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Baiersdorf (Kreis
Erlangen-Höchstadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Fürstentum
Ansbach (bzw. Markgrafentum Brandenburg-Bayreuth) gehörenden Stadt Baiersdorf
(Stadt seit 1353) wird eine jüdische Gemeinde erstmals 1473
genannt. Vermutlich gab es jedoch bereits im frühen 15. Jahrhundert jüdische
Familien in der Stadt, da die ältesten Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof
in dieser Zeit datiert werden. Ein nach Baiersdorf benannter Jude lebte 1450 in
Bayreuth. Zwei 1496 genannte jüdische Familien von Baiersdorf unterhielten
Wirtschaftsverbindungen nach Bamberg und im Bereich von Oberfranken. 1515
wurde bei einem Landtag zu Baiersdorf der Wunsch der Stände vorgetragen,
die Juden aus dem Fürstentum Ansbach zu vertreiben. Doch war der damalige
Regent Georg der Fromme von Brandenburg-Ansbach (regierte 1527-1541)
daran u.a. auf Grund chronischer Geldnöte wenig interessiert. Die
Landtagswünsche wurden auf dem Landtag zu Ansbach 1538 wiederholt. Georg
der Fromme sagte zwar zu, setzte jedoch den Beschluss nicht oder nur teilweise
um. Ein nachfolgender Regent Georg Friedrich der Ältere (regierte
1557-1603) ließ 1560 auf abermaliges Dringen des Landtags verkünden, dass die
Juden bis Pfingsten 1561 das Land zu räumen hätten, worauf es offenbar zur
Vertreibung der Mehrzahl der Juden - auch auf Grund regionaler Übergriffe auf
Juden - gekommen ist.
Vermutlich konnten bis Ende des 16. Jahrhunderts wieder mehrere Familien in
Baiersdorf zuziehen. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges werden 1619 neun jüdische Familien in der Stadt genannt. Im Jahrhundert nach
Ende des Krieges kam es zu einer erstaunlichen Vergrößerung der Gemeinde: 1709
34 Familien, 1728 54, 1763 79 und die Höchstzahl im 18. Jahrhundert von 95
Familien im Jahr 1771 (1776: 367 jüdische Einwohner). Bis 1807 ging die
Zahl auf 83 jüdische Familien leicht zurück, um im 19. Jahrhundert wieder
anzusteigen.
Baiersdorf wurde Sitz eines Landrabbinats, das für die weitere Umgebung
(vor allem für die Rabbiner des Fürstentums Bayreuth) die Bedeutung eines Oberrabbinats
hatte. Bereits im 17. Jahrhundert wird das Rabbinat Baiersdorf genannt.
Zeitweise (unter dem Bamberger Rabbiner Mendel Rothschild 1686-1711) wurde es
von Bamberg aus mitverwaltet. Die letzten Rabbiner in Baiersdorf waren Rabbi Chaim Hirsch
Berlin (1772-1783 Landesrabbiner des Fürstentums Bayreuth in Baiersdorf, danach
in Mainz), Rabbi Löb
Berlin (1789-1794 Rabbiner in Bamberg, zugleich in Baiersdorf),
Rabbi David Diespecker bis 1847 und von 1848 bis 1888 Wolf Cohn. Nach
Auflösung des Rabbinates Baiersdorf gehörte die Gemeinde zum Distriktsrabbinat
in Fürth.
Im 19. Jahrhundert wurde die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1837
mit 440
Personen erreicht (28,4 % der Gesamteinwohnerschaft von 1.550 Personen). In
der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verzogen viele Baiersdorfer Juden in die
Städte (viele nach Erlangen und Nürnberg) oder wanderten aus, sodass die Zahl der Einwohner schnell zurückging:
1867 153 jüdische Einwohner (11,3 % von insgesamt 1.332 Personen), 1871 128
(10,1 % von 1.271), 1880 86 (6,1 % von 1.411), 1890 55 (4,4 % von 1.264), 1900
33 (2,5 % von 1.393).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde Synagoge (s.u.), ein
rituelles Bad, eine jüdische Schule und
einen Friedhof. Nach der Auflösung des Rabbinates 1888 waren die jüdischen
Lehrer die wichtigsten
Personen für die meisten kultischen Aufgaben der Gemeinde. Als 1914
(siehe unten bei den Ausschreibungstexten) die Stelle
noch einmal ausgeschrieben wurde, verband man mit der Ausschreibung die
Hoffnung, dass der Vorsänger in seiner Familie einige über 13jährige Söhne
habe, die helfen würden, den bereits in Gefahr geratenen Minjan (notwendige
Zehnzahl der jüdischen Männer für einen Gottesdienst) zu sichern.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Ernst Hirschkind
(geb. 14.8.1892 in Baiersdorf, gef. 21.6.1916) und Unteroffizier Max Hirschkind
(geb. 15.11.1896 in Baiersdorf, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gef. 26.11.1917). Ihre Namen stehen auf dem Kriegerdenkmal der bürgerlichen Gemeinde unweit des protestantischen / jüdischen Friedhofes an der Forchheimer
Straße sowie auf dem Kriegerdenkmal an der Stadtpfarrkirche.
Um 1925, als nur noch 12 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (0,92
% von etwa 1.300 Einwohnern), war Vorsteher der Gemeinde Philipp Hirschkind. 1932
wird als Vorsteher Ludwig Kohn genannt.
1933 wurden 19 jüdische
Einwohner gezählt. Von ihnen emigrierten bis zum Novemberpogrom 1938 16
Personen oder verzogen in andere Orte (fünf nach Nürnberg). Sechs emigrierten
in die USA, drei nach Frankreich, einer nach Litauen. Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), die letzten drei in Baiersdorf
gebliebenen Juden wurden aus ihren Wohnung geholt und nach Erlangen gebracht.
Zwei von ihnen (Ehepaar Cohn) durften nicht in ihre inzwischen zerstörte
Wohnung zurückkehren. Sie zogen nach Fürth, wo sie später starben. Eine Frau überlebte
in Baiersdorf in "privilegierter Mischehe".
Von den in Baiersdorf geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Babette Dilsheimer
(1864), Oskar Fleischmann (1887), Theobald Hirschkind (1874), Ludwig Kohn (1885),
Helena Kilsheimer (1874), Dr. Siegfried (Sami) Lichtenstädter (1865, s.u.), Hannchen Straus geb.
