Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Esslingen (Kreisstadt) 
Jüdische Geschichte /  Betsaal / Synagoge

Es bestehen: 

eine weitere Seite mit Texten zur jüdischen Geschichte in Esslingen 

eine weitere Seite mit Texten zur Geschichte des Waisenhauses "Wilhelmspflege" in Esslingen 
eine Seite zum alten jüdischen Friedhof in Esslingen  
eine Seite zum neuen jüdischen Friedhof in Esslingen 

     
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einige Mitteilungen und Berichte 
Weitere Presseberichte   
Links und Literatur   

    
Aktuell Januar/Februar 2012

Aus dem alten Synagogengebäude Im Heppächer wird wieder ein jüdisches Gemeindezentrum.  
vgl. Artikel von Dagmar Weinberg in der "Esslinger Zeitung" vom 17. Januar 2012: "Alte Synagoge als Hort jüdischen Lebens..."   
Vgl. Artikel von Ulrich Stolte in der "Stuttgarter Zeitung" vom 20. Januar 2012: "Ein Zentrum für jüdisches Leben entsteht..."  
Vgl. Artikel von Kai Holoch in der "Stuttgarter Zeitung" vom 1. Februar 2012: "Die neue Synagoge kommt an den alten Platz..."  
Vgl. Artikel in der "Esslinger Zeitung" vom 2. Februar 2012: "'Höchste Symbolkraft'. Esslingen: Stadt und Israelitische Religionsgemeinschaft unterzeichnen Vertrag..."   
   
Presseerklärung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg vom 1. Februar 2012: "Rückkehr jüdischen Lebens nach Esslingen.  
Esslingen / Stuttgart, 01.02.2012 - Erbbauvertrag zwischen Stadt Esslingen und Israelitischer Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) unterzeichnet. Entstehung einer zweiten jüdischen Anlaufstelle in der Region Stuttgart auf gutem Weg..."  
Presseerklärung: eingestellt als pdf-Datei.     

 
    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
      
Mittelalter: In der ehemaligen freien Reichsstadt Esslingen bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Erstmals wird 1241/42 eine jüdische Gemeinde genannt, die in der Judenverfolgung während der Pestzeit 1348 vernichtet wurde. In der zweiten Hälfte des 14 Jahrhunderts entstand wiederum eine Gemeinde, doch verließen nach dem Städtekrieg um 1455 die meisten Juden die Stadt auf Grund der schlechten Wirtschaftslage. Eine dritte Gemeinde war im 16. Jahrhundert von 1530 bis zur Ausweisung der Juden 1544.  
   
19./20. Jahrhundert: 1806 wurden mehrere jüdische Familien aus Wankheim in der Stadt aufgenommen, zu denen bald weitere dazukamen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1880 mit 164 Personen erreicht (1900 133, 1910 163). 
  
Neben der jüdischen Gemeinde der Stadt waren in den folgenden Jahrzehnten für das jüdische Leben in der Stadt von großer Bedeutung: die Ausbildung jüdischer Lehrer am Lehrerseminar der Stadt (seit 1819) sowie das Israelitische Waisenhaus Wilhelmspflege (1841 bis 1939). 
   
Die jüdische Gemeinde gehörte seit 1832 zum Bezirksrabbinat Stuttgart. Jüdische Unternehmer leisteten wichtige Beiträge im Zusammenhang mit der Industrialisierung der Stadt. Bis Anfang der 1930er-Jahre gehörten mehrere Geschäfte, Handlungen und Industrieunternehmen jüdischen Familien.  
   
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Esslingen wohnhaften 142 jüdischen Personen mindestens 38 ums Leben, nicht eingerechnet die nach 1933 noch im Waisenhaus zugezogenen Kinder, von denen gleichfalls viele ermordet wurden. 
   

Nach 1945 sind nur wenige Familien auf längere Zeit wieder zugezogen. Erst seit den 1990er-Jahren ist ein größerer Zuzug durch Personen aus den GUS-Ländern festzustellen, doch kam es bis 2011 nicht zur Gründung einer neuen jüdischen Gemeinde. 2011 leben in Esslingen und der unmittelbaren Umgebung etwa 250 jüdische Personen, die zur Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart gehören.  
 
Die Neugründung einer jüdischen Gemeinde (Filialgemeinde zur Stuttgarter Israelitischen Religionsgemeinschaft) ist 2012 mit der Übernahme des früheren jüdischen Gemeindezentrums im Heppächer als dem auch künftigem jüdischen Gemeindezentrums in Esslingen ermöglicht worden.
   
   
    

Zur Geschichte der Synagogen 

Mittelalter. Im Mittelalter lebten die jüdischen Familien während der Zeit der ersten Gemeinde nicht isoliert in einem Wohnviertel, sondern in der ganzen Stadt, teilweise in Steinhäusern oder sonst in bevorzugter Lage, zum Beispiel in der Pliensau.  
      
