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Kronach (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Zur Geschichte und gegenwärtigen Nutzung
der Synagoge in Kronach siehe
die Seiten
des Aktionskreises Kronacher Synagoge e.V. www.synagoge-kronach.de
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Kronach bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter.
Eine erste Erwähnung liegt in den sogenannten "Memorbüchern" vor, in denen
die von
der sogenannten "Rindfleisch-Verfolgung" im Jahr 1298
betroffenen Orte genannt werden. In Kronach sollen damals zehn Juden erschlagen
worden sein. Wann wiederum jüdische Personen in der Stadt zugezogen sind und ob
diese von der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 betroffen waren, ist nicht
bekannt. 1383 wurde der Jude Samiel von Kronach in Coburg genannt, 1403
ein Kronacher Jude in Bamberg, 1448 einer in Kulmbach, 1450 zwei in
Lichtenfels.
Zwischen 1390 und 1395 werden in Rechnungsbüchern der Stadt fünf jüdische
Personen aufgeführt, 1403 vier. Insgesamt waren in diesen Jahren acht
verschiedene jüdische Personen (vermutlich Familienoberhäupter) in der Stadt; die Namen
waren Abel, Moses, Simon, Gotsmann, Joseph, Jakob, Seligmann, Samuel. Die jüdischen
Familien lebten damals unter dem Schutz des Bischofs von Bamberg. Ihren
Lebensunterhalt verdienten sie durch den Geldhandel. Das Wohngebiet der jüdischen Familien
war insbesondere im Bereich der (1577 erstmals genannten)
"Judengasse". Bereits im 15. Jahrhundert lassen sich Juden jedoch auch in
anderen Stadtvierteln nachweisen.
Von einer Vertreibung der jüdischen Einwohner im 16. Jahrhundert ist
nichts bekannt. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zogen jüdische
Familien auch von umliegenden Dörfern zu, wo sie sich über mehrere Jahre -
noch mehr als die christliche Bevölkerung - in ständiger Lebensgefahr
befanden. 1635 gab es allerdings Bemühungen, sie aus der Stadt zu verweisen.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging die Zahl der Juden in der Stadt zurück.
Bis Mitte des 18. Jahrhundert war die Zahl auf fünf Schutzjuden(-familien)
zurückgegangen (1747/48). Grund für den Rückgang war die judenfeindliche
Haltung in der Stadt und die ständigen Bemühungen der Bürgerschaft und des
Rates, die Zahl der Juden in Kronach auf eine möglichst kleine Zahl zu
beschränken oder die Juden ganz auszuweisen. Zu einem Überfall auf die
jüdischen Familien in Kronach kam es im Zusammenhang mit dem allgemeinen
Aufstand gegen die Juden im Hochstift Bamberg 1699. Die Regierung
veranlasste eine Untersuchung der Ausschreitungen und die Entschädigung der
beraubten Familien. Die beschädigten jüdischen Häuser mussten auf Befehl der
Regierung wieder hergestellt werden. Die jüdischen Familien lebten im 17./18.
Jahrhundert inzwischen überwiegend vom Handel mit Vieh, Pferden,
Landesprodukten und Waren aller Art.
Erst im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner wieder
stärker zu: 1809/10 waren es 20 jüdische Einwohner (0,8 % von insgesamt 2.369
Einwohnern), 1867 20 (0,8 % von 3.779), 1880 71 (1,8 % von 4.037), 1890 101 (2,4
% von 4.140), 1910 68 (1,3 % von 5.434).
An Einrichtungen hatte die erst 1883 offiziell gegründete jüdische Gemeinde
(zuvor gehörten die Kronacher Juden zur Gemeinde in Friesen)
eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet
fungierte. Verschiedene Anzeigen (siehe unten) aus dem 19. Jahrhundert berichten von der
Entwicklung der Lehrerstelle in Kronach: 1845 suchte eine der ersten in
Kronach zugezogenen Familien (Süsheim) einen privaten Lehrer, 1865 wurde
gemeinsam mit der Nachbargemeinde Friesen ein Lehrer angestellt, 1877
gemeinsam mit der Nachbargemeinde Oberlangenstadt. Im Jahr vor der Einweihung
der Synagoge (1882) hat die Kronacher Gemeinde erstmals einen eigenen
Lehrer angestellt. Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Burgkunstadt,
später zum Bezirksrabbinat Bayreuth.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Leutnant Julius
Roßmann (geb. 13.8.1886 in Kronach, gef. 24.3.1918), Siegmund Bernhard Roßmann
(geb. 11.3.1885 in Kronach, gef. 20.7.1915). Außerdem sind gefallen:
Unteroffizier Max Heimann (geb. 8.4.1894 in Kronach, vor 1914 in Burgkunstadt
wohnhaft, gef. 13.11.1916), Gefreiter Richard Heimann (geb. 3.5.1891 in Kronach,
vor 1914 in Burgkunstadt wohnhaft, gef. 6.5.1917).
