Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Beiseförth mit Malsfeld (Gemeinde Malsfeld) 
sowie Binsförth und Neumorschen (Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis) 
und Rengshausen (Gemeinde Knüllwald)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Beiseförth bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1542 Juden aus Beiseförth genannt (Klage des Juden Lipmann aus Beiseförth wegen Beraubung bei Fladungen, Nr. 357 in Gemeinschaftlichen Hennebergischen Archiv Sektion IV, Thüringisches Staatsarchiv Meiningen). Auch 1614 waren Juden am Ort. 1744 lebten vier jüdische Familien am Ort. In Neumorschen werden 1653 Juden genannt; im 18 Jahrhundert waren es zwei bis drei jüdische Familien am Ort.     

Seit der Mitte des 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Beiseförth wie folgt: 1861 78 jüdische Einwohner (10,0 % von insgesamt 779 Einwohnern), 1871 63 (8,6 % von 732), 1885 33 (4,5 % von 737), 1895 21 (3,0 % von 693), 1905 18 (2,5 % von 731). Zur jüdischen Gemeinde Beiseförth gehörten auch die in Binsförth, Malsfeld, Neumorschen und Rengshausen lebenden jüdischen Personen: in Binsförth 1835: 6, 1861: 9, 1905: 14, 1924: 12, 1932: 11 jüdische Einwohner; (am Ort gab es insbesondere die Familien Goldschmidt und Simon), in Malsfeld 1835: 27, 1861: 45, 1905: 8, 1924: 9 jüdische Einwohner (am Ort gab es insbesondere die Familien Katz, Noa und Rosenblatt), in Neumorschen: 1835 41, 1861 38, 1905 12, 1933 und später keine jüdischen Einwohner mehr (am Ort gab es insbesondere die Familien Nußbaum und Katz); in Rengshausen gab es vor allem die Familien Höflich und Levi.   
 
An den Freiheitskriegen 1813-14 nahm Joisel Stern aus Beiseförth teil (sein Name stand auf einer Tafel in der Synagoge). Nach dem Krieg 1870-71 gehörte Juda Katz aus Beiseförth zu der Militäreskorte, die die Kriegsentschädigung aus Paris abholte. 
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde (aller Teilorte) wurden auf dem jüdischen Friedhof in Binsförth beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten Bericht zu Lehrer Joseph Wertheim). Die jüdische Gemeinde gehörte mit den Gemeinden des ehemaligen Kreises Melsungen zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.  
  
Um 1924, als noch 20 jüdische Personen in Beiseförth lebten (2,6 % von 766 Einwohnern), war Vorsteher der Gemeinde Levi Rosenblatt. Die damals noch vier jüdischen Kinder der Gemeinde erhielten ihren Religionsunterricht durch Lehrer Stiefel aus Baumbach. 1932 war Vorsteher der Gemeinde Felix Höflich, als Schriftführer wird Sally Katz genannt. Weiterhin unterrichtete Lehrer Stiefel aus Baumbaum die jüdischen Kinder. Der Unterricht wurde in der israelitischen Religionsschule in Heinebach erteilt.     

1933 lebten noch etwa 21 jüdische Personen in Beiseförth.
In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.  
In Binsförth lebten 1932/33 noch zwei jüdische Familien. Beim Novemberpogrom 1938 wurden der Kaufmann Aron Rosenblatt (Haus Nr. 12) und Salomo Siemon (Haus Nr. 16) in das KZ Breitenau verschleppt. Auch der Kaufmann Menni Katz aus Neumorschen kam in das KZ Breitenau. Familie Aron Rosenblatt konnte 1940 noch über Italien in die USA emigrieren. Familie Siemon ist nach Frankfurt verzogen, ein Sohn ist nach Palästina ausgewandert. 
  
Von den in Beiseförth geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berta Baum geb. Katz (1879), Adelheid Dalsheim geb. Blumenkrohn (1860), Abraham Höflich (1889), Dina Höflich geb. Höxter (1894), Gitta (Giedchen) Höflich geb. Blumenthal (1888), Hannelore Höflich (1924), Karl Höflich (1913), Ludwig Höflich (1921), Betty Katz  geb. Rosenblatt (1900), Doris Katz (1937), Friedrich Katz (1888), Hermann Leopold (Lemann) Katz (1886), Moritz Katz (1878), Sally Katz (1890), Lina Löbenstein geb. Boley (1857), Leopold Rosenblatt (1889), Leo (Levy) Rosenblatt (1888, siehe unten), Max Rosenblatt (1896), Thekla Rosenblatt (1880), Julie Wolf geb. Rosenblatt (1879).       
   