Von den Synagogen der mittelalterlichen Gemeinden weiß man nur wenig. Erstmals wird 1268 eine Synagoge genannt, die ihren Standort zwischen dem heutigen Hafenmarkt und der Strohstraße hatte. Sie teilte das Schicksal der jüdischen Familien bei der Verfolgung in der Mitte des 14. Jahrhunderts: Als es während der Pestzeit auch in Esslingen zu Ausschreitungen gegen Juden kam, flohen diese am 27. Dezember 1348 in ihre Synagoge und kamen in den Flammen des angezündeten Gotteshauses ums Leben. Als in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wiederum eine jüdische Gemeinde entstand, konnte eine neue Synagoge auf einem Platz hinter dem Gebäude Ritterstraße 5 erbaut oder eingerichtet werden. Auch von diesem Gebäude ist nichts erhalten. Die dritte jüdische Gemeinde, die von 1530 bis 1542 in Esslingen bestand, wird gleichfalls einen Betsaal eingerichtet haben, vermutlich in einem der Gebäude im Bereich der heutigen "Schmalen Gasse", die bis 1937 in Erinnerung an diese Episode jüdischer Geschichte in Esslingen "Judengasse" hieß.   
      
    
19./20. Jahrhundert:   
Betsaal / Synagoge in der Stadt:    
 
Bald nach der Aufnahme jüdischer Familien 1806 in Esslingen konnte sich die neu entstehende Gemeinde ihre Einrichtungen geschaffen. In dem im August 1806 geschriebenen Schutzbrief war auch die "Errichtung einer Schule zum Privatgottesdienst" durch die jüdischen Familien vorgesehen. Vermutlich schon im kommenden Jahr (1807) oder wenig später wurde ein Raum für Gottesdienste in einem der jüdischen Häuser gemietet. Es ist jedoch nicht bekannt, bei wem und wo sich dieser Raum befand. Handwerker-Rechnungen aus den Jahren 1809 bis 1813 geben Informationen zur Einrichtung dieses ersten Betsaales. So ist in einer Schreiner-Rechnung von 1809 von einem "Gitter" die Rede. Vermutlich handelte es sich um ein hölzernes Gitter zur Abtrennung eines Frauenabteils im Betsaal. In einer Schreiner-Rechnung vom März 1813 werden "2 Ständerlin" genannt, woraus man schließen kann, dass es im ersten Betsaal der Esslinger Gemeinde im 19. Jahrhundert traditionell noch keine festen Bänke, sondern die auch sonst verbreiteten, beweglichen Stehpulte gab.    
       
1818 wurde der israelitischen Gemeinde ihr bisheriger Betsaal gekündigt, was sie zunächst in große Bedrängnis brachte. Glücklicherweise konnte man Anfang 1819 ein zweistockiges mittelalterliches Gebäude im Heppächer erwerben, das ehemalige Zunfthaus der Schneider. Der Umbau dieses Hauses zu einem jüdischen Gemeindezentrum mit Betsaal, Unterrichtsraum, Vorbeterwohnung wurde bis September 1819 abgeschlossen. Viele Jahre lang hatte die Gemeinde die Schulden für diesen – ihre finanziellen Möglichkeiten fast übersteigenden - Hauserwerb abzuzahlen. Doch hat sich der Betsaal in diesem Gebäude bewährt: fast 120 Jahre wurden in ihm die Gottesdienste der Gemeinde abgehalten. Immer wieder erhielt die Synagoge Spenden zur Innenausstattung. 1860 wurde in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" berichtet, dass der christliche Metalldreher Jacob Schweizer der israelitischen Gemeinde "zwei sehr hübsche Gefäße, eine Kanne und einen Becher" geschenkt habe. 1863 wurde in der Esslinger Synagoge die Stuttgarter Liturgie mit deutschem Gebet, Choralgesang und Harmoniumbegleitung eingeführt.  
    
Bericht von 1863 - die "Stuttgarter Liturgie" wird eingeführt 

Esslingen AZJ 27011863.jpg (31444 Byte)Artikel in "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Januar 1863: "Auch in Esslingen und Ludwigsburg ist die Stuttgarter Liturgie eingeführt worden, die aber in den größeren Gemeinden das Landes noch nicht zur Geltung gekommen ist."   

1889/90 wurde eine umfassende Renovierung des Gebäudes vorgenommen. Unter anderem musste das Dach neu gedeckt werden. Der Betsaal im ersten Stock erhielt eine völlig neue Einrichtung und Bestuhlung. Dabei wurde im Gegensatz zu früher den Kindern aus der Gemeinde und dem Waisenhaus der Platz in der Mitte und nicht mehr am Rande mit je 25 Sitzgelegenheiten für Mädchen und Knaben zugewiesen. Für die Erwachsenen wurden jeweils 30 Platze für Männer und Frauen geschaffen. Eine große Spendenaktion in der Gemeinde ermöglichte die Neuanschaffung des Schmucks der Torarollen und anderer Gegenstände.  
      
