Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Landau (Stadt Bad Arolsen, Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde     

In Landau bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Bereits im 16./17. Jahrhundert lebten einzelne Juden am Ort. 1541 wird in Landau ein "Juddenhaus" genannt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden einige weitere jüdische Familien am Ort aufgenommen. 1776 beziehungsweise 1778 werden genannt: Meier Baruch, Simon Kartz, Juda Emanuel, Moses Michel, Schmul und Meier Levi.      
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1802 drei Schutzjuden (mit Familien), in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zehn bis zwölf jüdische Familien; 1905 14 jüdische Einwohner. 1850 war Abraham Alexander von Lütersheim (bei Volkmarsen) nach Landau zugezogen. Die jüdischen Familien lebten vom Viehhandel sowie vom Geld-, Textil-, Futter- und Düngemittelhandel. Bis um 1900 sind die meisten Familien ausgewandert oder - vor allem in die Pfalz und in die Niederlande - abgewandert, da es dort bessere Erwerbsmöglichkeiten für sie gab.     
    
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Es gab am Ort eine Stiftung, die von einem ehemaligen jüdischen Einwohner Landaus - Herrn Schönstädt, der nach Amerika ausgewandert war - anlässlich eines Besuches im Jahr 1924 gemacht wurde. Er vermachte damals der Volksschule in Landau den Betrag von 200 Dollar; die fleißigsten Schüler sollten davon bei der Schulentlassung einen Preis bekommen. Auch zu Weihnachten sandte Herr Schönstädt jährlich 50 Dollar, die für Weihnachtsgeschenke oder für Ausflüge verwendet wurden. Im Jahr 1933 wurde die Annahme des Geldes verweigert; die Stiftung wurde somit hinfällig.     
    
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde der Gefreite Siegfried Alexander (geb. 23.4.1893 in Landau, gef. 22.10.1914).   
  
Um 1924, als zur Gemeinde noch neun Personen gehörten, war Gemeindevorsteher Levie Alexander. Auch 1932 wird er als Gemeindevorsteher genannt.    
   
1933 lebten noch Julius und Rosalie Frohsinn, Fanni und Levie Alexander sowie Simon Kaufmann in Landau
.   
     
Von den in Landau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Eine Zusammenstellung konnte noch nicht vorgenommen werden, da in den angegebenen Listen nicht ausreichend zwischen den verschiedenen Orten Landau differenziert wird. Die Monographie von Michael Winkelmann (s.Lit.) konnte noch nicht eingearbeitet werden.         
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde     

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Landau gefunden.     

         
    

       
Zur Geschichte der Synagoge

Ein Betraum wurde Ende des 18. Jahrhunderts eingerichtet. 1837 wurde eine Synagoge auf der Heide (Heidestraße) erstellt.  

Das Gebäude wurde 1932, als nur noch fünf jüdische Personen am Ort lebten, auf Abbruch verkauft.   
    
    
Adresse/Standort der Synagoge           Heidestraße   

Fotos  

Fotos zur jüdischen Geschichte in Landau liegen - außer zum Friedhof - noch nicht vor; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.  

   
   
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Bad Arolsen    
Website des Stadtteiles Landau (unter > Geschichte wenige Hinweise zur jüdischen Geschichte der Stadt) 

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 466-467.   
Kein Abschnitt zu Landau bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 bzw. dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994 bzw. dies. Neubearbeitung der beiden Bände.    
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 
Kein Artikel zu Landau in Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 
Michael Winkelmann: "Auf einmal sind sie weggemacht". Lebensbilder Arolser Juden in 20. Jahrhundert. Hrsg. Gesamthochschule Kassel 1992. 

      

n.e.   

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 14. Dezember 2010