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im Elsass"
Pfaffenhoffen
(Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Im Bereich von Pfaffenhoffen, insbesondere auch in Bouxwiller und Neuwiller,
geht die Ansiedlung von Juden bis in die Zeit Anfang des 14. Jahrhunderts
zurück.
In Pfaffenhoffen selbst werden erstmals 1594 Juden genannt. Von den
Grafen zu Hanau-Lichtenberg wurden den jüdischen Familien seit 1626 Schutzbrief
ausgestellt. Das jährliche Schutzgeld betrug damals 18 Gulden. 1683 erteilten
die Grafen eine offizielle Genehmigung zur Abhaltung von Gottesdiensten am Ort.
Damals war das Verhältnis zwischen Juden und Christen noch teilweise sehr
angespannt.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts besserten sich die Beziehungen. 1784
wurde der Jude Zacharias Meyer bereits Zunftmeister der Kaufleute am Ort.
Um 1700 waren erst drei jüdische Familien am Ort. 1784 waren es 16 Familien mit
zusammen 74 Personen.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen
Einwohner wie folgt: 1807 131 jüdische Einwohner, 1846 80, 1861 68, 1866
77, 1900 104, 1910 148.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine
jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem
jüdischen Friedhof in Ettendorf
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte
zum Rabbinat Bouxwiller.
1936 wurden noch lebenden 69 jüdische Einwohner in Pfaffenhofen
gezählt. Diejenigen, die in den folgenden Jahren den Ort nicht verlassen
konnten, wurden unter der deutschen Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert. Elf von ihnen wurden ermordet.
Von den in Pfaffenhofen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Roger Gradwohl (1923),
Marcel Gradwohl (1921), Salomon-Robert Mandel (1913) Aline Polsky (Polsli) geb.
Weiler (1869), Martin Schloss (1896), Regina Schloss (1897), Siegfried Schloss
(1896), Mathilde Schneberger (1897), Denise Sichel (1913), Jacqueline Sichel
(1920), Mathilde Sichel geb. Lehmann (), Robert Sichel ().
Nach 1945
kehrte ein Teil der Überlebenden zurück. 1954 wurden 34 jüdische Einwohner
gezählt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in
Pfaffenhofen gefunden. |
Zur Geschichte der Synagoge
Nachdem seit 1683 offiziell die Abhaltung jüdischer
Gottesdienst genehmigt war, ist vermutlich bald darauf ein Betsaal in einem
jüdischen Privathaus eingerichtet worden, falls nicht ein solcher schon einige
Zeit (inoffiziell) bestanden hatte.
Spätestens 1744 war eine Synagoge
vorhanden, da das Waschbecken im Eingangsbereich der heute noch bestehenden
Synagoge diese Jahreszahl (jüdische Zählung [5]505) trägt. Während der Zeit
der französischen Revolution konnte 1791 die Synagoge neu erbaut und eingeweiht
werden. Es handelte sich um ein Gemeindezentrum, in dem auch die Schule, die
Mazzotbäckerei und ein rituelles Bad eingerichtet waren. Äußerlich war die
Synagoge als solche kaum erkenntlich. Nur über dem Eingang ist die hebräische
Jahreszahl für (umgerechnet) 1791 zu lesen. Im unteren Geschoss befand sich ein
Zimmer, das als Versammlungsraum der Gemeinde diente ("Kahlstube" von
Kahal = Gemeinde). Über eine Steintreppe (Klapptür am Fußboden) gelangte man
von hier zum rituellen Bad. Hinter der Kahlstube lagen zwei kleinere Zimmer, von
denen eines als Herberge für durchreisende Juden, das andere als
Mazzotbäckerei verwendet wurde.
Adresse/Standort der Synagoge: Passage
du Schneeberg bzw. 24, rue du Docteur Schweitzer 67350
Pfaffenhofen
Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 13.5.2004)
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Blick auf die
Synagoge |
Eingangstür; über dem
Türsturz die
Jahreszahl (5)591 = 1791 |
Waschbecken
von 1744
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| Der im oberen Stock der
Synagoge befindliche Betsaal. Neun relativ hohe, nach innen ausgeschrägte
Fenster geben dem Raum Licht. Über dem Toraschrein wurde ein Okulus
eingefügt, der mit bunten Glasscheiben besetzt ist. Schöne Leuchter
erhellten den Raum. |
Blick zum Toraschrein.
Die
Säulen sind mit
Weinranken verziert |
Inschriften und Symbolik am
Toraschrein.
Die Jahreszahl [5]591 steht für 1791.
Die beiden Löwen
tragen die "Krone der Tora".
Links steht die Inschrift:
"Wisse, vor wem
du stehst" und "Der Herr ist stets vor
mir".
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Vorhang eines Toraschreines
aus Mertzwiller (Merzweiler) |
Vorhang eines Toraschreines
aus Oberschaeffolsheim |
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Besichtigung
der
Synagoge in Pfaffenhofen
während der Jahrestagung
der "Alemannia Judaica"
am 30. Oktober 2011
(Fotos: Hahn) |
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Blick auf die
Synagoge, direkt im
Hintergrund ein Brauereigebäude |
Eingang zur
Synagoge |
In den Räumen des
Erdgeschosses
unter dem Betsaal |
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Kleines Becken
für rituelle
Handwaschungen |
Säule vom
Toraschrein der
Synagoge Wingersheim |
Im
Betsaal - im Hintergrund sind die Gitter vor dem
Frauenbereich erkennbar |
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Im Betsaal -
Blick zum Toraschrein |
Chanukka-Leuchter
(Platz für acht
Kerzen) vor dem Toraschrein |
Torarollen
aus unterschiedlichen Gemeinden der
Umgebung im Toraschrein |
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| Toraschrein-Vorhänge
(Parochot) aus unterschiedlichen Orten der Umgebung an den Wänden des
Betsaales |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 108.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Pfaffenhofen
Bas-Rhin dist. The Jewish presence here dates from the beginning of the 14th
century. In 1626, the Hanau-Lichtenberg family granted Jews the right of
residence and in 1791 a synagogue was inaugurated. In 1808, the community
numbered 136 Jews, dropping to 69 in 1936. The Germans expelled the Jews to the
south of France together with the rest of Alsace-Lorraine Jews. During a
bombardment, the synagogue was damaged. Eleven local Jews were deported. In 1954
the Jewish population was 34.

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