 
Betsaal im Waisenhaus "Wilhelmspflege" 
       
In dem 1913 fertig gestellten Neubau des Israelitischen Waisenhauses Wilhelmspflege in der Mülbergerstraße 146 stand für die Andachten, Gottesdienste und Feiern ein würdig eingerichteter Betsaal zur Verfügung. In ihm befanden sich ein Toraschrein mit drei Tora-Rollen und vom Vorbeterpult bis zum Ewigen Licht alle in einer Synagoge gebräuchlichen Einrichtungsgegenstände. Jungen und Mädchen saßen auf Bänken voneinander getrennt. Für die musikalische Gestaltung der Andachten und Gottesdienste war ein Harmonium vorhanden. An den Wänden hingen große vierspaltige Pergamenttafeln in Ebenholzrahmen, auf denen die Namen aller, die für die Erhaltung des Hauses gespendet hatten, verzeichnet waren. Gleichfalls fanden sich auf einer weiteren Tafel die Namen der Spender, für die zur "Jahrzeit" das Trauergebet gesprochen wurde. 
  
  
Zerstörungen beim Novemberpogrom 1938   
  
Beim Novemberpogrom 1938 fand am Mittag des 10. November 1938 eine von der NSDAP Esslingen initiierte Kundgebung "gegen die Juden" statt. Ein Großteil der mehreren hundert Kundgebungsteilnehmer ist im Anschluss an die Versammlung vom Marktplatz zur Synagoge im Heppächer und zum jüdischen Waisenhaus oberhalb der Burg gezogen, um beide Gebäude aufs schlimmste zu demolieren, zu plündern und zahlreiche Einrichtungsgegenstände sowie Bücher, Dokumente, Kultgegenstände u.a.m. zu verbrennen. Schreckliche Szenen spielten sich vor allem beim Waisenhaus ab, wo die anwesenden Kinder bedroht und ihre Lehrer teilweise bewusstlos geschlagen wurden. Beendet wurden die Aktionen auf Grund des Auftretens des Kreisleiters Eugen Hund, der sich gegenüber der Demolierung der Synagoge und des Waisenhauses ablehnend verhielt. Er wurde beim Synagogenprozess vor dem Landgericht Stuttgart 1951 auf Grund seines Verhaltens bei diesen Ereignissen freigesprochen. 
     
Nach Kriegsende (1945) konfiszierte amerikanisches Militär das Synagogengebäude im Heppächer, das seit 1941 als Heim der Hitlerjugend gedient hatte, und richtete darin von Juli 1945 bis April 1946 erneut eine Synagoge ein. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude insbesondere zu Wohnzwecken und als Kindertagesstätte genutzt. 1949 bis 1986 war es Haus des Kreisjugendringes Esslingen beziehungsweise "Jugendhaus Stadtmitte". Seitdem befindet sich eine private Galerie ("Galerie im Heppächer") in diesem Gebäude. Mehrere Gedenk- und Hinweistafeln sind angebracht.  
      


Fotos 
Erinnerung an die mittelalterliche Synagoge 

Esslingen Machsor 01.jpg (42389 Byte) In dem um 1290 geschriebenen "Esslinger Machsor" findet sich zu 
einem Gebetstext zum ersten Tag des Passahfestes die Zeichnung 
eines Gebäudes, das eine mittelalterliche Synagoge zeigen könnte 


Die Synagoge im Heppächer 1819-1938
Historisches Foto und Pläne: 
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932 S. 73) 

Esslingen Synagoge 001.jpg (88025 Byte)

Esslingen Betsaal 02.jpg (51588 Byte) Esslingen Betsaal 01.jpg (85114 Byte)
Das jüdische Gemeindezentrum 
in Esslingen 1819-1938 mit der 
Synagoge (Betsaal) im 1. Stock
Plan des Betsaales im 1. Stock 
nach dem Umbau 1889
Schreinerzeichnung im Blick auf 
die Restaurierung des Betsaales 1889 
mit Blick auf Toraschrein, 
Vorsteherpult und Leuchter.
  


Fotos nach 1945/Gegenwart: 

Fotos Dezember 1983:
Die ehemalige Synagoge dient als Jugendhaus Stadtmitte 
Esslingen Synagoge 100.jpg (65686 Byte) Esslingen Synagoge 101.jpg (71053 Byte)
   Blick von der Straße 
Im Heppächer 
Von der Zeit des Gebäudes als Synagoge ist
 noch die Eingangstür von 1889 erhalten.
     
