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Eichstätt (Kreisstadt,
Oberbayern)
Jüdische Geschichte / Betsaal
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Mittelalter. In Eichstätt
bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Erstmals werden
im Zusammenhang mit der Judenverfolgung des Jahres 1298 Juden in der
Stadt genannt. Nach einer Überlieferung wurden die Juden der Stadt damals
verbrannt, nach einer anderen Überlieferung "nur" vertrieben. Wenige
Jahre nach dieser Verfolgung gab es wiederum Juden in der Stadt, die zunächst
dem Reich unterstellt waren. 1307 überließ jedoch König Albrecht dem
Bischof Philipp von Eichstätt die Juden seiner Bistums. Dieser hatte im
folgenden Jahr 49 Pfund Einnahmen von den Eichstätter Juden. 1310 wird
Salman von Eichstätt genannt, bei dem die Herzöge Rudolf I. und Ludwig IV. von
Oberbayern verschuldet waren. Während der Judenverfolgung in der Pestzeit
1348/49 wurden auch in Eichstätt Juden verfolgt. Am 12. November 1349
verzieh Bischof Albrecht "den Auflauf und all die Handlung ... an den Juden
von dem Pöbel zu Eichstätt, deren etliche erschlagen wurden, wobei auch einige
Christen zu Schaden kamen, ... gegen den Willen der ehrbaren
Bürger".
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebten wieder einige Juden in
der Stadt (genannt 130, 1398, 1403 und 1409). Nach Eichstätte benannte Juden
lebten in Augsburg (1407), Nürnberg, Prag und Regensburg (1475/76), Rothenburg
ob der Tauber (um 1450) und Winzenheim/Elsass (1499/1500). 1445 erließ
der Eichstätter Bischof Johann III. von Eich (1445-1464) den Befehl zur
Vertreibung der Juden aus dem gesamten Hochstift und ordnete wenig später für
Juden, die das Hochstift besuchsweise betraten, das Tragen von Abzeichen an.
19./20. Jahrhundert. Zur Entstehung einer
neuen jüdischen Gemeinde kam es erst wieder gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Nachdem seit ca. 1860 erstmals seit dem Mittelalter jüdische
Personen in der Stadt zuziehen konnten, entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: (1811/12 zwei jüdische Einwohner), 1867 27 (0,3 % von insgesamt 8.051
Einwohnern), 1880 40 (0,5 % von 7.489), 1900 49 (0,6 % von 7.701). Die jüdische
Gemeinde nannte sich in Eichstätt "Israelitische Betgesellschaft".
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal und einen
Raum für den Religionsunterricht (s.u.).
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein
Religionslehrer angestellt (nach der Ausschreibung von 1907 für den
Religionsunterricht der Kinder am Gymnasium, an der Realschule und im
Arbeitshaus Rebdorf), der zugleich als Schochet und Vorbeter tätig war. Bis 1904
war Lehrer Hermann Schaalmann in der Gemeinde tätig. Vgl. unten die
Ausschreibung der Stelle von 1907. Die in Eichstätt verstorbenen
jüdischen Personen wurden in Pappenheim
(u.a. Hilya Guttentag 1930) und Thalmässing beigesetzt.
Um 1924 waren die Vorsteher der damals 34 Personen umfassenden
Betgesellschaft Max Dachauer und Siegmund Marx. Als Religionslehrer und Schochet
war Maier Strauß angestellt (auch noch 1932, damals noch für ein Kind). Er
erteilte 1924 zwei Kindern den Religionsunterricht. Die jüdische Gemeinde wurde
vom Rabbinat Nürnberg aus betreut. 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde
weiterhin Siegmund Marx (1. Vors.) und Hermann Dachauer (2. Vors.); als 3.
Vorsitzender ist Albert Schimmel genannt.
Jüdischen Familien beziehungsweise Gewerbetreibenden gehörten einige für das
wirtschaftliche Leben der Stadt nicht unbedeutende Geschäfte, insbesondere das Kaufhaus
von Sallo Guttentag auf dem Domplatz und die Getreidehandlung der Brüder
Schimmel. Sallo Guttentag war seit 1903 in Eichstätt (zur Familiengeschichte
siehe unten). Bereits
in der Sylvesternacht 1922 wurde die Fassade seines Geschäftes mit Hakenkreuzen
besudelt.
