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Büdingen mit
Lorbach (Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Büdingen (erstmals 1321 als Stadt bezeichnet) lebten Juden
bereits im Mittelalter. 1330 erhielt der damalige Ortsherr Luther von
Isenburg vom Kaiser das Recht, zwölf Juden in seinem Lande zu halten,
worauf sich einige in Büdingen niedergelassen haben. 1337 waren sie von
der "Armleder-Verfolgung" betroffen. Danach gibt es mehrere Jahrzehnte keine
Nachrichten mehr über Juden in der Stadt. Erst 1381 erfährt man wieder
über einen jüdischen Einwohner. In den folgenden Jahrzehnten blieb die Zahl
der Juden in der Stadt offenbar gering. Einzelne zogen zu aus Ingolstadt (1381),
Lindheim (1452) und Eppstein (1460), einer wanderte nach Gelnhausen ab (1381).
Die jüdischen Einwohner lebten überwiegend vom Geldverleih. 1449 wird
namentlich Enßgin, Jude aus Büdingen genannt, der in Frankfurt einen Prozess
führte.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert
zurück. Ab 1656 sind ständig jüdische Bewohner nachweisbar (1656
Pferdehändler Jud Schmey mit Frau und Kindern lassen sich nieder). Im 18.
Jahrhundert werden 1727 5, 1753 13 "Schutzjuden" (mit Familien, d.h.
50 bis 60 jüdische Einwohner) genannt. Die
Gründung einer Gemeinde wird auf die Zeit um 1700 zurückgehen. In der 2.
Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte die Gemeinde zeitweise einen Rabbiner. 1785
gab es in der Stadt zehn "Judenhäuser".
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1809 11 jüdische Familien (bei insgesamt 2.052 Einwohnern), 1816 45
jüdische Einwohner, 1822 8
Familien, 1830 60 jüdische Einwohner, 1839 100 (3,7 % von insgesamt 2.712 Einwohnern),
1871 119 (4,7 % von 2.512), 1890 146 (5,6 % von 2.621), 1905 161 (4,7 % von
3.406), 1910 151 (4,6 % von 3.298). Auch die in Lorbach (heute Stadtteil
von Büdingen) lebenden jüdischen Personen gehörten zur Gemeinde in Büdingen
(1830 11 jüdische Einwohner, 1924 2).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule
(Elementarschule ab 1839), ein
rituelles Bad (diese beiden Einrichtungen befanden sich seit 1913 in einem Gebäude hinter
der Synagoge in der Mühltorstraße) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet
tätig war. Unter den Lehrern im 19. Jahrhundert ist vor allem Naphtali
Ottensoser zu nennen, der ein Handelslehrinstitut betrieb, das er jedoch
1877 nach Mellrichstadt verlegte. Im
20. Jahrhundert ist Max Halberstadt (aus Schupbach)
zu nennen, der von 1902 bis 1936 als Volksschullehrer in Büdingen tätig war. Die Gemeinde gehörte zum liberalen Provinzialrabbinat
Oberhessen mit Sitz in Gießen.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gilbert Weill (geb.
24.2.1877 in Scherweiler, gef. 29.10.1914). Außerdem fiel Otto Grünebaum
(geb. 15.2.1881 in Büdingen, vor 1914 in Gießen wohnhaft, gef.
2.9.1917).
Von 1926 bis 1930 war im Stadtrat der politischen Gemeinde Abraham
Sichel.
Um 1924, als 148 jüdische Einwohner gezählt wurden (4,2 % von insgesamt
3.548), waren die Vorsteher der Gemeinde David Kulp, S. Goldschmidt und D. May.
Als Kantor, Religionslehrer der Gemeinde und Lehrer an der staatlichen
Simultanschule war der bereits genannte Max Halberstadt tätig. Er erteilte an der Volksschule und am
Gymnasium den jüdischen Kindern Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen
gab es insbesondere den Wohltätigkeitsverein Chewra Gemiluth Chessed
(1924 unter Leitung von J. Rosenberg), die Unterstützungskasse (1924
unter Leitung von Max Halberstadt) und den Synagogenchor (1924 unter
Leitung von Abraham Eilau). 1932 waren die Gemeindevorsteher David Kulp
(1. Vors.), Josef Aul (2. Vors.) und Abraham Freimark (3. Vors.). Zur
Repräsentanz gehörten drei Mitglieder. Als Lehrer und Kantor war weiterhin Max
Halberstadt in der Gemeinde (bis 1936). Im Frühjahr 1931/32 erteilte er 14 jüdischen
Kindern den Religionsunterricht.
