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Jüdische Geschichte / Synagoge
Bitte besuchen Sie auch die Website des
Jüdischen Museums Nidda e.V. (Zimmermann Strauss Museum)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Nidda lebten
Juden bereits im Mittelalter. Ob es zur Bildung eines jüdischen Gemeinde
mit eigenen Einrichtungen gekommen ist, ist unbekannt. Erstmals werden Juden in
der Stadt in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts genannt. 1277 wurde die
Judensteuer der in Nidda, Assenheim und Münzenberg lebenden Juden von Rudolf
von Habsburg an Ulrich von Hanau übertragen, von diesem 1278 an die Grafen von
Falkenstein. Auch 1300 und 1303 werden Juden in der Stadt genannt. Bei der Judenverfolgung
in der Pestzeit 1348/49 waren möglicherweise auch Juden aus Nidda unter den
Opfern. Den Grafen von Hanau stand die Judensteuer auch nach Urkunden von 1401,
1404, 1414, 1442, 1456, 1468, 1492, 1521 und 1529 zu. Aus den Urkunden geht
jedoch nicht hervor, wie viele jüdische Personen/Familien damals in der Stadt
lebten. Es könnte auch sein dass die jeweilige Verpfändung der Judensteuer nur
theoretisch formuliert wurde, ohne dass jeweils jüdische Personen in der Stadt
lebten. 1509 wird erstmals namentlich ein Itzing Jud von Nidd genannt.
Erst aus dem 17. Jahrhundert gibt es weitere namentliche Nennungen von
Juden in der Stadt: 1622 werden als jüdische Hausbesitzer Jeckel, Joseph und
Schmuel genannt. 1660 wurde durch den Landgrafen die Missionierung der Juden
angeordnet. Mehrfach wird Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts ein Jud
David genannt. Um 1800 werden die Familien des Jacob Emanuel, Abraham und Löw
Hirsch sowie Ascher David genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
folgt: 1828 40 jüdische Einwohner (2,3 % von insgesamt 1.700 Einwohnern),
1861 77 (4,3 % von 1.823), 1880 77 (4,3 % von 1.782), 1900 95 (4,9 % von
1.950), 1910 96 (4,5 % von 2.130). In Geiss-Nidda lebten 1830 14 jüdische
Personen, 1905 20. Die meisten der jüdischen Haushaltsvorstände waren als
Viehhändler oder Kaufleute tätig, doch gab es auch Handwerker (Schneider, Bäcker,
Metzger, Uhrmacher, Schlosser) sowie einen Gastwirt.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule,
ein rituelles Bad und einen Friedhof (beziehungsweise mehrere Friedhöfe in
unterschiedlichen Zeiten). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war. Die
jüdische Gemeinde gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Gießen. Im
Blick auf die Schulverhältnisse zählte die jüdische Gemeinde Nidda 1896 19
schulpflichtige Kinder. Seit 1912 war Nidda mit Geiss-Nidda und Niedermockstadt
zu einem Lehrerband zusammengeschlossen.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Hugo Leopold (geb.
19.4.1893 in Nidda, gef. 8.3.1916) und Unteroffizier Moritz Levi (geb. 22.3.1890
in Nidda, gef. 19.7.1917). Aus Geiss-Nidda fiel Adolf Stern (geb. 28.2.1887 in
Geiss-Nidda, gef. 28.8.1914). Außerdem fiel San.Sgt. Hermann Grünebaum (geb.
7.6.1880 in Nidda, vor 1914 in Saarburg Kreis Trier wohnhaft, gef. 12.6.1918).
Um 1924, als noch 60 jüdische Einwohner gezählt wurden (2,5 % von
insgesamt 2.350 Einwohnern, dazu 16 in Geiss-Nidda), waren die Vorsteher
der Gemeinde Theodor Levi, Jacob Wallenstein und Emanuel Eckstein. Als Lehrer
und Schochet in der Gemeinde war der Lehrer Abraham Kaufmann aus Schotten
in Nidda tätig. Er unterrichtete damals fünf schulpflichtige jüdische Kinder
aus Nidda in Religion. An jüdischen Vereinen bestand vor allem der Israelitische
Wohltätigkeitsverein (1924 unter Leitung von Emanuel Eckstein, 1932 unter
Leitung von Max Strauß: Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger
und Durchreisender). 1932 war die Gemeindevorsteher Emanuel Eckstein (1.
