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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Esslingen (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge
Es bestehen:
Übersicht:
Aktuell Januar/Februar 2012:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Mittelalter: In der ehemaligen freien Reichsstadt Esslingen bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im
Mittelalter. Erstmals wird 1241/42 eine jüdische Gemeinde genannt, die in der
Judenverfolgung während der Pestzeit 1348 vernichtet wurde. In der zweiten Hälfte
des 14 Jahrhunderts entstand wiederum eine Gemeinde, doch verließen nach dem Städtekrieg
um 1455 die meisten Juden die Stadt auf Grund der schlechten Wirtschaftslage.
Eine dritte Gemeinde war im 16. Jahrhundert von 1530 bis zur Ausweisung der
Juden 1544.
19./20. Jahrhundert: 1806 wurden mehrere jüdische Familien aus Wankheim in der
Stadt aufgenommen, zu denen bald weitere dazukamen.
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1880 mit 164 Personen erreicht
(1900 133, 1910 163).
Neben der jüdischen
Gemeinde der Stadt waren in den folgenden Jahrzehnten für das jüdische Leben
in der Stadt von großer Bedeutung: die Ausbildung jüdischer Lehrer am Lehrerseminar der
Stadt (seit 1819) sowie das Israelitische Waisenhaus Wilhelmspflege (1841 bis
1939).
Die jüdische Gemeinde gehörte seit 1832 zum Bezirksrabbinat Stuttgart. Jüdische Unternehmer leisteten wichtige Beiträge im
Zusammenhang mit der Industrialisierung der Stadt. Bis Anfang der 1930er-Jahre
gehörten mehrere Geschäfte, Handlungen und Industrieunternehmen jüdischen
Familien.
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der
NS-Zeit kamen von den 1933 in Esslingen wohnhaften 142 jüdischen Personen
mindestens 38 ums Leben, nicht eingerechnet die nach 1933 noch im Waisenhaus
zugezogenen Kinder, von denen gleichfalls viele ermordet wurden.
Nach
1945 sind nur wenige Familien auf längere Zeit wieder zugezogen. Erst seit den
1990er-Jahren ist ein größerer Zuzug durch Personen aus den GUS-Ländern
festzustellen, doch kam es bis 2011 nicht zur Gründung einer neuen jüdischen
Gemeinde. 2011 leben in Esslingen und der unmittelbaren Umgebung etwa
250 jüdische Personen, die zur Israelitischen Religionsgemeinschaft in
Stuttgart gehören.
Die Neugründung einer jüdischen Gemeinde
(Filialgemeinde zur Stuttgarter Israelitischen Religionsgemeinschaft) ist 2012
mit der Übernahme des früheren jüdischen Gemeindezentrums im Heppächer als
dem auch künftigem jüdischen Gemeindezentrums in Esslingen ermöglicht worden.
Zur Geschichte der Synagogen
Mittelalter.
Im Mittelalter lebten die jüdischen Familien während der Zeit der ersten
Gemeinde nicht isoliert in einem Wohnviertel, sondern in der ganzen Stadt,
teilweise in Steinhäusern oder sonst in bevorzugter Lage, zum Beispiel in der
Pliensau.
Von den Synagogen der mittelalterlichen Gemeinden
weiß man nur wenig. Erstmals wird 1268 eine Synagoge genannt, die ihren
Standort zwischen dem heutigen Hafenmarkt und der Strohstraße hatte. Sie teilte
das Schicksal der jüdischen Familien bei der Verfolgung in der Mitte des 14.
Jahrhunderts: Als es während der Pestzeit auch in Esslingen zu Ausschreitungen
gegen Juden kam, flohen diese am 27. Dezember 1348 in ihre Synagoge und
kamen in den Flammen des angezündeten Gotteshauses ums Leben. Als in der
zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wiederum eine jüdische Gemeinde entstand,
konnte eine neue Synagoge auf einem Platz hinter dem Gebäude Ritterstraße 5
erbaut oder eingerichtet werden. Auch von diesem Gebäude ist nichts erhalten.
Die dritte jüdische Gemeinde, die von 1530 bis 1542 in Esslingen bestand, wird
gleichfalls einen Betsaal eingerichtet haben, vermutlich in einem der Gebäude
im Bereich der heutigen "Schmalen Gasse", die bis 1937 in Erinnerung an diese
Episode jüdischer Geschichte in Esslingen "Judengasse" hieß.
