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Lehr- und Erziehungsinstitut
Pfungstadt mit
Eschollbrücken (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Pfungstadt - einem bereits auf mittelalterliche Zeiten
zurückgehenden regionalen Verwaltungs- und Gerichtssitz - bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17.
Jahrhunderts zurück. Die erste Erwähnung jüdischer Ortsbewohner ist
von 1571. Einige frühere hebräische Häuserinschriften
dürften in diese Zeit zu datieren sein (an den schon einige Zeit abgebrochenen
Häusern Mittelgasse 1, 1616 erbaut und
Bornstraße 12 oder das "Juddehäusche" genannte "Haus zum
Lamm").
Im 17./18. Jahrhundert hatte die jüdische Gemeinde bereits eigene
Einrichtungen, darunter einen eigenen Friedhof: Gemeinderechnungen
von Grasverkäufen nennen seit 1720 die Flur "Am alten Judenkirchhof". Später
wurden die Toten der jüdischen Gemeinde zumeist in Alsbach
beigesetzt, einzelne in Dieburg. Der Standort
des alten Friedhofes ist nicht mehr bekannt. Als erster
Gemeindevorsteher wird eine Jude namens Wolf genannt. Die jüdischen Familien
lebten im 18. Jahrhundert hauptsächlich vom Viehhandel. Eine erste Zahl ist von
1770 bekannt: damals waren 12 jüdische
Familien in Pfungstadt wohnhaft. 1796 bis 1801 werden in einem
Viehhandelsprotokollbuch die jüdischen Viehhändler Aaron, Herz und Löb
genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1828: 122 (4,3 % der Gesamteinwohnerschaft
von 2.799 Personen), 1861 234, 1871: 260 (5,9 % von insgesamt 4.412 Personen, 1900:
174, 1910: 91 jüdische
Einwohner. Seit den 1870er-Jahren ist die Zahl durch Aus- und Abwanderung
stark zurückgegangen. Bereits 1833 hatten 18 jüdische Familien eigenen
Haus- und Grundbesitz; die Häuser blieben meist über mehrere Generationen in
jüdischem Familienbesitz. Durch die Industrialisierung und die Entwicklung
Pfungstadt vom Bauerndorf zum Industriestädtchen kamen einige jüdische
Unternehmerfamilien nach Pfungstadt, die Unternehmen am Ort gründeten oder
übernahmen (Zündholzfabrik Siepmann, zuvor Walger; Zigarrenfabrik Freund,
Ziegelei Katzmann, zuvor Scherrer u.a.m.).
Ein Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule und ein rituelles Bad. Zudem war von 1857 bis 1907 am Ort ein in ganz
Deutschland bekanntes und im orthodoxen Judentum sehr geschätztes Israelitisches
Lehr- und Erziehungsinstitut vorhanden.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der
jüdischen Gemeinde Julius Jeidel (geb. 24.10.1896 in Pfungstadt, gef. 3.4.1918)
und Unteroffizier Joseph Wolf (geb. 10.12.1891 in Eschollbrücken, gef.
24.4.1918).
In den 1920er-Jahren (und
bis nach 1933) gehörten jüdischen Familien in Pfungstadt nach zahlreiche Gewerbebetriebe
am Ort:
drei Textilhandlungen, zwei Holzhandlungen, zwei Schuhwarenhandlungen, zwei
Metzgereien, eine Möbelhandlung, ein Kolonialwarengeschäft, eine Viehhandlung,
Handlung für Öle und Fette, ein Kaufhaus u.a.m.