Lohmann (1862), Julius Wassermann (1864), Philipp Weil (1857), Max Weißmann
(1871).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte des
Rabbinates in Baiersdorf
Überlegungen zur Vergrößerungen des Rabbinates Baiersdorf (1852)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. September
1852: "Der Anschluss der den Schwabacher
Rabbinatsdistrikt mit gebildet habenden Gemeinden an Oettingen hat die
Bestätigung königlicher Kreisregierung, weil außer dem Regierungsbezirk
gelegen, nicht erhalten und ist besagten Gemeinden, wenn sie auf
Auflösung des hiesigen Rabbinats bestehen und da die Eisenbahn das
wesentliche Motiv des Anschlusses bilden soll, Baiersdorf empfohlen
worden. Gut für Wassertrüdingen,
für welches die nötige Fassionssumme noch immer nicht völlig
aufzubringen war." |
Zum Tod von Rabbiner Dispecker - Kritik an der Nennung christlicher Beteiligung
an jüdischen Ereignissen in der Presse
(1847)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 22. November 1847: |
Zum Tod des letzten Baiersdorfer Rabbiners: Wolf Cohn
(gestorben am 16. Januar 1888)
Anmerkung: Rabbiner Wolf Cohn (geb. 14. Juli 1812 als Sohn des Handelsmanns Michael
Raphael Cohn in Baiersdorf, gest. 16. Januar 1888 in Baiersdorf): besuchte das
Gymnasium in Erlangen, seit 1835 die Universität ebd., danach zwei Jahre
Studium in München (Staatsprüfung im Mai 1837 mit Note 1): wurde nach seinen
Studien zunächst Vorsänger in Baiersdorf, seit 1848 Distriktsrabbiner ebd. In
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" 1848 S. 127 wurde die
Vereinigung der beiden Ämter kritisiert; in der Zeitschrift "Der
Orient" 1847 S. 368 wurde sie gelobt: "Denn nur dann sind die Rabbiner
wahre Leiter des Gottesdienstes, die sie überall sein wollen und sollen, wenn
sie Rabbiner oder Vorsänger wie zur Pajtanim-Zeit sind. Mit diesem wäre auch
der Geldpunkt gelöst."
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Februar 1888:
"Baiersdorf,
18. Januar (1888). Am 16. dieses Monats verschied hier der
Distriktsrabbiner Wolf Cohn, wahrscheinlich der letzte seines Standes in
hiesiger Gemeinde. Heute fand das feierliche Leichenbegängnis statt, und
gestaltete sich zu einer seltenen Feier, nicht nur, weil der Bezirksamtmann, der
Stadtpfarrer, die Ortsbehörde und fast die gesamte erwachsene Einwohnerschaft
dem Sarge folgten, sondern auch weil an jener alle Parteien in seltenem
Einverständnis teilnahmen. Es erweist sich dies durch die Berichte, welche
sowohl der freisinnige 'fränkische Kurier', als auch das Organ der
evangelischen Pietisten, die konservative 'Suddeutsche Landpost' vom 21. dieses
Monats bringt, sodass dieser Vorgang einen allgemein interessierenden Charakter
angenommen. Wir geben deshalb den Bericht des letzteren Blattes, der zugleich
der ausführlichere ist. |
Er
lautet: 'Heute wurde dahier mit großen Ehren der Distriktsrabbiner Wolf
Cohn, ein 75 1/2jähriger Mann, zu Grabe gebracht. Er wurde sehr geehrt;
die Ehre aber, die ihm gegeben wurde, war nicht Lobhudelei, sondern
Wahrheit. Gar manchmal, wenn Leute im Bahnzuge den ehrwürdigen Mann
fahren sahen, fragten sie: was ist das für ein Pfarrer? Von den Fehlern,
die man, sei es mit Recht oder Unrecht, gerne seinen Volksgenossen
vorwirft, war er vollständig frei. Dagegen zierte ihn die aufrichtigste
Demut und Bescheidenheit. Dabei war der Mann aber reich an Wissen und
Bildung. Als der berühmte alttestamentliche Theologie Dr. Delitzsch (nun
bekanntlich in Leipzig) noch in Erlangen lehrte, kam er häufig zu ihm
nach Baiersdorf, um noch mehr über das Judentum zu lernen. Diesen Umstand
hob die in der Synagoge gehaltene, sehr wohlgelungene und sehr maßvolle
Rede des Rabbiners von Fürth Dr. Neuburger über Maleachi 2,5-7 mit
Wärme hervor. Auch sonst kamen je und je studierende Theologen von
Erlangen in gleicher Absicht wie einst Delitzsch zu ihm hinaus. Er pflegte
für solche Lektionen kein Honorar anzunehmen. Der letzte dieser Schüler
war Repetent Engelhardt von Erlangen. Es war in der Tat ergreifend, die
warmen Worte des Dankes zu hören, die er am Grabe des Rabbiners, nachdem
alles andere vorüber war, demselben nachrief, und die sichtlich aus
tiefstem Herzen amen. Auch was mehrere jüdische Redner vorher am Grabe in
kurzen Worten geredet hatten, machte denselben Eindruck. Der Nürnberger
Rabbiner, Dr. Ziemlich, der auch unter diesen sich befand, hob den Umstand
hervor, dass mit dem greisen Rabbiner Cohn, wahrscheinlich auch das
Rabbinat Baiersdorf zu Grabe getragen werde (es wird wahrscheinlich, da
die Zahl der Israeliten dahier von früher 500 auf 60-70 heruntergegangen
ist, an einen anderen Ort verlegt werden). Der Fürther Rabbiner hatte in
seiner Synagogenrede auch erzählt, wie in noch früherer Zeit der
Baiersdorfer Rabbiner der Oberrabbiner über alle Rabbiner des
Fürstentums Bayreuth gewesen sei, und wie daher meistens hochgelehrte
Männer, z.B. Hirsch, Vater und Sohn, und Diespecker, Vater und Sohn,
diese Stelle innegehabt hätten. Aus der ganzen Feier aber bekam man den
Eindruck, welche hohen Graben und Kräfte noch immer diesem Volke
beiwohnen.'
Über den letzten Passus schreibt uns Herr Dr. Neuburger: "Was von
den Vorgängern des seligen Cohn hier erzählt ist, beruht teilweise auf
einem Gedächtnisfehler des Korrespondenten. Der Vater Diespecker war
Rabbi David Diespecker, zuerst hier Parnas, dann Dajan in Metz und zuletzt
Rabbiner in Baiersdorf, Verfasser des Pardes David.
Seine Vorgänger aber waren nicht "Hirsch, Vater und Sohn",
sondern die Brüder Berlin von hier, und zwar Rabbi Chajim Hirsch Berlin
(nachmals in Bamberg, Mainz und Hamburg Rabbiner und Rabbi Lob Berlin
(zuletzt Königlich Westfälischer Konsistorialrabbiner in Kassel).
Cohns Biographie ist einfach: Er war im Juli 1812 in Baiersdorf geboren,
absolvierte das Gymnasium in Erlangen, studierte dann in Erlangen und München,
übernahm 1840 die Kantorstelle und 1848 nach Rabbi Diespeckers Tod das
Rabbinat.
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Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des
Lehrers, Vorbeters und Schochet 1871 und
1914
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1871: "Erledigte
Lehrerstelle. Bei der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wird am
1. Januar kommenden Jahres die Stelle eines Religions- und
Elementarlehrers mit einem Fixum von 350 Gulden nebst freier Wohnung, Holz
zur Beheizung der Schule und nicht unbedeutenden Nebeneinkünften vakant.
