Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hahnheim (VG Nierstein-Oppenheim, Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

  

Mai 2012: Neuerscheinung  
Walter Schwamb: Die jüdischen Bewohner der Selztalgemeinden: Hahnheim, Selzen, Friesenheim, Undenheim, Dahlheim, Mommenheim und ihrer Nachbardörfer Schornsheim und Udenheim. 2012. 
Zu bestellen bei Walter Schwamb, Oppenheimer Straße 32, 55278 Köngernheim, Tel. 06737-511.    
In diesem Buch wird über die jüdischen Bewohner in den Gemeinden und ihre Schicksale berichtet; ebenso ist eine komplette Namensliste und Ahnentafel enthalten. 


  
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur  

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
  
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hahnheim geht in das 18. Jahrhundert zurück. Erstmals wurden 1723 zwei jüdische Familien am Ort genannt. Ihre Zahl stieg bis um 1824 auf 40 Personen an und erreichte 1849 mit 92 Personen den Höchststand (etwa 14,3 % der Gesamteinwohnerschaft). Seitdem ging die Zahl der Juden im Dorf durch Aus- und Abwanderung zurück, sodass um 1900 46 und 1931 noch 25 jüdische Einwohner gezählt wurden. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Ausschreibungen der Stelle unten). Bevor ein eigener Lehrer in Handheim angestellt war, unterrichtete der jüdische Religionslehrer aus Mommenheim die Kinder in Hahnheim und Selzen. Die Gemeinde war dem Rabbinatsbezirk Mainz zugeteilt.

Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Simon Mann (geb. 11.2.1873 in Hahnheim, gef. 26.8.1918) und Julius Strauß (geb. 9.2.1888 in Hahnheim, gef. 21.10.1918). 
 
Um 1930
war 1. Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Siegmund Strauß, 2. Vorsitzender Emil Trum und 3. Vorsitzender Otto Mann. Der Gemeinde waren auch die in Köngernheim (5 Personen), Mommenheim (4 Personen) und Selzen (9 Personen) lebenden jüdischen Einwohner angeschlossen. 
 
1936 lebten noch elf jüdische Personen in Hahnheim, von denen die meisten kurz darauf von hier verzogen sind. 
    
Von den in Hahnheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Selma Adler geb. Bärmann (1892), Thekla Adler geb. Bärmann (1890), Isaak Haas (1873), Emma Mann (1871), Isidor Mann (1877), Max Mann (1896), Otto Mann (1888), Sabina Mann geb. Mann (1892), Sabine Scheideberg geb. Mann (1904).  
  
Aus Selzen sind umgekommen: Amalie Mann (1866), Ferdinand Mann (1884). 

Personen aus Köngernheim werden in den genannten Listen nicht genannt. 
Personen aus Mommenheim siehe die Seite Mommenheim.  
   
Zusätzlicher Hinweis auf die Seite zu Undenheim (jüdische Einwohner gehörten zur Gemeinde Schornsheim). 
    
    
    

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1886 und 1889

Hahnheim Israelit 16091886.jpg (25642 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1886: "In der israelitischen Gemeinde Hahnheim, Kreis Oppenheim, ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorsängers vakant und soll baldigst besetzt werden. Meldungen an den Vorstand Moses Strauß". 
   
Hahnheim Israelit 17061889.jpg (39700 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1889: "Gesucht wird von der israelitischen Gemeinde Hahnheim ein Lehrer und Vorbeter und könnte der Eintritt sofort geschehen; ledige sind bevorzugt. Hierauf Reflektierende wollen ihre Zeugnisse nebst Gehaltsansprüche senden an 
Moses Strauß, Vorsteher der israelitischen Gemeinde Hahnheim bei Niederolm". 

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zur Ernennung des Soldaten Strauß aus Hahnheim zum Offizier (1866)  

Hahnheim Israelit 15081866.jpg (23497 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. August 1866: "Mainz, den 9. August (1866). In der Schlacht bei Aschaffenburg hat ein Großherzoglich Hessischer Soldat jüdischen Glaubens, Strauß aus Hahnheim bei Mainz, mit solcher Bravour gekämpft, dass er noch auf dem Schlachtfelde zum Offizier ist ernannt worden."

  
Zum Tod des 101-jährigen Marx Strauß (1872)
     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. März 1872: "Mainz. Vor einigen Wochen verschied in Hahnheim, einem Dorfe in der Nähe von Mainz, Herr Marx Strauß - er ruhe in Frieden - in einem Alter von 101 Jahren. Derselbe war bis zu seinem Lebensende sehr rüstig; nur das Augenlicht hat in der letzten Zeit gelitten. Er pflegte bis vor wenigen Jahren häufig nach Mainz zu kommen, legte ohne Beschwerde den vier Stunden weiten Weg zu Fuß zurück und begab sich an demselben Tage auf dieselbe Weise wieder nach Hause. Seine ihm um 8 Jahre vorangegangene Gattin erreicht ein Alter von 92 Jahren. Die Ehe der beiden hatte 62 Jahre gewährt. Urenkel folgten der Bahre. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    

   
   
    
   
Zur Geschichte der Synagoge       
   
Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts dürfte ein Betsaal eingerichtet worden sein. Um 1840 wurde ein Synagoge erbaut, die bis zur Zerstörung beim Novemberpogrom 1938 gottesdienstlicher Mittelpunkt der Gemeinde war. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt. Die Ruine wurde wenig später beseitigt, nur den etwa 1 m über das Bodenniveau hinausreichende Keller blieb stehen. Die Kellerdecke wurde in der NS-Zeit als Podium für Feste und Veranstaltungen der NSDAP verwendet.  
   

Adresse/Standort der SynagogeEhemaliger Synagogenhof, heute sog. "Freier Platz".
   
    
Fotos:
(Oberes Foto: veröffentlicht im unten genannten Synagogenbuch Rheinland-Pfalz S. 177; 
untere Zeile: Hahn, Aufnahmedatum 29.3.2005)

Hahnheim Synagoge 100.jpg (57454 Byte)
Im Hintergrund dieses 1914 anlässlich der Fahnenweihe des Krieger- und Soldatenvereines aufgenommen 
Bildes ist die Synagoge mit ihrem Krüppelwalmdach erkennbar.
 
Hahnheim Synagoge 201.jpg (68113 Byte) Hahnheim Synagoge 200.jpg (79892 Byte)
Das Synagogengrundstück; im Hintergrund 
der Gedenkstein
Der Gedenkstein für die 
ehemalige Synagoge

  

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

November 2008: Gedenken zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938  
Hahnheim Synagoge 190.jpg (61998 Byte)Mitteilung in der Website der Gemeinde Hahnheim (Link zum Artikel): "Hahnheim erinnert sich und gedenkt..."  
Foto links aus der Website der Gemeinde Hahnheim: das vom Arbeitskreis Hahnheimer Geschichte gebaute Modell der Hahnheimer Synagoge.   
 
 

   

 

Links und Literatur  

Links: 

Website der Gemeinde Hahnheim   
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Hahnheim (interner Link)  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. 1971 Bd. I S. 314.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 177-178 (mit weiteren Literaturangaben)
   


 
Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hahnheim. The community, numbering 84 (11 % of the total) in 1861, also had members in neighboring villages. Of the 17 Jews living there in 1933, only four (who converted) remained after Kristallnacht (9-10 November 1938).  
            

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 25. April 2012