Um 1924, als nur noch 32 jüdische Personen in der Stadt
lebten (0,5 % von 6.244), waren die Vorsteher der Gemeinde Felix Strauß,
Jakob Fleischmann und Leo Adler. Inzwischen hatte die Gemeinde keinen eigenen
Religionslehrer mehr. Den Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen (für
nur noch zwei Kinder) erteilte Lehrer Salli Schmid aus Lichtenfels. 1932
war 1. Vorsteher der Gemeinde (und Schatzmeister) Felix Strauß, 2. Vorsteher
(und Schriftführer) L. Mosbacher. Jüdischer Religionslehrer für die damals
vier schulpflichtigen jüdischen Kinder war Lehrer Arnold Seliger aus Lichtenfels. Der jüdischen Gemeinde in Kronach war der in Gundelsdorf lebende
jüdische Ziegeleibesitzer Julius Obermeier angeschlossen (gest. 1936 im
Amtsgerichtsgefängnis Kronach an Herzschwäche nach Verhaftung auf Grund von
angeblicher 'Rassenschande').
1933 wurden 35 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt (0,5 % von 6.706). Auf
Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und
der Repressalien entschlossen sich alsbald mehrere der jüdischen Einwohner zur
Aus- beziehungsweise Abwanderung. Im Oktober 1935 wurden auf dem
städtischen Viehmarkt Schilder mit der Aufsicht "Juden unerwünscht"
angebracht. Dennoch konnten die jüdischen Viehhändler noch einige Zeit ihren
Geschäften nachkommen. Zwischen 1933 und 1939 konnten sieben jüdische
Einwohner emigrieren (drei nach England, zwei nach Frankfurt, je einer nach
Palästina/Erez Jisrael und in die Schweiz). Acht jüdische Personen verzogen in
andere Ort, drei davon nach Nürnberg. Zwei starben in Kronach. Beim Novemberpogrom
1938 kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Familien, bei
denen das Haus der Familie Strauss zerstört worden ist. Im Frühjahr 1942
lebten noch zehn jüdische Personen in Kronach. Von ihnen wurden acht am 25.
April über Bamberg nach Izbica bei Lublin deportiert, die beiden anderen am 9.
September 1942 ins Ghetto Theresienstadt.
Von den in Kronach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Benno Bamberger (1877), Ernst
Bamberger (1878), Fritz Bamberger (1862), Fritz Bamberger (1876), Ida Bamberger (1886),
Karl Bamberger (1880), Dr. Theodor
Bamberger (1870), Amalie Behr geb. Mosbacher (1865), Bernhard Böhm (1883), Hedwig Böhm geb. Frank (1894), Amalie
Behr geb. Mosbacher (1865), Bernhard Bettmann (1875), Fritz Cohn (1909),
Sofie Fleischmann geb. Hellmann (1883), Betty Fried geb. Bachmann (1867), Julia Goge geb. May
(1876), Frieda Lamm geb. Walter (1890), Hilda Lamm geb. Loewy (1885), Joseph
Lamm (1888), Ludwig Lamm (1888), Ernst Loewy (1927), Grete (Gretchen) Maienthau
geb. Bamberger (1882),
Siegbert Meyer (1919), Josef Mosbacher (1872), Kurt Mosbacher (1907), Ludwig
Mosbacher (1874), Julie Rainer geb. Gerson (ca. 1900), Ida Maria Senger geb. May
(1883), Max Markus Tannenbaum (1879), Selma Tannenbaum geb. Lamm (1884), Frida
Weil geb. Tannenbach (1909), Johanna Wolf (1868), Martha Zimmer geb. Bachmann
(1870).
Anmerkung: die in verschiedenen Listen angegebene Johanna (Hannchen)
Babtschinsky geb. Tannenbaum (1920) ist nicht in der NS-Zeit umgekommen. Sie
konnte mit ihrem Ehemann nach Kronach zurückkehren und betrieb in den
1950er-Jahren eine Reifenvulkanisierungswerlstatt in Kronach (Hinweis von
Christian Porzelt auf Grund der Angaben in: Katha B. Zaich/Willi Zaich s.Lit.
und Christoph Zekai s.Lit.)
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters, Schochet 1845
| Der erste in Kronach angestellte jüdische
Lehrer wurde privat von Familie M. Süsheim angestellt. |
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1845:
"Anzeige.
(Lehrerstelle). Ein Lehrer, welcher das Seminar absolviert, mit guten
Zeugnissen versehen, im Hebräischen, Deutschen, womöglich auch in der
französischen Sprache und Klavier Unterricht erteilen kann, kann unter
sehr annehmbaren Bedingnissen, stündlich oder auch erst bis Mitte Mai,
bei dem Unterzeichneten Unterkunft finden. Näheres auf portofreie
Briefe.