19./20. Jahrhundert:
Betsaal / Synagoge in der Stadt:
Bald nach der Aufnahme jüdischer
Familien 1806 in Esslingen konnte sich die neu entstehende Gemeinde ihre
Einrichtungen geschaffen. In dem im August 1806 geschriebenen Schutzbrief war
auch die "Errichtung einer Schule zum Privatgottesdienst" durch die jüdischen
Familien vorgesehen. Vermutlich schon im kommenden Jahr (1807) oder wenig später
wurde ein Raum für Gottesdienste in einem der jüdischen Häuser gemietet. Es
ist jedoch nicht bekannt, bei wem und wo sich dieser Raum befand.
Handwerker-Rechnungen aus den Jahren 1809 bis 1813 geben Informationen zur
Einrichtung dieses ersten Betsaales. So ist in einer Schreiner-Rechnung von 1809
von einem "Gitter" die Rede. Vermutlich handelte es sich um ein hölzernes
Gitter zur Abtrennung eines Frauenabteils im Betsaal. In einer
Schreiner-Rechnung vom März 1813 werden "2 Ständerlin" genannt, woraus man
schließen kann, dass es im ersten Betsaal der Esslinger Gemeinde im 19.
Jahrhundert traditionell noch keine festen Bänke, sondern die auch sonst
verbreiteten, beweglichen Stehpulte gab.
1818 wurde der israelitischen Gemeinde ihr bisheriger
Betsaal gekündigt, was sie zunächst in große Bedrängnis brachte. Glücklicherweise
konnte man Anfang 1819 ein zweistockiges mittelalterliches Gebäude im
Heppächer erwerben, das ehemalige Zunfthaus der Schneider. Der Umbau dieses
Hauses zu einem jüdischen Gemeindezentrum mit Betsaal, Unterrichtsraum,
Vorbeterwohnung wurde bis September 1819 abgeschlossen. Viele Jahre lang hatte
die Gemeinde die Schulden für diesen – ihre finanziellen Möglichkeiten fast
übersteigenden - Hauserwerb abzuzahlen. Doch hat sich der Betsaal in diesem Gebäude
bewährt: fast 120 Jahre wurden in ihm die Gottesdienste der Gemeinde abgehalten.
Immer wieder erhielt die Synagoge Spenden zur Innenausstattung. 1860 wurde
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" berichtet, dass der christliche
Metalldreher Jacob Schweizer der israelitischen Gemeinde "zwei sehr hübsche Gefäße,
eine Kanne und einen Becher" geschenkt habe. 1863 wurde in der Esslinger
Synagoge die Stuttgarter Liturgie mit deutschem Gebet, Choralgesang und
Harmoniumbegleitung eingeführt.
Bericht von 1863 - die "Stuttgarter Liturgie"
wird eingeführt
Artikel
in "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Januar 1863:
"Auch in Esslingen und Ludwigsburg ist die Stuttgarter Liturgie
eingeführt worden, die aber in den größeren Gemeinden das Landes noch
nicht zur Geltung gekommen ist." |
1889/90 wurde eine umfassende Renovierung des Gebäudes
vorgenommen. Unter anderem musste das Dach neu gedeckt werden. Der Betsaal im
ersten Stock erhielt eine völlig neue Einrichtung und Bestuhlung. Dabei wurde
im Gegensatz zu früher den Kindern aus der Gemeinde und dem Waisenhaus der
Platz in der Mitte und nicht mehr am Rande mit je 25 Sitzgelegenheiten für Mädchen
und Knaben zugewiesen. Für die Erwachsenen wurden jeweils 30 Platze für Männer
und Frauen geschaffen. Eine große Spendenaktion in der Gemeinde ermöglichte
die Neuanschaffung des Schmucks der Torarollen und anderer Gegenstände.
Betsaal im Waisenhaus "Wilhelmspflege"
In dem 1913 fertig gestellten Neubau des
Israelitischen Waisenhauses Wilhelmspflege in der Mülbergerstraße 146
stand für die Andachten, Gottesdienste und Feiern ein würdig eingerichteter
Betsaal zur Verfügung. In ihm befanden sich ein Toraschrein mit drei
Tora-Rollen und vom Vorbeterpult bis zum Ewigen Licht alle in einer Synagoge
gebräuchlichen Einrichtungsgegenstände. Jungen und Mädchen saßen auf Bänken
voneinander getrennt. Für die musikalische Gestaltung der Andachten und
Gottesdienste war ein Harmonium vorhanden. An den Wänden hingen große
vierspaltige Pergamenttafeln in Ebenholzrahmen, auf denen die Namen aller, die für
die Erhaltung des Hauses gespendet hatten, verzeichnet waren. Gleichfalls fanden
sich auf einer weiteren Tafel die Namen der Spender, für die zur "Jahrzeit" das
Trauergebet gesprochen wurde.