Vors.), Ludwig Stein (2. Vors.) und Karl Stern (3. Vors.). Im Schuljahr 1931/32
waren zehn jüdische Schulkinder in Religion zu unterrichten.
1933 lebten wie 1925 noch 60 jüdische Personen in der Stadt, dazu 19 in
Geiss-Nidda. In den folgenden Jahren ist der Großteil der jüdischen
Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der in der Stadt
besonders heftigen Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (u.a. 10
in die USA, 4 nach Palästina, eine Person nach Holland).
Antijüdische Maßnahmen in Nidda (1935)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1935: "Gießen.
Wie der Landespressedienst des ‚Deutschen Nachrichtenbüros’ meldet,
hat der Gemeinderat von Nidda in seiner letzten Sitzung folgenden
Beschluss gefasst: ‚In der Folge werden nur noch diejenigen
Handwerker, Fuhrleute, Geschäftsleute usw. mit Lieferungen und Arbeiten
für die Stadt berücksichtigt, die der Bürgermeisterei gegenüber eine
eidesstattliche Erklärung abgeben, dass sie und ihre Familienangehörigen
mit nichtarischen Personen keine Geschäfte tätigen." |
Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Haus
des letzten Gemeindevorstehers Emanuel Eckstein verwüstet. Die gesamte
Einrichtung wurde auf die Straße geworfen und geplündert. Auch das Haus der
Familie Rollhaus in Geiss-Nidda wurde verwüstet. Beide Familien verließen
Nidda und flüchteten nach Frankfurt. Emanuel Eckstein kehrte am 19. Oktober 1939
noch einmal nach Nidda zurück. Von dem Lehrer Fritz Geiger angestiftet, hetzten
50-60 Schulkinder den 66 Jahre alten Mann zu Tode, indem sie ihn mit
Steinwürfen durch die Bahnhofstraße trieben. Eckstein starb im Bahnhof an
Herzversagen, nachdem man ihm auch noch ein Glas Wasser verweigert hatte, um das
er gebeten hatte. Seine Frau Sita, die Tochter Berta, der Schwiegersohn Josef
Kugelmann und das Enkelkind Sigrid wurden nach den Deportationen ermordet.
Von den in Nidda und Geiss-Nidda geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", Ergänzungen auf Grund der Recherchen von Wolfgang
G. Stingl, Nekrologium): Berta
Arenstein geb. Stern (1880), Minna Beifus geb. Stern (1879, Geiss-Nidda), Josefine
Berold geb. Raudnitz (1890, Nidda), Emanuel Eckstein (1873), Sitta Eckstein geb. Katz (1875), Gidda Freudenthal geb. Heilbronn (1875 Geiss-Nidda),
Dina Hamburger geb. Wallenstein (1900, Nidda), Hugo Hamburger (1895), Klara
Hirsch geb. Stock (1887), Johanna Katz geb. Leopold (1886), Sally Katz (1887), Erna Rosa Katzenstein geb. Meyer (1899,
Geiss-Nidda), Pauline Kaufmann geb.
Leopold (1883), Siegfried Kaufmann (1876), Bertha Kugelmann geb. Eckstein
(1903), Josef Kugelmann (1896), Siegmund Kugelmann (1931), Sigrid Kugelmann (1931), Arthur
Leopold (1886), Dora Leopold geb. Sichel (1886), Erich Leopold
(1895), Karoline Leopold (1889), Rosa Bella Leopold (1888), Jeanette Löb geb. Freund (1859),
Jenny Mayer geb. Rollhaus (1883, Geiß-Nidda), Manfred Mayer (1923, Geiss-Nidda),
Sophie Philipp
geb. Meyer (1892, Geiss-Nidda), Mathilde Rosenbaum geb. Meyer (1886, Geiss-Nidda),
Ida Schiff (1868), Hedwig Schott geb. Leopold (1894), Bertha Sichel geb. Leopold
(1887), Frieda Lotte Sichel (1918), Ilse Bella Sichel (1920), Nathan Sichel
(1885), Johanna Simon geb. Meyer (1887 Geiss-Nidda), Emma Schwarzhaupt (1868),
Ilse Bela Sichel (1920), Lotte Sichel (1918), Hilda Stein geb. Stern
(1890, Geiss-Nidda), Leopold Stein (1891, Geiss-Nidda), Clementine Stern geb.
