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Eschwege
(Werra-Meissner-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
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Texten
zur jüdischen Geschichte in Eschwege
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In mittelalterlichen Eschwege, das im 13. Jahrhundert Stadtrechte erhielt,
lebten vermutlich bereits in dieser Zeit jüdische Personen. 1295 wird im
Zusammenhang mit Verfolgungen gegen die jüdische Bevölkerung auch Eschwege
genannt. 1301 wird in einer
Urkunde ein Sifridus Judeus in der Stadt genannt und als "geachtete und
wohlhabende Persönlichkeit" bezeichnet. Ob es zur Bildung einer jüdischen
Gemeinde kam, ist unklar. Während der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49
wurden wohl auch in Eschwege Juden ermordet. 1367 ist in einer
Geldangelegenheit der Priorin des Konvents von Germerode wiederum von Juden in
Eschwege die Rede. 1398 lieh Landgraf Balthasar von Thüringen bei einem
Eschweger Juden eine größere Summe. Dieser Jude wird als "Hasen" (=
Chasan, Vorbeter) bezeichnet, ein Indiz für eine damals bestehende jüdische
Gemeinde in der Stadt. 1457 wird eine "Judengasse" genannt. 1507 ist
vom "vicus iudaicus" die Rede. Die Judengasse befand sich im
Stadtzentrum zwischen "Marktplatz" und "Alter Steinweg"
(heutige Kniegasse).
1580
werden 30 jüdische Einwohner in
der Stadt genannt. Um 1600 lebten mehrere Jahre keine Juden in der Stadt; 1622
waren es wieder sechs jüdische Familien. 1637 - im Jahr des großen Stadtbrandes -
wurden 12 jüdische Familien in der Stadt, 1638 fünf Familien. In der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts wohnten jüdische Familien insbesondere im
Bereich Wallgasse / Töpfergasse. Weitere jüdische Familien lebten in dieser
Zeit in dem Straßenzug Unter dem Berge, außerhalb der Stadtmauern am Ufer der
Werra. Als nach 1687 eine neue Synagoge erbaut wurde, umfasste die
Gemeinde 15 Familien.
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner in
der Stadt auf 171 zu (4,9
% der Gesamtbevölkerung). Die jüdischen Familien lebten zunächst fast
ausschließlich vom Vieh- und Warenhandel (Textilien).
Im 19. Jahrhundert
entstanden zahlreiche jüdische Handels-, Gewerbe- und Industriebetriebe, die
eine überaus große Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt hatten. Auch im
öffentlichen Leben zeigte sich eine rege Beteiligung der jüdischen Einwohner.
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Niederhessen (Kassel), hatte jedoch
ein eigenes Kreisrabbinat. Unter den Rabbinern der Stadt sind zu nennen:
Simon Isaak Kalkar (1754-1812, "Departementrabbiner" in Eschwege),
1827 bis
1831 Dr. Salomon Herxheimer aus Dotzheim
(danach Landrabbiner für Anhalt-Bernburg), 1831 bis 1894 Philipp Goldmann, ab 1896 Dr. Joseph
Cohn, von 1918 bis 1923 Dr. Moritz Freier; von 1923 bis 1938 Dr. Heinrich Bassfreund.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1835 236 jüdische Einwohner, 1855 369, 1861 470 (6,7 % von insgesamt
6.969), 1871 509 (6,8 % von 7.431), 1885 549 (5,8 % von 9.942), 1895 487
(4,7 % von 10.285), 1905 511 (4,3 % von 11.841). 1858 trennte sich eine orthodoxe
Gruppe von der liberal geprägten Hauptgemeinde und begründete ihren eigenen minjan.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (bestand seit 1827; das Gebäude Schulstraße 3 wurde 1839
eingeweiht; die Schule bestand bis
1939), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war (neben dem Rabbiner) ein Lehrer
angestellt, der teilweise zugleich als Kantor/Vorbeter und Schochet tätig war.
Der erste Lehrer der jüdischen Gemeinde nach 1827 war der bereits genannte Dr.
Salomon Herxheimer, der bis 1831 auch das Amt des Kreisrabbiner innehatte. Er
unterrichtete 1827 41 Kinder der jüdischen Gemeinde. Längere Zeit waren die Ämter
des Rabbiners und Lehrer auf zwei Personen verteilt. An
Lehrern und Kantoren
werden neben dem Kreisrabbiner genannt: bis 1851 ein Lehrer Schloß, von 1851 bis 1870 Kantor
M. Engelbert (1866
hatte es in der jüdischen Schule 28 Schüler), von
1870 bis 1907 oder 1917 Kantor Werthan, von 1907 bis 1931 Lehrer Simon Glauberg, 1893 bis 1933 Kantor Levi Bacharach, ab
1931 Lehrer Sally Wiesenfelder.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Hugo Benjamin
(geb. 3.9.1897 in Eschwege, gef. 18.11.1916),
Karl Eichenberg (geb. 7.6.1894 in Eschwege, gef. 7.10.1914), Alfred Goldmann
(geb. 28.4.1887 in Eschwege, gef. 28.11.1914), Btl. Arzt Dr. med. Siegmund Kahn
(geb. 3.5.1876 in Eschwege, gef. 3.5.1917), Arthur Levi (geb. 7.9.1898 in
Eschwege, gef. gef. 4.10.1917), Alfred Levy (geb. 7.3.1883 in Eschwege, gef.
