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Neukirchen (Knüll)
(Schwalm-Eder-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Neukirchen (Stadtrechte seit 1351) bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts
zurück. 1646 war eine jüdische Familie in der Stadt, 1664 zwei, 1744 vier
Familien. 1777 wurden 28 jüdische Einwohner gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1812 acht jüdische Familien, 1827 73 jüdische Einwohner (3,8 % von
insgesamt 1.881), 1835 78, 1855 94, 1861 94 (5,1 % von 1.820), 1871 105 (6,3 % von
1.654), 1885 113 (7,3 % von 1.540), 1905 93 (6,2 % von 1.492). Die jüdischen
Haushaltsvorstände waren als Viehhändler, Geschäfts- und Kaufleute
tätig.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Israelitische
Volksschule (Elementarschule, mindestens seit 1835), ein rituelles Bad und
ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser
Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt (vgl. Ausschreibungstext unten),
der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als Lehrer sind bekannt:
Benedikt Hause (seit 1835 bis 1868 oder 1870; unterrichtete 1868 21 Schüler);
Elias Blaubaum (um 1870, damals 12 Schuler), Joseph Rothschild (ab 1878;
unterrichtete 1880 29 Schuler, 1908 11 Schüler); nach dem Tod von Lehrer
Rothschild: Samuel Schaumberg aus Westfalen. Die Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Oberhessen (Marburg).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde (von insgesamt 23
jüdischen Kriegsteilnehmern): Leopold Nußbaum (geb. 19.3.1894 in Neukirchen,
gef. 25.4.1915), Sgt. Levi Nußbaum (geb. 22.4.1890 in Neukirchen, gef.
11.10.1918), Juda Sonn (geb. 16.9.1877 in Neukirchen, gef. 22.1.1916), Levi Sonn
(geb. 12.10.1895 in Neukirchen, gef. 24.6.1918) und Isidor Spier (geb. 17.7.1896
in Schrecksbach, gef. 30.6.1916). Ihre Namen stehen auf dem Kriegerdenkmal in
der Marienkirche auf dem städtischen Friedhof. In der NS-Zeit wurden die Namen
nicht herausgeschlagen, sondern auf Anweisung des Bürgermeister nur mit
Papierstreifen überklebt. Außerdem ist gefallen: Gefreiter Moritz Baum (geb.
8.2.1888 in Neukirchen, vor 1914 in Marburg wohnhaft, gef. 4.9.1914). An den
Spätfolgen der Kriegsverletzung starb am 10.10.1927 Moritz Sonn. Bei seiner
Beisetzung läuteten ihm zu Ehren auch die Glocken der
Nicolaikirche.
Die jüdischen Einwohner waren im allgemeinen Leben des Ortes und im
Vereinsleben weitestgehend integriert. Unter den Mitgliedern im Sport-, Gesang-
Krieger- und Militärverein sowie dem Roten Kreuz finden sich auch jüdische
Einwohner Neukirchens.
Um 1924, als zur Gemeinde 108 Personen gehörten (6,6 % von insgesamt etwa
1.626 Einwohnern), war Vorsteher der Gemeinde H. Löwenstein. Als Lehrer,
Kantor und Schochet war der bereits genannte Samuel Schaumberg tätig. Er
unterrichtete damals an der Israelitischen Volksschule 15 Kinder der Gemeinde.
An jüdischen Vereinen bestanden insbesondere die Wohltätigkeitsvereine Chewra
Gemillus Chassodim oder Israelitischer Männerverein e.V. (gegründet
1875, 1924 unter Leitung von Siegmund Spier mit 19 Mitgliedern, 1932 unter
Leitung von Lehrer Schaumberg mit 17 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet:
Krankenpflege, Bestattungswesen) und der Israelitische Frauenverein (gegründet
1910; 1924 unter Leitung von Frau Rothschild mit 23 Mitgliedern, 1932 unter
Leitung der Frau von Markus Nußbaum I, Zweck und Arbeitsgebiet: Krankenpflege,
Bestattungswesen). 1932 war Gemeindevorsteher Albert Levi. Als Lehrer war
weiterhin Samuel Schaumberg in der Gemeinde. Im Schuljahr 1931/32 unterrichtete
er noch sieben Kinder.
