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Königstein im Taunus
(Hochtaunuskreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Seite erstellt unter Mitarbeit von Eva Groth-Pfeifer)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Königstein lebten jüdische Familien bereits im Mittelalter,
die mit den Juden aus Falkenstein zur benachbarten jüdischen Gemeinde in
Kronberg gehörten und die dortigen Einrichtungen benutzten. Erstmals werden Ende des
13. Jahrhunderts Juden in der den Herren von Falkenstein gehörenden
Stadt erwähnt (Stadtrechte seit 1313): 1294 wurden die jüdischen
Familien von Adolf von Nassau an Werner von Falkenstein-Münzenberg verpfändet.
Bis 1310 werden mehrfach Juden beziehungsweise jüdische Familien
genannt. Danach waren für längere Zeit aus unbekannten Gründen keine Juden
mehr in der Stadt, möglicherweise verzogen sie nach Frankfurt, wo 1328 Vivelin von
Königstein,
1346 Seld und 1347 Thamar von Königstein erwähnt werden. Erst in der 1. Hälfte des 15.
Jahrhunderts hört man wieder von Juden in Königstein, die 1434 dem Reich
Krönungssteuer bezahlten.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht auf das 18./19. Jahrhundert
zurück. 1730 werden 6 jüdische Einwohner gezählt, 1750 15, 1770 13, 1790 9.
Die Zahl der jüdischen Einwohner blieb auch im 19. Jahrhundert überschaubar (1802 11, 1825 32, 1843 53, 1870 60 in 19
Familien, d.h. 4,3 % der Gesamteinwohnerschaft von 1.411 Personen, 1885 53, 1895
56, 1900 56) und erreichte erst im
20. Jahrhundert den Höhepunkt von 65 jüdischen Einwohnern (1905)
beziehungsweise 76 (1925, 2,6 % der Gesamteinwohnerschaft von 2.903
Personen). Zunächst war im 18./19. Jahrhundert in dem benachbarten
Kronberg die jüdische Hauptgemeinde der drei Orte Königstein, Kronberg und
Falkenstein. Seit 1807 bildeten allerdings die Königsteiner und Falkensteiner
Juden eine selbständige Gemeinde mit Sitz in Falkenstein. 1815
lebten in Falkenstein
acht und in Königstein drei jüdische Familien. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich
Königstein unter anderem durch Zuzug einiger Familien aus Frankfurt immer mehr zur Hauptgemeinde: 1868 zählte
Königstein einschließlich der in Falkenstein und Neuenhain etwa 100 jüdische
Personen. 1908 wurde die jüdische Gemeinde in Kronberg aufgelöst und mit Falkenstein
und Königstein zur "Israelitischen Gemeinde Königstein"
zusammengeschlossen.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem
jüdischen Friedhof
in Kronberg, seit Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem jüdischen Friedhof
in Falkenstein beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
ein Lehrer angestellt, die zugleich als Vorbeter und Schochet angestellt war
(vgl. Ausschreibung der Stelle unten von
1871).
Die jüdischen Familien lebten Anfang des 19. Jahrhunderts
vom Handel mit Ellenwaren und Vieh. Um 1900 gab es auch ein jüdisches Restaurant mit
Hotel, ein Sanatorium, Handlungen und Metzgereien, die jüdischen Familien gehörten.
Sigmund Henlein betrieb
eine Landwirtschaft. Unter den bekannten Königsteiner Familien ist die Familie
des Baron von Rothschild beziehungsweise von Goldschmidt-Rothschild zu nennen
(Villa Rothschild s.u.).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Unteroffizier
Mayer Henlein gen. Marx (geb. 14.4.1876 in Königstein, vor 1914 in Herne,
Westfalen wohnhaft, gef. 16.11.1916) und Siegmund Thalheimer (geb. 27.12.1874 in
Königstein, vor 1914 in Wallau wohnhaft, gef. 28.1.1916).
Um 1925, als etwa 75 Personen aus Königstein zur jüdischen Gemeinde
gehörten (1,4 % der Gesamteinwohnerschaft von ca. 3.000 Personen), waren die
Vorsteher der Gemeinde Siegmund Henlein, Adolf Heß und L. Wreschner aus
Frankfurt. Vorsteher der Repräsentanz war Dr. Albert Sondheimer (Firma Beer
Sondheimer u. Comp.). Die Gemeinde war dem Rabbinatsbezirk Wiesbaden zugeteilt.
1932 betrug die Zahl der Gemeindeglieder 75 (von ca. 3.500 Einwohnern).
Vorsteher der Gemeinde waren Adolf Heß (Metzgermeister und Restaurateur,
Klosterstraße), Wilhelm Gemmer
(Kirchstraße) und Sally Strauß (Kronberg). Die Kaschruth-Aufsicht lag bei
Rabbiner D. Hofmann in Frankfurt. Als Lehrer war zuletzt Siegfried Wetzler tätig
(Ölmühlenweg 19). Er erteilte im Schuljahr 1932/33 sieben schulpflichtigen
jüdischen Kindern den Religionsunterricht. Zur jüdischen Gemeinde Königstein
gehörten damals aus Kronberg 20, aus Falkenstein 15 jüdische Personen.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 17 jüdische Familien mit zusammen 73 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1937 lebten noch 20
jüdische Personen in der Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die
Synagoge angezündet und zerstört (s.u.): mehrere der jüdischen Privathäuser
wurden überfallen und demoliert. Die Villa Rothschild (s.u.) wurde auf
Anweisung von Bürgermeister Müllenbach vom Reichsarbeitsdienst umstellt und
vor Zerstörung geschützt. Das Haus sollte nach Planungen Müllenbachs als
Kurhaus dienen (nicht zuletzt als Folge dieser Eigenmächtigkeit wurde
Müllenbach am 1. Juni 1939 aus seinem Amt entlassen). Das unter jüdischer
Leitung stehende Sanatorium Dr. Kohnstamm (s.u.) wurde 1939 enteignet. Die letzten jüdischen Einwohner wurden im
September 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Von den in Königstein geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Isaak Bamberger (geb. ?), Albert Cahn (1888),
Bernhard Cahn (1869), Ludwig Cahn (1871), Rosa Cahn geb. Rosenthal (1860), Rosa
Cahn (1901), Mina Friedemann geb. Thalheimer (1872), Elise (Louise) Gemmer geb. Henlein (1869), Gertrud Gemmer (1904),
Bertha Henlein (1881), Betty Henlein (1884), Hugo Henlein (1893), Josef Henlein
(1889), Julius Henlein (1892), Lina Henlein (1887), Paula Henlein (1886), Joseph Herzheimer (1878),
Adolf Hess (1889), Berta Hess geb. Mayer (1893), Werner Bernhard Hess (1935),
Elise Heymann geb. Cahn (1862), Louis Kahn
(1883), Klementine Mayer geb. Hammel (1868), Irma Mendel (1901), Josefine (Pepi)
Musseleck geb. Löbl (1873), Johanna Oppenheim geb. Cahn (1856), Anna Maria
Ostrowka geb. Borsch (1900), Moritz Seligmann (1881), Fanny Steinberg (1906),
Günter Steinberg (1939), Heinz Steinberg (1929), Helmut Steinberg (1927).
