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Albisheim (Pfrimm) (VG
Göllheim, Donnersbergkreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Albisheim bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis
um 1930. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.
Erstmals werden 1722 Juden am Ort genannt. In der Folgezeit lassen sich
(bis 1790) drei jüdische Familien mit ihren Angehörigen nachweisen, die in den
Judenschutzakten der Herrschaft Kirchheimbolanden genannt sind. Zwischen 1722
und 1740 waren es die Familien des Judt Süßkind, des Judt Benedikt und des
Abraham Gümbel.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1801 20 jüdische Einwohner (3,1 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808
21, 1825 38 (4,5 %), 1835 35, 1870 44, 1890 37.
1809/10 werden die
folgenden jüdischen Haushaltsvorsteher genannt: Elias Gümbel, Salomon Levy,
Benedict Löb und Aron Seligmann.
An Einrichtungen bestanden eine Betstube (Synagoge, s.u.), eine
Religionsschule, möglicherweise ein rituelles Bad und seit 1866 ein eigener Friedhof.
Die Gemeinde gehörte zum
Bezirksrabbinat Kaiserslautern.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Max Fröhlich (geb.
10.11.1888 in Gauersheim, gef. 5.7.1916). Außerdem sind gefallen: Heinrich Kehr
(geb. 12.9.1894 in Albisheim, vor 1914 in Wachenheim wohnhaft, gef. 28.10.1915),
Gefreiter Julius Reiß (geb. 5.4.1897 in Albisheim, vor 1914 in Grünstadt
wohnhaft, gef. 6.3.1919) und Unteroffizier Fritz (Friedrich) Borg (geb. 7.2.1893
in Albisheim, vor 1914 in Bingen wohnhaft, gef. 12.11.1916).
Um 1925 gehörten noch 36
Einwohner der jüdischen Gemeinde an (3,3 % von insgesamt ca. 1.100 Einwohner).
Damals bildeten den Gemeindevorstand die Herren
Adolf Rothschild, Leopold Strauß, Berthold Metzger, Simson Josef, David
Metzger. Als Kantor und Schächter war Adolf Rothschild tätig. Nach 1930
bildeten die Albisheimer Juden mit der Israelitischen Kultusgemeinde im
benachbarten Gauersheim eine gemeinsame Gemeinde.
1933 lebten noch acht jüdische Familien am Ort.
Von den in Albisheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Borg (1890),
Blanka David geb. Metzger (1884), Charlotte Feibelmann geb. Gümpel (1880), Antonia (Toni) Fröhlich geb. Elkan
(1902), Herbert Fröhlich (1896), Fanna Ilse Gümbel (1921), Mina Gümbel geb. Ullmann (1892),
Paula Gümbel (1887), Sigmund Gümbel (1891), David Metzger (1882), Johanna Metzger (1888(, Henriette Ney geb. Mandel (1865),
Susanne Stern geb. Gümbel (1857), Marta Strauß geb. Fröhlich (1893), Herta Wahl
geb. Gümbel (1902).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen jüdischer
Gewerbebetriebe
Anzeige des Manufakturwaren- und Möbelgeschäftes J. Borg
(1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1901:
"Lehrling,
mit guter Schulbildung und schöner Handschrift sucht per
Ostern
J. Borg, Manufakturwaren- und Möbelgeschäft,
Albisheim,
Rheinpfalz." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Die Gemeinde ist von einem schweren Unglück mit zwei
Todesfällen betroffen (1912)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. August
1912: "Albisheim (Pfalz). Unsere nur aus acht Familien
bestehende Gemeinde ist von einem schweren Unglück heimgesucht
worden. Bei der Rückfahrt von einem Trauerbesuch in dem zu unserer
Gemeinde gehörigen Gauersheim brach
das Vorderrad der überfüllten Chaise, sodass dieselbe umstürzte. Frau
Michael Mandel erlitt eine Gehirnerschütterung, der sie nach 2
Tagen erlag, Frau Jacob Fröhlich, Mutter von fünf noch unversorgten
Kindern, trug einen Armbruch davon, zu dem sich 'Starrkrampf' gesellte,
sodass auch sie verschied." |
Zur Geschichte des Betsaal/der Synagoge
Im 18. Jahrhundert war bereits eine Betstube vorhanden. Nach einer
Beschreibung von 1723 war sie in einem Haus eingerichtet, das drei
Familien gehörte, die den Betraum der Gemeinde zur Verfügung stellen. 1824
wird der Zustand der Synagoge in Albisheim als schlecht bezeichnet.
Möglicherweise ist das 1843 in der Hauptstraße No. 99 genannte "Wohnhaus
mit Synagoge, Stall und Hofraum" noch dasselbe Gebäude. 1852 wurde die
Synagoge nachweislich noch benutzt. 1894 wurde das Synagogenanwesen an Bäcker
Heinrich Hees verkauft und Anfang des 19. Jahrhunderts von Bäcker Heinrich Funk
übernommen.
Adresse/Standort der Synagoge: an der Hauptstraße
Fotos / Darstellungen:
sind nicht bekannt
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Rüdiger Unger: Festschrift zur 1150-Jahr-Feier der
Gemeinde Albisheim. 1985. |
 | Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992. |
 | Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 40. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 69 (mit weiteren Literaturangaben).
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