Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Arolsen mit Stadtteil Helsen (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagogen/Beträume

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Die Familie Stieglitz in Arolsen 
Zur Geschichte der Synagogen/Beträume   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version

In dem früher zur Grafschaft, dann zum Fürstentum und schließlich zum ehemaligen Freistaat Waldeck gehörenden Bad Arolsen bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als die Fürsten von Waldeck und Pyrmont in ihrer Residenzstadt Schutzjuden und sogenannte "Hofjuden" (Hoffaktoren, Hoflieferanten) aufgenommen haben. 
  
Um 1725
werden erstmals Juden in Arolsen genannt. Es handelte sich dabei insbesondere um die Familie des Marcus Juda, der in zweiter Ehe mit Julia geb. Stieglitz, Tochter des Levi Stieglitz aus Laasphe (heute Bad Laasphe, Kreis Siegen-Wittgenstein) in der damaligen Grafschaft Sayn-Wittgenstein verheiratet war. Um 1760 folgten zwei Brüder der Julia Stieglitz, Hirsch und Lazarus Stieglitz ihrer Schwester nach. Hirsch Stieglitz war mit Edel (Elisabeth) geb. Marcus verheiratet, sein Bruder Lazarus gleichfalls mit einer geb. Marcus. Die Familien erhielten Zollfreiheit und waren fortan als Hoffaktoren, Kammer- und Hofagenten für das Fürstenhaus tätig. Seit 1763 wohnten die beiden Familien mit ihren Gattinnen und insgesamt 10 Kindern mit Personal und Gesinde in dem Haus Schlossstraße 1 ("Haus Stieglitz", siehe Fotos).     
   
Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Familien zu: 1778 waren neun jüdische Familien in der Stadt, 1795 zehn Familien.   
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1847 11 jüdische Familien, 1880 69 jüdische Einwohner (2,8 % von insgesamt 2.477 Einwohnern), 1885: 49, 1900 38 (1,4 % von 2.734), 1905: 48, 1910 45 (1,6 % von 2.793). 
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.   
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Leo Stein (geb. 25.2.1889 in Kletzko, gef. 8.1.1916).  
   
Um 1924, als zur Gemeinde noch etwa 25 Personen gehörten (1,0 % von insgesamt 2.490 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Schafti Löwenstein, Hermann Schönstädt und Richard Schönstädt. Zur Gemeinde gehörten die fünf in Helsen lebenden jüdischen Personen. 1932 waren die Gemeindevorsteher weiterhin Schafti Löwenstein (1. Vors., gest. 1930, Grab im jüdischen Friedhof) und Richard Schönstädt (2. Vors., gest. 1935, Grab im jüdischen Friedhof). Im Schuljahr 1931/32 gab es noch ein schulpflichtiges jüdisches Kind in der Gemeinde, das seinen Religionsunterricht durch Lehrer Moritz Goldwein aus Korbach erhielt.    
  
1932 lebten noch 26, 1933 noch 15 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren der NS-Zeit ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im November 1938 lebten noch fünf jüdische Personen in Arolsen: die 77-jährige Witwe Klara Schürmann (Fürstenallee 13), die 78-jährige Frieda Alsberg (Kaulbachstraße 12), die Geschwister Margarete, Frieda und Theodor Katz (Bahnhofstraße 29; 41, 39, bzw. 31 Jahre alt). Sie alle waren beim Novemberpogrom 1938 schutzlos den Angriffen der Arolser Nationalsozialisten und einer aufgeputschten Menschenmenge ausgesetzt. Die Manufakturwarenhandlung und die Wohnung der Geschwister Katz wurden verwüstet und geplündert. Frieda Alsberg zog 1939 nach Frankfurt (gest. 25.4.1940). Die Geschwister Katz konnten noch in die USA emigrieren. Klara Schürmann musste im Frühjahr 1939 ihr Haus verkaufen und wurde in die Wohnung von Frieda Alsberg einquartiert. Sie starb vermutlich im Zusammenhang der "Euthanasie"-Mordaktion im März 1941.   
  