Zerstörungen beim Novemberpogrom 1938
Beim Novemberpogrom 1938 fand am Mittag des 10.
November 1938 eine von der NSDAP Esslingen initiierte Kundgebung "gegen die
Juden" statt. Ein Großteil der mehreren hundert Kundgebungsteilnehmer ist im
Anschluss an die Versammlung vom Marktplatz zur Synagoge im Heppächer und zum jüdischen
Waisenhaus oberhalb der Burg gezogen, um beide Gebäude aufs schlimmste zu
demolieren, zu plündern und zahlreiche Einrichtungsgegenstände sowie Bücher,
Dokumente, Kultgegenstände u.a.m. zu verbrennen. Schreckliche Szenen spielten
sich vor allem beim Waisenhaus ab, wo die anwesenden Kinder bedroht und ihre
Lehrer teilweise bewusstlos geschlagen wurden. Beendet wurden die Aktionen auf
Grund des Auftretens des Kreisleiters Eugen Hund, der sich gegenüber der
Demolierung der Synagoge und des Waisenhauses ablehnend verhielt. Er wurde beim
Synagogenprozess vor dem Landgericht Stuttgart 1951 auf Grund seines Verhaltens
bei diesen Ereignissen freigesprochen.
Nach Kriegsende (1945) konfiszierte amerikanisches Militär
das Synagogengebäude im Heppächer, das seit 1941 als Heim der Hitlerjugend
gedient hatte, und richtete darin von Juli 1945 bis April 1946 erneut
eine Synagoge ein. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude
insbesondere zu Wohnzwecken und als Kindertagesstätte genutzt. 1949 bis 1986
war es Haus des Kreisjugendringes Esslingen beziehungsweise "Jugendhaus
Stadtmitte". Seitdem befindet sich eine private Galerie ("Galerie
im Heppächer") in diesem Gebäude. Mehrere Gedenk- und Hinweistafeln sind
angebracht.
Fotos
Erinnerung an die mittelalterliche Synagoge
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In dem um 1290 geschriebenen
"Esslinger Machsor" findet sich zu
einem Gebetstext zum ersten
Tag des Passahfestes die Zeichnung
eines Gebäudes, das eine
mittelalterliche Synagoge zeigen könnte |
Die Synagoge im
Heppächer 1819-1938
Historisches Foto und Pläne:
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in
Württemberg. 1932 S. 73)
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos Dezember 1983:
Die ehemalige Synagoge dient als Jugendhaus Stadtmitte |
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Blick von der Straße
Im Heppächer |
Von der Zeit des Gebäudes als
Synagoge ist
noch die Eingangstür von 1889 erhalten. |
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| Die hölzerne Gedenktafel ist
bereits 1945 oder wenig später angebracht worden |
"Disco" in der
ehemaligen Synagoge |
Tafeln
am Eingang |
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Fotos Sommer 2003:
(Fotos: Hahn; Aufnahmedatum 12.8.2003) |
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Blick von der Straße
Im Heppächer |
Seitenansicht
des Gebäudes |
Die hölzerne Gedenktafel
wurde
2003 rot angestrichen |
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Blick zum Giebel. Im ersten
Stock war der Betsaal |
Eingangsbereich |
Hinweistafeln |
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Fotos im November 2003:
Aufnahmedatum
11.11.2003 |
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Im ehemaligen
Betsaal im 1. Stock, an den keine Spuren mehr erinnern. |
Die Betsäle im Waisenhaus "Wilhelmspflege"
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Im Alten Waisenhaus in der
Entengrabenstraße
befand sich seit dem Umbau 1880/81 ein
separater
Betsaal, der teilweise auch von der
Stadtgemeinde genutzt wurde |
Im neuen Waisenhaus oberhalb
der Burg
(fertiggestellt 1913) befand sich gleichfalls
ein Betsaal, der
1938 verwüstet wurde |
Plan des neuen Waisenhauses -
Erdgeschoss
- mit Eintragung
des Betraumes |
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Das ehemalige
alte Waisenhaus - neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.9.2003) |
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Hinweistafel |
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Blick von der
Entengrabenstraße |
Blick auf das
ehemalige alte Waisenhaus von Süden/Südosten; auf der
großen Terrasse
des Anbaus stand einst zum Laubhüttenfest die
Sukka (Laubhütte) der
Waisenhausbewohner |
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Das ehemalige neue Waisenhaus