Kronach in Oberfranken in Bayern. M. Süsheim" |
| 1865 stellte die Gemeinde gemeinsam
mit der israelitischen Gemeinde in Friesen einen Lehrer an, wobei Kronach
damals Filialgemeinde zu Friesen war. |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1865: "Israelitische Religionslehrerstelle vakant. In der israelitischen
Gemeinde Friesen mit Kronach ist die Stelle eines Religionslehrers,
Vorsängers und Schochet alsbald zu besetzen. Fixer Gehalt 200 Gulden.
Nebeneinkünfte 100 Gulden nebst freier Wohnung. Bewerber wollen ihre
Gesuche mit entsprechenden Zeugnissen über strenge Religiosität und
seitherigen Wirkungskreis längstens in 4 Wochen franco einsenden.
Friesen und Kronach (Bayern), 20. März 1865. Der israelitische
Kultusvorstand. S. Friedmann." |
| 1877 stellten die Gemeinden Kronach
und Oberlangenstadt gemeinsam
einen Lehrer an: |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1877: "Die beiden
israelitischen Gemeinden Stadt-Kronach und Oberlangenstadt, beide durch
die Eisenbahn sehr nahe verbunden, beabsichtigen in Gemeinschaft einen
Religionslehrer, der zugleich den Vorsänger- und Schächterdienst
verstehen muss, aufzunehmen. Es steht demselben ohne andere
Nebenverdienste, ein Jahresgehalt von eintausend Mark und freier Wohnung
offen, sowie noch der Ertrag des Schächterdienstes, der sich zwischen
vier bis fünfhundert Mark entziffert. - Reflektanten belieben sich an die
Unterfertigte zu wenden.
Oberlangenstadt, 15. Juli 1877. Die israelitische Kultus-Verwaltung
Fleischmann jr. |
| 1882 wurde der erste nur für Kronach
zuständige Religionslehrer angestellt: |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1882: "Bei der
israelitischen Kultusgemeinde Kronach in Bayern ist die Religionslehrer-,
Vorsänger- und Schächterstelle baldigst zu besetzen. Mit dieser Funktion
ist ein fixer Gehalt von jährlich Mark 800 und circa Mark 300 als
Nebeneinnahmen für den Schächterposten verbunden. Außerdem bezieht der
Lehrer jährlich Mark 125 für den Religionsunterricht an der Realschule
und können demselben weitere Nebeneinkünfte von ca. Mark 300 in Aussicht
gestellt werden.
Gut qualifizierte verheiratete Bewerber wollen sich schriftlich unter
Beilage von Zeugnisabschriften wenden an den Kultus-Vorstand Z.
Mosbacher." |
| 1891 war die Stelle ausgeschrieben in
Verbindung mit der inzwischen gleichzeitig zu betreuenden Stelle in Oberlangenstadt. |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1891: "Religions-Lehrer-Stelle.
Am 1. Oktober dieses Jahres erledigt sich dahier die israelitische
Religions-Lehrer-Stelle, verbunden mit vorbeter- und Schächterfunktion.
Der Posten wird mit Mark 900,- inklusive Wohnungszuschuss und
Schechita-Aversum pro Anno honoriert und trägt durch Übernahme der
Verwesung einer Nachgemeinde, 'Oberlangenstadt', mit wöchentlich
zweimaligem Religionsunterricht, gleicher Funktion an diesiger
königlicher Realschule und sonstigen Nebeneinkünften circa weitere Mark
6-800. Bewerber wollen sich unter Vorlage nötiger Zeugnisse an den
Unterfertigten wenden.
Kronach, 2. August 1891. Die israelitische Kultus-Gemeinde. Der Vorstand:
Wilhelm May." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1909: "Wir
suchen für die Festtage Neujahr und Versöhnungstag zur Unterstützung
unseres Vorbeters 1 Aushilfs-Vorbeter, der auch Schofar
blasen kann. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungen mit Angabe ihrer
Anspruche an die unterzeichnete Vorstandschaft bis 1. August dieses Jahres
einsenden. Kronach, Bayern, im Juli 1909.
Die Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde Kronach." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1911: "Wir
suchen für das Neujahrs- und Versöhnungsfest neben unserem Vorbeter
einen Aushilfs-Vorbeter, der auch Schofarblasen kann.
Bewerber wollen sich mit Angabe ihrer Ansprüche an Unterzeichnete wenden.
Israelitische Kultus-Gemeinde Kronach." |
Lehrer Wetzler wirbt für sein Schülerpensionat (1890)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1890:
"Israelitische Schüler, welche die Königliche Realschule in Kronach
besuchen wollen, finden in meinem Hause gewissenhafte Verpflegung und
angelegentlichst Beaufsichtigung bei mäßigem Preise. Beste Referenzen.
