Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Cochem (Kreisstadt, Kreis Cochem-Zell) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Cochem bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Die Juden der Stadt waren zuerst königliche, dann trierische Kammerknechte. Erstmals werden Juden in der Stadt 1242 genannt. Namentlich werden damals Helemannus (Heilmann) und Heckelin erwähnt. Die jüdischen Familien lebten vor allem vom Geldhandel. 1339 hatten beispielsweise die Grafen Ruprecht und Philipp von Virneburg bei Jud Salomon in Cochem hohe Schulden; dieser war Verwalter der Zollstation in Cochem. Bei der Judenverfolgung 1287 in Folge der den Juden zu Oberwesel zur Last gelegten Ermordung des "guten Werner" wird auch Cochem genannt: im Frühjahr 1287 wurden in der Stadt 17 jüdische Personen erschlagen. Auch bei der sogenannten "Armleder"-Verfolgung 1337 und der grausamen Verfolgung während der Pestzeit 1348/49 wurden Juden in der Stadt ermordet. Nach der Katastrophe von 1348/49 wurde der jüdische Besitz durch den Erzbischof veräußert. 
  
Nach der Verfolgung in der Pestzeit wird 1355 und 1359 wieder ein jüdischer Einwohner namens Carpil genannt. Ab 1378 wird ein weiterer Jude, Abraham von Cochem in der Stadt bezeugt. Beide wohnten - möglicherweise nacheinander - in einem Haus am Markt, das das große Judenhus genannt wurde. Auch Carpil und Abraham lebten von Geldhandel. Der Judenschutz lag beim Erzbischof von Trier. Daher betraf die Vertreibung der Juden aus dem Erzstift Trier 1418 auch die Cochemer Juden.     
 
Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert werden nur vereinzelt Juden in der Stadt genannt. So erlaubte der Trierer Erzbischof 1554 einem Juden das Niederlassungsrecht in der Stadt (es handelte sich - nach der Familientradition der Familie Hein - um einen Ahnen dieser Familie, dessen Vorfahren 1492 aus Spanien vertrieben worden waren).
   
Eine jüdische Gemeinde bestand in Cochem erst wieder im 19./20. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als offenbar einige Familien zuziehen konnten.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 42 jüdische Einwohner, 1817 46, 1822 45 (2,1 % von insgesamt 2.104 Einwohnern), 1858 69 (2,7 % von 2.520), 1895 114 (3,3 % von 3.454).  
 
Die jüdischen Einwohner waren im Leben der Stadt weitestgehend integriert. Sie engagierten sich auch im allgemeinen Vereinsleben. So gehörten zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr 1882 auch Jacques Hein, Isaak Hein II, Isaak Hein III und Gottschalk Hein. Das Engagement im Vereinsleben und das problemlose Miteinander kommt u.a. im unten stehenden Bericht zur Feier der Goldenen Hochzeit von Salomon Hein 1901 zum Ausdruck. 
   
Zur jüdischen Gemeinde Cochem gehörten auch die in Cond, Sehl und nach Auflösung der dortigen jüdischen Gemeinde die in Bruttig lebenden jüdischen Einwohner. In Sehl lebten 1895 12 jüdische Einwohner, 1925 6.  
1932
gehörten zur Gemeinde die in folgenden Orten lebenden jüdischen Personen: in Sehl 6 Personen (insbesondere Weinhändler Siegmund Hirsch mit Frau Hedwig Bach und zwei Söhnen), in Cond 9, in Büchel 4, in Alflen 4, in Bruttig 7.  

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad (möglicherweise im Synagogengebäude) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1901 wird Lehrer Mannheimer genannt, von 1924 bis 1939 Lehrer Paul (Pinkas) Goetzoff.  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde der Feldhilfsveterinär Hugo Hein (geb. 10.8.1891 in Cochem, gef. 19.8.1918) und Leutnant Heinrich Hirsch (geb. 26.10.1897 in Cochem, gef. 2.10.1918).   
 
