. Februar 1842. Sie wurde im jüdischen Friedhof Sontheim beigesetzt http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2416959.     
 
Anzeige von Abraham Königsbacher, Sohn von Lehrer Königsbacher (1870)   
Anmerkung: der oben genannte Sohn Moses / Mosche Königsbacher betätigte sich als Sofer, d.h. als Toraschreiber usw. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sofer). Nach seinem Tod am 12. Februar 1870 bot sein Bruder Abraham (s.o.) die zum Schreiben der Torarollen usw. notwendigen Utensilien mit einer Anzeige im "Israelit" an:  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. März 1870: "Durch Ableben meines Bruders habe ich einen großen Vorrat von verschiedenen ins Soferut-Fach einschlagenden Artikeln und sämtliches hiezu gehöriges Handwerkzeug zu verkaufen, die täglich bei mir eingesehen werden können.
Talheim (Württemberg), 5. März 1870. Abraham Königsbacher."   

   
Über Lehrer Isaac Sänger (1836 bis 1857 Lehrer in Talheim)

Isaak Sänger ist am 15. September 1815 in Oberdorf geboren als Sohn des dortigen Lehrers und Vorbeters Sänger. Er studierte von 1833 bis 1836 am Lehrerseminar in Esslingen. 1836 wurde er Lehrer in Talheim, nach 1857 in Buttenhausen, dann bis 1865 in Braunsbach, schließlich von 1865 bis 1882 in Hohebach. 1882 wurde er pensioniert. 

   
Über Lehrer Israel Friedberger (1857 bis 1860 Lehrer in Talheim)  

Israel Friedberger ist am 20. Oktober 1838 geboren in Wachbach als Sohn des Handelsmannes Jacob Friedberger (1787-1859) und seiner zweiten Frau Hanna geb. Stern (1798-1877). Er studierte von 1854 bis 1856 am Lehrerseminar in Esslingen. 1856 bis 1857 war er Vorbeter in Hohebach, anschließend von 1857 bis 1860 Lehrer in Talheim. Nach Angaben des Familienregisters Wachbach ist er 1866 nach Amerika ausgewandert http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446828-7. Er starb am 21. Juni 1907 in New York N.Y./USA und wurde im Fresh Pond Crematory and Columbarium in Middle Village, Queens N.Y. beigesetzt  https://de.findagrave.com/memorial/118466327/israel-friedberger.   

   
Über Lehrer Emil Marx (1860 bis 1864 Lehrer in Talheim)  
Anmerkung: Emil Marx (geb. 26.2.1840 in Steinbach bei Schwäbisch Hall, gest. 4.2.1920 in Oberdorf): studierte 1856 bis 1858 am Lehrerseminar in Esslingen; 1860 bis 1864 Lehrer in Talheim, danach an der Erziehungsanstalt Homburg v.d.H., später in Laudenbach; seit 1870 Lehrer in Oberdorf; 1906 Ruhestand. Seine erste Frau verstarb 1883; seine zweite Frau Rosa Marx geb. Wechsler wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie im Februar 1943 umgekommen ist. Von seinen aus beiden Ehen zusammen 14 Kindern sind acht früh verstorben. Die 1881 in Oberdorf geborene Tochter Nanette verheiratete Popper wurde 1941 von Frankfurt in das Ghetto Kowno deportiert und ist umgekommen; die 1895 in Oberdorf geborene Tochter Minna verheiratete Fröhlich wurde 1941 von Frankfurt in das Ghetto Lodz deportiert und ist umgekommen. 
Weitere Texte zu ihm in der Textseite zu Oberdorf.
  
Zum Tod von Lehrer Emil Marx (1920 in Oberdorf)  

Artikel in "Israelitisches Familienblatt" vom 26. Februar 1920: "Lehrer und Vorsänger Emil Marx.
Wohl als Senior in der jüdischen Lehrerwelt starb im Alter von fast 80 Jahren der überall hochgeschätzte und beliebte Lehrer a. D. Emil Marx in Oberdorf-Bopfingen (Württ.). Während seine Wirksamkeit auf seinen früheren Stellen in Laudenbach, Homburg v.d.H. und Talheim bei Heilbronn sich nur auf kürzere Zeiträume erstreckte, wirkte er hier (sc. in Oberdorf) seit 1870 ununterbrochen über 35 Jahre lang mit unermüdlichem Fleiß und Eifer an der hiesigen jüdischen Volksschule und in der Gemeinde in der segensreichsten Weise. Trotz mancher schlimmen Erfahrung, die ja wohl niemandem erspart bleibt, der in öffentlichem Amte wirkt, bewahrte er seine hohe Berufsfreude und seinen eisernen Pflichteifer und wirkte, solange seine Kräfte es ihm erlaubten. Dabei war er von tiefer Herzensfrömmigkeit erfüllt und beobachtete die religiösen Gebote mit peinlichster Gewissenhaftigkeit. An seinem Lebensabend durfte er sich an der Liebe und Anhänglichkeit von zwei Menschengeschlechtern erfreuen.
Die allgemeine Verehrung kam auch beim Gang zur letzten Ruhestätte zum Ausdruck. In der Synagoge zeichnete Herr Rabbiner Dr. Kroner in beredten Worten die hohen Verdienste und das segensreiche Leben und Wirken des Verstorbenen; am Grabe sprachen der Schwiegersohn, Herr Rabbiner Dr. Schweizer - Horb, der Amtsnachfolger Hauptlehrer Erlebacher, letzterer auch im Namen und im Aufträge des Vereins israelitischer Lehrer und Vorsänger Württembergs, and Hauptlehrer Wechsler - Aschbach, der Schwager des Entschlafenen. Sie hoben sein großes Wissen im Jüdischen und Profanen hervor, seinen bescheidenen Sinn, seine wahre Menschenfreundlichkeit und seine Opferwilligkeit.  Oberdorf-Bopfingen, Februar 1920.  Erlebacher."    

  
Über Lehrer Seligmann Pappenheimer ("Elementar-Junglehrer" in Talheim ab 1879)   

Lehrer Seligmann Pappenheimer ist am 26. November 1860 in Oberdorf geboren als Sohn des Handelsmannes Simon Pappenheimer und seiner Frau Sara geb. Hainsfurter. Er studierte 1876 bis 1879 am Lehrerseminar in Esslingen. 1879 wurde er Lehrer in Talheim, später in Lauchheim. Seit dem 1. April 1889 war er Lehrer in Mergentheim. Er ist vermutlich 1923 in den Ruhestand getreten und starb am 9. März (Familienregister, nach Fechenbach am 10. März) 1934 in Mergentheim.
Seligmann Pappenheimer war verheiratet mit Regina geb. Wassermann (geb. 20. Februar 1863 in Lauchheim als Tochter von Julius Wassermann und seiner Frau Babette geb. Levi). Sie ist am 4. April 1935 in das Israelitische Altersheim nach Heilbronn-Sontheim verzogen. Sie wurde 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 6. September 1962 umgekommen ist.  
Quellen: Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen S. 465; Fechenbach S. 31.185.    

      
70. Geburtstag von Oberlehrer a.D. Seligmann Pappenheimer (gest. 1930 in Bad Mergentheim)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1930: "Mergentheim. Dieser Tage feierte Oberlehrer und Kantor a. D. Pappenheim seinen 70. Geburtstag. Trotzdem der Jubilar sich jede Feier anlässlich dieses Tages in bescheidener Weise verbeten hatte, ließen die Kollegen der näheren und weiteren Umgebung die Gelegenheit doch nicht vorübergehen, um den allseits verehrten Mann in schlichter Weise zu feiern.
Am Sonntag, den 23. November, trafen sich die Kollegen in Mergentheim, um dem Jubilar ihre Glückwünsche zu entbieten. Alsdann folgte ein gemütliches Beisammensein mit seiner Familie bei Pension Gerstner, wobei zunächst Oberlehrer Preßburger - Creglingen als ältester der anwesenden Herren die Verdienste des Jubilars als Lehrer und Kantor würdigte, insbesondere auf seine Bescheidenheit und seinen strengen Gerechtigkeitssinn, den er sich auch in Schicksalsschlägen mit seiner tapferen Gattin erhalten habe, hinwies. Oberlehrer Adler - Cannstatt beglückwünschte Pappenheim namens des 'Württembergischen Lehrervereins' und wünschte dem Jubilar noch viele schöne und frohe Tage mit seiner Gattin in Gesundheit und Geistesfrische. Mit einem Dankwort des Gefeierten, der in ergreifender Weise seinen Werdegang vom 18-jährigen Elementar-Junglehrer in Talheim bis zur Religionslehrer- und Kantorstelle in Mergentheim schilderte, schloss die schlichte Feier."         