Von den in Arolsen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Anna Bär (1875), Ella Bär geb. Schrotenberg (1879), Florentine David geb. Pfeiffer (1852), Max Holländer (1900), Ida Katz geb. Schartenberg (1873), Max Katz (1900), Friedrich Salomon Levell (1878), Rosalie (Rosa) Löwenstein (1866), Siegfried Löwenstein (1899), Rahel Reichhardt geb. Löwenstein (1875), Albert Schiff (1900), Julius Schönstädt (1904), Richard Schönstädt (1874), Clara (Klara) Schürmann geb. Katz (1861), Selma Simon geb. Katz(1894), Max Stein (1871), Martha Stern geb. Katz (1897).        
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   

Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch nicht gefunden.  

  
Die Familie Stieglitz in Arolsen  

Nachfolgende einige Hinweise auf Personen aus der hoch bedeutenden Familie Stieglitz
- genannt werden nur die erste und zweite Nachfahrengeneration d.h. Levi Stieglitz mit Kindern und Enkelkindern; zu weiteren Informationen siehe das Buch von Olga Stieglitz s.Lit., das im Museum Bad Arolsen erworben werden kann):                
    
Levi Stieglitz
(verh. mit Rosa geb. Dietz), der Vater von Julia, Hirsch und Lazarus Stieglitz, war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Laasphe (heute Bad Laasphe, Kreis Siegen-Wittgenstein), wo er auch bis 1773 geblieben ist. Danach ist er, möglicherweise nach dem Tod seiner Frau Rosa geb. Dietz, zu den Söhnen nach Arolsen gezogen, wo er nach relativ kurzer Zeit starb. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt.  
 
Julia Stieglitz war verheiratet mit dem Witwer Marcus Juda. Dieser war Vater (aus seinen beiden Ehen) von insgesamt sieben Töchtern und sieben Söhnen. 
   
Hirsch Stieglitz
(geb. in Laasphe, verheiratet mit Edel [Elisabeth] geb. Marcus; seit 1763 in Arolsen, wo er als Hofagent tätig war, gest. 1798 in Arolsen) hatte vier Kinder: 

Esther (Juliane) Stieglitz: geb. ca. 1760 in Arolsen, gest. 1834 in Bamberg; war in 1. Ehe in St. Petersburg verheiratet mit Nathan Marc; in 2. Ehe mit Stephan Freiherr von Stengel.  
Rachel (Rosalie) Stieglitz: geb. 1762 in Arolsen, gest. 1841 in Bamberg; war verh. mit Jacob Marc (geb. 1745 in Arolsen, gest. um 1821 in New York).
Joseph Stieglitz: geb. kurz vor 1767 in Arolsen; Todesdatum, Ehe bzw. Kinder nicht bekannt: war später (mit Philipp Mark) Mitbesitzer der Firma "Mark & Sterlitz" in New York. 
Jacob Friedrich Stieglitz:  geb. 1769 in Arolsen, gest. 1832 in Arolsen; war fürstlich waldeckischer Hofagent und Kaufmann; verh. mit Friederike geb. Meyer (Kinder: Heinrich Wilhelm August Stieglitz [1801 - 1849, später als Bibliothekar, Gymnasiallehrer und Dichter in Berlin] und Emilie Clementine Amalie Stieglitz [1803 - etwa 1864, verh. Buhl]).    

Lazarus Stieglitz (geb. in Laasphe, verheiratet mit Friederike geb. Marcus; seit 1767 in Arolsen, wo er als Hofagent tätig war, gest. vor 1792) hatte sechs Kinder:

Johann Stieglitz (geb. 1767 in Arolsen als Israel Stieglitz, gest. 1840 in Hannover): besuchte das Gymnasium in Gotha, studierte zunächst Philosophie in Berlin, ab 1786 Medizin in Göttingen und lebte ab 1789 als Arzt in Hannover. Er war befreundet mit Wilhelm von Humboldt. Seit seiner Taufe 1800 hieß er Johann (auch Johannes) Stieglitz. 1802 wurde er Hofmedikus, 1806 erster Leibmedikus, 1820 Hofrat, 1832 Obermedizinalrat und Direktor des Obermedizinalkollegiums in Hannover.     Wikipedia-Artikel  
Nikolai Stieglitz (geb. 1770 oder 1772 in Arolsen, gest. 1820 in St. Petersburg): war Kaufmann in Cherson (Krim), dann kaiserlicher russischer Hofrat im Finanzministerium in St. Petersburg.  
Boris (Bernhard) Stieglitz (geb. 1774 in Arolsen, gest. 1846, verh. mit Sophie de Seigneur): war Kaufmann in Cherson (Krim) etc., kaiserlicher russischer Hofrat. 
Emilie Stieglitz (geb. 1775 in Arolsen, gest. 1844 in St. Petersburg: blieb unverheiratet.  
Caroline Stieglitz (geb. 1777 in Arolsen, gest. 1856 in Celle, verh. mit dem Hofmedicus und Hofrat J. Chr. Schmidt).
Ludwig Stieglitz, ab 1826 Baron Ludwig von Stieglitz (geb. 1779 in Arolsen, gest. 1843 in St. Petersburg): war der jüngste der drei Söhne von Hirsch Bernhard Stieglitz und seiner Frau Edel Elisabeth geb. Marcus. Ludwig Stieglitz zog als junger Mann nach Russland als Vertreter des Familienunternehmens. Er kam als Unternehmer und Bankier zu großem Vermögen und Einfluss, insbesondere, nachdem er unter Zar Alexander I. zum Hofbankier ernannt und 1826 in den Adelsstand erhoben wurde. Auch unter Zar Nikolaus I. war er als Hofbankier tätig. Als Unternehmer investierte er u.a. in den Aufbau der Dampfschifffahrtslinie zwischen Lübeck und St. Petersburg.    Wikipedia-Artikel  
Ludwig Stieglitz war verheiratet mit Amalie Angelica Christiane Gottschalk (geb. 1777 in Hannover, gest. 1838 in St. Petersburg). Die Familie erhielt den erblichen russischen Adelsstand. Der Sohn Alexander übernahm die Bank, die er 1863 liquidierte, und wurde erster Präsident der 1860 gegründeten Staatsbank des Russischen Reiches. Der Sohn Boris war Großkaufmann in Poltawa. 

    

         
   
Zur Geschichte der Synagogen/Beträume

1727 wurde im Haus des Hoffaktoren Marcus Juda eine Synagoge eingerichtet (Schlossstraße 11, siehe Fotos unten). Diese Synagoge ist nach dem Tod von Samuel Hertz - einem Nachkommen der Familie Juda - 1837 seinen zwei Söhnen vererbt worden und stand dann nicht mehr als Betraum zur Verfügung. 
 
In den 1760er-Jahren kam es zu einer Spaltung der jüdischen Gemeinde in der Stadt, die durch das liberale Verhalten der Familien Hirsch und Lazarus Stieglitz ausgelöst wurde. Sie bauten 1763/67 an der Rückseite ihres Hauses in der Schlossstraße 1 ein Gebäude an, in dem sie eine Synagoge einrichteten. Die "neue Synagoge" wurde nun von den "vornehmen", eher liberal orientierten Juden besuchten, während die ärmeren und konservativ eingestellten Juden weiterhin in der Hertzschen Synagoge in der Schlossstraße 11 ihre Gottesdienste abhielten. 
  
Im Zeitraum zwischen ca. 1763/67 und ca. 1800 bestanden somit zwei Synagogen in der Stadt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war - vor allem nach dem Tod von Samuel Hertz (1837) vermutlich keiner der bisherigen Beträume mehr in Benutzung. In dieser Zeit besuchten die Arolser Juden die Gottesdienste in der Synagoge in Mengeringhausen.   
  
1874 wurde eine Synagoge in einem Gebäudeteil des Hauses Kaulbachstraße 22 eingerichtet (Haus des Köppel Schönstädt). In diesem Gebäude waren auch  der Schulraum, die Lehrerwohnung und vermutlich eine rituelles Bad.  
  