Bewerber, bei denen die Fähigkeit zum aushilfsweisen Kantordienste
erwünscht wäre, wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen bis längstens zum
15. Januar kommenden Jahres an den Unterzeichneten franco einsenden.
Baiersdorf (Bayern), den 18. Dezember 1870. Der Kultusvorstand: W.
Springer". |
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Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. April
1914: "Erledigte
Schulstelle. Infolge Todesfalls ist die Stelle eines seminaristisch
gebildeten Religionslehrers, Vorbeters und Schächters baldmöglichst
wieder zu besetzten. Gehalt Mk. 1200.-, Nebeneinnahmen und schöne freie
Wohnung. Wenig anstrengender Dienst, viel freie Zeit. Größerer Familienstand,
namentlich an Haussöhnen, die Barmizva sind, erwünscht. Kinder können, zu
Hause wohnend, im nahen Erlangen (Eisenbahn 7 km) Realschule, Gymnasium,
Universität, höhere Töchterschule, Lehrerinnenseminar besuchen, ebenso kann
Herr Lehrer selbst sich auf der Universität weiter ausbilden. Gesuche mit
Lebenslauf und beglaubigten Zeugnisabschriften bis 15. Mai an die Verwaltung
der Israelitischen Kultusgemeinde Baiersdorf, Bayern." |
Auswanderung des jüdischen Lehrers Dr. Dessauer nach Amerika (1853)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. März 1853:
"Die Auswanderung nach Amerika entführt uns einen unserer
tüchtigsten Lehrer, Herrn Dr. Dessauer zu Baiersdorf, Verfasser mehrerer
literarischer Werke. Lobend muss der Gemeinde Erwähnung geschehen, die
nicht, wie anderwärts, auf eine Schmälerung der Fassion, noch auf
Verzögerung der Besetzung oder gar Auflösung der Schule hinarbeitet,
sondern dieselbe bereits rechtzeitig und in früherer Weise ausgeschrieben
hat. Möchte sie bei ihrer Wahl auch nur die sittliche und pädagogische
Tüchtigkeit der Bewerber ins Auge nehmen." |
Aus dem jüdischen
Gemeinde- und Vereinsleben
Spende aus Amerika (1904)
Artikel
im Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 2. September 1904:
"Baiersdorf (Bayern). Die Herren Seligmann, Chefs der bekannten
Bankfirma in Frankfurt a.M., Paris, London und New York, haben unserem
Städtchen 10.000 Mark zum Gedächtnis an ihre dort begrabenen Eltern
geschenkt mit dem Bemerken, sie würden, wenn diese Summe nicht für eine
Kinderbewahranstalt ausreichen sollte, auch für die Mehrkosten aufkommen.
Der Bau ist indessen durch andere Gaben gesichert". |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod des aus Baiersdorf stammenden Rabbiners Dr. Joseph Aub
(1880)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Joseph Aub (geb. 1804 in
Baiersdorf, gest. 1880 in Berlin): studierte an der Fürther Jeschiwa, seit 1822
in Erlangen und München; war von 1829 bis 1852 Rabbiner in Bayreuth, seit
Dezember 1852 in Mainz (Einweihung der neuen
Synagoge mit Orgel 1853); von 1866 bis 1879 Rabbiner in Berlin, zugleich Dozent
an der Veitel-Heine-Ephraimschen Lehranstalt und Religionslehrer an der
Lehrerbildungsanstalt (1866 Einweihungspredigt in der Neuen Synagogen
Oranienburger Straße).
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juni 1880:
"Berlin, 25. Mai (1880). So ist abermals ein Veteran des
zeitgenössischen Rabbinismus heimgegangen! Am 22. verschied sanft
Rabbiner Dr. Joseph Aub im 76. Lebensjahre. Geboren 1805 in Baiersdorf
bei Erlangen, fungierte er zuerst als Rabbiner in Bayreuth
(1829-1852),
dann in Mainz und seit 1866 in Berlin, wo er vor einigen Jahren in den Ruhestand
trat. Seine literarischen Arbeiten sind nicht umfänglich, zeugen aber von
der Gesinnungstüchtigkeit und Sachkenntnis ihres Verfassers. Sie sind,
wie seine 'Betrachtungen und Widerlegungen', 2 Hefte (1839) und spätere
Broschüren polemischen Inhalts auf theologischem und staatsrechtlichem
Gebiete. Im Jahre 1846 gab er eine Wochenschrift 'Sinai' heraus, die er
jedoch bald wieder aufgab. Seine letzte Schrift, eine Religionslehre auf
wissenschaftlichem Grunde, hat Wert. Aub gehörte zu der Schule der
Reformer, welche bei aller Selbständigkeit doch die Reformen an das
Herkommen und an Aussprüche der Talmudisten anzuknüpfen suchen. Er nahm
an den Rabbinerversammelungen keinen Anteil, desto lebhafteren an den
beiden Synoden, wo er als Referent tätig war. Bei allem Ernst seines
Strebens hatte er einen humoristischen Zug, der ihm im geselligen Verkehre
sehr liebenswürdig machte. - Gestern Vormittag fand die Beerdigung statt.
In der großen Synagoge unter Teilnahme einer die weiten Räume dicht
füllenden Menge, des gesamten Gemeindevorstandes, Deputationen aus
Leipzig und Mainz sowie Mitglieder beider städtischen Behörden, hielt
Dr. Frankl die Leichenrede, während Dr. Ungerleider das Gebet auf dem
Friedhof vortrug." |
Zum Tod des Geheimen Kommerzienrates Ludwig Ritter von Gerngroß (1839
Baiersdorf - 1916 Nürnberg)
Anmerkung: Ludwig Ritter von Gerngros ist am 1. Mai 1839 in
Baiersdorf geboren [Geburtshaus Forchheimer Straße 3, siehe Fotos unten]. Er ließ sich in Nürnberg als Hopfenhändler nieder. Seine
wirtschaftlichen Erfolge setzte er zur Förderung städtebaulicher Projekte ein
(Stifter der Kopie des Neptunbrunnens, Förderer des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am
Egidienberg). Von 1908 bis 1916 gehörte er dem Verwaltungsausschuss des
Germanischen Nationalmuseums an. Seit 1901 war er Ehrenbürger der Stadt
Nürnberg; 1909 wurde er mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Nürnberg
ausgezeichnet. Eine Straße in Nürnberg ist nach ihm benannt. Er starb am 3.
Oktober 1916 in Nürnberg.
