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Hachenburg (Westerwaldkreis)
mit Orten der Umgebung
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Hachenburg (Stadtrechte seit 1314) lebten Juden bereits im Mittelalter.
Der einzige Nachweis ist die Nennung der Stadt in einer Liste der Orte, in denen
Juden während der Pestzeit 1348/49 ermordet worden.
Die Entstehung der neuzeitlichen
Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück: 1674/75 werden zwei
jüdische Familien in der Stadt genannt. Im Laufe der 18. Jahrhundert stieg die
Zahl der jüdischen Familien auf zehn an (1729 drei jüdische Familien, 1751
vier, 1778 sechs, 1799 zehn). 1791 wurden 43 jüdische Einwohner gezählt. 1751
war unter den Familien ein Metzger, 1788 zwei Weinhändler. 1799 werden als
Berufe angegeben: Metzger und Schlachter, Krämer, Händler, Seifensieder und
Weinhändler.
Im 19. Jahrhundert wird 1810
erstmals ein Gemeindevorsteher genannt. Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte
sich wie folgt: 1843 wurden 73 jüdische Gemeindeglieder
gezählt; bis 1871 ging die Zahl auf 53 zurück (3,8 % von insgesamt 1.384
Einwohnern), um danach wieder anzusteigen: 1885 57 (3,7 % von 1.532), 1895 72
(4,7 % von 1.527), 1900 72, 1905 124 (6,7 % von 1.843), 1913 126. Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in Alpenrod (1842
20 jüdische Einwohner mit Hirtscheid und Dehlingen),
Altstadt (1843 17, 1905
10), Höchstenbach (1843 35, 1905 10),
Kirburg (1843 26, 1905 17), Kroppach
(1843 19) und Nister lebenden
jüdischen Personen. Im 19. Jahrhundert gab es in den Filialgemeinden
Höchstenbach, Kroppach und Kirburg Beträume. Die
jüdischen Gewerbetreibenden waren Metzger und Viehhändler, Getreide- und
Fruchthändler. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten mehrere von
ihnen Geschäfte und Läden am Ort eröffnet, darunter ein Schuhgeschäft, ein
Geschäft für Glas und Porzellan u.a.m.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule,
ein rituelles Bad (1908 neu erstellt, siehe Bericht unten) sowie ein eigener Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet fungierte. Um 1842 wird als
Lehrer Josef Rosenau genannt (1848 waren 25 Kinder in der Religionsschule zu
unterrichten, 1851 31 Kinder). Die Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Weilburg beziehungsweise nach 1925 zum vereinigten Rabbinatsbezirk
[Bad] Ems und Weilburg.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Martin Schönfeld
(geb. 10.8.1893 in Hachenburg, gef. 13.6.1915), Hugo Weinberg (geb. 14.3.1897 in
Hachenburg, gef. 28.6.1918) und Oskar Weinberg (geb. 12.12.1896 in Hachenburg,
gef. 11.5.1917).
Um 1925, als 103 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (4,7 % des
Gesamtbevölkerung), waren Gemeindevorsteher die Herren Ferdinand
Rosenberg, Berthold Seewald und M. Löb. Als Lehrer und Kantor war Friedrich
Nathan angestellt, der damals acht Kindern Religionsunterricht erteilte. An
jüdischen Vereinen bestanden eine Männer-Chewra (beziehungsweise
Israelitischer Wohltätigkeitsverein, gegründet 1903, 1932 unter Leitung
von Louis Bernstein, Ziele: Krankenunterstützung, Unterstützung
Hilfsbedürftiger, 1932 38 Mitglieder; dazu wird 1932 auch der von Berthold
Seewald geleitete Jüdische Unterstützungsverein genannt mit dem Ziel:
Unterstützung Hilfsbedürftiger), ein Frauenverein (bzw.
"Israelitische Frauen-Chevrah", gegründet 1882, 1932 unter
Leitung von Frau Max Weinberg, Ziele: Krankenunterstützung und Krankenwache,
1932 34 Mitglieder), eine Ortsgruppe
des Centralvereins, ein jüdischer Jugendverein und der Reichsbund jüdischer
Frontsoldaten. Zur Hachenburger Gemeinde gehörten weiterhin (vgl. oben) die in Alpenrod
(1925 6, 1932 4),
Steinbach (1925 3) und Altstadt (1932 8) lebenden jüdischen Personen. 1932 war als Lehrer und Kantor
Siegfried Levi tätig. Er hatte damals sieben schulpflichtigen Kinder den
Religionsunterricht zu erteilen. Gemeindevorsteher war Berthold Seewald.