1933 lebten noch 83 jüdische Personen in Neukirchen (4,8 % von
insgesamt 1.726 Einwohnern). In diesem Jahr (September 1933) wurde die
Israelitische Volksschule geschlossen. In
den folgenden Jahren ist ein großer Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen (mindestens 49) beziehungsweise ausgewandert. Viele
verzogen nach Frankfurt. Acht Personen gelang die Flucht ins sichere Ausland
(fünf nach Nordamerika, 4 nach Südamerika, eine Person nach Holland). 1935
plante die Gemeinde, für die jüdischen Kinder aus Neukirchen,
Oberaula und
Ziegenhain eine Bezirksschule in Neukirchen einzurichten; der Plan wurde jedoch
nicht mehr verwirklicht. Lehrer der Gemeinde war damals S. Plaut (siehe Bericht
von 1936 unten). Beim Novemberpogrom 1938 wurde die
Inneneinrichtung der Synagoge zerstört (s.u.); mehrere jüdische Wohnungen
wurden überfallen, die Einrichtungen zerstört und jüdische Personen
misshandelt. Die jüdischen Männer verhaftet
und über Kassel in das KZ Buchenwald verschleppt (vgl. unten Bericht von
Gerhard Nagel über die Rückkehr seines Vaters aus Buchenwald Ende 1938). 1939 lebten noch 18 jüdische
Personen in Neukirchen (1,1 % von 1.714 Einwohnern). Die letzten acht bzw. neun
jüdischen Einwohner wurden im September 1942 aus Neukirchen deportiert,
darunter sechs Mitglieder der Familie Sonn: Bertha Sonn geb. Katzmann, Bertha
Sonn geb. Nagel, Johanna Sonn geb. Nußbaum, Moritz Sonn sowie die Jugendlichen
Siegbert und Theo Sonn.
Von den in Neukirchen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; abgeglichen mit den Listen
Biskamp/Walter s. Lit. 477-480): Erich Bachrach (1906), Meta (Minna)
Bachrach geb. Spier (1895), Gerda (Grete) Bachrach (1922), Frieda Bendheim geb.
Nußbaum (1909), Jettchen Blüth geb. Bachrach (1869), Emma Dannenberg geb.
Nußbaum (1869), Berta Goldschmidt geb. Baum (1889), Emilie Katz-Stiefel geb.
Bachrach (1866), Mendel Levi (1873), Emma Levi (1918), Moritz Levi (1905), Paula
Mettes geb. Sonn (1890), Ella Müller geb. Bachrach (1893), Salli Werner Nagel
(1891), Klara Nagel geb. Schuster (1896), Max Nagel (1896), Adelheid Nußbaum
(1875), Adolph Nußbaum (1879), Bertha Nußbaum (1871), Bertha Nußbaum (1912),
Bertha Nußbaum (1913), Cäcilie Nußbaum geb. Adler (1886), Dina Nußbaum geb.
Sonn (1877), Elle (Emma) Nußbaum (1874), Ferdinand Nußbaum (1916), Jenny
Nußbaum (1903), Johanna Nußbaum geb. Gutkind (1888), Johanna Nußbaum (1905),
Klara Nußbaum geb. Hahn (1862), Leopold Nußbaum (1876), Levi Nußbaum (1899),
Markus Nußbaum (1869), Markus Nußbaum (1876), Meta Nußbaum geb. Heilbrunn
(1883), Michael Nußbaum (1872), Moritz Nußbaum (1878), Natalie Nußbaum geb.
Goldschmidt (1873), Samuel Schaumburg (Lehrer, 1884), Berta Sonn geb. Nagel
(1888), Bertha Sonn geb. Katzmann (1885), Hermann Sonn (1888), Jeanette Sonn
geb. Ronsheim (), Johanna Sonn geb. Nußbaum (1860), Levi Sonn (1879), Moritz
Sonn (1879), Paula Sonn geb. Katz (1884), Samuel Sonn (1882), Siegbert Sonn
(1925), Theo Sonn (1913), Arthur Spier (1896), Jakob Spier (1911), Johanna Spier
geb. Rothschild (1878), Arthur Stern (1896), Ida Stern geb. Rothschild (1893),
Ilse Stern (1931), Josef Walter Stern (1925), Bella Zalcmann geb. Nagel
(1892).
1976 wurde ein im Rathaus der Stadt aufbewahrtes Ehrenbuch erstellt mit den
Namen von 52 umgekommenen jüdischen Personen aus Neukirchen und der Widmung: "Den
Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung. Zum ewigen Andenken an die Opfer
der Gewaltherrschaft in den Jahren 1933 bis 1945 aus den Reihen der jüdischen
Mitbürger der Stadt Neukirchen legt der Magistrat der Stadt dieses Ehrenbuch
an. Neukirchen im September 1976".