Zimmermann (1881), Josef Stern (1885, Geiss-Nidda), Max Stern (1875), Siegfried
Stork (1884), Bertha Wallenstein (1866), Ida
Wallenstein geb. Baumblatt (1872), Rosa
Wallenstein geb. Hecht (1867), Wilhelm Wallenstein (1901), Ida
Weisenbach geb. Rollhaus (1887 Geiss-Nidda).
1986 wurde in der Johanniterturm-Anlage in der Ortsmitte ein Gedenkstein
aufgestellt mit dem Text: "Zur Erinnerung an unsere 91 jüdischen Bürger,
die während der Gewaltherrschaft 1933-1945 vertrieben und ermordet wurden. Die
vom Faschismus verfolgten jüdischen Familien: Eckstein, Katz, Katzenstein,
Kugelmann, Leopold, Levi, Mayer, Naumann, Rollhaus, Salm, Sichel, Sommer, Stein,
Strauss, Wallenstein, Wertheim. Im Gedenken und zur Mahnung: Stadt Nidda."
An den 1939 ermordeten Emanuel Eckstein erinnert unweit des Bahnhofes die Emanuel-Eckstein-Anlage.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers, Vorbeters
und Schochet 1886 / 1887 / 1893 / 1907 / 1911
Anmerkung: es war für die Gemeinde aus unbekannten Gründen
mehrmals sehr schwer, eine geeignete Person für die Stelle zu finden. 1886/87
war unter dem Vorsteher David Leopold fast ein Jahr lang die Stelle
ausgeschrieben; auch 1893 finden sich unter dem Vorsteher Gerson Katz über
mehrere Monate Anzeigen für die zu besetzende Stelle. Bei allen Ausschreibung
findet sich zwischen der und der letzten Ausschreibung eine deutliche
Aufbesserung des angebotenen Lehrergehaltes, vermutlich, um die Stelle
attraktiver zu machen.
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| Anzeigen in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1886 (ausgeschrieben
noch für Nidda-Geißnidda!), 13. September 1886, 11. November 1886 und
27. Januar 1887. Text der Anzeige
vom 11. November 1886: "Die Lehrer- und Vorbeterstelle der hiesigen
israelitischen Religionsgemeinde soll durch einen seminaristisch
gebildeten, ledigen Lehrer per sofort besetzt werden. Gehalt 6-700 Mark,
Nebenverdienst in Aussicht. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer
Zeugnisse baldigst melden. Der Vorstand der israelitischen
Religionsgemeinde Nidda (Oberhessen). David Leopold." In der Ausschreibung
im Januar 1887 werden an Gehalt statt bislang 6-700 Mark nun 6-800 Mark
angeboten. |
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| Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1893: "Die Stelle eines
israelitischen Religionslehrers und Vorbeters ist sofort in hiesiger
Gemeinde zu besetzen. Gehalt beträgt Fixum 700 Mark, Nebenverdienst circa
200-300 Mark. Nur seminaristisch gebildete Bewerber und ledigen Standes
werden berücksichtigt. Gesuche, mit Zeugnissen versehen, sind sofort
einzusenden. Reisekosten erhält nur derjenige, welcher die Stelle
antritt. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Nidda: Gerson
Katz." In der Anzeige vom 11. Dezember 1893 werden Fixum 900 Mark
angeboten. |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1907: "In unserer
Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters am 15.
April zu besetzen. Gehalt Mark 900 nebst kleinem Nebeneinkommen.
Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Einreichung von
Zeugnissen melden. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Nidda
(Hessen). |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1907: "In unserer
Gemeinde ist die Stelle des Religionslehrers und Kantors vakant.
Gehalt 1.000-1.200 Mark nebst Nebeneinkommen. Den seitherigen Lehrern war
es ermöglicht an der Volksschule oder höheren Bürgerschule zu
hospitieren, um zum Staatsexamen zugelassen zu werden. Offerten nebst
Zeugnisabschriften erbitte an den Vorstand der israelitischen Gemeinde Nidda
in Hessen zu richten." |
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Ausschreibung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. Dezember 1911:
"Frankfurt am Main. Vakanzen. - Nidda, Religionslehrer- und Kantor,
1.200 Mark und Nebeneinkommen." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Spendenaufruf für einen Seminaristen in Burgpreppach
(1886)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1886:
"Dringende Bitte!