Nach 1933 ging die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder
durch die zunehmenden Repressalien und die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts weiter
zurück. 1936 wurden noch 75 Gemeindeglieder gezählt, im September 1938 28. Bis
1938 waren etwa 13 jüdische Familien aus Hachenburg weggezogen beziehungsweise
ausgewandert (ca. 20 Personen in die USA, sechs nach Südamerika, drei nach
England, zwei nach Frankreich, mehrere nach Palästina). Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört (s.u.). 1940 verzogen die letzten jüdischen Einwohner nach Düsseldorf.
Von den in Hachenburg geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Ernst Bernstein
(1898), Berta Engel geb. Lindenbaum (1876), Martha Engel (1900), Siegmund Engel
(1895), Paula Ferber geb. Gerolstein (1880), Bernhard Friedemann (1882), Josef Friedemann
(1886), Simon Friedemann (1872), Ursula Friedemann (Tochter von Bernhard Fr.,
geb. in Köln 1929), Helene Goldschmidt
geb. Löb (1909), Emma Hess geb. Loeb
(1896), Emilie Hirschberg geb. Rosenberg (geb. ?), Josef Liebmann (1891), Selma
Liebmann geb. Mendel (1894), Adolf Loeb (1886), Bernhard Loeb (1931), Else
Loeb geb. Spiegel (1901), Gerda Loeb (1926), Louis Loeb (1898), Moritz Loeb
(1867), Pauline Loeb (1863), Rosel Loeb (1924), Eugen Mendel (1898), Hans Mendel
(1925), Irma Mendel geb. Löb (1899), Frau Roettgen geb. Rosenau (1871), Henri Rosenberg
(1904), Hannelore Salomon (1923), Marianna Schönfeld (1926), Alfred Weinberg (1888), Eli Weinberg (1936),
Ernst Weinberg (1930), Johanna Weinberg (1912), Ruth Weinberg (1933), Samuel
Weinberg (1928), Sophie Weinberg geb. Fröhlich (1900), Helene Weinberger geb.
Eppstein (1912), Rosa Weiß geb. Loeb (1896).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1866 /
1902 / 1929
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Januar 1866: "Die
mit einem jährlichen Einkommen von 300 Gulden verbundene Religionslehrer-
und Vorbeterstelle bei der israelitischen Gemeinde zu Hachenburg
(Herzogtum Nassau) ist vakant. Unverheiratete Bewerber werden bevorzugt;
dieselben wollen ihre Franko-Offerten an den Unterzeichneten richten. Levi
Löb, Vorsteher." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1902: "Die
Gemeinde Hachenburg (Nassau) sucht zum 1. Juni einen seminaristisch
gebildeten Religionslehrer und Vorbeter. Gehalt 900 Mark und ca. 200 Mark
Nebenverdienst. Ledige Bewerber wollen ihre Zeugnisse richten an den
Vorsteher B. Bernstein." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1902:
"Religionslehrer und Kantor für Hachenburg gesucht. Anstellung
definitiv, Gehalt 900 Mark jährlich, Nebeneinnahmen 200 Mark.
Seminaristisch gebildete Lehrer wollen ihre Zeugnisse Herrn
Bezirksrabbiner Dr. Landau in Weilburg einschicken." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1929:
Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets ist neu zu
besetzen. Besoldung nach Gruppe 4b PrBO, Reichsdeutsche, ledige,
strebsame, seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich mit
Zeugnis-Abschriften und Lebenslauf wenden an den Vorstand der
Israelitischen Kultusgemeinde Hachenburg Berthold Seewald." |
Aus
dem jüdischen Gemeindeleben - das Miteinander der Konfessionen am Ort
Anmerkung: seit 1877 war der Kaufmann Bernhard Bernstein Vorsitzender der
jüdischen Gemeinde und seit 1893 Mitglied des Stadtrates. Nach ihm (1903?)
wurde der Viehhändler Louis Bernstein in den Stadtrat gewählt, worin er bis
1933 immer wieder neu gewählt wurde.
