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"Synagogen im Kreis Waldeck-Frankenberg"
Rhoden
mit
Wrexen (Stadt Diemelstadt, Kreis
Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Rhoden (ehem. Freistaat Waldeck, seit 1928 Regierungsbezirk
Kassel) bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Zu ihr gehörten auch die im benachbarten Wrexen
lebenden jüdischen Einwohner. Die Entstehung der jüdischen Gemeinde geht in
die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück: 1765 erscheint in einer
Schatzungseinnahme- und Ausgabeliste der Stadt Rhoden erstmals die jüdische
Familie des Schmul. Aus dem Jahr 1767 liegt eine Klage der damals
aufgenommenen Schutzjuden Josua Abraham, Josef Abraham und Michael Joseph gegen
den Magistrat der Stadt Rhoden vor wegen Erhebung von Einzugsgeldern,
Bürgergeldern und Feuereimergeldern, ohne dass die Juden Bürgerrechte
erhalten. 1769 wird der "Schutzjuden" Moses genannt. 1802 wurden fünf
jüdische Familien in Rhoden gezählt. Mit dem "Waldeckischen
Organisationsedikt" vom Januar 1814 wurden die Juden den übrigen
Bürgern gleichgestellt.
Für das 19. Jahrhundert liegen folgende Zahlen jüdischer Einwohner in
Rhoden vor: 68 (1826), 70 (1847, in 15 Familien), 48 (1905, dazu 17 aus Wrexen).
Die
jüdische Gemeinde hatte an Einrichtungen ein Synagoge, eine
Religionsschule sowie einen Friedhof.
Für die Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer
angestellt, der auch als Schächter und Vorsänger tätig war (siehe
Ausschreibungstexte der Stelle unten). 1901/02 wird als Lehrer L. Heymann
genannt (vgl. unten Aufrufe zu Spenden für die Synagoge).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Karl Levy (geb.
21.11.1893 in Rhoden, gef. 20.10.1918) und
Meyer Goldschmidt (geb. 20.5.1877 in Matfeld, gef. 23.12.1918).
Um 1925, als noch 26 jüdische Einwohner in Rhoden (2,0 % der Gesamtbevölkerung
von 1.276 Einwohnern) sowie 23 in Wrexen zur jüdischen Gemeinde gehörten,
waren die Vorsteher der Gemeinde Aron Stern (Rhoden) und Siegfried Löb (Wrexen).
Aron Stern (Inhaber einer Viehhandlung) blieb auch in den 1930er-Jahren
(letzter) Gemeindevorsteher der jüdischen Gemeinde. An Gewerbebetrieben,
die jüdischen Familien gehörten, ist insbesondere die Mazzenbäckerei der
Familie Lichtenstein und das Gemischtwarengeschäft der Familie Stern in Rhoden sowie die Papierfabrik der Gebrüder Mosheim
in Wrexen zu
nennen.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: in beiden Orten etwa 60 Personen) auf Grund der
Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im Übergangsjahr 1933
zeigte sich jedoch noch die bisherige völlige Integration der jüdischen
Einwohner: bei der Beisetzung des Josef Stern am 5. April 1933 auf dem
jüdischen Friedhof nahm der "Kriegerverein Rhoden" noch geschlossen
teil und schwenkte die Vereinsfahne über dem offenen Grabe. Beim Novemberpogrom
1938 wurden jüdische Einwohner von SA- und SS-Leuten aus Arolsen in ihren
Wohnungen überfallen und misshandelt, die Synagoge zerstört (s.u.). Das
Gebäude des "Stern'schen Gemischtwarengeschäftes", Landstraße 22)
wurde erheblich beschädigt. Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1942
deportiert. Am Tag vor der Deportation - am 30. Mai 1942 - nahmen sich die
Schwestern Anna und Ella Baer gemeinsam das Leben. Sie wurden auf dem jüdischen
Friedhof beigesetzt.
Von den in Rhoden beziehungsweise Wrexen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):
aus Rhoden: Julia (Julie, Lea) Cohn geb. Stern (1919), Pauline Devries
geb. Freund (1884), Rosa Eichengrün geb. Levi (1886), Hedwig Freund geb. Seligmann (1881), Julius
Freund (1880), Rosa Frohsinn geb. Stern (1876), Berta Hecht (1860), Max Hecht (1881), Richard Hecht (1894),
Klärchen (Kläre) Jacob (1929), Louis Jacob (1896), Max Jakob (1926), Rolf Jacob
(1928), Rosel Jacob (1931), Sophie Jacob geb. Goldschmidt (1900), Abraham Levie
(1861), Herbert Levie (1931), Jettchen Lichtenstein geb. Freund (1882), Moses
Lichtenstein (1858), Ruth Lichtenstein (1923), Thekla Mosheim geb. Stern (1875),
Frieda Neuhaus
geb. Hecht (1891), Bertha Polak geb. Lichtenstein (1888), Bertha Schwabacher
geb. Löwenstein (1864), Adele Stern geb. Mosheim (1886), Aron Stern (1874),
Emma (Hanna, Hannchen) Stern (1909), Lia Stern (), Paula Stern ().