Esslingen Synagoge 103.jpg (75936 Byte) Esslingen Synagoge 102.jpg (41332 Byte) Esslingen Synagoge 104.jpg (57766 Byte)
Die hölzerne Gedenktafel ist bereits 1945 oder wenig später angebracht worden "Disco" in der 
ehemaligen Synagoge
Tafeln 
am Eingang
     
     
Fotos Sommer 2003:
(Fotos: Hahn; Aufnahmedatum 12.8.2003)  
  
Esslingen Synagoge 151.jpg (54547 Byte) Esslingen Synagoge 150.jpg (52245 Byte) Esslingen Synagoge 154.jpg (34912 Byte)
Blick von der Straße 
Im Heppächer  
Seitenansicht 
des Gebäudes
Die hölzerne Gedenktafel wurde 
2003 rot angestrichen 
     
Esslingen Synagoge 152.jpg (52000 Byte) Esslingen Synagoge 153.jpg (50686 Byte) Esslingen Synagoge 155.jpg (24690 Byte)
Blick zum Giebel. Im ersten 
Stock war der Betsaal  
Eingangsbereich  Hinweistafeln 
      
     
Fotos im November 2003: 
Aufnahmedatum 11.11.2003  
Esslingen Synagoge 190.jpg (32252 Byte) Esslingen Synagoge 191.jpg (30191 Byte)
  Im ehemaligen Betsaal im 1. Stock, an den keine Spuren mehr erinnern. 

  
Die Betsäle im Waisenhaus "Wilhelmspflege"

Esslingen Altes Waisenhaus 01.jpg (58047 Byte) Esslingen Neues Waisenhaus 01.jpg (73915 Byte) Esslingen Waisenhaus Plan.jpg (61011 Byte)
Im Alten Waisenhaus in der Entengrabenstraße
 befand sich seit dem Umbau 1880/81 ein 
separater Betsaal, der teilweise auch von der
 Stadtgemeinde genutzt wurde
Im neuen Waisenhaus oberhalb der Burg
 (fertiggestellt 1913) befand sich gleichfalls 
ein Betsaal, der 1938 verwüstet wurde 
Plan des neuen Waisenhauses -
 Erdgeschoss - mit Eintragung 
des Betraumes 
        
     
Das ehemalige alte Waisenhaus - neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.9.2003)
Esslingen Waisenhaus 253.jpg (68970 Byte)
      Hinweistafel
     
Esslingen Waisenhaus 250.jpg (55338 Byte) Esslingen Waisenhaus 251.jpg (55462 Byte) Esslingen Waisenhaus 252.jpg (43088 Byte)
Blick von der 
Entengrabenstraße 
Blick auf das ehemalige alte Waisenhaus von Süden/Südosten; auf der 
großen Terrasse des Anbaus stand einst zum Laubhüttenfest die 
Sukka (Laubhütte) der Waisenhausbewohner
   
   
Das ehemalige neue Waisenhaus (Theodor-Rothschild-Haus) - neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 11.11.2003)
Esslingen Waisenhaus n186.jpg (88283 Byte)
    Hinweistafel
     
Esslingen Waisenhaus n182.jpg (63288 Byte) Esslingen Waisenhaus n183.jpg (40684 Byte) Esslingen Waisenhaus n180.jpg (74205 Byte)
Blick von der Esslinger Burg 
zum ehemaligen Waisenhaus
Hinweistafel auf die (jüdischen) Architekten 
aus Stuttgart: Oskar Bloch und 
Ernst Guggenheimer
Erinnerungstafel an die Hausmutter
 Wilhelmine (Ina) Rothschild
 geb. Herzfeld
   
     
Esslingen Waisenhaus n184.jpg (47501 Byte) Esslingen Waisenhaus n187.jpg (62679 Byte) Esslingen Waisenhaus n185.jpg (44702 Byte)
Blick von der Gartenseite auf die Südseite - 
der Vorbau markiert den Speisesaal
Blick von der Ostseite - der Vorbau (hinter dem
 Container) markiert den Standort des Betsaales
Früherer Haupteingang 
zum Waisenhaus
     
   Esslingen Waisenhaus n181.jpg (60691 Byte)   
   Symbol des sich aufopfernden Pelikans 
über dem Haupteingang
  

    
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einige Mitteilungen und Berichte       

rechts: Programm: Veranstaltungen in Esslingen zum Gedenken "70 Jahre 9. November 1938" im Jahr 2008 Esslingen Nov2008 011.jpg (54602 Byte) Esslingen Nov2008 010.jpg (87589 Byte)
        

Das aktuelle Programm des Vereins "Freunde jüdischer Kultur Esslingen e.V. über die Website des Vereins 

   
   