Die letzte Synagoge und eine Lehrerwohnung befand sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Gebäude Mannelstraße 3.  Der Synagogensaal war im Obergeschoss des östlichen Gebäudeteiles und war durch Treppenaufgang von Eingang an der südlichen Traufseite zu erreichen. Auch der große Saal des Gebäudes im westlichen Teil könnte zeitweise Gottesdienstraum gewesen sein, doch wurde dieser überwiegend als Theater benutzt. Heute ist das Gebäude ein Mehrfamilienhaus.        
  
  
Adresse/Standort der Synagoge   siehe bei den Beschreibungen oben beziehungsweise zu den Fotos unten          

Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 16.6.2008)

Gebäude Ecke Kaulbachstraße / Schlossstraße 11 Arolsen Stadt 155.jpg (93818 Byte) Arolsen Stadt 154.jpg (97589 Byte)
   In dem Gebäude Schlossstraße 11 richteten dessen Besitz - die Hoffaktoren Emanuel und Markus Juda  - 1727 eine Synagoge ein; es ist jedoch nicht bekannt, wo innerhalb des Gebäudes sich der Saal befand.  
     
Stieglitz-Haus Schlossstraße 1    
Arolsen Stadt 157.jpg (65514 Byte) Arolsen Stadt 156.jpg (83406 Byte) Arolsen Stadt 158.jpg (80071 Byte)
Hinweistafel: "Stieglitz - Haus. Auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus errichtete 1763 F.F. Rothweil für die Hofagenten Hirsch und Lazarus Stieglitz und ihre Familien dieses Sandsteinhaus" Das Stieglitz-Haus; links seitlich des Hauses war die Einfahrt zu dem dahinterliegenden Hof, anschließend der Stall; hinter dem Haus befand sich ein Garten. Das Haus war bis 1828 im Besitz der Familie Stieglitz, danach kam es in Besitz des Gastwirtes und Bürgermeisters Louis Gleisner, der es zum Gasthof "Römischer Kaiser" umbaute. Von 1868 bis 1935 war es Dienstsitz und Dienstwohnung der preußischen Landesdirektoren.
   Zur Synagoge: Familie Stieglitz erstellten 1763/67 an der Rückseite ihres Gebäudes (auf dem Foto nicht erkennbar) einen Anbau, in dem sie eine Synagoge einrichteten. 
       
Schule Kaulbachstraße 22 Arolsen Stadt 153.jpg (76438 Byte)
    1870 wurde eine Synagoge in einem Gebäudetail des Hauses Kaufbaustraße 22 eingerichtet. Das Gebäude umfasste noch einen Schulraum, die Lehrerwohnung und vermutlich ein Ritualbad.
     
Mannelstraße 3 Arolsen Stadt 150.jpg (80582 Byte) Arolsen Stadt 152.jpg (85447 Byte)
   Im Gebäude Mannelstraße 3 befand sich der letzte Synagogensaal der Gemeinde. 
     

  
    
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Bad Arolsen   

Museum Bad Arolsen 

Historischer Stadtführer zu Bad Arolsen   

Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Bad Arolsen (interner Link) 

Literatur:  

Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat. Band III. Berlin 1955 S. 87-93.  
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 46-48.  
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 65-66.  
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 62-63.  
dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007. S. 177-179. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 208-210.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 370-371.   
Michael Winkelmann: "Auf einmal sind sie weggemacht". Lebensbilder Arolser Juden in 20. Jahrhundert. Hrsg. Gesamthochschule Kassel 1992. 
Arolsen Lit 016.jpg (51689 Byte)Olga Stieglitz: Die Stieglitz aus Arolsen: Texte, Bilder, Dokumente. Bad Arolsen: Museum 2003. Museumshefte Waldeck-Frankenberg 22. ISBN 3-930930-10-2. 

     
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Arolsen  Hesse. Waldeck's landgrave invited Jews to settle there around 1725 and a community was organized, numbering 69 (3 % of the total) in 1880. After Kristallnacht (9-10 November 1938) the remaining Jews dispersed. In 1946 the International Tracing Service was established in Arolsen to locate and identify victims of Worldwar II (and the Holocaust) in Europe. By the early 1990s over 38 million references were catalogued.
     

  

                   
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Stand: 11. Dezember 2011