Hinweis auf
Königstein im Taunus als "Judenkurort" - Zitat aus dem Wikipedia-Artikel
"Geschichte von Königstein im Taunus"
(Stand: 17.8.2010):
"Königstein galt als 'Judenkurort' - dies wurde vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus zum Thema. Hohe Anteile an jüdischen Gästen (z.B. Otto Klemperer, Kurt Hahn, Carl Sternheim, Botho Graef) erreichten vor allem das international bekannte
Sanatorium Dr. Kohnstamm (der Name blieb auch nach dem Todes des Begründers Oskar Kohnstamm im Jahre 1917 erhalten) und das
Hotel Cahn, das wegen des koscheren Essens Anziehungspunkt für viele Frankfurter Juden war, die ab dem Jahre 1906 bequem mit der Eisenbahn in kurzer Zeit für einen Tagesausflug anreisen konnten (Felix Nussbaum ist beispielsweise in der Dokumentation
'Juden in Königstein' als Gast des Hotels Cahn vermerkt).
Da Königstein auch ein Prominentenwohnsitz jüdischer Bürger war (z.B. Mathilde von Rothschild, Sigismund Kohn-Speyer, L. Albert Hahn, Hermann Wronker, Julius Blau, die Familie von Richard Musgrave), kamen über deren Freunde und Gäste wiederum bekannte "Namen" in die Kurstadt. So fällt auf, dass der Dichter Stefan George, der nachweislich bei seinem Schulfreund Oskar Kohnstamm verkehrte, nach dessen Tod und dem Verkauf des Sanatoriums zu seiner Schwester - Anna George - zwei Strassen weiter zog. Dort empfing er Mitglieder des George-Kreises für die speziell Zimmer angemietet worden waren. Hierzu gehörte beispielsweise Ernst Morwitz, mit dem er wanderte und ihm über den Aufstieg zur Burg Falkenstein ein Gedicht
widmete. Georges und Kohnstamms altbewährter Schulfreund Karl Wolfskehl hatte wiederum Kontakte eine Strasse weiter zum Sanatorium Dr. Amelung. Dort führten freundschaftliche Beziehungen zur Wolfskehl-Dynastie in Darmstadt sogar so weit, dass in der Familie Amelung die evangelische Patenschaft für ein Mitglied der Familie Wolfskehl übernommen worden war (so berichtet Prof. Walther Amelung in seinen Lebenserinnerungen).
Der Kommissarische Bürgermeister nahm im Jahre 1938 Stellung, indem er in der Diskussion um die Arisierung ein Fortbestehen des Sanatoriums Kohnstamm damit kommentierte, dass der
'Ruf Königsteins als 'Judenkurort' in nicht wieder gut zu machender Weise erneut
befestigt' werden würde. Hier ist wiederum anzumerken, dass der neue Besitzer des renommierten Sanatoriums Kohnstamm - Carl Frankl - als Bruder des berühmten Jagdfliegers Wilhelm Frankl, ebenfalls für Popularität sorgte.
Im Jahre 1937 entzogen sich noch 24 Inhaber von Pensionen dem Druck, einen Zusatz in das Verzeichnis aufnehmen zu lassen – doch im Jahre 1938 führten alle 54 Pensionen und Gastbetriebe in der Beilage zum Wohnungsanzeiger den Zusatz:
'Sämtliche Häuser werden judenfrei geführt.'.
Auch nach dem 2. Weltkrieg zog es berühmte Persönlichkeiten jüdischer Abstammung nach Königstein. So verbrachte z.B. Max Dessoir hier seinen Lebensabend, ebenso wie die Gemahlin des Verlegers Samuel Fischer und Tante Ruth Landshoffs - Hedwig, geb. Landshoff. Beide verstarben in Königstein. Der Besuch Paulette Goddards, der Ehefrau Charly Chaplins ist ebenfalls verbürgt." |
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1871
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1871: "Die
israelitische Kultusgemeinde zu Königstein sucht zum sofortigen Eintritt
einen qualifizierten Religionslehrer, welcher auch im Schächten geübt
ist. - Anmeldung und Entgegennahme der näheren Bedingungen bei dem
Unterzeichneten.
Königstein, 25. Mai 1871. Samuel Henlein, Vorsteher." |
Über Lehrer Josua Thalheimer (1905, vor 1875 in
Königstein)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Mai 1905:
"Falkenstein im Taunus.
Am 1. Mai schied der hiesige israelitische Lehrer Thalheimer aus seiner
beinahe 35 Jahre innegehabten Stellung, um in den Ruhestand zu treten.