Wahl von Bernhard Bernstein in den Stadtrat (1893)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1893:
"Hachenburg (Nassau), 17. Januar (1893). Unser Kultusvorsteher Herr
B. Bernstein von hier wurde einstimmig zum Stadtrat gewählt und gestern
vom Landratsamt vereidigt. Gewiss ein Zeichen, dass der Antisemitismus
keinen Boden gefunden hat." |
Über die konfessionelle Zusammensetzung des Stadtrates
und das gute Miteinander zwischen den Konfessionen (1896)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1896:
"Hachenburg, 29. Februar (1896). In unserer Stadt leben Christen und
Juden in völliger Eintracht zusammen, und der gegenseitige Verkehr ist so
innig, dass der alles zersetzende Antisemitismus hier keinen Eingang
findet. Diese echt menschliche Gesinnung betätigt sich auch durch die
konfessionelle Zusammensetzung des hiesigen Stadtrats, in welchen neben
Protestanten und Katholiken grundsätzlich stets ein Jude gewählt wird.
Jenes Ehrenpostens erfreut sich schon seit vier Jahren das bei den
Bürgern Hachenburgs außerordentlich beliebte und geachtete erste israelitischen
Kultusvorstandsmitglied Herr Bernstein. Im vorigen Dezember schied
derselbe durch das Los aus, wurde aber mit einer erfreulich großen
Stimmenmehrheit wieder gewählt. Mögen diese hier waltenden Zustände der
allgemeinen Menschenliebe dauernd gegründet sein!!" |
Erneute Wahl des Gemeindevorstehers Kaufmann Bernhard
Bernstein in den Stadtrat (1902)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1902:
"Hachenburg. Der bereits über ein Vierteljahrhundert als erster
Vorsteher unserer israelitischen Kultusgemeinde wirkende Herr Kaufmann
Bernhard Bernstein wurde wiederum, nachdem er durch das Los ausgeschieden
worden war, fast einstimmig zum Stadtrat gewählt. Überrascht hat uns
freilich diese Wahlkundgebung nicht. Wer den lauteren, für alles Wahre,
Gute und Schöne empfänglichen Charakter dieses ehrwürdigen Greises
kennt, wird sich über die große Beliebtheit, der er sich bei den
Bürgern der Stadt ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses erfreut,
keineswegs wundern. Hat er es ja stets, wenn es galt, die Grundgehalte der
pflichtgetreuen städtischen Beamten aufzubessern, gezeigt, dass ihm die
Worte: 'Jedem das Seine,' tief zu Herzen gegangen sind. Was seine
gesellschaftliche Stellung betrifft, die er hierselbst einnimmt, so glaube
ich sie am besten durch die folgenden Dichterworte geschildert zu haben:
'Ein edler Mensch zieht edle Menschen an, und weiß sie festzuhalten.'
Möge es ihm in seinen ungeschwächten, körperlichen und geistigen
Kräften, deren er sich trotz seines hohen Alters erfreut, vergönnt sein,
noch viele Jahre hindurch zum Heil und Segen für unsere Kultusgemeinde
und Stadt wirken zu können." |
Ein neues Ritualbad wird erstellt (1908)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1908: "Hachenburg
(Nassau). Hier ist Mitte März ein Ritualbad hergestellt und der Benutzung
übergeben worden. Dasselbe ist nach allen Vorschriften des
Religionsgesetzes und der Hygiene eingerichtet. Es ist in weiterem Umkreis
das einzige seiner Art." |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Julius Weinberg (1924)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1924: "Hachenburg,
30. November (1924). Am 3. November rief Gott Herrn Julius Weinberg nach
langem, mit heldenhafter Geduld ertragenem Leiden heim. Ein edler Mensch
verließ uns in der Blüte seines Lebens. Wir verlieren in ihm einen
aufrechten Jehudi, einen Führer unserer Jugend im Kampfe für unsere Emunoh
(Wahrheit). Es trauern um ihn neben seinen Eltern und Geschwistern, denen
er ein liebevoller Sohn und Bruder war, der große Kreis seiner Freunde und
Bekannten, denen er ein durch sein lauteres, immer wahrhaftes und
freundliches Wesen ein Vorbild war. Die Beerdigung, an der sich auch eine
große Menge unserer christlichen Mitbürger beteiligte, war ein
überzeugender Beweis der Beliebtheit, deren sich unser Julius Weinberg - das
Andenken des Gerechten sei zum Segen - erfreut hatte." |
Zum Tod von Samuel Weinberg (1926)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1926:
"Hachenburg (Westerwald), 3. März (1926). Einer unserer Besten ist
von uns gegangen. Am 3. Adar (17. Februar 1926) verschied im 75.