M. Wetzler, israelitischer Religionslehrer der Königlichen Realschule und
der israelitischen Kultusgemeinde in Kronach." |
25jähriges Dienstjubiläum des Lehrers Moses Wetzler (1907)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1907:
"Kronach, 1. November (1907). Samstag, den 19. dieses Monats, waren
25 Jahre verflossen, seitdem unser bei der hiesigen Bevölkerung ohne
Unterschied des Glaubens überaus beliebter und geachteter Lehrer und
Kantor Herr M. Wetzler seine Wirksamkeit in der hiesigen Kultusgemeinde
begonnen hat. Das Jubiläum gestaltete sich zu einer würdigen und sehr
herzlichen Feier. Am Freitagabend brachte der Gesangverein 'Cäcilia' dem
Jubilar ein Ständchen, wobei auch treffliche Ansprachen gehalten wurden.
In der Synagoge predigte Samstag morgens Herr Bezirksrabbiner Dr. Goitein;
er gedachte in seiner Rede der Verdienste des Jubilars und betonte
besonders, dass dieser die Tora nicht nur lehre, sondern der Jugend und
der Gemeinde in ihrer Erfüllung mit vorbildlicher Weise vorangehe. Nach
dem Gottesdienst versammelte sich die Gemeinde in der Wohnung des Herrn
Wetzler, wo ihm Herr Roßmann als stellvertretender Vorstand herzliche
Worte des Dankes und der Anerkennung aussprach und wertvolle Geschenke im
Namen der Gemeinde überreichte. Das Gleiche besorgte dann Herr Marx als
Vorsteher der Gemeinde Oberlangenstadt. Viele Glückwunschschreiben und
Depeschen waren eingelaufen. Es war eine verdiente, für den Jubilar und
seine Gattin erhebende, unvergessliche Ehrung." |
Zum Tod von Lehrer Moses Wetzler
(1923)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1923:
"Moses Wetzler - er ruhe in Frieden. Am 11. Juli (1923) verstarb hier
im 76. Lebensjahre Herr Hauptlehrer a.D. Moses Wetzler, der mehr als 50
Jahre als Religionslehrer sich vorbildlich und pflichtgetreu betätigt und
bewährt hat. Nach fast 40jähriger Amtsführung in Kronach (Oberfranken)
setzte er sich vor etwa 2 Jahren zur wohl verdienten Ruhe, um an der Seite
seiner Gattin, mit welcher er 50 Jahre in trefflicher Eheharmonie lebte,
seinen Lebensabend in Frankfurt am Main zu beschließen, wie er sich's in
jungen Jahren schon gewünscht hatte. Zwölf Kinder, alle versorgt,
trauern um den Tod eines Vaters, welcher die vielen Nöte eines jüdischen
Lehrers und die wenigen Freuden eines solchen zur Genüge kennen lernte.
Sein tief religiöses Empfinden und seine Berufsfreudigkeit ließen erst
im hohen Greisenalter den Entschluss in ihm reifen, Kronach als den
letzten Ort seiner Wirksamkeit zu verlassen, um zu seinem Sohne nach
Frankfurt am Main überzusiedeln. Mit ihm ist ein Lehrerveteran, der seine
ganze Lebenszeit und Lebenskraft jüdischen Gemeinden widmete und sich
überdies noch als Mohel (sc. Beschneider) mit reicher Erfahrung in
Nordbayern viele Jahrzehnte betätigte, aus dem Leben geschieden. Am Grabe
sprach sein Sohn Siegfried Wetzler aus Wilhelmshaven,
der selbst früher Lehrer war und zeichnete in ergreifender Rede das
Lebensbild seines Vaters, der wie einst Moses die 12 Stämme durch die
Wüste führte, seinen 12 Kindern ein treuer, frommer Berater und Erzieher
auf ihrem Lebenswege gewesen war. Die rührenden Abschiedsworte des Sohnes
an den Vater machten einen erhebenden nachhaltigen Eindruck auf alle
Teilnehmer der Vorstands-Ersatzwahl in der Aguda-Jugend- und
Mädchengruppe...". |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Zunahme der Gemeindegliederzahl im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Oktober 1883:
"Altenkunstadt
(Bayern), 6. Oktober (1883). Seit Jahren musste es das Herz eines jeden
Glaubensgenossen mit Wehmut erfüllen, wenn er die einst großen und blühenden
jüdischen Landgemeinden in unserer Gegend sich auflösen sah. So hat sich die
jüdische Gemeinde Redwitz, welche einst 40 Mitglieder zählte und einen eigenen
Rabbiner hatte, den gelehrten Gutmann, welcher auch in der literarischen Welt
durch seine in Geiger's Zeitschrift veröffentlichten Aufsätze über die
Leviratsehe einen Namen sich erworben hatte, fast ganz aufgelöst. In Maineck,
in Mitwitz, Horb wohnt noch eine jüdische Familie. In
Oberlangenstadt und
Küps ist auch eine bedeutende Reduktion der Gemeindemitglieder
eingetreten.