Der begabte Sohn einer ganz allein stehenden,
unbemittelten Lehrerswitwe hat sich dem israelitischen Lehrerfach
gewidmet, die Vorschule in Burgpreppach seit vorigem Jahre absolviert und
befindet sich derzeit auf einem Seminarium. Die Mutter hat ihre früheren
kleinen Ersparnisse gänzlich dem hoffnungsvollen Sohne geopfert, einige
Wohltäter in Frankfurt am Main und in anderen kleinen Städten haben die
Witwe unterstützt, wodurch die Kosten der Vorschule gedeckt werden
konnten. Zur Fortsetzung des Studiums, welches noch etwa 1 ½ bis 2 Jahre
dauern wird, fehlen aber jetzt alle Mittel. In dieser sehr bedrängten
Lage bittet die schon betagte Mutter edle Menschenfreunde um einige
Unterstützung; die kleinste Gabe wird dankbar entgegen genommen. Chr.
Jost in Nidda.
Die Expedition dieser Blätter ist bereit, Gaben entgegenzunehmen und
weiter zu befördern. Die Expedition des ‚Israelit’." |
Spendenaufruf für Juda Schloß (1876)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1876: "Der
erblindete Juda Schloß in Nidda, der sich noch immer im hilfsbedürftigen Zustande
befindet, bittet uns dringend um weitere Unterstützung. Da der Vorrat von
den früheren eingegangenen Spenden aufgezehrt ist, richten wir an wohltätige
Menschenfreude die ergebene Bitte, uns milde Gaben für den so unglücklichen
Mann zukommen zu lassen. Die Redaktion des ‚Israelit’." |
Berichte zu einzelnen Gemeindegliedern
Goldene Hochzeit des Ehepaares Meyer - gehalten vom jüdischen Lehrer
aus Schotten 1839
Artikel in
den "Israelitischen Annalen" vom 1. März 1839: "Großherzogtum
Hessen. – Eine rührend Feierlichkeit fand am 30. Januar in dem Dorfe
Geisnidda (Kreis Nidda) statt. Die goldene Hochzeit eines stets durch
tugendhaften und friedsamen Wandel geachteten jüdischen paares, - der
Mann, Herr Meyer, zählt 80 und seine Frau 83 Jahre – ward von der
ganzen Bevölkerung des Ortes, ohne Unterschied der Religion, festlich
begangen. Das ganz unbemittelte Paar war von Katholiken, Protestanten und
Israeliten der Umgegend sowohl für den Tag, als auch zur künftigen
Unterstützung, vielfältig beschenkt. Bürgermeister, Beigeordnete und
Rat des Ortes veranstalteten eine solenne Mahlzeit, an welcher die
verschiedenen Konfessionen des Ortes vereint waren. Die Trauung
verrichtete der jüdische Religionslehrer, Meyer Frank aus Botzen*,
nachdem er durch eine kräftige Predigt alle Anwesenden erbaut hatte. –
Diese Feierlichkeit hat einen tiefen Eindruck hinterlassen, und ein
wahrhaft herzerhebendes Beispiel von Eintracht gegeben, womit dieser durch
allgemein herrschende Tätigkeit und Mäßigkeit ohnehin sehr
emporgekommene Ort, noch insbesondere gesegnet ist.
Anmerkung. Wir sind doch hoch gestellte Menschenfreunde ersucht worden,
eine ausführliche Schilderung dieses Festes hier einzurücken, haben dies
aber als unserm Zweck fremd ablehnen müssen. Doch durfte die Sache nicht
ganz unerwähnt bleiben, und wir fügen schließlich hinzu, dass wir uns
freuen würden, wenn es beiläufig dazu dienen könnte, der Mildtätigkeit
einen Wink zu geben, welcher hinreichen möchte, um dem hochbejahrten
Jubelpaare den kurzen Rest der mühseligen Wanderschaft hienieden zu
erleichtern. Beiträge wird gern annehmen und zur zweckmäßigen
Verwendung befördern, die Redaktion der Annalen."