10.5.1915), Adolf Luss (geb. 11.3.1892 in Eschwege, gef. 31.8.1914), Arthur
Meyer (geb. 18.8.1893 in Hann. Münden, gef. 15.4.1916), Arthur Pappenheim (geb.
29.6.1897 in Eschwege, gef. 23.10.1917), Gefreiter Isfried Stein (geb. 27.6.1889
in Eschwege, gef. 21.5.1915), Abraham Stiefel (geb. 15.12.1889 in Abterode, gef.
28.12.1916), Carl Werner (geb. 21.2.1894 in Eschwege, gef. 25.9.1916), Ludwig
Katzenstein (geb. 15.8.1890 in Eschwege, gest. an der Kriegsverletzung
16.11.1919), Moritz Oppenheim (geb. 18.11.1873 in Bebra, gef. 29.11.1918).
Um 1925 - als noch 410 jüdische Einwohner gezählt wurden
(etwa 3,15 % von insgesamt ca. 13.000 Einwohnern) - gehörten dem Synagogenvorstand
an die Herren Abraham Goldbach, Dr. med. Bacharach und David Weinstein.
Kreisrabbiner in Eschwege war (von 1923 bis 1938) Dr. Heinrich Levi Bassfreund. Als Lehrer wirkte Simon
Glauberg. Er hatte an der jüdischen Volksschule noch 10 jüdische Kinder zu
unterrichten (1932: 28 Kinder), dazu 40 Kinder in der Religionsschule, die die
allgemeinen höheren Schulen des Ortes besuchten. Als Kantor und Schochet war
Levi Bacharach angestellt, als Synagogendiener Rafael Frenkel. An jüdischen
Vereinen bestanden: der Israelitische Wohltätigkeitsverein Chewra
Gemilus Chassodim (gegründet 1857), der Israelitische Frauenverein e.V.
(gegründet 1877), die Chewra Talmud Tora (Talmud-Tora-Verein gegründet
1727), die Chewra Zeira Kadischa (gegründet 1925, Ziel: Wohltätigkeit
und Lehrvorträge), die Israelitische Wanderarmenkasse (gegründet 1908),
eine Ortsgruppe des Central-Vereines sowie eine Ortsgruppe des Bundes
jüdischer Frontsoldaten. 1932 umfasste die jüdische Gemeinde noch 390
Gemeindeglieder.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 421 Personen) auf Grund der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, ein größerer Teil von
ihnen in die USA (80 Personen). 1941-42 wurden die letzten etwa 100 jüdischen
Einwohner in die Vernichtungslager deportiert.
Nach 1945 bestand für
einige Jahre ein Lager für jüdische KZ-Überlebende in der Stadt (DP-Lager
unter Aufsicht der UNRRA), doch sind fast alle Lagerinsassen nach Gründung des
Staates Israel dorthin ausgewandert. Die in Eschwege wieder lebenden jüdischen
Bewohner waren jedoch zu wenige, um auf Dauer wieder eine Gemeinde bilden zu
können.
Zur Geschichte der Synagoge
Ob im Mittelalter bereits ein Betsaal oder eine Synagoge vorhanden war,
lässt sich nicht sicher nachweisen. Immerhin spricht die Erwähnung eines Juden
mit dem Beinamen "Hasen" (= Chasan, Vorsänger) im Jahr 1398 für die
Einrichtung zumindest eines Betsaales in dieser Zeit. Auch im 16./17.
Jahrhundert dürfte ein Betsaal vorhanden gewesen sein. Beim Neubau einer
Synagoge nach 1687 wird jedenfalls ein alter Betsaal als baufällig bezeichnet.
1687 wollte die Judenschaft der Stadt eine neue Synagoge bauen und bat um Genehmigung, einen Platz hierfür kaufen zu dürfen.
Landgraf Ernst von Hessen-Rotenburg zeigte sich von seiner großzügigen Seite
und schenkte der Judenschaft einen hierzu gut geeigneten Bauplatz (Grundstück
Unter dem Berge 20).
1692
konnte auf diesem Platz eine Synagoge, neben ihr ein rituelles Bad eingerichtet werden.
