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im Elsass"
Bouxwiller
(Buchsweiler,
Dep. Bas-Rhin / Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Buchsweiler (1301 als Stadt bezeichnet) lebten bereits
im Mittelalter jüdische Personen. Erste Nennungen liegen aus dem Jahr
1322 vor. 1337 verlieh Ludwig der Bayer den Herren von Lichtenberg alle dem
Reich zustehenden Einkünfte von den Juden in ihrem Gebiet, zu dem damals auch
Buchsweiler gehörte. Diese Verleihung wurde 1347 von Karl IV. erneuert.
Namentlich genannt wird ein Isaak von Buchsweiler 1334 in Straßburg.
Über Verfolgungen oder Ausweisungen liegen keine Berichte vor. Im 17.
Jahrhundert stieg die Zahl der in der Stadt lebenden jüdischen Familien auf
18 (1689), bis 1725 auf 31 Familien (dazu fünf Witwen). Am Ort bestand eine Talmudschule (Jeschiwa)
und ein jüdischer Gerichtshof (Beth-Din). Beide Einrichtungen gab es bis zur
Zeit der Französischen Revolution. 1784 wurden 297 jüdische Einwohner
gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 275 jüdische Einwohner, 1851 353, 1866 296, 1910 135. Seit Mitte
des 19. Jahrhunderts sind zahlreiche Familien in die Städte verzogen. bis zum
Anfang des 20. Jahrhunderts waren zwei Drittel der jüdischen Familien
abgewandert.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde insbesondere eine Synagoge
(s.u.), eine jüdische Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der
jüdischen Gemeinde wurden auf dem Friedhof bei Ettendorf beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war. Buchsweiler war Sitz eines Rabbinates. Unter den
Rabbinern sind u.a. zu nennen: 1845 bis 1883 Jacob Wolff, 1884 bis 1889 Rabbiner Dr. Adolf Singer, 1891 bis 1898 Rabbiner
Dr. Nathan Netter, 1897 bis 1919 Rabbiner Dr. Ernest Weill, seit 1919/20 Max
Gugenheim - betreute die Gemeinde auch wieder nach 1945 (bis
1956/57).
1936 wurden 109 jüdische Einwohner gezählt. Vier Jahre später wurden
diejenigen, die bis dahin nicht emigrieren oder wegziehen konnten, nach
Südfrankreich deportiert.
Von den in Buchsweiler/Bouxwiller geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Emile Aaron (1883), Henriette Eisenstaedt geb. Lewkoritz
(1890), Caroline Hoffmann geb. Aaron (1880 oder 1888), Roger Joseph (), Jacky
Joseph (), Myrtil Joseph (), Henriette Joseph (), Benoit (Benno) Malz (1925),
Michel Metzger (1872), Jacob Revel (1900), Marie Ross (1875), Samuel (Samy)
Rothkopf (1920), Celine de Veau geb. Bär (), Alfred Weil (1916), Emmanuel Weil
(), Florine Weil (), Henri Weil (1873), Hugo Weil (1914), Sarah Weil geb. Weil
(1870), Sarah Weil geb. Bär (1879), Hugo Weil (1915), Alphonse Wolff
(1859).
Nach 1945 konnte eine Gemeinde wieder begründet werden. Seit Ende der
1950er-Jahre ging die Zahl der jüdischen Einwohner jedoch stark zurück und die
Gemeinde wurde wiederum aufgelöst. 1984
waren noch drei jüdische Familien in der Stadt.
Am Ort erinnert heute vor allem das "Jüdische Museum des Elsass" (Musée
judéo-alsacien) in der ehemaligen Synagoge an die jüdische Geschichte der Region.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus
der Geschichte des Rabbinates in Buchsweiler
Zum Tod des in Buchsweiler geborenen Rabbiners Abraham
Auerbach (1846)
Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 3. Februar
1846: "Nekrolog. Bonn, im November 1845 (nicht 1846!).