1933 lebten noch 146 jüdische Personen in der Stadt (3,9 % von 3.748
Einwohnern). Am
fuhren 30 bis 40 SA-Leute mit einem Lastkraftwagen aus Nidda und Oberschmitten
nach Büdingen, holten mit Hilfe von Büdinger SA-Leuten jüdische Personen aus
ihren Wohnungen und trieben sie unter Schlägen und Nötigungen zum Saalbau
Schäfer in der Düdelsheimer Strauß, wo sie u.a. Kniebeugen auf Befehl des
SA-Führers Heinrich Kröll machen mussten.
Von den in Büdingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Ludwig Berg (1899), Selma Eichenbaum geb.
Grünebaum (1885), Siegfried Eulau (1881), Johanna Frenkel geb. Oppenheimer
(1886), Gertrud Goldschmidt (1921), Sally Goldschmidt (1885), Berta Goldstein
geb. Schiff (1890), Minna Grünebaum (1878), Emma Hahn geb. Rosenberg (1897),
Siegfried Halberstadt (1903), Adolf Henlein (1867), Rosa Heß geb. May (1883),
Gustav Hirschmann (), Fanny Jacob geb. Lambert (1881), Josef Jacob (1875), Günther Kaufmann (1922),
Clothilde Mannheimer geb. Gutheim (1872), Paula May geb. Schiff (1889), Lina
(Lea) Münz (1877), Erna Nußbaum geb. Sichel (1891), Heinz Walter Nußbaum
(1923), Toni Nußbaum geb. Sichel (1901), Frida Oppenheimer geb. Rosenberg
(1900), Marga H. Oppenheimer (1933), Nanny Plaut geb. Grünebaum (1883), Jacob
Rosenberg (1860), Kurt Rosenberg (1930), Rosalie Rosenberg geb. Meyer (1863),
Ida Rothschild (1890), Mascha (Martha) Rothschild geb. Lindheimer (1898), Selma
Rothschild geb. Lahnstein (1888), Paul Sichel (1908), Hermann Weil (1885),
Liesel Wetterhahn geb. Kulp
(1912),
Nach 1945 wohnten einige Jahre insgesamt drei jüdische Personen in
Büdingen, die Überlebende der Shoa aus Osteuropa waren und nicht aus Büdingen
stammten.
Anlässlich des 50. Jahrestages des Novemberpogroms 1938 wurde 1988 eine Gedenktafel
an der Vorderseite des Heuson-Museums im Rathaus angebracht mit dem Text:
"Den Toten zum Gedenken - den Lebenden zur Mahnung. Zur Erinnerung und zum
Gedenken an unsere durch die nationalsozialistische Diktatur ihrer
Existenzgrundlage beraubten verfolgten und ermordeten Mitbürger der Jüdischen
Gemeinde in Büdingen. Wir trauern um das Leid aller Büdinger
Juden".
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers, Vorsängers und Schächters
1855 / 1872
Anzeige in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. August 1855: "In Büdingen, Großherzogtum Hessen, ist die Stelle eines
israelitischen Religionslehrers, Vorsängers und Schächters mit jährlicher
Einnahme von circa 230 Gulden zur sofortigen Besetzung erledigt.
Unverheiratete, hierauf reflektierende Lehrer wollen sich portofrei unter
Beischluss ihrer Zeugnisse an den Vorstand daselbst wenden." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1872: "In
unserer Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und
Schochets alsbald zu besetzen. Fixer Gehalt 400 Gulden, anderweitiges
Einkommen für die Schechita Minimum 150 Gulden jährlich. Bewerber wollen
ihre Offerten an das unterzeichnete Vorstandsmitglied richten.
Büdingen (Oberrhein*). Für den Vorstand: Max Wertheimer."