Dieses Bethaus bestand - vermutlich immer wieder renoviert - bis zum Neubau
einer Synagoge 1838. Diese wurde von Landbaumeister Johann Friedrich Matthei
erstellt. Über den bevorstehenden Bau der Synagoge liegt ein Bericht
vor in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. August 1837:
Aus Eschwege, im August (1837). Erlauben Sie,
verehrtester Herr Redakteur, Ihnen, zur gefälligen Aufnahme in Ihr sehr
geschätztes Blatt, das sich auch in hiesiger Gegend der allgemeinsten Teilnahme
erfreut, eine Mitteilung zu machen, aus welcher jeder Menschenfreund mit
Vergnügen entnehmen wird, wie sehr sich der Sinn für alles Bessere und Heilige
immer allgemeiner unter unsern Glaubensgenossen verbreitet, und wie dieser
heilige Sinn kein Opfer scheut, sich in der Wirklichkeit zu betätigen.
Seit einigen Jahren wurde in der hiesigen israelitischen Gemeinde das lebhafte
Bedürfnis gefühlt, ein Gotteshaus zu besitzen, das die edelsten Bedürfnisse
des Geistes und des Herzens befriedigen, das Stärkung im Glauben, Trost im
Leiden, und Wonne in höhern Freuden gewähren könne. - Dass die alte Synagoge,
an einem sehr dumpfen Orte liegend, für die hiesige Gemeinde viel zu klein,
zudem sehr baufällig, dieses alles nicht genügend gewähren konnte, sah jeder
Humane ein. - Ebenso war an hiesigem Orte ein geeignetes Lokal für die
öffentliche israelitische Schule, welche von 50 Kindern besucht wird, sehr
wünschenswert. - Um nun allen diesen geistigen Bedürfnissen Genüge zu
leisten, wurde von dem Vorstande der Gemeinde, Herrn Kreisvorsteher Kugelmann
und Herren Ältesten J.V. Plaut und J.C. Plaut mit höherer Genehmigung, ein
sehr geeigneter Platz, mitten in der Stadt gelegen, für circa 600 Reichstaler
angekauft, und zwei herrliche Gebäude, ein Gotteshaus und ein Schulhaus,
welches letztere zugleich Wohnungen für die Lehrer enthält, werden dermalen
dort aufgeführt.
Wenn auch diesem, für die hiesige kleine Gemeinde allerdings kostspieligen Bau,
in pekuniärer Hinsicht sich manche Schwierigkeit darbot: so wurden doch alle
diese Hindernisse, durch die tätige und umsichtvolle Ausdauer genannten
Vorstandes glücklich überwunden, und wir sehen nun freudig und hoffnungsvoll
der baldigen Erfüllung unseres sehnlichen Wunsches, wieder ein anderes und
herrlicheres, seinem heiligen Zwecke angemessenes Gotteshaus zu besitzen,
entgegen. Seiner Zeit werde ich Ihnen, wenn Sie es gütigst erlauben, von der
innern Einrichtung beider Gebäude, von der Einrichtung, von der zu erwartenden
Umgestaltung des Gottesdienstes Mitteilung machen. Doch darf ich am Schlusse
dieses Schreibens nicht vergessen, der liebevollen Sorgfalt unserer väterlichen
Regierung, welche alles Edle und Gute zu befördern sucht, lobend zu erwähnen.
Nicht nur, dass von derselben, der angekaufte Platz, ein früheres Lehen,
sogleich zu diesem Behufe zu verwenden, gestattet wurde, sondern sie bot auch
Alles auf, um das, zur Ehre Gottes beabsichtigte Vorhaben des Vorstandes
reüssieren zu lassen. Gott erhalte unsere Regierung!
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Zeitgleich mit dem Bau der Synagoge wurde ein jüdisches
Schulhaus unmittelbar unterhalb der Synagoge in der Schulstraße
erstellt.
Die
Einweihung der Synagoge war am 14. Dezember 1838 durch Rabbiner Philipp
Goldmann, der 1838 bis 1894 Kreisrabbiner in Eschwege war. Über das Fest
erschien ein kurzer Bericht in der Zeitschrift "Allgemeine Zeitung des
Judentums" vom 12. Januar 1839:
Eschwege,
21. Dezember (1838). Lange fühlte die hiesige israelitische Gemeinde den Mangel
eines entsprechenden Gotteshauses. Der Zahn der Zeit hatte einesteils an der
alten Synagoge sehr genagt, andernteils war sie der Gemeinde zu beschränkt
worden. Nach langem Zögern endlich ergriffen die Gemeindevorsteher, die Herren
J. V. Plaut und und J. C. Plaut den Plan zur Erbauung eines neuen Gotteshauses
mit wahrhaftem Eifer, und ihren Bemühungen verdankt man die glückliche
Realisierung des Planes - ein neues Gotteshaus, zur Ehre der Religion, zur
Verschönerung der Stadt. Ich sende Ihnen anbei einen Bericht über die
Einweihung, die am 14. Dezember statt fand, ein schönes Fest, das ohne Störung
und zur Befriedigung aller Teilnehmer gefeiert ward. Hervorheben dürfen wir
wohl auch eine für dieses Fest vom katholischen Seelsorger hiesigen Orts, Herrn
Ritz gedichtete Ode, deren Mitteilung gewiss interessieren und erfreuen wird. |
Der in dem obigen Bericht angekündigte ausführliche Bericht über die
Einweihung wurde leider nicht in der "Allgemeinen Zeitschrift des
Judentums" veröffentlicht. Monate später findet sich in der Ausgabe vom
26. Oktober 1839 allerdings die Ode, die der katholische Pfarrer Ritz zur
Einweihung der Synagoge vorgetragen hatte:
Eschwege. Sie haben, Herr Redakteur, in einer frühern
Nummer dieser Zeitung versprochen, einen nähern Bericht über die Einweihung
des israelitischen Tempels allhier, die am 14. Dezember 1838 statt fand, zu
geben. Ist nun auch hierzu die günstige Zeit vorüber, so ward doch der
Umstand, dass der hiesige katholische Geistliche, Herr Ritz, uns mit einer Ode
zu diesem Feste beschenkte, von Ihnen selbst als besonders bezeichnend für
unsre Zeit hervorgehoben, dass Sie nicht, erinnert daran durch die Einweihung
der Synagoge zu Kassel, dieses Gedicht noch nachträglich geben sollten, welches
hier unten folgt. Die Predigt des Herrn Kreisrabbinen Goldmann zu diesem Feste,
ist im Druck erschienen. Der Herr Ritz leitete sein Gedicht durch folgendes
Schreiben ein.