Seine Amtstätigkeit begann er 1855 in Hochheim
am Main, wirkte in Schierstein,
Lorsbach und Camberg, um dann anfangs
der 70er-Jahre zunächst nach Königstein und 1875 nach Falkenstein
überzusiedeln". |
| Anmerkung: unklar ist die Nennung von
Lorsbach, da es dort zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde gab,
vermutlich auch zu keiner Zeit mehrere jüdische Familien gelebt
haben. |
Lehrer Kahn wirbt für seine Pension (1906)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. Mai 1906:
"Pension. Israelitische Knaben und Mädchen finden zur
weiteren Ausbildung beste Aufnahme in der Familienpension des Taunus; gute
Mädcheninstitute, sowie Rektoratschule am Platze. Nachhilfe in allen
Fächern.
Lehrer Kahn, Königstein im Taunus.
Daselbst sind zwei elegante möblierte Zimmer zu
vermieten." |
Kantor Leo Rosenblüth verlässt die Gemeinde (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1929:
"Königstein im Taunus, 17. Juli (1929). Herr Leo Rosenblüth, der
die hiesige Kantorenstelle seit drei Jahren vertretungsweise versehen hat,
verlässt nunmehr seinen Posten, da dieser von jetzt ab mit einem
ständigen Lehrer und Schochet besetzt wird. Herr Rosenblüth hat es in
den Jahren seiner Wirksamkeit stets verstanden, durch die Schönheit
seines geschulten Gesangs sowie durch die besondere Wärme seines Vortrags
auch das anspruchsvollste Kurpublikum zu fesseln. Die Gemeinde sieht Herrn
Rosenblüth mit größtem Bedauern scheiden." |
Lehrer Siegfried Wetzler betreibt eine Knabenpension (1930 / 1933)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
3. Juli 1930: "In Königstein im Taunus finden
erholungsbedürftige Knaben in bester waldreicher Höhenlage liebevolle
Aufnahme und fürsorgliche Pflege bei Lehrer Wetzler, Oelmühlweg
19. Näheres Inserat." |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1933: "Im
Hause des Lehrer Wetzler in Königstein (Taunus) finden Knaben im
Alter von 5-12 Jahren dauernde, auch vorübergehende Aufnahme, auch
Nachhilfeunterricht. Es ist ein echt jüdisches Familienheim, in dem die
Kinder reichliche, kräftige Ernährung und beste geistige Pflege finden.
Näheres Inserat" (s.u.). |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1933: "Königstein
(Taunus) 450 m. über dem Meer. In unserem Hause finden Knaben im
Alter von 5-12 Jahren dauernde, auch vorübergehende Aufnahme.
Überwindung von Schwierigkeiten durch Nachhilfeunterricht. Unser Haus ist
ein echt jüdisches Familienheim. Reichliche, kräftige Ernährung, streng
koscher geführte Fleisch- und Milchküche. Beste Referenz. Wetzler,
Lehrer, Ölmühlweg 19." |
Aus dem jüdischen
Gemeinde- und Vereinsleben
Über Königstein, seine jüdische Gemeinde und das
Hotel Cahn (1930)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19.
Juni 1930: "Königstein, die Perle des Taunus, wird
nicht umsonst das deutsche St. Moritz genannt, und so gerne von 'Jehudim'
als Erholungsort aufgesucht. Königstein ist wegen der hervorragenden
Heilwirkungen seines Klimas, durch seine glückliche Lage im Herzen
Deutschlands und durch seine eigenartigen Reize für die Erholung geradezu
auserwählt. Dazu kommt, dass es alle Bequemlichkeiten eines modernen
Luftkurortes bietet, ohne allzu große Ansprüche an den Geldbeutel zu
stellen. In Königstein ist nicht eine Gaststätte, die auch nur den
geringsten antisemitischen Charakter trägt. Der orthodoxe Jude, der in
Königstein eine schöne Synagoge vorfindet, freut sich, an Sabbaten und
Feiertagen einen erbauenden Gottesdienst nach streng gesetzestreuem Muster
beiwohnen zu können. Eine Mikwo (rituelles Bad), wie sie schöner keine
Großstadt aufzuweisen hat, kennzeichnet den streng orthodoxen Charakter
der Kultusgemeinde. Im Hotel Cahn wird eine geradezu ideale
Verpflegung und aufmerksame Bedienung geboren. In den Sommermonaten findet
täglich allabendlich Gottesdienst in den Räumen dieses Hotels
statt." |
Vorstandswahl (1930)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Januar 1931:
"Vorstandswahl in Königstein. Bei der am Sonntag, den 28. Dezember
stattgefundenen Wahl eines Kultusvorstehers wurde mit Stimmenmehrheit Herr
Metzgermeister und Restaurateur Adolf Heß als Kultusvorstand für den
Synagogenbezirk Königstein - Falkenstein -
Kronberg
gewählt." |
Gemeindebeschreibung für Königstein im April 1937 (!)
Artikel
im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" im
April 1937 S. 26-27: "Königstein.
Uraltes Städtchen, 3000
Einwohner, Burg aus der Zeit der Frankenkönige. Nach manchem Wechsel der
Herrschaft, - Münzenberg, Falkenstein, Eppstein, Stollberg herrscht hier
- kam es 1581 zu Kurmainz und wurde, seit 1313 schon Stadt, nun
Landesfestung. 1796 sprengten sie die Franzosen. 1803 kam Königstein an
Nassau, 1866 an Preußen. Ende 1918 bis 30. Juni 1930 war es von den
Franzosen besetzt, die es zum Sitz eines Verwaltungsbezirks machten. Seit
etwa 100 Jahren Höhenluft-Kurort, besonders für Nervöse. Seit einigen
Jahren bevorzugter Wintersportplatz. Juden finden sich etwa seit
der Stadtwerdung Königsteins dort. So wird 1328 der Geldverleiher Vivelin
genannt, 1346 die Jüdin Thamar, 1347 eine Jüdin Selda.
Etwa seit dem Verfolgungsjahr 1349 bis in die Zeit nach dem 30jährigen
Kriege hört man nichts von Juden. Dann scheinen sie wieder aufzutauchen.
1672 ergeht ihnen wie allen kurmainzischen Juden Verbot, sich während der
Predigtzeiten an christlichen Sonn- und Feiertagen auf der Straße sehen
zu lassen, 1682 das Verbot, christliches Gesinde, besonders aber
christliche Säugammen zu halten. 1783 erhalten sie Gewerbefreiheit, das
Recht öffentliche Schulen zu besuchen, Grund und Boden zu erwerben.
