Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ribnitz-Damgarten (Kreis Nordvorpommern) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Ribnitz-Damgarten (Seite noch nicht erstellt)    
  

Zur Geschichte des Friedhofes  

1755 konnte die jüdische Gemeinde in Ribnitz eine Fläche von "50 Fuß im Quadrat" zur Anlage eines Friedhofes erwerben. Auf ihm wurden in den folgenden Jahrzehnten auch die in umliegenden jüdischen Gemeinde verstorbenen Juden beigesetzt. Dieser alte jüdische Friedhof wurde in den 1920er- und 1930er-Jahren mehrfach geschändet und 1938 auf Veranlassung der NS-Behörden eingeebnet. 
 
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde nach 1885 im Zusammenhang mit der Anlage eines neuen städtischen Friedhofes am Schleusenberg angelegt. Dieser Friedhof wurde in der NS-Zeit gleichfalls abgeräumt. In seiner südwestlichen Ecke befindet sich heute eine Gedenkstätte mit einem Granitobelisk und Gedenkinschrift sowie den drei einzigen erhaltenen Grabsteinen des alten jüdischen Friedhofes (von 1831, 1842 bzw. 1850, letzterer von Rabbiner Meir, Sohn des Rabbiners David ha-Kohen).  

Über eine Friedhofschändung Anfang 1932 
Ribnitz Israelit 11021932f.jpg (80582 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1932: "Eine neue Serie von Friedhofsschändungen. Berlin, 1. Februar (1932). In der letzten Zeit kamen in verschiedenen Teilen Deutschlands wiederum Schändungen jüdischer Friedhöfe vor. In Ribnitz in Mecklenburg wurde der jüdische Friedhof verwüstet und beschmutzt. Ganze Reihen von Grabsteinen wurden mit Hakenkreuzen und Hetzsprüchen, wie 'Juda verrecke', sowie den Zeichen der nationalsozialistischen S.A. beschmiert. Der Friedhof wurde außerdem in nicht wiederzugebender Weise besudelt. Als Täter wurden zwei Schüler der dortigen Realschule im Alter von 10 und 12 Jahren festgestellt; der eine von ihnen war durch seinen Bruder, der eingetragenes Mitglied der NSDAP ist, verhetzt worden. Die beiden Jungen wurden bestraft. Der Direktor der Realschule hat ihnen in einer Versammlung der gesamten Klassen die Schändlichkeit ihres Tuns vorgehalten. Es ist ferner veranlasst worden, dass die Täter oder ihre Angehörigen die Beschmutzungen entfernen."
   
Über eine Friedhofschändung Anfang November 2007 - Pressemitteilungen, Quelle: www.ad-hoc-news.de vom 11.11.2007:
Ribnitz-Damgarten (ddp-nrd). Unbekannte haben den jüdischen Friedhof in Ribnitz-Damgarten (Kreis Nordvorpommern) geschändet. Die Hakenkreuz-Schmierereien auf Grabsteinen und einer Friedhofsmauer mit Gedenktafel waren bereits am Donnerstagmorgen, einen Tag vor den Gedenkfeiern anlässlich der Pogromnacht am 9. November 1938, entdeckt worden, wie die «Ostsee-Zeitung» am Samstag berichtete. Der Staatsschutz ermittele wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, Störung der Totenruhe und gemeinschädlicher Sachbeschädigung, teilte die Polizei auf ddp-Anfrage mit. Nach Polizeiangaben Polizei waren die Schmierereien mit blauer Farbe aufgepinselt. Auf einem angrenzenden Teil des Friedhofes waren laut Zeitungsbericht auch einige Urnengrabstellen beschädigt worden. Noch vor der Gedenkfeier waren die beiden beschmierten Grabsteine aus Sandstein zur Säuberung abtransportiert worden.    

     
Lage des Friedhofes:        

Der alte jüdische Friedhof lag auf dem Gelände des heutigen Richard-Wossidlo-Gymnasiums. Der neue Friedhof lag inmitten des städtischen Friedhofes.

Lage der jüdischen Friedhöfe in Ribnitz-Damgarten auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Richard-Wossidlo-Gymnasium" (auf dem Schulgelände war der alte Friedhof) bzw. unter unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Alter Friedhof, Ribnitz" (in diesem Bereich war der neue Friedhof; der jüdische Teil ist nicht gesondert eingetragen)

Fotos 
(Fotos: Anna Mittermayer, Aufnahmedatum: 2.1.2009)

Der alte Friedhof Ribnitz-Damgarten Friedhof a100.jpg (136869 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof a101.jpg (142399 Byte)
  Es sind nach der Zerstörung und Einebnung des Friedhofes 1938 keine Grabsteine mehr erhalten
     
Der neue Friedhof als Teil des städtischen Friedhofes  Ribnitz-Damgarten Friedhof n101.jpg (103184 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n100.jpg (120140 Byte)
  Blick über den Friedhof mit Hinweistafel auf den 1885 eingeweihten und um 1926 letztmals belegten Friedhof
     
Ribnitz-Damgarten Friedhof n102.jpg (114149 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n110.jpg (101903 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n109.jpg (110862 Byte)
Teilansichten des jüdischen Friedhofes; die auf ihm nach 1945 angelegten Gräber sind von nichtjüdischen Personen 
Ribnitz-Damgarten Friedhof n108.jpg (107381 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n111.jpg (121494 Byte)  
Blick auf die Gruppe der erhaltenen Grabsteine und den Gedenkstein  
     
Ribnitz-Damgarten Friedhof n107.jpg (99193 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n106.jpg (76593 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n103.jpg (86579 Byte)
Grabstein für eine am 18. Tewet 5591 (3. Januar 1831) verstorbene Frau Grabstein für R. Meir ben David HaCohen, gest. am 3. Ijar 5610 (= 13. April 1850) Grabstein für "Zwi Ben Jaakow", gest. am 1. Adar 5602 (11. Februar 1842)
     
Ribnitz-Damgarten Friedhof n104.jpg (69499 Byte) Ribnitz-Damgarten Friedhof n105.jpg (106139 Byte)
Gedenkstein mit Inschrift: "Den in Ribnitz sowie allen durch die Wirrnisse der Zeit 1933-45 fern der Heimat verstorbenen jüdischen Bürgern unserer Stadt zum Gedenken. Der Rat der Stadt Ribnitz-Damgarten."

 

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Ribnitz-Damgarten   
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Ribnitz mit Fotos auf der Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier anklicken 

Literatur:  

 Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 47-49; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 574-575.
Eleonore Rosel: Spurensuche, Jüdisches Leben in Ribnitz und Umgebung. 1996. 
 

     

                   
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Stand: 21. März 2009