Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bechhofen (Kreis Ansbach) 
Jüdischer Friedhof
      

Neuerscheinung im März 2011:  
Bechhofen Lit 033.jpg (144032 Byte) Bechhofen Lit 032.jpg (89219 Byte) Bechhofen Lit 031.jpg (45970 Byte) Bechhofen Lit 030.jpg (59273 Byte)
Umschlag mit 
hebräischem Titel
Hebräisches 
Titelblatt
Englisches 
Titelblatt
Deutsches 
Titelblatt
MAKOM SHENAHAGU. MINHAG BECHHOFEN: The Customs of the Synagogue - The Regulations of the Burial Society - The Commemoration Book. The Original Manuscripts were written by Uri Shraga Rosenstein - Spiritual Leader of Bechhofen 1867-1903. Edited and annotated by Rabbi Shlomo Katanka. Including an extensiv History of the Jewish Community of Bechhofen by Rabbi Mordechai Doerfer. Machon Moresheth Ashkenaz. The Institut for German Jewish Heritage. London 5771 - MMXI (2011). 
MAKOM SCHENAHAGO. Die Gebrüche der Gemeinde Bechhofen. Die Gebräuche der Synagoge - Die Bestattungsvorschriften - Das Gedenkbuch der Verstorbenen. Das Originalmanuskript wurde verfasst von Uri Schraga Rosenstein. Geistlicher Führer von Bechhofen 1867-1903. Herausgegeben und kommentiert von Rabbiner Shlomo Katanka. Einschließlich einer umfangreichen Darstellung der Geschichte der jüdischen Gemeinde Bechhofen von Rabbiner Mordechai Doerfer. Machon Morescheth Aschkenas. Institut für das Erbe des deutschen Judentums. London 5771 - MMXI (2011).
Bestellmöglichkeit des Buches über Rabbiner Mordechai Doerfer  POB 4134 Modiin Illit 71919 Israel   E-Mail  mdoerfer[et]017.net.il    
   
Neuerscheinung im Herbst 2011:   
Reese Lit 020.jpg (145046 Byte) Spuren jüdischen Lebens rund um den Hesselberg. Kleine Schriftenreihe Region Hesselberg Band 6. 
Hrsg. von Gunther Reese, Unterschwaningen 2011. ISBN 978-3-9808482-2-0  
Zur Spurensuche nach dem ehemaligen jüdischen Leben in der Region Hesselberg lädt der neue Band 6 der 'Kleinen Schriftenreihe Region Hesselberg' ein. In einer Gemeinschaftsarbeit von 14 Autoren aus der Region, die sich seit 4 Jahren zum 'Arbeitskreis Jüdisches Leben in der Region Hesselberg' zusammengefunden haben, informieren Ortsartikel über Bechhofen, Colmberg, Dennenlohe, Dinkelsbühl, Dürrwangen, Feuchtwangen, Hainsfarth, Heidenheim am Hahnenkamm, Jochsberg, Leutershausen, Mönchsroth, Muhr am See (Ortsteil Altenmuhr), Oettingen, Schopfloch, Steinhart, Wallerstein, Wassertrüdingen und Wittelshofen über die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden. Am Ende der Beiträge finden sich Hinweise auf sichtbare Spuren in Form von Friedhöfen, Gebäuden und religiösen Gebrauchsgegenständen mit Adressangaben und Ansprechpartnern vor Ort. Ein einleitender Beitrag von Barbara Eberhardt bietet eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens. Eine Erklärung von Fachbegriffen, ein Literaturverzeichnis und Hinweise auf Museen in der Region runden den Band mit seinen zahlreichen Bildern ab. Das Buch ist zweisprachig erschienen, sodass damit auch das zunehmende Interesse an dem Thema aus dem englischsprachigen Bereich abgedeckt werden kann, wie Gunther Reese als Herausgeber und Sprecher des Arbeitskreises betont. Der Band mit einem Umfang von 120 Seiten ist zum Preis von 12,80 €- im Buchhandel oder im Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Mönchsroth, Limesstraße 4, 91614 Mönchsroth, Tel.: 09853/1688 erhältlich E-Mail: pfarramt.moenchsroth[et]elkb.de. 

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Bechhofen (interner Link)   
  

Zur Geschichte des Friedhofes  

Der jüdische Friedhof in Bechhofen wurde Ende des 16. Jahrhunderts angelegt. Es ist der zweitgrößte jüdische Friedhof in Bayern .Er wurde von zahlreichen (Anfang des 18. Jahrhunderts sechzehn) umliegenden jüdischen Gemeinden benutzt, darunter auch Ansbach, Cronheim, Treuchtlingen, Herrieden, Gunzenhausen, bis diese Gemeinden teilweise eigene Friedhöfe anlegten. Mehrere Rabbinergräber sind auf dem Friedhof vorhanden. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1603 (Reb Jacob ben Izchak). Von 1607 stammt der Grabstein des David Brendel aus Gunzenhausen. Die Fläche des von einer massiven Steinmauer umgebenen Friedhofes umfasst 165,10 ar. Es sind nach einer Vermessung vom November 2006 2.223 stehende Grabmale erhalten. Am Eingang befindet sich noch ein altes, steinernes Wasserbecken.
   