Umso erfreulicher ist es nun, Ihnen berichten zu können, dass in Kronach, einem
Städtchen von 4.000 Einwohnern, sich eine jüdische Gemeinde neu konstituiert
hat. Vor einem halben Jahre hat die Gemeinde einen Lehrer engagiert und den
Grund zum Neubau einer Synagoge gelegt. - Freitag, den 5. Oktober (1883) fand
die feierliche Einweihung derselben statt. Sämtliche Behörden der Stadt waren
zu derselben erschienen. Herr Rabbiner Dr. Flaschner in Burgkunstadt hielt die
Weiherede. Sein Thema war: Was suchen wir in einem Gotteshause, was soll es uns
bieten? Die Antwort auf diese Fragen gab der Redner mit den Worten: 1) Die
Wahrheit - die Wahrheit in Gott, vor Gott und vor den Menschen; 2) die Liebe -
die Liebe Gottes zu uns (Gnade), die Liebe zu Gott und den Nebenmenschen. Die
Gesänge wurden trefflich exekutiert, einen ergreifenden Eindruck machte das vom
Lehrer Geßlain (Christ) komponierte und unter seiner Direktion vorgetragene 'Ma
tobu' auf die Zuhörer. Auch die Pièce auf 'Elias' von Mendelssohn wurde sehr
schön von dem Chore, bestehend aus christlichen Lehrern Kronachs, gesungen.
Dieses friedliche Zusammenwirken der Konfessionen zur Verherrlichung einer
solchen Feier hat gewiss etwas Erhebendes und Tröstendes, für die Zukunft
Beruhigendes.
Nordhäuser, Lehrer".
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Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod von Charlotte Strauß (1890)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1890: "Kronach
(Oberfranken). 16. Kislew (28. November 1890). Trauernd folgten wir
heute dem Sarge eines Biederweibes, das alle Vorzüge in sich vereinte,
die ein jüdisches Weib schmücken sollen. Frau Charlotte Strauß, die
selige Gattin des sie überlebenden und ihr ebenbürtigen Gatten Herrn
Isac Strauß von hier, weilt nicht mehr in unserer Mitte. Am 14.
Kislew (26. November 1890) hauchte sie im Greisenalter von 80 Jahren
nach kaum vierwöchentlichem Unwohlsein ihre reine Seele aus. Schon das
stattliche Leichenbegängnis gab beredtes Zeugnis von der Liebe und
Achtung, deren sich die Dahingeschiedene in hiesiger Stadt erfreute und
sie war derselben auch würdig; denn ungeheuchelte Frömmigkeit, welche
leider in unserer Zeit immer seltener wird, leitete sie auf ihrem
Lebenswege; treu und streng erfüllte sie alle Pflichten, die das Judentum
dem jüdischen Weibe auferlegt. Sie war während ihrer fast
siebenundfünfzigjährigen Ehe eine treue Gattin, eine liebevolle Mutter
und eine fromme Priesterin ihres Hauses; gegen ihre Mitmenschen war sie
stets freundlich, Hilfe gewährend in Rat und Tat, so oft sich Gelegenheit
hierzu bot. Möge ihr Andenken fortdauernd zum Segen sein; im Jenseits
geht ihre Frömmigkeit vor ihr her und ebnet ihren Schritten den Pfad.
(Hebräisch dto:) Ihre Frömmigkeit geht vor ihr her und ebnet ihren
Schritten den Pfad (Psalm 85,14). Amen.
W." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Tuch- und Modewaren-Geschäftes Ludwig Mosbacher
(1869)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1869: "Offene
Lehrlingsstelle. Ich suche für mein Tuch- und Modewaren-Geschäft,
welches Samstag und Feiertage streng geschlossen ist, einen mit den
nötigen Vorkenntnissen versehenen jungen Mann als Lehrling von achtbaren
Eltern zum sofortigen Eintritt. Kost und Logis im Hause.
Kronach in Bayern, den 12. Februar 1869. Ludwig Mosbacher." |
Anzeige für die unter Aufsicht von Lehrer und Schochet
Wetzler hergestellten Fleischwürste (1884)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1884: "Offert.