  
Über Lehrer Max Eichberg  (1885-1887 Lehrer und Vorsängeramtsverweser in Talheim) 

Max Eichberg ist am 20. Juli 1865 in Neubronn bei Laudenbach als Sohn des Eisenhändlers Ruben Eichberg und der Friederike geb. Kaumheimer geboren (http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445952-60) und studierte von 1882 bis 1885 am Esslinger Lehrerseminar. 1885 bis 1887 war er Vorsängeramtsverweser und Lehrer in Horkheim und Talheim ("Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" 1887 S. 24), danach in Sontheim. In der Sontheimer Zeit hat er am 18. Juli 1890 (in Bruchsal) Johanna geb. Mayer geheiratet, eine am 30. Oktober 1865 geborene Tochter des Lehrers Leopold Mayer und der Rosa geb. Weil. Max und Johanna Eichberg hatten sechs in Sontheim geborene Kinder: Rudolf (geb. 3. Juni 1891, gest. 3. August 1891), Friedrich (geb. 25. April 1893), Leo (geb. 30. April 1894), Rosa (geb. 12. Juli 1895, gest. 24. Juni 1896), früh verstorbenes Kind (geb. 26. Juni 1896, gest. 29. Juni 1896), Julia (geb. 6. Dezember 1897, gest. 15. Juli 1898). (Angaben nach Familienregister Sontheim J 386 Bü 526 Bild 38). 1899 bis 1900 war Max Eichberg Hausvater im israelitischen Waisenhaus. 1901 oder wenige Jahre später ist Eichberg in die USA ausgewandert. In den 1920er-Jahren war er als Lehrer in Chicago tätig. Er starb am 21. November 1934 und wurde im Oheb Shalom Cemetery in Baltimore MD/USA beigesetzt, siehe Grab https://de.findagrave.com/memorial/193916785/max-eichberg. Seine Frau Johanna starb am 10. Dezember 1938 und wurde ebd. beigesetzt.      

  
Rätsel von Lehrer J. Oberndörfer (1889)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1889: Rätsel
Ins Erste tut man das hinein, Was oft nur bringt des Glückes Schein.
Und wenn im Zweiten blinkt das Gold des Weins, wer wäre ihm nicht hold? 
Das Dritte mindert Deinen Wert, Den Menschen immer es entehrt.
Und wirst du jedes Wort vermehren, Fügst Du hinzu der Zeichen zwei.
So werden sie Dich wohl belehren, Wie Mancher zu erkennen sei. 
Talheim  -  J. Oberndörfer, Lehrer".   

  
Über Lehrer Samuel Rosenberger (1890 bis 1894 Lehrer in Talheim)    

Samuel Rosenberger ist am 24. April 1861 in Oberdorf geboren als Sohn des Bäckers Haium Löw Rosenberger und seiner Frau Merle geb. Rosenberger. Er studierte von 1877 bis 1880 am Esslinger Lehrerseminar. 1882 bis 1887 war er Lehrer in Eschenau, 1890 bis 1894 in Talheim, 1894 in Öhringen, 1896 bis 1909 in Ernsbach, 1909 bis 1928 in Laupheim. Er starb 1939 in Stuttgart und wurde im israelitischen Teil des Pragfriedhofes beigesetzt. 

   
Über Lehrer Moses Maier (1895 bis 1897 Lehrer in Talheim)

Moses Maier ist am 10. September 1874 in Lehrensteinsfeld geboren als Sohn des Metzgers Aaron Maier und der Hanna geb. Juda. Er ist in Weinsberg aufgewachsen und studierte von 1890 bis 1893 am Esslinger Lehrerseminar. Von 1895 bis 1897 war er Lehrer in der jüdischen Gemeinde in Talheim. Wenige Jahre später ist er nach Amerika ausgewandert und soll dort als Mathematik-Professor tätig gewesen sein, was jedoch bislang nicht verifiziert werden konnte..
Anmerkung: Die Mutter Hanna Maier, Tochter von Feis Henle Juda und der Mina geb. Marx starb am 19. Februar 1898 in Weinsberg und wurde am 21. Februar 1898 im jüdischen Friedhof Affaltrach beigesetzt.
Quellen: Hahn Jüdisches Leben in Esslingen S. 467. Personalakten 1893-1894 im Staatsarchiv Ludwigsburg E 212 Bü. 301.
Familienregister Lehren  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445964-11   

      
Über Lehrer Hugo Rödelsheimer (1898 bis 1902 Lehrer in Talheim)   

Hugo Rödelsheimer ist am 25. Dezember 1877 in Baisingen als Sohn des Schuhmachers Simon Rödelsheimer und seiner Frau Charlotte geb. Marx geboren. Es studierte von 1894 bis 1897 am Esslinger Lehrerseminar. Hugo Rödelsheimer war von 1898 bis 1902 in Talheim tätig, eventuell kurz vorher (1897/98), zumindest nach 1902 in Freudental (genannt u.a. in der Zeitschrift "Der Sabbat" Dezember 1908 S. 78: Lehrer Rödelsheimer in Freudental leitet dort die Ortsgruppe des Verbandes der Sabbatfreunde; auch genannt in "Der Israelit" vom 14. Oktober 1909 S. 12 bei einer Goldenen-Hochzeit-Feier in Freudental). Hugo Rödelsheimer war seit 12. Februar 1909 in Bödigheim verheiratet mit Lina geb. Fleischmann (geb. 1883 in Bödigheim als Tochter von Lehrer Seligmann Fleischmann und seiner Frau Adelheid geb. Bravmann). Von 1913 bis 1922 war Hugo Rödelsheimer Lehrer und Kantor bei der jüdischen Gemeinde in Bayreuth (genannt als "Kantor und Lehrer in Bayreuth" u.a. in "Israelitisches Familienblatt" vom 18. Oktober 1916 S. 6 im Bericht zum Tod seiner Mutter Charlotte und "Israelitisches Familienblatt" vom 15. April 1920 S. 9). Nach Bayreuth war er ab 1. September 1922 in Neustadt an der Haardt (= Neustadt an der Weinstraße) als Kantor und Lehrer in der jüdischen Gemeinde tätig. Dazu war er ("Israelitisches Familienblatt" vom 24. Juli 1930 S. 10) auch Religionslehrer in den Volksschulen, am Gymnasium, der Realschule und der Töchterschule ("Israelit. Familienblatt" vom 13. Januar 1938 S. 15: Rödelsheimer feierte seinen 60. Geburtstag; im "Jüdischen Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" noch in der letzten Ausgabe vom 1. November 1938 S. 8 genannt). Am 20. Oktober 1940 wurden er und seine Frau in das südfranzösische Internierungslager deportiert. Lina Rödelsheimer ist am 6. Dezember 1940 in Gurs umgekommen. Hugo wurde am 17. März 1941 in Les Milles interniert, bis ihm über Marseilles und Casablanca die Flucht in die USA gelang (Ankunft Juli 1942 Baltimore MD, später in New York). Er starb am 23. November 1954 in New York und wurde im Beth-El Cemetery in Paramus, Bergen NJ/USA beigesetzt.
Ein Sohn von Hugo und Lina Rödelsheimer war Siegbert/Sidney Roedelsheimer/Roedel (1920-1997).
Grabstein-Foto Hugo Rödelsheimer in https://de.findagrave.com/memorial/248310489/hugo-roedelsheimer 
Sohn Sidney Roedel  https://de.findagrave.com/memorial/35859918/sidney-roedel 
Vgl.: https://gedenkbuch.saarbruecken.de/en/memorial_book/person_details/person-27110  
 
40-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Hugo Rödelsheimer (1937 in Neustadt an der Weinstraße)  
Mitteilung im "Jüdischen Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 6. Oktober 1937: "Neustadt Weinstraße. (Amtsjubiläum). Am 1. September waren es 15 Jahre, seitdem Herr Lehrer und Kantor Hugo Rödelsheimer sein Amt in Neustadt angetreten hat. Im gleichen Jahre durfte der Jubilar auf ein 40 jähriges Amtsjubiläum zurückblicken. Es sei hiermit Herrn Rödelsheimer der herzliche Wunsch ausgesprochen, dass ihm noch viele Jahre des Wirkens und Lebens beschieden sein mögen."    

   
Lehrer Jakob Schloß von Talheim wechselt nach Malsch (1905)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Dezember 1905: "Karlsruhe: "Das neueste Verordnungsblatt des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten meldet folgende Veränderungen in der Besetzung der Religionsschullehrerstellen: Jakob Lewin seither in Lorsch nach Randegg, Sally Rosenfelder in Eubigheim nach Buchen, Nathan Adler von Külsheim nach Eubigheim, Kantor Simon Metzger von Sulzburg nach Bretten, Samuel Strauß von Berlichingen nach Sulzburg, Jakob Schloß von Talheim nach Malsch bei Ettlingen. Auf Ansuchen wurden von ihren Stellen enthoben: Kantor Weiß in Gailingen und Religionslehrer Jakob Lorch in Untergrombach, letzterer behufs Übernahme der Verwalterstelle der M.A. d. Rothschild'schen Lungenheilstätte in Nordrach."   

  
Über den Lehrer Milton Sahm (1914 in Talheim)  

Milton Sahm ist am 11. Februar 1884 in New York geboren als Sohn des Lehrers Bernhard Sahm (aus Creglingen) und der Sara geborene Straßburger (aus Hohebach). Die Eltern war 1882 in die USA ausgewandert, kehrten aber schon 1885 wieder nach Deutschland zurück. Milton Sahm wuchs im Hohenlohekreis auf, da sein Vater bis 1900 als Lehrer in Hohebach, danach als Lehrer in Öhringen tätig war. Milton Sahm studierte von 1900 bis 1903 am Lehrerseminar in Esslingen. Er war verheiratet mit Selma geb. Straßburger aus Hohebach. Vor dem Ersten Weltkrieg war er eine Zeit lang als Vorsänger in der jüdischen Gemeinde Öhringen (eventuell Aushilfe für seinen dort noch tätigen Vater). 1914 war er kurzzeitig an der jüdischen Schule in Talheim tätig. Wenig später war er bis 1923 Verwalter und Obersekretär im Israelitischen Oberrat Stuttgart; er starb am 2. November 1923 in Stuttgart und wurde im israelitischen Teil des Pragfriedhofes beigesetzt.    