Weitere Berichte 

November 2010: Wird die ehemalige Synagoge von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs übernommen? 
Artikel von Karen Schnebeck in den "Stuttgarter Nachrichten" vom 24. November 2010 (Artikel): "Zeit der Kunst im Heppächer ist abgelaufen.
Die Galerie schließt. Jetzt interessiert sich die Israelitische Religionsgemeinschaft für die Alte Synagoge
.   
Am vergangenen Sonntag hat die Esslinger Galerie im Heppächer zum letzten Mal eine Vernissage veranstaltet. Noch bis zum 19. Dezember sind dort Werke der Malerin Elly Weiblen und des Skulpteurs Armin Göhringer zu sehen, dann kommt mit der Finissage zugleich das Ende der Galerie. Dabei hatte es in den vergangenen Monaten noch als sicher gegolten, dass es auch in den kommenden Jahren moderne Kunst in der ehemaligen Synagoge geben wird. Stattdessen zeichnet sich nun eine völlig andere Nutzung ab: Die Israelitische Religionsgemeinschaft hat Interesse an dem Gebäude angemeldet. 
Den Galeristen Susanne Lüdtke und Roland Bachofer war die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren zwar zu groß geworden, ihre Liebe zur Kunst und zu dem Fachwerkgebäude mit der wechselvollen Geschichte haben sie trotzdem nicht verloren. Deswegen hatten sie versucht, Mitstreiter zu finden und einen Verein zu gründen. Dieser sollte die Galerie künftig mit einem neuen Konzept betreiben. Lüdtke und Bachofer wollten als engagierte Vereinsmitglieder an Bord bleiben. 
"Der Gedanke war einfach, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen", berichtet Lüdtke. Bei Podiumsdiskussionen zur Zukunft der Galerie war das Interesse noch groß. Doch als es darum gegangen sei, die Arbeit zu verteilen, seien viele plötzlich abgesprungen, berichtet Bachofer. Kein Wunder, schließlich bestand die Arbeit der Galeristen im Heppächer nicht nur aus dem Organisieren von Ausstellungen, sondern auch aus wenig prestigeträchtigen Tätigkeiten wie Kloputzen oder regelmäßigem Wände weißeln. 
Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch offen. "Die Begehrlichkeiten sind natürlich groß, wenn ein solches Haus aufgegeben wird", sagt Susanne Lüdtke. Die Stadt als Besitzerin hat sich zunächst eine Denkpause verordnet, denn die Israelitische Religionsgemeinschaft (IRG) in Stuttgart hat "ein vorsichtiges Interesse" an dem Gebäude bekundet, wie die Vorstandssprecherin Barbara Traub bestätigt. 
Vorgestern Abend hat die Stadtverwaltung die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in einer nichtöffentlichen Sitzung über den Stand in Sachen Heppächer informiert. Die Gemeinderäte haben dabei dem Vorschlag zugestimmt, das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert der IRG kostenlos zu überlassen, falls diese das wünscht. Schließlich, so die Argumentation des Esslinger Rathauses, sei das Gebäude bis 1938 als Synagoge genutzt worden. Die Nazis hatten es den Juden entrissen und als Treff für die Hitlerjugend genutzt. 
Mit dem Angebot verknüpft die Stadt freilich eine Bedingung. "Die IRG dürfte es ausschließlich für religiöse oder kulturelle Zwecke nutzen", sagt der Pressesprecher der Stadt Roland Karpentier. Dass es für eine neue Synagoge genug Bedarf gibt, bezweifelt niemand. Allein in Esslingen leben heute rund 200 Juden. Ob sich die IRG tatsächlich auf das Angebot einlässt, steht in den Sternen - denn wer immer das Gebäude künftig besitzt, muss zunächst einmal kräftig investieren. "In vielen Räumen kann überhaupt nicht geheizt werden", sagt Lüdtke dazu. Den Gedanken, dass der Kunst bald die Religion folgen könnte, den finde sie freilich "ganz wunderbar"."
  
Artikel von Dagmar Weinberg in der "Esslinger Zeitung" vom 27. November 2010 (Artikel): "Synagoge könnte zum Gemeindezentrum werden 
ESSLINGEN: Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg meldet Interesse am Gebäude Im Heppächer 3 an 

