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Hofgeismar (Kreis
Kassel)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Hofgeismar bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17.
Jahrhunderts zurück. 1616 gab es zwei jüdische Haushaltungen in der Stadt, wenig
später waren es - noch in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges - vier
jüdische Haushaltungen.
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763), in dem die Stadt sehr unter den
Kriegskosten zu leiden hatte, musste die Stadt bei einigen Juden Geld aufnehmen:
je 50 Taler bei Heinemann Michel, Aser Itzig und Schmul Nathans Witwe. 1789 wurden 102 jüdische Gemeindeglieder gezählt (4,9 % von insgesamt
2.061 Einwohnern). Die meisten jüdischen Familien lebten in der Nähe der
Synagoge. Alte jüdische Familien waren die Familien Mandel, Hecht, Levisohn und
Heilbrunn.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: um 1800 40 jüdische Familien, 1827 189 jüdische Einwohner (5,9 % von
insgesamt 3.195 Einwohnern), 1834 243 (7,4 % von 3.260), 1861 219 (5,9 % von
3.718), 1871 198 (5,0 % von 3.942), 1885 178 (4,1 % von 4.341), 1895 137 (2,8 %
von 4.758), 1900 111 (2,4 % von 4.621), 1905 85 (1,7 % von 4.874), 1910 72 (1,5
% von 4.765). Die relativ rasche Abwanderung aus Hofgeismar seit Ende des 19.
Jahrhunderts hatte einen Grund darin, dass bei den preußischen Wahlen die
Antisemiten in Hofgeismar die Führung erlangten.
Bereits seit 1807 waren die jüdischen Einwohner der Stadt
gleichberechtigte Bürger. 1834 war erstmals ein jüdischer Einwohner Mitglied des
außerordentlichen Bürgerausschusses. Trotz der schnellen Integration kam es zu
schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Einwohner im Revolutionsjahr
1848, wodurch mehrere Familien zur Flucht nach Kassel gezwungen waren (siehe
Bericht unten). 1863 war ein Mitglied der Familie Heilbrunn Mitgründer des
Turnvereins Hofgeismar. Der Kaufmann Hermann Heilbrunn war bis 1919
Stadtverordneter.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1811 wird erstmals eine
öffentliche jüdische Schule in Hofgeismar mit damals 18 Schülern genannt
(Lehrer: Mendel Simon). Sie bestand zunächst nur bis 1813, dann wieder ab 1823.
1855 hatte die Schule 41 Schüler und war damals eine der größeren jüdischen
Schulen in Kurhessen. 1876 wird als Lehrer ein Herr Levy genannt (siehe Anzeige
unten). Wegen zu geringer Schülerzahl wurde die Elementarschule 1908
aufgelöst, nachdem sie bereits seit 1901 unter 10 Schüler hatte. Letzter
Elementarlehrer war (seit 1899) Salomon David, der 1908 nach Ziegenhain
wechselte. Bis 1915 hatte die Gemeinde noch einen eigenen Religionslehrer,
danach wurde der Religionsunterricht durch auswärtige Lehrer, zunächst aus Zierenberg,
später aus Meimbressen erteilt. Die
Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat in Kassel.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Julius Löwy (geb.
28.2.1895 in Bühne, gef. 13.5.1916), Alfred Mathias (geb. 25.5.1891 Hofgeismar,
gef. 25.6.1915), Siegfried Wallach (geb. 21.3.1893 Hofgeismar, gef. 23.4.1915).
An die Gefallenen erinnerte eine Anfang September 1921 in der Synagoge mit einem
feierlichen Akt eingeweihte Gedenktafel (siehe Bericht unten). In der Synagoge
hing bereits eine andere Gedenktafel, die an den im Krieg 1870-71 gefallenen
Louis Eisenberg erinnerte.
Um 1925, als noch 47 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (0,9 %
von insgesamt 5.043 Einwohnern), war der Gemeindevorsteher Louis Heilbrunn.
Die damals sieben schulpflichtigen jüdischen Kinder erhielten ihren
Religionsunterricht durch Lehrer H. Löwenstein aus Meimbressen.