    
Religionslehrer Straus wechselt von Michelbach a.d.L. nach Talheim (1924 bis 1939 Lehrer in Talheim)  
Anmerkung: Isaak Straus ist am 12. Juli 1884 in Niederstetten geboren als Sohn des Lehrers Jakob Straus aus Niederstetten, später Oberlehrer in Crailsheim und der Babette geb. Sahm aus Braunsbach. Er war seit 1910 (Crailsheim) verheiratet verheiratet von Sara (Serry) geb. Hallheimer, eine am 1. Dezember 1887 in Crailsheim geborene Tochter des Albert Hallheimer und der Bertha geb. Pappenheimer. Zwei Kinder sind noch in Michelbach geboren: Helmut (geb. 18. Mai 1911) und Siegfried (Schmuel, geb. 24. Oktober 1916). Lehrer Straus war von Dezember 1924 bis 1939 Lehrer (Religionsoberlehrer) in Talheim, nebenberuflich Gemeindesekretär und Rechner der Gemeinde Talheim, dazu auch Familienseelsorger der Familie Levi auf Schloss Stettenfels und bis 30. Januar 1933 Schächter in Talheim. Am 20. Februar 1939 ist er mit seiner Familie nach Erez Israel/Palästina emigriert. Link: Seite im Familienregister Talheim   

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 15. Oktober 1924: "Der Religionslehrer Straus in Michelbach a.d. Lücke ist als ständiger Religionslehrer nach Talheim Oberamt Heilbronn versetzt worden."             


50. Geburtstag von Oberlehrer Isaak Straus (1934)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1934: "Talheim. Oberlehrer Straus wurde anlässlich seines am 12. Juli stattgefundenen 50. Geburtstages von allen Seiten Gegenstand herzlichster Ehrungen. Ein Beweis für die Wertschätzung, die unsere Gemeinde und auch die übrige Bevölkerung dem trefflichen Menschen und Lehrer entgegenbringen. Unter den Gratulanten waren auch die Schulkinder, die ihren Lehrer durch einen Reigen und ein Angebinde erfreuten. Der Jubilar dankte beim Sabbat-Morgengottesdienst der Gemeinde für ihre innige Anteilnahme und gelobte, auch weiterhin in Freude und Leid treue zu ihr zu stehen." 

  
Helmut Straus - Sohn von Oberlehrer Straus - hat sein Staatsexamen bestanden (1934)    
Anmerkung: Dr. Helmut Straus war der Sohn des Volksschullehrers und jüdischen Religionslehrers Isaak Straus (siehe oben) und seiner Frau Sara (Serry) geb. Hallheimer. Helmut Straus ist am 18. Mai 1911 in Crailsheim geboren und in Michelbach a.d.L. und in Talheim aufgewachsen, wo sein Vater als Lehrer tätig war. Helmut Straus besuchte das Gymnasium in Heilbronn (Abitur 1930) und studierte anschließend in Frankfurt und München Zahnmedizin (1934 zahnärztliches Staatsexamen, doch erhielt er auf Grund der NS-Bestimmungen keine Approbation und keine Zulassung zur Promotion). 1934 bis 1935 Studium und Promotion zum Dr.med.dent. in Basel. Danach war er offenbar einige Zeit bei den Eltern in Talheim, von wo aus er gemeinsam mit seinem Vater die Chanukkafeier in Bonfeld veranstaltete. Noch 1936 emigrierte er nach Palästina/Israel, wurde Mitglied in einem Kibbuz, nannte sich nun Chaim Straus. 1938 heiratete er; mit seiner Frau hatte er zwei Kinder (Jochanan, geb. 1942 in Afulah, und Uri, geb. 1947 in Petach Tikwah). Seit 1943 war er als Zahnarzt tätig, doch konnte er durch gesundheitliche Probleme nur eingeschränkt seinen Beruf ausüben. 1965 lebte er in Hadar Ramatayim (Stadtteil von Hod HaSharon).    

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1934: "Talheim, Helmut Straus, Sohn des Oberlehrers Straus, hat an der Universität München sein Staatsexamen in der Zahnheilkunde mit sehr gutem Examen bestanden."         

  
Chanukkafeier in Bonfeld mit Lehrer Isaak Straus und seinem Sohn Dr. Helmut Straus (1935/1936)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1936: "Bonfeld. Für die kleine Gemeinde Bonfeld war es eine große Freude, dass Oberlehrer Straus mit der Bonfelder Schuljugend eine Chanukkahfeier in der Synagoge veranstaltete. Dr. Helmut Straus hielt einen fesselnden Vortrag, der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Max Flehinger dankte als Vorsteher der Gemeinde für den genussreichen Nachmittag".      

  
  
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Spendensammlungen in der Gemeinde  (1865 / 1887 / 1891 / 1893) 

Anmerkung: in jeder jüdischen Gemeinde wurden regelmäßig Spendensammlungen für unterschiedliche Zwecke durchgeführt. Die Ergebnisse der Sammlungen wurden immer wieder in jüdischen Periodika bekanntgegeben. 

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. November 1865 -  Spendensammlung in Eschenau und Talheim zur "Linderung der Hungersnot in Palästina": "Durch Rabbiner Dr. Engelbert in Heilbronn, von der Gemeinde Eschenau gesammelt: Hirsch Bamberger 10 fl., Herz Berliner 48 kr., dessen Frau 48 kr., Frau Bamberger 1 fl., M.L. Berliner 48 kr., Isak Gronauer 12 kr., Falk Lindner 5 fl., Nathan Lindner 1 fl. 18 kr., Moses Lindner 12 kr., Isak Kallmann 1 fl. 30 kr., Hirsch Kallmann 1 fl., Abraham Neumann 3 fl. 30 kr., Wwe. Rosenberger 30 kr., Machol Rothschild 3 fl., H. Schwabacher 5 fl., Wwe. Ullmann 12 kr., David Zirndorfer 1 fl., zus. 35fl. 18 kr. Von der Gemeinde Talheim: Mos. Manasse 30 kr., Isak Manasse Söhne 24 kr., Seligmann Manasse 30 kr., Manes Manasse 4 fl., Moses Hirschfeld 18 kr., Abraham Löwenthal 1 fl., Witwe Hirsch 36 kr., Moses Löwenthal 4 fl., dessen Frau 1 fl., Salomon Levi 4 fl., Leopold Wertheimer 4 fl., Jonathan Wertheimer 1 fl. 12 kr., Hermann Manasse 30 kr, Leser Manasse 36 kr., Wohltätigkeitsverein 6 fl, Frauenverein 4 fl. 30 kr., Alex. Leser 12 kr., Aron Königsbacher 1 fl., Abraham Königsbacher 30 kr., Moses Königsbacher 1 fl., Hirsch Hirschfeld 24 kr., Leopold Marx 2 fl. 30 kr., zusammen 26 fl. 42 kr. Demnach ist die Summe der heute überschickten Gelder, von Eschenau 35 fl. 18 kr., von Talheim 26 fl. 42 kr., von Z. aus Heilbronn 1 fl., zusammen 63 fl. Die Gesamtsumme der von mir übersandten Gelder beträgt: 1. Sendung 80 fl. 14 kr., 2. Sendung 173 fl. 24 kr., 4,. Sendung 63 fl., zusammen 316 fl. 38 kr."     
  
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Januar 1887 - "Spenden für das Heilige Land" - Sammlung für Bikkur Cholim - Krankenbesuchsvereine: "Talheim bei Heilbronn. Durch Lehrer M. Eichberg: Sammlung in der Gemeinde 15 Mark für die Bikkur Cholim.
 
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1891 - Spenden "für die unglücklichen russischen Glaubensgenossen": "Durch Lehrer Rosenberger in Talheim: Wolf Hirschfeld 2, Josua Hirschfeld 3, Max Hirschfeld 1, Witwe Hirschfeld 1,20, Witwe Löwenthal 2, Samuel Löwenthal 1, Abraham Manasse sen. 0,50, Abraham Manasse jun. 2, Mannes Manasse 1, Max Manasse 2, Moses Manasse 1, Gustav Manasse 3, Samuel Manasse 1, Jonathan Wertheimer 1, Max Wertheimer 2, Leopold Marx 5, Hermann Manasse 2, Lehrer Rosenberger 1,30, zus. 32 Mark." 
 
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. März 1893 - "Spenden für das heilige Land": "Talheim. Durch Lehrer Rosenberger, Challah-Geld von nachbezeichneten Frauen: Witwe Löwenthal 2, Lisette Hirschfeld 1, Babette Rosenberger 1, Jette Hirschfeld 1, Amalie Löwenthal 1, Lina Wertheimer 1.10, Ungenannte 0.20, Frau Manasse 1, Bertha Hirschfeld 1, Auguste Löwenthal 1, Jette Manasse 1, Lina Manasse 1, Emma Manasse 1, Sophie Marx 1, zus. abz. Porto 13.90 M. für Mazzot."   

