Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Groß-Bieberau (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Groß-Bieberau bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1770 gab es drei jüdische Familien am Ort. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1828 121 jüdische Einwohner, 1861 83 (5,3 % von insgesamt 1.554 Einwohnern), 1880 85 (5,5 % von 1.552), 1900 87 (4,9 % von 1.657), 1019 80 (4,3 % von 1.855). Die häufigsten jüdischen Familiennamen in Groß-Bieberau waren Haas, Levi und May; die Familie Haas war über fünf Generationen am Ort.   

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Von 1851 bis 1891 war 40 Jahre lang ein Lehrer N.N. tätig (Name noch nciht bekannt), danach ein Lehrer Hausmann, der 1892 den Israelitischen Frauenverein gründete und darin Rechner war (siehe Bericht unten). Lehrer Hausmann verließ "wegen Militärverhältnissen und anderweitiger Berufung" bereits Anfang 1893 Groß-Bieberau. Ihm folgte Lehrer Hirsch Sulzbacher, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1930 in Groß-Bieberau geblieben ist. Nach seinem Tod wurden die Aufgaben des Lehrers, Vorbeters und Schochet auswärtigen Lehrern übertragen. Die Gemeinde gehörte - obwohl orthodox geprägt - zum liberalen Bezirksrabbinat Darmstadt I.    
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Arthur Haas (geb. 19.8.1888 Groß-Bieberau, gef. 3.12.1914) und Wilhelm (Willy) Haas (geb. 25.11.1896 in Groß-Bieberau, gef. 26.8.1918). 
 
Um 1924, als noch 56 jüdische Einwohner in Groß-Bieberau gezählt wurden (3,1 % von insgesamt 1.808 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Ludwig May, Siegmund Levy und Meyer Meyer. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte Hirsch Sulzbacher tätig. Er unterrichtete 1924 an der Religionsschule der Gemeinde sieben Kinder und erteilte auch den Religionsunterricht an den höheren Schulen (die "Höhere Bürgerschule" im Alten Rathaus wurde 1924 z.B. auch von zwei jüdischen Kindern aus Pfaffen-Beerfurth besucht). An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen Männerverein (1924 unter Leitung von M. Levi II mit 16 Mitgliedern) sowie den Israelitischen Frauenverein (beziehungsweise Frauen-Chewroh, gegründet 1892, siehe Bericht unten; 1924/32 unter Leitung von Frau Regine Meyer mit 15 Mitgliedern). 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Ludwig May (1. Vors.), Meyer Meyer (2. Vors.). Als Kantor wird Josef Kahn, Pfaffen-Beerfurth genannt (gestorben 1935, siehe Bericht unten), als Lehrer und Schochet kam Lehrer Vorenberg aus Reinheim regelmäßig in die Gemeinde. Das Amt des Friedhofsaufsehers war dem Gemeindevorsteher Ludwig May übertragen.  

1933 lebten noch 34 jüdische Personen am Ort (1,7 % von 1.997 Einwohnern).
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt (s.u.); von SA-Leuten und weiteren Personen wurden die Wohnungen der jüdischen Familien überfallen, demoliert und geplündert, darunter das Haus der Familie Meyer-Levi in der Bachgasse und das Haus der Familie May in der Lichtenbergstraße. Der letzte Gemeindevorsteher Ludwig May starb 1939 an den Folgen der Misshandlungen. Von den aus Groß-Bieberau ausgewanderten Personen fanden sechs in den USA, mehrere in Argentinien Aufnahme (von diesen wurde eine Torarolle aus der Synagoge gerettet; sie wurde später in der jüdischen Gemeinde Avigdor benutzt). Eine Person ist nach Holland ausgewandert. Die letzte Abmeldung einer jüdischen Person aus Groß-Bieberau war am 29. Dezember 1938. 
  
Von den in Groß-Bieberau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; die Liste ist unvollständig):  Siegfried Haas (1859), Clara Herzfeld geb. Meyer (1889), Mina (Minna) Jonas geb. May (1890), Eva Joseph geb. Haas (1860), Amalia Levi (), Ludwig Levi (), Meier Levi (1881), Ludwig May (), Sidonie May (), Flora Mayer geb. Haas (1878), Gertrud Amalie Neidhardt geb. Marx (1901), Rosa Neumann geb. Haas (1858), Lina Rothschild geb. Meyer (1893), Rosa Schack geb. May (1875), Mina Stein geb. Meyer (1886).    
    