Koscher. Hierdurch empfehle ich einem geehrten israelitischen
Publikum meine anerkannt guten, aus Mastochsenfleisch unter Aufsicht des
hiesigen israelitischen Lehrers und Schächters, Moses Wetzler, bereiteten
Fleischwürste, welche stets frisch auf Lager führe. Ich verkaufe
dieselben geräuchert à Pfund zu 80 Pfennig. Auswärtige Aufträge werde
stets prompt effektuieren.
Kronach, im Januar 1884. Christian Köcher, Metzgermeister.
Der Unterzeichnete bezeugt gerne, dass vorstehend offerierte Würste aus
dem von ihm geschlachteten Vieh unter seiner mit größter
Gewissenhaftigkeit führenden Aufsicht bereitet und mit einem
Koscher-Siegel versehen werden.
Moses Wetzler, Lehrer." |
Anzeigen von Frau Adler (1901 / 1904)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1901:
"Israelitische Köchin
gesucht.
Jüngeres kinderloses Ehepaar sucht, da Frau im Geschäfte tätig, eine
tüchtige, umsichtige Person, gesetzten Alters, die gut bürgerlich kochen
und den kleinen Haushalt möglichst selbstständig führen kann.
Dienstmädchen zur Seite. Dauernde Stellung, Reisevergütung. Offerten mit
Zeugnissen, Photographie und Gehaltsanspruch an Frau Adler in
Kronbach, Bayern." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1904:
"Suche für kleinen Haushalt ein tüchtiges, jüdisches Mädchen,
das gut bürgerlich kocht, und in allen häuslichen Arbeiten bewandert ist
und schon in kleiner Stadt konditioniert hat. Christliches Mädchen zur
Seite. Reise vergütet. Offerten mit Angabe des Alters, Zeugnisabschriften
und Gehaltsansprüche an
Frau Adler, Kronach in
Bayern." |
Anzeigen der Geschwister Krell (1901 / 1904)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1901:
"Tüchtige, erfahrene Köchin, die gut bürgerlich kochen,
sowie einen kleinen Haushalt selbstständig leiten kann, für ein
jüngeres Ehepaar ohne Kinder in kleiner Stadt Bayerns per sofort oder 1
November gesucht. Dienstmädchen zur Seite.
Geschwister Krell, Kronacb,
Bayern." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1904:
"Erfahrene, zuverlässige Haushälterin, die gut bürgerlich
kochen, sowie einen kleinen Haushalt fast selbstständig leiten kann, die
Frau im Geschäft tätig, sofort für kleine Stadt in Bayern gesucht.
Mädchen zur Seite. Reise wird vergütet. Offerten nebst
Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüche erbeten.
Geschwister Krell, Kronach
(Bayern)." |
Zur Geschichte der Synagoge
Im Mittelalter könnte sich eine Synagoge beziehungsweise ein
Betsaal im Bereich der "Judengasse" befunden haben. Doch gibt es
dafür keine Quellen oder Nachweise.
Ende des 17. Jahrhunderts (1682) war ein Betsaal im Haus Nr. 45 am Marktplatz. Dieses
Haus wurde im Zusammenhang mit dem Rathausbau 1972 abgebrochen.
Seit 1711 war der Betsaal ("Alte Synagoge") in einem
Privathaus in der heutigen Amtsgerichtsstraße. Das
Gebäude steht bis heute; eine Renovierung ist geplant.
Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die jüdischen Familien in
Kronach zahlreicher wurden und sich die bisherige Muttergemeinde Friesen
auflöste, konnte man nach 1880 an die Planungen einer Synagoge gehen. Sie wurde
in der "Unteren Stadt" gebaut, wo 1861 bereits die evangelische Kirche
erstellt worden war. Die Synagoge wurde im romanischen Stil erbaut. Am 5.
Oktober 1883 wurde die neue Synagoge eingeweiht. Lehrer Nordhäuser aus
Altenkunstadt berichtete über die Einweihung:
Aus
einem Artikel über die Situation oberfränkischer jüdischer Gemeinden:
"Umso erfreulicher ist es nun, Ihnen berichten zu können, dass in Kronach,
einem Städtchen von 4.000 Einwohnern, sich eine jüdische Gemeinde neu
konstituiert hat. vor einem halben Jahre hat die Gemeinde einen Lehrer
engagiert und den Grund zum Neubau einer Synagoge gelegt. Freitag, den 5.
Oktober fand die feierliche Einweihung derselben statt. Sämtliche
Behörden der Stadt waren zu derselben erschienen. Herr Rabbiner Dr.
