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Meimbressen (Gemeinde
Calden, Kreis Kassel)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Meimbressen bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/39. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17.
Jahrhunderts zurück. Doch lebten bereits im 14. Jahrhundert einige
jüdische Personen in der Stadt (um 1356). Mitte des 17. Jahrhunderts ließen
sich vermutlich einige polnisch-jüdische Flüchtlinge in Meimbressen nieder,
die vor den Chmelnitzki-Unruhen (1648) geflohen waren. Bestimmte
gottesdienstliche Traditionen in der Gemeinde erinnerten weiterhin an polnische
Gebräuche. 1747 wurden 50 jüdische Einwohner gezählt (12 Männer, 14
Frauen, 13 Söhne, 11 Töchter).
Aus Meimbressen stammte Rabbiner Moses Joseph Michel Kugelmann, der 1779 bis 1793
Landrabbiner in Kassel war.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1835 98 jüdische Einwohner, 1844 119, 1861 134 (18,2 % von
insgesamt 736 Einwohnern), 1871 97 (15,4 % von 630), 1885 105 (16,7 % von 630),
1895 117 (19,7 % von 594), 1905 92 (15,3 % von 601). Bis weit ins 19.
Jahrhundert hinein lebten die jüdischen Familien überwiegend vom Vieh- und
Warenhandel; einige waren als Metzger tätig. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es
auch einige jüdische Handwerber (je ein Schneider, Buchbinder und einen
Petschaftstecher)
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule (1844 bis 1934 Israelitische Elementarschule), ein rituelles Bad und ein
noch im 17. Jahrhundert angelegter Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibung der Stelle
unten von 1878). Um 1865 wird als Lehrer J. Eichengrün genannt. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz
in Kassel.
Die Israelitische Elementarschule in Meimbressen wurde im September 1844
auf Anregung des damaligen Rabbiners Dr. Roman (Kassel) gegründet. Der erste
Lehrer A. Rotschild (bis 1846) hatte 11 Jungen und 13 Mädchen zu unterrichten.
Damals lebte auch noch der alte Lehrer der Gemeinde, ein polnischer "Rebbe"
namens Wolff Katz, der 1857 im Alter von 90 Jahren starb. Weitere Lehrer an der
Elementarschule waren im 19. Jahrhundert: Lehrer Lissauer (1847-1852), Michel
Fackenheim aus Lispenhausen (nach 1853), Isaac Eichengrün aus Niedenstein
(1858-1875), (Lehrer Müller (bis 1877), Abraham Hammerschlag aus Falkenberg
(1878 bis zu seinem Tod 1908, siehe Berichte unten), Herbold Löwenstein (von
1909-1934). In den 1920er-Jahren hatte die Schule nur noch wenige Schüler. Sie
blieb dennoch bis zur ihrer Aufhebung 1934 bestehen, da es die damals einzige
jüdische Schule im Kreis Hofgeismar war.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Louis Goldwein (geb.
3.5.1884 in Meimbressen, gef. 21.9.1915). Außerdem sind gefallen: Harry
Perlstein (geb. 11.3.1892 in Meimbressen, vor 1914 in Kassel wohnhaft, gef.
12.8.1917) und Simon Perlstein (geb. 17.4.1876 in Meimbressen, vor 1914 in
Kassel wohnhaft, gef. 30.3.1917).
Um 1924, als 78 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (12,3 %
von insgesamt 632 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Jakob
Frankenberg und Jakob Vosenberg. Als Lehrer, Kantor und Schochet war der bereits
genannte Lehrer Herbold
Löwenstein tätig. Er erteilte in Meimbressen sieben Kinder den Unterricht.
Auch in einigen umliegenden Orten war er als Religionslehrer tätig. 1932
waren die Gemeindevorsteher Jakob Frankenberg (1. Vors.), J. Voremberg I (2.
Vors.) und Leopold Goldwein (Schatzmeister). Lehrer Herbold Löwenstein
unterrichtete inzwischen wieder elf Kinder. An jüdischen Vereinen gab es
die Wohlfahrtsvereine Chewrah Gemilus Chesed (1932 unter Leitung
von Levy Frankenberg) und den Frauenverein Chewras Noschim (1932 unter
Leitung von Ida Goldwein mit 20 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet:
Unterstützung Ortsarmer und Durchreisender).