Geehrter Herr Kreisrabbiner!
Wenn Feste der Religion gefeiert werden, wie Ihnen ein solches bevorsteht, so
kann ein Diener der Religion nicht leicht müßiger Zuschauer bleiben. Auch ich
vermochte dies nicht und habe den Anteil, welchen ich an Ihrer Freude nehme, in
einer kurzen Ode ausgesprochen, welche ich mir erlaube, Ihnen, und durch Sie,
Ihrem Gemeinde-Vorstand zum Geschenke zu machen. Ich ergreife die Gelegenheit,
Ihnen meine vollkommenste Hochachtung auszudrücken, mit welche ich bestehe Ihr
ergebenster Ritz, katholischer Seelsorger.
Eschwege, den 13. Dezember 1838.
Tempelweihe
Psalm 26,9 (hebräisch zitiert): "Ewiger, ich liebe die Stätte
deines Hauses, und den Ort, wo deine Herrlichkeit thront".
Freundlich schwebte herab einst Weltbeherrscher Jehova,
Streute Segen und Glück häufig in Israels Haus;
Hörte der Kinder Gebet, das flehende Sehnen der Väter,
Machte die flehende Brust himmlischer Seligkeit voll,
Als durch Salomos Hand, des weisesten Herrschers von Juda,
Zions Heiligtum hoch glänzende Zinnen erhob.
Wie wenn das freundliche Wort des liebenden Vaters erschollen,
Söhne und Töchter vereint eilen mit kindlicher Lust,
um zu schließen den Kreis, der liebend von Liebe umschlungen
Lauschet dem mahnenden Wort, höret die sehnende Lehr:
1. Könige 8,65 (hebräisch zitiert): "eine große Versammlung, von der
Gegend um Hamat".
Also strömten heran die Gottgeheiligten Stämme
Wogend in brünstiger Flut, pilgernd zum heiligen Haus.
Sidons blühend Gestad, wie Libanons luftige Höhen
Sandten von Andacht erfüllt jubelnde Scharen dahin;
Hermon's schattiges Haupt und Jordans üppige Gauen
Waren von Wallern erfüllt strömend nach Israels Stadt;
Dort von heiliger Glut aufwalleten liebliche Düfte
Zu Jehovas Sitz, welcher in Herrlichkeit thront.
eben dort Vers 36 (hebräisch zitiert: "Und es opferte Salomo das
Opfer".
Duftend wogte nach oben des Opfers dampfende Wolke;
Also schwebte das Herz brünstiger Beter empor.
Hymnen erfüllten mit Jubel des Heiligtums glänzende Hallen,
Lieder priesen den Herrn laut im begeisterten Chor. -
Dich auch Jakobs erzeugte Gemeinde in Hassias Gauen,
Lächelt im festlichen Schmuck prangend ein Heiligtum an.
Feierlich tönet sein Ruf zum heiligen Werke des Glaubens,
Freundlich erschallet das Wort: "Israel eile heran,
"Höre begeisterte Lehre verkünden, die Weisheit von oben,
"Wachse an Weisheit und Kraft, werde des Himmlischen voll.
"Werfe die kindliche Brust voll Demut im Staube danieder
"Stimme mit Seraphen ein, preisend den Namen des Herrn:
Jesajas 6,3 (hebräisch zitiert): "Und es rief einer dem anderen zu:
Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr Zebaoth..."