Aus Binsförth sind umgekommen:  Henriette (Jettchen) Levi geb. Rosenblatt (1887), Johanna Proskauer geb. Simon (1882), Heinz Simon (1923), Lea Simon (1883), Salomon Simon (1886).        
Aus Malsfeld sind umgekommen:  Berta Blach (1878), Emma (Ester) Cohn geb. Goldschmidt (1859). Frommel Herzer geb. Goldschmidt (1866), Else Jacoby (1890), Recha Katz geb. Kleeblatt (1891), Rosa Schönhorn geb. Katz (1876).    
Aus Neu-Morschen sind umgekommen: Lina Jonge geb. Katz (1864), Bella Katz geb. Katz (1897), Bernhardt (Bernd) Katz (1930), Bettina Katz (1926), Gertrud Katz (1937), Levi Katz (1858), Malchen (Amalie) Katz geb. Plaut (1870), Menni Katz (1894).  
Aus Rengshausen sind umgekommen: Gerda Höflich (1932), Hilde Höflich geb. Rothschild (1896), Nathan Höflich (1894).  
    

  
         

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   

Goldene Hochzeit von Lehrer Joseph Wertheim und seiner Frau Jettchen geb. Abt (1913, Lehrer in Beiseförth von 1858 bis 1866)    

Frankenberg Frf IsrFambl 05091913.jpg (92303 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. September 1913: "Frankenberg (Kurhessen). Am 2. September feierte der emeritierte israelitische Lehrer Joseph Wertheim mit seiner Gattin Jettchen geb. Abt das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer besonderen körperlichen und auch geistigen Frische.   Lehrer Wertheim ist eine in Lehrerkreisen sehr geschätzte Persönlichkeit. Er kann auf eine fast 52-jährige segensreiche Amtstätigkeit zurückblicken, wovon 8 Jahre auf Beiseförth von 1858-1866 und 43 Jahre auf Volkmarsen von 1866-1909 entfallen. Bei seinem Dienstaustritt wurde ihm der Adler der Inhaber des Hohenzollern'schen Hausordens verliehen. Das Jubelpaar hat es verstanden, durch sein loyales, menschenfreundliches Wesen sich die allgemeine Wertschätzung zu erringen, was sich in geradezu hervorragender Weise bei seinem 50-jährigen Amtsjubiläum gezeigt hat."    

      
Zum Tod von Lehrer Josef Wertheim (1917)    

Volkmarsen AZJ 09021917.jpg (123859 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Februar 1917: "Volkmarsen, 2. Februar (1917). Am 24. vorigen Monats wurde hier der Nestor der israelitischen Lehrerschaft der Provinz Hessen, unser ehrwürdiger Lehrer Herr Josef Wertheim, im 78. Lebensjahre zu Grabe getragen. Über 46 Jahre wirkte er segensreich in unserer Gemeinde und vorher acht Jahre in Beiseförth. Drei Generationen von Schülern hat er herangebildet und unserer Gemeinde in Treue mit klugem Rat und allzeit bereiter Tat zur Verfügung gestanden. Zu den Füßen von Rabbi Mordechai Wetzlar seligen Andenkens in Gudensberg - seinem Geburtsort - hat er gelernt. Seine Kinder hat er im Verein mit einer liebevollen, verständnisreichen Gattin zu wackeren Juden erzogen. Was er in unserer Gemeinde geleistet, den Kleinen und den Großen, fünf Jahrzehnte lang, das wird ihm nie vergessen werden. Einer seltenen Wertschätzung und Verehrung erfreute sich der Heimgegangene in der gesamten Bürgerschaft, die ihn anlässlich seines goldenen Jubiläums im Jahre 1908 in hohem Maße ehrte. Das bewies auch das große Trauergefolge. Auch die Stadt beklagt einen der besten ihrer Männer. In den letzten Jahren hatte er den Schmerz, die geliebte Gattin, einen erwachsenen Sohn, Lehrer in Neustadt, und einen Schwiegersohn, Lehrer Levy in Dresden, zu verlieren. Sein Gottvertrauen hielt ihn hoch und geistesfrisch bis in die letzten Lebenstage. An seinem Grabe sprachen Lehrer Flörsheim (Wolfshagen) namens der Verwandten Worte des Dankes und des Abschieds, ferner Herr Gottfried Goldschmidt (Halberstadt) und zuletzt der Sohn Herr Lehrer Wertheim aus Hannoversch-Münden. Januach beschalom - er ruhe in Frieden."   
Bei dem im Text genannten Lehrer Wertheim aus Hannoversch-Münden handelte es sich vermutlich um Lehrer Adolf Wertheim.

