Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Pfarrweisach bestand eine jüdische Gemeinde bis Mitte
des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1801 gab es neun jüdische Haushaltungen, 1817 13 jüdische
Haushaltungen, 1825 66 jüdische Einwohner, 1828 62, 1867 19, 1871 zehn.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Pfarrweisach auf
insgesamt 13 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände
genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Seligmann Pfeufer
Heuchelbach (Viehhändler), Goetzel Hirsch Ehrmann (Viehhändler), Pfeufer
Hirsch Weinberg (Viehhändler), David Seligmann Heuchelbach (Viehhändler),
Israel Goetzel Ehrmann (Viehhändler), Moses Michel Mayländer (Lehrer),
Sußmann Michel Mayländer (Viehhändler), Aron Jacob Friedländer
(Warenhändler), Aron Moises Gutmann (Warenhändler), Jacob Abraham Friedlich
(Viehhändler), Bela, Witwe von Moses Frank (Warenhändler), David Moises
Ehrlich (Warenhändler), Abraham Levi Straßburger (Kleiderhändler). Die
jüdischen Familien waren damals im Besitz von Schutzbriefen, die von
unterschiedlichen Herrschaften ausgestellt waren (die meisten von den
Gutsherren/Freiherren von Altenstein, einzelne von den Herren von Künitz, der
Hochfürstlichen Regierung Würzburg und der Großherzoglichen Landesdirektion
Würzburg).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betraum oder eine
Synagoge (s.u.), einen Schulraum für den Unterricht der Kinder und ein
rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof
in Ebern beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war -
zumindest zeitweise in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Erstmals wird -
mit der Matrikelliste 1817 (s.o.) - als Lehrer Moses Michel Mayländer
genannt.
Die Zahl der jüdischen Einwohner ging nach der Mitte des 19. Jahrhunderts durch
Ab- und Auswanderung schnell zurück, sodass die Gemeinde vermutlich um 1870
aufgelöst wurde.
Von den in Pfarrweisach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): in den angegebenen
Listen finden sich keine Namen aus Pfarrweisach.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde