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in der Region
Jüdische Friedhöfe in Mecklenburg
- Vorpommern
Übersicht: Jüdische Friedhöfe (und jüdische
*Begräbnisstätten) finden sich in
einzelnen, in allen Stadt- und Landkreisen des Bundeslandes verstreut liegenden Orten: Landkreise
Bad Doberan (DBR), Demmin (DM), Güstrow (GÜ), Ludwigslust (LWL),
Mecklenburg-Strelitz (MST), Müritz (MÜR), Nordvorpommern (NVP),
Nordwestmecklenburg (NWM), Ostvorpommern (OVP), Parchim (PCH), Rügen (RÜG),
Uecker-Randow (UER) und Stadtkreise Greifswald (HGW), Neubrandenburg (NB),
Rostock (HRO), Schwerin (SN), Stralsund (HST) und Wismar (HWI).
Noch überprüfen: Mecklenburg (Dorf Mecklenburg)
Anklam (OVP)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die seit Anfang des 19.
Jahrhunderts in Anklam entstandene jüdische Gemeinde konnte 1817 einen ersten
Friedhof anlegen, der vermutlich nur kurze Zeit genutzt wurde. Von ihm ist
nichts mehr erhalten. 1925 wurde der Friedhof von der jüdischen Gemeinde für
den Bau einer Nebenstelle der Reichsbank zur Verfügung gestellt. Um 1850 wurde ein neuer Friedhof am damaligen
Stadtrand angelegt, der bis in die NS-Zeit genutzt wurde (1936 letzte
Beisetzung), dann jedoch verwüstet wurde. 1948 wurde der Friedhof wieder
hergestellt. Es sind 32 Grabsteine erhalten. Eine Gedenkstele des Bildhauers
Bruno Giese wurde aufgestellt mit der Inschrift: "Den jüdischen Opfern des
Faschismus zum Gedenken, allen Lebenden zur Mahnung".
Lage: Alter Friedhof auf dem Großen Wall (Bereich der heutigen
Straße "Großer Wall"); neuer Friedhof im heutigen Wohngebiet
Lilienthalhof/An der Straße "Min Hüsung".
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Lage des (neuen) jüdischen Friedhofes
in Anklam auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd." |
Link: Website der
Hansestadt Anklam
Nähere Informationen und Fotos siehe beim Projekt der FH Neubrandenburg: hier
anklicken
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Anklam mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 23; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 230f.
Bad Sülze (NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Bad Sülze bestand seit 1765 am
Schindanger ein jüdischer Friedhof, auf dem damals die jüdischen Familien
einer weiten Umgebung (u.a. auch aus Stralsund) ihre Toten beigesetzt haben. Der Friedhof bestand bis in
das 20. Jahrhundert. Die Friedhofsfläche umfasste 10,54 ar. Beim Bau der neuen
Schule in der Kastanienallee 7 (heute: Grund- und Realschule) wurde der Friedhof
zerstört, als dort eine Heizleitung verlegt wurde. An seiner Stelle befindet
sich ein Parkplatz.
Lage: Früher: Am Schindanger. Heute Schulhof der Schule an der
Kastanienallee (Flur 3, Friedhofsgrundstück ist das Flurstück 40/4).
Link: Website des
Amtes Rechnitz-Trebeltal
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 630.
Barth (NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: Auf
dem städtischen Areal des Barther Friedhofes befinden sich heute mehrere
Gedenksteine, vor allem in Erinnerung an die vielen Opfer des
Nationalsozialismus. Die Stadt erwarb im 19. Jahrhundert diese Fläche von der
Kirche. Sie sollte als Armenfriedhof dienen. Hauptsächlich wurden dort jedoch
nichtchristliche Bürger bestattet. Insofern wurde im Volksmund dieser Platz
"Judenfriedhof" genannt. Hier befinden sich unzählige Gräber von
KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Bis in die 1950er Jahre müssen
die Gräber gekennzeichnet gewesen sein. Ein heute zu sehender Gedenkstein
erinnert an eine Begräbnisstätte von 114 sowjetischen Kindern von
Zwangsarbeiterinnen, die hier während der Kriegsjahre verstarben. Ein weiterer
Stein trägt die Namen von acht polnischen Männern, ein nächster gedenkt den
Tod italienischer Zwangsarbeiter. Ein anderer Findling kennzeichnet eine Ruhestätte
von 180 Umsiedlern. In dieser Reihe befindet sich auch ein Stein mit
eingearbeitetem Davidsstern, der an die hier begrabenen jüdischen Barther Bürger
erinnert.
Lage: Städtischer Friedhof an der Kirchwallstraße (beim Rathaus/Friedhofswall)
Link: Website der
Stadt Barth (von hier ist der obige Text und das Foto
übernommen)
Förderverein
Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth e.V.
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 240f.
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Barth mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical
Societies (Cemetery Project): hier
anklicken
Bergen/Rügen
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte eines
jüdischen Friedhofes in Bergen ist nichts Näheres bekannt. Der Friedhof soll
als ein Teil des städtischen Friedhofes in den 1950er-Jahren noch vorhanden
gewesen sein.
Lage: Teil des städtischen Friedhofes.
Link: Website
der Stadt Bergen auf Rügen
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 251.
Boizenburg/Elbe
(LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde am Ende
des 18. Jahrhunderts angelegt. Er umfasst eine Fläche von 6,80 ar. Der Friedhof
wurde bis 1934 genutzt. In der NS-Zeit war er zunehmend in einem
verwahrlosten Zustand, wurde jedoch 1948 wieder instandgesetzt. 1964 sollte er
eingeebnet werden, wogegen die jüdische Landesgemeinde Einspruch erhob. 1966
wurde der Friedhof schwer geschändet (Grabsteine beschädigt, Friedhofsmauer
eingerissen), aber danach wieder hergerichtet. Es sind etwa 30 Grabsteine
erhalten. Auch ein Gedenkstein ist vorhanden.
Der Friedhof wurde am 30.1.2002 geschändet. Dabei werden
alle 31 Grabsteine umgeworfen, ca. 75 Prozent davon zerschlagen sowie ein
Davidstern herausgeschnitten. Am 24.2.2002 wurde der Friedhof erneut geschändet,
mit Hakenkreuzen beschmiert und ein Schweinekopf hinterlassen.
Lage: Am Lauenburger Postweg direkt am Hang, am westlichen Rand der Boizenburger
Altstadt.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Boizenburg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd." |
Link: Website der
Stadt Boizenburg/Elbe
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 23-24; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 265-266.
Brandshagen-Niederhof
(Amt Miltzow, NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes:
Der jüdische Friedhof ist der älteste erhaltene jüdische Friedhof an der
Ostseeküste. Er wurde von der seit 1765 in Stralsund bestehenden jüdischen
Gemeinde angelegt. Diese konnte in Stralsund keinen Begräbnisplatz anlegen und
war gezwungen, ihre Toten zunächst in (Bad) Sülze
beizusetzen. 1776 verstarb die Tochter des Stralsunder jüdischen Münzagenten
Hertz. Diesem wurde vom Münzdirektor Giese erlaubt, das Kind in deren
Lustgarten auf Gut Niederhof beizusetzen. Im Laufe der folgenden
Jahrzehnten erfolgten weitere Beisetzungen in Niederhof. Bis 1850 wurden hier
Juden aus Stralsund, Greifswald und anderen vorpommerschen Städten hier
beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 2,80 ar. Es sind noch etwa 60
Grabsteine bzw. Grabsteinreste erhalten. Ein Gedenkstein zur Erinnerung an die
in der NS-Zeit ermordeten Juden ist aufgestellt.
Lage: Der Friedhof liegt an einem bewaldeten Wall unweit des Sundes
in der Nähe der größten Kormorankolonie Mitteleuropas.
Link: Website
des Amtsbereiches Miltzow Website
der Gemeinde Brandshagen (von hier das Foto von M. Wennrich)
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Niederhof mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24; Karl-Heinz Bernhard/Fritz
Treichel: Der jüdische Begräbnisplatz in Niederhof. In: Baltische
Studien (Hamburg) N.F. 47 (1960) S. 111-136; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 268-271.
Brüel (PCH)
Zur Geschichte des Friedhofes: Das Alter des Friedhofes ist nicht
bekannt, vermutlich ist er im 18. Jahrhundert entstanden. Die Friedhofsfläche
umfasst um 1880 10,80 ar. Da die jüdische Gemeinde des Ortes bereits 1913
aufgelöst wurde, ist der Begräbnisplatz im Mai 1915 an die politische
Gemeinde verkauft worden. In der NS-Zeit wurde er nicht geschändet. Es sind 28
Grabstätten mit zusammen neun, meist stark verwitterten Grabsteinen erhalten.
Die belegte Fläche des Friedhofes ist von einem Drahtzaun umgeben. Der
unbelegte Friedhofsteil ist zugewachsen.
Anfang 2001 wurde der Friedhof geschändet. Drei 15- und
16jährige aus der rechten Szene wurden als Täter ermittelt.
Lage: Der Friedhof liegt weit außerhalb der Stadt in Richtung
Weitendorf. Von der Hauptstraße muss man auf den ehemaligen Landweg von
Weitendorf nach Necheln abbiegen. Links dieses Weges führt ein schmaler Pfad
durch dichten Wald hinauf zum Friedhof.
Link: Website
von Amt und Stadt Brüel
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 24-25; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 272-273.
Bützow (GÜ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Im 18. Jahrhundert
(um 1738) pachtete die
jüdische Gemeinde der Stadt Grundstücke des domanialen Bauhofes zur Anlage eines
Friedhofes. Die erste Beisetzung fand um 1740 statt. Der Friedhof wurde 1800 und
1821 erweitert. Die letzte Beisetzung erfolgte 1918. 1922 wurde die jüdische
Gemeinde der Stadt aufgelöst bzw. mit der Gemeinde Güstrow verbunden. Der
Friedhof wurde bis 1937 weiter gepflegt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof
geschändet. 1955 kaufte die Stiftskirche von Bützow den Begräbnisplatz und
schloss einen Pflegevertrag ab. Zwei Drittel des Friedhofes (unbelegter Teil)
wurde seitdem für Neubelegungen von der evangelischen Gemeinde genutzt. Auf dem
belegten Teil sind 74 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 8,50
ar von früher 12 ar.
Der Friedhof wurde Anfang September 2002 geschändet (zehn
Grabsteine umgeworfen und teilweise zerstört; Grabsteine mit Nazi-Symbolen
besprüht).
Artikel zur Geschichte des jüdischen Friedhofes und der jüdischen Gemeinde
Foto
links von Wolfgang Schmidtbauer: Diese Grabsteine erinnern noch heute an die Geschichte des jüdischen Friedhofes.
Artikel von Wolfgang Schmidtbauer in
der "Schweriner Volkszeitung" vom 12. März 2011 (Artikel):
"Ohne Schutzgeld keine Ansiedlung.