Lebensjahre unser Samuel Weinberg. Der Typus eines aufrechten, echt
frommen Jehudi vom alten Schlage, wie er leider immer seltener in unseren
Landgemeinden zu finden ist, war er stets bestrebt, Gottesfurcht zu
verbreiten und seine Kinder zu guten Juden zu erziehen. Eine harmonische,
in sich geschlossene Persönlichkeit wie er war, war er von
unbestechlichem Rechtlichkeitssinn, sowohl im persönlichen als auch
geschäftlichen Leben. Unter einem rauen Äußern verbarg er ein gütiges
Herz. Sowie er ein liebevoller Gatte und Vater war, so trat er auch
Jedermann freundlich entgegen. Kein Fremder verließ sein Haus, ohne seine
Gastfreundschaft genossen zu haben. Schwere Schicksalsschläge der letzten
Jahre schlossen ihn nur enger seinem Gotte an. Er war ein echter
Friedensliebender. Trotz Alters- und Krankheitsbeschwerden war er immer
einer der Ersten im Gotteshause. Wie freute er sich, wenn er als Chasen
(Vorsänger) funktionieren konnte, selten schön und verständnisinnig war
seine Sidrovorlesung (Lesung des Toraabschnittes). - Möge sein S'chus (Verdienst) der hinterlassenen
Familie beistehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Hinweis auf den in Altstadt-Hachenburg geborenen Kantor
Siegmund Friedemann (1902-1984)
Über
den Lebenslauf von Kantor Siegmund Friedemann informiert ein
französischer Artikel von Joë Friedemann in judaisme.sdv.fr: Link
zu diesem Artikel.
Siegmund Hachenburg ist am 3. April 1902 in Altstadt-Hachenburg geboren.
Er ließ sich am "Bildungsseminar für Jüdische Lehrer" in
Hannover ausbilden. Nach abgeschlossenem Studium war er in Camberg
tätig, anschließend in Wallau. 1926
trat er Stelle des Lehrers und Kantors in Merzig
an. Hier heiratete er Herta geb. Kahn. Seit 1930 war er in Saarbrücken
tätig. Im Oktober 1936 trat er in den Dienst der Gemeinde von Saverne
(Zabern). Nach dem deutschen Einmarsch folgten Jahre, die durch
Internierung, Flucht und ständige Bedrohung geprägt waren. Seit 1946
wieder im Dienst von Gemeinden im Bereich Elsass-Lothringen: Sarrebourg,
Belfort und Sarreguemines. |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Das Warenhaus S. Rosenau sucht Mitarbeiter (1898 / 1901 /
1903)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1898:
"Suche
per sofort
zwei tüchtige Detail-Reisende
nicht unter 25 Jahren.
Gehalt bei freier Station 1.500 Mark. Ausführlich Offerten erbeten
S.
Rosenau, Hachenburg." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. April 1901:
"Zum baldigen Eintritt suchen einen tüchtigen mit der
Landwirtschaftlichen Maschinen- und Nähmaschinen-Branche vertrauten
Detailreisenden
bei hohem Gehalt. Offerten mit Gehaltsansprüchen bei freier Station und
Bild erheben.
Warenhaus S. Rosenau,
Hachenburg." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juni 1903:
"Zum sofortigen Eintritt suche ich einen
Reisenden
für landwirtschaftliche Maschinen. Ausführliche Offerten, mit Bild und
Ansprächen, bei freier Station, erbeten.