Um 1925, als zur jüdischen Gemeinde
in Pfungstadt noch 76 Personen gehörten (1,9 % von insgesamt etwa 7.000
Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde: Moritz (Moses) Mainzer,
Leopold Rothschild und David Herz. Als Kantor und Schochet war Leo (Leib)
Zuckermann tätig. als Lehrer für die damals 10 schulpflichtigen jüdischen
Kinder war M. Simon angestellt. An jüdischen Vereinen bestanden: der
Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (Leitung Julius Levi, 22 Mitglieder) und
der Jüdische Frauenverein (Leitung Eva Herz, 22 Mitglieder; 1932 Leitung: Frau
von Abraham Rothschild). Zur jüdischen
Gemeinde in Pfungstadt gehörten damals auch die in Eschollbrücken und Hahn
lebenden jüdischen Einwohner (elf beziehungsweise vier Personen). 1932
waren die Vorsteher der Gemeinde weiterhin die oben genannten, bereits um 1925
genannten Personen. Der jüdische Lehrer Simon erteilte im Schuljahr 1931/32
acht Kindern der Gemeinde Religionsunterricht.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 73 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung,
des wirtschaftlichen Boykotts und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Insgesamt 49 jüdische
Einwohner verließen die Stadt, teilweise nach Frankfurt und Darmstadt. Als
letzten gelang Toni und Ludwig Herz (Borngasse/Ecke Kirchstraße), Lina und
Abraham Mayer sowie Leopold Rothschild im März 1941 die Auswanderung nach
Uruguay. Die noch verbliebenen jüdischen Einwohner
wurden am 18. März 1942 und am 28. September 1942 von der Gestapo abgeholt und
über das Sammellager in der Darmstädter Liebig-Oberrealschule in
Vernichtungslager des Ostens verschleppt.
Von den in Pfungstadt geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hans Daniel Barnass
(1907), Jonas (Julius) Blum (1877), Rosa Blum geb.
Rothschild (1895), Emil Fiebermann (1869), Julius Fleischmann (1884), Selma
Fleischmann geb. Loeb (1889), Mathilde Fröhling (1895), Fanny Goldschmidt geb. Wolff (1849),
Selma Hirsch geb. Meyer (1900), Auguste
Jeidel (1880), Joseph Jeidel (1874), Jenny (Jettchen) Jeidel (1885), Klara
Jourdan geb. Blum (1874), Rosa Jourdan geb. Blum (1867), Settchen Jülich geb.
Rothschild (1859), Golda Lerer geb. Kalinski (1897), Helma (Helene) Katz (1922),
Golda Lerer geb. Kalinski (1887), Martin Lerer (1937), Paul Lerer (1936), Sally
)Salomon) Lerer (1900), Agathe Levi(1904), Else (Elsa) Levi (1905), Meier Levi (1869),
Bella Levy geb. Löb (1883), David Loeb (1876), Hugo Luss (1877), Therese
Maier geb. Löb (1876), Isaak Meyer (1859), Bertha Plaut geb. Mainzer (1880),
Simon Rapp (1893), Rosa Rindsberg geb.
Mannheimer (1897), Alfred Rothschild (1927), Benno Rothschild (1929), Bertha
Rothschild geb. Bernheim (1901), David Rothschild (1893), Jakobine Rothschild
geb. Meyer (1863), Jenny Rothschild (1898), Lotte Johanna (Jette) Rothschild
(1926), Martha (Mattel) Rothschild (1941!), Meta Rothschild geb. Levi (1897), Minna Rothschild geb. Jeidel (1894),
Ida Schanzer geb. Meyer (1885), Julius Schöller (1887), Selma Seligmann geb. Loeb (1889), Emma (Ester) Simon
geb. Rhein (1887), Moritz Simon (1878), Toni Simon geb. Loeb (1891), Bella Speier-Hollstein geb. Wolf (1893),
Henriette Stein geb. Isaac (1872), Bienchen Stern geb. Plaut (1869), Max Strauß
(1905), Baruch Wolff (1889), Josef Wolff (1889), Malchen Wolff geb. Wolf (1868),
Rosa Wolff geb. Isaac (1868).
Von den in Eschollbrücken geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Agathe Landsberg geb.
Wolf (1887), Günter Landsberg (1927), Margot Landsberg (1922), Alfons Lorch (1890),
Arthur Lorch (1882), Eugen Lorch (1885), Sessi
Lorch geb. Keller (1874), Siegfried Löwenstein (1893), Auguste Wetzler geb.
Tannenbaum (1893), Moses Wolf (1878), Samuel Wolf (1880).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1865 /
1882 / 1887 /
1904 / 1907
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. August 1865:
"Die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters in der hiesigen
Gemeinde ist vakant. Qualifizierte Bewerber, die zugleich auch Schochet
sind, wollen ihre Zeugnisse bald franko an den Unterzeichneten einsenden.