*vermutlich verschrieben für Oberhessen, falls nicht Buding (Moselle)
= Büdingen gemeint ist. |
Einrichtung einer jüdischen Elementarschule (1839)
Artikel in
der Zeitschrift "Israelitische Annalen" vom 29. März 1839: "Auch Büdingen
hat in neuerer Zeit eine Elementarschule errichtet, sie ist aber soviel
wir erfahren, noch nicht definitiv besetzt, was wahrscheinlich darin
seinen Grund hat, dass die Gemeinde einen so unbedeutenden Gehalt damit
verbindet. Das ganze Einkommen beträgt 183 Gulden, und dazu hat der
Lehrer noch die Vorsängerstelle mit zu versehen!" |
Lehrer Ottensoser sorgt sich um zwei jüdische Waisenkinder (1865)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1865: "O, Ihr Reichen
und Edeln in Israel! Erbarmer, Söhne von Erbarmern! Bedenket des
Ausspruches: 'wer eine Seele in Israel vor dem Untergange rettet, ist, als
ob er eine ganze Welt gerettet’, wie hehr und heilig die Pflicht wegen
einer, hier aber gilt es zweien Seelen. O helfet, helfet! – rettet!
Rettet! Ich rufe im Namen unserer heiligen Religion, im Namen zweier
verlassener junger Kinderseelen, die nicht mehr Vater! Nicht mehr Mutter!
Rufen können. Danke Gott dem Allbarmherzigen, dass Eure Kinder noch Eures
Beistandes genießen, und diesen Dank gegen den Allvater, den Beschützer
der Witwen und Waisen, betätigt durch Eure milde Gaben zur Erhaltung
dieser armen Waisen! Gottes Lohn und Segen mit Euch!
Die verehrliche Redaktion bitte ich um Empfangnahme von Gaben und Beförderung
derselben an den israelitischen Vorstand Herrn Joseph Eulau in Büdingen.
Büdingen, 22. Januar 1865 (5625). Ottensoser, Lehrer. Wir sind bereit,
die betreffenden Spenden entgegenzunehmen." |
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Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1865: "Büdingen,
9. Februar (1865). (Die Michelauer Waisen). Vor Allem quittiere ich
hiermit eine Sendung von 5 Gulden aus Bayern (Poststempel unleserlich),
mit dem Familiensiegel E.L.H. verschlossen dem ungenannten hochherzigen
Spender für die armen Michelauer Waisen. Das Mädchen habe ich dahier bei
einer braven Familie untergebracht; das Bübchen befindet sich in guter
Verpflegung bis jetzt noch in Bindsachsen. Bei eintretender gelinder
Witterung soll auch der Knabe hierher in bessere Hände gebracht werden. Für
Hemden, Schuhe und Kleider habe ich, soweit nötig, gesorgt. Es lässt
sich das jährliche Bedürfnis der Waisen vor der Hand und annähernd auf
140 Gulden annehmen, später, wenn das Mädchen qualifizierter geworden,
auf 100 Gulden, selbstverständlich mit Vorbehalt unerwartet eintretender
Umstände. Für den Knaben ist günstige Aussicht vorhanden, worüber,
wenn sich das Projekt realisieren sollte, ich alsbald in diesem geschätzten
Blatte referieren werde. Ich kann diesen Artikel nicht schließen, ohne
Gottes – Baruch HaSchem –
Segen und Gnade zu erflehen für die hochherzigen Geber zu diesem gottgefälligen
Unterstützungswerke, wie es heißt: ‚erweist
seine Gnade an Tausenden’. Endlich Dank, herzlichen Dank namens der
hilflosen Waisen, dem Herrn Redakteur dieser geschätzten Zeitschrift.
Gott, der Allvater, der Vater der
Waisen, schütze und schirme sie alle. Amen! Ottensoser, Lehrer." |
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Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1865 (leicht abgekürzt zitiert): "Büdingen, 24. Februar (1865). Habe
ich in meinem ‚Auf- und Notruf’ Euch, Ihr gottbegeisterten geber, ein
trauriges Bild der grässlichsten Not vorgehalten, muss ich Euch mit
innerster Freudenerregung heute, nach wenigen Wochen schon, einen getreuen
Reflex des neu auflebenden Geistes dieser hart geprüften Waisen im
Spiegel zeigen. – Unschuldige, freudestrahlende Blicke, nur hie und da
ein Seufzer nach der verlorenen Mutter. Schon dringt durch den fahlen
Teint die Morgenröte eines aufgehenden, regelrechten menschlichen Lebens,
mit Reminiszenzen an die jüngste traurige Vergangenheit. Als das Mädchen
zum ersten male in einem Federbette schlief, fing es laut zu weinen an,
schluchzend die Hände zum Himmel erhebend, als wollte es von dort seine
Mutter herabholen mit den Worten: ‚O, du liebe Mutter! Wie musstest du
auf Brettern liegen, nichts unter, nichts auf dir, in gesunden wie in
kranken Tagen und so elend sterben! Jetzt schlafe ich in einem Bett wie
nie zuvor. Gott! O Gott! Was wäre aus mir und meinem Brüderchen
geworden, hättest du nicht geholfen etc.’ – Gutmütigen Herzens,
folgsamen Willens lebt es seit 14 Tagen im Hause des Vorstehers, Herrn
Joseph Eulau, dahier, wie das Kind im Hause. Dieses ehrbare Haus streng
religiöser Richtung, bürgt dafür, dass diese Waise eine geordnete tüchtige
Erziehung in Sitte wie in Religion erhält, während ich dieselbe in
Religionslehr-Gegenständen unterricht, und sie zur Erlernung weiblicher
Handarbeit die hiesigen Industrieschulen besucht.