    
Gottesdienstliche "Reformen" im Blick auf eine gemeinsame Konfirmation anstelle der Bar Mizwa-Feier stoßen auf Widerstand aus orthodox-konservativen Kreiseb (1870) 
Anmerkung: 1831 wurde die "Konfirmation" in den württembergischen israelitischen Gemeinden nach Vorbild der evangelischen Konfirmation eingeführt. Die meisten der jüdischen  Landgemeinden konnten sich damit wenig anfreunden und zogen weiterhin die traditionelle Bar-Mizwa-Feier vor. 

Talheim Israelit 01061870.jpg (129406 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1870: "Talheim Rabbinats Heilbronn, 20. Mai (1870). Auch hier zeigt sich, wie am Sitze des Rabbinats, die erste Weigerung, Kinder konfirmieren, das heißt an dem Weiheakt in der Synagoge teilnehmen zu lassen, nachdem das Kultusministerium diese Teilnahme nach dem Grundsatze der Gewissensfreiheit bekanntlich in das Belieben der Eltern gestellt hat.
In Heilbronn schlossen sich am vorigen Sabbat unter 14 Schülern zwei Mädchen von diesem Akte aus, und hier ist es ein Kind, dessen Eltern glauben, ohne Konfirmation doch ein guter Jude sein zu können. Die Rabbiner fürchten mit Recht, die Exempel könnten im folgenden Jahre größere Nachahmung finden. 
Nachträglich erfahren wir, dass auch in Lehrensteinsfeld, dem ehemaligen diesseitigen Rabbinatssitz, alle Eltern der diesjährigen Konfirmanden sich weigern, ihre Kindern konfirmieren zu lassen. Im Braunsbacher Rabbinatssprengel haben sämtliche Gemeinden des Bezirks die Vornahme des Konfirmationsaktes verweigert bis auf die Stadtgemeinde Crailsheim, wo auch Reformgottesdienst mit Harmonium eingeführt ist. Man sieht hieraus, wie wenig dieses christliche Institut der Konfirmation in den jüdischen Gemeinden Wurzel zu fassen vermochte, obgleich es schon seit 1831 zwangsweise in Württemberg existiert und wie der erste Hauch der Freiheit wegfegt, was vier Jahrzehnte nur durch kirchliche Gewalt sich zu erhalten vermochte."  
 
Anmerkung: in der (liberalen) "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Juli 1870 S. 604 (Link) war als Reaktion auf den obigen Artikel im "Israelit" vom 1. Juni 1870 folgende Anzeige zu lesen: "Der 'Israelit' jubelt in Nr. 22 zu früh über den 'Fortschritt der Orthodoxie' dahier; denn die Konfirmation des betreffenden Knaben wurde lediglich durch ein bedenkliches Übel aufgeschoben, das ihn betraf, und das ihn auch verhinderte, Bar Mizwa zu werden.  Talheim bei Heilbronn."   
Die (konservativ-orthodoxe) Zeitschrift "Der Israelit" legte am 10. August 1870 S. 599 nochmals nach (Link): "Talheim bei Heilbronn a. N., 31. Juli. Die 'Allgemeine Zeitung des Judentums' bringt in neuester Nummer ein kleines Inserat, dass jener Knabe nicht aus Renitenz, sondern wegen Krankheit Heuer nicht konfirmiert worden sei. Also 1 weniger unter den vielen Widerspenstigen gegen dieses spezifisch christliches Institut. In seinem Eifer sagt der interessierte Einsender, der Knabe sei ebendeshalb auch nicht Bar Mizwa geworden; soll wohl heißen, sei an dem betreffenden Sabbat nicht in der Synagoge gewesen; denn Bar Mizwa ist er jedenfalls geworden, als er 13 Jahre und 1 Tag alt war. Dazu bedarfs keiner priesterlichen Einsegnung."   

    
Meldung aus dem Nachbarort Flein - der evangelische Pfarrer lobt die Einhaltung des Schabbat (1924)  

Talheim Flein Israelit 31011924.jpg (67831 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1924: "Heilbronn, 20. Januar (1924). In dem benachbarten Ort Flein hat der evangelischen Pfarrer letzten Sonntag im Verlaufe seiner Predigt folgendes ausgeführt: 'Ich habe während des Herbstgeschäftes (Weinlese) leider wahrnehmen müssen, dass viele Gemeindegenossen den Sonntag entweiht haben. Diese mögen sich ein Beispiel nehmen an der Firma J.B.R. in Heilbronn (der Herr Pfarrer nannte die jüdische Firma bei vollem Namen), diese Firma hält ihr Geschäft Samstags geschlossen und ist noch dazu gezwungen von Gesetzeswegen auch Sonntags die Arbeit ruhen zu lassen und ist dabei auch noch nicht zurückgekommen. Der eine von den Herrn kommt ja viel hierher, Ihr kennt ihn ja Alle."  

   
Einweihung der Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (Dezember 1925)  

Talheim CV 08011926.jpg (30248 Byte)Meldung in der CV-Zeitung vom 8. Januar 1926: "In Talheim bei Heilbronn wurde das Kriegerdenkmal unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung eingeweiht. Außer dem katholischen und evangelischen Pfarrer sprach u.a. auch Lehrer Straus als Vertreter der israelitischen Gemeinde." 

     
Frühlingsfeier in der Gemeinde (1926)        

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. April 1926: "Talheim. Lehrer Strauß veranstaltete mit seinen Schülern am Sonntag, den 14. März, eine in allen Teilen wohl gelungene Frühlingsfeier, bei der die Knaben und Mädchen der Gemeinde vor einer großen Zuhörerschaft allerlei deklamatorische und gesangliche Darbietungen reizend zum Vortrag brachten. Oberlehrer Müller, der Vorstand der katholischen Schule, sprach dem Kollegen und seiner jugendlichen Künstlerschar den anerkennenden Dank der Anwesenden aus."         

   
Chanukkafeier für die Schüler der Gemeinde auf Schloss Stettenfels (1928)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1928:  "Talheim. Wie seit einigen Jahren, so wurde auch heuer wieder den schulpflichtigen Kindern eine schöne Chanukka-Feier auf Schloß Stettenfels bereitet. Per Auto abgeholt, wurden sie von den liebenswürdigen Gastgebern, Herrn und Frau Levi herzlich empfangen. Nach dem Entzünden der Lichter, dem Gesang des Maos Zur und der Aufführung einiger Theaterstückchen nahmen die Kinder voll Jubel ihre schönen Geschenke in Empfang. Frau Levi erfreute noch die Anwesenden durch ein herrlich vorgetragenes Lied. Reich bewirtet und frohgemut verließ nun die muntere Schar die herrlichen Räume des Schlosses und wurde in die Heimat zurückgebracht."           

   
Theateraufführung mit den Schülern der jüdischen Gemeinde (1928)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. März 1928: "Talheim. Oberlehrer Strauß veranstaltete auch in diesem Jahre eine Theateraufführung mit seinen Schülern, die am Samstag und Sonntag unter größter Beteiligung stattfand. Die sieben Schüler führten überaus anmutig das reizende Stück 'Frühlings Erwachen' auf. Pfarrer Fischer dankte im Namen der Erschienenen dem Spielleiter und den Darstellern für ihre schöne Leistung. Die Veranstaltung bewies wieder einmal das freundliche Einvernehmen der Konfessionen innerhalb unseres Ortes."         

 
Wahl zum Israelitischen Vorsteheramt (1930)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1930: ""Talheim. Bei der am 6. Juli stattgefundenen Wahl zum Israelitischen Vorsteheramt wurden einstimmig gewählt: Siegfried Levi, Schloss Stettenfeld und Julius Gustav Mannasse."         

   
Chanukkafeier der jüdischen Gemeinde und Einladung der Schüler der Gemeinde auf Schloss Stettenfels (1930/31)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1931: "Talheim. Oberlehrer Strauß arrangierte für unsere Gemeindemitglieder vor kurzem eine wohl gelungene Chanukka-Feier. Das, was die Kleinen und Kleinsten an Chanukka-Liedern, Reigen und Theateraufführungen boten, zeugte für das feine Verständnis des tüchtigen Spielleiters und dessen unermüdlichen Fleiß. Den Schluss der harmonischen Feier bildete eine Gabenverlosung.
Am 21. Dezember vorigen Jahres fuhren die Schüler nach Schloss Stettenfels, wo sie von den Eheleuten Gutsbesitzer Levi gastlich bewirtet und mit praktischen Geschenken erfreut wurden."          

 
Chanukkafeier der jüdischen Gemeinde (1932/33)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Februar 1933: "Talheim. Die Israelitische Gemeinde feierte am 26. Dezember vorigen Jahres ihr Chanukka-Fest. Nach einer Begrüßungsansprache von Oberlehrer Straus, der die Veranstaltung bestens leitete, wurden die Anwesenden durch kleine Theaterstücke, Gedichte, Gesänge und reizvolle Reigen erfreut. -  Darbietungen, die zeigten, was Sachkenntnis und nie versagende Geduld des Lehrers, aber auch der Fleiß der Kleinen vermögen. Eine Gabenverlosung, die besonders den Kindern viel Freude bereitete, war ebenfalls in das Programm aufgenommen. Die wackere kleine Spielschar wurde von Frau Oberlehrer Straus in einer kleinen Nachfeier festlich bewirtet."             