Gehalt, inklusive Nebenverdiensten, 5-600 Gulden nebst freier Wohnung. Der
Vorstand der israelitischen Gemeinde Pfungstadt." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1882:
"Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schochet
soll per 1. Mai 1883 anderweitig besetzt werden, fixer Gehalt 600-700 Mark
nebst freier Wohnung und Garten. Schechita ca. 400-500 Mark. Sonstige
Nebeneinkünfte einige Hundert Mark. Streng religiöse Bewerber wollen
sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse in Abschrift an den unterzeichneten
Vorstand wenden. Joseph Jeidel, Jonas Wolff I, Max Herz,
Pfungstadt." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1887:
"Die israelitische Religionsgemeinde zu Pfungstadt sucht einen
deutschen Lehrer, Kantor und Schochet, letzteres muss von einem orthodoxen
Rabbiner bezeugt sein. Gehalt mit freier Wohnung, inklusive
Nebenverdienste, ca. 1.400 Mark. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Pfungstadt.
Max Herz. Jonas Mainzer." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1904:
"Die Stelle eines Religions-Lehrers, Vorbeters und Schochet,
verbunden mit einem Fixum von 800 Mark, ferner 100 Mark Wohnungsvergütung
bis zum Neubau der Amtswohnung und ca. 500 Mark Nebeneinkunft aus
Schechita etc. soll, da unser seitheriger Beamter einen Ruf nach
Schweinfurt angenommen, alsbald besetzt werden. Im Fall könnte die
Übernahme des Religionsunterrichts in einer Nachbar-Gemeinde das
Einkommen um ca. 400 Mark erhöhen. Nur streng religiöse, seminaristisch
geprüftem Bewerber wollen Zeugnisabschriften senden an den Vorstand:
Jeidel. Pfungstadt bei Darmstadt." |
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Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 21.
Oktober 1904: "Pfungstadt bei Darmstadt. Religionslehrer,
Schächter und Vorbeter per bald. Einkommen ca. Mark 1800." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Oktober 1907:
"Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochet in unserer
Gemeinde, verbunden mit 900 Mark Fixum, freie Wohnung und ca. 400 Mark
Schechita und sonstige Neben-Einkünfte soll anderweitig besetzt werden.
Streng religiöse, seminaristisch geprüfte Bewerber, wollen sich unter
Einsendung von Zeugnis-Abschriften wenden an den Vorstand der
Israelitischen Religionsgemeinde, Pfungstadt." |
Der ehemalige Lehrer Morgenstern und seine Familie konvertieren zur katholischen
Konfession (1876)
Anmerkung: Es ist unklar, ob Lehrer Morgenstern in Pfungstadt bei
der jüdischen Gemeinde oder in der Lehr-
und Erziehungsanstalt tätig war.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1876: "Würzburg.
Durch verschiedene Blätter hat die Nachricht die Runde gemacht, dass eine
hiesige jüdische Familie, aus 5 Personen bestehend, zum Katholizismus übergegangen
sei. Um verschiedenen Anfragen und diesbezüglichen Deutungen zu
entsprechen, sehe ich mich veranlasst, den Namen öffentlich bekannt zu
geben, es ist dies der Lehrer Morgenstern, früher in Pfungstadt. Bereits
vor 2 Jahren war man darüber nicht in Zweifel und wurde derselbe von der
hiesigen Gemeinde wegen seiner großen Dürftigkeit vielfach unterstützt,
bis er sich endlich soweit vergaß, diesen Schritt zu begehen. – Für
die dahier erledigte Vorsängerstelle liegen sehr viele Meldungen vor, und
werde Ihnen über die Wahl seinerzeit berichten." |
Über den letzten jüdischen Kantor und Schochet Leo
(Leib) Zuckermann
(Quelle: Abschied ohne Wiederkehr s. Lit. S. 110-112)
| Leib Zuckermann ist am 10. Mai 1878 in
Danilowitz (Polen) geboren. Er war verheiratet mit der am 10. November
1876 im lettischen Dünaburg geborenen Rosa geb. Saffra. Die beiden kamen
am 7. Februar 1918 vom mittelfränkischen Hüttenbach nach
Pfungstadt. |
Aus dem jüdischen
Gemeinde- und Vereinsleben
Die Gemeinde möchte eine Torarolle schreiben lassen (1892)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1892: "Die hiesige
Religionsgemeinde beabsichtigt eine Torarolle
schreiben zu lassen. Reflektanten wollen unter Beifügung einer
Probeschrift, Preisangabe machen.
Pfungstadt, 3. Januar 1892. Der Vorstand der israelitischen
Religionsgemeinde. Wolf." |
Gründung einer "Mädchengruppe" in der
jüdischen Gemeinde (1913)
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. November 1913: "Pfungstadt.