Häuser zu bauen oder zu erwerben. Landwirtschaft zu treiben! sogar
Gleichberechtigung im Gerichtsverfahren. Streitigkeiten zwischen Juden und
Juden entscheidet allerdings in erster Instanz der Mainzer kurfürstliche
Landesrabbiner. Eine selbständige Gemeinde scheint in all diesen Zeiten
nicht bestanden zu haben. Die Königsteiner Juden gehörten zur Gemeinde
Kronberg, deren Gottesdienste sie wahrnahmen und deren Friedhof sie
benutzten. Als mit dem Zuzug wohlhabender Juden aus Frankfurt und der
Nachbargemeinden auch die Wohlhabenheit der Gemeinde stieg, während
Kronberg zurückging, wurde allmählich Königstein zur Hauptgemeinde.
Eine stattliche Synagoge entstand zu Anfang dieses Jahrhunderts. Die alten
Torarollen und Gebetbücher aus Kronberg und Falkenstein wurden
hingebracht und hier Gottesdienste für die drei Judenschaften gehalten.
Die Größe der Gemeinde blieb ziemlich stetig: 1905:65 Seelen, 1913 - 66
Seelen, 1924 - 42 Seelen, 1937 - 57 Seelen (15 Familien). Vorsteher ist
Herr Adolf Hess, Religionslehrer und Prediger Herr Wetzler. Eine jüdische
Volksschule ist nicht vorhanden, obschon sie im vorigen Jahr erörtert
wurde, aber der ganze Kreis einschließlich Homburg v.d.H. zählt nur noch
17 schulpflichtige Kinder. - Die Gemeinde gehört zum Rabbinatsbezirk Wiesbaden.
Der Steuersatz, der noch vor wenigen Jahren 1 % betrug, beträgt heute 6
1/2 v.H.!
Sehenswert: Die Synagoge, Seilbahnweg 9, erbaut 1907, ein
zweitürmiger, schlanker Ziegelbau mit hohem, hellem Innenraum. |
Darin
ein Memorbuch aus der Kronberger Synagoge, 1807 von Feis ben Wolf,
Oberursel und seiner Frau Rom, Tochter von Hirsch Kronenburg, gestiftet,
unter sämtlichen neueren Memorbüchern wohl das schönste, in Großfolio
mit bunter Titelzeichnung und wundervoller Schrift. Eine Haftoroth-Rolle
stammt von denselben Spendern. - Moderne Mikwa unter der Synagoge. Der
Friedhof ist etwa 70 Jahre alt, an der Straße, die vom Hauptweg
Königstein-Falkenstein nördlich von der Burg Falkenstein und dem Erholungsheim
ostwärts führt, auf der rechten Seite, genau nördlich vom Luisenturm. -
An jüdischen (nicht rituellen) Gaststätten: Hotel Cahn, Klosterstraße
2, Sanatorium Dr. Kohnstamm, Ölmühlweg 12.
Von allgemeinem Interesse: Die Burgruine, das großartige Schloß, das
Kurhaus, das alte Rathaus, einige schöne Fachwerkhäuser und Villen. Schöne
Ausflüge: Auf den Großen Feldberg über Rotes Kreuz (ganz in der Nähe
Römer-Kastell!). In 3 1/4 Std. oder über den Tilmannsweg, Dreiborn und
Kl. Feldberg 2 1/2 Std. - Abwärts über Falkenstein, Fuchstanz,
Hattsteiner Schlag, Falkenstein in 2 Std. -
Der Feldberg, einer der schönsten Berge Deutschlands, 881 m ü.M. mit
geräumiger Gipfelfläche und hohem Aussichtsturm. Unterkunftsmöglichkeit
(W. Brunhildenfest) Aussicht von der Eifel bis zum Spessart, von der Hardt
bis zur Rhön. - Auf dem Altkönig (798 m) durch Falkenstein, dem roten
Zeichen nach, hinter dem Wasserreservoir nach rechts zur Häselerbank, von
dort über die vorgeschichtlichen Ringwälle auf dem Wege mehrere
großartige Ausblicke zum aussichtslosen Gipfel. 2 1/2 Std. - Weitere
Ausflüge nach Schmitten, nach Oberreifenberg, Glashütten, Ruppertsau. - Übrigens
nach allen Richtungen Autobus-Verbindungen. - Von Königstein,
Südwestausgang, den Pfaffenstein (darauf Rothschild-Villa in
schönem Park) südlich umgehend, auf gutem, vielfach sehr
aussichtsreichem Wege, 1/2 Stunde nach Falkenstein. |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Prominente Gäste in der Villa Rothschild
(1895)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. September
1895: "In der Villa des Barons Willy von Rothschild (sc. gemeint:
Wilhelm Carl von Rothschild) in Königstein im
Taunus fand am 8. dieses Monats mittags große Galatafel statt, zu welcher
die Kaiserin Friedrich mit Gefolge und der Prinz von Wales eingetroffen
waren. Nach der Tafel pflanzten die hohen Herrschaften im Rothschild'schen
Park je einen Baum." |
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Abbildung
der "Villa Rothschild" in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 31. Januar 1901: "Villa des Herrn Baron Willy
- das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - in Königstein im
Taunus."