1932 war Gemeindevorsteher Hermann Heilbrunn (Bahnhofstraße), Schatzmeister
Felix Hakesberg (Marktstraße). Weiterhin kam Lehrer Löwenstein aus Meimbressen
zum Unterricht der jüdischen Schulkinder nach Hofgeismar. Im Schuljahr 1931/32
waren es noch fünf Kinder. An jüdischen Vereinen gab es noch den
Israelitischen Frauenverein (1932 unter der Leitung von Johanna Löwy; Zweck und
Arbeitsgebiet: Unterstützung hilfsbedürftiger Frauen und Kinder).
1933 lebten noch 37 jüdische Personen in der Stadt (0,7 % von 5.137
Einwohnern). In
den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bereits 1933 kam es
zu schweren Misshandlungen von Gemeindegliedern durch SA-Leute, verbunden mit
falschen Beschuldigungen. Der Gemeindevorsteher Hermann Heilbrunn verstarb 1935;
er war im Frühjahr 1933 von SA-Leuten misshandelt worden (Familie lebte
Bahnhofstraße 21; Grab im jüdischen Friedhof), seine Frau Lydia geb.
Freudenthal verzog 1939 nach Frankfurt (von dort aus deportiert), die Kinder in
die USA (Ilse) bzw. nach Niederländisch-Indien (Alfred); von der Familie Louis
Heilbrunn (wohnhaft Marktplatz 9, Textilgeschäft) verzogen die Eltern (Louis
und Rosa) nach Köln, die Töchter (Thea und Erna) nach Holland. Von den sechs
Personen der Familie des Metzgermeisters Hakesberg ist ein Sohn 1933 verstorben;
die Eltern (Felix und Hedwig Hakesberg) und eine Tochter (Irma) zogen nach
Brakel (von dort deportiert), zwei weitere Töchter (Erika und Else) nach
England. Von zwei Familien Mathias ist eine innerhalb Deutschlands verzogen (Siegfried
Mathias mit Frau Franziska geb. Elsbach und Sohn Hans-Alfred nach
Wuppertal-Elberfeld; Ehepaar von dort deportiert; Sohn kam mit Kindertransport
nach Großbritannien); von den sieben Personen der anderen Familie sind fünf
nach Dortmund verzogen (Ehepaar Albert und Bienchen Mathias mit drei Töchtern),
zwei in die USA (Söhne Erich und Ernst). Die Familie des Textilkaufmanns
Goldschmidt (fünf Personen, wohnte in der Petristraße) emigrierte 1936
beziehungsweise 1939 in die USA; die Mutter von Frau Paula Goldschmidt geb.
Löwy - Johanna Löwy - kam nach der Deportation ums leben. Fünf weitere
Personen verzogen innerhalb von Deutschland. Letzter Gemeindevorsteher war nach
dem Tod von Hermann Heilbrunn Siegfried Mathias. Beim Novemberpogrom 1938 sind
die noch in Hofgeismar lebenden jüdischen Personen teilweise schwer misshandelt
worden. Am 29. Juli 1939 konnte die lokale Zeitung berichten: "Hofgeismar
frei von Juden!".
Von den in
Hofgeismar geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; abgeglichen mit den
Gedenktafel im Museum Hofgeismar, vgl. Foto links): Benno Adler (1867),
Erna Bähr geb. Leser (1891), Siegfried Bastheim (1878), Käthe Berg geb.
Marcus (1878), Erna Blitz geb. Heilbrunn (1907), Hugo Brandenstein (1872),
Julius Brandenstein (1877), Max Brandenstein (1874), Ida Cohen geb.
Wallach (1897), Berta Cohn geb. Wallach (1890), Jenny Eisenberg geb.
Ullmann (1859), Marie Friederike Eisenberg (1893), Felix Hakesberg (1878),
Hedwig Hakesberg geb. Königheim (1883), Irmgard (Irma) Hakesberg (1908),
Lydia Heilbrunn geb. Freudenthal (1878), Rosa Heilbrunn geb. Katz (1875),
Frieda Kahn-Hut geb. Wertheim (1880), Emma Löwenstein geb. Brandenstein
(), Johanna Löwy geb. Brandenstein (1866), Alma Löwy (), Else Machol
geb. Mathias (1910), Wilhelm Markert (1894), Albert Mathias (1873),
Bienchen Mathias geb. Israel (1873), Edith Mathias (1913), Franziska (Franze)
Mathias geb. Elsbach (1897), Grete Mathias (1907), Siegfried Mathias (1889),
Theodor Regensberg (1881), Rosalie Reifenberg geb. Brandenstein (1863),
Siegmund Rosenberg (1863), Bella Rosenthal geb. Heilbronn (1880),
Julius Schild (1885), Adelheid Wallach geb. Abt (1857), Johanna Weinberg
geb. Liebenstein (1a886), Kurt Weinberg (1921), Otto Wolf (1881), Marta
Wolf geb. Jacobson
(1887).