Der Knabe befindet sich bei dem Fruchthändler Is. Grünebaum I. in
Bindsachsen, woselbst er gut |
gehalten
wird, das Kaddisch so schön und so deutlich sagt, dass mancher Erwachsene
sich beschämt fühlen dürfte. Sollte eine angebotene Versorgung nicht
zustande kommen, so werde ich – so Gott will – den Knaben zu mir in
Kost und Unterricht nehmen. Alles dieses ist nächst Gottes – Baruch
HaSchem – Hilfe und Beistand durch Euch, Ihr Frommen in Israel,
geworden. Die Früchte dieses Wohltuns werdet Ihr sicherlich schon
hienieden genießen…
Doch gegenüber dem öffentlichen Gekrächze eines Raben, der einen
unreinen Vogel auch in anderem Gefieder erkennen und alles und jedes Gute,
mit und für Gott – Baruch HaSchem
– unternommen, mit seinem Geifer besudeln möchte, …
sei hier nur vorläufig erwähnt: dass in unserem Staate (gemeint:
Großherzogtum Hessen) ein israelitisches Waisenhaus nicht besteht; - dass
diese Waisen aus der Landeswaisenanstalt eine Unterstützung nicht
anzusprechen haben; - dass mein Unternehmen dem Großherzoglichen
Kreisamte dahier offen vorliegt, und ich Alles mit Vorwissen dieser Behörde
und unter Vorlage betreffender Schriftstücke tue; - dass ich, behufs
gerichtlicher Anordnung einer in Eid und Pflichten zu nehmenden tüchtigen
Vormundschaft über diese Kinder, schon vor 10 Tagen bei Großherzoglichem
Kreisamte dahier vorstellig geworden bin; - dass außer dem eventuellen
Vormundspersonal und der gerichtlichen Obervormundschaft auch dem Herrn
Redakteur dieses Blattes, in Vertretung des orthodoxen Judentums (von
woher diese Spenden geflossen), namens der hochherzigen Spender ein
entscheidendes Veto eingeräumt werde; - dass ein gehöriges gerichtliches
Inventar aufgestellt, und dermaleinst die gerichtlich abgehörte
Vormundsrechnung in diesem Blatt zum Abdruck und zur allgemeinen Kenntnis
gelangen wird; - dass die eingegangenen und noch eingehenden Spenden durch
den Herrn Redakteur dieses Blattes in Mainz selbst verzinslich angelegt
werden, was auch mit dem dahier eingelangten Gelde, soweit nicht ein
augenblicklicher Verbrauch vorliegt, geschehen, respektive noch geschieht.
Sobald ein geordneter Zustand in dieser meiner Herzensangelegenheit nur
einigermaßen hergestellt sein wird, erlaube ich mir, weiteren Bericht zu
erstatten.
Ein guter Geist wache ferner über diese gottgefällige Sache…!
Ottensoser, Lehrer" |
Lehrer Ottensoser verlegt sein Institut nach Mellrichstadt (1877)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1877: "Aus Oberhessen
wird uns berichtet, dass in dieser Provinz weder kleinere noch größere jüdische
Anstalten bestehen. Mit Aufhebung des Ottensoser’schen Instituts zu Büdingen
hat die letzte israelitische Schule zu existieren aufgehört. Herr
Ottensoser ist mit seinem Institute nach Mellrichstadt (Bayern) übergesiedelt,
wo er dasselbe ganz nach den Intentionen seines seligen Bruders unser
Lehrer, der Herr Elieser Dow seligen Angedenkens, ein Lehrer der
Gerechtigkeit (d.h. Beisitzer im Rabbinatsgericht) aus der Heiligen
Gemeinde Höchberg". Außer den profanen Wissenschaften in
Sprachen und Handelsdisziplinen wird daselbst Tora gelehrt und
Unterricht außer in Pasuk etc. auch in Erziehung und Lebenskunde
fleißig und täglich erteilt." |
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
100-jähriges Jubiläum des Israelitischen
Wohltätigkeitsvereins (1912)
Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Februar 1912: "Büdingen.