Hier hat sich eine Mädchengruppe gebildet. Leiterin: Frau Mainzer." |
Berichte zu
Personen aus der Gemeinde
Pfungstadt
entstammten mehrere interessante jüdische Persönlichkeiten, darunter Mitglieder der
Frankfurter Fabrikantenfamilie Pfungst (Schmirgel- und Schleifmaschinenfabrik,
Dr. Arthur-Pfungst-Stiftung.
Zum Tod des Kaufmanns Hirsch Jeidel (1912)
Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1912: "Pfungstadt.
Letzter Schabbos starb hier nach langem, selten schwerem Leiden der
Kaufmann Hirsch Jeidel im Alter von 59 Jahren. Eine anspruchslose, gerade,
rechtschaffene Persönlichkeit, ein guter Jehudi, ein treubesorgter,
hingebungsvoller Gatte, Vater und Bruder und, solange das Glück ihm die
Eltern beschied, ein edler und aufopferungsvoller Sohn ist mit dem
Verblichenen dahingegangen.
Die für den kleinen Platz sehr große Beteiligung an seiner
Beerdigung legte Zeugnis ab für die allseitige Beliebtheit und Verehrung,
die sich der Verstorbene bei seinen Gemeindemitgliedern sowohl als auch
bei seinen christlichen Mitbürgern erworben hat. Am Grabe gab der älteste
Bruder, der Vorsteher der Gemeinde, Herr Josef Jeidel, dem Schmerze der
Familie Ausdruck. Er sprach ferner von dem seltenen Gemiluth-Chesed (=
Wohltätigkeit), das die Gemeindemitglieder ohne Ausnahme in den letzten
Tagen und Wochen schwersten und bittersten Leidens an dem Dahingegangenen
geübt; wie sie jederzeit, Tag und Nacht keine Opfer an Zeit und Überwindung
gescheut haben, um dem sterbenden Gemeindebruder den harten Todeskampf zu
erleichtern. ‚Ein erhabenes und nachahmungswürdiges Beispiel echt- und
altjüdischer Nächstenliebe." |
Zwei Handwerker werden wegen eines Erpressungsversuches
des jüdischen Kaufmannes Mainzer in Pfungstadt verurteilt (1934)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1934:
"Darmstadt, 12. Februar (1934). Vor dem Darmstädter
Schöffengericht hatten sich zwei 19-jährige Handwerker unter der Anklage
der versuchten Erpressung zu verantworten. Sie hatten im Juli 1933 dem
jüdischen Kaufmann Mainzer in Pfungstadt einen anonymen Brief
geschrieben und von ihm die Ablieferung von 1.000 Mark verlangt,
'widrigenfalls er seines Lebens nicht mehr sicher' sei. In einem zweiten
Fall hatten sie ihm Ermordung und Inbrandsetzung seines Anwesens
angedroht. Der Polizei, bei der der Kaufmann Anzeige erstattete, gelang
es, die beiden Burschen festzunehmen. Während der Staatsanwalt Bestrafung
wegen versuchter Erpressung beantragte, wurden beide wegen versuchter
Nötigung zu je einem Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist
verurteilt. In der Verhandlung behaupteten die Angeklagten, es sei ihnen gar nicht
auf das Geld angekommen, man habe nur eine Einschüchterung
versucht." |
Über den aus Pfungstadt stammenden Rabbiner Dr. Zacharias Wolff
(1840/41 - 1915)
| Rabbiner Dr. Zacharias Wolff ist 1840/41 in
Pfungstadt geboren und am 15. Juni 1915 in Straßburg gestorben. Er war
zeitweise Direktor der israelitischen Bürgerschule in Biblis,
seit 1882 Direktor der Rabbinervorbereitungsschule in Colmar, später als
Rabbiner im Elsass tätig, zuletzt seit 1900 in Bischheim
(siehe dort weitere Berichte). |
Der aus Pfungstadt stammende Rabbiner Jonas H. Löb
wird Rabbiner in Samter (1877)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Jonas Zwi Hermann Löb (geb. 1849
in Pfungstadt als Sohn von Abraham Josef Löb, gest. 1911 in Berlin): war 1878
bis 1884 Rabbiner in Samter (Bezirk Posen), 1884 bis 1893 Rabbiner in Rawitsch,
Posen; 1894 bis 1911 Landrabbiner in Emden.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Dezember 1877:
"Berlin, 10. Dezember (1877). Herr Dr. Jonas H. Löb aus Pfungstadt
bei Darmstadt, Hörer des unter der Leitung des Herrn Rabbiner Dr.