S. Rosenau, Hachenburg, Reg.-Bezirk
Wiesbaden." |
Anzeige der Viehhandlung Samuel Weinberg (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1900: "Einen
jungen Mann, im Alter von 16-20 Jahren, zur Erlernung des Viehhandels
gesucht. Derselbe bezieht sofort Lohn.
Samuel Weinberg, Hachenburg, Westerwald." |
Geburtsanzeige von Alfred Weinberg und Sophie geb. Fröhlich (1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1925; "Julius
- Gott sei gepriesen - Die glückliche Geburt eines kräftigen
Jungen zeigen dankerfüllt an Alfred Weinberg und Frau Sophie geb.
Fröhlich.
Hachenburg (Westerwald). 3. Adar 5685 / 26. Februar
1925". |
| Anmerkung: Alfred und Sophie Weinberg wurden
in der NS-Zeit ermordet. |
Geburtsanzeige von Fritz Neuhaus (1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1925: "Fritz.
Gott sei gepriesen. Die glückliche Geburt unseres Sohnes
zeigen hocherfreut an
E. Neuhaus und Frau Jenni, geb. Kissinger. Hachenburg, 10. Juni 1925 - 18.
Siwan 5685" |
Verlobungsanzeige von Serry Neuhaus und Ernst Wallerstein (1930)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Januar 1930: "Gott
sei gepriesen.
Serry Neuhaus - Ernst Wallerstein. Verlobte.
Hachenburg (Westerwald) - Siegburg,
den 2. Februar 1930. 4. Schewat (5)690." |
Zur Geschichte der Synagoge
Die jüdische Gemeinde hatte bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen Betsaal
im 3. Stock eines jüdischen Hauses in der Judengasse, in dem es freilich zuletzt sehr eng zuging.
Wenn 40 bis 50 jüdische Männer beieinander waren, mussten sie so gedrängt
zusammenstehen, dass sie sich kaum noch bewegen konnten.
Seit Mitte des 19.
Jahrhunderts gab es Bestrebungen zum Bau einer Synagoge, doch erst um 1890
konnte die jüdische Gemeinde einen Bauplatz am Alexanderring 6 im ehemaligen
Wallgraben der Stadtmauer erwerben (im Bereich der Tränke, eines früheren
Brandweihers). Der Herborner Architekt Hoffmann arbeitete
die Pläne aus. Grundsteinlegung war am 3. Juli 1896, die unter großer
Beteiligung der Bevölkerung gefeierte Einweihung am 11. und 12. Juni 1897.
Sowohl in der liberalen "Allgemeinen
Zeitung des Judentums" wie auch in der orthodoxen Zeitschrift
"Der Israelit" erschienen
Berichte zur Einweihung der neuen
Synagoge: |
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Juli 1897:
"Hachenburg,
25. Juni. Am 11. dieses Monats wurde hier durch Bezirksrabbiner Herrn Dr.
Landau-Weilburg die neue Synagoge eingeweiht. Unsere Stadt war festlich geschmückt,
und Ehrenpforten winkten den Gästen den Willkommengruß entgegen. Um 4 Uhr
versammelte sich die Gemeinde in der bisherigen Synagoge zum
Abschiedsgottesdienst. In der Ansprache nahm im Namen der Gemeinde der Rabbiner
Abschied von dem bisherigen Gotteshause und ermahnte die Zuhörer, den alten
Glauben auch ferner zu bewahren und mit hinüberzunehmen in das neue Heiligtum.
Dann wurden die Thorarollen ausgehoben und den dazu bestimmten Trägern
übergeben. Nun ordnete sich der Festzug. Voran schritt die Kapelle des 80.
Infanterie-Regiments unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Münch-Wiesbaden,
dann folgten die israelitische Schuljugend, die Schlüsselträgerin Fräulein
Seewald mit den Schlüsseln des neuen Gotteshauses, die weißgekleideten
Festjungfrauen und die Träger mit den Thorarollen unter himmelblauem Baldachin.