Am 3. November (3. Cheschwan des Jahres und seine Gerechtigkeit steht
vor dir n. d. kl. Zählung, gemeint 3. Cheschwan 5606) verschied
dahier nach kurzem durch Altersschwäche veranlassten Krankenlager der
emeritierte Oberrabbiner und Präsident des Königlichen israelitischen
Konsistoriums der Rhein- und Mosel-Departements, Herr Abraham Auerbach,
in einem Alter von 85 Jahren, wovon er über 60 Jahre das Amt eines
Rabbiners bei verschiedenen französischen und deutschen Gemeinden treu
und redlich verwaltet hat. Geboren im Jahr 1760 in Buchsweiler im
Elsass, wo sein Vater - ein intimer Freund und Lehrgenosse des als
scharfsinniger Talmudist rühmlichst bekannten R. Wolf Buchsweiler - Rabbiner
war, ward er schon früh im zartesten Kindesalter von Vater und Mutter,
die beide kurz nacheinander in der Blüte ihres Lebens das Zeitliche verließen,
verwaist.... |
Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter vom 10. Februar
1846: |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 17. Februar
1846: |
Rabbiner Dr. Adolf Singer wird in
sein Amt in Buchsweiler eingesetzt (1884)
Anmerkung: Dr. Adolf Ascher Singer (geb. 1837 in Güssing, Burgenland, gest.
1889 in Bouxwiller), studierte von 1862 bis 1865 in Wien; 1867 bis 1877 Rabbiner
und Lehrer in Rosenberg (Olesno), 1877 bis 1880 Rabbiner und Prediger in Schubin,
Posten, 1878 Promotion in Tübingen, 1880 Rabbiner in Schildberg, Posen, 1882
Rabbiner in Seppois le-Bas, 1884 Rabbiner in Bouxwiller.
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juli 1884:
"Buchsweiler (Unter-Elsass), 9. Juli (1884). Sonntag, 6.
dieses Monats fand hier eine Feier statt, die jeden wahren Jehudi mit
Stolz und Freude erfüllen muss. Unser neuer Rabbiner, Herr Dr. Adolf
Singer, bisher Rabbiner in Niedersept, wurde am genannten tage feierlich
in sein Amt eingeführt.
Um 3 Uhr Nachmittags versammelten sich die Mitglieder der hiesigen
israelitischen Gemeinde, alle festtäglich gekleidet, in unserer herrlich
geschmückten und beleuchteten Synagoge. Als Gäste waren erschienen: Das Stadtverordneten-Kollegium
mit dem Herrn Bürgermeister an der Spitze, der Herr Pastor der hiesigen
evangelischen Gemeinde, der Herr Direktor des hiesigen Gymnasiums, der
Herr Amtsrichter und noch viele andere Honoratioren der hiesigen Stadt,
endlich die Herren Kultusvorsteher der zum hiesigen Rabbinatsbezirke
gehörigen Gemeinden.
Die Feier begann mit einem Boruch Habo-Gesang, vorgetragen vom
hiesigen Kantor. Sodann bestiegen Herr Dr. Singer und das
Konsistorialmitglied Herr Isidor Nathan aus Straßburg, als Vertreter des
dortigen Konsistoriums zu gleicher Zeit die Kanzel. Herr Nathan verlas die
auf die Einsetzung des Rabbiners Bezug habenden Aktenstücke und schloss
mit herzlichen Worten der Aufmunterung und mit Segenswünschen für
Rabbiner und Gemeinde. Nachdem Herr Nathan die Kanzel verlassen, begann
Herr Dr. Singer unter lautloser Stille seine Antrittsrede. Der Redner
dankte zuerst in warm empfundenen Worten Gott dafür, dass er ihm
beigestanden und gnädiglich seinem Ziele entgegengeführt. Dann sprach er
der hohen Regierung, dem israelitischen Konsistorium und der hiesigen
Gemeinde den Dank aus für seine Wahl zum hiesigen Rabbiner, endlich
dankte er auch den anwesenden Gästen für ihre Teilnahme.
Nun begann die eigentliche Predigt. Unter Zugrundelegung der Worte des
Moses aus dem laufenden Wochenabschnitte 4. Buch Mose, Kap. 27,16 und 16
als Text, entwickelte der Redner in gediegener und formvollendeter Weise
die Pflichten eines Leiters der religiösen Angelegenheiten der
israelitischen Gemeinde.
Die Predigt machte auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck und wurde der
Redner beim Verlassen der Kanzel allseitig beglückwünscht. Ein
Schlussgesang beendete die Feier in der Synagoge.
Später vereinigte ein Festessen, das die hiesige Gemeinde zur Feier des
Tages veranstaltete, einen großen Teil der Festteilnehmer. Der Herr
Rabbiner brachte bei dieser Gelegenheit auf die Einigkeit in der hiesigen
Gemeinde einen Toast aus, den er aber zu einem ernsten und geistreichen
Vortrage gestaltete. Es folgten noch andere Toaste und erst gegen Abend
trennte man sich.