(Theodor-Rothschild-Haus) - neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 11.11.2003) |
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Hinweistafel |
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Blick von der Esslinger Burg
zum ehemaligen Waisenhaus |
Hinweistafel auf die
(jüdischen) Architekten
aus Stuttgart: Oskar Bloch und
Ernst Guggenheimer |
Erinnerungstafel an die
Hausmutter
Wilhelmine (Ina) Rothschild
geb. Herzfeld |
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Blick von der Gartenseite auf
die Südseite -
der Vorbau markiert den Speisesaal |
Blick von der Ostseite - der
Vorbau (hinter dem
Container) markiert den Standort des Betsaales |
Früherer Haupteingang
zum
Waisenhaus |
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Symbol des sich aufopfernden
Pelikans
über dem Haupteingang |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einige Mitteilungen und Berichte
| rechts: Programm: Veranstaltungen
in Esslingen zum Gedenken "70 Jahre 9. November 1938" im Jahr
2008 |
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Das aktuelle Programm des Vereins
"Freunde jüdischer Kultur Esslingen e.V. über die Website des
Vereins |
Weitere Berichte
| November 2010:
Wird die ehemalige Synagoge von der
Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs übernommen? |
Artikel von Karen Schnebeck in den
"Stuttgarter Nachrichten" vom 24. November 2010 (Artikel):
"Zeit der Kunst im Heppächer ist abgelaufen.
Die Galerie schließt. Jetzt interessiert sich die Israelitische Religionsgemeinschaft für die Alte
Synagoge.
Am vergangenen Sonntag hat die Esslinger Galerie im Heppächer zum letzten Mal eine Vernissage veranstaltet. Noch bis zum 19. Dezember sind dort Werke der Malerin Elly Weiblen und des Skulpteurs Armin Göhringer zu sehen, dann kommt mit der Finissage zugleich das Ende der Galerie. Dabei hatte es in den vergangenen Monaten noch als sicher gegolten, dass es auch in den kommenden Jahren moderne Kunst in der ehemaligen Synagoge geben wird. Stattdessen zeichnet sich nun eine völlig andere Nutzung ab: Die Israelitische Religionsgemeinschaft hat Interesse an dem Gebäude angemeldet.
Den Galeristen Susanne Lüdtke und Roland Bachofer war die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren zwar zu groß geworden, ihre Liebe zur Kunst und zu dem Fachwerkgebäude mit der wechselvollen Geschichte haben sie trotzdem nicht verloren. Deswegen hatten sie versucht, Mitstreiter zu finden und einen Verein zu gründen. Dieser sollte die Galerie künftig mit einem neuen Konzept betreiben. Lüdtke und Bachofer wollten als engagierte Vereinsmitglieder an Bord bleiben.
"Der Gedanke war einfach, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen", berichtet Lüdtke. Bei Podiumsdiskussionen zur Zukunft der Galerie war das Interesse noch groß. Doch als es darum gegangen sei, die Arbeit zu verteilen, seien viele plötzlich abgesprungen, berichtet Bachofer. Kein Wunder, schließlich bestand die Arbeit der Galeristen im Heppächer nicht nur aus dem Organisieren von Ausstellungen, sondern auch aus wenig prestigeträchtigen Tätigkeiten wie Kloputzen oder regelmäßigem Wände weißeln.
Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch offen. "Die Begehrlichkeiten sind natürlich groß, wenn ein solches Haus aufgegeben wird", sagt Susanne Lüdtke. Die Stadt als Besitzerin hat sich zunächst eine Denkpause verordnet, denn die Israelitische Religionsgemeinschaft (IRG) in Stuttgart hat "ein vorsichtiges Interesse" an dem Gebäude bekundet, wie die Vorstandssprecherin Barbara Traub bestätigt.
Vorgestern Abend hat die Stadtverwaltung die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in einer nichtöffentlichen Sitzung über den Stand in Sachen Heppächer informiert. Die Gemeinderäte haben dabei dem Vorschlag zugestimmt, das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert der IRG kostenlos zu überlassen, falls diese das wünscht. Schließlich, so die Argumentation des Esslinger Rathauses, sei das Gebäude bis 1938 als Synagoge genutzt worden. Die Nazis hatten es den Juden entrissen und als Treff für die Hitlerjugend genutzt.