BÜTZOW - Bereits vor der Mitte des 18. Jahrhunderts bestand in Bützow eine nicht unbedeutende Gemeinde jüdischer Einwohner, wie wir es aus den Memoiren des Aaron Isaak aus Treuenbrietzen wissen, der 1751 in Bützow Wohnung nahm.
1738 hatte die in Bützow lebende Herzogswitwe Sophie Charlotte Jochim Gumpert und Nathan Hersch als "Hofjuden" angenommen und ihnen ein Privileg erteilt. Es lebten nunmehr zehn Familien in der Stadt, denen eine herzogliche Erlaubnis erteilt worden war, ihren Wohnsitz im Land zu nehmen, und die zuvor die Gebühr für dieses Privileg - das sog. "Schutzgeld" - an die Renterei (die fürstliche Kassen) - bezahlt hatten.
Erst damit war die Voraussetzung für eine Ansiedlung in Mecklenburg-Schwerin gegeben, denn wer sich ohne Privileg im Lande aufhielt, dem drohte eine
Patentverordnung - d.h. eine gesetzliche Bestimmung Herzog Christian
Ludwigs - die "Wegschaffung" an.
Eine Gemeinde benötigte unbedingt einen Begräbnisplatz. Auf dem Klüschenberg, der zum domanialen Bauhof bei Bützow gehörte, wurde dessen Anlage um 1738 genehmigt und das Areal an die jüdische Gemeinde verpachtet. Die ersten Bestattungen fanden dort im Jahre 1740 statt. Während bis 1790 die Anzahl der in Bützow lebenden Personen jüdischen Glaubens nahezu gleich blieb, nahm sie danach zu, so dass 1811 bereits 16 jüdische Familien in Bützow wohnten. Eine Erweiterung des Friedhofes war somit unerlässlich, die dann auch im Jahre 1800 auf 40 Quadratruten (860 Kubikmetern) erfolgte. Als im gleichen Jahr an den Bützower Rat die Forderung herangetragen wurde, den um die Stiftskirche gelegenen Friedhof zu schließen und einen neuen außerhalb der Stadt anzulegen, sahen Magistrat und Bürgerrepräsentanten dafür keine Notwendigkeit. Erst 1808 erfolgte diese Verlegung, ebenfalls auf den Klüschenberg, so dass beide Friedhöfe nunmehr in unmittelbarer Nachbarschaft lagen. Außer in Bützow ist eine solche nachbarliche Lage noch aus Friedland, Krakow, Malchow und Rostock bekannt.
1821 machte die Zunahme der jüdischen Einwohner eine Erweiterung ihres Friedhofs auf 57 Quadratruten (1 230 Kubikmetern) erforderlich, wofür nun zwei Reichstaler 16 Schilling Pacht an das Domanialamt zu zahlen waren. Als der auf domanialem Gebiet liegende Bauhof mit dem darauf befindlichen jüdischen Friedhof 1876 in das Eigentum der Stadt überging, kaufte ihr die jüdische Gemeinde das Areal ab und errichtete eine eigene Umzäunung und einen separaten Eingang.
Weder das Amt noch die Stadt noch die Pastoren Bützows haben daran Anstoß genommen, dass der christliche und der jüdische Friedhof eng beieinander lagen - wohl aber kamen dem Oberkirchenrat in Schwerin im Jahre 1884 Bedenken. Er schrieb an den Bützower Pastor Chrestin: "Es kommt uns darauf an festzustellen, ob im Lande ... bisher durchgehend die Regel befolgt ist, die jüdischen Begräbnißplätze von den christlichen Kirchhöfen völlig und in der Art zu isoliren, daß erstere von letzteren räumlich durch einen weiten Abstand entfernt sind und irgend ein Verhältniß der Nachbarschaft zwischen beiden nicht besteht, noch viel weniger der eine hart neben dem anderen liegt." Kirchenrat Chrestin antwortete mit einer Beschreibung der Verhältnisse und endete lakonisch: "So lange ich mich erinnere, hat der Judenkirchhof an der angegebenen Stelle gelegen" und wehrte von vornherein irgendwelche Maßnahmen
ab: ".. ich möchte nicht, daß Anlaß zur Aufregung gegeben würde."
Nach der Wende zum 20. Jahrhundert nahm die Anzahl der jüdischen Einwohner vor allem durch Wegzug in größere Städte immer weiter ab. Die letzte Bestattung auf dem jüdischen Friedhof fand nach Akten im Landeshauptarchiv im Jahre 1910 statt, Synagoge und Schulhaus in der Wallstraße wurden 1920 öffentlich versteigert, die israelitische Gemeinde schließlich 1922 aufgelöst. Die weitere Instandhaltung des Friedhofes war Aufgabe der Landesgemeinde, die dessen Pflege für die Jahre 1931-1933 dem Gartenbaubetrieb Otto Dewerth, Bützow, für 40 RM jährlich übertrug.
Es scheint, als ob die Toten noch die nächsten fünf Jahre ohne Störung dort ruhen konnten: aber der von den Nazis organisierte "Volkszorn" führte während des Pogroms im November 1938 zur Verwüstung des Friedhofes. Anträge der Bürgermeister Kreienbrink (1938) und Müller (1939 und 1941) an die Regierung, die Einebnung zu gestatten, führten zu dem Ergebnis, dass die Stadt selbst entscheiden sollte. Eine Einebnung unterblieb, aus welchen Gründen auch immer. Wie es heißt, sollen allerdings Grabsteine im Frühjahr 1945 für den Bau von Panzersperren missbraucht und nach Kriegsende auf Geheiß des sowjetischen Stadtkommandanten wieder zurückgebracht worden sein. Noch nicht entnazifizierte NSDAP-Mitglieder wurden jedenfalls im Frühjahr 1947 eingesetzt, um den jüdischen Friedhof wieder herzurichten. Seit 1955 steht der Begräbnisplatz im Besitz der Bützower Stiftsgemeinde, die mit dem Kauf die Verpflichtung zur Pflege bis zum Jahre 1999 übernahm. Mehrfach wurde in der Vergangenheit die Ruhe der Toten barbarisch gestört, Grabsteine wurden beschmiert, umgeworfen, zerschlagen ... Es muss uns allen ein Herzensanliegen sein, dass solche Schandtaten nie wieder geschehen. Der Friedhof der Bützower jüdischen Gemeinde soll uns daran erinnern, dass in Bützow zweihundert Jahre lang Juden und Nichtjuden Bürger unserer Stadt waren, die in gegenseitiger Toleranz zusammenlebten. Sie einte ihr Menschsein." |
Lage: Der Friedhof liegt links der Landstraße nach Kröpelin
(Straße "Vor dem Rostocker Tor")
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Bützow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, Bützow" (der jüdische Friedhof ist nicht gesondert
eingetragen) |
Link: Website der
Stadt Bützow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 25-26; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 274-275.
Crivitz (PCH)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1776
angelegt. Zunächst war er von einem Zaun umgeben, 1938 wurde dieser durch eine
massive Mauer ersetzt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof restlos zerstört und
eingeebnet. Auf
dem Gelände wurde im Zweiten Weltkrieg ein Lager für sowjetische
Kriegsgefangene angelegt. Das für die Wachmannschaft erbaute Backsteingebäude
Trammerstraße 1 blieb erhalten und ist heute Wohnhaus. Auf dem
Friedhofsgelände, das in den 1980er-Jahren als Lagerplatz eines
Handwerksbetriebes verwendet wurde, ist kein Grabstein mehr vorhanden.
Lage: An der Trammer Straße.
Link: Website der
Stadt Crivitz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 26; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 288.
Dargun (DM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof entstand im Innern
einer alten wendischen Burganlage im 18. Jahrhundert und umfasst etwa 9 ar. Die
jüdische Gemeinde wurde in den 1920er-Jahren aufgelöst. In dieser Zeit fand
auch die letzte Beisetzung statt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof weitgehend
zerstört. Erst 1963 wurde der Friedhof - soweit noch möglich - instandgesetzt
und eine Gedenkstätte angelegt. Der Gedenkstein erhebt sich auf einem Sockel
aus Bruchstücken zerstörter Grabsteine. Auf dem Friedhof sind noch
Grabumrandungen und Sockel von etwa zehn Grabsteinen erhalten sowie zwei
Grabsteine von 1917.
Lage: Südwestlich der Stadt inmitten eines Laubwaldes.
Link: Website der
Stadt Dargun
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Dargun mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 26-27; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 289.
Demmin (DM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Das Grundstück zur Anlage eines
jüdischen Friedhofes wurde von der jüdischen Gemeinde Stralsund für die in
Demmin lebenden Gemeindeglieder 1847 erworben. Es wurde bis um 1933 belegt. 1938
verkauften die noch in Demmin lebenden Gemeindemitglieder einen unbelegten Teil
des Friedhofes als Baugelände. In der Pogromnacht 1938 wurde der Friedhof
beschädigt. Nach 1945 ist der Friedhof von der Evangelischen Kirchengemeinde
wieder hergerichtet worden. Es sind etwa 30 Grabsteine erhalten. Das
Friedhofsgelände ist von einer Feldsteinmauer umgeben und umfasst etwa 10 ar. Eine Gedenkinschrift mit
Zitat aus Psalm 122,8 ist angebracht.
Lage: Der Friedhof liegt in der Nähe des Bahnhofes an der Bergstraße 5.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Demmin auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, Bergstraße" (gemeint ist der jüdische Friedhof) |
Presseartikel zum Friedhof
| August 2010:
In 2011 ist eine Sanierung des jüdischen
Friedhofes vorgesehen |
Artikel in der "Demminer Zeitung"
vom 25. August 2010 (Artikel):
"Arbeiten an Grabsteinen.
Demmin (TB). Die beschädigten Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in der Demminer Bergstraße sollen im kommenden Jahr repariert werden. Das kündigte Bürgermeister Ernst Wellmer anlässlich der Übergabe der Stolpersteine zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger an. Für die Sanierung werde sich die Stadt mit der jüdischen Gemeinde abstimmen. Finanzielle Unterstützung komme vom Innenministerium, so der Bürgermeister." |
Link: Website der
Hansestadt Demmin
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Demmin mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Privatseite mit Informationen
und Fotos zum Friedhof
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 27-28; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 294-295.
Dettmannsdorf (Amt Bad
Sülze, NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: Zu diesem Friedhof
sind fast keine Informationen vorhanden. Bitte gegebenenfalls Mitteilung an
unsere Mail-Adresse, siehe Eingangsseite
Die Friedhofshalle des jüdischen Friedhofes wurde 1938 angezündet.
Lage:
Link: Website des
Amtes Recknitz-Trebeltal
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical
Societies (Cemetery Project): hier
anklicken
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 300.
