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Harmuthsachsen mit
Waldkappel (Gemeinde
Waldkappel, Werra-Meißner-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Harmuthsachsen bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1936. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18.
Jahrhunderts zurück. Bereits im 14. Jahrhundert lebten vorübergehend jüdische
Personen am Ort (für 1342 belegt).
Seit dem 17. Jahrhundert lassen sich wieder jüdische Einwohner in
Harmuthsachsen nachweisen. 1665 waren es vier Familien, 1730, 1744 und 1776 jeweils
neun Familien beziehungsweise Haushaltungen. Die jüdischen Familien lebten
verteilt im Ort, waren aber nicht alle im Besitz eines eigenen Hauses. 1724 war
"Heinemann Jud" Besitzer eines kleinen Eckgrundstückes, das heute von
der Gaststätte "Zur Linde" (Bilsteinstraße 9) eingenommen wird. An
derselben Stelle baute 1755 Susmann Schmul ein größeres Haus; sein Name ist
der Bauinschrift zu entnehmen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1823 88 jüdische Einwohner in 18 Familien, 1835 118 jüdische Einwohner, 1861 130 (24,8 % von insgesamt 524
Einwohnern), 1871 121 (23,7 % von 511), 1885 95 (23,0 % von 430), 1895 78 (17,5
% von 446), 1905 67 (15,8 % von 423). Zur jüdischen Gemeinde Harmuthsachsen
gehörten auch die in Waldkappel lebenden
jüdischen Personen (im 19. Jahrhundert bis zu 26 Personen). Die jüdischen
Männer waren als Händler und Kaufleute tätig. Die Ladengeschäfte des Ortes
waren in jüdischem Besitz. Fast alle jüdischen Familien hatten eigene
Häuser.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule (von etwa 1869 bis 1924 Israelitische Volksschule), ein rituelles Bad
(Schule, Bad und Lehrerwohnung im Nachbargebäude zur Synagoge) und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als Lehrer wird spätestens seit
1866 (Quelle)
vor
allem Moses Neuhaus genannt; er war noch 1902 in der Gemeinde (siehe Bericht
unten). 1909-10 besuchten die jüdischen Kinder
vorübergehend die allgemeine Schule, da die Lehrerstelle unbesetzt war; 1915
bis 1919 mussten die Kinder nach Bebra zur Schule gehen. Ab 1919 gab es wieder
einen Lehrer in Harmuthsachsen (Gustav Kron, siehe unten). Die Gemeinde gehörte innerhalb
des Kreises Witzenhausen zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Felix Fürst (geb.
24.2.1892 in Harmuthsachsen, gef. 3.10.1918),
Siegfried Fritz Goldschmidt (geb. 25.5.1899 in Harmuthsachsen, gef. 30.9.1918),
Unteroffizier Oskar Grunsfeld (geb. 17.1.1884 in Hebenhausen, gef. 29.9.1915) und Sally
Rosenbaum (geb. 30.11.1896 in Harmuthsachsen, gef. 23.3.1918). Ihre Namen
wurden auf dem Gefallenendenkmal des kommunalen Friedhofes in Harmuthsachsen
eingetragen, in der NS-Zeit herausgemeißelt und nach 1945 wieder nachgetragen (Information
von Rolf Hocke).