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Cochem vor allem die folgenden jüdischen Familien: Familie Isaak Hein III (Bernstraße 541) mit den Söhnen Siegfried, Ludwig und Julius, die gemeinsam ein Pferde- und Rindviehgeschäft führten (Endertstraße 557, an der Tunnelbrücke): Viehhändler Siegfried Hein mit Frau Rose geb. Salomon und zwei Kindern, Viehhändler Ludwig Hein mit Frau Sophia geb. Faber und zwei Töchtern, Viehhändler Julius Hein (Bernstraße 541), Josef Horn und Frau Jenny geb. Hein mit Sohn (Bernstraße 541), Leopold Hein (Häutehändler, Endertstraße 548) mit Frau Johanna geb. Haas und zwei Töchtern, Erwin Haimann (Händler, Endertstraße 548) mit Frau Gertrude geb. Hein, Adelheid Heinz (Inhaberin eines Lebensmittel- und Porzellangeschäftes, Bernstraße 538), Viehhändler Siegmund Hein, Leo Hein mit Frau Agatha geb. Schoemann (Lebensmittelgeschäft Oberbachstraße 29), Viehhändler Leo Hein mit Frau Paula geb. Mayer und Tochter (Oberbachstraße 292 oder 311),Louis Hein mit Frau Selma geb. Abraham (Metzger, Herrenstraße 221), Wilhelm Mayer mit Frau Else geb. Nonem und Sohn (Weinhandel, Ravenéstraße 41), Moritz Mayer mit Frau Ida geb. Herz und Tochter (Kaufmann, Ravenéstraße 47), Wilhelm Hirsch mit Frau Clara geb. Hahn (Weinhandlung Ravenéstraße 25 oder 35), Eugen Hirsch (Weinkommissär, Endertstraße 565), Isaak Dahl mit Frau Emma geb. Fernich und sechs Kindern (Viehhändler, Fuhrweg 379 oder Kelberger Straße 401), Valentine Simon geb. Kaufmann mit Tochter Änne.       
 
Um 1924, als zur Gemeinde etwa 60 Personen (in 21 Familien) gehörten, waren die Gemeindevorsteher H. Dahl, Moritz Meyer und Siegmund Hirsch. Zur Repräsentanz gehörten Markus Hirsch, J. Hirsch, Eugen Hirsch, S. Hein, Wilhelm Mayer, Leo Hein und Louis Heinz. Als Kantor, Lehrer und Schochet war Paul (Pinkas) Götzoff angestellt (geb. 1897 in Minsk). Er erteilte in der Religionsschule der Gemeinde 12 Kindern der Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es die Jüdische Armenkasse (1924/32 unter Leitung von Moritz Mayer mit zwölf Mitgliedern; Zwecke und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Wanderfürsorge) und den Israelitischen Frauenverein (1870 gegründet, 1924/32 unter Leitung von Frau Ida Mayer mit 15 beziehungsweise 26 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger). 1932 waren die Gemeindevorsteher: Isaak Dahl (1. Vors.), Moritz Mayer (2. Vors.) und Marcus Hirsch (3. Vors.). Die beiden Vorsteher der Repräsentanz waren Siegmund Hirsch (1. Vors.) und Wilhelm Mayer (2. Vors.). Weiterhin war Paul (Pinkas) Götzoff als Lehrer, Kantor und Schochet tätig. Im Schuljahr 1931/32 hatte er acht Kindern den Religionsunterricht zu erteilen. 

1933 lebten noch etwa 45 jüdische Personen in Cochem.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet, jüdische Wohnungen überfallen, die jüdischen Männer verhaftet, teilweise misshandelt (Ludwig Hein wurde nach der Verhaftung ins Wittlicher Gefängnis eingeliefert und mehrfach verprügelt) und in das Konzentrationslager nach Dachau verschleppt. Letztes "Judenhaus" in der Stadt war das Haus der Familie Hein in der Bernstraße. Im Juni 1942 wurden aus diesem die letzten drei jüdischen Einwohner der Stadt abgeholt und deportiert (Isaak Dahl mit Frau Emma geb. Fernich sowie ihr Bruder Jakob Fernich aus Ulmen).
    
Von den in Cochem geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", teilweise unter "Kochem" eingegeben): Edith Baer (1902), Edith Dahl (1936), Felix Dahl (1900), Hedwig Dahl geb. Herz (1908), Isaak Dahl (1861), Johanna Dahl (1890), Lena Dahl (),Siegmund Dahl (1891), Rosa Goetzoff geb. Gurfinkel (1891), Senta Goetzoff (1929), Irma Hanau (1897), Fernand Hayum (1924), Adelheid Hein (1860), Elfriede Hein (1924), Erwin Hein (), Fanny Hein (1858), Johanna Hein geb. Haas (1866), Julius Hein (1882), Leo Hein (1881), Leopold Hein (1867), Paula Hein geb. Mayer (1892), Rosa Hein geb. Salomon (), Siegfried Hein (1880), Siegmund Hein (1871), Sophie Hein (1865), Hedwig Hirsch geb. Bach (1869), Selma Hirsch geb. Bender (1875), Siegmund Hirsch (), Bernhard Horn (1926), Jenny Horn geb. Hein (1894), Josef Horn (1887), Josephine de Leeuw geb. Hein (1875), Albert Liffmann (1880), Frida May geb. Hahn (1873), Benno Simon (1878), Hilde Stern geb. Simon (1903), Alex Wolff (1880), Julia Wolff geb. Hein (1886),    
   
    
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1876 / 1924   

Cochem Israelit 15031876.jpg (48855 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1876: "Die Gemeinde Cochem an der Mosel sucht zum sofortigen Eintritt einen seminaristisch gebildeten Lehrer, welcher zugleich Kantor und Schochet sein muss. Fixes Gehalt bei freier Wohnung 600 Mark. 
Schechita
circa 150 Mark. Zu bedeutendem Nebenverdienst beste Gelegenheit, Offerten beliebe man an den Unterzeichneten zu richten. Isidor Isay."   
 