"Heilig, erhabener Gott bist du, dessen Herrlichkeit füllet,
"Deine Geschöpfe Mund, das unermessliche All. -
Freude durchglühe das Herz Euch eifrige Söhne des Ostens,
Wonne durchstrahle die Brust, Jubel verkünde der Mund;
Denn noch preisen die Lippen des Enkels die Andacht der Väter,
Dankend glühet das Herz, segnend der Vater im Grab. -
Eschwege, den 14. Dezember 1838. Ritz
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Die Synagoge war 100 Jahre lang Mittelpunkt des jüdischen
Gemeindelebens in Eschwege. Von den vielen Höhepunkten im Leben der Gemeinde
seien die Feierlichkeiten zur fünfzigjährigen Amtstätigkeit von Rabbiner
Philipp Goldmann hervorgehoben. Dieser hatte 1838 die Synagoge eingeweiht und
konnte nach einer gründlichen Restaurierung des Gebäudes 1881 sein
50-jähriges Amtsjubiläum in dem Gebäude feiern. Darüber liegt ein Bericht in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Dezember 1881 vor:
Eschwege, 2. Dezember (1881). Die gestrige Feier der
fünfzigjährigen Amtstätigkeit des Herrn Kreisrabbinen Goldmann dahier war,
den allseitig anerkannten Verdiensten des hochgeehrten Mannes entsprechend, eine
sehr würdige und hat sicherlich bei den vielen Teilnehmern einen bleibenden
tiefen Eindruck hinterlassen. - Eine vortreffliche Morgenmusik begrüßte den Jubilar in der Frühe seines Ehrentages. Um 10 Uhr empfing derselbe die
Glückwünsche der Deputationen, zu welchem Akte sich u.A. auch der Königliche
Landrat, Herr Groß, Vertreter der städtischen Behörden, die Geistlichkeit der
christlichen Kirche, die Vorstände unserer sämtlichen Lehranstalten
eingefunden hatten, um ihrer Teilnahme an dem Jubeltage in trefflichen, bewegten
und bewegenden Worten gleichfalls Ausdruck zu geben. - Besonders feierlich war
der am Mittag beginnende Festgottesdienst in der schön restaurierten, reich
geschmückten Synagoge, welche die Versammelten, darunter die erwähnten
Deportationen usw., Mitglieder des Stadtrates und Bürgerausschusses und andere
christliche Mitbürger, kaum zu fassen vermochte. Hier hielt Herr Landrabbiner
Dr. Adler aus Kassel, die Festpredigt, welche mit einer an den Jubilar
gerichteten, dessen amtliche Wirksamkeit in glänzendes Licht setzenden
Ansprache und mit warmen Glück- und Segenswünschen endigte. Bescheidenen
Sinnes drückte der Gefeierte seinen Dank für die ihm gewordene reiche
Anerkennung aus und sprach in seiner darauf folgenden, Rückblicke in sein Leben
enthaltenden Rede ergreifende Worte und flehte zum Schluss dankerfüllten Herzens
den Segen herab auf unseren Kaiser und sein Haus, auf die Stadt, auf seine
Gemeinde. Der Vortrag einer Motette durch den Sängerchor, welcher durch seine
Gesänge die festliche Stimmung erhöhen half, beschloss die Feier in der
Synagoge.
Die Beteiligung an dem Festmahle im Stadtbausaale am Abend war ebenfalls eine
sehr zahlreiche; auch Herr Landrabbiner Dr. Adler, Herr Landrat Groß,
städtische Beamte, Mitglieder des Stadtrates und des Bürgerausschusses und
andere der israelitischen Gemeinde nichtangehörige Bürger waren erschienen.
Und nicht nur für das leibliche Wohl war hier vortrefflich gesorgt, auch der
Geist erhielt fortwährend Anregung und Nahrung durch unzählige Ansprachen und
Toaste, bald ernsten, bald launigen Inhaltes, auf Zustände der Gegenwart und
Vergangenheit sich beziehend, sehr beherzigenswerte Worte auch enthaltend über
das einträchtige Zusammenleben konfessionell geschiedener Bürger. Das erste,
begeistert aufgenommene Hoch wurde nach gutem altem Brauch Seiner Majestät dem
Kaiser durch Herrn Vizebürgermeister Döhle gewidmet; ihm folgte der Toast des
Herrn Landrabbinen auf den Jubilar.
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Unserer Stadt und der städtischen Behörden
wurde unter anderem von Herrn Landrat Groß und Herrn Dr. med. Stern, welch
ersterer damit ein ihm von Herrn Aron Levy in schmeichelhaften Ausdrücken
dargebrachtes Hoch erwiderte, in trefflicher Weise gedacht. Herr Lehrer Werthahn
feierte den Herrn Landrabbinen, Herr Seminardirektor Dr. Stein aus Kassel
verdienter Weise die unermüdliche Fürsorge des Festkomitees. Der Bedürftigen
in der Freude des Tages nicht zu vergessen, regte Herr M. Plaut den bewährten
Wohltätigkeitssinn der Versammlung an und konnte als Resultat der Sammlung - in
einem der beiden dem Jubilar von seiner Gemeinde und der Stadt gewidmeten Pokale
- 70 und einige Mark dem Herrn Vizebürgermeister, an Stelle des infolge
längeren Unwohlseins abwesenden Herrn Bürgermeisters Gebhard, überreichen.