  

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    

Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1891 / 1893

Grossbieberau Israelit 25061891.jpg (54449 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1891: "Kantor- und Lehrerstelle. Wegen des Ablebens unseres Lehrers, welcher 40 Jahre hier war, ist die Stelle schleunigst zu besetzen. Gehalt 800 Mark, Nebenverdienst circa 200 Mark nebst freier Wohnung. Ledige, seminaristisch gebildete Lehrer erhalten den Vorzug.  Reflektierende wollen ihre Prüfungs- und Führungszeugnisse einsenden. 
Groß-Bieberau bei Darmstadt. Der Vorstand: Wolf Haas."  
   
Grossbieberau Israelit 05011893.jpg (68428 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Januar 1893: Lehrer- und Kantorstelle vakant.  
Wegen Militärverhältnisse und anderweitige Berufung musste unser seitheriger Lehrer die hiesige Stelle aufgeben und ist dieselbe bis längstens 1. Februar zu besetzen. Der Gehalt beträgt Fixum 800 Mark und sind mindestens 200 Mark Nebenverdienste zu rechnen. Vielfach ist Gelegenheit zu Privatstunden gegeben. Unverheiratete, seminaristisch gebildete, militärfreie Bewerber erhalten den Vorzug. 
Groß-Bieberau in Hessen, 1. Januar 1893. Die Vorstandschaft der israelitischen Gemeinde. Wolf Haas."   

   
30-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Hirsch Sulzbacher (1923) 

Gross-Bieberau Israelit 31051923.jpg (164324 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1923: "Groß-Bieberau in Hessen, 9. Mai (1923). Ein froher Gedenktag vereinigte Sonntag, den 29. April die hiesige israelitische Gemeinde mit ihrem Lehrer, Herrn Hirsch Sulzbacher. Galt es doch, das 30jährige Jubiläum seiner dortigen Wirksamkeit festlich zu begehen. Was vor 5 Jahren die Not des Krieges und die Abwesenheit so mancher Schüler vereitelte, wollte die Gemeinde jetzt als Ehrenpflicht nachholen. In Anwesenheit der Gemeindemitglieder, die zumeist dem Schülerkreis des Herrn Sulzbacher angehören, richtete Herr Ludwig May namens des Vorstandes herzliche Worte der Freude und des Glückwunsches an den Jubilar, zugleich in einer Adresse ausführend, wie glücklich sich die Gemeinde schätze, in Herrn Sulzbacher nicht nur einen tüchtigen und pflichttreuen Lehrer, sondern auch einen Freund und Berater zu besitzen, dessen Wohlwollen und besonnenes Urteil jedem Einzelnen zugute komme, mund der auch in allen Bevölkerungskreisen hohes Ansehen und große Wertschützung genieße. Als Zeichen der Anerkennung und des Vertrauens überreichte er namens des Vorstandes eine ansehnliche Ehrengabe. Auch der große Schülerkreis wetteiferte, durch ehrende Zuschriften und sinnige Geschenke dem geschätzten Lehrer Liebe und Dank zu bekunden. In zu Herzen gehenden Worten dankte Herr Sulzbacher bewegt für die Ehrung und wies besonders darauf hin, wie sehr ihm die Wirksamkeit durch seinen verdienstvollen Vorgänger und Schwiegervater Hirsch - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - sowie das jederzeit bewiesene Entgegenkommen der Gemeinde erleichtert worden sei.  
Die verdiente Ehrung ihres treuen Beamten bedeutet eine wirkliche Ehrung der Gemeinde selbst. Dies empfinden auch die Kollegen des Herrn Sulzbacher mit dem Bewusstsein, dass es auch in Hessen noch Gemeinden gibt, die in Behandlung und Wertschätzung ihres Lehrers keiner nichthessischen Gemeinde nachstehen."   


Lehrer Hirsch Sulzbacher ist Kassier des "Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Großherzogtum Hessen" (1924)

Gross-Bieberau Israelit 02081923.jpg (62659 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1923: "Hessen. Wir teilen den Mitgliedern unseres Vereins Folgendes mit: Auf Vorstandsbeschluss hin beträgt der Vereinsbeitrag eines Mitgliedes vom 1. Januar bis 1. Juli dieses Jahres 1.000 Mark; vom 1. Juli an wird pro Monat das jeweilige Porto eines Fernbriefes als monatlicher Beitrag berechnet. Die Beiträge sind in halbjährigen Raten unserem Rechner, Herrn Kollegen Sulzbacher - Groß-Bieberau einzusenden. Ferner fordern wir hiermit unsere Mitglied auf, eifrigst für die Zwecke unserer Hilfskasse tätig zu sein. Bei Anfragen an den Vorstand ist stets Rückporto beizulegen. Der Vorstand des 'Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer in Hessen'."
 