Mit dem Angebot verknüpft die Stadt freilich eine Bedingung. "Die IRG dürfte es ausschließlich für religiöse oder kulturelle Zwecke nutzen", sagt der Pressesprecher der Stadt Roland Karpentier. Dass es für eine neue Synagoge genug Bedarf gibt, bezweifelt niemand. Allein in Esslingen leben heute rund 200 Juden. Ob sich die IRG tatsächlich auf das Angebot einlässt, steht in den Sternen - denn wer immer das Gebäude künftig besitzt, muss zunächst einmal kräftig investieren. "In vielen Räumen kann überhaupt nicht geheizt werden", sagt Lüdtke dazu. Den Gedanken, dass der Kunst bald die Religion folgen könnte, den finde sie freilich "ganz wunderbar"." |
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Artikel von Dagmar Weinberg in
der "Esslinger Zeitung" vom 27. November 2010 (Artikel):
"Synagoge könnte zum Gemeindezentrum werden
ESSLINGEN: Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg meldet Interesse am Gebäude Im Heppächer 3 an
Die Esslinger jüdischen Glaubens könnten bald einen eigenen Bet- und Versammlungsraum bekommen. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) hat Interesse an der früheren Synagoge bekundet. Da die Galerie
'Kunst im Heppächer' zum Jahresende den Betrieb einstellt, steht das denkmalgeschützte Gebäude, das seit 1949 im Besitz der Stadt Esslingen ist, wieder zur Verfügung.
Bis zum 19. Dezember sind in dem imposanten Fachwerkhaus Im Heppächer 3 noch die Werke des Skulpteurs Armin Göhringer und der Malerin Elly Weiblen zu sehen. Mit der Finissage endet dann auch die mehr als 20-jährige Ära der von Otto Rothfuß und Margarete Rebmann gegründeten Galerie. Ihre Nachfolger Susanne Lüdtke und Roland Bachhofer können die Arbeit nicht mehr alleine stemmen und haben zum Jahresende den Mietvertrag gekündigt (die EZ berichtete). Nachdem der Entschluss der Galeristen bekannt geworden war, beschäftigte man sich nicht nur im Esslinger Rathaus mit der Frage, wie es in der früheren Synagoge Im Heppächer weitergehen
soll. Anfang des Monats meldete sich der Vorstand der IRGW bei der Stadtverwaltung und bat darum, über die künftige Entwicklung auf dem Laufenden gehalten zu werden. Denn aus Sicht der Israelitischen Religionsgemeinschaft käme, so teilt die Stadt Esslingen jetzt mit,
'auch eine Nutzung als Bet- und Versammlungsraum' für die Esslinger Gemeindemitglieder in Frage. Nach ersten Schätzungen leben zurzeit 200 bis 300 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in der Stadt.
Große Investitionen nötig. Oberbürgermeister Jürgen Zieger bekundete, dass er dem Wunsch der Israelitischen Religionsgemeinschaft entsprechen möchte. Schließlich fühlt sich die Stadt an das Ergebnis eines Schlichtungsverfahrens aus dem Jahr 1949 mit der Jewish Restitution Successor Organization in New York gebunden. Damals ging es um die Frage, wie viel die Stadt für den Kauf der Synagoge samt Garten sowie die beiden jüdischen Friedhöfe bezahlen soll. In dem Schlichtungsvergleich einigte man sich nicht nur auf eine Kaufsumme von 35 000 D-Mark. Das Amtsgericht Stuttgart hielt fest:
'Falls sich in Esslingen eine jüdische Gemeinde bilden sollte, wird die Stadtgemeinde Esslingen ihr Möglichstes tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung der Gottesdienste
nachzuweisen.'
An die mietfreie Übergabe des Hauses, das die IRGW für kulturelle, kultische und soziale Zwecke nutzen möchte, knüpft die Stadt allerdings die Bedingung, dass ihr
'durch Renovierung, Sanierung oder Betrieb des Gebäudes' keine Folgekosten entstehen dürfen. Das könnte am Ende zum Knackpunkt werden. Bevor das historische Gebäude wieder genutzt werden kann, muss erst einmal kräftig investiert werden - vor allem in die marode Heizung.
'Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung'. Als Zunfthaus der Schneider wird das Gebäude Im Heppächer 3 erstmals 1463 erwähnt. 1819 kauft die jüdische Gemeinde das Fachwerkhaus, baut es um und verschuldet sich auf Jahre hinaus. 70 Jahre später renoviert die jüdische Gemeinde das Haus. Am 10. November 1938 wird das Innere der Esslinger Synagoge von den Nationalsozialisten zerstört, Kultgegenstände werden verbrannt. Im März 1940 muss die Jüdische Kultusvereinigung Württemberg die Synagoge samt Garten weit unter Wert an die Stadt verkaufen. Das Haus wird zum BDM-Heim umgebaut. Im Mai 1945 konfiszieren die amerikanischen Streitkräfte die ehemalige Synagoge und übereignen sie an die Jewish Restitution Successor Organization. Die bietet es der Stadt Esslingen zum Kauf an. In einem Schlichtungsverfahren einigt man sich 1949 auf einen Kaufpreis von 35 000 D-Mark.
In den folgenden Jahren wird die einstige Synagoge unter anderem als Versammlungsstätte von Adventisten, Kinderhort, Arbeitsstätte des Kreisjugendausschusses (ab 1955 Kreisjugendring) sowie bis 1987 als Jugendhaus Stadtmitte genutzt. Unter Bezug auf seine Geschichte als Zunfthaus und Synagoge wird das Gebäude Im Heppächer 1986 als
'Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung' ins Denkmalbuch eingetragen. Im Februar 1987 wird auf die alte Synagoge ein Brandanschlag verübt." |
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Artikel von Ulrich Stolte in der "Stuttgarter
Zeitung" vom 3. Dezember 2010 (Artikel):
"Synagoge in Erbpacht
Esslingen. Die Verwaltung hat intern die Bedingungen für eine Übergabe formuliert.
Die Stadt Esslingen hat offenbar die Bedingungen erklärt, unter denen sie bereit ist, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg die alte Esslinger Synagoge zu überlassen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, plant Esslingen, das mittelalterliche Fachwerkhaus der jüdischen Gemeinschaft in Erbpacht zu überlassen. Das heißt, nach 99 Jahren würde es wieder an die Stadt zurückfallen. Bis dahin würde es der Israelitischen Religionsgemeinschaft gehören, die im Gegenzug für die Heizung aufkommen müsste, die anscheinend in einem desolaten Zustand ist. Wie weiter zu erfahren war, überlegt sich die Israelitische Religionsgemeinschaft jetzt einen Finanzierungsplan für die Sanierung.
Die Stadt tritt auch einem offenen Brief des Theologen Thomas Schild an den Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger entgegen. Darin heißt es, wenn die Stadt das Gebäude der jüdischen Gemeinschaft in einem derart desolaten Zustand übergebe, würde sie die Beziehungen der Stadt zu ihren Bürgern jüdischen Glaubens belasten. Das Haus sei im Jahr 1949 rechtmäßig erworben worden, sagt dazu ein Sprecher der Stadt, und die Übergabe in Erbpacht sei ein großes finanzielles Geschenk.
Bisher war das Fachwerkhaus als Galerie genutzt worden, doch hatte die Galeristin Susanne Lüdtke das Handtuch geworfen. Nach dem Kriegsende hatten die amerikanischen Streitmächte das Gebäude konfisziert und darin von Juli 1945 bis April 1946 eine Synagoge eingerichtet. 1949 bot die als Besitzer eingesetzte Jewish Restitution Successor Organisation der Stadt das Gebäude zum Kauf an. Esslingen zahlte damals 35 000 Mark für das Gebäude, den dazugehörigen Garten und die beiden jüdischen Friedhöfe und erklärte sich bereit: "Falls sich in Esslingen eine jüdische Gemeinde bilden sollte, wird die Stadtgemeinschaft Esslingen ihr Möglichstes tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung der Gottesdienste nachzuweisen." uls" |
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| Februar
2011: Weitere
"Stolpersteine" werden in Esslingen verlegt |
Artikel von Kai Holoch in der
"Filder-Zeitung" vom 12. Februar 2011 (Artikel):
"Mehr Stolpersteine gegen das Vergessen
Esslingen. Im Oktober wird der Künstler Gunter Demnig neue Gedenktafeln für NS-Opfer ins Trottoir einlassen.
Rika Lauchheimers Spur verläuft sich im Ghetto von Riga. Einst wohnte die Tochter eines Viehhändlers in der Landolinstraße 8a. Edith Stern aus der Martinstraße 44/1 wurde in die
Heilanstalt Sayn bei Koblenz verschleppt und dort 1940 im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazidiktatur ermordet. Ihre Eltern, der Geschäftsmann Heinrich Stern und seine Frau Auguste, sind in Ghettos in Osteuropa verschollen.