  
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
  

Über die Verdienste von Heinemann Bensew in Malsfeld - Bericht zu seinem Tod (1878)
Stichworte zum Inhalt: Wie Heinemann Bensew erfolgreich die Einführung einer neuen Synagogenordnung für die kurhessischen Juden verhinderte -  
dazu: Über die Freundschaft zwischen dem Heinemann Bensew und dem christlichen Ortspfarrer  
   

Malsfeld Israelit 13111878a.jpg (107293 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1878: "Von der Fulda. Wenige Tage vor dem Schluss des vergangenen Jahres hauchte in dem Dörfchen Malsfeld (Regierungsbezirk Kassel) ein 80-jähriger Greis seine reine Seele aus, der es verdient hat, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Heinemann Bensew - er ruhe in Frieden - hieß der Edle. Er war ein einfacher, schlichter Handelsmann und zeichnete sich in seinem äußeren Auftreten und seiner Lebensstellung wenig aus. Ja, er vermied es mit einer gewissen Ängstlichkeit, von sich reden zu machen und zog sich scheu vor jedem anerkennenden Worte zurück. Er hat es sich sogar verbeten, dass ihm eine Trauerrede - Hesped - gehalten werde, und dieser Wunsch war kein letztwilliger, war ein schon viele Jahre niedergeschriebener und fand sich in dem Sarg vor, den sich der Heimgegangene selber vor mehreren Jahren gezimmert hatte. 'Wenn es mir einmal zu wohl werden sollte', sagte der biedere Greis vor längerer Zeit schon zu dem Schreiber dieser Zeilen, 'dann gehe ich auf meinen Speicher und sehe mir die hölzerne Lade an, in der man mich einst hinwegtragen wird.'    
Der hervorragendste Zug des edlen Hingeschiedenen war seine eiserne, unbeugsame Charakter- und Willensstärke, die vor Nichts zurückschreckte, und die getragen von innigem, ungekünsteltem Vertrauen auf Gott in der Tat Großes anstrebte und vollführte. - Wir teilen denselben teils nach mündlichen Mitteilungen, teils nach hinterlassenen, amtlichen Aktenstücken des Verstorbenen mit. Letztere Befinden sich gegenwärtig im   
Malsfeld Israelit 13111878b.jpg (275129 Byte)Besitz des Herrn Rabbiners Dr. Ehrmann in Kassel, der sie uns freundlichst zu Benützung überließ.    
Vor ca. 24 Jahren, im November 1854 trat das Kurfürstliche Landrabbinat unter dem Präsidium des Herrn Landesrabbiner Dr. Adler zusammen, zum eine neue Synagogenordnung ins Leben zu rufen. Das Sekretariat des damals noch sehr regsamen, tatendurstigen Vorsteheramtes wurde von Herrn Dr. Pinhas verwaltet. 
Der Letztere war als engagierter Reformjude männiglich bekannt, aber der Schafspelz des Herrn Landrabbiners war damals noch nicht so fadenscheinig und durchsichtig, wie er es im Laufe der Zeit geworden ist. Die Kundigen hatten jedoch den Wolf schon längst herausgewittert. Die neue Synagogenordnung war noch nicht bekannt, sie war ein Geheimnis des Landrabbinats. Man konnte also gegen die noch unbekannte Synagogenordnung kein Bedenken erheben. Sie sollten eben dem kurfürstlichen Ministerium zur Genehmigung vorgelegt, von diesem bestätigt, dann offiziell eingeführt und so die jüdische Zukunft der kurhessischen Israeliten in verhängnisvoller Weise entschieden werden; die gesetzestreuen, das heißt fast ausnahmslos alle Israeliten des Kurstaates ahnten mit banger Besorgnis, was ihnen bevorstände, sie fürchteten mit Recht die Einführung dieser neuen Synagogenordnung als den Beginn einer Ära des Abfalls und der Profanisierung unserer heiligsten Heiligtümer. So allgemein diese Befürchtung auch war, so hatte doch niemand den Mut, einen Schritt gegen dieses geplante Attentat zu unternehmen, unter den Tausenden Israeliten des Kurstaates hatte nicht ein Einziger, angesichts dieser bevorstehenden Vergewaltigung jüdischer Gewissen ein freies Wort, oder gar eine entschiedene Tat für die gefährdete Gottessache; keiner außer Heinemann Bensew. 
Als er in seinem Dörfchen Kenntnis bekam von dem, was der Kurhessischen Judenheit bevorstand, ging er, der einfache, schlichte, unbekannte, jüdische Handelsmann, direkt nach Kassel zu dem bekannten Minister Hassenpflug, und trat vor den damals allmächtigen Leiter des Kurstaates mit der bescheidenen Frage hin: 'ob so ein geringer Mann wie er sei, ein hohes Ministerium auf die Gefahren aufmerksam machen dürfe, welche die kurhessische Judenheit in Folge der neu einzuführenden Synagogen-Ordnung bedrohen?'  
'Gewiss', erwiderte der Minister, 'bei uns gilt nur Wahrheit und Recht, und es ist uns daher lieb, wenn wir aufmerksam gemacht werden. Wenn Ihr Israeliten Euren Kultus selber zu Grunde gegen lasset, so können wir ihn nicht halten (Anm.: Diese und andere Unterredungen hat der Verstorbene aufgezeichnet, sie befinden sich unter dem oben erwähnten schriftlichen Nachlass). 
Der Minister nahm dann die Auseinandersetzungen des Petenten mit großer Teilnahme entgegen, und forderte ihn auf, sein Anliegen schriftlich einzureichen. - Da aber war guter Rat teuer. Bensew war ein schlechter Skribent, er hatte nur eine gewöhnliche Dorfschulbildung genossen, ein Gesuch an den Minister abzufassen, war er nicht im Stande. Es in Kassel ausarbeiten zu lassen, was nicht ratsam, weil zu befürchten war, dass das Landrabbinat etwas davon wittern und das Ganze von vornherein durchkreuzen könnte. Aber er fand Hilfe, da wo sie ein Anderer kaum gesucht hätte. Er arbeitete das Gesuch in seiner schlichten Sprachweise aus und der Pfarrer von Malsfeld übernahm die Korrektur und Politur des Schriftstückes. Am 30. August wurde es eingereicht, und schon am 2. September erwiderte Hassenpflug dem Petenten, 'dass sein Gesuch die angemessene Berücksichtigung gefunden habe.'   
Da gegen die noch unbekannte Synagogenordnung eine Remonstration nicht gut erhoben werden konnte, so ging das Gesuch nur dahin, das Ministerium wolle vor der etwaigen Sanktionierung, das Gutachten orthodoxer rabbinischer 'Autoräten einholen, ob die etwaigen einzuführenden Neuerungen ohne Nachteil für das orthodoxe Judentum eingeführt werden könnten. Von den hierzu vorgeschlagenen Persönlichkeiten, wandte sich das Ministerium an Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main. Das Gutachten desselben brach natürlich den Stab über die neue Synagogenordnung, ihre Einführung wurde verweigert.   
Darob große Verblüffung beim Landrabbinat, das von diesen Antecedenzien keine Ahnung hatte, sondern der Sanktionierung ganz zweifelsohne sicher zu sein glaubte. Als die Herren aber gar erfuhren, dass es ein einfacher Dorfjude, der Malsfelder Gemeindeälteste Bensew war, der einen so dicken Strich durch die landrabbinatliche Rechnung gemacht hatte, da kannte der Unmut der betreffenden Herren keine Grenzen mehr. - Herr Dr. Pinhas ließ den Attentäter zu sich kommen, und fuhr, als er erschien, mit einer wahren Berserkerwut auf ihn los, wie er, der ungebildete Landmann, die Dreistigkeit haben könne, auf solche Weise die Pläne des hohen Landrabbinats und Vorsteheramtes zu durchkreuzen usw. usw. Er drohte, ihn seiner Stellung als Gemeindeältester zu entheben, er gab füglich gute, süße Worte, damit 'der ungebildete Landsmann' seine Opposition aufgebe; alles schei- 
Malsfeld Israelit 13111878c.jpg (293395 Byte)terte an dem geraden, unbestechlichen Charakter des 'ungebildeten Landmannes'. - Absetzen konnte man freilich einen Mann nicht, weil er rückhaltlos seiner jüdischen Pflicht gerecht wurde, aber man verleidete ihm sein Amt derart, dass er später selbst um Enthebung nachsuchte.     
Inzwischen wurde im Jahre 1857 das Ministerium Hassenpflug entlassen, und Scheffer wurde Hassenpflugs Nachfolger. Sofort wurde dem neuen Minister die inzwischen alt gewordene Synagogenordnung zur Genehmigung unterbreitet. Die Reminiszenzen an das vor 3 Jahren vorher erlebte Fiasko machte das Landrabbinat vorsichtig. 'Wenn Bedenken gegen die vorliegende Synagogen-Ordnung auftauchen sollten', baute das ehrwürdige Landrabbinat sofort vor,  'so könne man ja ein auswärtiges Landrabbinat darüber zu Rate ziehen.' - Vermutlich versprach sich das hohe Landrabbinat, von einem ebenbürtigen auswärtigen Kollegium, ein mehr sympathisches Votum. Aber es irrte sich auch diesmal. Das Ministerium sandte die unter einem so unglücklichen Stern geborene Synagogen-Ordnung an das von Herrn Rabbiner Dr. Cohn verwaltete Mecklenburgische Landrabbinat, welches ebenfalls sein Verdikt über sie aussprach.   