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. Oktober
1916: "Nürnberg. Geheimer Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß,
Ehrenbürger der Stadt Nürnberg, ist verschieden. Gerngroß wurde 1839 in
Baiersdorf geboren. Im März dieses Jahres feierte er noch mit seiner Frau
Julie geb. Tuchmann aus Dessau die goldene Hochzeit. Er hat sich um
Nürnberg in künstlerischer und sozialer Hinsicht große Verdienste
erworben." |
Aus der Zeit des Ersten Weltkrieges: Ernennung von Julius Strauß zu Leutnant
(1918)
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. März
1918: "München. Martin Marx, Sohn des Bankiers Simon Marx, und
Max
Strauß, Sohn des Julius Strauß in Baiersdorf, wurden zu Leutnants
befördert." |
Über den Maler David Ottensooser (geb. 1814 in
Baiersdorf)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 6. Oktober 1911: "David Ottensooser. Am 18. Oktober 1814
wurde in Baiersdorf, einem kleinen Städtchen neben der
Universitätsstadt Erlangen, David Ottensooser in kinderreicher Familie
geboren. Seine Eltern, Wolf und Maila Ottensooser waren sehr achtbare,
aber nur mäßig bemittelte Leute. Dagegen war in der Familie schon zu
jener Zeit neben treuem religiösen Leben und jüdischem Wissen auch hoher
Bildungsdrang und Kenntnis der deutschen Literatur zuhause; namentlich
wird der Mutter des Künstlers ungewöhnliche Bildung und Klugheit
nachgerühmt. David Ottensooser zeigte schon frühzeitig große Anlage zur
Malerei und wusste als Knabe bereits ohne Zeichenunterricht mit
merkwürdiger Geschicklichkeit Bilder zu zeichnen und mit Wasserfarben
auszuführen. Ein kunstverständiger Freund seines Vaters überredete die
Eltern, den damals 14-jährigen Knaben dem Malerberuf zu
widmen.
Zunächst trat er als Lehrling bei der benachbarten Porzellanfabrik
Reichmannsdorf ein, wo er den ersten geregelten Zeichenunterricht erhielt.
Er blieb dort zwei Jahre und wandte sich dann nach München, zuerst zur
polytechnischen Schule, dann zur königlichen Akademie der bildenden
Künste, an deren Spitze damals Cornelius stand. Bei seinem von den
Professoren anerkannten Talent war er bald imstande, zu porträtieren,
anfangs in Aquarell und en miniature, bald aber auch in Lebensgröße und
in Öl. Er sah sich hierdurch rasch in die Lage versetzt, seinen
Lebensunterhalt selbst zu erwerben, auch wurde er von kunstliebenden
Glaubensgenossen gern gefördert. Nach sechsjährigem Studium in München,
wo er es besonders in der Kunst des Zeichnens zu hervorragender Fertigkeit
brachte, begab sich Ottensooser auf die Akademie zu Dresden, welche
Meister Bendemann leitete. Dort weilte er ebenfalls sechs Jahre, studierte
fleißig und vervollkommnete sich im Kolorieren. Der frühe Tod seines
Vaters nötigte ihn dann, zur Stütze des mütterlichen Haushalts die
Heimat wieder |
aufzusuchen,
wo er eine Porzellanmalerei einrichtete, an welcher viele Maler unter
seiner Leitung beschäftigt waren. Jetzt gründete er auch einen eigenen
Hausstand. Er führte 1852 Adelheid Bloch, ein schönes junges
Mädchen aus Floß, heim und siedelte
bald darauf nach Nürnberg über. Ihre überaus glückliche, von drei
Kindern gesegnete Ehe wurde leider durch den allzu frühen Tod des Künstlers
geendigt, der in seinem 48. Lebensjahr einem Lungenleiden erlag, einer
Folge der harten, entbehrungsreichen Jugendjahre.
Außer den Porträts, die der fleißige Mann fast bis zum Ende seines
Lebens schuf, verlegte er sich in seiner Dresdener Zeit auch auf
historische Gemälde, deren Inhalt er meist der Geschichte Israels
entnahm. Bekannt ist sein Bild: 'Die Übergabe Jerusalems an Alexander den
Großen durch den Hohenpriester Jadua', welches ein zeitgenössischer Schriftsteller
'Die Kniebeugung des Polytheismus vor dem Monotheismus' nannte. Von seinen
vielen Porträts, die durch große Ähnlichkeit ausgezeichnet waren,
gingen gar manche nach Amerika. Zwei sehr gelungene Kniestücke wurden von
Ottensooser bei seinem späteren zeitweiligen Aufenthalt in München
gemalt. Das eine dieser Bilder stellt den damaligen Münchner Rabbiner Aub
seligen Andenkens im Ornat dar, das andere ein Fräulein Netter, spätere
Frau Rabbiner Lilienthal in Riga, dann Petersburg, zuletzt New York. Nach
dem Gedächtnis malte er sprechend ähnlich eine eigene Mutter in der
Sabbattracht der Frauen jener Zeit, ein Bild, von welchem die Kenner
besonders die feine Abstimmung der Farbenkontrast hervorheben. Auch ein
Selbstporträt des Künstlers, welches ihn mit seiner Frau darstellt, und
die Form einer Photographie hat, ist überaus interessant und wird sehr
bewundert. Sein 'Jugendbildnis Theodor Fontanes' ist erst kürzlich durch
die Veröffentlichung des Dresdener Schriftstellers Wilhelm Wolters:
'Theodor Fontanes Briefwechsel mit Wilhelm Wolfsohn' allgemein bekannt
worden.
Ottensooser war ein Mann von hoher, autodidaktisch erworbener Bildung.
Seinen Umgang bildeten meist Gelehrte. Auch liebte und pflegte er Musik,
besonders Gesang. Seine Briefe und Tagebücher zeugen von Geist und Humor.
Dieser Mann aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, von hohen
Idealen beseelt, mag als Beispiel dafür gelten, wie ungerecht der Vorwurf
ist, dass die Juden keinen Kunstsinn hätten und die Liebe zur Kunst ihnen
mangele. Unter erschwerendsten Verhältnissen hat er sein Ziel verfolgt
und erreicht." |
| Links: Matrikeleintrag
München 1831 - Aquarell
von David Ottensooser (1843): Theodor Fontane
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Zum 50. Todestag des aus Baiersdorf stammenden Abraham Merzbacher (geb. 1812 in
Baiersdorf, gest. 1885 in München; Artikel von 1935)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juli
1935: "Familien- und Ahnentreue.
Zum 50. Todestag von Abraham Merzbacher seligen Andenkens, gestorben am
21. Siwan 5645 (4. Juni 1885).
Über die Fragen der jüdischen Familienforschung war in diesen Blättern
wiederholt berichtet. Anlass, an die im alten Judentum jederzeit
pietätvoll gepflegte Familien- und Ahnentreue zu erinnern, gibt der
Gedenktag an eine Münchener jüdische Persönlichkeit, die in hohem Maße
die besten und edelsten Eigenschaften guter westlicher Juden des 19.