 
Vortragsabende mit Helmut Straus und Oberlehrer Straus (1934)     
Anmerkung: Dr. Helmut Straus war der Sohn des Volksschullehrers und jüdischen Religionslehrers Isaak Straus und seiner Frau Sara (Serry) geb. Hallheimer. Helmut Straus ist am 18. Mai 1911 in Crailsheim geboren und in Michelbach a.d.L. und in Talheim aufgewachsen, wo sein Vater jeweils als Lehrer tätig war. Helmut Straus besuchte das Gymnasium in Heilbronn (Abitur 1930) und studierte anschließend in Frankfurt und München Zahnmedizin (1934 zahnärztliches Staatsexamen, doch erhielt er auf Grund der NS-Bestimmungen keine Approbation und keine Zulassung zur Promotion). 1934 bis 1935 Studium und Promotion zum Dr.med.dent. in Basel. Danach war er offenbar einige Zeit bei den Eltern in Talheim, von wo aus er gemeinsam mit seinem Vater u.a. auch eine Chanukkafeier in Bonfeld veranstaltete. Noch 1936 emigrierte er nach Palästina/Israel, wurde Mitglied in einem Kibbuz, nannte sich nun Chaim Straus. 1938 heiratete er; mit seiner Frau hatte er zwei Kinder (Jochanan, geb. 1942 in Afulah, und Uri, geb. 1947 in Petach Tikwah). Seit 1943 war er als Zahnarzt tätig, doch konnte er durch gesundheitliche Probleme nur eingeschränkt seinen Beruf ausüben. 1965 lebte er in Hadar Ramatayim (Stadtteil von Hod HaSharon).   

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. November 1934: "Talheim. Zahnarzt Helmut Straus, Sohn des Oberlehrers Straus, hielt unlängst im Frauenverein einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über 'Die Aufgaben der jüdischen Frau in heutiger Zeit.'
Am 3. November sprach Oberlehrer Straus vor der ganzen Gemeinde über 'Moses Montefiore und sein Wertk'. Auch dieser Vortrag fand eine dankbare Hörerschaft. An beide Veranstaltungen schloss sich ein gemütliches Beisammensein an."          

 
 Chanukkafeier mit der Schuljugend und Oberlehrer Straus (1934)    

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1934: "Talheim. Am 1. Chanukkaabend veranstaltete Oberlehrer Straus mit seiner Schuljugend eine in allen Teilen wohl gelungene Feier, die fast von der ganzen Gemeinde besucht war. Die sich anschließende Verlosung bereitete den Kindern große Freude. Besonders beifällig wurde das von einem schönen Reigen umrahmte 'Moaus Zur' aufgenommen, aber auch die anderen Stückchen wurden von den Kindern tadellos aufgeführt. So hielten wirklich gemütliche Stunden die Gemeinde in fröhlicher Stimmung zusammen."          

     
"Gemütliches Zusammensein" der Gemeinde mit einem Vortrag von Oberlehrer Straus (1935)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1935: "Talheim. Auf Einladung ihres Lehrers versammelte sich vor kurzem der größte Teil der Gemeinde zu einem gemütlichen Beisammensein. Oberlehrer Straus erfreute die Anwesenden durch einen Vortrag über 'Moses Mendelssohn und sein Werk', der beifällig aufgenommen wurde. Auch die Kinder der Oberklasse zeigten ihren Eltern, dass sie über die Einteilung der Bibel gut Bescheid wussten."            

  
Vortragsabend über den Talmud mit Oberlehrer Straus (1935)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. März 1935: "Talheim, Oberlehrer Straus hielt vor zahlreicher Hörerschaft vor kurzem einen Vortrag über den Talmud, der mit dankbarem Beifall aufgenommen wurde."       

 
Vortragsabende in der Gemeinde (1935)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1935: "Talheim. Vor kurzem hielt Siegfried Straus, Sohn unseres Oberlehrers Straus, einen wertvollen Vortrag über 'Maimonides'.   -  
Rechtsanwalt Dr. Scheuer, Heilbronn. referierte in fesselnder Weise über seine Palästinareise. Beiden Rednern zollte eine zahlreiche Zuhörerschaft lebhaften Beifall."          

    
Chanukkafeier des jüdischen Jugendbundes (1935/36)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1936: "Thalheim. Der Jugendbund veranstaltete unter der tatkräftigen Leitung von Siegfried Straus eine wohl gelungene, von der Gemeinde beifällig aufgenommene Chanukka-Feier, bei der auch eine Verlosung stattfand."        

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
80. Geburtstag von Josua Hirschfeld (1926, geboren 1846) und sein Tod im folgenden Jahr (1927)   
      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1926: "Talheim. Das älteste Mitglied der Gemeinde Talheim Josua Hirschfeld, vollendet am 22. Oktober 1926 in körperlicher und geistiger Frische sein 80. Lebensjahr. Der Jubilar ist wegen seines lauteren Charakters und seiner Menschenfreundlichkeit überall beliebt und geachtet. Möge ihm ein weiterer glücklicher Lebensabend beschieden sein."         
 
Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1927: "Talheim. Am 20. Mai 1927 verstarb im 81. Lebensjahr der Senior der hiesigen Gemeinde, der in weiten Kreisen bekannte und beliebte Josua Hirschfeld. Wegen seine unbestechlichen Rechtschaffenheit und Geradheit, verbunden mit einem friedfertigen und leutseligen Wesen, war er eine Zierde seines Standes. Die für ländliche Verhältnisse ganz außerordentlich große Beteiligung an seiner Beerdigung zeugte von der Wertschätzung und Verehrung dieses wackeren Mannes, der auch für die Fragen der jüdischen Gemeinschaft jederzeit tätige Anteilnahme bezeugte. Wir werden seiner stets in Liebe gedenken!"  

     
Zum Tod des Gemeindevorstands Gustav Manasse (1927)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1927: "Talheim. Die Gemeinde hat durch den Tod ihres Gemeindevorstands Gustav Manasse einen schweren Verlust erlitten. Er wurde am 12. Juni unter allgemeinen Anteilnahme bestattet. Er hatte fast 40 Jahre lang dem Vorsteheramt angehört und Jahrzehnte lang aushilfsweise an Sabbaten und immer an den hohen Festtagen den Vorbeterdienst ausgeübt. Als Gemeindepfleger und Schochet leistete er lange Zeit vortreffliche Dienste. Er gehörte zu den angesehensten Mitgliedern der hiesigen Gemeinde. Sein Andenken sei gesegnet."          

  
85. Geburtstag von Therese Manasse (1928)     

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Januar 1928: "Talheim. Vor einigen Wochen konnte unsere allgemein hochgeschätzte Mitbürgerin, Frau Therese Manasse, in seltener geistiger Rüstigkeit im Kreise ihrer sie hoch verehrenden Kinder ihren 85. Geburtstag feiern. Von allen Seiten wurden ihr herzliche Glückwünsche entgegengebracht. Möge der Jubilarin, die aus ein arbeits- und segensreiches Leben zurückblicken kann, noch eine Reihe von schönen Jahren beschieden sein!"        

 
Siegfried Levi (Schloss Stettenfels) wird Ehrenmitglied der jüdischen Gemeinde (1929)    

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1929: "Talheim. Siegfried Levi aus Schloss Stettenfels wurde vom Israelitischen Vorsteheramt in Würdigung seiner Verdienste um die Gemeinde zu deren Ehrenmitglied ernannt. Am 7. April wurde ihm in Stettenfels durch Oberlehrer Straus im Beisein der beiden Vorsteher Max Wertheimer und Isaak Manasse eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde unter Worten den Dankes überreicht. Siegfried Levi hatte zur Schmückung der hiesigen Synagoge eine herrlich ausgeführte, aus kornblauem Samt gearbeitete Synagogengarnitur, bestehend aus Vorhang, zwei Toramäntelchen, einer Schulchandecke und drei Deckchen für Kanzel und Vorbeterpult gestiftet. Erstmals wurden diese schönen Stücke am 1. Tag Pessach aufgelegt. Beim Festgottesdienst wurde in der Predigt in Anwesenheit des Stifters und seiner Gattin seiner Verdienste um die Gemeinde gedacht."          


80. Geburtstag von Fanny Manasse (1930)    

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1930: "Talheim. Frau Fanny Manasse konnte unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde am 4. September in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Der 'Frauenverein' ließ seinem treuen Mitglied unter Worten der Anerkennung und Dankbarkeit für die geleisteten Dienste durch Oberlehrer Strauß ein Geschenk überreichen. Besondere Freude erregte überall das vom Israelitischen Oberrat übersandte ehrende Glückwunschschreiben. Möge der Jubilarin noch ein langer und sonniger Lebensabend beschieden sein!"        

  
89. Geburtstag von Therese Manasse (1930)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1930: "Talheim. Am 8. Dezember darf Frau Therese Manasse in geistiger Frische ihren 89. Geburtstag feiern. Wir wünschen der würdigen Greisin noch weiterhin einen gesegneten Lebensabend."         

         
75. Geburtstag von Max Wertheimer (1931)       

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. März 1931: "Talheim. Am 29. März darf Gemeindevorsteher Max Wertheimer seinen 75. Geburtstag feiern. Wir wünschen dem Jubilar, der sich überall hohen Ansehens erfreut, noch viele gesegnete Lebensjahre."   
 
Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. April 1931: "Talheim. Unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde konnte Vorsteher Max Wertheimer am 29. März seinen 73. Geburtstag feiern. Am Vormittag erschienen die Gemeindevorsteher und überbrachten die Glückwünsche der Gemeinde. In einer Ansprache hob Oberlehrer Straus hervor, wie der Jubilar in seiner 39jährigen Zugehörigkeit zum Vorsteheramt stets als 'Friedensfürst" zum Wohle der Gemeinde in Uneigennützigkeit und aufopfernder Pflichterfüllung gewirkt habe und überreichte als äußeres Zeichen der Dankbarkeit einen Blumenkorb. Auch namens der Chewra Kadischa dankte er für die Treue, die Wertheimer dem Verein sowohl als Vorstand als auch als Mitglied stets bewahrt habe. Der Redner übergab im Namen des Vereins ein Angebinde. Besonders ehrenvoll war für den Jubilar ein herzliches Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben des Oberrats, wie er überhaupt Gegenstand liebevoller Aufmerksamkeit von allen Seiten war. Möge dem verdienten Manne noch ein langer und gesegneter Lebensabend beschieden sein!'"          

  
70. Geburtstag von Fanny Jordan geb. Manasse (1931)  
Anmerkung: Fanny Jordan ist geboren am 16. April 1861 in Talheim als Tochter von Lazarus Manasse und der Jette geb. Manasse. Sie heiratete im Juli 1892 Wolf Jordan aus Zaberfeld (siehe unten). Sie wurde am 23. August 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 23. September 1942 umgekommen ist.    
Siehe Beitrag von Wolfgang Schönfeld: Das tragische Schicksal der jüdischen Familie Wolf Jordan aus Zaberfeld. In: Zeitschrift des Zabergäuvereins Heft 3, Jahrgang 2009 (eingestellt als pdf-Datei).    

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1931: "Talheim. Frau Fanny Jordan konnte am 16. April unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde ihren 70. Geburtstag feiern. Von überall, besonders aber von Seiten der Heilbronner 'Neckarzeitung', als deren treue Mitarbeiterin sie seit vielen Jahren eifrig wirkt, wurden der Jubilarin Beweise der Wertschätzung und Anerkennung zuteil. Oberlehrer Straus übergab ihr namens des Frauenvereins unter herzlichen Wünschen ein Angebinde. Mögen der würdigen Frau, die im Leben schon viel Leid hat erfahren müssen, die aber nie den Mut, den heiteren Sinn und das Gottvertrauen verloren hat, noch viele schöne und sonnige Tage beschieden sein!"        

Rückblick: Hilfeaufruf für Fanny Jordan, die aus Talheim stammende und hier wieder wohnhafte Witwe von Wolf Jordan in Zaberfeld - 10 Jahre nach einem Brandunglück in Zaberfeld (1913)
Anmerkung: Wolf Jordan (geb. 27. Mai 1841 in Zaberfeld) starb bei dem Brandunglück am 21. November 1903 und wurde im jüdischen Friedhof in Freudental beigesetzt. Die Grabinschrift berichtet: "Hier liegt begraben Benjamin, Sohn des Mosche, ein au
frichtiger Mann aus Zaberfeld. Er ging in seine Welt zum Leidwesen seiner Frau, in Feuerflammen mit seinem Sohn und seiner Tochter, am Tag des Heiligen Schabbat, dem 2. Kislew 664 n.d.kl.Z."  Die Tochter Rosa (geb. 9. Juli 1897) wurde in einem Kindergrab im jüdischen Friedhof Freudental beigesetzt, gleichfalls ihr älterer Bruder Leopold (geb. 30. April 1897), beide sind auch am 21. November 1903 gestorben. Vgl.: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2982330, wo die Angabe 1905 zu korrigieren ist in 1903.
Die erste Frau von Wolf Jordan war Ernestine (Esther), gest. 26. November 1890. Die aus Talheim stammende zweite Frau war Fanny (Fradel) Jordan (geb. 1848), gest. 1929. Beigesetzt im jüdischen Friedhof in Sontheim.

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. September 1913: "Aufruf. Zehn Jahre sind es her, dass in dem kleinen Örtchen Zaberfeld der Handelsmann Wolf Jordan nebst seinen zwei Kindern den Tod in den Flammen fand. Die Frau desselben hatte infolge schwerer Verletzungen ein langwieriges Krankenlager durch zu kosten, um nach ihrer Genesung zu erfahren, dass sie vor dem Nichts stehe. Eine damals in die Wege geleitete Sammlung ermöglichte der Frau in ihrer Heimat Talheim ein wenigstens sorgenloses Leben zu führen. Leider hat ihr ungetreue Verwalter aus Stuttgart neben anderen größeren Summen auch dieses Geld unterschlagen, sodass Frau Jordan wiederum vor schweren Sorgen steht. Um dieser zum zweiten Mal zur schwer heimgesuchten Frau ein einigermaßen erträgliches Dasein bereiten zu können, sieht sich das unterzeichnete Kirchenvorsteheramt genötigt, die Beihilfe mildtätiger Glaubensgenossen in Anspruch zu nehmen. Wir richten daher an alle gleich uns fühlenden Menschen die innige und dringende Bitte, durch hochherzige Gaben dazu beizutragen, dass unser Beginnen mit Erfolg gekrönt wird. Besonders bitten wir die verehrliche Kultusvorstände durch Veranstaltung von Sammlungen in ihren Gemeinden unseren edlen Zweck zu unterstützen. Die Gaben wollen an das Kirchenvorsteheramt Talheim bei Heilbronn gesandt werden, welches dann das weitere veranlasst. Auch das Rabbinat Heilbronn ist zur Empfangnahme von Gaben gerne bereit.
Talheim Württemberg, den 15. September 1913.
Israelitisches Kirchenvorsteheramt.
Vorsitzender M. Sahm.

Richtig und befürwortet Talheim bei Heilbronn, den 16. September 1913. Schultheißenamt."    

 
Zum Tod von Moses Manasse (1932)        

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1932: "Talheim. Im Alter von 77 Jahren verstarb vor kurzem Moses Manasse, tief betrauert von allen, die den frommen und wohltätigen Manne kannten. Oberlehrer Straus ehrte den entschlafenen Gemeindegenossen, der viele Schicksalsschläge mit vorbildlicher Gottergebenheit ertragen hat, durch einen warmherzigen Nachruf. Sein Andenken wird stets in hohen Ehren gehalten werden."          

  
Zum Tod von Vorsteher Max Wertheimer (1932)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1932: "Talheim. Unter großer Anteilnahme aus allen Kreisen der Bevölkerung wurde unlängst Vorsteher Max Wertheimer im 76. Lebensjahre zu Grabe getragen. In vorbildlicher Pflichterfüllung hat der Verstorbene seit 40 Jahren unsere Gemeinde betreut und ihr alle seine Kräfte gewidmet. Oberlehrer Straus zeichnete in seiner Grabrede Max Wertheimer als unermüdlichen Arbeiter für das Wohl aller Gemeindemitglieder. Sein Andenken wird nie verlöschen."          

  
Zum Tod von Julius Max Manasse (1934)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1934: "Talheim. Unsere Gemeinde wurde durch den plötzlichen Tod des allgemein beliebten, erst 47jährigen Gemeindemitglieds Julius Max Manasse in tiefe Trauer versetzt. Um ihn trauern die Witwe mit ihren zwei unmündigen Kindern und eine 83jährige ehrwürdige Mutter. Auf dem Friedhof schilderte Oberlehrer Straus in bewegten Worten die Schwere des Trauerfalles und rühmte vor allem die Treue, Menschenliebe und fromme Rechtschaffenheit des verstorbenen Freundes, dessen Wertschätzung auch in der ungemein großen Beteiligung an der Beerdigung zum Ausdruck kam. Das Andenken Manasses wird nie verlöschen."          

       
Zum Tod von Henriette Manasse (1935)        

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1935: "Talheim. Am 21. Juni ereilte unsere Gemeinde die traurige Nachricht, dass Frau Henriette Manasse im Heilbronner Krankenhaus einer schweren Erkrankung erlegen ist. Vor einem Jahre erst hatte die Verewigte ihren Gatten verloren, der sie mit zwei unmündigen Kindern zurückgelassen. Oberlehrer Straus würdigte am Grab mit bewegten Worten die hohen Tugenden der Entschlafenen, ihr friedfertiges, menschenfreundliches Wesen, womit sie die Herzen aller gewann. Mit den betagten Eltern und den früh verwaisten Kindern trauert die ganze Gemeinde um die Frühvollendete, die nie vergessen werden wird."              

 
80. Geburtstag von Bertha Hirschfeld geb. Löwenthal (1935) sowie Todesanzeige für sie (1937)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1935: "Talheim. Am 21. Juni konnte Frau Bertha Hirschfeld geb. Löwenthal im Kreise ihrer weit verzweigten Familie in voller körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Unsere ganze Gemeinde nahm am Ehrentage dieser wackeren Frau herzlichsten Anteil. Der Frauenverein ließ durch Oberlehrer Straus ein schönes Angebinde überreichen, und große Freude löste das Glückwunschschreiben des Israelitischen Oberrats aus. Möge der würdigen Greisin noch ein langer, schöner Lebensabend beschieden sein!."          
 