Seitdem hat das Landrabbinat keinen Schritt mehr getan, um seine Velleitäten (= noch nicht verwirklichte Vorhaben) mit staatlicher Sanktion zu bekleiden; und dass auf diese Weise den kurhessischen Israeliten alle jene namenlosen Widerwärtigkeiten erspart geblieben sind, die sonst unvermeidlich gewesen wären, verdanken sie nächst Gott, dem wackeren Greise, den uns der Tod jetzt entrissen hat.  
Diese Art und Weise des Auftretens war nicht eine ihm natürliche, in seinem Charakter begründete, sondern eine ihm durch die äußeren Verhältnisse aufgedrängte, die er stets unter Tränen des Dankes gegen Gott erwählte, dass er ihn gewürdigt habe, als sein Werkzeug die Pläne des Leichtsinnes und frivolen Abfalls zu vereiteln.   
In seinem Privat- und Familienleben, war er bei all diesen von sanftem, friedfertigen, ja leutseligem Wesen. Er war nie reich, genoss aber in seinem Kreise eine seltene Achtung bei Christen wie Juden. Als er sich vor mehreren Jahren ein neues Haus baute, fuhren ihm christliche Mitbürger die nötigen Steine herbei, und weigerten sich, eine Bezahlung dafür anzunehmen. Sie bewiesen aber diese Teilnahme auch keinem Undankbaren. Wo und wann es ihm möglich war, einem Mitmenschen durch Rat und Tat beizustehen, war er mit Freuden bereit. Ja, er wartete nicht, bis die Not an ihn herantrat, er suchte sie auch und half. Seine größte Freude war dann immer, wenn es ihm gelang, sich an den Wohltäter zu verheimlichen. Es möge uns gestattet sein, hier einen rührenden Zug echter Nächstenliebe mitzuteilen, der so recht geeignet ist zu zeigen, wie hoch wahrhaft jüdische Humanität über alle konfessionellen Schranken erhaben ist. 
Bensew besuchte eines Tages den Pfarrer des Dorfes und fand ihn sehr niedergeschlagen. Auf sein Betragen zeigte ihm der bejahrte Geistliche eine soeben eingetroffene scharfe Rüge des Konsistoriums, weil sich der Pfarrer einer eigennützigen Handlungsweise bei Einlösung eines zur Pfarrei gehörigen Grundstückes schuldig gemacht haben sollte. Tatsächlich handelte es sich um eine Angelegenheit, bei welcher der Pfarrer mit großer Selbstlosigkeit, ja mit Hintansetzung seiner berechtigten Interessen gehandelt hatte. Die Sache war dem Konsistorium falsch berichtet, und die so durchaus unverdiente Rüge schmerzte den greisen Geistlichen doppelt tief. Bensew verließ darauf den Pfarrer mit einigen tröstenden Worten, und reiste ohne weiter ein Wort darüber zu sprechen, den Tag darauf nach Kassel, stellte sich dem Konsistorium vor, entschuldigte sich, dass er als Israelit für einen Pfarrer zu plädieren wage, und erzählte wahrheitsgemäß den Hergang der betreffenden Angelegenheit. Das Konsistorium von diesem Akte wahrer Freundschaft gerührt, versprach sofortige Remedur (= Abhilfe) eintreten zu lassen. - Wenige Tage später kommt der Pfarrer in freudigster Aufregung zu Bensew und hält triumphierend einen neuen Erlass des Konsistoriums in der Hand, welcher die erhobene Rüge zurücknimmt und das Unrecht bedauert, welches ihm angetan worden sei. 'Ich möchte nur wissen, fragte der Glückliche, wer die Herren inzwischen aufgeklärt hat?' - Bensem beantwortete diese Frage nicht, als der Pfarrer aber später auf anderem Weg den Hergang erfuhr, mag diese Aufklärung sicher dazu beigetragen haben, einen neuen Knoten in das Freundschaftsband der beiden Greise zu schürzen.  
Ergreifend war die glühende Liebe und Begeisterung, mit welchen er an dem Väterglauben mit jeder Faser seiner edlen Seele hing. Zahllos sind die jungen Leute, deren Herzen er für die Tora zu gewinnen verstand. Ihrem Studium gehörten seine Mußestunden. Viele Lehrer Hessens verdanken ihm ihre Tora-Kenntnis und ihre begeisterte Anhänglichkeit für Judentum, die er so tief einzupflanzen verstand, dass die große Mehrzahl selbst derjenigen seiner Schüler, welche das Kasseler Lehrerseminar besuchten, während dieses Besuchs die von ihm gelernte Tora nicht vergaßen, und noch heute als gesinnungstüchtige Lehrer im Dienste des gesetzestreuen Judentums leben und wirken. Das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen."  
 