Jahrhunderts - heute vielfach bei Juden und Nichtjuden verkannt und
obenhin abgeurteilt - verkörpert. Die primitivste Gerechtigkeit und der
natürliche Anstand erfordern, dass unser Urteil über frühere jüdische
Generationen, auch über das viel verschriene 19. Jahrhundert, sich nach
den besten Erscheinungen und höchsten Ansprüchen richtet. Die folgende
Lebensskizze ist nach mündlicher Überlieferung und nach ausführlichen
gedruckten Nachrufen sowie sonstigen authentischen Notizen entworfen. Abraham
Merzbacher ist am 12. Tischri (19. September) 1812 in Baiersdorf
geboren; er hatte eine abgeschlossene Rabbinats- und Hochschulbildung
hinter sich, als er in den vierziger Jahren als Mitinhaber in das bekannte
Münchener Bankgeschäft J. L. Oberndörfer eintrat. Der zum Rabbiner
ordinierte und an der Universität Erlangen ausgebildete Bankier und
Numismatiker war in einer zur religiösen Gleichgültigkeit und zu einer
weltzugewandten optimistischen Aufklärung besonders geneigten Epoche mit
seltener Liebe und Treue dem Judentum anhänglich; seine jüdischen
Studien im alten Sinn des täglichen 'Lernens' sowie auch in moderner
Richtung eines vertieften historischen, theologischen und allgemein
wissenschaftlichen Verständnisses für das umfassende jüdische
Geistesgut hat er in keinem Zeitpunkt seines Lebens aufgegeben. Er
verstand es, die strenge Observanz altjüdischer Gläubigkeit und
Lebenshaltung mit einer weltoffenen Aufgeschlossenheit für Geschäft und
Leben zu vereinen. Die ihn kannten, rühmten ihn als gewandten, erfahrenen
Welt- und Geschäftsmann voller Charme; er stand jahrzehntelang einem
aufblühenden Bankgeschäft vor und hatte auf langjährigen Auslandsreisen
die damaligen Mittelpunkte des Weltverkehrs Paris, Wien und Petersburg
genau kennen gelernt. Fest und ohne zu schwanken auf dem Boden des
gesetzestreuen überlieferten Judentum, blieb er sein Leben lang ein
Muster nobler und überlegener Toleranz. Als eines der hervorragendsten
und tätigsten Mitglieder der Münchener Kultusverwaltung, der er
1865-1871 und 1878-1885 angehörte, und als höchst aktiver Teilnehmer an
dem vielgestaltigen Münchener jüdischen Vereinsleben hat er - für die
einen zu liberal und wissensfreundlich, für die andern zu 'schwarz' und
orthodox - die ungeschmälerte Erhaltung der Einheitsgemeinde vertreten.
Der Zauber seines Kreises und seines Festfeierns nach altem, religiösem
Herkommen, seine würdige und aufopferungsvolle Amtswaltung als 'Mohel'
ist von niemand, der an solchen Tagen teilnehmen konnte, vergessen und von
den Teilnehmern den folgenden Generationen in vielen Berichten und
Erzählungen tradiert worden. Am meisten aber rühmen die, die Abraham
Merzbacher kannten, mit welcher souveränen Lebensklugheit und
Bescheidenheit er die gefährliche Klippe sorgloser Wohlhabenheit
überwand.
Seine große, ihn überlebende Leistung war die berühmte Bibliotheca
Merzbacheriana Monacensis mit mehr als 160 hebräischen Handschriften,
Hunderten von Inkunabeln und seltenen älteren Druckwerken aus dem viel
verzweigten Kreis der Hebraica und Judaica. Diese Bibliothek wurde 1903
der Frankfurter Stadtbibliothek einverleibt; ihre Geschichte und ihre
Bedeutung ist von Berufenen wiederholt (zuletzt in diesen Blättern von
Professor Felix Perles in der Nummer vom 1. Februar 1933) beschrieben
worden. Abraham Merzbacher ist es allein zu danken, dass der große Plan
ausgeführt werden konnte, den kritischen Apparat für eine neue
wissenschaftliche Ausgabe des Talmud nach der einzigen vollständigen
Münchener Talmudhandschrift in 16 Bänden herauszugeben. Das große Werk
'Dikduke Soferim. Variae lectiones in Mischnam et in Talmud babylonicum',
konnte dank Merzbachers großzügiger Mäzenatenhilfe 1868-1897 entstehen.
In der Vorrede des ersten und fünfzehnten Bandes dieses Sammelwerkes hat
sein Herausgeber, der froße russisch-jüdische Gelehrte Raphael Natan
Rabbinowicz dem Freund und Gönner Abraham Merzbacher ein Denkmal gesetzt.
Als Merzbacher vor 50 Jahren starb, ging eine ruhmvolle Epoche des
Judentums - obwohl auch Gleichgültigkeit und Aufklärung vielfach
zerstörende wirkten - zu Ende. Die Gestalt Abraham Merzbachers lehrt,
dass wir uns wieder daran zu gewöhnen haben, den jüdischen Lebens- und
Denkformen des 19. Jahrhunderts mehr als bisher gerecht zu werden. Die
besten Vertreter dieser Epoche waren - wie das Beispiel Abraham Merzbacher
zeigt - Mehrer des jüdischen Gedankens, was in einer glücklicheren Zeit
als heute oft vielfach schwieriger sein mochte als in Epochen, da
unausweichlicher Druck sowie äußere und innere Beengung dem Judentum als
solchem durch den Zwang zur Rückbesinnung auf seine besten
unüberwindlichen eigenen Kräfte zugute kamen. L.F." |
Die Merzbacher'sche hebräische Bibliothek geht in den Besitz der Frankfurter
Stadtbibliothek über (1903)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 20. Mai 1903: "München, 19. Mai (1903). Die in
Fachkreisen bekannte hebräische Bibliothek des Herrn Dr. Eugen
Merzbacher ist um den Preis von 35.000 Mark in den Besitz der
Frankfurter Stadtbibliothek übergegangen. Dieser Verkauf bedeutet einen
Verlust für die hebräischen Studien in München, da der hervorragende
Besitz an hebräischen Manuskripten der Hof- und Staatsbibliothek durch
die reiche Sammlung von Drucken der Merzbacher'schen Bibliothek ergänzt
wurde. Die Frankfurter Stadtbibliothek, die schon vorher dank der
Opferwilligkeit einiger Bürger große hebräische Bibliotheken erworben
hatte, steht nunmehr darin in altererster Reihe. Es standen auch jetzt
wieder private Mittel zur Verfügung." |
Beitrag "Zur Geschichte der Bibliotheca
Merzbacheriana Monacensis" (1905, vgl. Abschnitt oben zu Abraham
Merzbacher)
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Über den in Baiersdorf geborenen Forschungsreisenden Dr. Gottfried Merzbacher
(1843 in Baiersdorf - 1926 in München)
Anmerkung: Gottfried Merzbacher wurde am 9. Dezember 1843 in Baiersdorf als Sohn
des jüdischen Fellhändlers Markus Merzbacher geboren; er war ein Neffe des
Abraham Merzbacher.
vgl. Artikel über
Gottfried Merzbacher bei Wikipedia.