Dömitz (LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Das Alter des jüdischen Friedhofes in
Dömitz ist nicht bekannt. Er wurde vermutlich bis um 1920 genutzt (die
jüdische Gemeinde löste sich 1919 auf) und bis 1938 gepflegt. 1947 beschlossen
die Stadtverordnetenversammlung, das der Friedhof wieder hergerichtet wird. Im
April 1951 setzten etwa 50 Dörmitzer Bürger in einer Gemeinschaftsaktion den
Beschluss um. Dabei wurden die Grabsteine aufgerichtet und die Umzäunung
erneuert. Heute sind auf dem etwa 11,80 ar großen Friedhofsgelände keine
Grabsteine mehr vorhanden. Nur ein 1951 als Gedenkstein errichteter Obelisk
(unter Verwendung von Grabsteinplatten) und die Einfriedung durch einen Zaun erinnern an den Friedhof.
Lage: Im Bereich der früheren Theodor-Körner-Kaserne
(erreichbar über Fröbelstraße - Birkenallee; Vorsicht Panzerstraße, verfallene
Gebäude).
Link
zu den Google-Maps (der grüne Pfeil markiert die Lage des
Friedhofes)
Link: Website der
Stadt Dömitz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 28-29; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 302.
Feldberg
(Feldberger Seenlandschaft, MST)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der
jüdische Friedhof war zunächst ein privater Begräbnisplatz der jüdischen
Kaufmannsfamilie Philippson und wurde um 1870 angelegt. Die erste Beisetzung
erfolgte 1873. Wenig später wurden auf dem Friedhof auch die Verstorbenen
anderer jüdischer Familien aus Feldberg und Woldegk beigesetzt. Die
Friedhofsfläche umfasst etwa 3 ar. In der NS-Zeit blieb der Friedhof
unversehrt. Von den früher vorhandenen 14 Grabsteinen sind noch 12 erhalten. Die
letzte Beisetzung war 1959.
Lage: Am Ortsrand von Feldberg, auf dem ehemaligen Mühlenberg.
Link: Website der
Gemeinde Feldberg Presseartikel
zum Friedhof vom 14.11.2003
Seite zum jüdischen Friedhof Feldberg (von Heide Kramer) mit Zeichnungen
des Friedhofes (von hier auch die Zeichnung oben): hier
anklicken (english
version)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 29; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 337.
Friedland/Neubrandenburg (MST)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde vermutlich Mitte des
19. Jahrhunderts angelegt. Auf ihm fanden bis 1935 nur 22 Beisetzungen statt. Die
Friedhofsfläche umfasst ca. 10 ar. In der NS-Zeit wurde der Friedhof
vermutlich geschändet. 1962 richtete die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg
den Friedhof wieder her.
Lage: Unmittelbar neben dem städtischen Friedhof.
Link: Website der
Stadt Friedland/Neubrandenburg
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Friedland mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 29-30; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 348-349.
Gnoien (GÜ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde Ende
des 19. Jahrhunderts angelegt. Er wurde bis 1925 belegt (die jüdische Gemeinde
hatte sich 1923 bereits aufgelöst). Im März 1926 geschah die erste Schändung,
als unbekannte Täter den Leichenwagen in der Feierhalle des Friedhofs
zertrümmerten. Weitere Schändungen geschahen im November 1926, 1934 und 1938. Bis
1955 waren noch einige der 37 Grabstellen zu erkennen, ansonsten waren schon
damals nur noch Grabsteinfragmente erhalten. Seit den 1960er-Jahren wird das
Friedhofsgelände landwirtschaftlich genutzt. 1970 errichtete die Jüdische
Landesgemeinde Mecklenburg eine kleine Gedenkstätte auf dem Friedhof. Ein
Gedenkstein für die Opfer des Holocaust ist vorhanden.
Schändung des Friedhofes (1926)
Mitteilung der der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins) vom 28. Januar 1927: "November 1926. Gnoien
in Mecklenburg. Auf dem israelitischen Friedhof wurden Gedenksteine
umgeworfen, Gräber demoliert." |
Lage: An der Chaussee nach
Bobbin.
Link: Website von
Amt und Stadt Gnoien
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 30; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 363-364.
Goldberg (PCH)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Goldberg bestand ein jüdischer
Friedhof, auf dem bis 1920 Beisetzungen stattfanden. Die Friedhofsfläche
umfasste 7,42 ar. Die jüdische Landesgemeinde verkaufte das Grundstück 1950
für 400.- Mark an die Stadt. Wegen seines angeblich schlechten
Erhaltungszustandes wurde er 1953 eingeebnet. Das Gelände wurde als Garten
verwendet.
Lage: An der Güstrower Straße.
Link: Website
zu Goldberg
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 31; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 371-372.
Grabow (LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Grabow
wurde vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts auf einem alten Weinberg
("Lucasweinberg"), damals am Rande der Stadt, angelegt. 1794 wird er
das erste Mal erwähnt. Er wurde bis
in die 1930er-Jahre belegt und umfasste eine Fläche von etwa 9 ar. Die NS-Zeit
bestand er mit nur leichten Beschädigungen. 1952 wurde bei der Umgestaltung des
Friedhofes zu einer Gedenkstätte dieser weitgehend abgeräumt; fast nur die
Grabsteine aus Granit blieben erhalten und wurden halbkreisförmig
aufgestellt. Die Mauer wurde ausgebessert und das
Eingangstor erneuert. Es sind noch 17 Grabsteine erhalten aus der Zeit zwischen
1813 und 1933. 1988 wurde der Friedhof wiederum hergerichtet. Dabei
wurde um die Grabsteine ein schmiedeeiserner Zaun gesetzt.
Der Friedhof wurde mehrfach schwer geschändet. 1970 wurden
Grabsteine umgestoßen und die Friedhofsmauer beschädigt. 1987 wurde ein
Grabstein mit Benzin übergossen und angezündet. Im Februar 2004 besprühten unbekannte Täter eine Gedenktafel
auf dem Friedhof mit Farbe.
Lage: Der Friedhof liegt nordwestlich der Altstadt an der Straße
"Trotzenburg" bzw. am Neukarstädter Weg.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Grabow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd." |
Link: Website der
Stadt Grabow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 31-32; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 376-377.
Greifswald (HGW)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden bis 1850 auf dem Friedhof in Niederhof
bei Brandshagen beigesetzt, danach vermutlich für einige Jahre in Stralsund. 1860
kauften jüdische Gemeindeglieder einen Acker und beantragte beim Magistrat die
Anlage eines eigenen jüdischen Friedhofes. Dies wurde genehmigt. Auch
wurde ein Grundstück in der Hunnenstraße 7 gekauft, wo ein Schuppen stand, den
man zur Unterbringung des Leichenwagens verwendete. Der Friedhof wurde mit einer
Mauer umgeben und besaß als Eingang ein schmiedeeisernes Tor mit Davidstern
darüber. Bis 1938 wurde der Friedhof gelegt. 1941/42 wurde er weitgehend abgeräumt.
Auf dem Gelände wurde eine Kaserne der Wehrmacht gebaut, die nach Kriegsende
gesprengt wurde. 1949 waren noch Reste der Begrenzungsmauer und einige
Grabsteine vorhanden. Heute befindet sich an
der Stelle Industriegelände.
Lage: An der Gützkower Landstraße.
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Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Greifswald auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und weiter zu
"Gützkower Landstraße (Industriegebiet)". Die Lage des
Friedhofes ist nicht eingezeichnet. |
Link: Website der
Stadt Greifswald
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Greifswald mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 32; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 378-379.
Grevesmühlen (NWM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden zunächst in Rehna beigesetzt. 1856 kaufte die jüdische Gemeinde ein
Ackerstück zur Anlage eines Friedhofes, doch erst 1877 wurde die behördliche
Genehmigung zu dessen Anlage erteilt. Damals waren die meisten jüdischen
Gemeindemitglieder bereits von der Stadt verzogen, sodass vermutlich nur noch
wenige Beisetzungen erfolgten. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1948
wurde er wieder hergestellt und 1966 zu einer Gedenkstätte umgestaltet. Die
Friedhofsfläche umfasst etwa 4,20 ar. Ein Gedenkstein ist vorhanden.
Im August 2001 wurde der Friedhof
geschändet.
Lage: Nordwestlich der Stadt, knapp 1 km vom Stadtzentrum entfernt
am Vielbecker Weg.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Grevesmühlen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und weiter
zum Straßenverzeichnis unter "Vielbecker Weg". Der Friedhof ist
nicht gesondert eingetragen. |
Link: Website der
Stadt Grevesmühlen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 32-33; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 380.
Grimmen (NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof wurde 1834
angelegt. In den 1930er-Jahren waren etwa zwanzig Gräber mit Grabsteinen
vorhanden. Er wurde in der NS-Zeit eingeebnet, das Grundstück um 1969 bebaut.
Lage: Am Ende der Karlstraße, zu den angrenzenden Wiesen hin.
 |
Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Grimmen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und weiter zum
Straßenverzeichnis unter "Karlstraße". Der ehemalige Friedhof
ist nicht gesondert eingetragen. |
Link: Website der
Stadt Grimmen
Literatur: keine Nennung in "Zeugnisse jüdischer
Kultur"; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 380-381.
Güstrow (GÜ)
Zum Friedhof in Güstrow besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Hagenow (LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Hagenow bestand
seit 1806 ein jüdischer
Friedhof, auf dem bis in die 1930er-Jahre etwa 120 Tote - überwiegend aus
Hagenow und Lütheen - beigesetzt wurden. Die letzten Bestattungen waren 1936/37
(Dora Mendel und Samuel Meiningen). Der Ende der NS-Zeit war noch ein Teil der
Grabsteine erhalten. 1949 standen noch 35 Grabsteine aufrecht.
Um 1955/60 wurde der Friedhof planiert und die noch erhaltenen Grabsteine für
das Anlegen eines Fundamentes für den Fahrzeugstellplatz der Stadtwirtschaft verwendet.
Ein Gedenkstein auf
dem Friedhofsgrundstück wurde später aufgestellt.
2010 wurde das Grundstück beräumt. Dabei konnten Grabsteinfragmente geborgen
werden (siehe Bericht unten). Eine würdige Gestaltung und Herrichtung des
Friedhofsgrundstückes ist geplant.
Eine Liste der auf dem Friedhof
beigesetzten Personen liegt im Hagenower Museum aus.
(Museum Hagenow Lange Straße 79
19230 Hagenow Tel. 03883/722042 Informationsseite)
Lage: Friedrich-Heincke-Straße
| Oktober
2010: Arbeiten zur Neugestaltung
des Friedhofes |
Artikel von Dieter Hirschmann in
der "Schweriner Volkszeitung" vom 1. Oktober 2010 (Artikel):
"Geschichts-Puzzle nimmt Formen an.
HAGENOW - Das Geschichts-Puzzle um den ehemaligen jüdischen Friedhof in Hagenow ist um einige wertvolle Steine - und das im wahrsten Sinne des Wortes, - vervollständigt worden. Museums-Chef Henry Gawlik versucht, die vor rund 40 Jahren mit grober Gewalt zertrümmerten Grabsteine zusammenzufügen. "Das ist notwendig, um die Fragmente der Steine den jeweiligen verstorbenen Personen zuordnen zu können, die auf der Sterbeliste vermerkt sind, die mir vorliegt", macht Gawlik aufmerksam.