Die Abbildung steht innerhalb eines Artikels mit der Schilderung der
Beisetzungsfeier für den verstorbenen Freiherr Wilhelm Carl von
Rothschild. |
Ehrung der Baronin Rothschild (1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1900. "Eine
Ehrung der Baronin Rothschild. Die städtischen Körperschaften in
Königstein ernannten Freifrau Mathilde von Goldschmidt-Rothschild
anlässlich ihres 90. Geburtstages zur Ehrenbürgerin der
Stadt." |
Zur Geschichte der Villa Rothschild (Falkenheimer
Str. 7-9 - ab September 2006 "Villa Rothschild Hotel &
Restaurant")
Die Villa ist in den Jahren 1888 bis 1894 für
den Bankier Wilhelm Carl von Rothschild (1828 – 1901) und seine Gattin Hanna
Mathilde als Sommersitz erbaut worden. Die Pläne hat ein Wiener Architekt
gefertigt. Die Fertigstellung wurde glanzvoll gefeiert; unter den Gästen waren
unter anderem Kaiserin Viktoria, die Gattin Friedrichs III. und der Prinz von
Wales. In den folgenden Jahren besuchten viele Fürsten und ungekrönte Häupter
in diesem Haus. Als Mathilde von Rothschild 1924 starb, übernahm ihr Enkel
Rudolf von Goldschmidt-Rothschild (1881-1963) das Anwesen. Unter dem Druck des
Naziregimes trat er es vor der Emigration 1938 an Georg von Opel ab, der es
wenige Jahre später an die "Reichsgruppe Banken" und die "Wirtschaftsgruppe
Freier Banken" abtrat. Gerade zu jener Zeit war das Objekt einer großen
Gefahr entgangen. Im Zuge des Novemberpogroms gegen die Juden sollte die Villa
Rothschild gebrandschatzt werden. Der damalige kommissarische Bürgermeister Müllenbach
ließ sie jedoch durch eine Abteilung des Reichsarbeitsdienstes abschirmen. Er
hoffte, das wertvolle Objekt im Zuge der sogenannten Arisierung in städtischen
Besitz zu bringen. Weitere
Geschichte nach 1938 bei www.sonnenhof-koenigstein.de und neueste
Geschichte bei www.business-travel.de und www.villa-rothschild.com
(von hier auch das Foto oben links).
Vgl. auch Wikipedia-Artikel
zu Mathilde von Rothschild und Wikipedia-Artikel
zu Wilhelm Carl von Rothschild. |
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Historische
Ansichtskarte von Königstein mit der Villa Rothschild- gelaufen 1903
(aus der Sammlung von Eva Groth-Pfeifer) |
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Aktuelle Fotos unten |
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Adolf Heß wird als Magistratsschöffe gewählt
(1930)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1930: "Königstein,
20. Januar (1930). Bei den Wahlen in das Stadtparlament wurde Herr
Restaurateur Adolf Heß als Magistratsschöffe gewählt." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen des Restaurants Sandanell
(1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Mai 1900: "Mitte
Mai eröffne ich ein Feines Restaurant in Königstein im Taunus,
Frankfurter Straße 7.
Die Leitung ist der Aufsicht der Israelitischen Religionsgesellschaft in
Frankfurt am Main unterstellt. Klara Sandanell." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1900:
"Königstein im Taunus. Restaurant Sandanell. Unter Aufsicht Seiner
Ehrwürdigen Herr Rabbiner Dr. Brauer. Feines Restaurant. - Zivile
Preise." |
Das Hotel Kahn sucht einen Schomer und Schochet (1903)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 7. Mai 1903:
"Gesucht wird über die Saison ein junger Mann, der
als
Schomer und Schochet
fungieren kann. Offerten an
Hôtel Kahn. Königstein im Taunus." |
Anzeige des Hauses Helvetia (1906)
Anmerkung: aus der Anzeige geht nicht hervor, ob es sich um ein Kurhaus in
jüdischem Besitz gehandelt hat.
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Mai 1906:
"Königstein, Haus Helvetia.
Kleines Kurhaus, möbliert, Nähe des Waldes, mit Garten, ganz oder
geteilt zu vermieten. Zimmer Mark 1.80-2.80."
|
Neujahrsgrüße von Ferdinand Cahn und Frau
(1908)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. September
1908: "Statt Karten!
Allen Freunden und Gönnern herzliche Glückwünsche zum
Jahreswechsel.
'Gute Einschreibung und Versiegelung".
Ferdinand Cahn und Frau, Restaurateur, Königstein im
Taunus." |
Anzeige der Pension Baruch (1916)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. April
1916: "Königstein im Taunus. Pension Baruch, Ölmühlweg. Koscher.
Angenehmer Aufenthalt für Erholungsbedürftige. Auf Wunsch Diätküche.
Schöner Garten und Liegehalle." |
Anzeige der Metzgerei und Restauration von Adolf Hess
(1922)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1922:
"Für meine Schabbos und Jontef (Feiertag) geschlossene Metzgerei
suche ich einen jüngeren Gesellen, welcher selbständig schlachten und
Wurstmachen kann.
Adolf Hess, Metzgerei und Restauration, Königstein im
Taunus." |
Anzeige des Restaurants Cahn (1931)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1931:
"Familie Adolf Hess und Frau Cahn.
Restaurant Cahn, Königstein
wünschen allen werten Gästen, Freunden und Bekannten ein herzliches
"Einschreibung und gute Besiegelung". Gleichzeitig
empfehlen wir unsere geheizte Sukka (Laubhütte) für die
Feiertage.
Erstklassige und reichliche Verpflegung bei angemessenen
Preisen." |
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Links:
Foto des ehemaligen Restaurants - Hotels Cahn in Königstein (heute: Hotel
zum Feldberg, Klosterstraße 2;
Foto: Eva Groth-Pfeifer, eingestellt bei "wikipedia" (Link
zum Foto). |
Einzelne weitere Anzeigen aus den 1920er-Jahren - aus
der Dokumentation "Juden in Königstein"
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Anzeige des "Hotels-Restauration"
Cahn, Inh. Adolf Hess
|
Anzeige des
"Familien-Pensionates"
von Frau Dr. Oscar Kohnstamm |
Anzeige der
Farblederwerke
S. Marx & Söhne
|
Anzeige von S. S. Kahn,
Kirchgasse 7
|
Über das Sanatorium von Dr. Oskar Felix Kohnstamm in
Königstein
Hinweis: Dr. Kohnstamm entstammte einer jüdischen Familie, ist jedoch im Zusammenhang mit seiner Eheschließung mit der (nichtjüdischen)
Eva geb. Gad aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft ausgetreten. Kohnstamm ist
am 13. April 1871 in Pfungstadt geboren;
er starb am 6. November 1917 in Frankfurt am Main. Sein Vater Moritz Kohnstamm
war 1820 in Niederwerrn geboren und 1898
in Darmstadt gestorben. Dr. Kohnstamm praktizierte zunächst als Arzt im
Kurhaus Taunusblick in Königstein. Das von ihm geleitete Sanatorium
Kohnstamm wurde - ebenso wie die Synagoge - im Jahr 1906 in Königstein
eröffnet.