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Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Januar 1905:
"Dr. Gottfried Merzbacher, der Forschungsreisende. München,
16. Dezember 1904. Im Jahre 1885 verstarb hier in München hochbejahrt ein
Mann, Abraham Merzbacher, aus dem Rabbinerstande hervorgegangen,
den er aber in seiner Jugend schon, nachdem er sich wegen mangelnder
Protektion vergeblich um die zur Bewerbung gelangte Rabbinerstelle in
Ansbach beworben hatte, verließ, um sich dem Berufe eines Bankiers und
Numismatikers zuzuwenden, den die Zeitgenossen als einen feingebildeten,
liebenswürdigen Mann und Menschenfreund, einen Wohltäter mit offener
Hand, liebten und verehrten, der sich aber selbst als Mäzen jüdischer
Wissenschaft ein Denkmal für die fernsten Zeiten noch gesetzt hat; dies
nicht nur durch jene großartige, unter dem Namen Bibliotheca
Merzbacheriana Monacensis begründete und seit jetzt zwei Jahren der
Frankfurter Stadtbibliothek einverleibte Büchersammlung, sondern
insbesondere auch durch das berühmte, auf seine Kosten im Laufe eines
Menschenalters herausgegebene fünfzehnbändige Werke Dikdukei Soferim
seines Freundes und Zeitgenossen Raphael Rabbinowicz, der dankbarerweise
durch die Vorrede dieses Werkes das Andenken seines Wohltäters und
Wohltäters der jüdischen Wissenschaft vor der Vergessenheit, solange es
eine jüdische Wissenschaft geben wird, geschützt haben wird.
Abraham Merzbacher, der Vetter des Berliner Rabbiners Aub und des
Münchner Rabbiners Aub, er selbst der erste seines Namens wohl, der
wissenschaftliche Verdienste hatte, hat das Glück gehabt, nach seinem
Tode noch in einem Neffen, dem Justizrat und Rechtsanwalt Sigmund
Merzbacher in Nürnberg, einen erfolgreichen und fruchtbaren
juristischen Schriftsteller unter seinen nächsten Verwandten zu haben.
Nunmehr häufen sich aber auf dem Haupte eines anderen Neffen Abraham
Merzbachers große Ehren wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen
Verdienste.
Sicherlich nicht ohne Einfluss des Umstandes, dass sein angesehener Onkel
in München als Mitinhaber der Firma J.N. Oberndoerffer in München
erfolgreich eines der ältesten Münchener Bankgeschäfte, das heute noch
besteht, betrieb, war sein Neffe Gottfried Merzbacher, der, wie der
Onkel in Baiersdorf bei Erlangen etwa 1842 geboren war, die
Gewerbeschule in Erlangen besucht hatte, in Kitzingen am Main die
Kürschnerei als ehrsames Handwerk erlernt hatte, veranlasst, unter seinem
Namen in München eine große Kürschnerei um 1868 zu eröffnen; nicht
etwa einen Pelzhandel, sondern eine Kürschnerei, in welcher der Meister
während der Wintermonate am Tage diejenigen Pelze und Krägen und, was
man sonst in solchen Sachen kennt, verkaufte, die er während der Nacht
für seine Gesellen zusammengestellt und zugeschnitten
hatte.
Allerdings während des Sommers konnte man den jugendlichen Meister
anderwärts in den entlegensten Teilen des Alpengebirges suchen, wo er
leidenschaftlich bisher unbekannte, unerforschte und unerstiegene Gegenden
aufsuchte, um sie nicht nur als erster zu ersteigen, sondern auch
wissenschaftlich in Fachzeitschriften zu beschreiben, nachdem er sich als Autodidakt
die hierzu nötigen Kenntnisse in den Sommermonaten mit eisernem Fleiß
erworben hatte.
Die aber den Kürschnermeister und Alpenforscher näher kannten, wussten
wohl, dass der enorme auf seinen Beruf verwendete Fleiß, der Verzicht auf
Tag- und Nachruhe während eines großen Teiles des Jahres einem ganz
bestimmten Ziel galt, nämlich dem, die Mittel zu gewinnen,
ausschließlich wissenschaftlichen Neigungen leben zu können.
Als ihm daher vor etwa 16 Jahren die Veräußerung des von ihm
geschaffenen und erfolgreich betriebenen blühenden Geschäftes gelang
unter der Bedingung, dass seine zahlreichen von ihm herangezogenen
Arbeiter ruhig fortarbeiten und ihrem Berufe unter anderer Leitung leben
könnten, unternahm Gottfried Merzbacher eine nahezu 3 1/2-jährige Reise,
die sich auf das Innerste von Asien bis hin auf der einen Seite nach
Sibirien, auf der anderen Seite zum Kaukasus erstreckte, vielfach
Gegenden, die vor ihm noch kein deutscher Fuß, wenn überhaupt ein
menschlicher, betreten hatte, von welcher er mit naturwissenschaftlichen
Schätzen, die er auf zahlreichen Expeditionen gesammelt hatte, beladen,
mit Tagebüchern, wissenschaftlichen Inhalts voll., ausgestattet, wieder
in die Heimat zurückkehrte; nicht etwa um auszuruhen, sondern um den
kostbaren Inhalt der Tagebücher wissenschaftlich zu verwerten. So
erschien 1901 bei Dunker und Humblot in Leipzig in zwei groß0en Bänden
mit nahezu je 1.000 Seiten mit herrlichen, von Gottfried Merzbacher selbst
durch Photographien hergestellten Bildern vielfach unbekannter Berge und Völkerstämme,
mit von seiner Hand zum Teil entworfenen Karten noch unbekannter Gegenden
das Prachtwerk: 'Aus den Hochregionen des Kaukasus'. Welchen Eindruck
dieses Werk in wissenschaftlichen Kreisen machte, ergibt besser wie jede laienhafte
Beschreibung die Tatsache, dass die philosophische Fakultät der
Ludwigs-Maximilians-Universität in München, die seit ihrem 400-jährigen
Jubiläum im Jahre 1875 nur zweimal von diesem Rechte der Ehrenpromotion
Gebrauch gemacht hatte, damals durch eine feierliche Abordnung dem ehemaligen
Erlanger Gewerbeschüler in seiner Wohnung das Diplom eines Doktors der
Philosophie honoris causa überreichen
ließ.
Gottfried Merzbacher hat dann im Jahre 1902 noch einmal den Wanderstab
ergriffen, um das im Innersten von Asien gelegene teilweise noch
unerforschte Gebiet des Tian-Schan oder Himmelsgebirges, das er bei seiner
ersten Reise zu erforschen nicht imstande war, gründlich zu bereisen.
Sowohl 1902 wie 1903 hatte er mit allen Mitteln der Erfahrung und
Wissenschaft reich ausgestattete Expeditionen gebildet, nicht mit fremden
Mitteln, sondern lediglich aus den Früchten seiner früheren, mit
eisernem Fleiße betriebenen Tätigkeit. Keine Mühe, nciht Durst, nciht
Hunger wurden gescheut; nciht das Kostbarste, war der emsige Forscher zu
verlieren hatte, sein Leben, besann er sich in die Wagschale täglich zu
werfen, bis er im Winter 1903 nach Taschkent zurückkehrte, um dort im
tiefen Innern von Asien den Winter zu verbringen und möglichst ungestört
die Ergebnisse seiner Reise sofort wenigstens oberflächlich sichten zu
können.