Worum geht es? Im Zusammenhang mit der jüngsten Beräumung des ehemaligen jüdischen Friedhofes in der Hagenower Friedrich-Heincke-Straße kamen geschichtlich wertvolle Zeitzeugnisse ans Tageslicht. Geborgen wurden u.a. die Granitsäule vom Grabmal der Hildegard Davidsohn, und etliche Sandsteinbrocken, Fragmente von Grabsteinen. "Dank eines Schülerprojektes der Friedrich-Heincke-Schule war bei der Beräumung etwas zu erwarten. Wir wussten nämlich, dass Grabsteine in das Fundament gelangt sind. Es war ein sehr schweres Betonfundament, das vor allem Brocken von Grabsteinen enthielt. Diese Stücke legen zunächst Zeugnis ab von den Ereignissen Anfang der 60-er-Jahre", macht Henry Gawlik deutlich. Denn immerhin wurden seinerzeit für die Errichtung von Gebäuden auf dem Areal, das später von der Hagenower Stadtwirtschaft genutzt wurde, die jüdischen Grabsteine für die Fundamente passend gemacht. Vermutlich mit Wissen und Duldung der damals Herrschenden verschwanden so wichtige Zeugnisse der jüdischen Geschichte. Und das offenbar nur, weil so Beton gespart werden konnte. Denn im Umgang mit der jüdischen Vergangenheit verstand sich die DDR als Vertreter der von den Nazis verfolgten jüdischen Bürgern. Und nun kommt heute zumindest für Hagenow ein ganz anderer Umgang mit dem jüdischen Erbe ans Tageslicht. Bedenklich ist also, dass der jüdische Friedhof die NS-Zeit überstanden hat, im Jahre 1949 standen nach den Worten von Gawlik noch 35 Grabsteine aufrecht, die DDR-Zeit überlebte die Begräbnisstätte nicht.
In wieweit die einzelnen Fundstücke in dem neuen jüdischen Museum in der Hagenower Synagoge als Ausstellungsstücke Eingang finden, kann Henry Gawlik jetzt noch nicht sagen. Möglicherweise ergeben sich mit der Aufarbeitung der Funde auch noch völlig neue und unerwartete Hinweise auf das Leben der jüdischen Gemeinde in Hagenow. Am Tag der Eröffnung des kleinen jüdischen Museums in der Synagoge, am 9. November, wird es weitere Einzelheiten zu den Funden geben.
Und welche Bedeutung haben die Stücke für den Chef des Hagenower Museums? "Die Funde sind Trümmer, aber sie haben für mich eine wichtige historische Bedeutung. Sie legen Zeugnis ab für die Existenz der jüdischen Gemeinschaft und ihrer Begräbnisstätte. Seit 1806 gab es den Friedhof, auf einer Sterbeliste ab dem Jahre 1813 sind ungefähr 120 Tote, meistens aus Hagenow und Lübtheen, aufgeführt, die dort bestattet wurden. Die letzten Bestattungen erfolgte auf dem jüdischen Friedhof in Hagenow im Jahre 1936, Dora Mendel fand dort ihre letzte Ruhestätte, 1937 wurde Samuel Meinungen beerdigt", so Henry Gawlik abschließend.". |
Rechts: der Friedhof vor der
Zerstörung in den 1950er-Jahren
Foto: Museum Hagenow |
 |
 |
Links: das Grundstück bei den
Arbeiten 2010
(Quelle: Artikel der "Schweriner Volkszeitung" siehe oben) |
Link: Website
der Stadt Hagenow
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 393-394.
Krakow am See (GÜ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Krakow
am See wurde 1821 unmittelbar nordöstlich des christlichen Friedhofes angelegt.
Die beiden Friedhöfe wurden durch eine Fliederhecke voneinander getrennt. Die
Friedhofsfläche umfasst etwa 4 ar. Es sind etwa 50 Grabsteine erhalten. 1936
erhielt der Friedhof eine neue Einfriedung. Im April 1937 fand die letzte
Beisetzung statt. 1938 wurden einige Grabsteine umgeworfen. 1947-1950 erfolgte
eine Instandsetzung des Friedhofes und eine neue Umzäunung. Der unbelegte Teil
des Friedhofes wurde 1963 von der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg
kostenlos der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellt. Eine
Hinweistafel am Friedhof wurde im November 1988 angebracht.
Lage: Der jüdische Friedhof liegt an der Plauer
Chaussee.
Link: Website der
Stadt Krakow am See
Informationsseite
zum "Kulturverein Alte Synagoge in Krakow am See" (die ehemalige
Synagoge liegt am Schulplatz 1)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 35-36; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 438-439.
Kröpelin (DBR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Bis 1821 wurden die Toten der
jüdischen Gemeinde Kröpelin in Neubukow
beigesetzt. Im Sommer 1821 konnte ein eigener jüdischer Friedhof in Kröpelin
eröffnet werden, auf dem seitdem auch die jüdische Gemeinde in (Bad) Doberan
ihre Toten beisetzte. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1989/90 waren
noch 16 Grabsteine erhalten, zum Teil nur noch Reste. Ein Gedenkstein ist
vorhanden. Die um den Friedhof angelegte Feldsteinmauer ist erhalten.
| April 2010:
Neuer Gedenkstein wird im Beisein des
Landesrabbiners enthüllt |
Foto
von Thomas Hoppe: von links: Oliver Lubetzki und Christian Schwarck brachten gerade an diesem Findling auf dem jüdischen Friedhof in Kröpelin eine Gedenktafel an. Dabei sind Bürgermeister Hubertus
Wunschik, William Wolff und Igor Jesernitzki.
Artikel von Thomas Hoppe in der "Ostsee-Zeitung" vom 16. April
2010 (Artikel):
"Landesrabbiner enthüllt Gedenkstein.
Gestern erhielt der jüdische Friedhof in Kröpelin im Beisein von Rabbiner William Wolff einen neuen Gedenkstein.
Kröpelin (OZ) - 'Es ist schön, wenn das hier wieder instandgesetzt wird. Es ist ja ein Teil unser aller
Geschichte', sagt der Landesrabbiner William Wolff zur gestrigen Einweihung eines Gedenksteins auf dem jüdischen Friedhof von Kröpelin. Er erkenne die Arbeit der Kröpeliner und ihr Interesse an der Instandsetzung der historischen Grabstätten sehr an, betont der 83-Jährige. Als Sechsjähriger musste er 1933 wegen der Nazis mit der Familie seine Geburtsstadt Berlin verlassen:
'Meine Mutter und Großmutter waren Kunden im Geschäft der Schwiegermutter von Goebbels. Da befürchteten sie, dass sie durch diese Verbindung auf eine Liste kommen könnten. Deshalb wanderten wir zunächst nach Amsterdam aus, lebten ab 1939 in
London'. Heute habe er, der seit 2002 Landesrabbiner in Mecklenburg ist, zwei Heimaten:
'Eine in England und eine hier. Ich wohne in Schwerin und Rostock.' 'Nur in diesen beiden Städten und in Wismar gibt es heute jüdische Gemeinden — mit insgesamt 1700
Mitgliedern', sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Juden, Igor Jesernitzki. Er war 1992 mit seiner Familie aus Moldawien nach Deutschland gekommen und lange Zeit für die Zuwanderung in die drei jüdischen Gemeinden von MV zuständig.
'Vor 2005 kamen da ein, zwei Familien pro Woche, jetzt sind es zwei, drei Familien pro
Jahr', erzählt der heutige Parkentiner.
Er kennt auch die 50 jüdischen Friedhöfe im Land und meint, dass in Kröpelin nun in den nächsten fünf Jahren eine Art Musterfriedhof entstehen würde. Die Stadt hat dafür 27.133 Euro Fördergelder beantragt. Neben der Aufarbeitung der historischen Grabsteine und der Aufstellung des Granit-Findlings mit Marmorplatte, kommen in den nächsten Jahren noch eine Info-Marmortafel zur ehemaligen jüdischen Gemeinde, die Sanierung der Feldsteinmauer, der Kronenpflegeschnitt an den Bäumen und die Erneuerung der Gehwege dazu. Im Vorjahr gab das Land 5048 Euro. Dafür bearbeitete der Kröpeliner Steinmetzbetrieb von Dagmar Lubetzki seit September den Findling, flexte die Füllung aus, brannte die Kanten ab, beschriftete die Gedenktafel aus schlesischem Marmor
('Ich liebe, die mich lieben, und die suchen, finden mich. Mögen ihre Seelen vereint sein im Bündnis des ewigen
Lebens.') und die geborgenen, intakten Grabsteine. Welche von der Firma zudem auf neue Fundamente gesetzt wurden. Einige Grabstein-Bruchstücke bargen die Steinmetze zum Teil aus einer Treppe auf dem Friedhof.
Gestern pochte Igor Jesernitzki darauf, dass noch die hebräischen Schriftzeichen auf den Rückseiten der Grabsteine mit schwarzer Farbe nachgezeichnet werden.
'Da hocke ich mich abends zwei, drei Stunden davor und mache das', sagt Dagmar Lubetzki. Doch vorher müsse ein Hebräisch-Kenner die Zeichen auf Fotos nachziehen,
'denn da kann ein Häkchen schon die Bedeutung ändern!'" |
Lage: Der Friedhof liegt nördlich der Stadt unweit des
städtischen Friedhofes.
Link: Website der
Stadt Kröpelin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 36; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 441-442.
Laage (GÜ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der in Laage seit Anfang
des 19. Jahrhunderts lebenden jüdischen Familien wurden zunächst in Güstrow
beigesetzt. Nachdem die Zahl der jüdischen Einwohner in Laage auf etwa 45
angewachsen war (1851), bemühten sie sich um die Anlage eines eigenen
Friedhofes in der Stadt. Dies war 1852 auf dem "Scheibenberg"
möglich. Die Friedhofsfläche umfasste 1913 2,63
ar, einige Jahre danach 3,92 ar. Der letzte auf dem Friedhof Beigesetzte war der
am 8. Juni 1926 verstorbene Albert Mendel (Kaufmann und Vorstandsmitglied der
städtischen Sparkasse in Laage). In der NS-Zeit wurde der Friedhof nicht zerstört.
Er diente der Hitlerjugend als Spielplatz. Bis um 1960 war noch ein Teil der
Grabsteine bzw. deren Reste erhalten. Mit der Zeit verschwanden jedoch auch die
letzten Steine. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Heute ist auch
keine Einfriedung mehr vorhanden, nur ein mit Bäumen und Gestrüpp bewachsener
Hügel erinnert an die ehemalige Begräbnisstätte. Gedenkstein oder
Hinweistafel sind nicht vorhanden.
Fotos:
(Peter Zeese, Laage, Aufnahmedatum: 23.12.2004)
 |
 |
| Blick auf den
Scheibenberg in Laage, wo heute keine Spuren des Friedhofes mehr zu finden
sind. |
Lage: Etwa 1 km vom Stadtzentrum entfernt in der Nähe des
Reitplatzes auf dem Scheibenberg.