1933 lebten noch 51 jüdische Personen in Meimbressen (9,0 % von 566
Einwohnern). In
den folgenden Jahren ist ein großer Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung, der
Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
Vier Familien konnten nach Palästina emigrieren, zwei in die USA, andere nach
Holland und Südafrika. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagoge und
die jüdische Schule im Inneren völlig zerstört (s.u.), jüdische Häuser und
Wohnungen überfallen und verwüstet - in manchen Haushalten "gab es keine
heile Tasse mehr". Wenig später wurden die letzten jüdischen Einwohner gezwungen,
Meimbressen zu verlassen. Sie verzogen nach Kassel, darunter der letzte
jüdische Gemeindevorsteher Jakob Frankenberg, der wie einige andere auch, von
Kassel aus deportiert wurde.
Von den in Meimbressen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", links: Ausschnitt
Meimbressen der Gedenktafel im Stadtmuseum
Hofgeismar): Viola Alexander geb.
Löwenstein (1900), Gretchen Blum geb. Frankenberg (1902), Jakob Frankenberg
(1871), Röschen Frankenberg geb. Kander (1880), Meta Goldmeier geb. Goldwein (1886), Arthur Goldwein (1913), Hetty
(Betty) Goldwein (1894), Ida Goldwein geb. Hammerschlag (1883), Jakob Goldwein
(1870), Johanna Goldwein (1900), Julie Goldwein (1893), Leopold Goldwein (1887),
Levi Goldwein (1877), Levi Goldwein (28.8.1884), Marianne Goldwein (1926),
Mathilde Amalie Goldwein geb. Goldwein (1888), Minna Goldwein (1887), Ruth
Goldwein (1924), Sally Goldwein (1895), Toni Goldwein (1896), Kurt Hirschberg
(1921), Witwe Hirschberg (), Erna Jacobs geb. Goldwein (1905), Else Jacoby (1890), Frieda Katzenberg
geb. Hammerschlag (1880), Harry Löwenstein (1904), Herbold Löwenstein (1872),
Rosalie Löwenstein geb. Adler (1873), Salomon Löwenstein (1871), Hilde
Meyerstein geb. Löwenstein (), Rosa
Rosenthal geb. Goldwein (1885), Bertha Rothenberg geb. Frankenberg (1874), Betty
Sitzmann geb. Hirschberg (1892), Abraham Vorenberg (1894), Adolf Vorenberg
(1889), Hannelore Vorenberg
(1927), Josef Vorenberg (1927), Pinna (Bina) Vorenberg geb. Goldwein (1889),
Amalie Weinberg (1863),
Helene Wolff geb. Goldwein (1884).
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Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1878
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juli 1878: "Die
hiesige israelitische Religions- und Elementarlehrerstelle, verbunden mit
Vorsängerdienste, ist vakant. Gehalt fixo jährlich 750 Mark, für
Heizung 90 Mark nebst freier schöner Wohnung mit 2 Hausgärten. Einkommen
außerdem für Schechita circa 100-120 Mark; weitere Nebeneinkünfte circa
200 Mark und soll bei guten Leistungen eine Gehaltserhöhung
stattfinden.
Meldungsgesuche sind alsbald an Unterzeichnete mit nötigen Zeugnissen
einzureichen.
Meimbressen, Regierungsbezirk Kassel. Die Gemeindeältesten." |
| Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich
erfolgreich Lehrer Abraham Hammerschlag. |
25jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Abraham Hammerschlag (1903)
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. November
1903: "Meimbressen. Herr Lehrer Hammerschlag feierte dieser
Tage das 25jährige Jubiläum seines hiesigen Wirkens". |
Zum Tod von Lehrer Abraham Hammerschlag (1908)
Meldung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4.
Dezember 1908: "In Meimbressen (Hessen) ist der Lehrer und
Kantor Abraham Hammerschlag nach 30jähriger Amtstätigkeit
gestorben." |
Nach Ende der Israelitischen Konfessionsschule (1934, Dokument von 1939)
Dokument
aus Arnsberg, Bilder S. 148: "Der Landrat - Hofgeismar, den 14.