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Von 1945 bis um 1950 bestand in der
Nähe der Stadt ein großes Lager für jüdische Displaced Persons und
KZ-Überlebende.
Links:
Jüdische DPs (Displaced Persons), die im Hausbau unterrichtet werden -
nach 1945 im DP-Lager in Hofgeismar
Quelle: The Encyclopedia of Jewish Life s.Lit. unten Bd. I S.
520). |
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Anzeige von Lehrer Levy (1876)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Januar 1876:
"Eine erfahrene Haushälterin wird gegen gutes Salair, womöglich
auf sofort, gesucht. Näheres bei Herrn Lehrer Levy in
Hofgeismar." |
Lehrer Salomon David wechselt von Hofgeismar nach Ziegenhain (1908) - die
jüdische Schule wird aufgelöst
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1908: "Hofgeismar,
17. August. Nach Versetzung der Herren Lehrer David in Hofgeismar nach
Ziegenhain und Plaut in Rodenberg (Kreis Rinteln) nach Meerholz sind die
israelitischen Schulen in Hofgeismar und Rodenberg wegen allzu geringer
Schülerzahl vom 1. Oktober an aufgelöst." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Antijüdische Ausschreitungen im Revolutionsjahr 1848
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Mai 1848:
"Kassel, 2. Mai (1848). Die Exzesse gegen Personen und
Eigentum in den Landständen und Dörfern, namentlich gegen Beamte und
Juden, nehmen auf eine bedauerliche Weise überhand; von Hofgeismar,
Melsungen, Rothenburg und
Breidenbach sind Judenfamilien mit ihren
geretteten Habseligkeiten hier eingetroffen; zugleich ist aber heute eine
Anzahl der Exzedenten gefesselt eingebracht worden. Es ist endlich einmal
Zeit, gegen diese Übertäter, deren Absicht lediglich auf Plünderung und
Raub gerichtet ist, energisch einzuschreiten und die Gesetze wieder zu
Ansehen zu bringen. Vor allen Dingen sind die Aufwiegler und Verführer in
Haft zu nehmen und den Gerichten zu überweisen; die öffentliche Stimme
hat deren schon Mehre bezeichnet. So sollen namentlich in Rothenburg ein
Advokat und ein Kaufmann, der sich in seinem Gewerbsbetriebe durch die
Juden beengt fühlt, die dortigen Szenen veranlasst haben. Milde und
Nachsicht wäre hier ein Verbrechen gegen das Land. (O.P.A.Z.)." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Eisen- und Manufakturwarengeschäftes Felix
Kleeberg (1866)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Dezember 1866:
"Für einen jungen Mann, der kleine Reisen vorzunehmen hat, und ein
guter Verkäufer sein muss, ist in meinem Eisen- und
Manufakturwaren-Geschäft eine Stelle offen.
Hofgeismar (Kurhessen). Felix Kleeberg." |
Anzeige des Herrengarderobe- und Manufakturwarengeschäftes von Jacob Heilbrunn
(1876)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Januar 1876:
"Für mein Herrengarderobe- und Manufaktur-Warengeschäft,
suche unter günstigen Bedingungen einen Lehrling zu
engagieren.
Hofgeismar (Hessen). Jacob Heilbrunn." |
Anzeige des Getreidegeschäftes Hermann Kleeberg (1891)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. April 1891: "Für
mein Getreidegeschäft (Sonnabend und Feiertage geschlossen) suche per 15.
Mai einen angehenden Commis.
Hofgeismar. Hermann Kleeberg." |
L. A. Heilbrunn sucht zur Mithilfe ein Mädchen (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Mai 1900:
"Für mein Komptoir und zeitweise Haushalt suche ich aus
besserer jüdischer Familie bei Station im Hause ein junges
Mädchen
zum baldigen Eintritt. Schabbat und Feiertag streng
geschlossen. Gefällige Offerten mit Gehaltsansprüchen erbitte
sofort.