Link: Website der
Stadt Laage
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 36-37; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 444.
Der obige Abschnitt wurde erstellt mit Hilfe von Angaben von Peter Zeese,
Laage.
Lassan (Amt Ziethen, OVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes ist wenig bekannt. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit oder
danach zerstört und abgeräumt. Da er nicht eingezäunt und von Ackerflächen
umgeben war, verlor er von 1965 bis 1980 durch Abackerung ständig an Größe.
Jahrelange Bemühungen beim Rat der Stadt, den Friedhof zu einer Gedenkstätte
zu erklären und zu sichern, blieben erfolglos. Grabsteine sind nicht mehr
vorhanden. Um 1990 wurde der Friedhof als Weidekoppel benutzt.
Lage: Der Friedhof liegt südwestlich von Lassan. Von der Straße
in Richtung Anklam zweigt nach links ein Feldweg ab, der sich gabelt. Der rechte
Teil der Weggabelung führt zum Friedhof, der sich rechts von diesem Weg
befindet.
Link: Website des
Amtes Ziethen
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 446.
Ludwigslust (LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in
Ludwigslust wurde vermutlich bereits Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Er
wurde in der NS-Zeit zerstört und eingeebnet. Das Grundstück wurde 1944 mit einem Wohnhaus bebaut.
Erhalten blieb ein Teil der alten Friedhofsmauer. 1962 wurde hier eine kleine Gedenkstätte errichtet.
Lage: Laascher Weg 4
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Ludwigslust auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und im
Straßenverzeichnis weiter zu "Laascher Weg" (der Friedhof ist
nicht eingetragen) |
Link: Website der
Stadt Ludwigslust
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 37-38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S.
Lübz (PCH)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in
Lübz wurde möglicherweise noch im 18. Jahrhundert angelegt. Der älteste
erhaltene Stein ist von 1839, der jüngste von 1924. Noch bis 1934 soll der
Friedhof belegt worden sein. Der Friedhof ging (schon 1916?) an die Stadt über. Er wurde in der
NS-Zeit nicht zerstört. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 7,80 ar. Es sind
heute noch etwa 20 Grabsteine erhalten, die 1989 flach auf den Rasen gelegt
wurden.
Lage: Schützenstraße (ehemals Werner-Seelenbinder-Straße) 31.
Link: Website der
Stadt Lübz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 484.
Lychen (UM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Wann der jüdische Friedhof in
Lychen angelegt wurde, ist nicht bekannt. Die Geschichte der Juden in der Stadt
geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Der Friedhof wurde im November 1938 durch
Nationalsozialisten zerstört, sodass nur der kahle Hügel übrig blieb. Seit
1988 erinnert ein Gedenkstein unter einer uralten Eiche (Naturdenkmal) auf dem Hügel
an den Friedhof.
Lage: Vor dem Stargarder Tor im Norden der Altstadt, direkt am
Oberpfuhl, auf einem Hügel.
Link: Website
der Stadt Lychen
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 485.
Malchin (DM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Von dem jüdischen Friedhof in
Malchin sind keine Spuren mehr erhalten. Er soll in der NS-Zeit zerstört worden
sein. Heute befindet sich hier ein Industriegelände.
Lage: Am Stadtrand vor dem Mühlentor.
 |
|
Link: Website der Stadt Malchin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 38; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 495.
Malchow (MÜR)
Zum Friedhof in Malchow besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Marlow (NVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Marlow gab es einen jüdischen
Friedhof, von dem nichts mehr erhalten ist. Er soll bereits in den 1920er-Jahren
"verschwunden" sein, was jedoch ungewöhnlich wäre. Vermutlich wurde
er in der NS-Zeit abgeräumt und eingeebnet. Das Grundstück wurde bebaut. Nach
Angaben von Ortsansässigen wurden in dem Fundament des Hauses einzelne
Grabsteine verbaut. Äußerlich sind keine Hinweise mehr auf den Friedhof
vorhanden.
Lage: "An einem öffentlichen Weg etwa 7-8 Min. vom
Rathaus entfernt" (Auskunft 1989).
Link: Website
der Stadt Marlow
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 498.
Mirow (MST)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde
möglicherweise um 1800 angelegt. In der NS-Zeit wurde er zerstört, die
Grabsteine abgeräumt. Ende der 1950er Jahre wurde auf dem Grundstück von der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg unter
einer Baumgruppe ein Gedenkstein errichtet (großer Findling mit Aufschrift). Bis
in die 1960er-Jahre wurde das Grundstück gepflegt. In den folgenden 20 Jahren
ist es immer mehr verwahrlost. Ein daneben befindlicher Kfz-Betrieb verwendete
einen Teil des Friedhofes als Lagerplatz und hat dafür die Anhöhe teilweise
abgebaggert.
Nach Angaben von Einwohner von Mirow gab es am Ort noch einen
weiteren jüdischen Friedhof (Auskunft 1988).
Lage: An der Lärzer Straße gegenüber Haus Nr. 5 auf einer Anhöhe.
Link: Website der
Stadt Mirow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 39; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 502-503.
Neubrandenburg (NB)
Zum Friedhof in Neubrandenburg besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Neubukow (DBR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Neubukow
wurde 1840 angelegt. Er wurde in der NS-Zeit zerstört (1934). 1941 erfolgte
noch als letzte Beisetzung diejenige des einzigen bis dahin in Neubukow noch
lebenden jüdischen Einwohners (Mayer Burchard). 1947 wurde der Friedhof -
soweit möglich - wiederhergestellt. 1976 ist er zu einer Gedenkstätte
umgestaltet worden. Von den alten Grabsteinen sind seitdem nur noch drei
erhalten. Sie bilden im oberen Teil des Grundstückes eine kleine Gruppe unter
Bäumen, stehen jedoch nicht am ursprünglichen Platz. Am Eingang zum Friedhof
ist eine Hinweistafel angebracht. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 1,2 ar.
Lage: An der Wismarschen Straße.
Link: Website der
Stadt Neubukow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 40; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 516-517.
Neukalen (DM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof wurde etwa
1690 angelegt. Damals konnte die jüdische Gemeinde der Stadt ein Stück Ackerland
erwerben, es mit Tannen bepflanzen und zu einem Begräbnisplatz umzugestalten.
1829 wurde der Friedhof erweitert. Bei der Auflösung der jüdischen Gemeinde
1899 wurde der Friedhof an die Stadt verkauft. In der NS-Zeit wurde der Friedhof
geschändet. Nach 1945 wurde er nicht wiederhergestellt. Die Grabsteine sind mit
der Zeit entfernt und zweckentfremdet worden, bis 1988
Wiederinstandsetzungsarbeiten begannen. Die etwa zehn erhaltenen Grabsteine wurden
damals wieder aufgestellt.
Lage: Auf einem Waldstück ("In den Warsower Tannen") 2 km östlich der Stadt
Link: Website der
Stadt Neukalen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 41; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 518.
Neustadt-Glewe (LWL)
(Jüdischer Friedhof und KZ-Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Neustadt-Glewe bestand ein
jüdischer Friedhof, der bis in die 1920er-Jahre belegt wurde. Der Friedhof
wurde in der NS-Zeit oder danach zerstört und abgeräumt. Grabsteine sind nicht
mehr erhalten.
KZ-Friedhof: In Neustadt-Glewe bestand 1944/45
ein Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück. Insgesamt sind etwa 1.000 Frauen in
Neustadt-Glewe auf Grund der katastrophalen Lagerverhältnisse umgekommen. Sie
wurden in Einzel- und Massengräbern beigesetzt. 1946 wurden die sterblichen
Überreste von 46 Frauen aus einem Massengrab an der Fliegerchaussee auf den
städtischen Friedhof umgebettet. 1947 wurde hier ein Denkmal aufgestellt.
Weitere Gedenksteine sind auf dem ehemaligen Lagergelände.
Lage: Der jüdische Friedhof liegt beziehungsweise lag am
nordöstlichen Stadtrand, am Ausgang der Straße nach Neuhof. Das Denkmal über
den 46 Gräbern von umgekommenen Frauen befindet sich auf
dem städtischen Friedhof.
Link: Website
der Stadt Neustadt-Glewe
Informationsseite zum
KZ-Außenlager Neustadt-Glewe
Erwähnung in der Liste der International Association of Jewish Genealogical
Societies (Cemetery Project): hier
anklicken
Literatur: Zur Geschichte des Lagers Neustadt Glewe sind verschiedene Publikationen von
Karl-Heinz Schütt erschienen, siehe Literaturliste.
Zur jüdischen Geschichte erschien von Karl-Heinz Schütt: Zur
Geschichte der Juden in Neustadt-Glewe (1758-1978). 1996.
Neustrelitz (MST)
(Altstrelitz und Neustrelitz)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Der jüdische Friedhof in
Altstrelitz wurde 1728 angelegt, nachdem der erste Hofjude Friedrich Adolfs II.
das Grundstück erwerben konnte. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach
vergrößert, sodass dieser Friedhof mit der Zeit einer der größten und
bedeutendsten jüdischen Friedhof Mecklenburgs war. Die Friedhofsfläche
umfasste ca. 45 ar. Die letzte Beisetzung war
1937. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet, die Friedhofshalle wurde zur
Kückenaufzuchtanlage, später (und bis heute) zu einem Wohnhaus. Nach dem Krieg
wurde der Friedhof 1949 wieder hergerichtet. Die zahlreichen unzerstörten
Steine wurden wieder aufgerichtet, das Gelände begradigt. 1956 verkaufte die
Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg das Gelände sowie die meisten Grabsteine
bis auf einen schmalen Streifen von etwa einem Sechstel der bisherigen Fläche. 1957 wurden die Grabsteine entfernt und die
Bäume abgeholzt: zerschlagene Grabstelen sind als Straßenbegrenzungen, für Pflasterungen
und als Wegeinfassung zweckentfremdet worden. Andere Grabsteine wurden in das
Hafenbecken von Neustrelitz gekippt. Das weitgehend leer gewordene
Grundstück wurde am 15. Mai 1961 als "Ehrenhain" eingeweiht. Es
sind nur drei Steine erhalten: zwei Grabsteine (Rabbiner Dr. Jacob Hamburger und
Prof. Daniel Sanders) und ein Gedenkstein.
In Neustrelitz soll es zwei jüdische Friedhöfe gegeben haben. Der
vermutlich ältere Friedhof soll südlich des Ortes gewesen sein
(Beschreibung 1988: "an der Fernverkehrsstraße F 96, wo sich heute die
Tankstelle befindet"). Dieser Friedhof soll - wahrscheinlich in der NS-Zeit
- zerstört und eingeebnet worden sein. Der neuere Friedhof geht auf das 19. Jahrhundert zurück. In
der NS-Zeit ist auch dieser Friedhof zerstört worden. Nach dem Krieg stellte man die
Steine teilweise entlang der Mauer, teilweise im Halbkreis auf. Es sind 24
Grabsteine erhalten. Das Grundstück ist mit einer hohen Ziegelsteinmauer
umgeben.