Dann kamen der Rabbiner und der Kantor, die Spitzen der Behörden, die
Ehrengäste, darunter auch der evangelische und katholische Geistliche von hier
und viele andere Gäste von hier und auswärts. Vor dem neuen Gotteshause wurde
mit einer Ansprache seitens der Trägerin der Schlüssel an die Behörde und von
dieser an der Rabbiner überreicht, der an die Gemeinde wieder eine Ansprache
hielt. Während die Gemeinde in die Synagoge einzog, intonierte die Kapelle
einen Choral. Die Weihe wurde mit einem Chorgesang eingeleitet, welcher durch
den von Herrn Lehrer Görz dirigierten israelitischen Sängerchor ausgeführt
wurde. Nach der Festpredigt folgten Gebet und Chorgesang. Um 7 Uhr war
Abendgottesdienst und von 9 Uhr beginnend Konzert, ausgeführt von Mitgliedern
des Synagogenchores, unter Mitwirkung der Militärkapelle. Am anderen Morgen um
7 Uhr wurde Frühgottesdienst und um 9 Uhr Hauptgottesdienst abgehalten. der
Nachmittag und Abend war den Festlichkeiten gewidmet, und fand Nachmittags Konzert
und Abends Ball statt. Sämtliche Festlichkeiten wurden in dem eignes dazu
erbauten und schön geschmückten Saale des Herrn Friedhof abgehalten. Bei der
allgemeinen Beteiligung war der große Saal an den beiden Abenden bis auf den
letzten Platz gefüllt; ein Beweis, dass hierselbst konfessionelle Eintracht
herrscht." |
| Ausführlicher war der Bericht in der
Zeitschrift "Der Israelit": |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1897: "Hachenburg,
23. Juni (1897). Eine erhebende Feier fand am Freitag, den 11. und
Samstag, den 12. vorigen Monats in unserer israelitischen Kultusgemeinde
statt. Schon lange wurde das Bedürfnis in unserem engen Kreise empfunden,
die dumpfen und engen Betsäle mit einem ansprechenden Gotteshause zu
vertauschen. Die erste Anregung zum Entschlusse eines Synagogenbaues gab
unser früherer Bezirksrabbiner, seiner Ehrwürdigen Herr Dr. Goldschmidt,
jetzt Großherzoglicher Stadtrabbiner in Offenbach am Main durch eine
zündende Rede. Das zielbewusste Vorgeben wurde von seinem Nachfolger, dem
jetzigen Bezirksrabbiner, Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. E. Landau,
durch das lebendige Wort und zu Herzen gehende Briefe von seinem
Rabbinatssitze Weilburg aus fortgesetzt. Im Frühjahre vergangenen Jahres
wurden die auf fruchtbaren Boden gefallenen Ermahnungen und Belehrungen in
die Tat umgesetzt und im Frühjahre dieses Jahres ging der Neubau dieser
Andachtsstätte seiner Vollendung entgegen. In unserer altehrwürdigen
nassauischen Stadt, wo der Judenhass fast keine Nahrung findet, waren an
den Tagen der Weihe die Häuser der hiesigen Bürger auf das reichlichste
dekoriert, von der alten bis zur neuen Synagoge wurde eine Baumallee
künstlich angelegt. Freitag um 4 Uhr nachmittags fand der
Abschiedsgottesdienst in der alten Synagoge statt. Darauf hoben die
Torarollenträger die Torarollen aus dem heiligen Schreine der alten
Synagoge und trugen sie nach der Straße, wo ihrer der himmelblaue
Baldachin wartete. Darnach hielt Herr Rabbiner Dr. E. Landau eine
ergreifende Abschiedsrede, in welcher er die Gemeinde ermahnte, ihren
angestammten Väterglauben auch fernerhin zu bewahren. Nach Beendigung der
Abschiedsfeier bewegte sich der wohlgeordnete Festzug nach der neuen
Synagoge. Voran schritt ein Teil der Kapelle des 80. Infanterie-Regiments
unter Leitung des hervorragenden Kapellmeisters und Komponisten Münch - Wiesbaden.
Ihr schloss sich die israelitische Schuljugend, die Schlüsselträgerin
Fräulein Seewald an, begleitet von zwei Ehrendamen. Dann folgten die
jüdischen Kultusbeamten: Rabbiner, Lehrer und Kantor, die Spitzen der
Kreis- |
und
Stadtbehörde, und die Ehrengäste. Unter den letzteren bemerkten wir auch
den evangelischen Geistlichen, Herrn Dekan Neumann und den katholischen
Pfarrer Herrn Jost, beide Männer, welche die allgemeine Liebe ihren
Pfarrkindern von der Kanzel herab warm und unermüdlich ans Herz legen.