Die Esslinger jüdischen Glaubens könnten bald einen eigenen Bet- und Versammlungsraum bekommen. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) hat Interesse an der früheren Synagoge bekundet. Da die Galerie 'Kunst im Heppächer' zum Jahresende den Betrieb einstellt, steht das denkmalgeschützte Gebäude, das seit 1949 im Besitz der Stadt Esslingen ist, wieder zur Verfügung. 
Bis zum 19. Dezember sind in dem imposanten Fachwerkhaus Im Heppächer 3 noch die Werke des Skulpteurs Armin Göhringer und der Malerin Elly Weiblen zu sehen. Mit der Finissage endet dann auch die mehr als 20-jährige Ära der von Otto Rothfuß und Margarete Rebmann gegründeten Galerie. Ihre Nachfolger Susanne Lüdtke und Roland Bachhofer können die Arbeit nicht mehr alleine stemmen und haben zum Jahresende den Mietvertrag gekündigt (die EZ berichtete). Nachdem der Entschluss der Galeristen bekannt geworden war, beschäftigte man sich nicht nur im Esslinger Rathaus mit der Frage, wie es in der früheren Synagoge Im Heppächer weitergehen soll. Anfang des Monats meldete sich der Vorstand der IRGW bei der Stadtverwaltung und bat darum, über die künftige Entwicklung auf dem Laufenden gehalten zu werden. Denn aus Sicht der Israelitischen Religionsgemeinschaft käme, so teilt die Stadt Esslingen jetzt mit, 'auch eine Nutzung als Bet- und Versammlungsraum' für die Esslinger Gemeindemitglieder in Frage. Nach ersten Schätzungen leben zurzeit 200 bis 300 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in der Stadt. 
Große Investitionen nötig. Oberbürgermeister Jürgen Zieger bekundete, dass er dem Wunsch der Israelitischen Religionsgemeinschaft entsprechen möchte. Schließlich fühlt sich die Stadt an das Ergebnis eines Schlichtungsverfahrens aus dem Jahr 1949 mit der Jewish Restitution Successor Organization in New York gebunden. Damals ging es um die Frage, wie viel die Stadt für den Kauf der Synagoge samt Garten sowie die beiden jüdischen Friedhöfe bezahlen soll. In dem Schlichtungsvergleich einigte man sich nicht nur auf eine Kaufsumme von 35 000 D-Mark. Das Amtsgericht Stuttgart hielt fest: 'Falls sich in Esslingen eine jüdische Gemeinde bilden sollte, wird die Stadtgemeinde Esslingen ihr Möglichstes tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung der Gottesdienste nachzuweisen.' 
An die mietfreie Übergabe des Hauses, das die IRGW für kulturelle, kultische und soziale Zwecke nutzen möchte, knüpft die Stadt allerdings die Bedingung, dass ihr 'durch Renovierung, Sanierung oder Betrieb des Gebäudes' keine Folgekosten entstehen dürfen. Das könnte am Ende zum Knackpunkt werden. Bevor das historische Gebäude wieder genutzt werden kann, muss erst einmal kräftig investiert werden - vor allem in die marode Heizung. 
'Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung'. Als Zunfthaus der Schneider wird das Gebäude Im Heppächer 3 erstmals 1463 erwähnt. 1819 kauft die jüdische Gemeinde das Fachwerkhaus, baut es um und verschuldet sich auf Jahre hinaus. 70 Jahre später renoviert die jüdische Gemeinde das Haus. Am 10. November 1938 wird das Innere der Esslinger Synagoge von den Nationalsozialisten zerstört, Kultgegenstände werden verbrannt. Im März 1940 muss die Jüdische Kultusvereinigung Württemberg die Synagoge samt Garten weit unter Wert an die Stadt verkaufen. Das Haus wird zum BDM-Heim umgebaut. Im Mai 1945 konfiszieren die amerikanischen Streitkräfte die ehemalige Synagoge und übereignen sie an die Jewish Restitution Successor Organization. Die bietet es der Stadt Esslingen zum Kauf an. In einem Schlichtungsverfahren einigt man sich 1949 auf einen Kaufpreis von 35 000 D-Mark. 
In den folgenden Jahren wird die einstige Synagoge unter anderem als Versammlungsstätte von Adventisten, Kinderhort, Arbeitsstätte des Kreisjugendausschusses (ab 1955 Kreisjugendring) sowie bis 1987 als Jugendhaus Stadtmitte genutzt. Unter Bezug auf seine Geschichte als Zunfthaus und Synagoge wird das Gebäude Im Heppächer 1986 als 'Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung' ins Denkmalbuch eingetragen. Im Februar 1987 wird auf die alte Synagoge ein Brandanschlag verübt." 
   
Artikel von Ulrich Stolte in der "Stuttgarter Zeitung" vom 3. Dezember 2010 (Artikel): "Synagoge in Erbpacht
Esslingen.
Die Verwaltung hat intern die Bedingungen für eine Übergabe formuliert. 
Die Stadt Esslingen hat offenbar die Bedingungen erklärt, unter denen sie bereit ist, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg die alte Esslinger Synagoge zu überlassen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, plant Esslingen, das mittelalterliche Fachwerkhaus der jüdischen Gemeinschaft in Erbpacht zu überlassen. Das heißt, nach 99 Jahren würde es wieder an die Stadt zurückfallen. Bis dahin würde es der Israelitischen Religionsgemeinschaft gehören, die im Gegenzug für die Heizung aufkommen müsste, die anscheinend in einem desolaten Zustand ist. Wie weiter zu erfahren war, überlegt sich die Israelitische Religionsgemeinschaft jetzt einen Finanzierungsplan für die Sanierung. 
Die Stadt tritt auch einem offenen Brief des Theologen Thomas Schild an den Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger entgegen. Darin heißt es, wenn die Stadt das Gebäude der jüdischen Gemeinschaft in einem derart desolaten Zustand übergebe, würde sie die Beziehungen der Stadt zu ihren Bürgern jüdischen Glaubens belasten. Das Haus sei im Jahr 1949 rechtmäßig erworben worden, sagt dazu ein Sprecher der Stadt, und die Übergabe in Erbpacht sei ein großes finanzielles Geschenk. 
Bisher war das Fachwerkhaus als Galerie genutzt worden, doch hatte die Galeristin Susanne Lüdtke das Handtuch geworfen. Nach dem Kriegsende hatten die amerikanischen Streitmächte das Gebäude konfisziert und darin von Juli 1945 bis April 1946 eine Synagoge eingerichtet. 1949 bot die als Besitzer eingesetzte Jewish Restitution Successor Organisation der Stadt das Gebäude zum Kauf an. Esslingen zahlte damals 35 000 Mark für das Gebäude, den dazugehörigen Garten und die beiden jüdischen Friedhöfe und erklärte sich bereit: "Falls sich in Esslingen eine jüdische Gemeinde bilden sollte, wird die Stadtgemeinschaft Esslingen ihr Möglichstes tun, um ihr einen Raum zur Abhaltung der Gottesdienste nachzuweisen." uls" 
  