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1909
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1909: "Die
Lehrerstelle an der israelitischen Volksschule zu Neukirchen, Kreis
Ziegenhain, ist zum 1. Juli dieses Jahres zu besetzen. Bewerbungen nebst
Zeugnissen sind zu richten an das Israelitische Vorsteheramt zu Marburg an
der Lahn". |
Bericht über die Vortragstätigkeit von Lehrer S. Plaut (1936)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1936: "Die
Vorträge des überaus rührigen Herrn Lehrers S. Plaut, Neukirchen
(Bezirk Ziegenhain), in Alsfeld, Frielendorf,
Hersfeld, Treysa,
Witzenhausen, behandelten die
Bedeutung der Agudas Jisroel für die Jetztzeit und hinterließen
sichtlich einen starken Eindruck. Die beträchtliche Anzahl von neuen
Mitgliedern zeigt, das Agudas Jisroel heute in weitesten Kreisen
verstanden, ihre Ziele bejaht werden und ihrer Arbeit Vertrauen
entgegengebracht wird." |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16.
Juli 1936: "Die Agudoh-Arbeit im Bezirk Kassel. Herr Lehrer
S. Plaut, Neukirchen, bereiste die Gemeinden Neustadt, Kirchhain, Bad
Wildungen, Bad Hersfeld und schuf zahlreiche neue Ortsgruppen. Die
Vorträge des Herrn Plaut waren sehr gut besucht, und die Ausführungen
wurden mit großem Beifall aufgenommen. In seinem letzten Vortrag in Bad
Hersfeld führte Herr Plaut u.a. folgendes aus: Obwohl wir seit
Jahrtausenden nicht mehr das Land besitzen, hat es nie aufgehört, unser
Land zu sein. Unsere Gebote gipfeln in Zijaun (Zion), die Sehnsucht nach
den heiligen Stätten Jeruscholaijims sprechen wir jeden tag aus. Die
jetzt beginnenden Trauerwochen lassen uns gerade in den jetzigen tagen, wo
Erez Jisroel heimgesucht wird, fühlen, dass wir nicht allzu sehr auf
unsere Kraft und unseren starken Arm bauen dürfen, sondern dass die
Tauroh (Tora) der Gradmesser für den Aufbau des Landes werden muss. Die
heranwachsende Jugend soll zu Erez-Jisroel-Menschen erzogen werden, denn sie
sind die Bausteine fürs jüdische Land... Das Feuer hat das Land
ergriffen. Wie können wir es zum Ersticken bringen? Nicht nur
durch den Abwehrkamp nach draußen, sondern auch dadurch, indem wir in
unseren Reihen um den jüdischen Menschen kämpfen, das echte jüdische
Feuer in den jüdischen Herzen wieder zum Entflammen bringen. Um diese
Wahrheit kämpft Agudas Jisroel, und für jeden jüdischen Menschen, in
dessen Herzen noch ein Fünkchen Jüdischkeit vorhanden ist, erwächst
heute mehr denn je die Pflicht, die Wahrheit zu fördern. Darum reihe er
sich in die Bewegung der Agudas Jisroel. Bekennen wir uns Alle zu 'einem
Bund', dann dürfen wir hoffen, dass auch der Frieden in diesem Land
gesichert ist, und unsere jetzigen Trauer- und Fasttage werden wir als
Freudentage begehen können." |
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| Hinweis: vgl. zu der in den Artikeln
thematisierten "Agudas Jisroel" den Wikipedia-Artikel
Agudat Jisra'el |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Salomon Simon (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1901:
"Junger Mann sucht per 1., eventuell 15. Mai Stelle als Verkäufer
oder Comptorist in der Manufakturwaren-Branche. Gefällige Offerten
erbittet
Salomon Simon, Neukirchen bei Ziegenhain." |
Dina Sonn empfiehlt sich als Wochenpflegerin (1911)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Dezember
1911: "Geprüfte Wochenpflegerin mit besten Referenzen könnte von
Mitte März ab Pflegen übernehmen. Dina Sonn, Neukirchen, bei
Ziegenhain." |
Anzeige der Buchbinderei und Buchhandlung Adolf Nussbaum (1933)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1933:
"Die Buchbinderei und Buchhandlung
Adolf Nussbaum
Neukirchen Kreis
Ziegenhain
bittet um Übersendung von reparaturbedürftigen oder neu zu
bindenden Büchern, wo dies billigst und prompt
geschieht." |
Verlobungsanzeige von Thea Grünebaum und Semi Plaut (1936)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1936: "Gott
sei gepriesen.
Thea Grünebaum - Semi Plaut.
Verlobte.