Grossbieberau Israelit 01051924.jpg (36699 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1924: "Groß-Bieberau, 18. April (1924). Vom Unabhängigen Verein israelitischer Lehrer im Großherzogtum Hessen wird uns geschrieben: Nach Beschluss des Vorstandes beträgt der Jahresbeitrag für den unabhängigen Verein israelitischer Lehrer im Volksstaat Hessen fünf Mark. Die Mitglieder werden ersucht, diesen Betrag bis spätestens 1. Mai dieses Jahres an Herrn Sulzbacher in Groß-Bieberau (Postscheckkonto 11480 Frankfurt) einsenden zu wollen." 

 
Lehrer Hirsch Sulzbacher tritt in den Ruhestand (1930)

Grossbieberau Israelit 28081930.jpg (54788 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1930: "Herr H. Sulzbacher, Groß-Bieberau, Vorsitzender des Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Freistaate Hessen, trat am 15. August in den Ruhestand und siedelte nach Nürnberg über. Möge es dem wackeren Kollegen gegeben sein, dort im Kreise seiner Familie noch eine lange Reihe von Jahren in stetem Wohlergehen zu verbringen. Es bedarf wohl nicht besonderer Erwähnung, dass Herr Sulzbacher auch weiter dem von ihm geleiteten Verein, sowie dem Bunde ein treues Mitglied bleiben wird."   

  
70. Geburtstag von Lehrer Hirsch Sulzbacher (1936) 

Grossbieberau Israelit 26111936.jpg (46942 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1936: "Aus Hessen. Am 14. November - Schabbat Toledot - feierte Herr Lehrer i.R. Hirsch Sulzbacher, früher Groß-Bieberau seinen 70. Geburtstag. Kollege Sulzbacher verlebt seine Ruhejahre in Nürnberg. Er ist noch in bester Erinnerung als ehemaliger Vorsitzender des Vereins gesetzestreuer jüdischer Lehrer Hessens. Wir wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend. Möge Gott ihm Kraft und Gesundheit geben. (Alles Gute) bis 120 Jahre."  

   
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Gründung eines Frauenvereins (1892)

Grossbieberau Israelit 04021892.jpg (19819 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1892: "Groß-Bieberau. Auf Veranlassung des hiesigen Lehrers, Herrn Hausmann, wurde vor Kurzem dahier ein Frauenverein gegründet, an dessen Spitze Frau R. Levi als Präsidentin und Herr Hausmann als Rechner stehen."  

  
Zum Tod des Vorbeters Josef Kahn in Pfaffen-Beerfurth (1935)

Grossbieberau Israelit 16051935.jpg (54313 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1935: "Groß-Bieberau, 8. Mai (1935). Am 2. März (21. Adar Scheni), verstarb unser langjähriger Vorbeter Joseph Kahn, Pfaffen-Beerfurth im Alter von 82 Jahren. Am Trauerhause sprach Herr Rabbiner Dr. Bienheim trostreiche Worte. Auch würdigte der erste Vorsteher der Israelitischen Religionsgemeinde Groß-Bieberau, Herr Ludwig Levy, seine treue Pflichterfüllung in unserer Gemeinde. Ein Zeichen seiner Beliebtheit war die zahlreiche Beteiligung auch von Nichtjuden bei seiner Beerdigung. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

     
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Bei der Ausstellung von Fett- und Zuchtvieh werden Simon Haas und Gebr. Levi ausgezeichnet (1868)
      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1868: "Darmstadt, 13. Oktober (1868). Bei der hiesigen Ausstellung von Fett- und Zuchtvieh sind sämtliche Preise an Israeliten verteilt worden. Den ersten Preis (silbernen Pokal) erhielt Simon Haas von Groß-Bieberau für 25 Stück Rindvieh Odenwälder Rasse, den zweiten Preis (70 Gulden) Josel Mayer von Bessungen für 28 Stück Vieh Oberländer Rasse, den dritten Preis (50 Gulden) Gebrüder Levi von Groß-Bieberau für 14 Stück Vieh Odenwälder Rasse, den vierten Preis (30 Gulden) Jacob Jakob von Heldenbergen für 6 Stück Schlüchterner Vieh, den fünften Preis (25 Gulden) Levi Haas von Bessungen für 6 Stück Württemberger Vieh, den sechsten Preis (25 Gulden) Gottschall Mai von Darmstadt für 8 Stück Odenwälder Vieh."    

        
Beförderung von Arthur Haas zum Unteroffizier und Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz (1915)  

Gross-Bieberau Israelit 21011915.jpg (24107 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1915: "Groß-Bieberau, 13. Januar (1915). Der Reservist Arthur Haas, Sohn des Leopold Haas, dahier, wurde wegen besonderer Tapferkeit im Felde zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet."   