Über Kohnstamm siehe u.a. den Wikipedia-Artikel
Oskar Kohnstamm und die dort angegebenen weiteren Links und
Literatur.
Beitrag
von Eva Groth-Pfeifer über "Das ehemalige Sanatorium von
Dr. Oskar Felix Kohnstamm in Königstein" (aus: Jüdische
Gemeindezeitung Frankfurt 04/08 Seite 39, Quelle:
Website "thomas-mann-neuforschung.de"):
"Spuren berühmter Literaturwerke in Königstein lassen das
Taunusstädtchen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ein beliebtes
Ausflugsziel auch für die Frankfurter Juden galt, in einem neuen Licht
erscheinen. Wem ist schon bekannt, dass Motive zu dem Märchen 'Peterchens
Mondfahrt', viel mehr aber zum dem berühmten Roman 'Der Zauberberg' von
Thomas Mann, in dem ehemaligen Sanatorium von Dr. Oskar Felix Kohnstamm zu
finden sind?
Im Sanatorium des berühmten Neurologen wurden Künstler wie der
Expressionist Ernst Ludwig Kirchner, der Dirigent Otto Klemperer, der
Schriftsteller Carl Sternheim und auch der Autor des Märchens 'Peterchens
Mondfahrt', Gerdt von Bassewitz, behandelt. Der Sohn von Oskar Felix
Kohnstamm, Peter, dessen Geburtstag sich am 18. April 2008 zum 100. Mal
jährt, und seine Schwester Anneliese gelten als Vorbild für die
Hauptprotagonisten des Märchens, das 1911 in Königstein entstanden sein
soll, und das zu den Klassikern der deutschen Kinder- und Jugendliteratur
gehört. Peter Kohnstamm selbst legte die Spuren zu dem Roman 'Zauberberg'
in seinen in den neunziger Jahren publizierten Lebenserinnerungen. Durch
Anagramme, d.h. durch Buchstabenumstellungen beweist er darin, dass sein
Vater den Psychiater Dr. Krokowski in dem Roman 'Der Zauberberg'
verkörpert, und das mehrere Personen des Romans ebenfalls im
gesellschaftlichen Umfeld seines Vaters zu finden sind. Auch die baulichen
Gegebenheiten entsprechen denen der Erzählung. Das Sanatorium ist, wie
auch in der Geschichte beschrieben, klosterähnlich gebaut und hat einen
Kreuzgang mit Brunnenhof. Heute befindet sich in dem Gebäude auf dem
Öhlmühlweg in Königstein ein Institut für Marktforschung. Weitere
Informationen über E-Mail von
Eva Groth-Pfeifer. |
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| Hinweis zur Verbundenheit von Familie
Kohnstamm zur jüdischen Glaubensgemeinschaft - aus den Lebenserinnerungen
von Peter Kohnstamm (Lieder eines fahrenden Gesellen - Erinnerungen an
vergangene Zeiten. Königstein i.T. 1994 S. 18):
"Höchstwahrscheinlich Mutter zuliebe wurden wir Kinder als
Protestanten erzogen. Aber Vater, seiner Herkunft bewusst, war der
Meinung, dass mindestens sein jüngster Nachkömmling in die Tradition
seiner eigenen Ahnen eingeführt werden solle. Man beschloss, dass 'Tante
Bertha', Vaters erste Patientin, die zu dieser Zeit in Königstein in dem
koscheren Hotel Cahn wohnte und eine orthodoxe Jüdin war, mich samstags
in dem Speisesaal des Hotels unterrichten sollte". [Hinweise
von
Eva Groth-Pfeifer]. |
Anzeige des
Sanatoriums D. Kohnstamm (1924)
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins") vom 12. Juni 1924:
"Sanatorium D. Kohnstamm Königstein im Taunus
für Nerven-, innere Erkrankungen und Erholungsbedürftige.
Einreise besorgt in 24 Stunden das Sanatorium.
Dr. M. Friedemann Dr. B. Spinak."
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Zur Geschichte der Synagoge
Über mittelalterliche Einrichtungen in Königstein ist nichts bekannt.
Im 18. Jahrhundert besuchten die Königsteiner Juden die Synagoge in
Kronberg, seit Anfang des 19. Jahrhunderts meist die Synagoge in
Falkenstein.
Mit zunehmender Zahl der jüdischen Einwohner in Königstein bemühten sich
diese um die Einrichtung eines Betsaales beziehungsweise einer Synagoge in
Königstein. Spätestens 1848 - wahrscheinlich bereits nach 1837 - wurden von den jüdischen Familien in Königstein Gottesdienste
abgehalten, die damals (1848) von der Regierung als
"Winkelgottesdienste" verboten wurden. Das Haus, in dem
diese Gottesdienste stattfanden, war aller Wahrscheinlichkeit nach das Gebäude
des rituellen Bades in der Gerichtsstraße (ehem. Rentgasse) 15.
Hinweis: Das rituelle Bad ist erhalten, hergerichtet und kann besichtigt
werden.
Nach der Darstellung bei Altaras s. Lit. S. 124ff wurde dieses
Gebäude von den Königsteiner Juden 1837 gekauft und (offiziell nur) zu
einem rituellen Bad ausgebaut. Nach dem Kauf wird das Gebäude jedoch
(Brandkataster von 1838) steuerfrei als "Schule" geführt. Im
Jahr 1880/81 wird das Gebäude in der Grundsteuer-Rolle sogar als "Synagoge"
bezeichnet. "Offiziell" wird es in anderen Quellen (Brandkataster
1870) als einstockiges Badehaus ausgewiesen, 1875 als "Wohn- und
Badehaus". Nach einer im April 1992 durchgeführten Untersuchung des
Dachgeschossraumes im südöstlichen Gebäudeteil fand sich eine Vielzahl von
Farbschichten. Bei der 4. bis 8. Schicht (von insgesamt 15) wurde die blaue
Farbe verwendet, die auch sonst bei Synagogen die meistverwendete Farbe für die
Decken ist.