Aus Wrexen:
Anna Bär (1875), Ella Bär geb. Schartenberg (1879), Rosa Frohsinn geb. Stern
(1876), Siegfried Katz (1879), Hedwig
Katz geb. Plaut (1888), Hennie Kaufmann geb. Schartenberg (1880), Rudolf
Kaufmann (1878), Frieda Kleeberg geb. Weissenklee (1871), Alice (Liesel) Löb (1923), Arthur Löb (1920),
Hedwig Rosa Löb (1888), Ida Löb (1895), Levy (Levi) Löb (), Liesel Loeb (), Siegfried Löb (1874),
Hermine
Löwenstein geb. Korwitz (1881), Bernhard Löwenstern (1915), Feodora Mosheim geb. Behrendt (1892),
Friedrich (Fritz)
Mosheim (1888), Hermann Mosheim (), Ludwig Mosheim (1891), Thekla Mosheim geb. Stern (1875),
Berta Philipp geb. Löb (1886), Bertha Schönstädt (1914), Lina
Schönstädt geb. Stern (1882), Rudolf Schönstädt (1887), Alwine Stamm geb.
Löb (1882), Arthur Sternberg (1920), Rosalie
Sternberg (1904), Hermann Strauß (1890), Irmgard Straus (1921), Lina Weiler (1889), Paul Weiler
(1907), Albert Weissenklee (1873), Albert Weitzenkorn (1876), Jeanette
Weitzenkorn geb. Weissenklee (1876), Sigmund Weizenkorn (1879), Toni Weizenkorn geb. Freudenstein (1888).
Auf einem Denkmal im jüdischen Friedhof in Rhoden
stehen die Namen von 28 der aus Rhoden und Wrexen ermordeten jüdischen
Personen.
An ehemaligen jüdischen Häusern sind in Rhoden in besonderer
Erinnerung: Haus "Neustadt 3" und vor allem das Haus Landstraße 22
(Haus der Familie Stern, ehemals der Familie Hirsch = "Harsches
Haus"). An letzterem Haus findet sich bis heute eine deutsche und
hebräische Balkeninschrift (deutsch: "Gebaut von Hirsch Stern und Julia
Stern geborene Geldmacher im Jahre 1880" und hebräisch "Aron Levie,
Gittel Tochter von Josef 880". Hirsch Stern betrieb im Haus das bereits
genannte "Stern'sche Gemischtwarengeschäft".
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1866 /
1867 / 1869 /
1891 / 1897 / 1903
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1866:
"Die hiesige Religions- und Elementarlehrerstelle, verbunden mit der
Vorsänger- und Schächterstelle, ist am 1. Februar 1866
vakant.
Darauf Reflektierende wollen sich gefälligst an den unterzeichneten
Vorstand wenden.
Rhoden (im Waldeckschen) im Dezember 1865.
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. R.S. Löwenstein. Abraham
Hecht." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Juli 1867:
"In hiesiger jüdischer Gemeinde ist die Stelle eines Elementar- und Religionslehrers,
verbunden mit der Vorsänger- und Schächterstelle vakant. Der Gehalt
beträgt außer den Nebenakzidenzien 150 Thaler.
Reflektanten wollen sich gefälligst unter Beifügung ihrer Zeugnisse
portofrei an den unterzeichneten Vorstand melden.
Rhoden (Waldeck), den 1. Juli 1867.
Der Vorstand der Israelitischen Gemeinde R.S.
Löwenstein Levy Levy." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Januar 1869: "Anzeige: Die hiesige
Religionslehrer-Stelle verbunden mit Schächter- und Vorsängerdienst, ist auf
sofort oder zu Ostern wieder zu besetzen. Der Gehalt beträgt exklusive
Nebenaccidentien 150 Taler pro anno. Qualifizierte Bewerber wollen sich
portofrei unter Beifügung ihrer Zeugnisse an uns wenden. Rhoden im Fürstentum
Waldeck, im Januar 1869. Löwenstein Levi
Levi." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. April 1891:
"Die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters wird vakant
und soll bis zum 1. Juli dieses Jahres wieder neu besetzt werden.
Meldungen und Zeugnisse sind beim Unterzeichneten
einzureichen.
Rhoden, 13. April 1891. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde: R. S.
Levy." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1897:
"Die hiesige Stelle als Vorbeter, Religionslehrer und Schochet
ist sofort zu besetzen. Gehalt 900 Mark, Nebenverdienste 200 Mark.