 
Arnsberg s.Lit. Bd. II S. 124 überliefert zur Familie Bensew (beziehungsweise Benseef) eine weitere Begebenheit: "Aus Neumorschen stammte der Lehrer Meier Steinhardt; er war Lehrer in Magdeburg, Vorsitzender des Jüdischen Lehrer-Vereins und Mitarbeiter beim 'Israelit' und beim Israelitischen Familienblatt Hamburg. Er ist der Verfasser eines Büchleins, dem eine wahre Begebenheit zugrunde liegt. Ein jüdischer Familienvater aus Malsfeld war beim Zubereiten des Frühstücks für seine Kinder mit Rattengift in Berührung geklommen, und zwei der Kinder - Juda und Fradchen - starben (im Jahre 1856); ein anderer Sohn, der gerade sein Morgengebet verrichtete, war gerettet, und der Vater gab ihm einen neuen Namen 'Benseef' - dieser Name lebte als Familiennahme später in Melsungen und Leipzig fort."   
 
Über Lehrer Meier Steinhardt (1864-1940)    
Biografische Angaben von Ildikó Leubauer im "Magdeburger Biografischen Lexikon" (Artikel zu Steinhardt): 
Anmerkung: in diesem Artikel wird als Geburtsort Witzenhausen angegeben; nach den sonst vorliegenden Informationen ist Lehrer Meier Steinhardt jedoch in Neumorschen geboren (so auch bei Moritz Spanier: Geschichte der Juden in Magdeburg. 1923).  
"Steinhardt, Moritz Meyer (Meier): geb. 14.12.1864 Witzenhausen/Hessen, gest. 23.12.1940 Dresden, jüdischer Religionslehrer, Redakteur.
S. besuchte nach seiner Schulausbildung die jüdische Lehrerbildungsanstalt in Hannover und wurde im Mai 1884 als Lehrer in Hausberge bei Minden angestellt. Ab 1886 wirkte S. über 40 Jahre als Religionslehrer und Kantor an der Synagogen- Gemeinde zu Magdeburg und gab jüdischen Religionsunterricht u. a. am Magdeburger König Wilhelms-Gymnasium. Vor allem war sein Name hervorragend mit dem Reichsverband der jüdischen Lehrervereine verbunden, dessen stellvertretender Vorsitzender und Schriftleiter der Verbandszeitung Blätter für Erziehung und Unterricht, einer pädagogischen Beilage des Hamburger Israelitischen Familienblattes, er fast 30 Jahre war. Später leitete er die Jüdische Schulzeitung, ein selbständiges Fachorgan des jüdischen Lehrerverbandes. S. stellte sein anerkanntes, umfangreiches Wissen in den Dienst jüdischen Organisationen und setzte sich für die Entwicklung und Förderung der jüdischen Schule sowie die wirtschaftlich-sozialen Hebung des Lehrerstandes ein. S. war Mitglied der Mendelssohn-Loge. Nach 1934 zog er nach Bad Ems und verbrachte danach seine letzten Lebensjahre in Dresden, wo er seelsorgerliche und gottesdienstliche Gemeindefunktionen wahrnahm sowie an der Jüdischen Volksschule Unterricht erteilte.
Werke: Der Unterricht unserer Jugend, 1901.
Literatur: Magdeburger Lehrerbuch, hg. vom Lehrerverein Magdeburg, 1899, 49; Joseph Walk, Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945, 1988, 352."  (Hinweise auf diese biografischen Angaben zu Meier Steinhardt von Gertraut Zachhuber, Magdeburg)   