* Dazu Hinweis in "Israelitische Annalen" vom 8. März 1839:
"Berichtigung: Bogen 9 Seite 72 Spalte 2, Zeile 5 von oben statt
Botzen lies Schotten." |
Zum Tod von Löb Katz (1872)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1872: "Nidda, 21. August
(1872). Heute geleiteten wir einen Mann zu Grabe, dessen Andenken stets
ein gesegnetes bleiben wird. Herr Löb Katz, ein talmudisch gebildeter
Mann, weit bekannt ebenso sehr durch seine wahre Religiosität wie durch
seine Wohltätigkeit, ist aus dem Kreise der Seinigen geschieden, um in
ein besseres Jenseits einzugehen. Die rastlose Tätigkeit dieses Mannes
von Jugend an, im Geschäftsleben, wie wenn es galt, Gemeinnütziges zu fördern,
Gutes zu stiften, hatte früh schon seine Körperkraft gebrochen, während
sein Geist frisch und klar blieb bis wenige Monate vor seinem Tode. Schon
vor zwei Jahren hatte eine hartnäckige Krankheit diesen sonst so starken
Mann niedergeworfen und ihn für die Dauer des Gebrauches seiner Glieder
beraubt. Nur die sorgfältigste Pflege, wie die fromme Hingebung des
Verblichenen in seinen Leiden haben ihn so lange erhalten, bis vor einigen
Tagen eine große Schwäche sich seiner bemächtigte, dass er das Bett
nicht mehr verlassen konnte. Die letzten Worte des sanft Dahinscheidenden
waren Worte der Liebe, Versöhnung und des Gebetes. Katz hat ein Alter von
70 Jahren erreicht. Sein ganzes Leben gibt das Bild eines wahren, frommen
Mannes ab. Die Maximen des Judentums hatten so sehr Wurzel in diesem
energischen Manne gefasst, dass nichts imstande war, ihn nur einen Moment
in seinem Glauben wanken zu machen, was Wunder, wenn er für seinen
Glauben eintretend, für ihn kämpfend, im beständigen Kampfe, in edlem
Kampfe mit der Außenwelt lag! Herr Löb Katz war mit irdischen Gütern
reichlich gesegnet, das sollten alle, die mit ihm lebten, wohltätig
empfinden; allein wie oft im Leben das Gute verkannt wird, so wurden auch
die guten Absichten des Verstorbenen, besonders in Angelegenheit der
Gemeinde, in der er lebte, deren Faktotum er zeitlebens war, nicht so gewürdigt,
wie sie es verdient, und nur Undank und Unannehmlichkeiten waren die
Erfolge seiner Mühen. Die allgemeine Trauer, welche sein Ableben wachrief
und das große Leichenbegängnis gaben Zeugnis haben, wie der Verstorbene
allgemein beliebt und geachtet war. Die Kinder des Verstorbenen waren aus
der Ferne auf die Trauerbotschaft herbeigeeilt und ihre Tränen vereint
mit denen der hinterlassenen Witwe und der vielen Freunde, aber besonders
der Armen folgten ihm ins Grab. Möge die Erde ihm leicht werden!" |
Zum Tod von Hannchen Masbacher (1895)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1895: "Aus
Oberhessen.
Wieder ist eine Fromme aus diesem Leben geschieden, wieder hat eine Treue
uns verlassen! Am 30. Januar ist zu Nidda Frau Hannchen Masbacher – sie
ruhe in Frieden – nach längerem, schwerem Leiden in ein besseres
Jenseits abberufen worden. Sie war eine wackere
Frau in des Wortes wahrsten Sinn, welche sich Zeit ihres Lebens –
bis zum letzten Augenblick – eines streng jüdisch-religiösen
Lebenswandels beflissen! Sie hat es verstanden sich im Leben nützlich zu
machen, und Gewissenhaftigkeit und Milde waren die Grundzüge ihres
Wesens. War auch ihr ganzes Leben nichts als hingebende Pflichterfüllung,
so wollen wir heute dennoch keine Schilderung der hohen Tugenden und edlen
Eigenschaften der Verblichenen geben – es waren die Tugenden, wie jedes
brave, fromme, echt jüdische Weib übt. Trotzdem sie erst vor wenigen
Jahren mit ihrer Familie von Aschaffenburg nach Nidda gezogen war, hatte
sie sich auch dort schon zahlreiche Freunde und Freundinnen in allen
Schichten der Bevölkerung erworben, wie die überaus zahlreiche
Beteiligung am Leichenzug bewies.
Was sie war, lebt unvergesslich fort im Herzen alles Jener, die sie
kannten, und weit über den engen Kreis der Ihrigen hinaus lebt das
Andenken in der Gemeinde zu ewigem Ruhm und Beispiel fort. An ihrem Grabe
sprach Herr Lehrer Plaut ergreifende Worte des Nachrufes und des Trostes,
er führte auch, wie sie als treue Mutter, als zärtliche Gattin und als
fromme Israelitin lebte und starb. – Wir haben an ihr viele verloren,
und ihr Andenken gereiche uns zum Segen.
Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Zum Unfalltod von Handelsmann L. Mayer (1904)
Anzeige im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. November 1904: "Herzliche
Bitte!
Der Handelsmann L. Mayer von Nidda wurde auf einer Fahrt von
Frankfurt am Main nach Friedberg begriffen, am 3. dieses Monats in Niederwöllstadt
vom Zuge erfasst und schrecklich verstümmelt. Derselbe hinterlässt eine
Witwe im Alter von 61 Jahren in bitterster Not. Ihres einzigen Ernährers
beraubt, hat sie nicht Unterhalb von heute auf morgen. Wir wenden uns
deshalb an alle edel denkenden Mitmenschen mit der herzlichen Bitte, die
Not dieser schwergeprüften Frau durch einen kleinen Beitrag lindern zu
helfen. Zur Empfangnahme von Gaben erklären sich gerne bereit: Römheld,
Oberamtsrichter; Roth, Bürgermeister; Sellheim, Amtsrichter; W. Bergen,
Lehrer; M. Grünebaum, 1. Vorsteher der israelitischen Gemeinde Nidda;
Carl Löb, Frankfurt am Main, Kronprinzenstr. 49 (Laden); die hebräische
Buchhandlung von Rothschild, sowie die Expedition dieses
Blattes." |
Dieselbe Anzeige erschien in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 17. November 1904: |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des (jüdischen) Gasthauses zur Post (1905)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Februar
1905: "Gasthaus zur Post, Nidda.
Direkt am Bahnhof.
Einzig jüdisches Hôtel am Platze, den Herren Geschäftsreisenden bestens
empfohlen. M. Grünebaum." |
Lehrstellensuche von Bäckerei Ludwig Stein
(1924)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1924: "Per sofort. Suche
für meinen Sohn (Obersekundaner), Lehrstelle. Am liebsten Pension
im Hause. Ludwig Stein, Bäckerei, Nidda in Oberhessen." |
Zur Geschichte der Synagoge
Ein Betsaal war vermutlich seit 1695 vorhanden. Damals
wurde den Juden erlaubt, "an ihren Sabatten und Festtagen ohne Form einer
Synagoge in einem von offener Strasse entlegenen Gemach aus ihren Privathäusern
zusammenzukommen und ihr Gebet in der Stille zu verrichten". Ob der
erlaubte Betsaal bereits damals in der Gerberstraße 3-5 eingerichtet wurde ist
nicht bekannt. Hier jedenfalls befand sich im Dachgeschoss der beiden Gebäude
bis 1877 ein alter Betsaal mit einer tonnenartigen, teilweise ausgemalten und
mit einem Sternenhimmel versehenen Holzverkleidung. Da der Betsaal ("alte
Synagoge") sich in der Gerbergasse befand, wurde dieser Teil der
Gerbergasse auch "Synagogengasse" genannt. Für größere
Veranstaltungen hatte die Gemeinde noch die so genannte "Judeschule",
die sich zwischen dem linken alten Teil des heutigen Central-Cafés und dem
ehemaligen Haus der Färberei Ruppel befand.
1876/77 wurde eine neue Synagoge erbaut. Es handelte
sich um ein aus Basalt erstelltes Gebäude mit einer Grundrissfläche von 80
qm. Daneben befand sich das rituelle Bad (Mikwe). Sie wurde am
26. Oktober 1877 mit einem großen Fest der Gemeinde eingeweiht. Dabei wurden
die Torarollen der alten Synagoge feierlich und unter Gebeten entnommen und von
den ältesten Gemeindegliedern mit einer festlichen Prozession unter einem
Baldachin zur neuen Synagoge getragen. In der Prozession liefen in der
Reihenfolge mit: Kinder der Gemeinde, ein ausgewähltes Mädchen mit dem
Synagogenschlüssel, ein Musikkorps, der Gesangverein, der Baldachin mit den die
Torarollen tragenden Gemeindegliedern, begleitet von Kerzen tragenden Mädchen,
Rabbiner Dr. Levi aus Gießen mit dem Vorstand, Jungfrauen, Vertreter der
Behörden und der Stadt, Geistliche und Lehrer, Bauhandwerke, Festgäste und
sonstige Teilnehmer.