Anzeige in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juni 1937: "Talheim bei Heilbronn am Neckar.
Unsere treu besorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Frau Berta Hirschfeld geb. Loewenthal

ist nach schweren Leidenstagen am 2. Juni im Alter von fast 82 Jahren für immer von uns gegangen.
Rosa Levi geb. Hirschfeld  -  Ludwig Levi   -  Lotte Levi

Die Beerdigung fand am 4. Juni statt.
Gleichzeitig danken wir auf diesem Wege herzlichst für erwiesene Teilnahme."

  
85. Geburtstag von Fanny Manasse (1935)      

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. September 1935: "Talheim. Getragen von der Wertschätzung ihrer Gemeinde konnte Frau Fanny Manasse am 4. September in körperlicher und geistiger Frische ihren 85. Geburtstag feiern. Die ganze Gemeinde nahm an diesem Tage lebhaften Anteil. Der Frauenverein ließ der würdigen Jubilarin, die den Armen immer eine hilfreiche Stütze war, durch Oberlehrer Straus ein schönes Angebinde überreichen. Besondere Freude bereitete ein Glückwunschschreiben des Israel. Oberrats. Mögen Frau Fanny Manasse noch viele gesegnete Jahre im Kreise der Ihren beschieden sein!"         

    
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    

-  1884: Spendensammlung "für die Armen des heiligen Landes" bei der Hochzeit von Herrn Greif in Hanau mit Frl. Marx in Talheim (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1884 Beilage S. 1). 
-  1934: 81. Geburtstag von Lisette Hirschfeld in Talheim (in: "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1934 S. 48). 
-  1937: 70. Geburtstag von Emma Mannasse Witwe in Talheim am 7. Juni 1937 (in: "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1937 S. 40)   
-  1937: Bar Mizwah am 16. Oktober 1937 von Millian, Sohn des Albert Manasse und Gitta geb. Wollenberger in Talheim (in: "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1937 S. 126)   
Anmerkung: alle drei genannten Personen wurden in der NS-Zeit ermordet: Millian (geb. 2. November 1924) emigrierte 1939 nach Frankreich und wurde am 27. Juli 1942 ab Drancy in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet ("für tot erklärt"). Seine Eltern Albert Manasse (geb. 16. März 1890 in Talheim, vom 11. November bis 17. Dezember 1938 interniert im KZ Dachau) und Gitta geb. Wollenberger (geb. 7. Februar 1895 in Talheim), wurden am 1. Dezember 1941 ab Stuttgart nach Riga-Jungfernhof deportiert und ermordet ("für tot erklärt").   

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Moses Königsbacher verkauft eine Torarolle (1858)   

Talheim AZJ 08021858.jpg (45012 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Februar 1858: "Bei dem Unterzeichneten ist eine noch ganz neue, 1 Elle hohe, vorzüglich schön und korrekt geschriebene Gesetzesrolle, Sefer Tora, zu einem äußerst billigen Preis zum Verkauf ausgesetzt. Etwaige Liebhaber wollen sich in portofreien Anfragen wenden an Moses Königsbacher in Talheim bei Heilbronn, Königreich Württemberg."  

   
Lehrlingssuche von Metzgermeister S. Manasse (1872)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1872: "Nach den Osterfeiertagen nehme ich einen jungen Mann aus achtbarer Familie gegen geringes Lehrgeld und unter günstigen Bedingungen in die Lehre auf.
Talheim
(Württemberg), im Januar 1872. S. Manasse, Metzger."    

      
Verlobungsanzeige für Rosel Schloss und Arthur Manasse (1936)   
Weitere Informationen zu Arthur Manasse (1906-1983):  https://www.geni.com/people/Arthur-Manasse/6000000034018001000 
Grab von Arthur und Rose Manasse https://de.findagrave.com/memorial/90823804/arthur-manasse 

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 15. Oktober 1936:
"Rosl Schloss   -   Arthur Manasse
 
Verlobte   Oktober 1936   Obbach / Bayreuth  -  Talheim / Heilbronn. 
 
Grab von Arthur Manasse (7. Juni 1906 - 2. März 1983) und Rose geb. Schloss (14. April 1915 - 19. Dezember 2003) im Beth David Cemetery in Conklin, Broome County, New York, USA. (Foto aus: https://de.findagrave.com/memorial/90823804/arthur-manasse)   

  
Nach der Emigration: Hochzeitsanzeige von Moritz Manasse und Leoni geb. Marx (USA, 1942)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 30. Januar 1942: "Statt Karten. 
Zu unserer am 1. Februar 1942 stattfindenden Trauung laden herzlich ein 
Moritz Manasse  -  Leoni Manasse geb. Marx
   
früher Talheim - früher Baisingen    650 W. 177. Str., Apt. 43, N.Y.C.  
Trauung Sonntag, 1. Febr., 1:00 Uhr 
K'HALL ADATH JESHURUN
  90 Bennett Ave., zw. 185. u. 186. Str."       

   
    
    
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge               
    
Die 1778 im württembergischen Teil der Talheimer Burg (seitdem "Judenburg" bzw. "Judenschloss" genannt) aufgenommenen jüdischen Familien haben sich alsbald einen Betsaal in der Burg eingerichtet. Seit etwa 1792 hatte die Judenschaft mit Salomon Aron aus Königsbach (später Salomon Königsbacher) einen Vorsänger und Lehrer. Er betrieb zur Aufbesserung seiner bescheidenen Einkünfte einen Ellenwarenhandel. 
 
Als die jüdischen Familien 1793 an der Nordwand des Burghofes ein Back- und Waschhaus erbauen konnten, sollte der Betsaal in dessen Obergeschoss verlegt werden. Die württembergische Zustimmung hatte hierzu vorgelegen, dennoch empfanden die Vertreter des Deutschen Ordens, die die Rechte über den anderen Teil der Talheimer Burg hatten, dies als eine Provokation. Der deutschordische Amtmann verhinderte zunächst die auf den 4. Januar 1793 geplante Einweihung des Betsaales, indem er die Fenster und Läden des Betsaales ausheben und die Kultgegenstände konfiszieren ließ. Hierbei sind die Talheimer Juden weniger Opfer antijüdischer als vielmehr antiwürttembergischer Gefühle geworden. Nach Auskunft der Juden hatte ihnen damals der deutschordische Beamte gesagt, dass er ihnen die Einrichtung von drei Synagogen erlaubt hätte, wenn sie bei ihm um den Schutz gebeten hätten.    
 
Nach den Protokollen des deutschordischen Amtmannes vom Januar 1793 wurde der damalige Betsaal aus nichtjüdischer Sicht so beschrieben: "Eine altarartige Gezierte in der Mitte des Zimmers; eine vorn bei den Fenstern angebrachte halbsteinerne und halbhölzerne Pyramide, die mit einem Vorhang versehen war, worin hebräische Worte eingenäht waren. Hinter diesem war ein Kästchen, worin – wie sie sagten – die Zehn Gebote eingelegt würden; ein Lehrstuhl, geziert und ringsum mit Wachslichtern besteckt in der Mitte des Zimmers, neben herum Bänke und viele Pulte; verschiedene messingene Kronleuchter, auch messingene Ampeln von oben herabhängend. Es war auch ein besonderer Frauenzimmerstand, nach Judenweise, auch beleuchtet, angebracht; dann ein eisernes an der Wand bei der Türe angebrachtes Opferstöckchen, verschlossen". Folgende Gegenstände wurden von den Vertretern des Deutschordens beschlagnahmt: "Ein stoffener Vorhang mit seidenen Quasten, worin sieben Linien hebräische Buchstaben mit Gold eingestickt waren, mit goldenen Borten eingefasst und von oben mit goldener Krone und zwei Löwen geziert (es war der Vorhang vor der ‚altarmäßigen Pyramide’, von Freudental entlehnt), zwei dazu gehörige Kränze, auch von Stoff, mit gestickten goldenen Borten und seidenen Quasten", "sechs neue Vorhänge (Umgang vor den Weiberstühlen); die gelb tafetene Pultdecke mit blauen Bändern": "einen grüntafetenen chorhemdmäßigen Anzug, worauf zwei hebräische Buchstaben von goldenen Borten angebracht waren"; drei messingene Kronleuchter; eine große mit Brennöl angefüllt "Schabbesampel"; zwei dicke gelbe und eine Menge kleinerer Wachskerzen, den Opferstock und zwölf Betstühle. 
 
Ein jahrelanger Streit zwischen Württemberg und dem Deutschorden war die Folge. Das neu erbaute "Bet-, Wasch- und Backhaus" war drei Jahre lang dem eindringenden Regen, Sturm und Schnee ausgesetzt. Erst 1796 kam die Erlaubnis, das Gebäude zu reparieren. Und erst Anfang Dezember 1803 erhielt die jüdische Gemeinde die 1793 beschlagnahmten Gegenstände zurück.  
 
1836 wurde das "Bet-, Wasch- und Backhaus" völlig umgebaut. Neben der vergrößerten Synagoge befanden sich nun nach einer Beschreibung von 1851 im unteren Teil das rituelle Bad sowie die Schule und die Lehrerwohnung. 1857 erwarb die Gemeinde für die Schule ein eigenes Haus, nachdem inzwischen schon seit 20 Jahren eine freiwillige israelitische Konfessionsschule in Talheim bestand. 1870 ist die Synagoge nochmals umfassend renoviert worden. 
 