Um 1924, als zur Gemeinde noch 50 Personen gehörten (11,0 % von insgesamt
455 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Adolf Hammerschlag und Leopold
Hammerschlag. Bis zu diesem Jahr war als Lehrer, Kantor und Schochet der bereits
genannte Gustav Kron
tätig. Er unterrichtete an der Israelitischen Volksschule zuletzt noch sieben
Kinder. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere die Chewrat Talmud
Thora (1924 unter Leitung von Adolf Hammerschlag mit 12 Mitgliedern), der
Wohltätigkeitsverein Chewrat Gemillus chassodim (1924 unter Leitung von
Adolf Hammerschlag mit 12 Mitgliedern), der Männerwohltätigkeits-Verein
(1924/32 unter Leitung von Adolf Hammerschlag mit 12 Mitgliedern) sowie den
Israelitischen Frauenverein (1924/32 unter Leitung von Lina Lorge mit 12
Mitgliedern). 1932 war Gemeindevorsitzender Leopold Hammerschlag. An
Vereinen kam es bis dahin zu einer Konzentration der bisherigen Vereine auf die
beiden Wohltätigkeitsvereine: Israelitischer Frauenverein und Israelitischer
Männerverein; beide hatten als Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung und
Bestattungswesen.
1933 lebten noch 30 jüdische Personen am Ort (6,6 % von insgesamt 457
Einwohnern). In
den folgenden Jahren sind fast alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Zuletzt lebte nur noch ein
Ehepaar Hammerschlag am Ort, das 1939 nach Kassel verzogen ist und von dort
(1942) in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde.
Von den in Harmuthsachsen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sara Aronstein geb.
Rosenbaum (1895), Clara Bernstein geb. Fürst (1888), Goldine Carlsruhe geb.
Rothschild (1883), Heinemann Fürst (1854), Helene Goldschmidt geb. Borchert
(1897), Salli Goldschmidt (1903), Emma (Lea) Haller geb. Strauß (1881), Alice
Hammerschlag (1911), Heddi Hammerschlag (1908), Isidor Hammerschlag (1871), Sara
Heilbrunn geb. Neuhaus (1882), Rosa Katz geb. Hammerschlag (1883), Gustav Kron
(1878), Selma Kron geb. Blumenkrohn (1890), Flora
Levinson geb. Goldschmidt (1902), Heinz Lorge (1925), Jenni (Jenny) Lorge geb.
Hammerschlag (1884), Julian Lorge (1877), Goldine Plaut geb. Hammerschlag
(1866), Rickchen Rosenbaum (1858), Ingeborg Simon (1927), Kurt Simon (1896),
Hanny (Nanny) Stein geb. Hammerschlag (1870), Hanchen (Hulda) Strauß geb. Lorge
(1893).
Aus Waldkappel ist umgekommen: Klara Ascher geb. Goldschmidt
(1887).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1924
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1924: "Abbau!
Unsere staatliche Volksschule wird abgebaut, unser Lehrer versetzt. Wir
suchen sofort Religionslehrer, Kantor und Schochet für unsere
kleine Gemeinde (Bahnstation Nähe von Kassel). Sehr geeignete Stelle für
abgebaute Herren. Schöne Wohnung mit Heizung und Garten und dazu
Besoldung nach Übereinkunft.
Referenz: Lehrer Kron, Harmuthsachsen, Lehrer Rosenbusch, Bebra.
- Sofort Meldungen an die Gemeindeältesten, Harmuthsachsen (Bezirk
Kassel)." |
Auszeichnung für Lehrer Moses Neuhaus in
Harmuthsachsen (1902)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. März 1902:
"Der Lehrer Moses Neuhaus zu Harmuthsachsen im Kreise
Witzenhausen erheilt den Adler der Inhaber des Hausordens von
Hohenzollern." |
Über das Schicksal des Lehrers Gustav Kron
und seiner Frau Selma geb. Blumenkrohn (Anmerkung zu einem Artikel von
1922)
(Fotos und Informationen aus einem Artikel zu Gustav Kron von
Rolf Hocke, Waldkappel, Quelle)
Lehrer
Gustav Kron (links Hochzeitsfoto während der Zeit in
Harmuthsachsen 1921) ist 1878 in Wolfhagen geboren. Er ließ sich 1900
bis 1904 am Lehrerseminar in Kassel zum Lehrer und Kantor ausbilden.
Während seines Militärdienstes in Arolsen war er zeitweise in der
Gemeinde Mengeringhausen tätig, von 1905 bis 1914 war er Lehrer in Westhoffen
im Elsass. 1914-1916 nahm er am Krieg teil. Auf Grund einer schweren
Erkrankung kam er 1916/17 nach Westhoffen zurück, seit 1917 nach Balbronn.
Im Februar 1919 kehrte er nach Hessen zurück. Kurzzeitig war er Lehrer im
Momberg, danach von 1919 bis 1924 in
Harmuthsachsen, seit 1924 Lehrer und Kantor in Fritzlar.
Er war seit Januar 1921 verheiratet mit Selma geb. Blumenkrohn, Sohn des
jüdischen Lehrers und Kantors Viktor Blumenkrohn in Spangenberg.
Im Bericht zu dessen Beerdigung 1922 wird Gustav Kron
genannt: |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1922: "Spangenberg,
22. Februar (1922). Nach fast 40-jähriger segensreicher Wirksamkeit in
unserer Gemeinde ist uns Lehrer Blumenkrohn nach kurzem Krankenlager durch
den Tod entrissen worden. Das Scheiden dieses trefflichen Mannes, der in
vorbildlicher Pflichttreue seines Amtes als Lehrer und Vorbeter waltete
und dessen Lebensführung mustergültig gewesen, löste in allen Kreisen
der hiesigen Stadt aufrichtige Trauer aus. Die ehrenden Nachrufe, die ihm
die Synagogenältesten, der Bürgermeister, der Schulvorstand, der
Lehrerverein widmen, zeugen von der Würdigung des allgemein beliebten und
verehrten Mannes. Am 19. Februar wurde unter zahlreicher Beteiligung die
sterbliche Hülle der Erde überantwortet. Herr Landrabbiner Dr. Walter,
Kassel, schilderte in längerer Rede das Wirken des Verblichenen in Schule
und Gemeinde, Herr Lehrer Rosenstein, Rotenburg,
sprach als Berufsgenosse und Freund; Herr Lehrer Heilbrun, Kassel, entbot
als Schüler dem teuren Lehrer den Dank der Schüler, in deren Herzen der
Verklärt sich ein Denkmal gesetzt, dauernder als in Stein gehauen und als
letzter Redner nahm der Schwiegersohn, Herr Lehrer Kron, Harmuthsachsen,
mit tränenerstickter Stimme Abschied von dem geliebten Schwiegervater,
dessen Andenken nie erlöschen wird. In später Stunde schloss sich das
Grab, das der Besten einen birgt. Wir sagen mit dem Dichter 'Ach, sie
haben einen guten Mann begraben, uns war er mehr'. Seine Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
| Weitere Geschichte: Gustav Kron
und seine Frau Selma geb. Blumenkrohn bemühten sich in der NS-Zeit
vergeblich um eine Auswanderung. Die Familie mit dem 1922 in
Harmuthsachsen geborenen Sohn Walter verzog spätestens 1938 nach Hamburg;
dabei war auch die in hohem Alter befindliche Mutter von Gustav Kron. Nach
dem Novemberpogrom 1938 wurde Gustav Kron einige Zeit im KZ Oranienburg
festgehalten. Am 25. Oktober 1941 wurden Gustav und Selma Kron in das
Ghetto Litzmannstadt deportiert; im Mai 1942 in das Vernichtungslager
Kulmhof (Chelmno), wo sie ermordet wurden. |
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Links: Gustav Kron
während der Zeit als Lehrer in Harmuthsachsen |
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Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Der antisemitische Pfarrer Iskraut und der Zigarrenfabrikant Hesse (Waldkappel)
vor Gericht (1895)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Juni 1895:
"In Bischhausen fand ein Privatklageprozeß des
antisemitischen Reichstagsabgeordneten Pfarrers Iskraut gegen den Zigarrenfabrikanten
Hesse - Waldkappel statt. Hesse war beschuldigt, Iskraut zwei Mal
einen 'Lügner' genannt zu haben. Er gab das zu, erbot sich, den
Wahrheitsbeweis zu erbringen, und erhob Widerklage wegen beleidigender
Äußerungen, die Iskraut über ihn getan. Der Angeklagte und der
Privatkläger wurden wegen Beleidigung zu je 30 Mark Geldstrafe
verurteilt, die Kosten aber sind von jedem Teil zur Hälfte zu tragen.
Außerdem wurde dem Angeklagten Hesse das Recht zugesprochen, die
Verurteilung des Pastors Iskraut wegen Beleidigung des Hesse nach
Rechtskraft öffentlich bekannt zu machen. In einem Falle hat das Gericht
den Wahrheitsbeweis als erbracht erachtet, also angenommen, dass Iskraut
bewusst die Unwahrheit gesagt hat." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Benjamin Lorge
(1913)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Dezember
1913: "Für meinen Sohn, welcher nächste Ostern die Schule
verlässt, suche ich eine Lehrlingsstelle in einem
Manufakturwarengeschäft, welches Samstag und Feiertage geschlossen
ist.
Benjamin Lorge. Harmuthsachsen, Bezirk
Kassel." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war vermutlich ein Betraum vorhanden. 1833 konnte
die jüdische Gemeinde eine bäuerliche Hofanlage an der heutigen
Bielsteinstraße erwerben und zu ihrem neuen Gemeindezentrum umbauen. In das
bisherige Wohnhaus wurden im Obergeschoss die Schule und die Lehrerwohnung, im
Keller das Bad (Mikwe) eingerichtet. Eine Scheune wurde zu einer neuen Synagoge
der Gemeinde umgebaut. Der
damalige Kreisrabbiner (Prediger und Religionslehrer) Philipp Goldmann aus Eschwege
nahm die Einweihung am 15. Februar 1833 vor.
Einweihung der Synagoge am 15. Februar 1833 durch Prediger
und Religionslehrer Goldmann aus Eschwege -
beiläufig erwähnt in der Veröffentlichung zu einer Predigt des Herrn Goldmann
Artikel
in der Zeitschrift "Sulamith", Jahrgang 1834 S. 69: "Rede,
kurz nach der Emanzipation der Israeliten in Kurhessen, gehalten am
Sabbath-Chanuka in der Synagoge zu Eschwege,
von dem Prediger und Religionslehrer Goldmann daselbst. Wenn es auch bei den heutigen Israeliten nicht mehr wie früher,
wo wir so manche uns eingesandte Predigt, um als Muster und zur
Aufmunterung für andere Gemeinden zu dienen, in der Sulamith mitteilten,
an Reden und Predigten fehlt, vielmehr solche von allen Seiten durch den
Druck anderweitig verbreitet werden, so glauben wir gleichwohl, dass
manchen Lesern die folgende Rede hier zu finden nicht unwillkommen sein
wird, indem solche besonders eine für einen Teil der Israeliten so günstige
Veranlassung hatte, zugleich zeitgemäße Bemerkungen und Ermahnung enthält
und gleichsam auch als etwas Geschichtliches, zur Emanzipation der
Kurhessischen Israeliten gehörend, zu betrachten sein dürfte.
Der wackere Herr Verfasser wirkt übrigens, besonders auch durch seine
Synagogen-Predigten, viel Gutes in seinem Kreise, und eine vor uns
liegende gedruckt Predigt desselben (‚Predigt bei der Weihe der neuen
Synagoge der Israelitischen Gemeinde zu Harmuthsachsen, gehalten am 15.
Februar 1833, zu haben beim Verfasser, Preis 2 Gr.’), in welcher er,
wenn auch gerade nichts Neues, doch viel Wahres und Beherzigungswertes über
den ei-..." |
Bei der Synagoge handelte es sich um ein
eingeschossiges, nicht unterkellertes Fachwerkhaus mit einem Satteldach. Beim
Umbau zur Synagoge erhielt das Gebäude mehrere hohe Segmentbogenfenster. Im
Inneren wurde auf drei Seiten eine Empore für die Frauen eingezogen. Über dem Tora-Schrein gab
es ein Segmentbogenportal mit einer hebräischen Inschrift ("Ich habe
geruht in Euch - Kinder Israels").