Auch sehr viele der übrigen Beamten, sowie eine große Anzahl der Bürger
Hachenburgs beehrten uns durch ihre Beteiligung am Festzuge. An der
Mündung der Judengasse, in welcher sich die alte Andachtsstätte
befindet, in der Kölner Straße nach der neuen Synagoge war ein
Triumphbogen errichtet worden, mit dem jüdischen Wappen, dem Davidstern
geziert. Desgleichen ein solcher am Eingange des Alexanderringes, den der
Festzug ebenfalls berührte und woselbst die neue Synagoge steht. An der
neuen Betstätte angelangt, überreichte die Schlüsselträgerin dem
Vertreter des beurlaubten Herrn Landrat Büchting, Herrn
Regierungsassessor Pahlke, den Schlüssel zum Haupteingange der
neuerbauten Synagoge. In der kurzen, aber inhaltsreichen Ansprache
erwähnte Fräulein Seewald unter anderem, dass die Aufgabe der Belehrung
in dem Gotteshause sein müsste, Glauben und Vaterlandsliebe zu verketten.
Darauf übergab Regierungsassessor Pahlke dem Herrn Rabbiner den
Schlüssel, indem er einige herzliche Worte an ihn richtete. Herr Dr.
Landau öffnete darnach die Türe des Gotteshauses unter tief empfundenen
Worten und die Menge zog ein, während die Musik einen Choral intonierte.
Nachdem das Publikum die Synagogensitze eingenommen hatte, erscholl der Ma
Tauwu-Gesang von dem unter der Leitung des Herrn Dirigenten Lehrer
Görtz gut geschulten Synagogenchor. Die Leistungen des genannten Herrn
verdienen ganz besondere Anerkennung.
Der Kantor, Herr Lehmann - Weilburg erntete durch seinen gefühlvollen
Vortrag, sowie durch seine wohlklingende Stimme reichen Beifall.
Erwähnenswert ist die Festpredigt des Herrn Rabbiner an jenem
Freitagabend. Er sprach über den Zweck des Gottesdienstes und die
Bedeutung der in der Synagoge sich befindlichen symbolischen Dinge. Um 1/2
7 Uhr am Samstagmorgen begann der Frühgottesdienst und um 9 Uhr der
Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Synagogenchors. Die Festpredigt des
Herrn Rabbiners enthielt ernste Betrachtungen über das, was unserer
Gemeinde Not tut.
Der gemütliche Teil der Festlichkeit fand in dem geräumigen Saale des
Herrn Gastwirt Friedrich statt. Fräulein Mathilde Kahn gebührt unter den
Leistungen im Festsaale unstreitig den Löwenanteil. Sie verstand es, den Prolog
gefühlvoll vorzutragen. Ihre Vortragsweise zeigte tiefes Verständnis und
stark ausgeprägten ästhetischen Geschmack.
Der Saal war dicht gedrängt von Gästen, jüdischen und christlichen
Glaubens, besetzt. Am Samstagabend um 9 1/2 Uhr begann das Festbankett und
lange schon hatte die sternenhelle Nacht dem Tage den Platz geräumt, als
die letzten Gäste sich entfernten. Möge dieses herrliche Fest noch lange
in der Erinnerung der Bewohner unserer Stadt leben und dadurch das Band
der Eintracht unter den verschiedenen Konfessionen hierselbst sich noch
fester knüpfen." |
Nur 31 Jahre blieb die neu erbaute Synagoge Mittelpunkt des
jüdischen Gemeindelebens in Hachenburg.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge
zerstört. Von der Polizei wurden die rituellen Gegenstände beschlagnahmt (nach
einer Aufstellung "16 Torarollen, 9 Kultgegenstände, 17 Tücher, 5
Altardecken und -Deckchen, zwei Pergament-Rollen und drei Hörer". Während
des Krieges wurde das Synagogengebäude als Luftschutzschule zweckentfremdet.
