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im Elsass"
Bischwiller (Bischweiler,
Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem in früheren Jahrhunderten zum Bistum Straßburg gehörenden (und dem
Pfalzgrafen verpfändeten) Ort Bischwiller lebten Juden bereits in der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts. 1322 setzte Ludwig der Bayer die Brüder Joseph
und Säkinlin von Bischweiler sowie Joseph von Neuweiler um 100 Pfund Haller zum
Pfand. Bei der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurden auch die Bischweiler
Juden ermordet. Erst 1499 wird wieder ein Jude als in Bischweiler wohnhaft
genannt.
Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten sich Juden wieder am Ort
niederlassen (die ersten Familien 1825). 1866 wurden bereits 246
jüdische Einwohner gezählt (etwa 2,50 % der Gesamteinwohnerschaft). Aus
Schirrhoffen, Offendorf, Wittersheim und anderen Dörfern zogen zahlreiche
Familien zu.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war.
Bischwiller wurde (in Nachfolge von Schirrhoffen) ab 1910 Sitz eines
Rabbinates. 1910 wurde zum Rabbiner am Ort Dr. Sylvain Lehmann ernannt. Er blieb
am Ort bis zu seinem Tod 1938.
1936 gehörten
193 Personen der jüdischen Gemeinde an.
Während des 2. Weltkrieges wurden die
bis dahin nicht emigrierten und am Ort verbliebenen Juden nach Südfrankreich deportiert.
Von den in Bischwiller geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Gabriel Bloch (1875), Gaston Block (1908), Paulette
Bloch (1895), Karoline Bohr (1923), Maurice Cahnmann (1877), Andre Hermann
(1905), Rose Israel (1892), Irene Kahn geb. Weil (1905), Lucien Kahn (1885),
Simon Kaufmann (1878), Caroline Koch (1881), Louise Lehmann (1882), Henriette
Lemmel (1878), Eliane Metz (1933), Marie Nathan (1904), Paul Picard (1909),
Haguette Weil (1928), Lily Weill geb. Hirsch (1910).
Nach 1945 konnte eine neue Gemeinde begründet werden, der 1965 etwa 50
Personen angehörten.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte des Rabbinates
Besetzung des Rabbinates
Bischweiler mit Rabbiner Dr. Sylvain Lehmann (1902)
Anmerkung: Dr. Sylvain Lehmann (geb. 1875 in
Guebwiller, gest. 5. Mai 1938 in Bischweiler): studierte am Rabbinerseminar in
Colmar und 1895 bis 1901 am Rabbinerseminar und an der Universität Berlin; seit
1902 Rabbiner in Schirrhofen-Bischweiler; der Rabbinatssitz wurde 1910 nach
Bischweiler verlegt. Dr. Lehmann erteilte weiterhin den Religionsunterricht in
Schirrhofen. 1936 wurde er mit dem Titel 'Officier d'académie' geehrt. 1938 war
er vertretungsweise Rabbiner in Haguenau. Er starb bei einem Verkehrsunfall mit
dem Mofa.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1902:
"Straßburg, 18. Februar (1902). Es wird vielleicht nicht
uninteressant sein, zu erfahren, dass unter den sechs Kandidaten, die
dieses Jahr vom Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinerdiplom erhielten,
vier Elsässer sind. Diesen hat jetzt das unterelsässische Konsistorium
die seit längerer Zeit unbesetzten Stellen übertragen und zwar sind
ernannt die Herren Dr. Josef Bloch nach Barr, Camille Bloch nach
Sulz
unterm Wald, Max Guggenheim nach Quatzenheim und
Dr. Sylvain Lehmann nach Schirrhofen-Bischweiler." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
| Schlechtes und gutes Beispiel für
christlich-jüdisches Miteinander |
| Missionseifer einer
christlichen "Schwester" |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1872:
"Bischweiler. In dem Kanton Bischweiler wollte eine 'Schwester' ein
neunjähriges israelitisches Mädchen, welches die katholische Schule
besucht, zwingen, dem katholischen Religionsunterricht mitanzuwohnen,
indem sie hinzufügte: 'Wenn Heinrich V. König werden wird, wird er Euch
alle katholisch machen oder Euch zwingen, mit Euren Eltern das Land zu
verlassen." |
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| Protestantischer
Wohltäter - auch gegenüber Juden |
Aus
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1887:
"Bischweiler, Elsaß. 8. August. 'Herr Pfarrer Grimm veröffentliche
im hiesigen Wochenblatt, dass ihm die Familie des am 11. Juli beim Baden
im Rhein verunglückten Fabrikanten Ulrich Ernst, in Ausführung der
eigenhändigen Aufzeichnungen des Verewigten vom 5. November 1882 3.100
Mark übersendet, wovon bestimmt sind: 1.000 Mark für die
protestantischen Armen, 500 Mark für den hiesigen Versorgungsverein, 500
Mark für die katholischen Armen und 1.000 Mark für die israelitischen
Armen."
Der humane Mann war Protestant, Schweizer von Geburt und 62 Jahre alt. Als
geübter Schimmer pflegte er nur im offenen Rheine zu baden, wo ein
Herzschlag sein Leben endete." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Hotels, Wäsche und Betten-Manufaktur J.
Königsberger (1898)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1898: "Gesucht
zum sofortigen Eintritt ein Lehrling, mit guter Schulbildung und
schöner Handschrift, Schabbat und Feiertag geschlossen.
Hotel Wäsche- und Betten-Manufaktur
J. Königsberger, Bischweiler, Elsaß." |
Zur Geschichte der Synagoge
1856 wurde eine Synagoge in der Rue des Menuisiers gebaut. 1859
erfolgte die Einweihung. Sie
wurde in der NS-Zeit zerstört (1940). Eine neue Synagoge wurde unweit des alten
Synagogenstandortes 1956 an der Rue de Maréchal Foch gebaut (2 rue du Maréchal
Foch; Architekten Cromback und Heller). Da die jüdische Gemeinde zahlenmäßig
stark abgenommen hat, wird die Synagoge derzeit nicht benutzt.
Adresse/Standort der Synagoge: 67240 Bischwiller, 2,
Rue du Maréchal Foch
Fotos
(Foto rechts: Hahn, Aufnahmedatum 16.4.2004)
| Die alte Synagoge |
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Die alte Synagoge von
Bischweiler |
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| Die neue Synagoge |
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Die 1956 erbaute Synagoge von
Bischwiller |
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Weitere Fotos der alten und der neuen Synagoge: hier
anklicken
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 64; III,1 S. 129f. |
 | Jean
Daltroff: La Route du Judaisme en Alsace. Photographies Christophe Hamm.
I.D. Créations. Rosheim 2006. ISBN 2-915626-02-2. S. 42 u.ö.
Link zum Verlag mit
Informationen. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Bischwiller
(German Bischweiler) Bas-Rhin dist. The Jews of Bischwiller were massacred
during the Black Death persecutions of 1348-49. Jews only returned to settle in
1845, inaugurating a synagogue in 1859. The community numbered 193 members in
1936. During the occupation in Worldwar II, the Jews were expelled to the south
of France, together with the rest of Alsace-Lorraine Jews. The synagogue was
completely destroyed. There were 19 Jews deported from Bischwiller. In 1965
there were 50 Jews living in Bischwiller.

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