Im März 2008 kam es zu einer Schändung des Friedhof. Nachstehend
ein Pressebericht aus www.ad-hoc-news.de
vom 17.3.2008:
Haftbefehl gegen 18-Jährigen nach Angriff auf Asylbewerber beantragt
Neustrelitz (ddp-nrd). Nach der Schändung des jüdischen Friedhofs und einem Angriff auf einen Asylbewerber in Neustrelitz hat die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Montag Haftbefehl gegen einen der Tatverdächtigen beantragt. Der 18-jährige Neustrelitzer sei wegen Körperverletzung vorbestraft und nur zur Bewährung auf freiem Fuß gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerd
Zeisler. Es bestehe deswegen Fluchtgefahr. Ermittelt werde wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Störung der Totenruhe und versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Zwei andere Tatverdächtige im Alter von 14 und 16 Jahren haben den Angaben zufolge eine Beteiligung an den Taten bereits eingeräumt, ausländerfeindliche Äußerungen jedoch bestritten. Der 18-jährige habe die Aussage bisher verweigert, sagte Zeisler. Die Ermittlungen zum genauen Tatablauf seien noch nicht abgeschlossen.
Die Tatverdächtigen sollen nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag das schmiedeeiserne Tor zum Friedhof aus den Angeln gerissen und Grabsteine umgestoßen haben. Sie werden außerdem verdächtigt, am Samstagnachmittag in Neustrelitz einen 30-jährigen Libanesen beschimpft, auf ihn eingeschlagen und ihr Opfer mit Steinen und Flaschen beworfen zu haben. Der Mann war unverletzt geblieben und hatte die Polizei informiert. |
Lage: Der Friedhof in Altstrelitz (bzw. Strelitz-Alt)
liegt am Kalkhorstweg. Der (neuere) Friedhof Neustrelitz liegt beim Hauptbahnhof Neustrelitz
am "Schwarzen Weg".
 |
Lage der jüdischen Friedhöfe
in Neustrelitz auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd., Neustrelitz" und zu "Friedhof, jüd.,
Siedlung Kalkhorst" |
Link: Website der
Stadt Neustrelitz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 41-44; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 226-229. 524-525.
Parchim (PCH)
Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe: In Parchim bestand
bereits ein mittelalterlicher jüdischer Friedhof, der im 12. Jahrhundert
angelegt wurde und vermutlich nach einer Judenverfolgung in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts zerstört wurde. Mindestens 36 Steine wurden beim Bau der
St. Marienkirche verwendet und können dort großenteils noch besichtigt
werden (teilweise mit Inschriften). Ein Grabstein (von 1334) wurde als
Eingangsschwelle in die Kirche verwendet. Weitere Grabsteine (von 1328 und 1341)
wurden in den 1920er-Jahren bei Dammarbeiten vor dem Kreuztor gefunden und auf
dem (neuen) jüdischen Friedhof aufgestellt.
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde Ende des 17. Jahrhunderts angelegt.
Dieser wurde mehrfach erweitert und umfasste zuletzt eine Fläche von ca. 22 ar.
Bis 1938 wurden Beisetzungen vorgenommen. In den Jahren bis 1945 wurde der
Friedhof völlig zerstört, die Gräber aufgewühlt, Särge lagen an der Oberfläche.
1947 wurde die Fläche notdürftig hergerichtet, das Erdreich abgetragen und eingeebnet. Sieben Grabsteine und einige Bruchstücke konnten noch
aufgestellt werden. Da das Gelände aber nicht mehr als Friedhof betrachtet
werden konnte, überließ die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg die Fläche
der Stadt zur Erweiterung der angrenzenden Badeanstalt. Dafür wurde ein Areal
auf dem Städtischen Friedhof der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt,
wohin einige Grabsteine überführt wurden. Hier wurde im Juni 1971 auf eine
Gedenkstätte für die ermordeten Juden errichtet.
Lage: Mittelalterlicher Friedhof: zwischen dem Kreuztor und den
Plümmerwiesen (heute Flörkestraße 44). Neuer Friedhof (seit Ende 17. Jahrhundert)
am Voigtsdorfer Weg westlich des Wockersees.
 |
Ungefähr Lage der jüdischen Friedhofes
in Parchim auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und im
Straßenverzeichnis weiter zu "Flörkestraße" (für
mittelalterlichen jüdischen Friedhof) bzw. zum "Voigtsdorfer
Weg" (Friedhof seit Ende 17. Jahrhundert: der Friedhof lag bei der
heutigen Badeanstalt). |
Link: Website der
Stadt Parchim
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 1086; Zeugnisse jüdischer Kultur S.
44-45; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 541-544.
Pasewalk (UER)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Pasewalk
wurde vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Eine Friedhofshalle wurde
auf dem Grundstück erstellt. Der Friedhof wurde bis 1938 belegt. In den
folgenden Jahren wurde der Friedhof völlig zerstört und abgeräumt, die
Friedhofshalle niedergebrannt. 1947 ließ die Jüdische Landesgemeinde
Mecklenburg mit Hilfe von Spenden einiger in die USA emigrierten ehemaliger
Juden aus Parchim einen großen Gedenkstein mit der hebräischen und deutschen
Inschrift "Zur Erinnerung an den jüdischen Friedhof" aufstellen. Ende
der 1980er-Jahre wurde der Friedhof wieder mit einer Mauer umgeben. Einige
aufgefundene Grabsteine wurden in die Mauer eingefügt.
Lage: Der Friedhof liegt am Rande der Stadt beim alten städtischen
Friedhof.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Pasewalk auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Alter Friedhof" (der jüdische Friedhof lag bzw. liegt am alten
städtischen Friedhof) |
Link: Website der
Stadt Pasewalk
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Pasewalk mit Fotos auf der
Website des Vereins Land und Leute e.V. (unter >Orte jüd. Geschichte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 45-46; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 544-545; E. Krüger: Über Juden in Pasewalk nach 1933. In: Der
faschistische Pogrom vom 9.(10. November 1938 - zur Geschichte der Juden in
Pommern. 1989 S. 124f.
Penkun
(UER)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes in Penkun ist nur wenig bekannt. 1952 war er ungepflegt,
fast zugewachsen und mit einer Hecke umgeben. Damals waren noch Grabsteine aus
schwarzem Granit vorhanden. In der Folgezeit wurde das Friedhofsgrundstück
eingeebnet und dem Sportplatz einverleibt. Die Grabsteine verschwanden.
Lage: Südlich der Stadt am Wartiner Weg.
Link: Website der
Stadt Penkun
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 546.
Penzlin (MÜR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde vermutlich
Mitte des 18. Jahrhundert angelegt, nachdem sich seit 1746 Juden in der Stadt
niederlassen konnten. Die letzte Beisetzung war im November 1923. Es sind acht
Gräberreihen zu erkennen. Insgesamt sind etwa 55 Grabsteine erhalten. Die
Friedhofsfläche umfasst 7,00 ar.
Lage: Am südwestlichen Stadtrand "Am Ziegelkamp" in
einer Kleingartenanlage.
Link: Website der
Stadt Penzlin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 46; Brocke/Müller:
Haus des Lebens S. 205; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 546-548;
Karl-Heinz Oelke: Auf den Spuren jüdischer Vergangenheit im Müritzkreis.
1998.
Plau am See (PCH)
(erstellt unter Mitarbeit von Bernd Ruchhöft, Plau am
See; Verf. des Wikipedia-Artikels s.u.)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde
1755, zwei Jahre nach der Ansiedlung der ersten Schutzjuden in Plau angelegt. Die
zunächst nur 65 qm umfassende Friedhofsfläche wurde in den folgenden
Jahrzehnten (zuletzt 1889) mehrfach erweitert. Die heutige Fläche umfasst 945
qm. In der NS-Zeit wurden
Steine umgeworfen. 1947 wurde der Friedhof wieder hergerichtet (letzte
Beisetzung 1951 von Dr. Hermann Hirsch). Ein Teil des Friedhofes wurde (so noch 1993) als Gemüsegarten verwendet; etwa 31 Bruchstücke von
Grabsteinen wurden als Einfassung der Gemüsebeete verwendet. Inzwischen wurden
sie jedoch vor einer neu errichteten Ziegelwand wieder aufgestellt. Seit 2008
ist ein Gedenkstein vorhanden.
Lage: Der Friedhof liegt im südlich des Stadtzentrums am
Klüschenberg an der Bergstraße/Lübzer Straße.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Plau am See auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd., Plau am See" |
Link: Website der
Stadt Plau am See Wikipedia-Artikel
mit Fotos zum jüdischen Friedhof in Plau am See
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 549-550.
Rehna
(NWM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes in Rehna ist nur wenig bekannt. Der Friedhof wurde
vermutlich noch in der NS-Zeit oder kurze Zeit danach abgeräumt. Steine vom
jüdischen Friedhof wurden als Treppenstufen und Schwellsteine zweckentfremdet,
insbesondere vor einer
Gastwirtschaft am Markt.
Quelle: hier
anklicken
Lage: Nördlich der Stadt am Ortsausgang Richtung
Vitense (an der Straße "Neuer Steinweg", früher "Langer
Jammer").
Text: Über eine Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof in
Rehna am 9. November 1894 mit näheren Informationen zur Geschichte der
jüdischen Gemeinde Rehna, dem Friedhof und der Synagoge
Artikel
in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 22.11.1894): "Rehna, 9. Nov.
Auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe wurde heute die im hohen Alter von 88
Jahren verstorbene Frau Itzig beerdigt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt,
dass die hiesige israelitische Gemeinde vor Jahren eine große Gemeinde mit
eigener Schule und eigener Synagoge gewesen ist. Zu der Gemeinde, die jetzt nur
noch aus 2 Familien in Rehna und 3-4 Familien in Gadebusch besteht, gehörten ursprünglich
auch noch die Glaubensgenossen in dem benachbarten Grevesmühlen, welch'
Letztere sich vor ungefähr 20 Jahren eine eigene Gemeinde gebildet haben.
Nachdem die hiesige Gemeinde in Folge Fortzuges und Tod vieler Mitglieder nach
und nach viel kleiner geworden und daher die Kosten für die Unterhaltung des
Religionslehrers und die Instandhaltung der Synagoge nicht mehr aufgebracht
werden konnten, wurde die letztere vor 10 Jahren öffentlich meistbietend auf
Abbruch verkauft. Die Bundeslade und sonstige Heiligtümer sind mit einer
Urkunde über die Veranlassung auf dem Friedhofe versenkt worden. Der kleinen
Gemeinde gehört jetzt nur noch der mit einer Ziegelsteinmauer umgebene
Friedhof, sowie das neben demselben gelegene Wärterhaus, in dessen Anbau auch
der Leichenwagen untergebracht ist." |
Link: Website des Amtes
und der Stadt Rehna
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 572-573.