Februar 2011: Weitere "Stolpersteine" werden in Esslingen verlegt  
Artikel von Kai Holoch in der "Filder-Zeitung" vom 12. Februar 2011 (Artikel): "Mehr Stolpersteine gegen das Vergessen
Esslingen. Im Oktober wird der Künstler Gunter Demnig neue Gedenktafeln für NS-Opfer ins Trottoir einlassen.   
Rika Lauchheimers Spur verläuft sich im Ghetto von Riga. Einst wohnte die Tochter eines Viehhändlers in der Landolinstraße 8a. Edith Stern aus der Martinstraße 44/1 wurde in die Heilanstalt Sayn bei Koblenz verschleppt und dort 1940 im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazidiktatur ermordet. Ihre Eltern, der Geschäftsmann Heinrich Stern und seine Frau Auguste, sind in Ghettos in Osteuropa verschollen. 
Um an das Schicksal der Esslinger Mitbürger im Dritten Reich zu erinnern, die von den Nationalsozialisten vertrieben und ermordet worden sind, wird der Kölner Bildhauer Gunter Demnig im Oktober auf Einladung des Vereins Denk-Zeichen zum zweiten Mal in die ehemalige Freie Reichsstadt kommen. Seit 1992 arbeitet der Künstler an seinem Stolperstein-Projekt. Dabei gedenkt er der Opfer des Nationalsozialismus, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing, seine "Stolpersteine", im Trottoir einlässt. Mittlerweile hat Demnig weit mehr als 20 000 Gedenktafeln in mehr als 500 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlegt. 
2008 ist Demnig zum ersten Mal nach Esslingen gekommen. Damals hat er 15 Stolpersteine eingelassen. Jetzt hat der Verein Denk-Zeichen eine weitere Liste mit 13 Mitbürgern zusammengestellt, die Opfer des Regimes geworden sind. Mit einem Stolperstein geehrt werden soll dieses Mal auch der russische Zwangsarbeiter Nazar Lazarenko, der im Lager "Schwertmühle" in der Fritz-Müller-Straße arbeiten musste, ehe er in Esslingen erhängt wurde. Ziel des Vereins Denk-Zeichen ist es, Anstöße zur Aufarbeitung der lokalen Geschichte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, zu geben. Dabei ist die Deportation und Ermordung der jüdischen Mitbürger, vor allem der Bewohnerinnen und Bewohner des Israelitischen Waisenhauses, nur ein Aspekt. Denk-Zeichen will nämlich auch die Erinnerung an jene Fremdarbeiterinnen und Fremdarbeiter wach halten, die in Esslingen durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben gekommen sind. 
Im Kulturausschuss begrüßten die Sprecher aller Parteien die Fortsetzung des Stolpersteinprojekts. Besonders lobenswert fand das Gremium, dass auch das Esslinger Georgii-Gymnasium bereits im April in Eigenregie zwei weitere Stolpersteine verlegen will, um an ermordete ehemalige Mitschülerinnen zu erinnern. Allerdings wurde aus dem Gremium auch der Wunsch laut, die Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) solle in seinen Broschüren zu den schon bisher angebotenen Stolperstein-Führungen das Thema konkreter benennen. EST-Chef Michael Metzler sagte zu, die Werbebroschüren zu überarbeiten."    
   
November 2011: Weitere "Stolpersteine" werden verlegt      
Artikel von Thomas Schorradt in der "Filder-Zeitung" vom 25. November 2011: "Stolpern über ein Schülerschicksal. 
Esslingen.
Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat gestern 18 Gedenksteine für die Opfer nationalsozialistischer Willkürherrschaft in der Stadt verlegt. Zwei davon erinnern an Boris Ledermann, der am Georgii-Gymnasium zur Schule gegangen war..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei     
 
Esslingen Starapolski Sto 010a.jpg (111832 Byte)Zur oben berichteten Verlegung von "Stolpersteinen" in Esslingen am 24. November 2011 links der "Stolperstein" für den langjährigen Kantor und Lehrer der jüdischen Gemeinde Josef Leon Staropolski (Foto von Hermann Hägele). 
Dazu: Kurzbiografie mit Fotos: Josef Leon Staropolski - EIn Leben im Dienste der Jüdischen Gemeinde (pdf-Datei) 
Kurzbiografie mit Fotos: Boris Ledermann (pdf-Datei)     
   
Januar 2012: Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag  
Der Holocaust-Gedenktag wird seit vielen Jahren jährlich in Esslingen begangen (vgl. eine Seite zu Veranstaltungen 2001 bis 2003). 
Zur Veranstaltung 2012 war der langjährige Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs - Meinhard Tenné - als Zeitzeuge und Hauptredner eingeladen. Thema des Abends war: "Trotz allem: Brückenbauer! Meinhard Tenné - ein jüdischer Zeitzeuge berichtet". 
  