Auch die hiesige Kinderbewahranstalt wurde durch eine spätere Sammlung riech
bedacht.
Der Verlauf der ganzen Feier, welche zahlreiche Glückwünsche und Gäste auch
aus weiter Gerne herbeigeführt hatte, wird ein die Veranstalter und Teilnehmer
in hohem Grade befriedigender gewesen sein. Überall fand die Verehrung für den
Gefeierten schönen Ausdruck. Möge ihm der Tag der Ehren nicht nur eine
beglückende, frohe Erinnerung, sondern auch eine Quelle sein: neuen Mutes und
mit frischer Kraft für die Fortsetzung seiner Amtstätigkeit in dem nun
begonnenen sechsten Jahrzehnt.
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Von der Architektur her handelte es sich bei der Synagoge um einen zweigeschossigen,
verputzten Massivbau mit einem Walmdach. Charakteristisch ist bis heute die Straßenansicht
mit dem Säulenportikus, der von Rundbogenfenstern im Obergeschoss und
Rechteckfenstern im Untergeschoss flankiert wird. Die Fenster waren
ursprünglich mit Glasmalerei versehen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten geschändet und
demoliert. Dabei wurden die Fenster eingeschlagen
sowie die Inneneinrichtung vollkommen zerstört. Einige Torarollen konnten von Gemeindeglieder
rechtzeitig versteckt werden, doch sind dies später verloren
gegangen. Nach dem Novemberpogrom wurden die Fenster des Gebäudes von der Stadt
mit Brettern geschlossen und sind später wieder verglast worden, um das Gebäude
im Krieg als Depot für die Fliegerabteilung zu verwenden. Nach 1945 wurde das
Gebäude vorübergehend von den wenigen überlebenden Rückkehrern und den
KZ-Überlebenden des DP-Lagers wieder als Synagoge verwendet. Mit der Auflösung
der jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge wieder geschlossen.
Im März 1954 konnte durch den
damaligen Vorsteher der Neuapostolischen Kirchengemeinde in Eschwege, Priester Willi Pempel, nach längeren
Verhandlungen mit maßgeblichen Mitgliedern der früheren jüdischen Gemeinde, unter
Federführung von Herrn Moritz Werner die ehemalige Eschweger Synagoge käuflich erworben werden.
Das Gebäude wurde in den folgenden Monaten umfassend renoviert und als
Neuapostolische Kirche eingerichtet. Bis heute gilt die ehemalige Synagoge als
eine der schönsten neuapostolischen Kirchen im Bezirk Hessen. Am 30. September 1954 fand durch Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder die
feierliche Einweihung im Beisein der Bischöfe Seibert und Weine sowie der
Bezirksältesten Schäfer und Tromp, der Bezirksevangelisten Karl Isenberg,
Ernst und Rudolf Schilling sowie vieler Amtsträger aus dem damaligen großen Ältestenbezirk
Kassel statt. 50 Jahre nach Einrichtung der Kirche in der ehemaligen Synagoge
wurde das Gebäude zuletzt im Jahr 2004 umfassend renoviert.
Adresse/Standort der Synagoge:
 | Ecke Straße "Vor dem Berge" 4 /Ecke
Schulstraße
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Fotos
(neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.4.2009)
Die mittelalterliche
"Judengasse",
die heutige "Kniegasse" |
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Blick vom Marktplatz in
die Kniegasse |
Straßenschild |
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| Die
Töpfergasse, wo in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts mehrere jüdische
Familien lebten |
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| Blick in die Töpfergasse |
Alte Fachwerkhäuser in der
Töpfergasse |
Straßenschild |
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Historische Aufnahmen der Synagoge
(Fotos: Website der Neuapostolischen Kirche in
Eschwege; Foto erste Zeile rechts: P. Arnsberg)
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| Außenansichten
der Synagoge |
Das klassizistische
Eingangsportal |
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Die Synagoge in ihrer
Umgebung |
Innenansicht der Synagoge mit
Blick zum Toraschrein |
Innenaufnahme,
vermutlich vor 1899;
Quelle: Kullmann/Wiegand S. 52. |
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| Die geschändete Synagoge nach dem
Novemberpogrom 1938 |
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Die eingeworfenen
Fenster sind
notdürftig verschlossen |
Innenansicht: Quelle:
Pinkas Hakehillot
s.Lit. S. 374 |
Quelle:
Kullmann/Wiegand
S. 67 |
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Obiges
Foto in höherer Auflösung |
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| Seit 1954: die ehemalige Synagoge als
neuapostolische Kirche |
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Die ehemalige Synagoge als
neuapostolische Kirche |
Die neuapostolische
Kirchengemeinde
vor der ehemaligen Synagoge |
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| 2004: 50 Jahre Neuapostolische Kirche in
der ehemaligen Synagoge. Das Gebäude wird umfassend renoviert und neu
eingeweiht |
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Art. vom 21.09.2004:
"Synagoge
in guten Händen" |
"Neuapostolische Kirche
weihte ihr Gotteshaus" |
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Die ehemalige
Synagoge
im Frühjahr 2009
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.4.2009) |
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Die ehemalige Synagoge
(rechts)
in ihrer Umgebung |
Blick auf die
ehemalige Synagoge, seit 1954 Neuapostolische Kirche |
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Charakteristisch
für die Eschweger Synagoge: ein vorgesetzter Mittelrisalit mit
einem
Schauportal, das an einen Tempel des klassischen Altertums erinnert:
vier
Sandsteinsäulen tragen einen griechischen Dreiecksgiebel. |
Hinweistafel:
"Ehemalige Synagoge.