1933 wurden noch 27 jüdische Einwohner gezählt (0,6 % von insgesamt
8.029 Einwohnern). Am 8. Juli 1935 wurden Egon Guttentag und Paul
Freymann, die das Geschäft von Sallo Guttentag inzwischen übernommen
hatten, in "Schutzhaft" genommen. Im Frühjahr 1936 verließen die
Familien Guttentag und Freymann auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen
Boykotts und dem Zwang zur "Arisierung" ihres Kaufhauses die Stadt. Im Herbst 1938 war nur noch die Familie Schimmel in der Stadt. Beim
Novemberpogrom am 10. November 1938 zogen der Kreisleiter und etwa ein Dutzend
SA-Leute in die Pfahlstraße, um die Tür der Brüder Schimmel aufzubrechen und
diese festzunehmen. Das Haus wurde noch am selben Tag versteigert. Zwei der drei
Brüder Schimmel verließen noch am selben Tag fluchtartig die Stadt. Der dritte
Bruder folgte einen Monat später. Am 8. Dezember 1938 gab die Regierung von
Mittelfranken bekannt, Eichstätt sei "judenfrei".
Von den in Eichstätt geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Else Bernd (1901),
Paula Bravmann geb. Pappenheimer (1887), Mathilde (Milly) Dachauer geb. Feuchtwanger
(1879), Walter S. Dachauer (1909), Frieda Epstein geb. Dachauer (1899), Berta
Haas geb. Salomon (1892), Katharina Katz geb. Schlossberger (1890), Ella Lehmann geb. Götter (1857),
Bernhard Löw (1886), Julie Östreicher (1900), Marie Reis geb. Pappenheimer
(1883), Berta Schimmel
(1876), Friedrich Schimmel (1888), Ludwig Schimmel (1881), Wilhelm Schimmel
(1884), Marie Weil geb. Löw (1888), Jette Winter geb. Löw (1875).
Anmerkung: Im Gedenkbuch werden die Angehörigen der Familie Schimmel
nicht genannt.
Berichte
aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Hinweis auf die mittelalterliche jüdische Geschichte (1842)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1842:
"Die Juden, überall Unterkommen suchend (sc. nach der
Judenverfolgung 1348/49), haben sich auch im vormaligen Hochstifte
Eichstätt angesiedelt, sind aber aus der Residenzstadt Eichstätt, wo sie
eine Synagoge hatten, schon 1445 vertrieben worden. Viel später haben sie
sich in Herrieden aufgehalten. Dort werden in der Nähe des königlichen
Rentamtsgebäudes noch jetzt einige Häuser als ehemalige Judenhäuser
bezeichnet, auch befindet sich auf dem Judenbegräbnisplatze zu Bechhofen
noch der Grabstein einige in Herrieden gestorbenen Juden. Die Akten der
Stadtpfarrei Herrieden weisen nach, dass über 100 Jahre vor ihrer Vertreibung
Israeliten in Herrieden wohnten." |
Beitrag zur Geschichte des
16. Jahrhunderts von A. Eckstein:
"Das 'Judenbüchlein' eines protestantischen Geistlichen gegen die
Ritualmordbeschuldigung der Juden"
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 9.
Februar 1927.
Noch nicht ausgeschrieben - bei Interesse Artikel anklicken. |
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Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers,
Schächters und Vorbeters (1903)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 9. Juli 1903: "Die Stelle als
Religionslehrer, Schächte rund Vorbeter
ist per 1. September laufenden Jahres zu besetzen. Fixum Mark 800.-
Bezüge für Erteilung des Religionsunterrichts am königlichen Gymnasium,
königliche Realschule und königliches Arbeitshaus Rebdorf ca. Mark 320.-
Sonstige Nebenbezüge. - Meldungen mit Zeugnisabschriften belegt, sind
unter Angabe der persönlichen Verhältnisse zu richten an de Vorstand
A. Löw
der Israelitischen Betgesellschaft Eichstätt (Bayern)." |
Zum Tod des Lehrers Hermann Schaalmann (1904)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. Mai
1904: "Eichstätt (Bayern). Am 13. April verschied nach längerem
Leiden Herr Lehrer Schaalmann, ein weit über den Kreis seiner Gemeinde
hinaus wegen seiner tiefen Religiosität und der Lauterkeit seines
Charakters geschätzter Mann." |
Zum Tod der Lehrerswitwe Fanny Schaalmann (1908)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1908: "Eichstätt
(Bayern), 20. März (1908). Einen schmerzlichen Verlust haben wir leider
zu beklagen. Am 15. März verschied unerwartet schnell Frau Fanny