Flaschner in Burgkunstadt hielt die Weiherede. Sein Thema war: Was suchen
wir in einem Gotteshause, was soll es uns bieten? Die Antwort auf diese
Fragen gab der Redner mit den Worten: 1) Die Wahrheit - die Wahrheit in
Gott, vor Gott und vor den Menschen; 2) die Liebe - die Liebe Gottes zu
uns (Gnade), die Liebe zu Gott und den Nebenmenschen. Die Gesänge wurden
trefflich exekutiert, einen ergreifenden Eindruck machte das vom Lehrer
Geßlain (Christ) komponierte und unter seiner Direktion vorgetragene 'Ma
tobu' auf die Zuhörer. Auch die Pièce aus 'Elias' von Mendelssohn wurde
sehr schön von dem Chore, bestehend aus christlichen Lehrern Kronachs,
gesungen. Dieses friedliche Zusammenwirken der Konfessionen zur
Verherrlichung einer solchen Feier hat gewiss etwas Erhebendes und
Tröstendes, für die Zukunft Beruhigendes. Nordhäuser,
Lehrer." |
Nur 50 Jahre war die neue Synagoge Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in der
Stadt. Auf Grund der starken Abwanderung nach 1933 konnten Gottesdienste
nur bis 1936 abgehalten werden. Der letzte Gemeindevorsteher Felix Strauß
verkaufte am 4. Februar 1938 für 6.000 Reichsmark die Synagoge an die
Stadt. Dadurch entging das Gebäude der Zerstörung beim Novemberpogrom 1938.
Die Ritualien waren nach Bamberg gebracht worden, wo sie beim Novemberpogrom
zerstört wurden.
Nach 1938 wurde die ehemalige Synagoge zweckentfremdet. Zunächst zog das
Rote Kreuz ein und richtete ein Sanitätsdepot in dem Gebäude ein. Bereits
damals wurden zahlreiche Umbauten vorgenommen. Im Betsaal wurde eine hölzerne Zwischendecke
eingezogen. Bis 1972 blieb das Rote Kreuz in der ehemaligen Synagoge,
danach wurde das Gebäude als Lagerraum verwendet. Seit 1988 gab es
Pläne für eine würdigere Nutzung der ehemaligen Synagoge. 1992 wurde der
"Aktionskreis Kronacher Synagoge e.V." gegründet, dem an einer
Instandsetzung der ehemaligen Synagoge und einer Nutzung als Gedenk- und
kulturelle Begegnungsstätte lag. Über mehrere Jahre wurden verschiedene
Veranstaltungen des Vereins in der Stadt durchgeführt. 1998/99 wurde
erste Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen mit Hilfe einer Gruppe von
Jugendlichen aus mehreren Nationen durchgeführt. Dabei wurden u.a.
Holzverschläge und Einbauten entfernt, die zugemauerte Toranische freigelegt
u.a.m. 2002 wurden umfassende Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Am 2.
Oktober 2002 wurde das restaurierte Gebäude neu eingeweiht. Seitdem dient
die ehemalige Synagoge als Gedenkstätte und als Veranstaltungsraum für
Ausstellungen, Vorträge und Konzerte.
Am 5. Oktober 2008 konnte mit einer Feier an die Einweihung der Synagoge
vor 125 Jahren erinnert werden.
Adresse/Standort der Synagoge:
Nikolaus-Zitter-Straße 27
Hinweise zum Aktionskreis Kronacher Synagoge e.V.:
Informationen über die Seite www.synagoge-kronach.de
Fotos
Die mittelalterliche
"Judengasse"
in der Altstadt |
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Ansichten der
"Judengasse" |
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Straßenschild
"Judengasse" mit Hinweistafel: "Die Judengasse wurde
namentlich erstmals 1577 erwähnt. Sie war bis ins 16. Jahrhundert das
Wohnzentrum der 'Judischheit' in Kronach. Aber bereits im 15. Jahrhundert
siedelte sie sich auch in anderen Stadtvierteln an; so gab es z.B. 1739 in
der Rosenau eine 'Judenherbergsgasse'. |
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| Die Alte Synagoge |
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Links:
frühere, mehrfach gestohlene Hinweistafel am Haus Amtsgerichtsstraße
25 (Foto Mitte, Eingang rechts) - früheres Haus des jüdischen Arztes
Dr. Leonhard Seeligsberg mit Betraum - und dem Text: "Alte
Synagoge. Das Gebäude stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert und
befindet sich am östlichen Rand des ehemaligen Stadtbereichs der 'Jüdischheit'.
Ab 1711 wurde es als Synagoge und Judenschule genutzt; aus dieser Zeit
stammt wahrscheinlich auch das zweite Obergeschoss. Die Straßenfassade
zeigt eine schlicht gerahmte Tür und ein vergittertes Rundbogenfenster;
im Hof befindet sich ein spitzbogiges Portal mit profiliertem Gewände.
Der südöstliche Raum des Erdgeschosses hat ein Kreuzratgewölbe. Heute
wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt".