70. Geburtstag von Karoline Rosenblatt (1928)
  

Beisefoerth Israelit 05071928.jpg (13384 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1928: "Beiseförth, 25. Juni (1928). Ihren 70. Geburtstag beging in bester Frische Frau Karoline Rosenblatt geborene Sommer."   

   
70. Geburtstag von  Levi Katz in Neumorschen (1928)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928: "Neumorschen, 8. August (1928). Seinen 70. Geburtstag beging Herr Levi Katz dahier in seltener Rüstigkeit".   
Anmerkung: Levi Katz (geb. 5. August 1858 in Neumorschen) ist nach der Deportation über Kassel und Chemnitz in das Ghetto Theresienstadt dort am 6. Oktober 1942 umgekommen.

   
86. Geburtstag von Koppel Katz (1928) 
Anmerkung: Koppel (bzw. lt. Grabstein Jakob) Katz, Handelsmann und Viehhändler, ist am 8.12.1842 in Malsfeld geboren; er starb am 20. März 1932 in Malsfeld und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Binsförth beigesetzt. Er war verheiratet mit Hendel (Hanna) geb. Seelig (1844-1922). Das Ehepaar hatte neun Kinder.   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1928: "Malsfeld, 10. Dezember (1928). Seinen 86. Geburtstag beging vorgestern Herr Koppel Katz hier in größter körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische."  

    
80. Geburtstag von Karoline Rosenblatt geb. Sommer (1938)   

Aus den Familien-Nachrichten im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 17. Juni 1938: 
"Geburtstag: Beiseförth: Karoline Rosenblatt geb. Sommer, am 18.6.1938, 80 Jahre".    

   
 Über Levy Rosenblatt (1888 - 1944)  

Levy Rosenblatt ist am 6. Mai 1888 in Beiseförth geboren. Er war Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg, erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde zum Offizier befördert. 1920-21 war er Lehrer und Erzieher am Jüdischen Waisenhaus in Paderborn, von 1921 bis 1929 im Schuldienst der Stadt Berlin. Danach wurde er Leiter der Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover. 1943 kam er von dort aus mit seiner Familien nach Theresienstadt, 1944 mit seinem Sohn nach Auschwitz, wo beide ermordet wurden.  