L.A. Heilbrunn,
Hofgeismar." |
Anzeige von Frau Brandenstein (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1901: "Suche
ein Mädchen, welches in der Küche erfahren und die Hausarbeit mit
übernimmt für ein älteres Ehepaar.
Frau Brandenstein, Hofgeismar." |
Verlobungsanzeige für Lea Kujawski und Hermann Wallach (1923)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1923: "Lea
Kujawski - Hermann Wallach. Verlobte.
Mannheim F 4.3 - Frankfurt am Main - Hofgeismar.
Zu Hause: so Gott will, Schabbos Nachmu, den 28. Juli
(1923)." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser oder
eine erste Synagoge vorhanden.
1764 konnten die jüdischen Familien der Stadt eine Synagoge bauen. Sie
hatte (zumindest zuletzt) etwa 50 Männer- und etwa 30 Frauenplätze. Aus
der Geschichte der Synagoge liegen nur wenige Berichte vor - einer von 1921, als
eine Gedenktafel für die drei Gefallenen der jüdischen Gemeinde eingeweiht
wurde:
Einweihung der Gefallenengedenktafel in der Synagoge (1921)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. September 1921: "Hofgeismar,
8. September (1923). Am Sonntag fand in der hiesigen, festlich
geschmückten Synagoge durch Landrabbiner Dr. Walther die Einweihung der
Gedenktafel für die im Weltkriege 1914/18 gefallenen Mitglieder der
hiesigen israelitischen Gemeinde statt. Die Feier, zu welcher die Spitzen
der Behörden, eine Abordnung des hiesigen Regiments usw. erschienen
waren, nahm einen überaus würdigen Verlauf." |
Bereits vor 1933 hatte die Gemeinde
Schwierigkeiten, einen regelmäßigen Minjan zustande zu bekommen (Zehnzahl der
jüdischen Männer zum Gottesdienst). Man half sich mit sogenannten "Minjanmännern"
aus Kassel, damit wenigsten an den hohen Feiertagen Gottesdienste in Hofgeismar
stattfinden konnten.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge im inneren geschändet und
zerstört, später abgebrochen. Das daneben stehende frühere Schulhaus der
Gemeinde ist erhalten und wurde nach 1945 lange als Wohnhaus verwendet.
Eine einfach Hinweistafel weist am Synagogengrundstück darauf hin: "Hier
stand die im Jahre 1764 erbaute Synagoge der Jüdischen Gemeinde von Hofgeismar.
Das Gebäude wurde am 9. und 19. Nov. 1938 durch die Nationalsozialisten innen
zerstört und später abgerissen".
Adresse/Standort der Synagoge: Petryplatz
5 (1932)
Fotos
(Quelle: historisches Foto aus Arnsberg Bilder S.
94; Innenansicht: Stadtmuseum Hofgeismar; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.6.2008)
Die Synagoge
- Außenansicht 1939 |
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Die ehemalige
Synagoge in Hofgeismar am Petryplatz, aufgenommen im Herbst 1939. Zur
Straße hin ist der nach Osten gerichtete, kleine Vorbau des Toraschreines
erkennbar. Rechts im Hintergrund - mit dem hohen Schornstein - ist das
Schulgebäude erkennbar. |
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Die Synagoge
- Innenansicht 1939 |
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Innenansicht der
Synagoge Hofgeismar. Rechts Toraschrein mit "ewigem Licht". Die
Buchstaben stehen für abgekürzt: oben "Krone der Tora",
darunter "Erkenne, vor wem du stehst". Links an der Wand
Gedenktafel für den im Krieg 1870/71 gefallenen Louis Eisenberg; links
Almemor mit Vorlesepult zum Auflegen der Torarolle während der Lesung. |
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| Modell
im Stadtmuseum Hofgeismar (siehe weitere
Seite):
Synagoge, jüdische Schule und Mikwe in Hofgeismar |
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| Synagogengrundstück und
ehemaliges jüdisches Schulhaus im Juni 2008 |
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| Oben: Hinweistafeln für die
ehemalige Synagoge und jüdische Schule |
Blick auf das
Grundstück der ehemaligen Synagoge; links ungefähr ähnliche Perspektive
wie die historische Ansicht von oben; die Synagoge stand auf dem mit
Bäumen bewachsenen Grundstück - das hohe Gebäude links ist auch auf dem
historischen Foto zu sehen; ein Stück des (gelb gestrichenen) ehemaligen
Schulgebäudes ist gleichfalls zu sehen. |
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Das ehemalige
Schulgebäude oberhalb des Synagogengrundstückes |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| April 2010:
Die Verlegung von "Stolpersteinen" ist
geplant |
Artikel in der "Hessischen
Allgemeinen" (hna.de) vom 24. April 2010 (Artikel):
"Erinnerung an jüdische Mitbürger wach halten. Stolpersteine gegen das Vergessen.
