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Ober-Olm (VG
Nieder-Olm, Kreis
Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ober-Olm bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis
1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.
Eine erste Eintragung der Geburt eines jüdischen Kindes (Tochter von Bernhard
(?) Abraham) ist vom Jahr 1774. Zur offiziellen Gründung einer selbständigen
jüdischen Gemeinde kam es erst 1881.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807: fünf jüdische Familien, 1824 27 jüdische Einwohner, 1828,
29, 1847 47, 1861 32 (2,4 % von insgesamt 1.307 Einwohnern), 1880 36 (2,7
% von 1.322), 1900 43 (3,0 % von 1.428), 1910 41 (2,7 % von 1.510). Zur
Gemeinde gehörten auch die im benachbarten Klein-Winternheim lebenden
jüdischen Personen (1933 vier Personen: Familie von Alex Abraham). Die
jüdischen Haushaltsvorstände lebten vom Handel mit Vieh, Textilien und
Landesprodukten. Es gab auch Kohlenhändler und Grundstückmakler. Alex Abraham
in Klein-Winternheim hatte ein Landesproduktengeschändet (Saatgut,
Düngemittel).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Mainz.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gustav Mayer (geb.
8.9.1895 in Ober-Olm, gef. 17.8.1917).
Um 1924, als 36 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (2,3 % von
insgesamt 1.537 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Alfred Mayer,
Moritz Mayer I und Alex Abraham (letzterer aus Klein-Winternheim). 1932
waren die Vorsteher Otto Mayer (1. Vors.), Alex Abraham (Klein-Winternheim, 2.
Vors.) und Benno Stern (3. Vors.). An jüdischen Vereinen bestand der Israelitische
Kranken- und Sterbeverein (1932 Vors. Alex Abraham, Zweck und Arbeitsgebiet:
Unterstützung Hilfsbedürftiger).
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 30 Personen, 2,0 % von insgesamt 1.532
Einwohnern) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert: 17 Personen konnten nach
Nordamerika emigrieren, ein jüngerer Mann übersiedelte nach Argentinien.
Einzelne verzogen in die Städte Mainz und Speyer. 1939 wurden noch 10
jüdische Einwohner gezählt. Letzter Gemeindevorsteher war Karl Abraham.
Von den in Ober-Olm geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Abraham
(1883), Betty Goldschmidt geb. Mayer (1896), David Goldschmitt (1884), Alfred
Koch (1893), Alois Koch (1876), Anna Koch geb. Beck (1877), Wilhelm (Willi) Koch (1901),
Albert Lang (1909), Erna Lang (1908), Ruth Lang (1938), Bertha Mayer geb.
Bendheim (1865), Emma Mayer geb. Mayer (1865), Johanna Mayer (1860), Julius
Mayer (1866), Karl Leopold Mayer (1883), Moritz Mayer (1865), Moritz Mayer (1868), Emilie (Emmi) Michel geb. Mayer (1891), Antonie (Toni)
Oppenheimer geb. Mayer (1880), Benno Stern (1893), Elisabeth (Betty) Stern geb.
Mayer (1881).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Ausschreibung einer Vorsängerstelle zu den hohen Feiertagen im Herbst 1893
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1893: "Die
israelitische Gemeinde Ober-Olm bei Mainz sucht zu den bevorstehenden
ehrfurchtgebietenden Tagen einen Chasan (Kantor) mit guter
Stimme, welcher auch Baal Kore (Tora-Vorleser) sein muss. Meldungen
sind zu richten an den Unterzeichneten Hermann Mayer." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
70. Geburtstag von Bina Abraham (1928)
Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1928: "Mainz,
27. Juni (1928). Die Ehefrau des verstorbenen Ludwig Abraham aus Oberolm
bei Mainz, Frau Bina Abraham, feiert dieser Tage im Kreise ihrer
Kinder und Enkel ihren 70. Geburtstag in voller körperlicher und
geistiger Frische." |
Zur Geschichte der Synagoge
Die kleine Gemeinde hatte einen Betsaal im oberen
Stockwerk eines kleinen Hauses in der Oberen Bitzer Straße eingerichtet. Der
Raum hatte eine Größe von 4 mal 7-8 Metern. 1931 wurde das Gebäude
renoviert und der Betsaal erweitert. Verantwortlich für den Umbau war der
Architekten V. Metzler. Im Betsaal befand sich eine Gedenktafel zur Erinnerung
an den im Ersten Weltkrieg gefallenen Gustav Mayer.
Über die Geschichte des Gebäudes nach 1933 liegen keine Informationen vor. Das
Gebäude ist als Wohnhaus erhalten.
Adresse/Standort der Synagoge: Obere Bitzer
Straße
Fotos
| Fotos sind noch
nicht vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster
der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 2 S. 154-155. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 41-42. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 296 (mit weiteren Literaturangaben).
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ober-Olm Hesse, The
community, numbering 42 (3 % of the total) in 1900, had members in
Klein-Winternheim. During the Nazi era, 17 Jews emigrated to the United States;
six were deported in 1942.

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