Klassizistischer Bau der Jahre 1837-38.
Am 9.
November 1938 geschändet und
verwüstet. Heute Neuapostolische Kirche.
Im
Mittelalter befand sich hier der
Burgsitz der Familie von Keudell". |
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| Das Schulgebäude der
jüdischen Gemeinde in der Schulstraße 3 |
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Die ehemalige jüdische
Schule, dahinter
die ehemalige Synagoge |
Das Schulhaus wurde
gleichzeitig
mit der Synagoge erbaut (1837/38) |
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Hinweistafel.
"Schulgebäude der jüdischen Gemeinde Eschwege. Erbaut 1839. Schule
aufgehoben am 1.10.1939, bis 1952 im Besitz der israelitischen Gemeinde,
seitdem in Privatbesitz." |
Rückseite des Schulgebäudes |
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| Ehemaliges jüdisches
Geschäft |
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Gebäudes eines
der früheren jüdischen Geschäfte: "Stad 27/29". Es handelte
sich um das 1882 von den Kaufleuten Bernhard und Philipp Goldmann
erworbene Gebäude Stadt 27 sowie das 1931 dazu übernommene Gebäude
Stadt 29. 1933 war das Kaufhaus Goldmann ein Hauptziel des NS-Boykotts.
Wenig später wurde es "arisiert" (Textilkaufhaus Eduard
Messerschmidt, 1967 Kaufhaus Karstadt, seit 2007 Hertie) |
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| "Denkmal
gegen Gewalt" gegenüber der Synagoge |
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| Informationstext
zum "Denkmal gegen Gewalt": "Erinnern - Widerstehen - für
Menschenwürde. Denkmal gegen Gewalt von Christ K. Bayer 2008, Bronze. Die
Skulptur erinnert an alle Menschen, die in der Vergangenheit unter
Demütigungen, Verachtung, Misshandlungen und Folter litten, und an alle,
die in der Gegenwart alltäglicher Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt sind.
Die Skulptur lässt die 1657 als Hexe verbrannte Eschwegerin Catharina
Rudeloff als ein Beispiel für Widerstand und Würde erkennen... Das
Denkmal soll Mut machen, gegen Gewalt einzutreten, Zivilcourage zu zeigen
und sich aktiv für Selbstbestimmung, Freiheit und Menschenwürde
einzusetzen." |
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| Gedenken |
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Sehr versteckt
befindet sich im Treppenhaus des Rathauses (2. Stock) eine Gedenktafel mit
dem Text: "Zum Gedenken. Seit dem 13. Jahrhundert lebten in dieser
Stadt Menschen jüdischen Glaubens. Während der nationalsozialistischen
Herrschaft in den Jahren von 1933 bis 1945 wurden die Mitglieder der
ehemaligen jüdischen Gemeinde gedemütigt, entrechtet, vertrieben,
verschleppt und ermordet. Ihr Schicksal darf nicht vergessen werden. Es
mahnt uns, auch der anderen Opfer der Hitlerdiktatur zu gedenken. Die
Kreisstadt Eschwege 1997." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 226; III,1 S. 332. |
 | Joseph Cohn: Das Eschweger Memorbuch. Hamburg 1930. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 167-170. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. 1971 S. 49. |
 | Erich Hildebrand: Die Juden in Eschwege, in:
Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung. Bd. 9. Gießen 1979. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 73-74. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch). |
 | Anna Maria Zimmer: Zur Geschichte der jüdischen
Gemeinde in Eschwege. In: Geschichte der Stadt Eschwege. Eschwege 1993 S.
341-357. |
 | dies.: Juden in Eschwege - Entwicklung und Zerstörung der
jüdischen Gemeinde von den Anfängen bis zur Gegenwart. Eschwege 1993. |
 | Karl Kollmann / Thomas Wiegand: Spuren einer
Minderheit. Jüdische Friedhöfe und Synagogen im Werra-Meissner-Kreis.
Hrsg. von der Historischen Gesellschaft des Werralandes. Kassel 1996. S.
81-85 u.ö. |
 | York-Egbert
König / Christina Prauss / Renate Tobies: Margarete
Kahn und Klara Löbenstein. Mathematikerinnen, Studienrätinnen,
Freundinnen. Hrsg. von Hermann Simon. Verlag Henrich &
Hentrich. 2011 (Jüdische Miniaturen Bd. 108).