Nach 1945 wurde es wieder an die Koblenzer Jüdische Kultusgemeinde
überschrieben, die die ehemalige Synagoge weiter verkaufte. Das Gebäude wurde
als Berufsschule genutzt, später zu einem Ladenlokal umgebaut.
Adressen/Standorte der Synagogen: alte Synagoge in
der "Judengasse" (abgebrochen, neu bebaut), neue Synagoge Alexanderring 6
Fotos
(Quelle: Sammlung Hahn; neuere Aufnahmen: Hahn, Aufnahmedatum
25.08.2009)
| Historische Aufnahmen |
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Historische Ansichtskarte von
Hachenburg mit der Synagoge
(auf der Karte links unten; rechts Ausschnittvergrößerung)
(Scan der Karte erhalten von Bruno Struif, Geschichtswerkstatt
Hachenburg) |
Rechts: die Synagoge
am
Alexanderring |
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Das ehemalige
Synagogengebäude
im Sommer 2009 |
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Blick entlang dem
Alexanderring
- das ehemalige Synagogengebäude
ist das dritte Gebäude
von links |
Das ehemalige
Synagogengebäude -
Perspektive wie auf der historischen
Ansichtskarte
oben |
Das ehemalige
Synagogengebäude -
Perspektive wie auf der historischen Ansicht
oben; die
die ehemalige Synagoge
umgebenden Gebäude sind klar erkennbar |
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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
| Oktober 2002:
Neuauflage des Buches Zachor vorgestellt |
Artikel
in der "Rhein-Zeitung" zur Vorstellung der Neuauflage des Buches
"Zachor" am 14. Oktober 2002: "'Zachor' - ein nötiges
Buch. Neuauflage der Geschichte der Juden in Hachenburg vorgestellt -
Mitautor aus Jerusalem angereist.
Der Holocaust und seine unzähligen Schicksal werden aus der öffentlichen
Diskussion immer wieder gern verdrängt. Nicht so in Hachenburg: Mit einer
Neuauflage des Buchs 'Zachor' halten die Autoren Werner A. Güth, Johannes
Kempf und Abraham Frank die Erinnerung an die jüdische Gemeinde der Stadt
und deren Schicksal lebendig.
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 313. |
 | Otto Ernst Hitzel: Die israelitische Religionslehre
und das jüdische Schulwesen im 19. Jahrhundert in Hachenburg. In:
Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) und der angrenzenden
Gemeinden 22 1979 S. 151-161. |
 | ders.: Die Synagoge in Hachenburg. in: ebd. Bd. 23 1980 S.
220-225. |
 | ders.: Historischer Bericht über die Juden in Hachenburg.
Hachenburg 1988. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. S. 307-310. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 424-426. |
 | Joachim
Jösch / Uli Jungbluth u.a. (Hrsg.): Juden im Westerwald.
Leben, Leiden und Gedenken. Ein Wegweiser zur Spurensuche. Montabaur
1998. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 175-176 (mit weiteren Literaturangaben).
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 | Bruno M. Struif: Hachenburg - Zeitspuren einer
Westerwälder Residenzstadt. Hachenburg 1999.
In diesem Buch finden sich Ausführungen zur jüdischen Gemeinde
Hachenburgs auf den Seiten 186-189.218-219 und 228-229. |
 | Werner A. Gueth / Johannes Kempf / Abraham Frank:
Zachor - ein Buch des Gedenkens: zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde
Hachenburg. Hrsg. im Auftrag der Stadt Hachenburg. Erstauflage 1989.
Neuauflage 2002.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Hachenburg
Hesse-Nassau (today: Rheinland-Pfalz). Established in the late 18th century, the
community numbered 73 in 1843 and 124 (7 % of the total) in 1905. It also drew
members from seven other townships, but constant arguments delayed the building
of a synagogue until 1897. Affiliated with the rabbinate of Bad Ems, the
community provided Hachenburg with eight of its nin cattle traders after Wordwar
I. Nazi boycott measures reduced the Jewish population to 28 on Kristallnacht
(9-10 November), when SA troops organized a pogrom. By 1 March 1940, all the
Jews had left with half of the 40 emigrants going to the U.A.; 36 who remained
on German soil perished in the Holocaust.

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