So schloss diese schöne Feier, in in mancher Hinsicht eine Heiligung des
Gottesnamens genannt werden kann und die allen Teilnehmern sicherlich noch
lange im Gedächtnis bleiben wird. M. Kahn,
Lehrer." |
Rabbiner Dr. Adolf Singer hält Volksbildungs-Vorträge (1886)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. April 1886: "Buchsweiler,
Elsass, 9. April (1886). Seit Jahren werden hier während der Wintermonate
eine Anzahl von populärwissenschaftlichen Vorträgen im großen
städtischen Konzertsaale gehalten. Es sind meistens die Lehrer des
hiesigen Gymnasiums und die hiesigen evangelischen Geistlichen, welche
diese Vorträge halten.
In diesem Jahre hat sich auch unser Rabbiner, Herr Dr. Adolf Singer
an dieser die Volksbildung fördernden Einrichtung beteiligt. Herr Dr.
Singer steht hier auch bei Nichtisraeliten in hoher Achtung, weshalb am
Vortragsabend (1. April) der große Saal mit Zuhörern überfüllt war,
welche dem fast anderthalb Stunden dauernden Vortrage mit gespanntester
Aufmerksamkeit lauschten.
Herr Dr. Singer sprach über die Stellung der Frau nach Bibel und Talmud.
Der Vortrag, vollendet in der Form und reich gediegen an Inhalt, war eine Heiligung
des Gottesnamens in des Wortes schönster Bedeutung. Allseitiger
lauter Beifall lohnte den Redner. Moses Kahn, Lehrer." |
Rabbiner Dr. Nathan Netter wurde zum neuen Rabbiner gewählt
(1891)
Anmerkung: Dr. Nathan Netter (geb. 1866 in Niedernai - Niederehnheim, gest.
1959 in Metz): war Sohn eines Viehhändler, studierte bei Isidor Weill in Colmar
und in Straßburg; war 1891 bis 1898 Rabbiner in Buchsweiler, 1898 bis 1900 in
Saargemünd (Sarreguemines), Lothringen; 1900 bis 1954 Oberrabbiner in
Metz.
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1891:
"Zum Rabbiner der Gemeinde Buchsweiler (Elsass) ist Herr Dr. Netter
gewählt worden." |
Frühgottesdienst für die Schüler des Gymnasiums und der
Realschule (1899)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1899: "Buchsweiler
im Elsass, 19. Januar (1899). Seit einigen Tagen findet hier unter
Leitung unseres erst kurze Zeit hier wirkenden Herrn Rabbiner Dr. E.
Weill für die Schüler des Gymnasiums und der Realschule jeden Sabbat
Frühgottesdienst statt. Nachmittags wird alsdann der betreffende
Wochenabschnitt vorgelesen und von den Schülern wöchentlich abwechselnd,
die Hafthora gesagt. Noch einen anderen Erfolg hat Herr Rabbiner Dr. Weill
hier aufzuweisen. Die Gymnasialschüler von dem eine Stunde von hier
entfernten Städtchen Ingweiler gingen früher fast regelmäßig nach
beendigtem Unterricht samstags nach Hause, das heißt zu Fuß nach
Ingweiler. Der Herr Rabbiner hat es in seinem unermüdlichen
Religionseifer durchgesetzt, dass von nun an die Schüler zum größten
teil bis Nacht hier bleiben können. Infolgedessen auch dem von Herrn
Rabbiner unentgeltlich erteilten Raschi-Unterricht beiwohnen.