Zum Referenten: Am Tag der Reichspogromnacht im November 1938 war die Familie Tenné in Berlin vor den Übergriffen der Nazis gewarnt worden. Dem Vater gelang mit seinem fünfzehnjährigen Sohn Meinhard die Flucht in die Schweiz. Mutter und Schwester zogen zuerst zu den Großeltern, gelangen dann nach Amsterdam und wurden 1942 über Bergen-Belsen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ebenso erging es vielen Freunden und Familienangehörigen. Als junger Mann wanderte Meinhard Tenné 1948 nach Israel aus, wurde dort Soldat und kam Jahre später als Vertreter des israelitischen Tourismusministeriums in die Schweiz und 1966 nach Deutschland zurück und lebt seit 1970 in Stuttgart. Heute sagt der ehemalige Sprecher der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs und Mitinitiator und Ehrenvorstandsmitglied vom 'Haus Abraham' (früher Denkendorf, jetzt Stuttgart): 'Da keiner etwas dafür kann, wo er geboren wurde, wie er aussieht, welche Religion und Nationalität er hat und in welche Gesellschaftsschicht er hinein geboren wurde, sollten wir uns gegenseitig verstehen lernen und auch lernen, uns so wie wir sind zu akzeptieren - im Bewusstsein - dass wir alle Geschöpfe des EINEN sind.' So gilt das Bestreben von Meinhard Tenné, das Miteinander und die Gemeinschaft zwischen Religionen und kulturellen Gruppen zu fördern, und den Dialog gegen alle Widerstände zum Normalfall werden zu lassen. Aus diesem Grunde wurde er Mitstifter des 'Stuttgarter Lehrhauses - Stiftung für interreligiösen Dialog'.     
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Grußwort von 
OB Dr. Zieger
Zahlreiche Zuhörerschaft 
im Alten Rathaus 
Musikalische Umrahmung: Schulorchester des
 Georgii-Gymnasiums 
Unter den Zuhörern:
 Landtagsvizepräsident W.
 Drexler und MdB Karin Roth
Meinhard Tenné
bei seiner Ansprache 
  Fotos: Hahn        

    

    

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Esslingen 
Esslingen Synagoge 130.jpg (23675 Byte) KUNST im heppächer: logo links oder hier anklicken (die Galerie hat mit Ablauf des Jahres 2010 ihren Betrieb eingestellt) 
Übersicht über die in den "Central Archives for the History of the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der jüdischen Gemeinde Esslingen: pdf-Datei hier anklicken

Literatur:

Esslingen BKoe 01.jpg (21550 Byte)Eberhard Kögel: Habt ihr scho gedeild? Erinnerungen an den jüdischen Viehhandel in Esslingen. Hg. von Denk-Zeichen e.V. Esslingen. Verlag Medien und Dialog Haigerloch 2006. 
  
Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 73-78.
Germania Judaica III,1 S. 334ff.
Joachim Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen. Geschichte, Quellen und Dokumentation. (Esslinger Studien. Schriftenreihe Band 14). Sigmaringen 1994 (mit weiterer bis dahin erschienener Literatur).
"Tröstet Euch, uns geht es gut". Theodor Rothschild. Ein jüdischer Pädagoge zwischen Achtung und Ächtung. (Hg. Kulturreferat der Stadt Esslingen und Stadtmuseum Esslingen). Plochingen 1998.
Thomas Schild: Jüdisches Esslingen. Einladung zu einem Rundgang. Verlag Medien und Dialog Haigerloch 2003. 
dazu Artikel in der Esslinger Zeitung vom 2.9.2003 mit Foto (jeweils anklicken) 

  
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Esslingen  Wuerttemberg. Jews settled in the early 13th century and within 50 years constituted perhaps the largest Jewish community in Wuerttemberg. Most were burned alive in the synagogue during the Black Death persecutions of 1348-49 and few Jews lived there until the community was reestablished in 1806 under the protection of King Frederick. A synagogue was built in 1817 and a Jewish school opened in 1828. The Jews never constituted more than 1 % of the general population, with a peak of 166 in 1880. They were active in the town's important glove industry and for the most part belonged to the middle class. The persecution of the Nazi era led most of Esslingen's Jews (142 in 1933) to emigrate, mainly to the United States, England and Palestine. The community was best known for the Jewish orphanage operating there with its educational facilities from 1842. Its importance grew in the Nazi era, as it also served as a training center for young people preparing to emigrate and as a teacher's seminar. Of the 78 children under its care in 1938, ten are known to habe been deported to Auschwitz in August 1942.  
  

    

                   
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Stand: 02. Februar 2012