Das 100jährige Jubiläum des Israelitischen Wohltätigkeitsvereins
gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier. Besuch des Friedhofes,
Festgottesdienst, Festessen, Theateraufführung – aus einem von unserem
Lehrer Halberstadt gedichteten Festspiel bestehend – und Ball bildeten
das Programm". |
Berichte zu einzelnen Personen
aus der Gemeinde
Bankier Ludwig Rothschild wird zum Landgräflich
Hessischen Hofrat ernannt (1904)
Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. Dezember 1904: "Büdingen
(Oberhessen). Ernennung. Unser allgemein angesehener und beliebter
Glaubensgenosse Herr Bankier Ludwig Rothschild (in Firma Max Wertheimer
Nachfolger), der erst unlängst in die Handelskammer gewählt wurde, ist
zum Landgräflich Hessischen Hofrat ernannt worden." |
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Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Januar 1905:
"Bankier Ludwig Rothschild in Büdingen, der erst unlängst in
die Handelskammer gewählt wurde, ist zum Landgräflich Hessischen Hofrat
ernannt worden." |
 | Moses Joseph Büding, Mitglied des
Königlich-Westfälischen Konsistoriums; kam 1772 aus Büdingen. |
 | Leopold Harries, geb. 1874 in Himbach bei Büdingen,
Politiker; war nach 1918 Polizeipräsident in Frankfurt am Main (SPD) |
 | Ludwig Wertheimer, geb. 1873 in Büdingen, Jurist
(Rechtsanwalt und Notar), Privatdozent an der Berliner Universität,
verfasste 1913 Kommentar zum Gebrauchsmustergesetz. |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Bäckermeister S. Grünebaum (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juni 1901: "Ein
selbstständiger Bäckergehilfe und ein ordentlicher Junge, der die
Bäckerei erlernen will, können bei mir eintreten.
S. Grünebaum, Brot- und Feinbäckerei.
Büdingen, Oberhessen." |
Verlobungsanzeige von Martha Oppenheimer mit Adolf Rosenberg und Frieda
Rosenberg mit Hermann Oppenheimer (1929)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1929: "Martha
Oppenheimer - Adolf Rosenberg. Verlobte.
Bensheim an der Bergstraße - Büdingen.
Adar Rischon 5689 (Februar / März 1929).
Frieda Rosenberg - Hermann Oppenheimer. Verlobte.
Büdingen / Frankfurt am Main - Bensheim
an der Bergstraße. Adar Rischon 5689 (Februar / März
1929)." |
Vermutlich war bereits im Mittelalter ein Betraum
beziehungsweise eine Synagoge vorhanden, doch liegen dafür keine Nachweise vor.
Die neuzeitliche Gemeinde richtete in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
eine Synagoge ein. Dazu wurde ein Haus oder ein Häuschen am/im
Liebfraueneck direkt an der Nordmauer erworben und zur Synagoge umgebaut. Auf
der Geschichte dieser Synagoge ist zur wenig bekannt. 1865 wird immerhin von der
Einweihung einer neuen Tora-Rolle, eine Tora-Weihfest berichtet:
Einweihung einer Torarolle (1865)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1865: "Büdingen, 22.
Januar (1865). Gestatten Sie mir, Herr Redakteur, durch Tatsachen zu
beweisen, dass, wie in größeren, so in kleinen Gemeinden der religiöse
Sinn im Wachsen begriffen, mit Opferfähigkeit in größerem Maßstabe
gepaart ist.
