Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mettenheim (Rheinhessen) (VG Eich, Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde bzw. der jüdischen Familien            
   
In Mettenheim gab es eine bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zeitweise wohl selbständige jüdische Gemeinde, deren Mitgliederzahl jedoch klein war und bis Ende des 19.Jahrhunderts schnell zurückgegangen ist.
  
Im Bericht von der Neuorganisation der jüdischen Gemeinden im Kreis Worms 1840 ist davon die Rede, dass Mettenheim eine der vier jüdischen Landgemeinden im Kreis Worms bilden solle mit einer eigenen Synagoge und einem Religionslehrer. Beim Bericht über die Einweihung des neuen jüdischen Schulhauses in Alsheim (1867) wird in Mettenheim allerdings nur noch "ein Mitglied" (= eine jüdische Familie) genannt neben den damals 15 bis 16 "Mitgliedern" (jüdischen Familien) in Alsheim.  
 
Aus Mettenheim stammt nach dem Bericht zu ihrer Goldenen Hochzeit (1907, siehe Seite zu Alsheim) Regine, die Frau des Lehrers Karl Marx in Alsheim.  
 
In den "Statistischen Jahrbüchern des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" wird 1887 und 1888 Mettenheim in der Reihe der (selbständigen) jüdischen Gemeinden in Rheinhessen genannt, allerdings ohne jede weitere Angabe einer Zahl jüdischer Gemeindemitglieder o.ä. 1889ff findet sich die Angabe, dass es fünf jüdische Gemeindeglieder in Mettenheim gibt, 1892 sind es noch drei jüdische Gemeindeglieder in einer Familie. Damals ist inzwischen - wie auch in den folgenden Jahren - Mettenheim als Teilgemeinde von Alsheim eingetragen.  
 
Die Kinder der jüdischen Familien besuchten im 19. Jahrhundert die jüdische Schule in Alsheim bzw. wurden vom jüdischen Lehrer aus Alsheim unterrichtet.
  
Die in Mettenheim verstorbenen jüdischen Toten wurden auf dem Friedhof in Alsheim beigesetzt. 
   
Von den in Mettenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lina Gregori geb. Feitel (1911), Lina Josephine Levis geb. Mayer (1848), Karl Löwenstein (1877), Josef Ostermann (1887).  
   
Nach diesen Angaben der aus Mettenheim stammenden jüdischen Personen im Gedenkbuch des Bundesarchives handelt es sich um Familien mit dem Familiennamen Feitel, Mayer, Löwenstein und Ostermann, wobei zu diesen Familien am rheinhessischen Ort keine weiteren Angaben vorliegen.
Hinweis: es gibt Mettenheim auch im Landkreis Mühldorf am Inn und Mettenheim als Ortsteil der Gemeinde Biblis, Kreis Bergstraße.  
     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Allgemeine Berichte    
Mettenheim als eine der 1840 fünf jüdischen Hauptgemeinden im Kreis Worms (1840)  

Anmerkung: der Bericht erschien auch in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Juni 1840.

Artikel in der Zeitschrift "Der Orient" vom 13. Juni 1840: "Worms, 12. Mai (Frankfurter Journal). Für die Reorganisation der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Worms ist ein bedeutender Schritt geschehen, und zwar in Folge der tätigen Bemühungen des großherzoglichen Kreisrates Herrn Stadel, welcher auf seinen höchsten Ortes erstatteten Vortrag zum fernern Handeln in dieser Sache ermächtigt wurde. Aus seinem desfallsigen unterm 1. Mai erlassenen Ausschreiben ersieht man zur Genüge, dass die große Mehrzahl der israelitischen Religionsgemeinden als solche sich in einem wenig erfreulichen Zustande befanden. Die Zahl dieser Gemeinden war, im Verhältnis zu der Menge ihrer Mitglieder und der Größe ihrer Mittel, viel zu groß, als dass die meisten unter ihnen eine den Bedürfnissen des religiösen Kultus entsprechende Einrichtung hätten erhalten können. Es fehlte daher meist an Synagogen, hinreichend dotierten Religionslehrerstellen und andern unentbehrlichen Hilfsmitteln. Nur durch die Vergrößerung der Gemeinden und die Konzentrierung ihrer finanziellen Mittel könnte diesem immer fühlbarer werdenden Übelstande abgeholfen werden. Hiernach sind nun sämtliche israelitische Bewohner des Kreises Worms zu den fünf Hauptgemeinden Worms, Monsheim, Westhofen, Mettenheim und Osthofen vereinigt worden. Der in Worms angestellte Rabbiner wird zur Hälfte von der dasigen Gemeinde, zur andern Hälfte aber von den vier Landgemeinden besoldet. Eine jede der fünf Gemeinden hat aus ihren Mitteln einen tüchtigen Religionslehrer zu besolden. Auch soll an jedem Hauptorte eine geräumige Synagoge erbaut werden. Die äußern Einrichtungen sind alle sehr gut, und es scheint künftig nur auf die Wahl der Religionslehrer und den Bildungstrieb der Israeliten dieses Kreises anzukommen, inwiefern die wohltätigen Absichten der großherzoglichen Staatsregierung erreicht werden sollen."   

    
     

     

Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Mettenheim 
bulletWebsite der VG Eich  

Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 32-33 (Artikel zu Alsheim)    

    
      

                   
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Stand: 31. Januar 2026