Reuterstadt Stavenhagen (DM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Stavenhagen
wurde 1764 angelegt und befand sich bis 1938 in sehr gutem Zustand. Beim
Novemberpogrom 1938 wurde er verwüstet, die Friedhofshalle und der Leichenwagen
verbrannten. Dennoch wurde er von den letzten in Stavenhagen lebenden jüdischen
Einwohnern nochmals instandgesetzt. 1943 erklärte die Stadt den Friedhof zu
ihrem Eigentum, ebnete das Gelände ein und forstet es auf. Ende der
1970er-Jahre wurde auf dem Grundstück ein Sportlerheim errichtet, das 1992
abgebrochen wurde.
Lage: Östlich der Stadt im Stadtholz in der Nähe des Waldbades auf
einer kleinen Anhöhe.
Link: Website der
Reuterstadt Stavenhagen
Kurzinformation zum
jüdischen Friedhof Stavenhagen auf einem Rundgang
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 64-65; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 617-618.
Ribnitz-Damgarten
(NVP)
Zum Friedhof in Ribnitz-Damgarten besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Röbel (MÜR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die
jüdische Gemeinde von Röbel hatte möglicherweise bereits im Mittelalter,
spätestens seit der Zeit um 1700 einen eigenen Friedhof (1702 wird ein
"Juden-Kirchhof" genannt). Die Fläche des auf einem kleinen Hügel
gelegenen Begräbnisplatzes umfasste etwa 9 ar. Die letzten Beisetzungen waren
1937/38. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört; die meisten Grabsteine an
einen örtlichen Steinmetzen verkauft. In den 1960er-Jahren wurde der Friedhof
beim Bau einer Tankstelle beseitigt, der kleine Hügel des Begräbnisplatzes
wurde teilweise abgebaggert. 2002 wurde das Grundstück durch Initiative
"Vereins "Land und Leute e.V." mit Stelen markiert, die
jedoch wenig später zerstört wurden.
Lage: Friedrich-Engels-Straße im Bereich der
Tankstelle/Gewerbegebiet.
Link: Schul-Film-Projekt
"Juden in Röbel": Zwei Filme der Dokumentarfilmgruppe des
Joliot-Curie-Gymnasiums Röbel unter Leitung und Mitarbeit von Raimund Schneider
vom Verein Land & Leute e.V. Röbel 2002-2003.
Verein Land und Leute
e.V. Röbel mit mehreren Seiten und Abbildungen zur Geschichte des
Friedhofes (Skizze oben von dieser Seite).
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 49; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 576-578.
Rostock (HRO)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Bereits im Mittelalter
bestand ein jüdischer Friedhof (Ende 13. Jahrhundert) vor dem Kröpeliner Tor.
Von ihm sind jedoch keine Spuren erhalten.
Nachdem seit 1870 wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt bestand, konnte
sie nach 1870 einen eigenen Friedhof anlegen (erste Beisetzung vermutlich
1873). Auf dem in zwei große Gräberfelder geteilten und insgesamt 32,80 ar
großen Friedhof sind heute noch 178 Grabmale erhalten (von etwa 250 hier
beigesetzten Personen). 1963 wurde ein Gedenkstein errichtet. 1978 wurden die
Grabsteine flach auf die Rasenfläche gelegt. 1988 sind die Grabsteine wieder
aufgerichtet worden; auch wurde ein neues Mahnmal aufgestellt.
Ein neuer jüdischer Friedhof ist als Teil des Westfriedhofes vorhanden.
Im März 2002 und im Juni 2003 wurde der Friedhof geschändet. Die
Polizei ermittelte Personen aus der rechten Szene.
Lage: Am Lindenpark, Saarplatz.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Rostock auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und im Straßenverzeichnis
"Arnold-Bernhard-Straße" eingeben. Diese liegt nördlich des
alten städtischen Friedhofes (der jüdische Teil ist nicht gesondert
eingetragen) |
Link: Website der
Hansestadt Rostock
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Rostock mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 49-51; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 581-584.
Schwaan (DBR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde
vermutlich noch vor 1800 angelegt. Da die jüdische Gemeinde um 1914 nur noch
aus vier Gemeindemitgliedern bestand, ging der Friedhof im Dezember 1914 in den
Besitz der Stadt über. 1936 erfolgte die letzte Beisetzung. In der NS-Zeit
wurde der Friedhof verwüstet. Die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg ließ
ihn nach 1947 - soweit noch möglich - wiederherstellen. Bei der Anlage eines
Neubaugebietes wurde der Friedhof in den 1960er-Jahren auf eine mit Bäumen
bestandene kleine Anhöhe nahe dem ursprünglichen Gelände verlagert. Einige Steine wurden wieder aufgestellt. Die restlichen Grabsteine (Zahl unbekannt)
wurden "zweckentfremdet" genutzt. 1988 wurde in der Anlage ein
Gedenkstein aufgestellt.
2009 wurden die sieben Grabsteine restauriert neu
aufgestellt.
Link zu Foto;
Artikel von Hans-Jürgen Kowalzik in der "Schweriner
Volkszeitung" vom 22. April 2009 (Link zum Artikel):
Alle Grabsteine restauriert.
Schwaans jüdischer Friedhof wird vom Landesverband der jüdischen Gemeinden in zwei bis drei Jahren in seiner ursprünglichen Größe angelegt. Priorität hat bis dahin der Hagenower Friedhof. Mit dem gegenwärtigen Zustand in Schwaan ist der Verband zufrieden.
SCHWAAN - Der jüdische Friedhof in Schwaan steht weiter auf der Prioritätenliste des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden. "Er soll in seiner ursprünglichen Größe angelegt werden. Das ist auch mit der Denkmalbehörde des Landkreises besprochen", sagt Verbandsvorsitzender Igor Jesernitzki. Aber das werde erst in zwei oder drei Jahren geschehen, weil in dieser Zeit am Friedhof Hagenow gearbeitet werde. Mehr Geld stehe nicht bereit, so Jesernitzki. Was aber für den Friedhof in Schwaan bisher gemacht werden konnte, sei geschehen, bestätigen der Vorsitzende und Alexander Schacht von der Denkmalbehörde der Stadt, die Eigentümer des Grundstücks ist und den Friedhof pflegt. Schacht: "Der Friedhof macht einen guten Eindruck."
Peter Piontkowski, Leiter des Stadtbauhofs Schwaan: "Alle sieben Grabsteine sind inzwischen restauriert. Vor einem Jahr um diese Zeit waren es drei. Sie wurden gereinigt, teilweise erneuerten wir Schrift und Ornamente. Drei Grabsteine erhielten einen Sockel." Dafür bekam die Stadt Fördermittel vom Land, 10 000 Euro. Der Friedhof sei daher nicht mehr so wie früher ein Schandfleck, so Piontkowski. Aus den großen Eichen, die den Friedhof überragen, wurde außerdem das Totholz geschnitten. Piontkowski: "Die zwei abgebrochenen Lebensbäume, die auf dem Zaun liegen, werden wir in den nächsten Tagen beseitigen, sodass dann wirklich alles in Ordnung ist, und die Besucher des Friedhofs zufrieden sein können." Auch hätten einige Besitzer von Gärten und Schuppen, die bis an den Friedhof grenzen, aufgeräumt, so der Stadtbauhof-Chef. Man sei daher auf einem guten Weg.
Das sah vor einem Jahr nicht ganz so aus. Damals hatten Aussagen von Bürgermeister Peter Faix (CDU) für Aufregung gesorgt. Er wandte sich gegen das Anlegen des Friedhofs in seiner ursprünglichen Größe, weil das mit der Geschichte der Stadt nichts zu tun habe. Faix sagt das auch heute, räumt aber ein, dass man darüber reden werde, wenn eine Vergrößerung in zwei, drei Jahren spruchreif werde.
Zur Erinnerung: Auf dem Schwaaner jüdischen Friedhof soll es 1870 die letzten Beerdigungen gegeben haben. 1914 hatte die Gemeinde vier Mitglieder. Damals ging der Friedhof in den Besitz der Stadt über, die das Gelände pflegt und dafür jährlich 500 Euro vom Land bekommt. Auch für ein eventuelles Anlegen des Friedhofs in seiner ursprünglichen Größe gibt es Landesmittel. Igor Jesernitzki: "Anfang 2008 beantragte die Stadt Fördermittel." Das Innenministerium, so Piontkowski, berücksichtige den Antrag, wenn das Vorhaben konkret werde. |
Lage: Am Mühlenbach neben dem Lindenbruch am Stadtrand.
Link: Website der
Stadt Schwaan
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 57f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 597-599.
Schwerin (SN)
Zur Geschichte der Friedhöfe: 1696 konnte ein wohlhabender
Hofjude Schwerins ein Grundstück zur Anlage eines jüdischen Friedhofes
erwerben. Bereits 1717 musste der Friedhof in Schwerin verlegt werden, da auf
der Ostseite Sand abgegraben wurde. Bis 1768 wurden 23 Beisetzungen vorgenommen.
Das Friedhofsgrundstück war durch Zaun und Tor abgesichert. Um 1800 wurde eine
Leichenhalle mit Wohnung für den Friedhofswächter erstellt. In der NS-Zeit
wurde der Friedhof bis 1940 genutzt. In den folgenden Jahren wurde er
geschändet und als Flakstellung ausgebaut. Dabei sind die Gräber durchwühlt
worden; die Grabsteine und Sockel bezog man in die Unterstände ein. Bei
Kriegsende war die Friedhofsfläche zerstört. Im April 1947 begann - soweit
noch möglich - eine Instandsetzung. Im Oktober 1948 wurde ein Gedenkstein
gesetzt. Einige der noch erhaltenen Grabsteine stellte man in einem Halbkreis
auf. 1950 musste die jüdische Landesgemeinde 9,60 ar des Friedhofes an die
Stadt abgeben, da eine Straße (Bornhövedstraße) durch den Friedhof gelegt
werden sollte. 1953 wurden weitere 8 ar für den Bau einer Kläranlage
verwendet. Heute sind somit nur noch Reste des Friedhofes in zwei Teilen
erhalten (auf der südlichen Teilfläche steht noch die Friedhofshalle).
1998 wurde der Friedhof zweimal geschändet.
Lage: In der Werdervorstadt an der Straße Am Heidensee,
durchschnitten von der Bornhövedstraße.
Link: Website der
Landeshauptstadt Schwerin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 59-60; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 605-609.
Berndt Kasten: Ausgrenzung, Vertreibung, Vernichtung: Juden in Schwerin 1933-1945.
1995.
Sternberg (Amt Sternberger Seenlandschaft,
PCH)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof liegt am
Fuße des sogenannten "Judenberges", auf dem 1492 27 Juden von
Sternberg auf Grund von falschen Beschuldigungen ermordet wurden.
1824 wurde der Friedhof der seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
entstandenen jüdischen Gemeinde Sternbergs angelegt. Er wurde bis in die
1920er-Jahre belegt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 5 ar. In der NS-Zeit
wurde der Friedhof zerstört. Nach 1947 ließ die Jüdische Landesgemeinde das
Gelände wieder herrichten und einen Gedenkstein setzen. Grabsteine sind nicht
mehr erhalten.