Die hiesige israelitische Religionsgemeinde - auch wenn sie nur klein
ist (vgl. 1. Mose 19,20) - feierte vor 3 Wochen, am
Schabbat Chanukka ein Fest, das durch schwere Opfer erkauft wurde, ein
Tora-Weihfest. Durch den Abzug des Herrn H. Lismann, des langjährigen
Hauptes unserer Gemeinde, von hier nach München, verloren wir eine
unersetzliche Persönlichkeit und damit eine ihm eigentümliche Torarolle,
reich verziert mit allerlei silbernen und goldenen Ritualien (gemeint:
Toraschmuck). Letzterer Verlust musste wieder ersetzt werden. Es bedurfte
nur einer kleinen Anregung meinerseits, und es flossen die freiwilligen
Beiträge so reichlich, dass wir eine neue Torarolle schreiben und
prachtvolle Ritualien (aus der Offizin des Herrn Fürth zu Hanau)
anschaffen konnten; der Weiheakt selbst war ein so erhebender, von jüdischem
Geiste getragener, dass seine nachhaltige Wirkung bei Alt und Jung tagtäglich
sicht- und fühlbar ist.
Da
hieß es - sie gehen von Kraft von Kraft (Psalm 84,8), denn an
jenem Freitag kam die Anzeige, dass in Michelau, 1 ½ Stunden von hier,
einem kleinen Vogelsberger Bauernorte, die einzige dort wohnende
Israelitin unter Hinterlassung zwei unmündiger Kinder verstorben sei; das
war ein uns verpflichtender Tod. Keine Kleider im Leben und keine Sterbekleider
zur
Bestattung. Auf meine Vorstellung bei hiesigem Kreisamte wurden mir die
Mittel zur Anschaffung Letzterer aufs Bereitwilligste an die Hand gegeben,
Dank unserm braven, humanen |
Herrn
Regierungsrat Follenius! Nach Schabbatausgang setzten sich aller Frauen-
und Mädchen Hände in Bewegung, die sämtlichen nötigen Sterbekleider
zu
fertigen, mir auszuhändigen, sodass der Vorstand mit mir Sonntag früh
sich an Ort und Stelle begeben, die Verstorbene in Ehren und nach allen
religiösen Anforderungen zu ihrer letzten Ruhe bringen konnte. Hiermit
erfüllten wir unsere Pflicht gegen die Tote, aber eine noch größere
trat an uns heran, gegen die hinterlassenen Waisen. Die Bauern wollten sie
an den Wenigstnehmenden unter sich in Kost und Pflege verakkordieren. Zwei
jüdische Seelen sollten vor unsern Augen preisgegeben werden! Schaurig
durchrieselte es mich, wenn ich die armen, nackten, verlassenen Wesen
ansah, welche … ihrem Untergange entgegen gehen mussten. Fest
entschlossen, gehe es wie ihm wolle, sie mussten gerettet werden… Heißt
es doch 'nicht verwitwet ist Israel' (Jeremia 51,5), man wird mich
nicht stecken lassen. Ich
nahm die armen Wesen sogleich in Empfang und übergab sie zwei Familien in
Bindsachsen, unter dem Versprechen, Zahlung für sie leisten zu wollen. So
weilen sie dort schon 3 Wochen (Die Pflegeeltern sind aber selbst arm,
dringen auf Zahlung und ich bin noch ohne Mittel hierzu – siehe Aufruf).
Die Anstrengungen erwähnten Torafestes und der Gang nach Michelau haben
mich 14 Tage aufs Krankenlager geworfen, weshalb dieser Aufruf so spät
erscheint. Ich bitte die hochwürdigen Herren Rabbiner, die verehrlichen
Vorsteher und meine Kollegen, sich dieser Angelegenheit mit Nachdruck
anzunehmen. Ottensoser, Lehrer." |
Für die Neueinrichtung der Synagoge liegen unterschiedliche
Informationen vor. Noch der einen Darstellung wurde 1883 eine neue
Synagoge in dem (ehemaligen Bauernhaus) Mühltorstraße 12 bezogen. Nach der
anderen Darstellung war dies erst 20 Jahre später.
Demnach plante die jüdische Gemeinde erst um 1900 die Einrichtung einer neuen
Synagoge. Dafür wurden Spenden gesammelt, wie man aus der Zeitschrift "Der
Israelit" erfährt:
Eingehende Spenden für den Synagogenbau (1904)
Aus einer
Spendenliste in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1904: "Für den Synagogenbau in Büdingen: J.M.B. in Brieg
3 Mark." |
Auf Grund dieser Spendensammlung für den
Synagogenbau ist anzunehmen, dass das (schon Mitte des 19. Jahrhunderts
erstellte?) Gebäude Büdinger Straße 12 1904/05 zur Synagoge und
Lehrerwohnung ausgebaut wurde. Eine Bestätigung ergibt sich aus einer Notiz in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums", in der von der Fertigstellung
der Synagoge in Büdingen "vor den Feiertagen" (das heißt im September
1905; Rosch Haschana war am 30. September 1905) berichtet wird. Ein Fehler
in der Notiz ist allerdings die Angabe, dass es sich um Büdingen in Ostpreußen
handeln würde, denn dort gab/gibt es keinen Ort mit Namen Büdingen (frdl.