1861 bemühten sich die
Königsteiner Familien um die Einrichtung einer eigenen (neuen) Synagoge, zumal
durch die zahlreichen jüdischen Besucher, die im Sommer nach Königstein kamen,
ein würdiges Bethaus eingerichtet werden sollte. 1869 konnte ein erster
Bauplatz mit Unterstützung des Königsteiner Ehrenbürgers Sigismund
Kohn-Speyer erworben werden. Die
Verhandlungen zogen sich jedoch bis um 1900 hin, da für den Bau die
nötigen finanziellen Mittel fehlten. Schließlich wurde ein neuer Bauplatz am
Seilerbahnweg erworben; der alte Bauplatz wurde verkauft. Auf Grund einer
Stiftung der Baronin Mathilde von Rothschild in Höhe von 50.000 Mark war
schließlich der Bau möglich, der von Architekt Sigmund Münchhausen aus Köln
errichtet wurde (er war auch Architekt der Synagoge in Osnabrück). Es entstand ein zweitürmiger Ziegelbau mit hohem, hellem
Innenraum. Der Betraum hatte 72 Männer- und 34 Frauenplätze. Die Ausführung
des Baus lag in den Händen des Königsteiner Architekten Jakob Ohlenschläger.
Im Untergeschoss der Synagoge wurde ein rituelles Bad eingerichtet.
Ein Bericht zur Einweihung der Synagoge
am 13. September 1906 wurde in der "Allgemeinen
Zeitung des Judentums" am 5. Oktober 1906 veröffentlicht:
"Königstein
im Taunus, 22. September. Am 13. dieses Monats fand die Einweihung unserer
Synagoge statt. Sie begann mit dem Abschiedsgottesdienst in Falkenstein,
woselbst bisher die Synagoge bestand. Unter feierlichem Zeremoniell wurden die
Gesetzesrollen aus dem Schrein der alten Synagoge entnommen und in einem
Festzuge nach Königstein gebracht. Eröffnet wurde dieser durch eine
Musikkapelle, dann folgte der Synagogenchor aus Frankfurt, alsdann die am Bau
beschäftigt gewesenen Personen, Bezirksrabbiner und Kantor, die Toraträger,
die Vorstandsmitglieder und Ehrengäste, die Mitglieder der Kultusgemeinde,
denen sich sehr viele Glaubensgenossen, zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt,
angeschlossen hatten; die Vereine von Königstein und Falkenstein waren mit
ihren Fahnen mit im Zuge. Hierauf folgte die Feier in Königstein, eingeleitet
durch Gesang des Frankfurter Synagogenchors, Anzünden des ewigen Lichts, Umzug
und feierliches Einheben der Torarollen. Dann hielt Herr Bezirksrabbiner Dr.
Silberstein die Festpredigt und schloss mit einem Gebet für die kaiserliche
Familie. Der Feier wohnten der Vertreter des beurlaubten Landrates, die
städtischen Körperschaften von Königstein, der Gemeindevorstand von
Falkenstein, der evangelische Geistliche Herr Pfarrer Bender und viele andere
bei. Der Schöpfer der Synagoge ist der Baumeister Münchhausen aus Köln. In
hochherziger Weise hat Freifrau W. C. von Rothschild eine nicht unbedeutende
Beihilfe zum Synagogenbau zugesteuert. Abends fand ein Festessen im Saale
Procasky statt, an welchem Magistrat und Stadtverordnete, Herr Pfarrer Dr.
Elsenheimer und viele andere teilnahmen. Die einmütig betätigte Schmückung
der ganzen Stadt legte Zeugnis ab von dem guten Einvernehmen der Einwohnerschaft
aller Konfessionen. Möge diese Toleranz beständig fortdauern." |
Nur 32 Jahre war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen
Gemeindelebens in Königstein. Am 12. September 1931 konnte die
Königsteiner Gemeinde noch das 25-jährige Bestehen der Synagoge feiern,
allerdings nur mit einem Gottesdienst und einer Predigt, da "mit Rücksicht
auf unsere wirtschaftlichen Verhältnisse von einem offiziellen Festakt Abstand
genommen werden" muss..
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung
der Synagoge zunächst zerschlagen, anschließend wurde das Gebäude niedergebrannt. Die Brandruine wurde 1939 durch das Pionierbataillon
9 auf Kosten der Stadt Königstein teilweise gesprengt. Erhalten blieben die
Umfassungsmauern im Bereich der unteren Stockwerke.
Nach 1945 wurde unter Einbeziehung der erhaltenen Umfassungsmauern ein Wohnhaus
auf dem Synagogengrundstück erstellt. Eine Gedenktafel wurde
1978 gegenüber dem Synagogenstandort angebracht mit der Inschrift: "Hier
stand ab 1906 eine Synagoge, zerstört am 9.11.1938. Zum Gedächtnis an die
damals verfolgten jüdischen Mitbürger gestiftet von Christen beider
Konfessionen und Bürgern von Königstein 1978". Da sich der Standort der
Gedenktafel für Gedenkstunden jedoch als ungünstig erwies, wurde 1996
zum 90. Jahrestag der Synagogeneinweihung im Kurpark - mit Blick auf das
Synagogengrundstück - ein Synagogendenkmal mit einem Bronzemodell der
Synagoge aufgestellt. Hier findet jährlich im November eine Gedenkstunde der
Stadt Königstein, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und
der Kirchengemeinden zur Erinnerung an die Ereignisse beim Novemberpogrom und
zum Gedenken an die Geschichte und das Schicksal der früheren jüdischen
Einwohner Königsteins statt.