Zu dieser Publikation (Informationen
von Verlagsseite): "Margarete Kahn und Klara Löbenstein gehören zu einer kleinen Elite junger Frauen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Abitur extern an Knabenschulen ablegen. Danach studieren sie in Berlin und Göttingen zunächst als Hörerinnen, weil das Land Preußen Frauen erst zum Wintersemester 1908/09 das reguläre Studium gewährt. Die AutorInnen zeichnen die Wege dieser beiden Pionierinnen des Frauenstudiums nach, die bei einem der bedeutendsten Mathematiker, David Hilbert, zeitgleich zur Doktorwürde streben. Sie rekonstruieren ihre herausragenden Leistungen, berichten über die Hürden, die Gegner des Frauenstudiums errichteten, über ihre Tätigkeit als Studienrätinnen im preußischen Schuldienst, sowie über das Ende ihrer Karrieren und das Schicksal ihrer Familien im Nationalsozialismus.
"
Der Bezug zu Eschwege: Margarete Kahn ist am 27. August 1880 in
Eschwege als Tochter des Fabrikanten Albert Kahn und seiner Frau Johanne
geboren. Sie besuchte von 1887 bis 1896 die Volksschule, dann die Höhere
Töchterschule in Eschwege und legte 1904 die Reifeprüfung am Königlichen
Gymnasium Hersfeld ab. Vgl. weitere Informationen
auf einer Seite der Universität Kaiserslautern. |
 | Eschweger Geschichtsblätter Jg. 23 2012. Hrsg. vom
Geschichtsverein Eschwege e.V.. Mit mehreren Beiträgen zur jüdischen
Geschichte. 104 S. 10,00 €. Bezugsmöglichkeit
auf einer Seite von vhghessen.de.
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Beiträge: Dietfrid Krause-Vilmar: Die Vernichtung der Firma Herzog & Co. und die Erinnerungen Werner Kahns
York-Egbert König: 'Ich habe nichts zum Leben …' Zum Schicksal der Familie Ferdinand Heilbrunn in Eschwege, Wallgasse 18
ders.: 'Zwei Paar Schuhe … ganz verbraucht …' Dr. Margarete Kahn (1882–1942) aus Eschwege erklärt ihr Vermögen
Jochen Schweitzer Nachforschungen über das Schicksal der Eschweger Familie Julius und Selma Klara Kahn
York-Egbert König und Karl Kollmann: Anwälte ohne Recht. Zum Schicksal jüdischer Juristen in und aus dem Werraland
dies.: 'In Vierbach versteckt …' Hedwig Schlier und Else Vocke – zwei Frauenschicksale in bewegter Zeit
Christina Prauss: Vom Untergang bürgerlicher Lebenswelten – Der Kaufhausgründer Lehmann Löbenstein aus Datterode und seine Kinder. |
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 | Karl Kollmann / York-Egbert König: Namen und
Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Eschwege. Ein
Gedenkbuch. Hrsg. von der Nicolas-Benzin-Stiftung. Eschwege 2012. 254 S.
11,00 €. Bezugsmöglichkeit
auf einer Seite von vhghessen.de.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
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| Teachers and students at
Hebrew school in Eschwege |
Eschwege Hesse-Nassau. Jews
living in Eschwege are mentioned from the end of the 13th century. They numbered
30 in 1580 and later established a synagogue in 1687. After the kingdom of
Westphalia's establishment (1807), Jews obtained civil rights and Shimon Yitzhak
Kalkar (1754-1812), the ristrict rabbi, was a member of the Kassel consistory.
During the 19th century, the community grew from 236 (in 1835) to 549 (6 % of
the total) in 1885. It built a handsome new synagogue in 1838 and maintained an
elementary school from 1839 to 1939. From 1858, it had a separate Orthodox
minyan. While fostering their own institutions, the Jews displayed an increasing
interest in public affairs. During the Weimar Republic, B'nai B'rith, the
Central Union (C.V. ) and the Jewish War Veterans Association established local
branches. Jews were elected to the city council and Jewish-owned industrial
firms (especially in textiles) employed 80 % of the labor force. Affiliated with
the rabbinate of Kassel, the community had declined to 421 (1 %) when Nazi
boycott regulations were imposed in 1933. Over the next six years, as unemployed
Jewish professionals and businessmen left Eschwege, cultural, educational, welfare, and Zionist
activity expanded. On Kristallnacht (9-10 November 1938),
SA troops destroyed the synagogue's interior; a mob looted and vandalized Jewish
property; and, after being paraded through the street, Jewish men were
imprisoned in concentration camps. Of the 535 Jews registered there after 1933,
222 emigrated (chiefly to the United States, Latin America, and Palestine); the
last 190 were deported in 1941-42. After Worldwar II, most of the Jewish
Displaced Persons housed in a local United Nations Relief and Rehabilitation
Administration (UNRRA) camp emigrated to Israel.

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