Hildesheimer stehenden Rabbiner-Seminars, wurde mit großen
Stimmenmehrheit als Rabbiner nach Samter (Provinz Posen)
berufen."
|
Über
Gewerbebetriebe in jüdischem Besitz
Meldung zur Exportbierbrauerei Justus Hildebrand in
Pfungstadt (1893)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. November 1893: "Die
Exportbierbrauerei Justus Hildebrand in Pfungstadt, welche in Berlin, Jüdenstraße
38/39, eine Filiale unterhält, hat zu den wiederholten Auszeichnungen auf
allen größeren Ausstellungen auch auf der nunmehr geschlossenen
Weltausstellung in Chicago einen ‚Ernsten Preis’ erhalten. Die erste
von der Brauerei in Chicago eingelaufene Biersendung ist bei dem Brande in
der Deutschen Abteilung mit vernichtet worden." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Danksagung nach der Trauerfeier für Klara Katzenstein geb. Stein (1893)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1893: "Danksagung! Für
die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und inniger Liebe während der
Krankheit und beim Tode unserer teueren, unvergesslichen Gattin, Tochter
und Schwester – seligen Andenkens -, Frau Klara Katzenstein geb.
Stein, sagen wir allen lieben Freunden aus Nah und Fern, insbesondere
auch den wohllöblichen Mitgliedern der israelitischen Kultusgemeinde Würzburg
und der verehrlichen, aufopferungsbereiten Familie Oster, den Verwaltern
des israelitischen Spitals daselbst, tief gefühltesten Dank.
Nathan Katzenstein, Pfungstadt. Familie Stein, Nordheim
v.d. Rhön." |
Anzeige von Bella Katzmann (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900:
"Suche zum 1. September für meinen Haushalt, bestehend aus zwei
erwachsenen Personen, ein israelitisches Mädchen, nicht unter 20
Jahren, welches einfach bürgerlich zu kochen versteht, und alle
Hausarbeit übernimmt. Lohn 50 Mark vierteljährlich. Offerten mit
Zeugnisabschriften sind zu richten an
Frau Bella Katzmann, Pfungstadt bei Darmstadt." |
Anzeige von L. Blum (1902)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. September 1902: "Tüchtige
Putzarbeiterin für Mittel und billige -Genre, die selbständig
arbeitet, per Ende Oktober gesucht. Gefällige Offerten mit
Gehaltsansprüche, bei freier Station und Zeugnisabschriften. Samstags
geschlossen.
L. Blum, Pfungstadt." |
Verlobung von Agate Jeidel und Hermann Loeb
(1920)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1920: "Die Verlobung ihrer
Kinder Agate und Hermann beehren sich anzuzeigen Frau Joseph Jeidel –
Joh. geb. Fink (Pfungstadt) – Frau Dr. Jonas Loeb – Jenny geb. Loeb
– Hamburg, Hansastr. 57. März 1920 -
Agate Jeidel – Hermann Loeb – Verlobte
Pfungstadt in Hessen, Eberstädterstr. 26 –
Frankfurt am Main, Grünestr. 42." |
| Anmerkung:
bei beiden Verlobten lebten offenbar nur noch die Mütter, die ihren Namen
traditionell dennoch zunächst nach ihrem verstorbenen Ehemann angegeben
haben. |
Todesanzeige für Tilly Jeidel (1924)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. November 1924: "Am Montag, 10.
November, verschied nach langem schweren Leiden meine gute Tochter, unsere
liebe Schwester und Schwägerin Tilly Jeidel im Alter von 39
Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Jeidel.
Pfungstadt, im November 1924 – Marcheschwan 5865." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst (18. Jahrhundert) war ein Betsaal oder eine kleinere
Synagoge vorhanden. 1820 kauften die jüdische Gemeinde von Christoph
Klöppinger und Johannes Steinmetz das Anwesen in der heutigen Hillgasse 8, zu dem ein
"Neu Haus", Schweineställe und ein Garten gehörte. Das neue Haus wurde in der Folgezeit zu einer Synagoge
umgebaut. Mehrere Anbauten und Reparaturen waren in den
folgenden jahrzehnten notwendig: 1836/38 erhielt das Synagogengebäude
einen Anbau, in dem das Treppenhaus untergebracht wurde. Wenig später wurde ein
einstöckiger Nebenbau umgebaut. Darin konnten Schule, Lehrerwohnung und
das rituelle Bad eingerichtet werden. 1844 wurden Synagoge und Treppenbau
umfassend renoviert; einige Jahre später ist auch das Schulgebäude völlig
renoviert und wiederum umgebaut worden.