Aus
einem Artikel des Großherzoglichen Rabbiners der Provinz Oberhessen Dr.
Levi in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. November 1877: "Gießen,
29. Oktober (1877). Als ein Zeichen fortschreitender Humanität und brüderlichen
Verhaltens und Verkehrens der christlichen Ortsgemeinde und Vorstände
gegen ihre jüdischen Mitbürger, wollen Sie gefälligst folgende
Tatsachen in Ihrer geschätzten Zeitung registrieren.
Im Laufe verwichenen Sommers, bei der Synagogenweihe zu Ortenberg, und
letzten Samstag, bei der zu Nidda, die ich vollzogen, und die beide in
solennester Weise stattgefunden, haben sich nicht bloß die betreffenden
christlichen Geistlichen und die Kreis- und Landbehörden am Zuge wie am
Gottesdienste beteiligt: es haben auch die verschiedenen christlichen
Gesangvereine bei der Feier in erhebendster Weise mitgewirkt, und die
Ortsvorstände einen namhaften Beitrag zu den Kosten des Synagogenbaues
geleistet…."
Es folgt im Artikel
ein Bericht über die Einweihung des Friedhofes in Alsfeld. |
Die Synagoge blieb 60 Jahre lang Zentrum des
jüdischen Gemeindelebens in Nidda. 1927 konnte das 50jährige Bestehen der
Synagoge festlich begangen werden:
Feier zum 50jährigen Bestehen der Synagoge 1927
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1927: "Nidda, 7.
November (1927). Am Schabbat Chol
HaMoed feierte die Israelitische Gemeinde Nidda-Geiß-Nidda das 50jährige
Bestehen ihrer Synagoge. Zu Ehren des Tages war das schöne Gotteshaus
festlich geschmückt worden. Nach Schluss des Gottesdienstes am Schabbat-Morgen begann die eigentliche Feier, zu der die Vertreter
der Behörden und anderen Konfessionen eingeladen waren. Eingeleitet
wurde die Feier durch ein Baruch
Haba, gesungen von jugendlichen Mitgliedern der Gemeinde. Den Höhepunkt
der Feier stellte die Rede des Herrn Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld,
Gießen, dar, der den Zusammenhang zwischen Synagoge und Haus, Haus und
Synagoge in warmherzigen, beredten Worten schilderte. Als Vertreter der
Behörde beglückwünschte Kreisdirektor Dr. Gaßner, Büdingen, die
Gemeinde, ferner sprachen die Geistlichen der anderen Konfessionen ihre Glückwünsche
aus. Am Nachmittag fand ein Kommers statt. Der Vorstand der Gemeinde, Herr
E. Eckstein, begrüßte die Anwesenden; dann sprachen Herr Bürgermeister
Ringshausen im Namen der Stadt, Herr Rektor Gakert für die Schulen.
Theaterstücke, ernsten und heiteren Inhalts, verschönerten den
Nachmittag. Die wohl gelungene, würdige Feier des Tages endete abends mit
einem Festball." |
Nach 1933: In der nationalsozialistischen Zeit, als die Zahl
der jüdischen Familien am Ort schnell zurückgegangen war, ist das
Synagogengebäude 1937 oder erst im Juli 1938 durch das letzte Vorstandsmitglied Samuel Eckstein
zwangsweise verkauft werden.
Das Synagogengebäude wurde 1938/39 zu einem Mehrfamilienwohnhaus
umgebaut. Eine Hinweistafel erinnerte von 1981 bis 1985 an die Geschichte
des Hauses mit dem Text: "Ehemalige Synagoge mit Frauenbad der durch Auswanderung,
Deportation und Tod im Jahre 1937 aufgelösten jüdischen Gemeinde von Nidda.
Erbaut im Jahre 1877, eingeweiht unter großer Beteiligung der gesamten Niddaer
Einwohnerschaft am 26. Oktober 1877, verkauft vom letzten Vorsteher der
jüdischen Gemeinde Samuel Eckstein in private Hände im Jahre 1937, 1 Jahr vor
der Reichskristallnacht am 9. November 1938. Umgebaut zu Wohnungen in den Jahren
1938/39."
1985 wurde die Tafel entfernt, nachdem der Text stark umstritten war.