Februar 1939. An den Herrn Regierungspräsidenten in Kassel.
Betrifft: Schulunterricht an Juden. Verfügung vom 31. Januar 1939.
Die letzte jüdische Schule in Meimbressen ist im Jahre 1934
aufgehoben worden. In den Volksschulen des Kreises ist kein jüdisches
Kind mehr vorhanden. Besondere Einrichtungen für jüdische Kinder wurden
nicht getroffen. Die Zahl der jüdischen Kinder unter 10 Jahren ist dazu
zu gering." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Die jüdischen Viehhändler aus
Meimbressen bekommen Probleme mit der Gewerbeordnung (1911)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juli 1911: "Kassel,
28. Mai (1911). Wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung hatten sich am
Montag fünf jüdische Viehhändler aus Meimbressen zu verantworten.
Meimbressen ist ein Ort mit 641 Einwohnern; darunter befinden sich 20
jüdische Familien. Ein Metzger ist im Orte nicht vorhanden. Seit
Jahrhunderten betreiben die jüdischen Einwohner Hausschlachterei, bis in
neuester Zeit bei der Staatsanwaltschaft Beschwerden darüber eingelaufen
sind. Die Angeklagten hatten nämlich die nach jüdischer Religionsvorschrift
ihnen zum Genuss verbotener Teile an Christen unter Tagespreis verkauft.
Die Anklage wirft ihnen vor, mit solchem Fleisch einen schwunghaften
Handel getrieben zu haben, wozu ihnen keinerlei Konzession erteilt worden
war. Sie hätten sich dadurch des Vergehens gegen die Gewerbeordnung
schuldig gemacht und seien entsprechend zu bestrafen. Die Angeklagten
bestritten aber, im Sinne der Gewerbeordnung einen Handel betrieben zu
haben. Der Staatanwalt beantragte für jeden der Angeklagten 30 Mark
Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kaufmann, bat um
Freisprechung. Das Gericht kam auch zur Freisprechung. Es
begründete den Freispruch damit, dass die Angeklagten ihre
Schlächtereibetriebe schon vor dem Jahre 1888 betrieben hätten. Im Jahre
1888 sei die Novelle zur Gewerbeordnung erschienen, die alle neuen
Schlachtanlagen anmeldepflichtig machte. Eine nachträgliche Genehmigung
von Schlachtanlagen sieht aber das Gesetz nicht vor und aus diesem Grunde
müsse die Freisprechung erfolgen." |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Markus Goldwein (1922)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1922: "Meimbressen, 30. Januar (1922). Einen fast unersetzlichen Verlust
hat unsere Gemeinde durch den Tod des Herrn Markus Goldwein erlitten. Er
gehörte zu den Männern, die so recht im Judentume wurzeln und aufgehen
und bei denen die Heilige Wahrheit
Mittelpunkt ihres Sinnens und Denkens ist. So war auch sein leben und
Wirken ein stets Werben für Gott und sein heiliges Wort. Wie gern
forschte er in der Tora und in anderen heiligen
Schriften! Seine liebte Lektüre war die Psalmen,
deren Wortlaut er auswendig kannte und die er täglich rezitierte. Sein
Herz war durchglüht für die gewissenhafte Erfüllung der Mizwos
(Gebote), die er selbst mit einer Gewissenhaftigkeit ausübte, die als
mustergültig bezeichnet werden muss. Mit Eifer hielt er auch die
Erhaltung des regelmäßigen Gottesdienstes, den er insbesondere an
Festtagen mit seiner klangreichen Stimme versah, wobei er seine Gemeinde
zur tiefen Andacht hinriss. Was er in Beziehung von Wohltätigkeit
gewirkt, davon darf und soll nicht gesprochen werden, dann nach seinen
Grundsätzen brauchte die linke Hand nicht zu wissen, was die rechte tat.