1922 erfolgte eine erneute gründliche Außen- und Innenrenovierung der
Synagoge. Die Wiedereinweihung war am 25./26. August 1922 durch Rabbiner Dr. Max
aus Darmstadt. Auch eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg aus Pfungstadt
gefallenen jüdischen Soldaten wurde zu diesem Anlass in der Synagoge
angebracht.
Wiedereinweihung der Synagoge am 25./26. August 1922
und Anbringung einer Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1922: "Pfungstadt,
27. August (1922). Nicht so zahlreich sind eben in unserer hastenden,
vornehmlich dem Gelde und dem Besitz gewidmeten Zeit die Stunden, in denen
wir, entrückt der Erdenschwere und den Geschehnissen des Tages, nur dem
Erhabenen und Göttlichen leben. Solche Weihestunden erlebte die Jüdische
Gemeinde Pfungstadt vergangenen Schabbat Paraschat Schofetim
(Schabbat mit der Toralesung Schofetim = 5. Mose 16,18 - 21,9, das
war am 26. August 1922) von seinem Eintritt bis zu seinem Ausgang. Es galt
die Einweihung einer Synagoge festlich zu begehen. Der Initiative
des 1. Vorsitzenden, des Herrn Moritz Mainzer, gelang es unter Mithilfe
einiger amerikanischer Freunde, ehemaliger Pfungstädter Söhne und
einiger Gemeindemitglieder die Mittel aufzubringen, die altehrwürdige
Synagoge von außen und innen zu renovieren und sie in des Wortes wahrster
Bedeutung in neuem Glanze erstrahlen zu lassen. Architekt und Handwerker
gaben ihr Bestes und schufen im Innern ein harmonisch farbensattes,
wahrhaft künstlerisches Werk. Am Freitag Abend versammelte sich die
Gemeinde und auswärtige Gäste unter Führung ihres verehrten Raw, des
Herrn Rabbiner Dr. Marx, Darmstadt, der den Festsabbath inmitten der
Gemeinde verbrachte, im Betsaal zum Mincha-Gebet. Hierauf wurden
die Torarollen in festlichem Zuge in das in hellem Lichte
erstrahlende altneue Gotteshaus und unter den Klängen eines Liedes zu den
Almemor getragen. Sodann gab der 1. Vorsitzende, Herr Moritz Mainzer in
bewegten Worten den Gefühlen der Stunde Ausdruck. Er dankte den
hochherzigen Spendern, dem Architekten Herrn Grund, sowie allen, die zum
Gelingen des schönen Werkes beigetragen haben, und gab der Hoffnung
Ausdruck, dass das schöne Gotteshaus anspornend und aneifernd auf die
Gemeinde wirke, und somit zum Ausgangspunkt neuen echt jüdischen Lebens
werde. Herr David Hertz dankte dem 1. Vorsitzenden für den rastlosen
Eifer, mit der er das Werk geplant und gefördert und in unermüdlicher
Hingabe bis zum glücklichen Ende geführt hat. Dann erklangen die Worte
des Herrn Rabbiner durch den festlichen Raum. Herrliche Toraworte gaben
der heiligen Stunde die Weihe. Mächtig und dröhnend, begeistert und
begeisternd drangen sie an Ohr und Herz der Hörer; mahnend und warnend,
eingedenk zu sein der Tradition der Jahrhunderte alten Gemeinde, in deren
Mitte viele Große in Israel lebten und wirkten. Dann ertönte das Gebet,
zum Empfange der Sabbatbraut Lecha Dodi Likrat Kala. Herr Leopold
Rothschild trug es, unterstützt von einem aus Gemeindemitgliedern
gebildeten Chor, mit prächtiger Stimme vor. Das Maariw-Gebet, von Herrn
Lehrer Zuckermann schön vorgetragen, beschloss den Abend. Am Schabbat-Morgen
nach dem Musaf-Gebet fand in der Synagoge unter Beteiligung von
Vertretern der Behörden und der Geistlichkeit die feierliche Enthüllung
der mit reichem Blumenschmuck umgebenen von den Gemeindemitgliedern
gestifteten Ehrentafeln für die im Kriege gefallenen Söhne der Gemeinde
statt. Herr Leopold Rothschild, der im Namen des Vorstandes den
Gedenkstein seiner Bestimmung übergab, widmete einige Worte dem
Gedächtnis der gefallenen Helden, die ihr Leben im Dienste des
Vaterlandes und der Gemeinde hingaben. Und wieder sprach Herr Rabbiner Dr.