Schaalmann, die Gattin des bereits vor vier Jahren heimgegangenen Lehrers
Hermann Schaalmann, im Alter von 63 Jahren. Die edle Frau verdient es, in
diesen Blättern rühmend genannt zu werden. Festes, unerschütterliches
Gottvertrauen, redliches Streben nach dem Guten, sowie Offenheit und
Geradheit der Gesinnung, bildeten die Charakterzüge dieser Frau, die
Grundlage für ihr Tun und Lassen. Mit äußerster Gewissenhaftigkeit und
wahrer Seelenfreude diente sie ihrem Schöpfer und betätigte sich auf dem
Gebiete der Nächstenliebe. Von der Wertschätzung und hohen Achtung, die
die Verstorbene überall genoss, legte die starke Beteiligung an der Beisetzung
beredtes Zeugnis ab. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers, Schächters und Kantors 1907
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1907: "Ab
1. Januar 1908 ist dahier die Stelle des Religionslehrers, Schächters
und Kantors neu zu besetzen. Dieselbe ist dotiert: 1. Mit einem festen
Jahresgehalte von Mark 700.- nebst freier Dienstwohnung. 2. Mit einem
Nebeneinkommen von circa Mark 330.- für Erteilung des
Religionsunterrichts am königlichen Gymnasium, an der königlichen
Realschule und im königlichen Arbeitshause Rebdorf. 3. Mit sonstigen
Einkünften von beiläufig Mark 500.-
Hierzu wird bemerkt, dass für die ad 2. und 3. bezeichneten Einkünfte
keine Garantie geleistet wird und dass bei dem Mangel eines Kosthauses die
Unterhaltung eigener Küche notwendig erscheint. - Bewerber wollen ihre
mit Zeugnissen belegten Gesuche bis spätestens 22. November in Vorlage
bringen bei dem Vorsitzenden der Israelitischen Betgesellschaft Eichstätt
(Bayern.)." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zur Geschichte der Familie Guttentag
(Quelle: Joachim Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen. Geschichte, Quellen und
Dokumentation. Esslinger Studien. Schriftenreihe Band 14. 1994. S. 255-256).
Sallo (Saly)
Guttentag und Hilya geb. Koppel
Um 1900 lebte der Kaufmann Sallo Guttentag für einige Jahre in Esslingen.
Er ist am 14. November 1874 in Antonienhütte bei Kattowitz
(Ostoberschlesien, seit 1921 polnisch) als Sohn des Gleiwitzer Kaufmanns
Adolf (Abraham) Guttentag und der Fanni geb. Krämer geboren. Am 29. Juni
1898 hat er in Ulm Hilya geb. Koppel geheiratet. Sie ist am 8. Mai
1870 in Goray bei Schwein an der Warthe (heute Skwierzyna/Polen, ehemals
Posen-Westpreußen) als Tochter des Ephraim Koppel und der Philippine geb.
Graupe geboren. Ihr Vater war Kaufmann in Regensburg bei Graudenz (seit
1920 polnisches Gebiet). Vermutlich kurz nach der Heirat hat sich das
Ehepaar Guttentag in Esslingen niedergelassen, wo auch zwei Kinder geboren
sind, die beiden anderen kamen später in Eichstätt zur Welt:
 | Tilli, geb. 1, Mai 1899 in Esslingen;
heiratete am 21. Juni 1921 in Eichstätt Robert Baum, Kaufmann in
München (Sohn Walter geb. 1925, gest. 1929). Von 1925 bis 1934 wohnte
die Familie Baum in Ingolstadt, von wo sie nach München verzog;
1938/39 emigrierte sie nach Chile, wo Robert Raum starb; Tilli (auch
Tilly) lebte seit 1959 in London; |
 | Meta, geb. 8. März 1902 in Esslingen; sie war
vom Mai 1924 bis Juli 1925 in Aschaffenburg, dann wieder in Eichstätt
wohnhaft und heiratete am 30. April 1931 Paul Freymann, Kaufmann aus
Frankfurt (Sohn Heinz 1935 geb. in München; verh. seit 1960 in Kondon);
die Familie Freymann emigrierte 1937 nach Südafrika; sie lebt seit
1960 in London, von wo Meta 1984 zu Besuch nach Eichstätt kam; |
 | Rosa, geb. 10. Februar 1904 in Eichstätt;
heiratete am 1. Juli 1929 Hirsch Ehrenlieb, Kaufmann in Breslau; sie
zog 1929 nach Berlin und lebte seit 1939 in London (noch 1961); |
 | Egon, geb. 1. November 1907 in Eichstätt; er
war später Kaufmann in Eichstätt, heiratete 1934 in Nürnberg
Irmgard Cohn und starb 1981 an einem Herzschlag in
Johannesburg/Südafrika, wo die Witwe danach noch lebte und ebenfalls
1984 zu Besuch in Eichstätt weilte. |
Saly Guttentag übernahm nach 1900 in Esslingen
das Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft von Hermann Robert in der
Pliensaustraße 35 als eine Filiale der Firma H. Tietz & Co.