So war es denn kein Wunder, dass das Gefolge bei der Beerdigung ungewöhnlich
groß war; aus weiter Ferne waren die Scharen herbeigeströmt, um den
edlen Manne die letzte Ehre zu erweisen. Im Hause sprach der Schwiegersohn
des Verstorbenen, Herr Karl Wolff aus Aurich, in dieser Ergriffenheit
Worte des Schmerzes und des Trostes, und am Grabe schilderte Herr Lehrer Löwenstein
in wohl durchdachter Rede das Leben dieses besonderen
Frommen. Möge Gott die
trauernde Familie nach dieser Trauer dem Leben und Streben wiedergeben. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
80. Geburtstag von Karoline Grünenklen geb. Hecht (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1928: "Grebenstein,
11. November (1928). Am 1. November beging Frau Karoline Grünenklen geb.
Hecht, im nahen Meimbressen in größter körperlicher Rüstigkeit und
Geistesfrische ihren 80. Geburtstag." |
Silberne Hochzeit von Levi Frankenberg und Mathilde
geb. Kander (1928)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1928:
"Grebenstein, 10. Dezember (1928). Ihre Silberne Hochzeit
begingen im nahen Meimbressen Herr Levi Frankenberg und Ehefrau
Mathilde geb. Kander." |
70. Geburtstag von Jakob Vorenberg I (1929)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1929: "Meimbressen,
24. Juli 1929. Seinen 70. Geburtstag beging in größter Rüstigkeit und
geistiger Frische Jakob Vorenberg I dahier." |
70. Geburtstag von Lehrer Josef Vorenberg (1935; geb. 1865 in Meimbressen, fast
40 Jahre Lehrer in Reinheim)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1935:
"Reinheim, 14. Juli. (1935). Montag, den 22. Juli (21. Tamus)
begeht Herr Lehrer Vorenberg dahier in voller, körperlicher und geistiger
Frische und Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Herr Vorenberg, der nahezu
vier Jahrzehnte dahier überaus segensreich wirkt, erfreut sich in allen
Kreisen der größten Wertschätzung und Liebe. Möge es ihm vergönnt
sein, noch viele Jahre zum Segen seiner Gemeinde und für ganz Israel
zu wirken, möge ihm an der Seite seiner gleichgesinnten Gattin ein lange,
an Freuden reicher Lebensabend beschieden sein. (Alles Gute) bis
120 Jahre." |
Zum Tod von Isak Vorenberg
(1938)
Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Februar 1938:
"Personalien. Meimbressen, Bezirk Kassel, 13.
Februar. Am 1. des Monats (gemeint wohl am 1. Adar = 2.
Februar 1938) verschied hier im Alter von 76 Jahren Isak Vorenberg. Der
Heimgegangene war ein Mann des Friedens und ein Freund der Tora. Wo es
galt, Awoda (Gottesdienst) und Wohltätigkeit zu üben, sah man ihn
an erster Stelle. In uneigennützigster Weise versag er seit längerer
Zeit den Dienst als Chasan (Vorbeter). An der Bahre sprach Herr
Lehrer Kleeblatt, Kassel, und im Hause Herr Wormser, Grebenstein,
Worte der Würdigung und des Trostes. Seine Seele sei eingebunden in
den Bund des Lebens." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betsaal in einem der jüdischen
jüdischen Häuser eingerichtet. Vor dem Bau der Synagoge befand sich der
Betsaal in Hause von Moses Goldwein.
1837 beantragte der damalige Gemeindeälteste Samuel Katzenstein bei den
Behörden die Genehmigung zum Bau einer Synagoge. 1841/42 konnte der Bau
durchgeführt, die Synagoge am 5. November 1842 eingeweiht werden. Es
handelte sich um einen langgestreckten Fachwerkbau mit steilem Sattelbach,
dessen östlicher Teil die Synagoge bildete. Im westlichen Teil befanden sich
die Schule und die Lehrerwohnung. Der
Betsaal hatte 46 Plätze für Männer, 30 für Frauen. Bei der Synagoge stand
eine Mazzenbäckerei. Grundstück und das Synagogengebäude standen im
Eigentum von 16 jüdischen Gemeindegliedern - erst 1930 wurde die jüdische
Gemeinde - nachdem sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt
wurde - Besitzerin der Synagoge und des Grundstückes.
1926 wurde die Synagoge renoviert. Dabei erfuhr die Gemeinde
Unterstützung durch die Gebrüder Rosenbaum in Uniontown/USA (Simon Rosenbaum
war aus Meimbressen gebürtig) und von Max Klee (Chicago).