Zu Schändungen des Friedhofes kam es immer wieder seit den 1920er-Jahren. Erstmals wurden 1923 zwölf alte Grabsteine zertrümmert.
   

Artikel zu den Sehenswürdigkeiten jüdischer Geschichte in Bechhofen

Bechhofen AZJ 30121910.jpg (103949 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Dezember 1910: "Bechhofen, 22. Dezember (1910). Es sei hiermit die Aufmerksamkeit auf die altehrwürdige Synagoge in unserem Orte gelenkt, welche Direktor Frauberger in Düsseldorf als eine große Sehenswürdigkeit bezeichnet. Außen unscheinbar wie eine große Bretterhütte, ist sie im Jahre 1691 (Anm. Jahr ist nicht korrekt) von einem jüdischen Maler namens Elieser ben Schlomoh vom Fuß bis zum Giebel mit eigenartigen Malereien bedeckt worden. Sehenswert ist auch der in Bechhofen befindliche, über 400 Jahre alte Friedhof, welcher die Toten der israelitischen Kultusgemeinden Bechhofen, Colmberg, Cronheim, Heidenheim, Leutershausen, Jochsberg und Wassertrüdingen aufzunehmen bestimmt ist. Bis 1817 führte auch die Kultusgemeinde Ansbach, bis 1885 Gunzenhausen und bis 1906 Altenmuhr ihre Toten dahin. In letzter Zeit hat sich die Notwendigkeit gezeigt, den Friedhof in Bechhofen zu erweitern. Am 1. Oktober wurde der Friedhof seiner Bestimmung übergeben, zu welcher Feierlichkeit Herr Distriktsrabbiner Dr. Kohn in Begleitung des Kultusvorstandes Jakob Weil von hier erschienen war. Nach alter Sitte wurde unter den vorgeschriebenen Gebeten der Rundgang im Friedhof gemacht. An diese Gebetfeier schloss sich die Beerdigung eines in Wassertrüdingen verstorbenen Israeliten an, welcher sich um das Zustandekommen der Friedhofserweiterung besondere Verdienste erworben hat." 

  
Sommer 2008: Dokumentation des Friedhofes geplant  

Bechhofen Friedhof 2008010.jpg (283462 Byte)Artikel in der "Fränkischen Landeszeitung" vom 30. Juli 2008: "Grabsteine des Judenfriedhofs Bechhofen werden dokumentiert. Jüdisches Ehepaar hebt historischen Schatz. Projekt des Frankenbunds bewahrt Grabmale vor dem Verfall.   
Bechhofen
(edü) - Der jüdische Friedhof in der Marktgemeinde Bechhofen ist nach Überzeugung von Professor Dr. Peter Kuhn ein großer historischer Schatz. Aber einer, der im Verborgenen schlummert und noch gehoben werden muss. Den Schatz bilden die Inschriften der 2.223 Grabsteine, die zum größten Teil bis heute nicht entziffert sind, aber unter den Witterungseinflüssen Stück für Stück verloren gehen. In den kommenden vier Jahren werden sie soweit wie möglich aufgenommen und dokumentiert. Das jüdische Ehepaar Ahron und Ruth Bruck aus Jerusalem wird sich im nächsten Frühjahr an die Arbeit machen. 
Das Gräberfeld am Ortsrand von Bechhofen ist eines der größten Süddeutschlands. Mehr als 8.000 Menschen haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Im 14. Jahrhundert wurden die ersten Juden hier bestattet, bis zum Jahr 1937 nutzten jüdische Gemeinden über den Marktflecken hinaus den Friedhof. Das macht auch seine Bedeutung aus: Verstorbene Juden von Treuchtlingen bis Lehrberg und von Leutershausen bis Wassertrüdingen sind hier beigesetzt. 'Grabsteine erzählen Geschichten' weiß Professor Kuhn, Experte für jüdische Geschichte an der Hochschule Benediktbeuren. Oft könnten sehr genau die Bedeutung und die Lebensgeschichte des Toten aufgrund der Inschrift nachvollzogen werden, auch das Schicksal von Familien. Schließlich ließen sich konkrete Rückschlüsse auf die jüdischen Gemeinden ziehen. 'Denn das Grab auf einem jüdischen Friedhof ist unveränderbar; kein Grabstein wird weggenommen', erläutert er.  Ahron und Ruth Bruck, Bankdirektor und Lehrerin im Ruhestand, sind nach Überzeugung von Professor Kuhn ausgewiesene Experten für jüdische Grabinschriften. 'Man muss den Talmud sehr genau kennen, um die hebräischen Schriftzeichen richtig übersetzen zu können', betont er. Das Ehepaar, das gemeinsam in Jerusalem Geschichte studiert, hat Erfahrung. In Ichenhausen (Kreis Günzburg) hat es in zwei Jahren rund 1.000 Grabsteine erforscht. Aktuell arbeiten sie die jüdischen Grabdenkmale in Pappenheim auf. 'Man kann es als Glücksfall bezeichnen, sie für die Arbeit in Bechhofen gewonnen zu haben', so Kuhn." 
Fortsetzung des Artikels: zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.
 