   
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von L. Höflich (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1901: "
Suche zu Ostern Stellung für meinen Sohn als Lehrling und zwar in einem Manufakturwaren-Geschäft oder in einem gemischten Waren-Geschäft, wo Schabbat streng geschlossen ist. Kost und Logis im Hause. Näheres 
L. Höflich,
Beiseförth bei Melsungen."           

     
   

      
Zur Geschichte der Synagoge

Zunächst war ein Betsaal oder eine erste Synagoge vorhanden. 
 
Eine neue Synagoge konnte nach langen Verhandlungen zwischen dem kurhessischen Kreisamt in Melsungen und der israelitischen Gemeinde Beisefürth 1853 erstellt werden. Die für den Bau nötige Summe von etwa 12.000 Mark wurde von den Gemeindemitgliedern angesammelt. Es handelte sich um einen Saalbau, massiv aus lufttrockenen Lehmsteinen erstellt. Thea Altaras beschreibt den Bau wie folgt (1988 S. 47-47): "...mit Ecklisenen in das Dachgesims übergehend. Satteldach in Ost-West-Richtung. Recheckiger Grundriss, bestehend aus Vorraum mit Treppenaufgang zur Empore, Synagoge und zwei kleinen Räumen, nicht unterkellert, Fußboden mit Sandsteinplatten belegt. Dachkonstruktion, Sitzbänke und Empore sowie deren tragende Säulen aus Eichenholz. Rundbogenfenster und Eingangstüren mit Hausteinumrahmungen. Über der großen Eingangstüre Rundbogenfenster, vermutlich mit Rosette."  
 
1928 wurde die Synagoge anlässlich des 75-jährigen Bestehens renoviert und feierlich wiedereröffnet. 

Über die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 liegen keine Berichte vor.  
 
Nach 1945 wurde das Synagoge zu einem Wohnhaus umgebaut und durch den Umbau als ehemalige Synagoge weitgehend unkenntlich gemacht. 
  
  
Adresse/Standort der Synagoge am Ortsausgang von Beiseförth        
       

Fotos
(Quelle: Fotos aus den 1980er-Jahren aus Altaras Synagogen 1988 S. 46; Foto aus Museum Hofgeismar: Hahn)

Historische Erinnerung 
im Museum Hofgeismar
Hofgeismar Museum 136.jpg (84915 Byte)  
  Quittungs- und Rechnungsbuch aus dem
 Besitz der Beiseförther Synagoge
 
     
Das ehemalige Synagogengebäude 
Mitte der 1980er-Jahre
Beisefoerth Synagoge 120.jpg (77779 Byte) Beisefoerth Synagoge 121.jpg (62794 Byte)
  Westgiebel und Traufseite Nordseite
     
  Aktuelle Fotos werden bei Gelegenheit erstellt; über Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite

   
   
Links und Literatur

Links:   

Website der Gemeinde Malsfeld   
Website der Gemeinde Morschen  
Website der Gemeinde Knüllwald  
Seite über das tragische Schicksal des in Beiseförth 1880 geborenen Metzgermeisters Arthur Katz und seiner Familie in der Website zu den Stolpersteinen in Melsungen
Website http://www.juden-in-nordhessen.co.de: unter "Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen" finden sich hier die Stammbäume der Familien Goldberg, Heilbrunn, Siemon, Katz und Stern in Beiseförth (unter Forschungen Eckhard Preuschhof), der Familie Goldschmidt in Binsförth (ebd.), der Familien Katz, Noa und Rosenblatt in Malsfeld (ebd.), der Familien Nußbaum und Katz in Neumorschen (ebd.) sowie der Familien Höflich und Levi in Rengshausen (ebd.).      

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 60-62 (zu Beiseförth), Bd. II S. 124 (Neumorschen). 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 46-47. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 48 (keine weiteren Informationen)
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 177 (Malsfeld), S. 179 (Morschen)
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 396-397.
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Beisefoerth  Hesse-Nassau. Jews living there from the 17th century originally formed part of a regional community but established ohne of their own, numbering 78 (10 % of the total) in 1861 , and 20 in 1925. Rebuilt on its 75th anniversary, the synagogue closed ten years later and by October 1939 most of the remaining Jews had left. At least two died in Auschwitz.   
   

  

                   
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Stand: 10. September 2011