Eine wertvolle Stiftung zur Ausschmückung der Synagoge erhielt die Talheimer Gemeinde im Frühjahr 1929. Der auf Schloss Stettenfeld (nahe Untergruppenbach) wohnende Siegfried Levi übergab eine aus kornblauem Samt gearbeitete Synagogengarnitur. Sie bestand aus einem Vorhang für den Toraschrein, zwei Toramänteln, einer Schulchandecke und drei Decken für Kanzel und Vorbeterpult. Am 1. Pessach-Tag im Frühjahr 1929 wurden die neuen Paramente bei einem festlichen Gottesdienst in Anwesenheit des Stifters erstmals ausgelegt.  
  
In der Pogromnacht am 9./10. November 1938 kam es in Talheim noch zu keinen Ausschreitungen. Erst in der darauf folgenden Nacht wurde durch Sontheimer SA-Leute die Synagoge demoliert, Kultgegenstände auf dem Kelterplatz verbrannt, die jüdischen Wohnungen verwüstet und die Bewohner misshandelt. Die demolierte Synagoge zerfiel und musste, nachdem sie 1945 noch durch Kriegseinwirkungen beschädigt wurde und 1952 bei einem Unwetter teilweise einstürzte, in dem letztgenannten Jahr abgebrochen werden.  
 
Eine Gedenktafel an der Burgmauer erinnert seit 1983 an den Standort der Synagoge.
 
Nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 konnten die in Talheim noch verbliebenen Juden bis zu den Deportationen 1941/42 zu Gottesdiensten noch im jüdischen Gasthaus "Löwen" (Hauptstrasse 9, Haus besteht nicht mehr) zusammenkommen. 
   
   
  

Fotos 
Historische Fotos: 

Talheim Synagoge 004.jpg (70165 Byte) Talheim Synagoge 001.jpg (93026 Byte) Talheim Judenschloss bb.jpg (47763 Byte)
Historische Aufnahme des 
Talheimer Schlosses. Die Synagoge
 steht noch: Dach unterhalb des
 schlanken Turmes  
Die Synagoge in Talheim Weiteres Foto des "Judenschlosses", auf 
dem das Dach des Synagoge jedoch verdeckt 
ist (erhalten von Claire-Lise Rosenfield, 
Geneva, NY)  
 
 

Plan:

Talheim Synagoge 005.jpg (50714 Byte)

Die Bauphasen der Talheimer Synagoge: der vordere (linierte) Teil markiert das alte Wasch- und Bethaus von 1793; 
- - - markiert die erweiterte Synagoge von 1836; 
- . - . - markiert den Treppenhausanbau aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

  
Fotos nach 1945/Gegenwart: 

Fotos 1952:
(Quelle: Buch von Nebel/Däschler-Seiler 
s.u. S. 43)  
Talheim Synagoge 006.jpg (102940 Byte) Talheim Synagoge 007.jpg (117385 Byte)
   Einsturz der baufälligen Synagoge am 28. März 1952  
   
Fotos um 1970 (Fotos: R. Klotz)      
Talheim Schloss 210.jpg (42319 Byte) Talheim Schloss 212.jpg (42635 Byte) Talheim Schloss 211.jpg (51062 Byte)
Schmidberg'sches Schlösschen  Standort der Synagoge  Schlossmauern 
     
Fotos um 1985 (Fotos: Hahn)       

Talheim Synagoge 003.jpg (82268 Byte)

Talheim Synagoge 011.jpg (46194 Byte) Talheim Synagoge 010.jpg (81221 Byte)
Das Schmidberg'sche Schlösschen 
(linker Teil der Burg)
Das Grundstück der 
ehemaligen Synagoge
Gedenktafel für Synagoge und 
jüdische Gemeinde Talheims
     
 Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 4.9.2003) 
        
Talheim Schloss 152.jpg (55047 Byte) Talheim Synagoge 150.jpg (66203 Byte) Talheim Synagoge 152.jpg (62612 Byte)
Das Schmidberg'sche Schlösschen 
(linker Teil der Burg)
Das Grundstück der 
ehemaligen Synagoge
Gedenktafel für Synagoge und 
jüdische Gemeinde Talheims
     
Talheim Synagoge 151.jpg (75866 Byte) Talheim Schloss 153.jpg (47150 Byte) Talheim Schloss 151.jpg (52605 Byte)
Die Talheimer Burg   Im Burghof: Blick auf das 
Schmidberg'sche Schlösschen  
Eingang zum 
Schmidberg'schen Schlösschen  
   
     
    Talheim Schloss 150.jpg (36341 Byte)    
    Mesusaritze     

   
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

1964: Publikation von Theobald Nebel zur jüdischen Geschichte in Talheim    
Artikel von Ernst Gottfried Lowenthal (1904-1994, Wikipedia-Artikel)  im "Mitteilungsblatt des Irgun Oleh Merkas Europa" vom 10. April 1964: "Talheim.
Talheim ist ein Städtchen im Landkreis Heilbronn. 1932 zählte es etwa 90 jüdische Einwohner. Hauptlehrer Theobald Nebel hat das Verdienst, 1963 die 'Geschichte der jüdischen Gemeinde in Talheim' niedergeschrieben zu haben, und zwar, wie er im Titel betont, als 'ein Beispiel für das Schicksal des Judentums in Württemberg'. Als Herausgeber des Büchleins, das 'zum ehrenden Gedenken an die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordeten jüdischen Bürger' erscheint, zeichnet die Stadtgemeinde Talheim. Bürgermeister Robert Ehrenfried hebt in sei­nem Geleitwort hervor, das Einvernehmen zwischen Christen und Juden sei auch in den Jahren 1933/45 gut gewesen: 'auch als nach der Machtergreifung über die deutschen Juden ein grauenvolles Schicksal hereinbrach, erfuhren die hiesigen jüdischen Mitbürger von der übrigen Bevölkerung Mitgefühl und Fürsorge, so dass das tragische Ende der Talheimer Judengemeinde nicht bar jeder Hoffnung war'. Wie das Ende aussah, wird klar ausgesprochen: 1932 waren es, so schließt der Verfasser, 87 Menschen, 1940 sei ein Kind durch Geburt hinzugekommen. Von den somit 88 Personen seien bis 1939 10 gestorben und 38 ausgewandert. Acht seien bis 1942 weggezogen, eine Person im KZ gestorben. Die restlichen 31 wurden, so -heißt es in der Schrift, 'deportiert und später ermordet'.
Auch in dieser Arbeit stehen 19. und beginnendes 20. Jahrhundert im Vordergrund, aber der Ton, der Akzent liegt ebenfalls auf der Verfolgungsperiode. Viel Archivmaterial, sorgfältig konsultiert, ist zitiert, ob es sich um Familiennamen, Gemeindesteuer und Schulwesen vor 100 Jahren oder um zur sog. Endlösung führende Maßnahmen oder die Versteigerung jüdischen Mobiliars Ende 1941 bis Anfang 1942 handelt.
Auch diese Schrift, wie das Buch über Heilbronn, zeichnet sich durch gutes Bildmaterial aus."     
  

    

  

Links und Literatur 

Links:

bulletWebsite der Gemeinde Talheim   
bullet Infoseiten zu "Talheim im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1945": hier anklicken 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Talheim 
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Talheim sind vorhanden:    
J 386 Bü. 565 Talheim  Geburten 1777 - 1928  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446786   
J 386 Bü. 566 Talheim  Eheschließungen 1860 - 1937   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446787   
J 386 Bü. 567 Talheim  Sterbefälle  1860 - 1939   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446788  
J 386 Bü. 568 Talheim  Familienbuch 1772 - 1876  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446789   
J 386 Bü. 569 Talheim  Sitzungsprotokolle des (israelitischen) Kirchenvorsteheramtes 1836 - 1849 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446790   
J 386 Bü. 570 Talheim  Familienbuch 1832 - 1906  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446791    

Literatur:  

bulletGermania Judaica III,2 S. 1448.  
bulletPaul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1968. S. 173-176.  
bulletWolfram Angerbauer/Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn. 1986. S. 230-235.  
bulletTheobald Nebel: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Talheim. 1963.   
bulletders./Siegfried Däschler-Seiler: Neubearbeitung von Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Talheim. 1990.  
bulletJoseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 92-94.  
bulletsynagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
bulletTalheim im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1945. Mit einem Vorwort von Hansjörg Apprich. 46 Seiten. Eingestellt als pdf-Datei.    

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.
   
Talheim. Few Jews resided in Talheim until the second half of the 18th century, when a few families were allowed to occupy the demolished western wing of a local castle and erect baking and mikve facilities. The settlement developed under Wuerttemberg rule after 1806 and reached a peak population of 122 in 1860, with some emigrating, mainly to the U.S. Jews were fully integrated in the town's social life but were not active politically. In 1933, 82 remained (total 1,512). Nazi pressure brought about the social and economic isolation of the Jews. On 11 Nov. 1938, the day after the Kristallnacht, SA troops wrecked the synagogue and beat and pillaged Jews in their homes. The community was subsequently forced to "sell" the synagogue and Jewish school building to the municipal council at a nominal price. In 1940-41, Jewish men were put to forced labor paving a street; in 1941 a farm land still in Jewish hands was impounded. Thirty-eight Jews managed to emigrate, 26 of them to the U.S. Of the others, 38 perished after expulsion to the east in 1941-42.  
    
      

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge 

     

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. Januar 2026