Neukirchen Krs. Ziegenhain - Kirchhain, Bez. Kassel /
Abterode, Kreis Eschwege." |
Weitere Texte
Gerhard Nagel (Gedalyah Nigal) über die Rückkehr seines
Vaters aus dem KZ Buchenwald Ende 1938
| Gerhard Nagel wurde im April 1939 durch
einen Kindertransport von Frankfurt nach Palästina gerettet. 1983 schrieb
er seine Erinnerungen auf und widmete diesen seinen in Minsk ermordeten
Eltern. Darin berichtete er über die Rückkehr seines Vaters aus dem KZ
Buchenwald: "Dieses Bild der Wiedervereinigung (Leider auf solch
kurze Zeit!) kann ich nicht vergessen. Mein Vater glich mehr einer Leiche
als einem lebendigen Menschen. Seine Haare waren abgeschnitten, sein
Gesicht fahl, eingefallen und verhungert. Als erstes bat er, sich waschen
zu können. Vier Wochen hatte er keine Seife und kein Bad gesehen." |
| Quelle: zitiert im Heimatkundlichen
Wegweiser (s.Lit.) S. 179-180. |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum vorhanden. Im Februar 1832
konnte die Gemeinde mit Genehmigung der Kurfürstlichen Regierung der Provinz
Oberhessen eine Synagoge in einem bisherigen zweigeschossigen Wohnhaus in der
Untergasse einrichten. Das Gebäude war danach über 100 Jahre Mittelpunkte des
jüdischen Gemeindelebens in Neukirchen. Im Gebäude waren außer der Synagoge
auch die jüdische Schule, die Lehrerwohnung und das rituelle Bad
eingerichtet.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
innen verwüstet. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft und die rituellen
Gegenstände waren teilweise nach Kassel gebracht worden, wo sie jedoch beim
Novemberpogrom vernichtet wurden. Die im Synagogengebäude noch vorhandenen
rituellen Gegenstände (Torarollen und Gebetbücher) wurden nach einem Bericht
von Sally Bachrach, der die NS-Zeit überlebte, auf den Marktplatz gebracht und
dort unter dem Gejohle der Menge verbrannt.
Von 1940 bis 1945 wurde das Synagogengebäude als Gefangenenlager für
französische Soldaten zweckentfremdet. Nach 1945 wurde es - nach
Abschluss des Restitutionsverfahrens - zu einem
bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut (1951).
Ein Gedenkstein gegenüber dem Gebäude ist vorhanden. Eine Gedenktafel
an der ehemaligen Synagoge sollte bereits 1970/71 auf Anregung von dem
inzwischen in Israel lebenden Schmuel Levi angebracht werden. Der Vorschlag der
Anbringung der Tafel stieß jedoch auf schroffe Ablehnung beim neuen Besitzer.
Als Kompromiss einigte man sich damals auf einen Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof
und die Erstellung eines Gedenkbuches für die aus Neukirchen umgekommenen
Gedenkbuches. Inzwischen konnte gegenüber dem Synagogengebäude ein Gedenkstein
aufgestellt werden (siehe Fotos unten).
Adresse/Standort der Synagoge: In
der Untergasse (1932 mit der Gebäude-Nummer 141)
Fotos
(Quelle: neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
14.9.2008)
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Das Gebäude
der ehemaligen
Synagoge |
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Das Gebäude von
der Untergasse aus gesehen; in ihm waren an Einrichtungen der jüdischen
Gemeinde untergebracht: der Betsaal (Synagoge), die jüdische Schule, die
Lehrerwohnung und das rituelle Bad (Mikwe). |
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| Der Gedenkstein |
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Gegenüber der
ehemaligen Synagoge der Gedenkstein mit der Inschrift: "Das
gegenüberliegende Gebäude diente der jüdischen Gemeinde seit 1832 als
Synagoge. Während des Naziregimes 1933-1945 wurden alle Juden aus
Neukirchen vertrieben oder verschleppt und die Synagoge am 9. November
1938 innen verwüstet." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 123. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 55-56. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 52 (ohne
Ergänzungen) |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 179-180. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 516. |
 | Hartwig Bambey, Adolf Biskamp, Bernd Lindenthal
(Hrsg.): Heimatvertriebene Nachbarn. Beiträge zur Geschichte der
Juden im Kreis Ziegenhain. 2 Bände. Verlag Stadtgeschichtlicher
Arbeitskreis e.V. Schwalmstadt-Treysa 1993.
Darin: Adolf Biskamp / Friedhelm Walper: Die israelitische
Kultusgemeinde in Neukirchen. Band II S. 473-483.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Neukirchen
Hessen-Nassau. Jews lived in Neukirchen from the 17th century, numbering 113 (7
% of the total) in 1885 and 83 in 1933. Many left before Kristallnacht
(9-10 November 1938), when the synagogue was vandalized. About 50 perished in
the Holocaust.

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