November 2006:
Presseartikel über die Gedenkstunde
am Synagogendenkmal zum 100. Jahrestag der Einweihung der Synagoge
(Die Artikel wurden von Eva Groth-Pfeifer zur Verfügung
gestellt) |
Artikel
in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 9. November 2006:
"Die Synagoge wäre heute 100 Jahre alt. Gedenken an das Jubiläum
und die Zerstörung durch die Nationalsozialisten" mit Foto (von
Dieter Rüchel): Die Königsteiner Synagoge - als Bronzemodell im
Kurpark.
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. |
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Artikel
in der "Königsteiner Woche" vom 16. November 2006: "Tradition
des Gedenkens aufrechterhalten". Mit Foto (Schermuth): "Zu
einer Gedenkstunde wider das Vergessen hatten sich Bürger, Vertreter
aller Parteien sowie der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde
auf Einladung der Stadt und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit (CJZ) am Modell der Synagoge (Bildmitte) im Kurpark
versammelt.
Zum Lesen des Artikel bitte Textabbildung anklicken. |
Adresse/Standort der Synagoge: Seilerbahnweg 9/11
Fotos
(Quelle: historische Ansichten der alten und neuen
Synagoge - wenn nicht anders angegeben - bei Altaras S. 126 und Arnsberg, Bilder s. Lit. S. 129;
historische Karten aus der Sammlung von Eva Groth-Pfeifer; neuere Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 5.4.2010)
| Die alte "Synagoge" /
Mikwe |
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Im Obergeschoss
des jüdischen Badhäuschens in der Gerichtstraße 15 war sehr wahrscheinlich
über mehrere Jahrzehnte
im 19. Jahrhundert ein inoffizieller Betsaal der
jüdischen Familien. Das Foto links aus einer Publikation zu Königstein
in alten Ansichten von Rudolf Krönke) |
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| Das
Gebäude in hervorragend restauriertem Zustand im Frühjahr 2010 mit Hinweistafel:
"Haus Gerichtsstrasse 15. In diesem Haus, errichtet an der Stelle des
Wachhäuschens des früheren Untertores der Stadt Königstein, befand sich
von 1837 bis 1901 ein rituelles Tauchbad (Mikwe) der jüdischen Gemeinde
Königstein, das bei der Sanierung des Hauses wieder sichtbar gemacht
wurde." |
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| Die neue Synagoge |
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Die Synagoge in Königstein |
Blick auf den Toraschrein in
der
Synagoge Königstein |
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Historische Karten
(Fliegeraufnahmen)
von Königstein
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links der Mitte
die Synagoge |
Teilansicht von Königstein
mit Blick auf die Synagoge |
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Auf dieser Karte
ist die Synagoge links im Vordergrund zu sehen;
rechts eine Ausschnittvergrößerung |
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Die Gedenktafel
für die
zerstörte Synagoge von 1978 |
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Die
Tafel wurde an der Straße gegenüber dem Synagogenstandort
angebracht. |
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| Die 1996
aufgestellte Bronzemodell der Synagoge; im Hintergrund das auf den
erhaltenen Grund-/Umfassungsmauern der Synagoge erstellte Gebäude |
Bronzemodell
mit Inschriftentafel: "Modell der am 13. September 1906 eingeweihten
und am 10. November 1938 zerstörten Synagoge, die auf der
gegenüberliegenden Straßenseite stand. In Erinnerung an die verfolgten
und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der
Stadt". |
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| Seitenansicht des
Bronzemodells |
Seitenansicht
mit Hinweis: "Modell: Eva Groth, Königstein. Errichtet 1996" |
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| Die
Rothschild-Villa (vgl. Wikipedia-Artikel
zu "Villa Rothschild") |
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| Hinweis zur
Rothschild-Villa |
Das
Gebäude beherbergt heute ein Hotel der Luxusklasse
(in der Liste "The Leading Hotels of the World") |
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Die Villa ist von einem 10 ha großen Park umgeben |
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Das ehemalige
Sanatorium
von Dr. Kohnstamm |
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Ansichten
des Gebäudes von der Straße |
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Der aufwändig
gestaltete
Eingangsbereich |
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Ergänzend:
Plan von Königstein von 1916
(Kopie erhalten von Eva Groth-Pfeifer) |
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Auf
dem Plan sind eingetragen: die Synagoge und das Sanatorium von Dr.
Kohnstamm. Links des Sanatoriums ist der "Park Hahn"
eingetragen. Besitzer war der Frankfurter (jüdische) Bankier Lucius
Albert Hahn (1889-1968), siehe Wikipedia-Artikel
zu L. Albert Hahn. Bereits die Eltern von Hahn - Ludwig Arnold Hahn
und Gertrude geb. Wertheimer - hatten in Königstein ihren Sommersitz
gebaut. Die Häuser Hahn und das Sanatorium Dr. Kohnstamm bildeten ein
Jugendstil-Ensemble. |
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Die "Villa
Hahn"
(Fotos erhalten von Eva Groth-Pfeifer) |
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Blick
auf die ehemalige Villa des Frankfurter Bankiers Lucius Albert Hahn |
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Eingangstüre
mit "Hahn" |
Wetterfahne
mit den Initialen
"L H" und dem Jahr der Erbauung 1914 |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 444-445; III,1 S. 654. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 452-458. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 129. |
 | Wilhelm Jung: Als er wieder kam. Kronberg 1979 S.
58-77. |
 | Heinz Sturm-Godranstein: Juden in Königstein.
Königstein 1998. |
 | Thea Altaras: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 124-131 (weitere
Literatur) |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 186. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 569-572.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Koenigstein
Hesse-Nassau. In 1301, ten Jewish families are mentioned in Koenigstein. Jews
lived in the town in the 15th century, but ultimately left for Frankfurt.
Centuries later, Jews again came to live in Koenigstein and contributed to its
development as a health resort. Numbering 60 (4 % of the total) in 1871, they
opened a sanatorium and dedicated a synagogue in 1906. Baron Wilhelm Karl von
Rothschild (1828-1901) maintained a palatial residence in 100 acres of land to
which the crowned heads of Europe were invited. Of the 73 Jews living in
Koenigstein in 1933, 50 had emigrated by November 1938. On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogue was burned down and Jewish homes were also
vandalized in neighboring Kronberg. At least 24 members of the community were
deported in 1942.

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