Marx und weihte den Stein in tiefergreifender, erschütternder Rede. Das Aw
HaRachamim von Herrn Lehrer Zuckermann und Gesänge des Chors
beschlossen die Feier. Noch einmal nach dem Mincha-Gebet
versammelte sich die ganze Gemeinde, Männer und Frauen in der Synagoge,
um einem Vortrage des Herrn Rabbiners zu lauschen. Und dann kam die
Abschiedsstunde dieses festlichen Sabbats, der allen Teilnehmern
unvergesslich bleiben wird. Mögen die Hoffnungen, die der rührige Parnes
(Gemeindevorsteher) an die Aufrichtung der Gottesstätte geknüpft, sich
in reichem Maße erfüllen, mögen Alt und Jung, besonders die Kinder, die
den Ereignisse des Tages mit leuchtenden Augen gefolgt, eingedenk der
heiligen Stunden bleiben zum Segen von Gemeinde und ganz Israel." |
Nach dieser festlichen Wiedereinweihung 1922 war die Synagoge
nur noch 16 weitere Jahre Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in
Pfungstadt.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch
Nationalsozialisten zerstört. Danach wurde das Gebäude für 6.000 RM von der
Landwirtschaftlichen Genossenschaft gekauft und als Fruchtspeicher
zweckentfremdet.
Nach 1945 ging es in Privatbesitz über und wurde zum
Wohn- und Lagerhaus umgebaut. 1992 übernahm auf Beschluss der
Stadtverordnetenversammlung die Stadt die ehemalige Synagoge. Das Gebäude wurde
umfassend renoviert. Teile der Inneneinrichtung waren noch erhalten und konnten
rekonstruiert werden, insbesondere die mit intensiv ultramarin blauer Farbe
bemalte Muldendecke, die mit goldenen Sternen besät und von einem
ornamentierten und bunten Fries eingefasst ist.
Im ehemaligen Schulhaus wurde 1999 das Stadtarchiv
untergebracht. Die Eröffnung des im Stadtzentrum gelegenen "Kulturhauses
Ehemalige Synagoge" als Begegnungs- und Gedenkstätte jüdischer Kultur
in der Region erfolgte im Mai 2001.
Im Jahr 2001 wurde der Arbeitskreis
ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V. gegründet, dessen Ziel es ist, an jüdisches
Leben in Pfungstadt zu erinnern, die Geschichte der ehemaligen jüdischen
Gemeinde aufzuarbeiten, aber auch durch Veranstaltungen, Ausstellungen,
Exkursionen für Toleranz und Völkerverständigung einzutreten.
Adresse/Standort der Synagoge: Kulturhaus
Ehemalige Synagoge Pfungstadt, Hillgasse 8, 64319 Pfungstadt
Träger der Einrichtung: Magistrat der Stadt Pfungstadt, Kirchstraße
12–14, 64319 Pfungstadt
Besichtigung über Stadtarchiv: Stephanie Goethals, Stadtarchiv
Pfungstadt, Hillgasse 8, 64319 Pfungstadt, Telefon: 06157 /988-1125, Fax
06157/988-1300 E-Mail
Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V.: Vorsitzende Renate
Dreesen, Adam-Schwinn-Straße 49, 64319 Pfungstadt, Telefon: (06157) 84470, E-Mail,
Internet.