Über 100 Jahre war die Synagoge Mittelpunkt des religiösen Lebens der
jüdischen Gemeinde in Harmuthsachsen. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde 1936
wurde die Synagoge verkauft und als Scheune / Lager verwendet. Die rituellen
Gegenstände wurden nach Kassel verbracht, wo sie im November 1938 zerstört
worden sind. Im Laufe der
Jahrzehnte geriet es in einen höchst baufälligen Zustand. In den 1990er-Jahren
wurde das Gebäude auf Betreiben des Landkreises und der Gemeindeverwaltung
unter Bürgermeister Peter Hillebrandt saniert und vor dem weiteren Verfall gerettet, nachdem das Gebäude unter
Denkmalschutz gestellt worden war. Der damalige Besitzer hatte bereits einen
Antrag auf Abbruch gestellt. 2004 erhielt das restaurierte Gebäude
den Hessischen Denkmalschutzpreis 2004.
Ein "Förderkreis ehemalige Synagoge Harmuthsachsen" unter
Pfarrer Rolf Hocke ist entstanden und kümmert sich um die weitere Nutzung der
ehemaligen Synagoge.
Adresse/Standort der Synagoge: Bielsteinstraße
15
Fotos
(Quelle: obere Zeile: Th. Altaras 1988 S. 74 und
Umschlag hinten)
| Die ehemalige Synagoge vor
der Restaurierung im März 1985 |
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Blick auf den Ostgiebel mit
dem
Vorbau des Toraschreines |
Die südliche Trauseite
der ehemaligen Synagoge mit dem Scheunentor zur Einfahrt mit dem Traktor |
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Vor Beginn der
Restaurierungsarbeiten
im April 1996
(Quelle der Fotos:
Kollmann/Wiegand s.Lit.) |
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Bestandsaufnahme vom Grundriss
im Erdgeschoss |
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Ostfassade mit Blick auf die
frühere
Apsis im Bereich des Toraschreines |
Fenster in der
Nordostecke
in Emporenhöhe |
Innenaufnahme: in Höhe der
Frauenempore war ein Heuboden eingezogen |
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Bogen mit Inschrift über dem
Toraschrein |
Ablage für Bücher u.a.m. |
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Die ehemalige
Synagoge
im Frühjahr 2009
(Fotos: Hahn: 8.4.2009) |
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Blick auf die
ehemalige Synagoge von Süden her, rechts das ehemalige jüdische
Gemeindehaus mit Schule, Lehrerwohnung und der Mikwe. |
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| Das Eingangstor |
Tafel zur Erinnerung an die Verleihung
des Hessischen Denkmalschutzpreises 2004 |
Vorbau im Bereich des
früheren Toraschreines |
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Innenaufnahmen der
ehemaligen Synagoge; auf dem Boden links liegt das Segmentbogenportal
über dem früheren Toraschrein mit der hebräischen Inschrift. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 336-337. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 74. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 68. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 236. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 434. |
 | Karl Kollmann / Thomas Wiegand: Spuren einer
Minderheit. Jüdische Friedhöfe und Synagogen im Werra-Meissner-Kreis.
Hrsg. von der Historischen Gesellschaft des Werralandes. Kassel 1996. S.
87-89 u.ö. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Harmuthsachsen
Hesse-Nassau. Established in the 18th century, the community opened a
synagogue in 1833 and numbered 130 (25 % of the total) in 1861. It was
affiliated with Kassel's rabbinate. Most of the remaining 30 Jews had left by
1937, when the community disbanded. At least five perished in the
Holocaust.

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