Bechhofen PA 200605.jpg (349566 Byte)Weiterer Artikel von Horst M. Auer in den "Nürnberger Nachrichten" vom 1. August 2008 (erhalten über Rosemarie Allgeyer, Bopfingen-Oberdorf): 
"'Geschichte festhalten' - Der jüdische Friedhof von Bechhofen wird erforscht. 
Steinernes Archiv vor dem Verfall: Das Ehepaar Aaron und Ruth Bruck aus Jerusalem wird in den kommenden Jahren den jüdischen Friedhof von Hechhofen (Landkreis Ansbach) dokumentieren und inventarisieren. 
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken.   
November 2011: Zum Stand der Dokumentation 
Bechhofen PA 10112011.jpg (657057 Byte)Artikel von "mb" in der "Fränkischen Landeszeitung" (Lokalausgabe Westmittelfranken) vom 10. November 2011, erhalten von Angelika Brosig, Schopfloch): "Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Bechhofen ist endgültig gesichert. Vor dem Vergesse bewahren. Frankenbund schafft Basis für schwieriges Projekt. Viele Spender gewonnen" 
Zum Lesen der Artikels bitte Textabbildung anklicken
 

    

Lage des Friedhofes   

Der Friedhof liegt auf einer Anhöhe nordwestlich des Ortes, erreichbar über die Ziegeleistraße und die Blütenstraße.
  

Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 30.7.2006)  

Bechhofen Friedhof 209.jpg (96006 Byte) Bechhofen Friedhof 208.jpg (76365 Byte) Bechhofen Friedhof 210.jpg (73187 Byte)
Eingangstor Hinweistafel für Besucher Blick vom Friedhof auf Bechhofen
     
Bechhofen Friedhof 201.jpg (109947 Byte) Bechhofen Friedhof 200.jpg (96928 Byte) Bechhofen Friedhof 202.jpg (123211 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
 
Bechhofen Friedhof 204.jpg (118044 Byte) Bechhofen Friedhof 205.jpg (80991 Byte) Bechhofen Friedhof 203.jpg (108578 Byte)
Teilansicht Grabstein für Therese Seller von Altenmuhr, gest. 26. September 1879 Charakteristisch für den Friedhof sind die - sicher bewusst - auffallend gleich gestalteten Grabsteine 
  
     
Bechhofen Friedhof 207.jpg (120724 Byte) Bechhofen Friedhof 206.jpg (85583 Byte)   
Grabsteine für Ruben Hubert und seine Frau Emma Hubert geb. Ebert aus Cronheim Grabstein für Therese Wild von Cronheim gest. 16. April 1887   
     
     
Leichenwaschtrog vom jüdischen Friedhof Bechhofen im Reichsstadtmuseum Rothenburg ob der Tauber   
(Foto: Jürgen Hanke, Kronach)
Bechhofen Friedhof Trog 010.jpg (70291 Byte)
  Der Leichenwaschtrog aus Muschelkalkstein stand ehemals auf dem Friedhof von Bechhofen vor dem Leichenhaus und wurde, als dieses abgebrochen wurde, in den Bauhof der Gemeinde Bechhofen gebracht. Von hier kam er als Leihgabe der Gemeinde Bechhofen in die Judaica-Abteilung der Reichsstadtmuseums Rothenburg.
     

    
     
Einzelne Berichte zur Geschichte des Friedhofes   

August 2010: Zur Friedhofschändung     
Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken vom 31. August 2010: "Grabsteine umgeworfen - Zeugenaufruf
Ansbach (ots) - Unbekannte Täter haben im jüdischen Friedhof der Gemeinde Bechhofen (Lkrs. Ansbach) mehrere Grabsteine umgeworfen. Der Kriminalpolizei Ansbach wurde der Sachverhalt erst gestern (30.08.2010) bekannt. 
Nach aktuellem Ermittlungsstand gingen die Täter im Zeitraum zwischen dem 14.08.2010 und 19.08.2010 insgesamt sechs Grabsteine an. Fünf wurden umgeworfen, davon brach einer auseinander. Beim Versuch, einen sechsten Stein umzudrücken, scheiterten die Unbekannten. Der entstandene Sachschaden wird zurzeit auf ca. 1500,-- Euro geschätzt. 
Die Kriminalpolizei Ansbach sucht Zeugen, die im Tatzeitraum am jüdischen Friedhof in Bechhofen (am Ende der Blütenstraße) verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. 
Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer (0911) 2112 - 3333. 
   
Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Mittelfranken  Telefon: 0911/2112-1030  Fax: 0911/2112-1025 http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/"    
  

 

 

 

Links und Literatur

Links:

Website des Marktes Bechhofen an der Heide
Arbeitsblätter für den Unterricht zum jüdischen Friedhof und der ehemaligen Synagoge in Bechhofen
Zur Seite über die Synagoge in Bechhofen (interner Link)  

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 146-147.  
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Bechhofen. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 9. Jahrgang Nr. 62 vom Juni 1994 S. 14.

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 12. Dezember 2011