Ausländer finden keine Berücksichtigung. Der Vorstand der
israelitischen Gemeinde zu Rhoden in Waldeck." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. März 1903:
"Die Gemeinde Rhoden-Waldeck sucht per 1. April dieses Jahres einen
Religionslehrer,
welcher gleichzeitig als Vorbeter und Schochet fungieren
muss. Das Gehalt beträgt 800 Mark fest und circa 300 Mark Nebenverdienst.
Gleichzeitig kann derselbe in einer nahe liegenden Gemeinde gegen extra
Vergütung Religionsunterricht erteilen. Gefällige Meldungen nimmt
entgegen Der Vorstand." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. April 1903:
"Wir suchen per sofort einen
Religionslehrer, Vorbeter und
Schochet.
Deutscher Staatsangehöriger. Gehalt 900 Mark und ca. 300
Mark Nebeneinkommen. Meldungen sind zu richten an Herrn
H. Hecht,
Vorstand, Rhoden in Waldeck." |
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Ausschreibung
der Stelle im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15.
Mai 1903: "Rhoden (Waldeck). Gehalt Mark 900.-, Mark
300.- Nebeneinkommen. Meldungen an H. Hecht." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 10. August 1903:
"Die hiesige Gemeinde sucht per 1. September dieses Jahres
einen
Religionslehrer, Schochet und Vorbeter.
Gehalt 900 Mark und ca. 300 Mark Nebeneinkommen.
Rhoden in Waldeck. Der Vorstand: H. Hecht." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1903:
"Einen Vorbeter, Religionslehrer und Schochet
suchen zum
baldigen Eintritt. Gehalt 1.000 Mark und ca. 300 Mark Nebenverdienst.
Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich gefälligst melden bei dem
Vorstand
H. Hecht, Rhoden in Waldeck." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Ein jüdischer Seifenhändler wurde aus nichtigem Grund
in "Schutzhaft" genommen (1934)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1934:
"Kassel. Der Landespressedienst des 'DNB' teilt aus Kassel
mit: 'Die Staatspolizei hat einen jüdischen Seifenhändler aus Rhoden
(Kreis Arolsen) in Schutzhaft genommen, weil er erhebliche Unruhe
in die Bevölkerung getragen und die wirtschaftliche Aufbauarbeit des
Staates dadurch gestört hat, dass er zur Steigerung seines Umsatzes
behauptete, die Seifenprodukte würden teurer und schlechter'." |
Zur Geschichte der Synagoge
Über die Geschichte der Synagoge in Rhoden liegen nur wenige Informationen
vor. Sie wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Es handelte
sich um einen einfachen Fachwerkbau mit Rundbogenfenstern.
Ende
1901 befand sich die Synagoge in Rhoden in einem baufälligen Zustand.
Der Bau einer neuen Synagoge war dringend nötig. Mit einem Hilferuf wandte sich
die jüdische Gemeinde über Anzeigen in der Zeitschrift "Der
Israelit" an die Öffentlichkeit (mehrfach erschienen, unten die Anzeige im
"Israelit" vom 27. Januar 1902):
"Bitte! Die hiesige, aus 15 Familien bestehende israelitische
Gemeinde sieht sich gezwungen, eine neue Synagoge zu bauen, da die bisherige
einzustürzen droht. Die Gemeinde ist unbemittelt, überdies finanziell schwer
belastet, so werden z.B. etwa 200 % Steuern erhoben. Wir werden uns deshalb im
Vertrauen auf die vielgerühmte jüdische Wohltätigkeit an unsere
Glaubensgenossen mit der ergebenen Bitte, unser Vorhaben zu unterstützen und
das heilige Werk durch eine Spende zu fördern. Jede, auch die kleinste Gabe
wird mit Dank angenommen. Für die gütigen Spender soll an jedem Schabbat beim
Morgengottesdienst ein besonderes deutsches Gebet verrichtet werden.
Gaben nehmen die Unterzeichneten gerne an. Quittungen über eingegangene Gaben
werden in dieser Zeitung veröffentlicht.
Rhoden, Waldeck, 5. Januar 1902. Gezeichnet J. Levie, Schatzmeister und L.
Heymann, Lehrer". |
Im März 1902 konnte Lehrer Heymann das Ergebnis der Kollekte in der
Zeitschrift der Israelit (Ausgabe vom 17. März 1902) bekannt geben:
"Quittung.
Für unseren Synagogenbau gingen folgende Gelder ein: N.N. in N. 1 Mk., M.
Gerson in Rogasen 5 Mk., L. Goldberg in Madfeld 7,50 Mk., C.S. Osann 5 Mk., L.A.
Weinberg in Herzebrock 3 Mk., Louis Mor in Kassel 2 Mk., S.H. in München 10
Mk., Bertha Niklas in Rydneten 15 Mk., S. Metzger in Schönstadt 10 Mk., Adolf
Zobel in Grossen 3 Mk., W. Dremmen 3 Mk., Sal. Kahn in Düttlenheim 4 Mk., Lehm.