Wahrlich, das ist Samen, der gewiss edle Früchte tragen wird; dies umso
mehr, da die Jugend, wie es sein soll, in ihrem Rabbiner einen treuen
Leiter und Ratgeber erblickt und seinen aus tiefstem Herzen kommenden Ermahnungen
und Lehren stets ein offenes Ohr schenkt." |
Die Schüler der aufgelösten
Rabbiner-Präparandenschule in Kolmar studieren nun bei Rabbiner Dr. Weill in
Buchsweiler (1899)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1899: "Buchsweiler
im Elsass. Die wenigen Schüler, welche noch die
Rabbiner-Präparandenschule in Kolmar besuchten, haben sich, da dieses
Institut nun leider aufgehoben ist, zur Fortsetzung ihrer Studien den
hiesigen Ort auserwählt. Zu diesem Entschlusse bewog sie die Berühmtheit
des hiesigen Rabbiners Dr. Weill als Gelehrter; dann aber auch der
gute Ruf, den das hiesige Gymnasium im ganzen lande genießt. Überhaupt
ist unser altes Residenz-Städtchen durch seine guten Schule weithin
bekannt." |
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer und der Schule
Ausschreibung der Stelle des Lehrers und Vorbeters
1903
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 4. Juni 1903: "Die Stelle eines Kantors und
Religionslehrers
mit 700 Mark Jahresgehalt und 200 Mark Nebeneinkommen, ist zu
besetzen. Bewerbungen sind einzureichen bei
Rabbiner Dr. Weill in Buchsweiler (Unter-Elsaß)." |
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Ausschreibung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Juni 1903:
"Buchsweiler (Elsass). Lehrer und Vorbeter. Gehalt 700 Mark
und Nebeneinkommen 200 Mark. Meldung an Rabbiner Dr.
Weill." |
Information zur jüdischen Schule und zum Rabbiner der Gemeinde (1843)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Juni 1843:
"Straßburg, im Juni (1843). Wir haben in voriger Nummer aus
den Auszügen, welche die Arch. isr. de France aus dem Bericht des
Großrabbinern über seine Rundreise durch seinen Sprengel bringen.
Einziges mitzuteilen versprochen. Diese Berichterstattung ist in
Frankreich selbst etwas Neues, und von der Art und Weise, wie die
israelitischen Angelegenheiten eines ganzen Landstrichs mit einem Blicke
übersehen zu werden angefangen werden, ein löbliches, erfreuliches
Zeugnis. In der Einleitung setzt der Großrabbine auseinander, wie erst
von der Bestimmung dieser Rundreisen an sich ein näheres, unmittelbares
Verhältnis zwischen dem Konsistorium und den ihm zur seelsorgerlichen
Obhut Anvertrauten datiert. Alsdann geht er die einzelnen Gemeinden durch,
und bezeichnet, was sie für ihre Synagogen und Schulanstalten getan; insbesondere
bemerkt er auch, was sie zu diesen von den städtischen Gemeinden an
Unterstützung erhalten. - Bouxwiller gibt 1.400 Fr. für seine Schule
aus, und erhält 500 Fr. von der Stadt und frei Lokal dazu; 47 Schüler.
Der Rabbine ist alt und blind." |
Die Witwe des Vorsängers Cerf steht im 99. Lebensjahr
(1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900:
"Während ich diese Zeilen niederschreibe, wird mir mitgeteilt, dass
in Buchsweiler, Elsass, die Witwe des vor etwa 50 Jahren
verstorbenen Vorsängers Cerf, welche im Jahre 1801 geboren ist, also
im 99. Lebensjahre steht, noch rüstig sei, dass sie in ihrem hohen Alter
noch stricken und ihre Hausarbeit verrichten kann". |
Bericht über den jüdischen Religionsunterricht an
Gymnasium und Realschule (1900) siehe nachfolgender Abschnitt "Zum Tod von
Schirmfabrikant...":
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Schirmfabrikant Aron Ott und über die Witwe Cerf (1900)
Anmerkung: zu Witwe Cerf vgl. den oben zitierten
Bericht.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1900: "Buchsweiler
im Elsass. Hier starb letzte Woche in dem hohen Alter von 94 Jahren
der frühere Schirmfabrikant Aron Ott. Trotz seines hohen Alters
war er noch so rüstig, dass er morgens und abends täglich dem
Gottesdienste in der Synagoge beiwohnen konnte.
Ihr Straßburger Korrespondent berichtete Ihnen in Nr. 63 Ihres Blattes
von einer noch älteren hier lebenden Witwe, der Frau Cerf.
Dieselbe ist jedoch nicht 99, wie die Straßburger Post schrieb, sondern
erst 95 Jahre alt. Anm.: Von dritter Seite wird uns mitgeteilt, sie sei
bereits 100 Jahre. Red.
