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Mettenheim (Rheinhessen)
(VG Eich, Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde bzw. der jüdischen Familien
In Mettenheim gab es eine bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zeitweise
wohl selbständige jüdische Gemeinde, deren Mitgliederzahl jedoch klein war und
bis Ende des 19.Jahrhunderts schnell zurückgegangen ist.
Im Bericht von der Neuorganisation der
jüdischen Gemeinden im Kreis Worms 1840 ist davon die Rede, dass
Mettenheim eine der vier jüdischen Landgemeinden im Kreis Worms bilden solle mit
einer eigenen Synagoge und einem Religionslehrer. Beim Bericht über die
Einweihung des neuen jüdischen Schulhauses in Alsheim (1867) wird in
Mettenheim allerdings nur noch "ein Mitglied" (= eine jüdische Familie) genannt neben den damals
15 bis 16 "Mitgliedern" (jüdischen Familien) in Alsheim.
Aus Mettenheim stammt nach dem Bericht zu ihrer Goldenen Hochzeit (1907, siehe
Seite zu Alsheim) Regine, die Frau des
Lehrers Karl Marx in Alsheim.
In den "Statistischen Jahrbüchern des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" wird 1887
und 1888 Mettenheim in der Reihe der (selbständigen) jüdischen Gemeinden in Rheinhessen
genannt, allerdings ohne jede weitere Angabe einer Zahl jüdischer
Gemeindemitglieder o.ä. 1889ff findet sich die Angabe, dass es fünf
jüdische Gemeindeglieder in Mettenheim gibt, 1892 sind es noch drei
jüdische Gemeindeglieder in einer Familie. Damals ist inzwischen - wie auch in
den folgenden Jahren - Mettenheim als Teilgemeinde von Alsheim eingetragen.
Die Kinder der jüdischen Familien
besuchten im 19. Jahrhundert die jüdische Schule in
Alsheim bzw. wurden vom jüdischen Lehrer aus
Alsheim unterrichtet.
Die in
Mettenheim verstorbenen jüdischen Toten wurden auf dem Friedhof
in Alsheim beigesetzt.
Von den in Mettenheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lina Gregori geb.
Feitel (1911), Lina Josephine Levis geb. Mayer (1848), Karl
Löwenstein (1877), Josef Ostermann (1887).
Nach diesen Angaben der aus Mettenheim stammenden jüdischen Personen im
Gedenkbuch des Bundesarchives handelt es sich um Familien mit dem Familiennamen
Feitel, Mayer, Löwenstein und Ostermann, wobei zu diesen Familien am
rheinhessischen Ort keine weiteren Angaben vorliegen.
Hinweis: es gibt Mettenheim auch im Landkreis Mühldorf am Inn und Mettenheim als
Ortsteil der Gemeinde Biblis, Kreis Bergstraße.
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Allgemeine Berichte
Mettenheim als eine der 1840 fünf
jüdischen Hauptgemeinden im Kreis Worms (1840)
Anmerkung: der Bericht erschien auch in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 6. Juni 1840.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Orient" vom 13. Juni 1840: "Worms, 12. Mai
(Frankfurter Journal). Für die Reorganisation der israelitischen
Religionsgemeinden des Kreises Worms ist ein bedeutender Schritt geschehen,
und zwar in Folge der tätigen Bemühungen des großherzoglichen Kreisrates
Herrn Stadel, welcher auf seinen höchsten Ortes erstatteten Vortrag
zum fernern Handeln in dieser Sache ermächtigt wurde. Aus seinem
desfallsigen unterm 1. Mai erlassenen Ausschreiben ersieht man zur Genüge,
dass die große Mehrzahl der israelitischen Religionsgemeinden als solche
sich in einem wenig erfreulichen Zustande befanden. Die Zahl dieser
Gemeinden war, im Verhältnis zu der Menge ihrer Mitglieder und der Größe
ihrer Mittel, viel zu groß, als dass die meisten unter ihnen eine den
Bedürfnissen des religiösen Kultus entsprechende Einrichtung hätten erhalten
können. Es fehlte daher meist an Synagogen, hinreichend dotierten
Religionslehrerstellen und andern unentbehrlichen Hilfsmitteln. Nur durch
die Vergrößerung der Gemeinden und die Konzentrierung ihrer finanziellen
Mittel könnte diesem immer fühlbarer werdenden Übelstande abgeholfen werden.
Hiernach sind nun sämtliche israelitische Bewohner des Kreises Worms zu den
fünf Hauptgemeinden Worms,
Monsheim,
Westhofen, Mettenheim und
Osthofen vereinigt worden. Der in Worms
angestellte Rabbiner wird zur Hälfte von der dasigen Gemeinde, zur andern
Hälfte aber von den vier Landgemeinden besoldet. Eine jede der fünf
Gemeinden hat aus ihren Mitteln einen tüchtigen Religionslehrer zu besolden.
Auch soll an jedem Hauptorte eine geräumige Synagoge erbaut werden. Die
äußern Einrichtungen sind alle sehr gut, und es scheint künftig nur auf die
Wahl der Religionslehrer und den Bildungstrieb der Israeliten dieses Kreises
anzukommen, inwiefern die wohltätigen Absichten der großherzoglichen
Staatsregierung erreicht werden sollen." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 32-33 (Artikel zu Alsheim) |

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