(Foto der Hinweistafel von Jürgen Hanke, Kronach, Aufnahme vom März 2000) |
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| Die 1883 eingeweihte
Synagoge |
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| Ansicht von Westen |
Drillingsfenster über dem
Eingangstor |
Die seitlichen
Rundbogenfenster |
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| Apsis des Toraschreines von
Osten |
Blick in die ehemalige
Synagoge |
Hinweistafel |
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Hinweistafel zur
Geschichte |
Informationstafel für
aktuelle
Veranstaltungen |
In den Fenster:
Namensverzeichnis der aus
Kronach stammenden, deportierten Juden |
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Innenaufnahmen
(Quelle: www.synagoge-kronach.de) |
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Die ehemalige Synagoge im
Herbst 2011
(Fotos: Jürgen Hanke,
Aufnahmedatum: 23. Oktober 2011) |
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| Das Gebäude der
ehemaligen Synagoge in seiner Umgebung |
Blick auf die Apsis von
Osten |
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| Das Eingangstor |
Eingangsbereich |
Blick zurück zum
Eingangstor |
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| Blick zum Bereich
des ehemaligen Toraschreines mit der leeren Toranische |
Reste der Ausmalung rechts der
Toranische |
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| Blick zur Empore |
Glasfenster |
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| Gedenkstätte im Friedhof
Kronach |
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Berichte
zur Jubiläumsfeier in der ehemaligen Synagoge Kronach am 5. Oktober 2008
(erhalten von Jürgen Hanke, Kronach)
Aktuell
im Oktober 2008: 125 Jahre Kronacher Synagoge. Die Jubiläumsfeier war am 5. Oktober 2008.
Pressemitteilung vom 4. Oktober 2008: Seit 125 Jahren steht in der Kronacher Innenstadt eine Synagoge. Am Sonntagnachmittag ab 16 Uhr wird dieses Jubiläum gefeiert. Gepflegt und
erhalten wurde die Synagoge in den vergangenen Jahren vom Aktionskreis Kronacher Synagoge;
deren 1. Vorsitzende Odette Eisenträger freut sich auf einen glanzvollen Festakt im ehemaligen
Gotteshaus. Insgesamt 100 Mitglieder gehören dem Aktionskreis Kronacher Synagoge an. Zur Jubiläumsveranstaltung am Sonntag wird neben jüdischen und christlichen Würdenträgern u.a.
Rabbiner David Goldberg (Hof) und der oberfränkische Regierungspräsident Wilhelm
Wenning.
Informationen, Fotos und Presseberichte siehe unten
sowie in der Website des Aktionskreises www.synagoge-kronach.de. |
| September 2011:
Eine Dauerausstellung zur Geschichte von Heinrich
Bamberger ist geplant |
Artikel von Carolin Münzel und Georges
Segal in der "Neuen Presse Coburg" vom 1. September 2011 (Link
zum Presseartikel):
"Kronacher Jude auf Spurensuche. Heinrich Bamberger hat als
einziges Mitglied seiner Familie den Holocaust überlebt. Sein Engel
Georges Segal ist derzeit in Kronach. Eine Dauerausstellung in der
Synagoge soll die Geschichte seines Großvaters erzählen. Artikel
eingestellt als pdf-Datei. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 457; III,1 S. 691-692. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 138-139. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 226. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 253-255.
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 | Christoph Zekai: "Ein Stück Matzen,
Nachbarin!". Erinnerungen an die jüdischen Familien in Kronach.
Kronach 1992. 2., erweiterte Auflage 2010.
Links:
Kritische Besprechung des o.g. Buches von Rainer Domke, Küps in: Neue
Presse (Coburg), Ausgabe Kronach vom 6. Dezember 2010. |
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"Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I:
Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Kronach S. 178-185 (die Forschungsergebnisse
konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica" noch
nicht eingearbeitet werden). |
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 | Katja B. Zaich und Willi Zaich: 'Gern
gesehen und wohl gelitten'. Zur Geschichte der Kronacher Juden und ihrer
Synagoge. Mit einer historischen Einführung von Josef Motschmann.
Kronach 2009. 148 S. ISBN 978-3-00-028313-0. Nähere Informationen siehe
den Presseartikel und den Buchprospekt oben. |
 | Hans-Peter
Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und
Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur
Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Kronach S. 78-79.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Kronach Upper Franconia. Ten
Jews were murdered during the Rindfleisch massacres of 1298. Jews are again
mentioned in 1636 and 1644 under letters of protection. In 1760 Jews were
allotted a street outside the city walls and in 1824 the Matrikel law limited
Jewish residence to three families. The community revived with the arrival of
Jews from Friesen in the 1870s, the Jewish population increasing to 101 in 1890
(total 4.140). Thereafter it declined to 35 in 1933. The synagogue was sold in
1938 and by 1939 seven Jews emigrated and eight left for other German cities;
eight were expelled on 25 April 1942 to Izbica in the Lublin district (Poland)
via Bamberg.

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