Ullmann in Westernburg 5Mk., M.L. in Tiefenort 10 Mk., N.N. in N. 10,05 Mk., S.
Rosenbaum in Paderborn 10 Mk., M. Hecht in Salzkotten 5 Mk., Sam. Mark in
Senheim 5 Mk., Js. Ury in Esslingen 15 Mk., Marx und Stern in Köln 6 Mk., N.
Nebel in Poremba 3,05 Mk., S.H. in München (II. S.) 15 Mk., J. Bretfelder in
Estenfeld 3 Mk., N.N. in Nieheim 2 Mk., M.ö Reichhart in Wolfhagen 6 Mk., N.N.
z.Zt. B. 5 Mk., M. Leby in Marsberg 1 Mk., A Heß in Franfurt 5 Mk., M.
Rosenbaum in Paderborn 5 Mk., A.R. A. 6,05 Mk., S. Rosenstock durch Frau
Eisemann in Laudenbach ges. 7 Mk., Den gütigen Gebern unsern herzlichsten Dank.
Wir bitten alle unsere Glaubensgenossen, und mich Sch'lach Monoaus am Purimfeste
zu unterstützen. Nicht Gottgefälliger können Sie die Forderung des
Purimfestes erfüllen, als wenn Sie es uns ermöglichen, dem Retter Israels aus
Hamans Hand eine würdige Wohnstätte zu bereiten.
Die Unterzeichneten nehmen jede Gabe dankbar an.
Rhoden (Waldeck) 12. März 1902
Julius Levie
L. Heymann, Lehrer". |
Es ist nicht bekannt, ob die Synagoge damals tatsächlich neu gebaut oder
nochmals renoviert werden konnte.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung
der Synagoge einschließlich der Ritualien durch SA- und SS-Leute aus
Arolsen zerstört. Das Gebäude wurde bis auf die Grundmauern
niedergebrannt.
Eine Gedenktafel ist angebracht (Text siehe unten beim Foto).
Adresse/Standort der Synagoge: an der Landstraße (vor Nr. 23);
ein Zugang zur Synagoge bestand nur von der Straße "Gruland".
Fotos
(zur Verfügung gestellt von Mathias Kern, Diemelstadt-Rhoden, www.diemelstadt-rhoden.de)
| Die Synagoge in Rhoden -
historische Aufnahme |
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Blick zur
Synagoge; erkennbar ist die kleine Apsis im Bereich des nach Osten
ausgerichteten Toraschreines
(Bild Mitte Ausschnittsvergrößerung) sowie
die angebaute Wohnung (Bild rechts Ausschnittvergrößerung),
vermutlich
für den Lehrer/Vorbeter der Gemeinde vorgesehen. |
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Gedenken
an die
Synagoge |
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Gedenktafel an der
Mauer unterhalb des Synagogenstandortes mit der Inschrift: "Die
Synagoge. Standort der ehemaligen Synagoge (oberhalb der Mauer).
Spätestens 1820 werden mehrere jüdische Familien bei einer
Einwohnerzählung genannt. Ein Antrage auf Bau eines jüdischen
Gotteshauses wurde bereits 1802 gestellt. Die Synagoge war ein Fachwerkbau
mit einem kleinen anhängenden Wohnteil. Die Kinder gingen in eine
jüdische Schule. Der Friedhof auf dem Heidhüwwel bestand bereits 1821,
er war Begräbnisstätte der jüdischen Familien aus Rhoden, Wrexen,
Dehausen und Ammenhausen. Einen eigenen Rabbiner hatte die Gemeinde nicht.
Am 08.11.1938 wurde die Synagoge geplündert und in Brand gesteckt. Die
bis dahin nicht emigrierten Familien wurden in Konzentrationslager
verschleppt." |
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Andernorts entdeckt - auf
dem
jüdischen Friedhof in Kassel |
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Grabstein für Albert Levie
(1842 in
Rhoden - 1905) und Jenny Levie
geb. Würzburger (1845 Bochum - 1896) |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 222-223. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 213. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 575-576. |
 | Heinrich Friele/Karl Heinemann: Der jüdische Friedhof Rhoden.
Hrsg. vom Waldeckischen Geschichtsverein, Bezirksgruppe Diemelstadt. 2010. 250
S. (siehe Berichte oben). |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Rhoden (now part
of Diemelstadt), Hesse-Nassau. Numbering 70 in 1847, the community was
affiliated with Kassel's rabbinate. The synagogue was burned down on Kristallnacht
(9-10 November 1938) and most of the 34 Jews registered there in 1933 left. Nine
from Rhoden and two from nearby Wrexen were deported in 1942.

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