Stattdessen wurde am Johanniterturm ein Mahnmal errichtet, die im März
1986 enthüllt wurde. Auf einem roten Granitstein wird auf dem Mahnmal der
91 jüdischen Personen aus Nidda und Umgebung gedacht, die zwischen 1933 und
1945 vertrieben oder ermordet wurden. Stellvertretend wurden dazu 17 Namen
betroffener Familien in den Stein gemeißelt.
Im Jahr 2003 wurde im Haus Raun 62 das "Zimmermann-Strauß-Museum"
eröffnet. Dieses Museum hat seinen Namen nach der Familie Zimmermann Strauß,
die in der Niddaer Schlossgasse wohnte. In dem Museum sind Exponate ausgestellt,
die an das jüdische Leben in Nidda erinnern. Auch eine Präsenzbibliothek ist
vorhanden. Ein Gedenkzimmer erinnert an alle Niddaer Juden, die während der
NS-Zeit ermordet wurden. Ein weiterer Ausstellungsraum zeigt das Modell und
Gegenstände der 1877 erbauten Synagoge.
Das Museum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Absprache geöffnet (Kontakt:
Dr. Wolfgang Stingl, Tel. 06043/2474)
Adresse/Standort der Synagoge: Schillerstraße
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Fotos
| Historische Aufnahmen |
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Der alte Betsaal befand
sich im Dachgeschoss
des nicht mehr bestehenden Doppelhauses
Gerberstraße
3-5 (Quelle:
http://juden.kunstobjekt.org/) |
Das 1876/77 erbaute
Synagogengebäude
(Quelle: Arnsberg Bilder s. Lit. S. 155
und Altaras 1988
S. 190) |
(Quelle:
http://juden.kunstobjekt.org/) |
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Das ehemalige Synagoge nach
dem Umbau zum Wohnhaus |
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Quelle: Altaras 1988
S. 190 |
Quelle: S. Jesberger aus
www.synagogen.info |
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Erinnerungen an die
Synagoge im jüdischen Zimmermann-Strauß-Museum
(Fotos von S. Jesberger aus
www.synagogen.info) |
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Modell der Synagoge
im Zimmermann-Strauß-Museum |
Parochet / Toraschreinvorhang
aus
der ehemaligen Synagoge |
Toramantel aus der
ehemaligen
Synagoge |
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Neue Fotos mit
höherer Auflösung als die obigen Fotos werden bei Gelegenheit
eingestellt; über
Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica",
Adresse siehe Eingangsseite. |
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
| Januar 2012:
Auch in Nidda sollten
"Stolpersteine" verlegt werden |
Artikel im "Kreisanzeiger" vom 26.
Januar 2012: "Stolpersteine: 'Wir brauchen kleine Mahnmale'.
Linke beantragen Verlegung zur Erinnerung an das Schicksal jüdischer
Mitbürger - Gerhard Winter: Aufarbeitung erfolgte 'umfangreich und
gründlich'..."
Link zum Artikel Stolpersteine: „Wir brauchen kleine Mahnmale“ (Kreis-Anzeiger, 26.01.2012) |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 586; III,2 S. 967-968. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 127-129. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 155. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 189-190. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 154. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 328-329. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 264-265. |
 | Wolfgang Gilbert
Stingl: Fragmente jüdischen Lebens in Nidda. Nidda 1995. |
 | ders.: "Jüdisches Leben in Nidda im 19. und 20. Jahrhundert".
Dissertation Frankfurt am Main 2001. 388 S., 67 Abb. € 15,00. ISBN
3-924072-32-9.
Buchbesprechung
in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 8. Juli 2002.
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 | Susanne Gerschlauer: Synagogen. In: Kirchen und
Synagogen in den Dörfern der Wetterau. Reihe Wetterauer Geschichtsblätter.
Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Band 53. Im Auftrag des Friedberger
Geschichtsvereins hrsg. von Michael Keller. Friedberg 2004 S. 289-326. |
 | dies.: Katalog der Synagogen. In: ebd. S.
555-580.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Nidda
Hesse. Although Jews lived there in medieval times, a community was not
established until the 18th century, growing to 95 (5 % of the total) in 1900.
Affiliated with the Orthodox rabbinate of Giessen, it also had members in
Geiss-Nidda. The Nazi boycott forced Jews to leave, disbanding the community
(and disposing of the synagogue) before Kristallnacht (9-10 November 1938). Many
emigrated, the last Jew being stoned to death on 19 October 1939.

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