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Hahnheim (VG
Nierstein-Oppenheim, Kreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
| Mai 2012:
Neuerscheinung |
Walter Schwamb: Die jüdischen
Bewohner der Selztalgemeinden: Hahnheim, Selzen, Friesenheim, Undenheim,
Dahlheim, Mommenheim und ihrer Nachbardörfer Schornsheim und Udenheim.
2012.
Zu bestellen bei Walter Schwamb, Oppenheimer Straße 32, 55278
Köngernheim, Tel. 06737-511. |
| In diesem Buch wird über die jüdischen
Bewohner in den Gemeinden und ihre Schicksale berichtet; ebenso ist eine
komplette Namensliste und Ahnentafel enthalten. |
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hahnheim geht in das 18.
Jahrhundert zurück. Erstmals wurden 1723 zwei jüdische Familien am Ort genannt.
Ihre Zahl stieg bis um 1824 auf 40 Personen an und erreichte 1849 mit 92
Personen den Höchststand (etwa 14,3 % der Gesamteinwohnerschaft). Seitdem ging die Zahl der Juden im Dorf
durch Aus- und Abwanderung zurück, sodass um 1900 46 und 1931 noch 25 jüdische Einwohner gezählt wurden.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.),
eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Religionslehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe
Ausschreibungen der Stelle unten). Bevor ein eigener Lehrer in Handheim
angestellt war, unterrichtete der jüdische Religionslehrer aus Mommenheim
die Kinder in Hahnheim und Selzen. Die Gemeinde war dem Rabbinatsbezirk Mainz
zugeteilt.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Simon Mann (geb.
11.2.1873 in Hahnheim, gef. 26.8.1918) und Julius Strauß (geb. 9.2.1888 in
Hahnheim, gef. 21.10.1918).
Um 1930 war 1.
Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Siegmund Strauß, 2. Vorsitzender Emil Trum
und 3. Vorsitzender Otto Mann. Der Gemeinde waren auch die in Köngernheim (5
Personen), Mommenheim (4 Personen) und Selzen (9 Personen) lebenden jüdischen
Einwohner angeschlossen.
1936 lebten noch elf jüdische Personen in Hahnheim, von denen die
meisten kurz darauf von hier verzogen sind.
Von den in Hahnheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Selma Adler geb. Bärmann
(1892), Thekla Adler geb. Bärmann (1890), Isaak Haas (1873), Emma Mann (1871),
Isidor Mann (1877), Max Mann (1896), Otto Mann (1888), Sabina Mann geb. Mann
(1892), Sabine
Scheideberg geb. Mann (1904).
Aus Selzen sind umgekommen: Amalie Mann (1866), Ferdinand Mann (1884).
Personen aus Köngernheim werden in den genannten Listen nicht genannt.
Personen aus Mommenheim siehe die Seite
Mommenheim.
Zusätzlicher Hinweis auf die Seite zu
Undenheim (jüdische Einwohner gehörten zur Gemeinde
Schornsheim).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1886 und
1889
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1886:
"In der israelitischen Gemeinde Hahnheim, Kreis Oppenheim, ist die
Stelle eines Religionslehrers und Vorsängers vakant und soll baldigst
besetzt werden. Meldungen an den Vorstand Moses Strauß". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1889:
"Gesucht wird von der israelitischen Gemeinde Hahnheim ein Lehrer und
Vorbeter und könnte der Eintritt sofort geschehen; ledige sind bevorzugt.
Hierauf Reflektierende wollen ihre Zeugnisse nebst Gehaltsansprüche
senden an
Moses Strauß, Vorsteher der israelitischen Gemeinde Hahnheim
bei Niederolm". |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zur Ernennung des Soldaten Strauß aus Hahnheim zum Offizier (1866)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. August 1866:
"Mainz, den 9. August (1866). In der Schlacht bei Aschaffenburg hat
ein Großherzoglich Hessischer Soldat jüdischen Glaubens, Strauß aus
Hahnheim bei Mainz, mit solcher Bravour gekämpft, dass er noch auf dem
Schlachtfelde zum Offizier ist ernannt worden." |
Zum Tod des 101-jährigen Marx Strauß (1872)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. März 1872: "Mainz.
Vor einigen Wochen verschied in Hahnheim, einem Dorfe in der Nähe
von Mainz, Herr Marx Strauß - er ruhe in Frieden - in einem
Alter von 101 Jahren. Derselbe war bis zu seinem Lebensende sehr rüstig;
nur das Augenlicht hat in der letzten Zeit gelitten. Er pflegte bis vor
wenigen Jahren häufig nach Mainz zu kommen, legte ohne Beschwerde den
vier Stunden weiten Weg zu Fuß zurück und begab sich an demselben Tage
auf dieselbe Weise wieder nach Hause. Seine ihm um 8 Jahre vorangegangene
Gattin erreicht ein Alter von 92 Jahren. Die Ehe der beiden hatte 62 Jahre
gewährt. Urenkel folgten der Bahre. Seine Seele sei eingebunden in den
Bund des Lebens." |
Zur Geschichte der Synagoge
Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts dürfte ein Betsaal
eingerichtet worden sein. Um 1840 wurde ein Synagoge erbaut, die bis zur
Zerstörung beim Novemberpogrom 1938 gottesdienstlicher Mittelpunkt der Gemeinde
war. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt. Die Ruine wurde
wenig später beseitigt, nur den etwa 1 m über das Bodenniveau hinausreichende
Keller blieb stehen. Die Kellerdecke wurde in der NS-Zeit als Podium für Feste
und Veranstaltungen der NSDAP verwendet.
Adresse/Standort der Synagoge: Ehemaliger Synagogenhof, heute sog.
"Freier Platz".
Fotos:
(Oberes Foto: veröffentlicht im unten genannten Synagogenbuch
Rheinland-Pfalz S. 177;
untere Zeile: Hahn, Aufnahmedatum 29.3.2005)
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Im Hintergrund
dieses 1914 anlässlich der Fahnenweihe des Krieger- und Soldatenvereines
aufgenommen
Bildes ist die Synagoge mit ihrem Krüppelwalmdach erkennbar. |
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Das Synagogengrundstück; im
Hintergrund
der Gedenkstein |
Der Gedenkstein für die
ehemalige Synagoge |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 2008:
Gedenken zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938 |
Mitteilung in der Website der Gemeinde
Hahnheim (Link
zum Artikel): "Hahnheim erinnert sich und gedenkt..."
Foto links aus der Website der Gemeinde Hahnheim: das vom Arbeitskreis
Hahnheimer Geschichte gebaute Modell der Hahnheimer Synagoge. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen.
1971 Bd. I S. 314. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 177-178 (mit weiteren Literaturangaben) |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Hahnheim. The community, numbering 84 (11 % of
the total) in 1861, also had members in neighboring villages. Of the 17 Jews
living there in 1933, only four (who converted) remained after Kristallnacht
(9-10 November 1938).

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