Fotos
| Hausinschrift |
 |
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Links: Jüdische Hausinschrift
/ Hausschild mit Darstellung eines springenden Lammes am früheren "Juddehäusche"
Mittelgasse 1 (17. Jahrhundert): Die Inschrift bedeutet "Herr zum
Lamm" (Quelle: Arnsberg Fotos s. Lit. S. 178) |
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| Die ehemalige
Synagoge vor der Restaurierung in den 1970er-Jahren |
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Außenansicht
(Quelle: Arnsberg Fotos s. Lit. S. 178) |
Der "Sternenhimmel"
über dem Betsaal
(Foto: Andrea Frenzel, Quelle: Arbeitskreis) |
Innenansicht vor der
Restaurierung
(Quelle: Arbeitskreis) |
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| Die ehemalige
Synagoge im Frühjahr 2006 (Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
18.6.2006) |
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| Außenansichten,
rechts der Anbau von 1836/38 mit dem Treppenhaus |
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| Westliche Fassade |
Nordseite - heutiger
Eingangsbereich |
Südseite |
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"Wir gedenken der
jüdischen Gemeinde Pfungstadts, der Verfolgung und Ermordung ihrer
Mitglieder während der Zeit des Nationalsozialismus 1933-45". |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 2009:
Bericht über den jüdischen
Wehrmachtsangehörigen Max Wolf aus Pfungstadt |
Artikel von Silke Rummel in der "Frankfurter Rundschau" vom 4.
November 2009 (Artikel):
"Unglaubliche Lebensgeschichte aus Pfungstadt - Ein Jude in der Wehrmacht.
Es ist eine Geschichte, die Stoff für einen Hollywood-Streifen abgeben könnte. Der Plot: Max Wolf, Mutter offenbar Jüdin, Vater Arier, aber nicht näher bekannt, überlebt Judenverfolgung und Zweiten Weltkrieg, indem er seine Papiere fälscht und in der deutschen Wehrmacht untertaucht.
"Eigentlich ist die Geschichte von Max Wolf so unglaublich, dass ich immer Angst habe, dass ich das nicht belegen kann", sagt Stephanie Goethals, Stadtarchivarin von Pfungstadt.
Bei ihren Recherchen zu den in Pfungstadt lebenden Juden war sie auf Max Wolf
gestoßen..." |
| Hinweis: Die Geschichte von Max Wolf ist
in dem Buch "Abschied ohne Wiederkehr" (siehe Literatur) von
2007 beschrieben. |
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| Oktober 2010:
Über die Geschichte der Pfungstädter Synagoge
und ihre Nutzung bis zur Gegenwart |
Artikel von Meike Mittmeyer in "echo-online.de" vom 2. Oktober
2010 (Artikel):
"Eine Synagoge, die keine mehr ist
Geschichte: Wie das heutige Pfungstädter Kulturhaus die Pogromnacht 1938 äußerlich fast unbeschädigt überstand.
PFUNGSTADT. Gotteshäuser haben meist eine bewegte Geschichte und stehen fast immer hoch aufragend im Mittelpunkt. Deshalb wollen wir in einer losen Folge hören, was sie zu erzählen haben und darüber berichten..."
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 198-201. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 178-179. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 132. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 113-115. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 43-44. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 280-283. |
 | J. Friedrich Battenberg (Hg.): Pfungstadt - Vom
fränkischen Mühlendorf zur modernen Stadt. Pfungstadt 1985. |
 | Jürgen Rainer Wolf: Geschichte der Juden in
Pfungstadt, in: Archiv für hessische Geschichte, NF, 1986, S. 41-63. |
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Valentin Liebig: Juden in
Pfungstadt. Anfang, Aufstieg und Untergang einer jüdischen Gemeinde. 3.
Aufl. Pfungstadt 1993. |
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Stadtarchiv Pfungstadt (Hrsg. -
mit Beiträgen von Stephanie Goethals, Manfred Heinrich, Carsten
Jeserigk,
Angela Jobs, Monica Kingreen, Wolfgang Roth und Sonja Wegner):
Abschied ohne Wiederkehr. Jüdisches Leben in Pfungstadt. 2007.
u.a. von Monica Kingreen: Die Opfer des Holocaust aus Pfungstadt und Eschollbrücken. Biografische
Skizzen, S. 191-206.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Pfungstadt
Hesse. Established in the 18th century, the community built a synagogue in 1820.
During the 19th century Pfungstadt became an industrial town attracting affluent
Jews and the community grew to 260 (6 % of the total) in 1871. After a struggle
between Liberals and traditionalists, it affiliated with the Orthodox rabbinate
of Darmstadt in 1895. The religious high school founded by David Joel in 1857
gained an international reputation. Chaim Weizmann taught there when he was a
student at Darmstadt's Polytechnic in 1892. Jews were prominent in trade and
industry under the Weimar Republic, when they numbered 77 (1 % of the total),
but many left (20 emigrating) after the Nazis came to power in 1933. On Kristallnacht
(9-10 November 1938) the synagogue's interior was destroyed and Jewish property
vandalized. The last 18 Jews were deported in 1942.

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