Um an das Schicksal der Esslinger Mitbürger im Dritten Reich zu erinnern, die von den Nationalsozialisten vertrieben und ermordet worden sind, wird der
Kölner Bildhauer Gunter Demnig im Oktober auf Einladung des Vereins Denk-Zeichen zum zweiten Mal in die ehemalige Freie Reichsstadt kommen. Seit 1992 arbeitet der Künstler an seinem Stolperstein-Projekt. Dabei gedenkt er der Opfer des Nationalsozialismus, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing, seine "Stolpersteine", im Trottoir einlässt. Mittlerweile hat Demnig weit mehr als 20 000 Gedenktafeln in mehr als 500 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlegt.
2008 ist Demnig zum ersten Mal nach Esslingen gekommen. Damals hat er 15 Stolpersteine eingelassen. Jetzt hat der Verein Denk-Zeichen eine weitere Liste mit 13 Mitbürgern zusammengestellt, die Opfer des Regimes geworden sind. Mit einem Stolperstein geehrt werden soll dieses Mal auch der russische Zwangsarbeiter Nazar Lazarenko, der im Lager "Schwertmühle" in der Fritz-Müller-Straße arbeiten musste, ehe er in Esslingen erhängt wurde.
Ziel des Vereins Denk-Zeichen ist es, Anstöße zur Aufarbeitung der lokalen Geschichte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, zu geben. Dabei ist die Deportation und Ermordung der jüdischen Mitbürger, vor allem der Bewohnerinnen und Bewohner des Israelitischen Waisenhauses, nur ein Aspekt. Denk-Zeichen will nämlich auch die Erinnerung an jene Fremdarbeiterinnen und Fremdarbeiter wach halten, die in Esslingen durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben gekommen sind.
Im Kulturausschuss begrüßten die Sprecher aller Parteien die Fortsetzung des Stolpersteinprojekts. Besonders lobenswert fand das Gremium, dass auch das Esslinger Georgii-Gymnasium bereits im April in Eigenregie zwei weitere Stolpersteine verlegen will, um an ermordete ehemalige Mitschülerinnen zu erinnern.
Allerdings wurde aus dem Gremium auch der Wunsch laut, die Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) solle in seinen Broschüren zu den schon bisher angebotenen Stolperstein-Führungen das Thema konkreter benennen. EST-Chef Michael Metzler sagte zu, die Werbebroschüren zu überarbeiten." |
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| November
2011: Weitere
"Stolpersteine" werden verlegt |
Artikel von Thomas Schorradt in
der "Filder-Zeitung" vom 25. November 2011: "Stolpern
über ein Schülerschicksal.
Esslingen. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat gestern 18
Gedenksteine für die Opfer nationalsozialistischer Willkürherrschaft in
der Stadt verlegt. Zwei davon erinnern an Boris Ledermann, der am
Georgii-Gymnasium zur Schule gegangen war..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei |
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Zur
oben berichteten Verlegung von "Stolpersteinen" in Esslingen am
24. November 2011 links der "Stolperstein" für den
langjährigen Kantor und Lehrer der jüdischen Gemeinde Josef Leon
Staropolski (Foto von Hermann Hägele).
Dazu: Kurzbiografie
mit Fotos: Josef Leon Staropolski - EIn Leben im Dienste der Jüdischen
Gemeinde (pdf-Datei)
Kurzbiografie
mit Fotos: Boris Ledermann
(pdf-Datei) |
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| Januar
2012: Gedenkveranstaltung zum
Holocaust-Gedenktag |
Der
Holocaust-Gedenktag wird seit vielen Jahren jährlich in Esslingen
begangen (vgl. eine Seite zu Veranstaltungen 2001
bis 2003).
Zur Veranstaltung 2012 war der langjährige Vorsitzende der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Württembergs - Meinhard Tenné - als
Zeitzeuge und Hauptredner eingeladen. Thema des Abends war: "Trotz
allem: Brückenbauer! Meinhard Tenné - ein jüdischer Zeitzeuge
berichtet".