Hinweis von Guido Herzog vom 15.11.2011).
Meldung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Oktober 1905:
"Neue Synagogen wurden vor den Feiertagen eingeweiht in Briesen
(Westpreußen), in Graben (Baden) und in
Büdingen (Ostpreußen)." |
1912 wurde das Grundstück neben der
Synagoge gekauft und auf ihm 1913 das Schulgebäude erstellt.
In der Synagoge fanden 56 Männer Platz. Auf der Frauenempore hatten 60 Personen
Platz (Frauen mit Kindern).
In der NS-Zeit wurden bis 1936 Gottesdienste in der Synagoge abgehalten. Im Juli 1938 wurde von der auf sechs
Mitglieder geschrumpften Gemeinde die Synagoge für 8.500 RM sowie der
dazugehörige Garten für 2.300 RM an einen Schreiner verkauft, der
das Gebäude zu einem Wohnhaus umbaute. Die Kultgegenstände wurden nach Mainz
verbracht, wo sie beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurden. Das Schulgebäude wurde
vom Schreiner als Lager
verwendet.
Auch nach 1945 wurde das ehemalige Synagogengebäude als Wohnhaus
verwendet, das Hintergebäude als Lagerhaus (um 1970 Lager für
Weißbindergeschäft). Einige Jahre später stand das Schulgebäude
leer.
Adresse/Standort der Synagoge: Mühltorstraße
12
Fotos
(Quelle: Altaras s.Lit. 1988 S. 183; neuere Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 22.3.2009).
Ehemalige Synagoge
und Schulgebäude 1985 |
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Links der
ehemaligen Synagoge ist das Schulgebäude zu sehen, in dem sich auch
das rituelle Bad befand. |
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Das Gebäude der ehemaligen
Synagoge
im März 2009 |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Dezember 2007: Die
Verlegung von "Stolpersteinen" in Büdingen wird beschlossen -
ein Spendenkonto wird eingerichtet |
| Im Dezember 2007 wurde von der Büdinger Stadtverordnetenversammlung die Beteiligung an der
'Aktion Stolpersteine' beschlossen. Mit diesen Gedenksteinen soll der jüdischen Bürger gedacht werden, die aus Angst vor dem nationalsozialistischen Terror aus Büdingen flüchteten. Vor ihren letzten selbstgewählten Wohnstätten sollen Gedenkplatten aus Messing mit den eingravierten Namen in den Boden eingelassen werden..."
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| Juli 2009:
Mitteilung zur
zweiten Stolpersteinverlegung im Oktober 2009 |
Pressemitteilung der Stadt Büdingen vom 20.
Juli 2009 (Quelle):
"Büdingen: Zweite Verlegung von 'Stolpersteinen' in Büdingen – Weitere Sponsoren gesucht.
Büdingen. Am 21. Oktober werden in Büdingen erneut 'Stolpersteine' gegen das Vergessen der Opfer der NS-Zeit gelegt. Der Künstler Gunter Demnig aus Köln erinnert damit an diese Menschen, indem er vor deren letzten selbst gewählten Wohnorten Gedenktafeln aus Messing in den Straßenbereich oder in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 350 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. Mit den Steinen vor den Häusern bleibt die Erinnerung an die Menschen, die einst hier wohnten, lebendig.
Auf den Steinen steht: HIER WOHNTE … Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist', sagt Gunter
Demnig.
Bei der ersten Verlegeaktion im September 2008 wurden an fünf Stellen in der historischen Stadt 15 Steine verlegt. Die Gelder dafür wurden von Büdinger Bürgern aufgebracht. Auch diesmal ruft Joachim Cott als Initiator der Aktion zu Spenden auf.
'Die Verlegung eines Steins kostet 95 €. Damit sind alle Kosten für Material und Verlegung abgedeckt, um einem der Opfer zu
gedenken.' Einzahlungen bitte auf das Konto der Stadt Büdingen, Konto-Nr. 012 100 0849, BLZ 518 500 79 bei der Sparkasse Oberhessen. Damit die Zuordnung eindeutig ist, bitte
'Aktion
Stolpersteine' auf der Überweisung vermerken.