   
Zum Tod von Meier Levi (1934)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1934: "Groß-Bieberau, 4. März (1934). Am zweiten Adar starb nach kurzer Krankheit Meier Levi seligen Andenkens. Der Verstorbene war seit 1898 Vorstand der Chewra Gemilut Chäsad (Wohltätigkeitsverein). An hohen Feiertagen übte derselbe schon lange Jahre das Amt des zweiten Vorbeters unentgeltlich aus. Noch am letzten Jomkippur betete derselbe das Neillo-Gebet vor, obwohl es ihm schon schwer wurde, was auch Herr Rabbiner Dr. Bienheim, Darmstadt, am Grabe würdigte. - Ein Zeichen der Beliebtheit, die sich der Verstorbene auch bei den Andersgläubigen erwarb, war die außergewöhnlich starke Beteiligung von Nichtjuden bei der Beerdigung. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

 
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Verlobungsanzeige von Lehrer Edmund Hirsch (Markt Berolzheim) und Melita Sulzbacher (1922)
Anmerkung: Melitta Sulzbacher war sicher eine Tochter des Lehrers Hirsch Sulzbacher in Groß-Bieberau.   

Berolzheim Israelit 27041922.jpg (25936 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1922: Statt Karten. 
Melita Sulzbacher - Edmund Hirsch, Lehrer. Verlobte. 
Groß-Bieberau
, Hessen - Markt-Berolzheim Bayern. Pessach 5682." 

  
Heiratsanzeige von Lehrer Edmund Hirsch und Melita geb. Sulzbacher (1922)  

Marktberolzheim Israelit 24081922.jpg (27060 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1922: "Mit Gottes Hilfe.  
Edmund Hirsch - Melita Hirsch geb. Sulzbacher. Vermählte.  
Markt-Berolzheim (Bayern) - Groß - Bieberau (Hessen)."

  
   
   

Zur Geschichte der Synagoge

1873 wurde eine neue Synagoge erbaut. Sie hatte 34 Männer- und 18 Frauenplätze. Es waren vier Torarollen vorhanden.    
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Zur Durchführung des Pogroms hatten sich SA-Leute und etwa 50-60 weitere Personen an der Fischbachbrücke getroffen und waren in Gruppen zur Synagoge und zu den Wohnungen jüdischer Familien gezogen. Die Synagoge wurde völlig zerstört; die Brandruine wurde 1939 abgebrochen. 
 
An der Stelle der Synagoge wurde ein Parkplatz angelegt. Ein Gedenkstein ist seit Juni 1986 vorhanden mit der Inschrift: "An dieser Stelle stand die 1873 errichtete Synagoge der Jüdischen Gemeinde Groß-Bieberau, Zerstört am 9./10. November 1938. Zur Erinnerung an die jüdischen Einwohner, die der Gewaltherrschaft zum Opfer fielen. Gewidmet von der Stadt Groß-Bieberau 24.6.1986."   
  

Adresse/Standort der Synagoge Marktstraße 9 (alte Anschrift: Hauptstraße 9)   
    
Fotos  

Fotos oder Abbildungen der Synagoge in Groß-Bieberau sind noch nicht vorhanden; über Zusendungen oder Hinweise freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite   
     
       
Gedenken an die Synagoge
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.3.2009)
Gross-Bieberau Synagoge 902.jpg (114121 Byte) Gross-Bieberau Synagoge 900.jpg (100968 Byte)
   Gedenkstein / -tafel mit Inschrift (Text siehe oben)

   
    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

März 2011: In Groß-Bieberau und Reinheim werden "Stolpersteine" verlegt   
Artikel von Charlotte Martin in "echo-online.de" vom 11. März 2011 (Artikel): "Schicksale bekommen ein Gesicht
Gedenken: Schüler der Bieberauer Albert-Einstein-Schule verlegen Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Familien
GROSS-BIEBERAU.
Schüler des Leistungskurses Geschichte der Groß-Bieberauer Albert-Einstein-Schule beteiligen sich an der Aktion 'Stolpersteine'. Eineinhalb Jahre haben sie, begleitet von Lehrerin Verena Akkermann, zum Schicksal jüdischer Familien aus Groß-Bieberau und Reinheim in der Zeit des Nationalsozialismus recherchiert..."    
 
 

  
   
Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Groß-Bieberau   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 281-282. 
Kein Artikel bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 36.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 134-135.    

    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Gross- Bieberau Hesse. The community declined from 87 (5 % oft the total) in 1900 to 43 in 1933. Though Orthodox, it was affiliated with Darmstadt's Liberal rabbinate. The synagogue, no longer Jewish property, was burned down on Kristallnacht (9-10 November 1938). The remaining Jews left by 1939.    
                

     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Dezember 2011