Nachfolger Ulm (Vorgänger von "Hertie"). Die Familie Guttentag
wohnte 1900 in Esslingen in der Martinstraße 3, 1903 in der
Pliensaustraße 44. Dann zog sie nach Eichstätt, wo Sallo ein
Textilgeschäft betrieb (Textilhaus/Kaufhaus Guttentag, Domplatz 2, seit
1911 Domplatz 5). Es war Familienbesitz (seit 1931 fungierten als
Teilhaber Egon Guttentag und der Schwiegersohn Paul Freymann) bis zur
"Arisierung" Anfang 1936. 1930 war Hilya Guttentag in
Weißenburg in Bayern gestorben; sie fand auf dem jüdischen Friedhof in Pappenheim
ihre letzte Ruhestätte. In der Zeit nach 1933 hatte die Familie Guttentag
durch den wirtschaftlichen Boykott des Geschäfts erheblichen Schafen
erlitten. Nichtjüdische Kunden wurden von Parteigängern fotografiert und
ihre Namen veröffentlicht. Im Juli 1935 wurden Egon Guttentag und Paul
Freymann in "Schutzhaft" genommen, 1936 konnten sie nach
Südafrika auswandern. Egon Guttentag war im Mai 1961 noch einmal zu
Besuch in Deutschland. |
Auszeichnungen jüdischer Persönlichkeiten durch den
Prinzregenten, darunter für den aus Eichstätt stammenden Maler Edmund
Harburger (1895)
Hinweis: der Maler Edmund Harburger (siehe Wikipedia-Artikel
zu ihm) wurde fälschlich immer wieder - auch hier in der "Allgemeinen
Zeitung des Judentums" als jüdischstämmig bezeichnet. Seine Vorfahren
waren jedoch katholisch.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Januar 1895:
"Fürth, 4. Januar (1895). Anlässlich des Neujahrsfestes verlieh
der Prinzregent eine größere Anzahl von Auszeichnungen. Darunter
befinden sich folgende an Glaubensgenossen verteilte: Den Titel Justizrat
erhielt der Rechtsanwalt Herr Heinrich Hahn in Nürnberg, den Titel
Kommerzienrat empfing der von hier (Fürth) gebürtige frühere Fabrikant
und jetzige Privatier Herr Heinrich Berolzheimer in Nürnberg und Herr
Kaufmann Ludwig Metzger, Inhaber der Firma S. Guldmann in Nürnberg, den
Titel eines Königlichen Professors Herr Maler Harburger in München.
Edmund Harburger, der uns in den 'Fliegenden Blättern' so
lebenssprudelnde, köstliche Gestalten vorzuführen pflegt, ward es an der
Wiege nicht gesunden, dass er Maler werden werde. Zu Eichstätt am 4.
April 1846 geboren, widmete er sich als junger Mann nämlich zuerst
dem Baugeschäft und sattelte erst mit 20 Jahren um. Die Kritik zählt ihn
gegenwärtig zu den hervorragendsten Vertretern der deutschen
Genremalerei.". |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Verlobungsanzeige von Helene Marx und Leopold Desser
(1923)
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins") vom 31. Januar 1924:
"Helene Marx - Leopold Desser.
Verlobte.
Eichstätt - Nürnberg. Dezember 1923". |
Verlobungsanzeige von Else Dachauer und Alfred Bernd
(1924)
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins") vom 13. März 1924:
"Else Dachauer - Alfred Bernd. Verlobte.
Eichstätt (Bayern) Koblenz Februar
1924." |
Zur Geschichte der Synagoge / des Betsaals
Im Mittelalter stand die 1454, 1480 und vorher genannte
Synagoge vermutlich in der Büttel- oder Turmgasse.
Die "Jüdische Betgesellschaft" richtete (Ende des 19. Jahrhunderts)
einen Betsaal im Haus Pfahlstraße 45 ein (sog. Pappenheimer-Haus). Wie
lange in dem Betsaal nach 1933 noch Gottesdienste abgehalten werden konnten, ist
nicht bekannt.
Das Gebäude blieb erhalten. Es wird gewerblich und für
Wohnungen genutzt. Eine Gedenk- oder Hinweistafel ist nicht vorhanden.
Adresse/Standort der Synagoge: Pfahlstraße 45
Fotos
| Fotos werden noch
erstellt (vgl. unten bei Links); über Zusendungen freut sich der
Webmaster von "Alemannia Judaica", Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica I,1 S. 192-194; III,1 S. 290-291. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 170-171. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 296. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 263-264.
|
 | Weitere Literatur siehe Literaturliste
von www.einsteins.de
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Eichstaett Bavaria. Jews
are known from the late 13th century. They were killed or expelled in the
Rindfleisch massacres of 1298 but renewed the settlement soon after. They again
suffered in the Black Death persecutions of 1348-49 and were expelled in 1445,
returning only in the early 19th century. In 1900, the Jewish population was 49
(total 7.701), dropping to 27 in 1933. By 1938 all the Jews had left.

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