Vor einigen Monaten ist Gottfried Merzbacher in die Heimat zurückgekehrt,
von seinen Freunden mit Sehnsucht erwartet und mit Frohlocken begrüßt,
um auch da wieder, für Dritte vielfach unsichtbar und unauffindbar,
ununterbrochen seiner wissenschaftlichen Beschäftigung zu dienen, deren Ergebnisse
wohl teilweise in den nächsten Wochen schon in einem Ergänzungshefte zu
Petermanns geographischer Monatsschrift an die weitere Öffentlichkeit
gelangen dürften.
Gestern Abend schon hat sich die hiesige geographische Gesellschaft unter
Teilnahme der Prinzessin Therese von Bayern, jener Tochter des
Prinzregenten, die in Anerkennung ihrer Leistungen als Weltreisende von
der Akademie der Wissenschaften, zu ihrem Mitgliede gewählt wurde, ferner
ihres Bruders, des Prinzen Arnulf von Bayern und anderer Mitglieder des königlichen
Hauses, sowie der Spitzen der Gelehrsamkeit versammelt, um feierlich dem
Forscher Gottfried Merzbacher die goldene
Prinz- |
Ludwigsmedaille der Wichmann-Eichhornischen Stiftung zu überreichen, was
mit einer Ansprache des bekannten Geographen Professor Dr. Günther
geschah, wobei dieser berichtete, dass der Protektor der Gesellschaft,
Prinz Ludwig von Bayern, dessen Bild die Medaille trägt, bedaure, durch
Abwesenheit von München an der persönlichen Überreichung der Medaille
verhindert zu sein. Gottfried Merzbacher ist nach dem als
Südpolarforscher bekannten Admiralitätsrat von Neumayer der einzige, der
diese Auszeichnung bis jetzt aus der Stiftung verliehen bekam.
Alsdann hat Gottfried Merzbacher einen nahezu zweistündigen bericht über
die große Reise vor dem aus Prinzen, Gelehrten und hervorragenden
Personen jeder Art gebildeten Publikum gegeben, den dieses mit spannender Aufmerksamkeit
verfolgte und mit reichem Beifall aufnahm. Die hiesigen Zeitungen bringen
diesen Bericht vollständig und die Münchener Neuesten nachrichten
schließen mit den Worten: Die Stadt München kann stolz darauf sein, dass
gerade einer ihrer Bürger in jenen bisher so wenig bekannten Gegenden in
zweijähriger Mühe und segensreicher Forschertätigkeit für die
geographische Wissenschaft so viel Ersprießliches geleistet
hat.
Die Brust des gelehrten Mannes schmückt schon seit mehreren Jahren der
russische Stanislausorden zweiter Klasse mit dem Stern der Komture. die
erzielten Erfolge sind zum großen Teil auch der russischen Regierung zu
danken, deren Kosaken de Forscher vielfach zu seinem Schutze auf seinen
gefährlichen Wegen begleiteten. Die Freunde und Verehrer des gelehrten Mannes
geben sich der Hoffnung hin, dass nach diesen Leistungen für die
Wissenschaft Gottfried Merzbacher, der auf die Freuden des Familienlebens,
um nciht das Schicksal anderer an seine unzählige Male gefährdetes Leben
zu binden, verzichtet hat, bei seiner eisernen Gesundheit noch ein langes
Leben geschieden sei, um das, was er an Schätzen und Aufzeichnungen
gesammelt hat, wenigstens zum großen teile noch persönlich der Wissenschaft
und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Q.D.B.V." |
Links: Beitrag
von Hans Dieter Sauer über ein Symposion der Kommission für Glaziologie
2006 zu Gottfried Merzbacher
Beitrag
von Susanne Rieger über Prof. Dr. Gottfried Merzbacher in rijo research |
Die
Erinnerung an Gottfried Merzbacher erfuhr erst in jüngster Zeit eine
Aktualisierung durch den Aufbau des Hochgebirgsobservatoriums
"Gottfried Merzbacher" des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ)
- Helmholtz-Zentrum Potsdam. Foto und Informationen über eine Seite
in der Website des GFZ Potsdam
(Hinweis von Dorothee Lottmann-Kaeseler vom 15.5.2011) |
Zum 70. Geburtstag des aus Baiersdorf stammenden Siegfried
Lichtenstaedter
(1935)
Anmerkung: Siegfried Lichtenstaedter ist am 8. Januar 1865 in Baiersdorf
geboren, 1942 im Ghetto Theresienstadt umgekommen.
Artikel
in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 1. Januar 1935:
"70. Geburtstag. Am 8. Januar 1935 begeht eine eigenartige
literarische Persönlichkeit den 70. Geburtstag: Siegfried
Lichtenstaedter, geboren in Baiersdorf (Mittelfranken) als Sohn des
Kaufmanns und Talmudforschers Wolf Lichtenstaedter, studierte
Sprachwissenschaft, dann Jurisprudenz, und trat nach seinem juristischen
Staatsexamen in den bayerischen Finanzdienst, und zwar in die
Rechnungskammer, eine Filiale des Rechnungshofes. Mit Erreichung der
Altersgrenze ist Lichtenstaedter als Oberregierungsrat in den Ruhestand
getreten. Die Schriften Lichtenstaedters liegen auf dem Gebiete der
Volkspsychologie und Politik, namentlich der orientalischen Völker, für
die er schon auf der Universität durch umfassende sprach- und
ethnographische Studien den Grund gelegt hatte. Allgemeine Bedeutung
haben: Kultur und Humanität (1897) und Natur und Kultur (1909; die sich
durch Scharfsinn und realistische Auffassung auszeichnen. Daran reihen
sich Schriften über die türkische Frage: 'Die Zukunft der Türkei'
(1898) usw. Im Weltkrieg fand sein Vorschlag des
'Bevölkerungsaustausches' Beachtung (Nationalitätenprinzip und
Bevölkerungsaustausch, 1917 u.a.). Die Leser dieser Zeitschrift
interessieren besonders die zahlreichen Schriften Lichtenstaedters, die
sich mit dem Judentum befassen. Lichtenstaedter beteiligte sich an der
Diskussion über 'Bibel und Babel' (1903, 1922), sowie über die
Schächtfragen (1927ff). Köstlich ist seine 1926 erschienene
Satire: 'Antisemitica'. Ernst, allzuernst treten andere jüdische
Schriften auf: 'Jüdische Religion' (1921), 'Praktisches Judentum' (1931),
'Jüdische Politik' (1933). Dem Zionismus gegenüber nimmt Lichtenstaedter
eine kritische Stellung ein (1918, 1920).
Der Verbreitung der Schriften Lichtenstaedters hat Eintrag getan der
Umstand, dass sie lange Zeit pseudonym erschienen, und zwar unter
verschiedenen Pseudonymen (Mehemed Emin Effendi, Ne'man); ferner dass sie,
mit Ausnahme der beiden an erster Stelle genannten, meist der
Gelegenheitsliteratur angehören; endlich die Rigorosität seiner
Forderungen: Mahn- und Scheltworte (1933), zumal wenn sie ausgiebig nach
allen Seiten erteilt werden, sind eben im allgemeinen nicht beliebt.
Wir wünschen dem Jubilar noch viele Jahre, schon deshalb, damit er Zeit
findet, sein allzu zersplittertes Lebenswerk durch straffe Zusammenfassung
derjenigen Gedanken zu krönen, die von bleibendem Wert sind. Dabei will
ich nicht mit dem Bekenntnis zurückhalten, dass nach meiner Ansicht die
Stärke Lichtenstaedters in der politischen Satire liegt. Schon jetzt sei
Freunden dieser Literaturgattung, außer der oben erwähnten Schrift
'Antisemitica' empfohlen: 'Das neue Weltreich', 1902, 'Moralische
Erzählungen', 1914. Arthur Cohen" |
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Zu Siegfried Lichtenstaedter:
 | Publikation
im Luedde-Verlag (vgl. Abbildungen oben mit Porträt von Lichtenstaedter
und Buchtitel):
Siegfried Lichtenstaedter / Jussi U. Isaksen: Der
Jüdische Exekutor. Erschienen 2006. ISBN 3-937028-01-3
Siegfried Lichtenstaedter wurde am 25. Juni 1942 mit Transport II/9 von
München aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert und ist dort im selben
Jahr umgekommen.
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Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge wird erstmals 1530 genannt, dürfte jedoch auf das 15.
Jahrhundert zurückgehen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Synagoge
zerstört; nach dem Krieg 1651 wiederhergestellt. 1711 wurde eine neue
Synagoge erstellt. Hierbei handelt es sich um ein stattliches Gebäude, das
durch den einflussreichen Hoffaktor Samson Salomon finanziert wurde. Die
Einweihung war am 14. September 1711 (zum jüdischen Neujahrsfest 5472). An den
Stifter erinnerte eine Inschrift in der Vorhalle zum Männerraum, wo sein Name
genannt wurde: "Simson, Sohn des Chawer Judah Selke und seiner Gattin
Rebekkah, Tochter des Raw Hirsch, Dajans von Wien").
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge demoliert; das gesamte
Inventar mit den Ritualien, darunter kostbare Gegenstände von hohem Alter,
wurde zerstört. Die Synagoge wurde wenig später abgebrochen. Auch das rituelle
Bad wurde vernichtet.
Das Grundstück wurde nach 1945 mit einem Wohn- und Geschäftshaus
(Sparkasse) neu
bebaut. 1986 wurde eine Gedenktafel angebracht.
Adresse/Standort der Synagoge: Judengasse (frühere Anschrift:
Judengasse 146).
Fotos
(Historische Fotos von Theodor Harburger, Aufnahmedatum
20. Juli 1927; Quelle: Central Archives for the
History of the Jewish People, Jerusalem;
veröffentlicht in Th.
Harburger: "Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern.
1998 S. 49-57).
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Außenansicht der Synagoge
von
Südwesten |
Außenansicht von Südosten
mit Blick
über den jüdischen Friedhof |
Innenansicht mit Blick
zum
Toraschrein |
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Leuchter in
der Synagoge |
Tora-Vorhang. Am 25. Mai 1937
zur Aufbewahrung in die Synagoge
Bamberg verbracht |
Inschriften in der Vorhalle
zum Männerraum. Im Kreis: Erinnerungstafel an den
Stifter Simson |
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Judengasse /
Synagogenplatz / Kriegerdenkmale
(Fotos - wenn nicht anders angegeben -: Hahn, Aufnahmedatum:
20.10.2007)) |
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| Straßenschild |
Die Judengasse in
Baiersdorf - aus unterschiedlichen Richtungen gesehen |
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Vor und im
"Meerrettichmuseum"
in der Judengasse 11 |
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Erinnerungen an
die jüdische Geschichte: Hinweistafel zum jüdischen Friedhof
sowie Fotos
aus der jüdischen Geschichte |
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| Außen- und
Innenaufnahmen der ehemaligen Synagoge - ausgestellt im Eingangsbereich
zum "Meerettichmuseum" |
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Synagogengrundstück
und Gedenktafel |
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Das an Stelle der ehemaligen
Synagoge
erbaute Gebäude |
Die Gedenktafel
für die
Synagoge
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Kriegerdenkmal an der
Forchheimer Straße |
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Die Namen von Ernst und Max
Hirschkind
auf dem Kriegerdenkmal |
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Kriegerdenkmal
an der Stadtpfarrkirche
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach) |
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Auch auf dem
Kriegerdenkmal an der Stadtpfarrerkirche sind die Namen von
Ernst und Max
Hirschkind eingetragen |
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Ehemaliges Haus der
Familie Gerngros in Baiersdorf
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach) |
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Ehemaliges Haus Gerngros in
Baiersdorf (Forchheimer Straße 3) mit Inschriftentafel und Text: "In diesem Hause wurden geboren:
am 1. Mai 1839 Ludwig Ritter von Gerngros, kgl. Geh. Kommerzienrat - am
28. September 1843 Wilhelm Ritter von Gerngros, kgl. Kommerzienrat, beide
Ehrenbürger hiesiger Stadt." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica III,2 S. 72-73. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 161-162. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 145-146. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 280-292.
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 | Ilse Vogel: "Reb Schimmen Dajan" - Simon
Dispecker, Vice-Rabbiner in Baiersdorf 1766-1847 - Ein Betrag zur
Heimatgeschichte der Stadt Baiersdorf. Hans Meyer Verlag. Scheinfeld 2008.
ISBN 3-89014-288-5.
(die Publikation wurde erstellt anlässlich des 100. Geburtstages von Joe
Dispeker, eines Nachkommen des Simon Diespecker, anhand privater
Familienpapiere und eingebunden in Dokumente in Archiven).
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 | "Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II:
Mittelfranken.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid,
Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von
Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010.
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-89870-448-9. Abschnitt zu Baiersdorf S. 87-108. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Baiersdorf (Yiddish Fayersdorf
etc.) Middle Franconia. Jews may have been present as early as the 14th century
and constituted one of the most important communities in the Bayreuth margravate
in the 16th century. In 1702 Baiersdorf was fixed as the seat of the
margravate's chief rabbi, a position occupied since 1728 by one of the sons of
Glueckel of Hameln, the famous female diarist. In 1717 residence was restricted
to one son per family and various trade restrictions were added in 1771. In
1837, the Jewish population was 440 (total 1.550), thereafter declining rapidly
and numbering only 19 in 1933. All but one of the Jews left by 1938, ten
emigrating.

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