Das hiesige Gymnasium mit Realklassen wurde im verflossenen
Schuljahre im Ganzen von 246 Schülern besucht; hiervor fallen der
Religion nach auf das Gymnasium 18 katholisch, 93 evangelische, 10
israelitische, in die Realschule 17 katholische, 100 evangelische
und 18 israelitische Schüler. Der jüdische Religionsunterricht an der
Anstalt wurde von Rabbiner Dr. Weill in zwei Abteilungen zu je zwei
Stunden wöchentlich erteilt. Es wurden durchgenommen in der ersten
Abteilung: 40 Psalmen, aus den drei ersten Büchern wurde im Urtext
gelesen und besprochen, die ethischen Grundsätze der Bibel in Anlehnung
an den Text entwickelt und die Geschichte der Juden von der Zerstörung
des zweiten Tempels bis zum Abschluss der Periode der Gaonen
durchgenommen. In der zweiten Abteilung: Deuteronomium (5. Mose) Kap. 6-21
und mehrere Psalmen, aus dem Gebetbuche wurde gelesen und erklärt und im
Anschluss daran Belehrungen über wichtige Abschnitte aus der
Pflichtenlehre gegeben; die biblische Geschichte von der Teilung des
Reiches bis zur Zerstörung des ersten Tempels wurde durchgenommen und die
Einteilung der Bibel und der Zyklus der Fest- und Fasttage
wiederholt." |
Zur Geschichte der Synagoge
1842 bis 1844 wurde eine neue Synagoge auf dem
Grundstück einer älteren Synagoge aus dem 18. Jahrhundert erbaut. Der Stadtrat
unterstützte die jüdische Gemeinde durch einen Beitrag von 3.000
Francs.
Während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg wurde das
Gebäude geschändet und umgebaut, um darin eine Kartonagenfabrik einrichten zu
können.
Nach 1945 wurde von der wieder entstandenen kleinen Gemeinde ein Betraum
im Gebäude eingerichtet. Hier wurden bis 1956 die Gottesdienste abgehalten.
Nachdem die Zahl der Gemeindeglieder so stark zurückging, dass keine
Gottesdienste mehr abgehalten werden konnten, gab es 1984 Pläne,
das Gebäude abzubrechen. Um dies zu verhindern, wurde ein Verein gegründet mit
dem Ziel, die Synagoge als ein Museum zu nutzen. Im Jahr 2000 konnte das Musée
Judéo-Alsacien de Bouxwiller eröffnet werden.
Adresse/Standort der Synagoge: Grand
Rue 62a
Fotos
Die Judengasse
(neuere Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 4.10.2011) |
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Historische
Ansichtskarte |
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Straßenschilder
"Judegass"
/ Rue des Juifs |
Alte
Fachwerkhäuser in der "Judegass" |
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Häuserensemble
hinter der Hofeinfahrt |
Jüdische
Wohnhaus mit Portalinschrift |
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| Gebäude der
ehemaligen Mikwe (?) |
Blick in die
"Judegass" |
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Historische Ansichtskarte
von Buchsweiler |
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Rechts die Synagoge |
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Das
Synagogengebäude -
vor der Restaurierung und
Einrichtung des Museums
(Quelle: Rothé/Warschawski S. 64) |
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Außenansicht von
Westen |
Innenansicht
- auf Höhe der Frauenempore
ist eine Zwischendecke eingezogen |
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Die ehemalige
Synagoge
in der Gegenwart
(Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 4.10.2011) |
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Außenansicht
von Westen |
Der
Glockenaufsatz |
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Das
Foto oben in hoher Auflösung |
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Eingangsbereich -
Blick auf
ein "Wohnhaus" |
In der kleinen
Synagoge -
Blick auf den Toraschrein |
Rituelles
Waschbecken
im kleinen Betraum |
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Das
Foto oben in hoher Auflösung |
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Beim
Rundgang durch die Geschichte
des elsässischen Judentums: Kopie eines
mittelalterlichen Grabsteines |
Stationen der
Geschichte des
elsässischen Judentums |
Nachgebauter
"Karren" eines
jüdischen Töpferwarenhändlers |
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Das
Foto oben in hoher Auflösung |
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Eine der Vitrinen
zum
jüdischen Alltagsleben |
In der Reihe der
Darstellung jüdischer
Feste: das Laubhüttenfest (Sukkot) |
Traditionelle
Chanukkaleuchter
und Dreidel |
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Torarolle mit
Toraschmuck |
Torawimpel / Mappa
(vgl. Wikipedia-Artikel) |
Portalinschrift
eines ehemaligen
jüdischen Hauses (siehe Foto oben) |
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| "Jüdische
Schaufenster" |
Abteilung
zur Erinnerung an die jüdischen
Friedhofe und Synagogen im Elsass |
Modell
der Synagoge
in Bouxwiller |
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| Modell
der Synagoge in Balbronn |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

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