Hofgeismar. Mit so genannten Stolpersteinen soll die Erinnerung an ermordete jüdische Mitbürger in mehreren Kommunen im Landkreis Kassel wachgehalten werden.
Noch in diesem Jahr sollen in Grebenstein, Calden, Immenhausen und Espenau die ersten Steine verlegt werden...". |
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| August 2010:
Die erste Verlegung von
"Stolpersteinen" wird in Hofgeismar im Dezember stattfinden
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Artikel von Peter Kilian in der
"Hessischen Allgemeinen" vom 18. August 2010 (Artikel):
"Runder Tisch in Hofgeismar sucht Paten für Namenstafeln. Stolpersteine sollen an Nazi-Opfer erinnern
Hofgeismar. In über 500 Orten Deutschlands wird mittlerweile mit Stolpersteinen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Noch in diesem Jahr sollen mit Hofgeismar, Grebenstein, Immenhausen, Calden und Espenau fünf weitere Kommunen aus dem Kreis Kassel hinzukommen.
Ein fester Termin steht bereits für Hofgeismar fest. Am 9.Dezember sollen in der früheren Kreisstadt 21
Steine im Straßenpflaster versenkt werden, die an jüdische Bürger erinnern, die in Konzentrationslagern ermordet
wurden...". |
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| Dezember 2010:
Über die Verlegung von
"Stolpersteinen" in Hofgeismar und Grebenstein |
Artikel von Peter Kilian in der
"Hessischen Allgemeinen" vom 7. Dezember 2010 (Artikel):
"Platten erinnern in Grebenstein und Hofgeismar an Naziopfer - 41 neue Stolpersteine kommen in die Erde.
Hofgeismar/Grebenstein. In über 500 Orten Deutschlands und auch im Ausland wird bereits mit Stolpersteinen an Menschen jüdischen Glaubens gedacht, die Opfer der Nazidiktatur wurden. Morgen und am Freitag sollen die ersten Stolpersteine im Kreisteil eingelassen werden. In Hofgeismar und Grebenstein wird die Aktion des Kölner Künstlers Gunther Demnig umgesetzt..." |
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| Januar
2011: Auszeichnung für Julia
Drinnenberg für ihr Engagement in der Erinnerungsarbeit
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Artikel in HNA.de vom 15. Januar
2011 (Artikel):
"Zeichnerin hält die Erinnerung an die von Nazis ermordeten jüdischen Mitbürger wach
Hofgeismarer Bürgerpreis für Julia Drinnenberg.
Hofgeismar. Julia Drinnenberg, die in der Region bekannte Zeichnerin, Illustratorin und Karikaturistin, ist mit dem Bürgerpreis 2011 der Stadt Hofgeismar ausgezeichnet worden...". |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Hofgeismar Hesse-Nassau.
Dating from around 1695, the community built a synagogue in 1764 and numbered
102 (5 % of the total) in 1783, growing to 243 (over 7 %) in 1834. Rioters
attacked Jews there during the 1848 revolution. Affiliated with Kassel's
rabbinate (1898), the community maintained a school (1867-1908), but dwindled to
111 (2 %) in 1900 and 37 (less than 1 %) in 1933. In 1937 the synagogue became
town council property under the Nazis, one third of the Jews left by 1938, and
the small communities in nearby Liebenau and Niedermeister finally disappeared.
On Kristallnacht (9-10 November 1938), the remaining Jewish homes and
stores were vandalized. Ten Jews emigrated while at least 14 perished in the
Holocaust. More than 2.000 Jewish Displaced Persons were temporarily housed
there after Worldwar II.

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