Zum Referenten: Am Tag der Reichspogromnacht im November 1938 war
die Familie Tenné in Berlin vor den Übergriffen der Nazis gewarnt
worden. Dem Vater gelang mit seinem fünfzehnjährigen Sohn Meinhard die
Flucht in die Schweiz. Mutter und Schwester zogen zuerst zu den
Großeltern, gelangen dann nach Amsterdam und wurden 1942 über
Bergen-Belsen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ebenso erging
es vielen Freunden und Familienangehörigen. Als junger Mann wanderte
Meinhard Tenné 1948 nach Israel aus, wurde dort Soldat und kam Jahre
später als Vertreter des israelitischen Tourismusministeriums in die
Schweiz und 1966 nach Deutschland zurück und lebt seit 1970 in Stuttgart.
Heute sagt der ehemalige Sprecher der Israelitischen Religionsgemeinschaft
Württembergs und Mitinitiator und Ehrenvorstandsmitglied vom 'Haus
Abraham' (früher Denkendorf, jetzt Stuttgart): 'Da keiner etwas dafür
kann, wo er geboren wurde, wie er aussieht, welche Religion und
Nationalität er hat und in welche Gesellschaftsschicht er hinein geboren
wurde, sollten wir uns gegenseitig verstehen lernen und auch lernen, uns
so wie wir sind zu akzeptieren - im Bewusstsein - dass wir alle Geschöpfe
des EINEN sind.' So gilt das Bestreben von Meinhard Tenné, das
Miteinander und die Gemeinschaft zwischen Religionen und kulturellen
Gruppen zu fördern, und den Dialog gegen alle Widerstände zum Normalfall
werden zu lassen. Aus diesem Grunde wurde er Mitstifter des 'Stuttgarter
Lehrhauses - Stiftung für interreligiösen Dialog'. |
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Grußwort von
OB Dr. Zieger |
Zahlreiche Zuhörerschaft
im Alten Rathaus |
Musikalische
Umrahmung: Schulorchester des
Georgii-Gymnasiums |
Unter
den Zuhörern:
Landtagsvizepräsident W.
Drexler und MdB Karin Roth |
Meinhard Tenné
bei seiner Ansprache |
| Fotos:
Hahn |
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Links und Literatur
Links:
 | Website der Stadt
Esslingen |
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KUNST im heppächer: logo links oder hier
anklicken (die Galerie hat mit Ablauf des Jahres 2010 ihren Betrieb eingestellt) |
 | Übersicht über die in den "Central Archives for the History of
the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der
jüdischen Gemeinde Esslingen: pdf-Datei
hier anklicken
|
Literatur:
 | Eberhard Kögel: Habt
ihr scho gedeild? Erinnerungen an den jüdischen Viehhandel in Esslingen.
Hg. von Denk-Zeichen e.V. Esslingen. Verlag Medien und Dialog Haigerloch
2006.
|
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. S. 73-78. |
 | Germania Judaica III,1 S. 334ff. |
 | Joachim Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen. Geschichte, Quellen
und Dokumentation. (Esslinger Studien. Schriftenreihe Band 14). Sigmaringen
1994 (mit weiterer bis dahin erschienener Literatur). |
 | "Tröstet Euch, uns geht es gut". Theodor Rothschild. Ein
jüdischer Pädagoge zwischen Achtung und Ächtung. (Hg. Kulturreferat der
Stadt Esslingen und Stadtmuseum Esslingen). Plochingen 1998. |
 | Thomas Schild: Jüdisches Esslingen. Einladung zu einem Rundgang.
Verlag Medien und Dialog Haigerloch
2003.
dazu Artikel in der Esslinger
Zeitung vom 2.9.2003 mit Foto
(jeweils anklicken) |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Esslingen Wuerttemberg.
Jews settled in the early 13th century and within 50 years constituted perhaps
the largest Jewish community in Wuerttemberg. Most were burned alive in the
synagogue during the Black Death persecutions of 1348-49 and few Jews lived
there until the community was reestablished in 1806 under the protection of King
Frederick. A synagogue was built in 1817 and a Jewish school opened in 1828. The
Jews never constituted more than 1 % of the general population, with a peak of
166 in 1880. They were active in the town's important glove industry and for the
most part belonged to the middle class. The persecution of the Nazi era led most
of Esslingen's Jews (142 in 1933) to emigrate, mainly to the United States,
England and Palestine. The community was best known for the Jewish orphanage
operating there with its educational facilities from 1842. Its importance grew
in the Nazi era, as it also served as a training center for young people
preparing to emigrate and as a teacher's seminar. Of the 78 children under its
care in 1938, ten are known to habe been deported to Auschwitz in August 1942.

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