Im Dezember 2007 hatte die Büdinger Stadtverordnetenversammlung die Verlegung von Stolpersteinen zum Gedenken der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung beschlossen. Der Vorstand des Büdinger Geschichtsvereins ist im Moment dabei, die Auswahl für die diesjährige Verlegung zu treffen. Fragen zu der Aktion beantwortet Joachim Cott per Mail unter joachim.cott@t-online.de oder Tel. 06042-952334.
Quelle: Stadt Büdingen – Pressestelle". |
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| Oktober 2010:
Dritte Verlegung von "Stolpersteine" |
Artikel links von Oliver Potengowski im "Kreis-Anzeiger" vom 16.
Oktober 2010 (Artikel):
"Lebensdaten offenbaren Ausmaß des Leids
BÜDINGEN. Weitere 15 Stolpersteine erinnern in Büdingen an vertriebene jüdische Mitbürger -
'Siedlungsstruktur wird deutlich'
(ten). Mit 15 weiteren Stolpersteinen wird seit Freitag an die Vertreibung jüdischer Familien und Kultur aus Büdingen erinnert. Im Beisein von Pfarrerin Ina Petermann, Mitgliedern des Kirchenvorstands, des Stadtverordneten Joachim Cott und des Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Willi Luh, ersetzte der Künstler G unter Demnig Pflastersteine durch von ihm gestaltete Steine mit Messingkappe.
Cott berichtete, dass bereits 34 Steine in Büdingen verlegt worden seien.
'Langsam haben wir in der Büdinger Altstadt ein ganzes Gerippe von
Steinen.' Damit werde auch eine Siedlungsstruktur deutlich, in der jüdische und christliche Mitbürger unmittelbar nebeneinander gewohnt hätten.
'Es gibt damit viel mehr Gründe, hinter die Häuser zu schauen.'..." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 142-143; III,2 S. 192. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 96-97. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 182-183. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 148. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 98-99. |
 | Büdinger Geschichtsverein (Hrsg.): Zur
Geschichte und Kultur der Juden in Büdingen und Umgebung. Museumsinformation
5/1981. Erg. Aufl. Büdingen 1999. |
 | Klaus-Peter Decker: Der Streit um die
Aufnahme des Juden Schmey in Büdingen nach dem Dreißigjährigen Krieg, in: Büdinger
Geschichtsblätter. Bd. XII. Hrsg.: Büdinger Geschichtsverein. Büdingen 1984. |
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Rainer Heß: Unbewältigte Vergangenheit, in: Chronik Düdelsheim
792–1992. Festschrift. Büdingen 1992. |
 | Hans-Velten Heuson: Max
Halberstadt. Ein jüdischer Lehrer und Erzieher in Büdingen, in: Büdinger
Geschichtsblätter. Bd. XIII. Hrsg.: Büdinger Geschichtsverein. Büdingen 1988. |
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Willi Luh/ Gisela Lorenzen/ Monica Kingreen/ Werner Wagner/
Christa Wiesner: Mehrere Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in
Büdingen, zur Entrechtung und Vertreibung, zu Terror und Gewalt, in: Büdinger
Geschichtsblätter. Bd. XVII. Hrsg. Büdinger Geschichtsverein. Büdingen 2001.
Darunter die Beiträge von Monica Kingreen: Terror und Gewalt gegen jüdische Familien Büdingens im Jahr 1935, in: Büdinger Geschichtsblätter Band XVII, 2001 (erschienen 2002),
S.271-282 sowie: Spuren der während der NS-Zeit deportierten und ermordeten jüdischen Büdinger, in: Büdinger Geschichtsblätter Band XVII, 2001 (erschienen 2002), S.303-316.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Buedingen Hesse. Established
around 1680, the community numbered 161 (4,7 % of the total) in 1905. During the
Weimar Republic, local Jews (mostly livestock dealers and storekeepers) were
active in social and political life. The Jewish population numbered 146 (3,9 %)
in 1933 but the community disbanded in 1938, after many Jews had emigrated or
fled to other towns. Five families remained on Kristallnacht (9-10
November 1938), when a mob attacked Jewish homes and stores. After the men were
released from the Buchenwald concentration camp, all but one of the Jews left.

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