Beim Novemberpogrom 1938 wurde der
Innenraum der Synagoge und die Schule vollständig zerstört, die Torarollen und
die Kultgegenstände wurden in die Nebel geworfen. Nach 1945 erfolgte ein
Teilabbruch des ehemaligen jüdischen Gemeindezentrums: 1949 wurde der Teil mit
dem Synagogenteil abgebrochen, 1970 der Teil mit der Schule.
1988 wurde ein Gedenkstein für die ehemalige Synagoge aufgestellt
mit dem Text: "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir. Herr, höre meine
Stimme. Ps. 130,1 und 2. Hier stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde
Meimbressen (November 1842 - November 1938). Dieses Gotteshaus wurde am 10.
November 1938 durch nationalsozialistische Gewalttäter zerstört. Juden wurden
vertrieben verschleppt und getötet. Dieses Unrecht wird nicht vergessen. Herr,
vergibt uns unsere Schuld. Meimbressen, November 1988. Die politische Gemeinde
Calden. Die evangelischen Kirchengemeinden der Gemeinde Calden. Die katholische
Kirchengemeinde Calden-Grebenstein."
Adresse/Standort der Synagoge: An der
Nebelbeeke 3 1932:
Ortsstraße 87.
Fotos
(Quelle: oberes Fotos aus Arnsberg Bilder S. 148 bzw.
Fremde im eigenen Land s.Lit. S. 103; Foto
1986 und Plan aus Altaras 1988 S. 44, Foto 1990 Heimatgeschichtlicher Wegweiser
S. 73; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.6.2008)
Historische Aufnahme der
Synagoge
(um 1927) |
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Blick auf das
Synagogengebäude |
Innenansicht, links der
Toraschrein |
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Teilabbruch des Gebäudes
-
dargestellt auf Plan |
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Der Plan zeigt das
ehemalige Synagogengebäude, die abgebrochenen Teile und die übrig
gebliebene Mitte des Synagogengebäudes, die zu einem Wohnhaus umgebaut
wurde. |
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Das Wohnhaus nach dem
Teilabbruch des Synagogengebäudes
(1986/1990) |
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Am Bildrand rechts der 1988
aufgestellte Gedenkstein |
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Das o.g. Wohnhaus im Juni
2008
und der Gedenkstein |
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Der Gedenkstein - zum Text
siehe oben |
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Rechts: die im Stadtmuseum
Hofgeismar ausgestellte Goethe-Ausgabe war ein Bar-Mitzwa Geschenk des
Lehrers Herbold Löwenstein für Sally Frankenberg, Meimbressen 1919 (Stadtmuseum
Hofgeismar) |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| April 2010:
Die Verlegung von "Stolpersteinen" ist
geplant |
Artikel in der "Hessischen
Allgemeinen" (hna.de) vom 24. April 2010 (Artikel):
"Erinnerung an jüdische Mitbürger wach halten. Stolpersteine gegen das Vergessen.
Hofgeismar. Mit so genannten Stolpersteinen soll die Erinnerung an ermordete jüdische Mitbürger in mehreren Kommunen im Landkreis Kassel wachgehalten werden.
Noch in diesem Jahr sollen in Grebenstein,
Calden, Immenhausen und Espenau die ersten Steine verlegt werden..." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 64-67. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 148. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 44-45. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 44-45. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 72-73. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 507-508. |
 | Fremde im eigenen Land. Beiträge zur Kultur- und
Sozialgeschichte der Juden in den alten Kreisen Hofgeismar, Kassel,
Wolfhagen und in der Stadt Kassel. Hofgeismar 1985 S. 103 und passim.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Meimbressen
(now part of Calden) Hesse-Nasseau. Survivors of the Chmielnicki massacres
of 1648-49 reinforced the community, which adopted their Polish rite and customs.
The community had a large burial ground and established a synagogue in 1842. It
maintained an elementary school (1844-1934) and numbered 134 (18 % of the total)
in 1861. Affiliated with Kassel's rabbinate, it declined to 51 in 1933. The
interior of the synagogue was destroyed on Kristallnacht (9-10 November
1938) and by 1939 all the Jews had left, 33 emigrating. At least 15 perished in
Nazi camps.

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