Lage: Der Friedhof liegt am nordwestlichen Stadtrand auf einem
Hügel (Judenberg) am Waldrand zwischen der Eisenbahnlinie/Bahndamm
Sternberg-Brüel und einem dortigen Campingplatz.
Link: Website der
Stadt Sternberg
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 65-66; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 619-620.
Stralsund (HST)
Zum Friedhof in Stralsund besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Strasburg/Uckermark
(UER)
Zur Geschichte des Friedhofes:
Ende Juni 2002 stoßen Unbekannte elf Grabsteine auf dem jüdischen
Friedhof um.
Lage:
Link: Website der
Stadt Strasburg/Uckermark
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur ; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S.
Sülstorf (LWL)
(erstellt nach Hinweisen von Mike Redel,
Unna)
Zur Geschichte des Friedhofes: Vom 13. bis
15.
Lage: Auf der Straße von Ludwigslust nach
Schwerin kommt auf der linken Seite ein Hinweisschild "Sült-Gedenkstätte".
Etwa 1-2 km hinter der Ortschaft Sült steht rechter Hans ein Hinweisschild
"Sülstorf-Gedenkstätte". Der anfangs gut ausgebaute Feldweg wird
hinterher zur Bahnhofstraße. Bis zum Ende durchfahren. Rechter Hand ist der
Bahnhof von Sülstorf. Beim Bahnhof parken - über die Gleise - hier liegt
gut sichtbar die Gedenkstätte.
Link: Website
des Amtes Ludwigslust-Land Informationen
zu dem Deportationszug über Sülstorf
Informationen
zum "Frauenlager Beendorf"
Literatur: Friedhof für 53 ungarische Jüdinnen in
Sülstorf. Zur Geschichte einer kleinen Gedenkstätte. Hrsg. Politische
Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern. 104 S. Ingo Koch-Verlag. 2007. Anzeige
bei Amazon.
Tessin bei Rostock (DBR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Tessin
wurde 1821 angelegt und 1851-53 erweitert. In der NS-Zeit wurde er verwüstet
und nach 1945 (erst in den 1980er-Jahren?) abgeräumt. 1992 wurde er wieder -
soweit möglich - rekonstruiert. Ein Gedenkstein ist vorhanden.
Lage: Außerhalb der Stadt in Richtung Cammin am Recknitztal.
Link: Website der
Stadt Tessin bei Rostock
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 636-637.
Teterow (GÜ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1762
angelegt. Die Stadt pachtete dazu ein Grundstück vor der Stadt. 1865 wurde der
Friedhof erweitert und aufgeschüttet. Er umfasste danach eine Fläche von etwa
28 ar. Der älteste Teil verblieb in der Mitte des Grundstückes. 1932 wurde die
letzte Beisetzung vorgenommen. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet
(1938). 1947 wurde er - soweit möglich - wieder hergestellt, 1987 unter
Denkmalschutz gestellt. Es sind etwa 75 Grabsteine vorhanden.
Lage: Der Friedhof liegt nordöstlich des städtischen Friedhofes
an der Fortsetzung der Straße "Am Friedhof"
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Teterow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd." |
Link: Website der
Stadt Teterow
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 71; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 637-638.
Ueckermünde (UER)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in
Ueckermünde wurde 1821 angelegt. Nach Vergrößerung der Gemeinde wurde 1867
ein neuer Platz an der Wiesenstraße erworben und bis 1938 als Friedhof benutzt.
1938 wurde der Friedhof verwüstet und erst 1961 in eine
Gedenkstätteumgestaltet. Damals wurden die Steine in einer Reihe niederlegt.
1987 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder hergerichtet. Es sind noch 12
Grabsteine und ein Gedenkstein vorhanden.
Lage: An der Liepgartener Straße.
 |
Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Ueckermünde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und im
"Straßenverzeichnis" weiterklicken zu "Liepgartener
Straße" (der jüdische Friedhof ist nicht gesondert eingetragen) |
Link: Website der
Stadt Ueckermünde
Informationsseite zur jüdischen Geschichte von Ueckermünde mit Fotos auf der Website
des Vereins Land und Leute e.V. (unter Projekte): hier
anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 71; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 646-647.
Waren (Müritz)
(MÜR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die jüdische Gemeinde in der
Stadt erwarb im Januar 1846 ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes. Bis in
die NS-Zeit wurden auf ihm Beisetzungen vorgenommen. 1938 wurde der Friedhof von
Nationalsozialisten zerstört. Im September 1948 wurde der Friedhof wieder
hergerichtet, möglicherweise waren bereits damals keine Grabsteine mehr
vorhanden. Seit 1960 ist das Grundstück zu einer parkähnlichen Anlage
umgestaltet worden, in deren Mitte eine Travertinstele mit Inschrift steht.
Lage: Bereich Papenbergstraße/Feldstraße.
 |
Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Waren (Müritz) auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über
das Straßenverzeichnis weiterklicken zu
"Feldstraße". Der jüdische Friedhof ist jedoch nicht
eingezeichnet. |
Link: Website der
Stadt Waren (Müritz)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 73; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 652-654.
Karl-Heinz Oelke: Auf den Spuren jüdischer Vergangenheit im Müritzkreis.
1998.
Warin (NWM)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde von
der am Ort bestehenden kleinen jüdischen Gemeinde vermutlich im 18. Jahrhundert
angelegt. Es wurden etwa 70-80 Beisetzungen vorgenommen. Die Friedhofsfläche
umfasst etwa 16 ar. Nachdem die Gemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgelöst wurde, war
der Friedhof bereits um 1930 in schlechtem Zustand; die Umzäunung
zeigte starke Beschädigungen. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet.
Nach 1945 ist der Platz eingeebnet worden. 1962 richtete die Jüdische
Landesgemeinde eine Gedenkstätte her. Ein 1963 gesetzter Naturstein trägt die
Aufschrift "Die Toten mahnen". Grabsteine sind nicht mehr vorhanden. Eine
Fläche von 6,25 ar ist durch angehäufelte Erde eingegrenzt.
Lage: Am Zahrensdorfer Weg auf einer bewaldeten Anhöhe, etwa 300 m
westlich des Wariner Stadtrandes zwischen dem Ortsteil Waldheim und der Straße
nach Ventschow.
Link: Website der
Stadt Warin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 73; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 654-655.
*Wismar (HWI)
Zur Geschichte jüdischer Begräbnisstätten: In Wismar gab es
keinen jüdischen Friedhof. Die Toten der hier von 1868 bis in die NS-Zeit
lebenden jüdischen Familien wurden auf umliegenden jüdischen Friedhöfen
beigesetzt, insbesondere in Neubukow.
Möglicherweise gab es einzelne Beisetzungen auf dem sogenannten
"Soldatenfriedhof". Dieser war 1698 als Begräbnisstätte für die
schwedische Garnison angelegt worden. Nach 1803 wurden hier auch die Toten der
mecklenburgischen Truppen, Tote anderer Nationen, aber auch Zivilpersonen,
schließlich deutsche Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges beigesetzt.
Anfang der 1970er-Jahre wurde der Soldatenfriedhof eingeebnet und auf dem
Gelände ein Park angelegt. 1993 wurde der Friedhof als Gedenkstätte wieder
hergerichtet.
Lage: An der Rostocker Straße
Link: Website der Hansestadt Wismar
Der Soldatenfriedhof wird in der Liste der jüdischen Friedhöfe der International Association of Jewish Genealogical
Societies (Cemetery Project) genannt: hier
anklicken
Literatur: Geschichte von Juden in Wismar: Gustav Willgeroth: Bilder
aus Wismars Vergangenheit. 1908 S. 68-69; keine Nennung des Friedhofes in "Zeugnisse jüdischer Kultur";
allgemein zum "Soldatenfriedhof: Hansestadt Wismar (Hg.): Der
denkmalgeschützte Friedhof der Hansestadt Wismar; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 664-665.
Wöbbelin - KZ-Gedenkstätte
(LWL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Ende 1944 ließ die
SS außerhalb von Wöbbelin das letzte Außenlager des KZ Neuengamme errichten.
Vom 12. Februar 1945 bis zum Tag der Befreiung diente dieses KZ als Auffanglager
für Häftlinge aus 16 europäischen Nationen, die, vor den heranrückenden
alliierten Truppen evakuiert, auf "Todesmärschen" in Richtung Wöbbelin
getrieben wurden. Sie befanden sich in einem jammervollen Zustand, als sie dort ankamen.
Das Lager, unter den Bedingungen der letzten Kriegswochen eingerichtet, war nur
ein Provisorium, aber auch ohne Gaskammer und Massenexekutionen ein
Vernichtungslager. Bei kärglicher Ernährung und fast ohne medizinische
Versorgung starben die durch den Aufenthalt in anderen Lagern und die
Anstrengungen der Evakuierung ohnehin geschwächten Häftlinge zu Hunderten. Für
mehr als tausend der über fünftausend Häftlinge des KZ Wöbbelin -
Widerstandskämpfer, Nazigegner, aus rassischen oder weltanschaulichen Gründen
Verfolgte - kam die Befreiung am 2. Mai 1945 durch die 82. US -
Luftlandedivision zu spät. Sie waren auf Grund der unzureichenden hygienischen
Zustände im Lager und der unmenschlichen Behandlung durch die SS elend
zugrundegegangen. Ihre Leichen, in Massengräbern verscharrt oder achtlos auf
dem KZ - Gelände liegengelassen, wurden auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden
durch die deutsche Bevölkerung in Ludwigslust (zwischen Schloss und
Stadtkirche), in Schwerin (am heutigen Platz der Opfer des Faschismus),
in Hagenow (am Krankenhaus) und in Wöbbelin (im Theodor Körner-Park)
zur letzten Ruhe gebettet. Alljährlich zum Tag der Befreiung des KZ Wöbbelin
kommen Menschen aus vielen europäischen Ländern, aus den USA und Israel nach Wöbbelin.
Ehemalige Häftlinge mit ihren Familien, Angehörigen der Verstorbenen und
Veteranen der 82. US - Luftlandedivision gedenken dann gemeinsam an den Gräbern
der KZ - Toten.
Wolgast (OVP)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes in Wolgast ist nur wenig bekannt. Die Friedhofsfläche
umfasst etwa 4,5 ar. Um 1990 war das Friedhofsgelände völlig verwildert
und zugewachsen.
Lage: Auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses (beim Hintereingang
des Krankenhauses).
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Wolgast auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu
"Kreiskrankenhaus" (die Lage des Friedhofes ist nicht
eingetragen) |
Link: Website der
Stadt Wolgast
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 669.
Allgemeine Literatur:
 | Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer.
Berlin 1992. |
 | Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg:
Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue
Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. |
 | Irene Diekmann: Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern.
1998. |
 | Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens.
Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001. |
Allgemeine Links:
|