Cochem Israelit 06121876.jpg (60590 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1876: "Die Gemeinde Cochem a.d. Mosel sucht einen staatlich geprüften Elementarlehrer, der zugleich Chasan und Schochet sein muss. Fixes Gehalt bei freier Wohnung Mark 600; dies kann jedoch nach den Leistungen erhöht werden. Die Schechita bringt ca. Mark 150 ein. - Außerdem bietet sich hier Gelegenheit zu bedeutendem Nebenverdienst. Der Antritt kann sofort erfolgen. Reflektanten wollen sich baldigst an den Unterzeichneten wenden. Isidor Isay."    
 
Cochem Israelit 31071924.jpg (37001 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1924: "Die Synagogen-Gemeinde Cochem an der Mosel sucht einen seminaristisch gebildeten Kantor, Religionslehrer und Schauchet
Bewerbungen erbeten an den Vorstand 
J. Dahl". 

  
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Die israelitische Gemeinde in Cochem erhält die Rechte einer Synagogengemeinde (1890)     

Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. September 1890: "Der israelitischen Gemeinde zu Cochem sind die Rechte einer Synagogen-Gemeinde erteilt worden."    

     
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Goldene Hochzeit des Ehepaares Salomon Hein (1901)   

Cochem Israelit 24061901.jpg (76788 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juni 1901: "Cochem, 19. Juni (1901). Gestern feierte unter allgemeiner Teilnahme der ganzen Stadt das Ehepaar Salomon Hein dahier das Fest der goldenen Hochzeit. Abends zuvor brachte der katholische Männergesangverein ein Ständchen, und der Landwehrverein, dessen Mitbegründer der Jubilar ist, ehrte das Paar durch einen Fackelzug. Der Vorstand des Vereins überreichte dem Jubelpaare nach schwungvoll gehaltener Rede einen großartigen silbernen Pokal. Ein feierlicher Gottesdienst, bei welcher Gelegenheit auch die Ehejubiläums-Medaille überreicht wurde, fand in der Synagoge am anderen Morgen durch Lehrer Mannheimer statt. Die jüdische Gemeinde ehrte das Paar durch Übergabe eines silbernen Bechers mit entsprechender Widmung."    

   

      

  
Zur Geschichte der Synagoge

Über eine mittelalterliche Betstube oder Synagoge liegen keine Informationen vor.  
   
1853 war eine Betstube im Haus des Isaac Haas eingerichtet. Damals hatte die Gemeinde schon einen Bauplatz für eine neue Synagoge erworben. 1860 konnte sie fertiggestellt werden. Bei der Synagoge handelte es sich um einen traufständigen Bruchsteinbau im Rundbogenstil. Charakteristisch waren die in große Blendbogennischen eingelassenen Fenster. Neben der Synagoge wurde 1897 ein jüdisches Schulhaus mit einer Lehrerwohnung eingerichtet.  

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge verwüstet, gleichfalls das jüdische Schulhaus und die Wohnung von Lehrer Goetzoff. Anfang 1945 wurde das Synagogengebäude durch einen Bombentreffen beschädigt und später abgebrochen. Das Grundstück ist neu bebaut.    
  
  
Adresse/Standort der Synagoge    Oberbachstraße 361   

Fotos
(Quelle:   neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 27.08.2009)   

Die Synagoge in Cochem Cochem Synagoge 120.jpg (65436 Byte) Cochem Synagoge 121.jpg (72313 Byte)
  Blick in die Oberbachstraße in Cochem; 
rechts ist die Synagoge erkennbar 
(Foto um 1925)
Synagoge und Schule mit Lehrerwohnung 
in der Oberbachstraße in Cochem 
(Zeichnung aus der Erinnerung von M. Day)
     
Gedenktafeln am Durchgang 
der Pfarrkirche St. Martin
Cochem Gedenken 172.jpg (93913 Byte) Cochem Gedenken 171.jpg (107232 Byte)
  Blick auf die Pfarrkirche St. Martin und den dortigen Durchgang, an dem 
die Gedenktafeln angebracht sind
      
Cochem Gedenken 170.jpg (99478 Byte) Cochem Gedenken 170a.jpg (100114 Byte) Cochem Gedenken 170b.jpg (106337 Byte)
Gedenktafeln am Durchgang 
der Pfarrkirche St. Martin
  
Gedenktafel mit Inschrift: "Die jüdische
 Gemeinde in Cochem verlor am 9. November
 1938 - Reichskristallnacht - durch
 Verwüstung Synagoge und Schulhaus in der
 Oberbachstraße Nr. 361. Zur Erinnerung und
 Mahnung gegeben am 9. November 1988".
Gedenkinschrift mit Text: 
"Jahrhunderte lebten Juden in Cochem. 
Die Familie Mayer, Goethoff, Hirsch, Dahl,
 Haimann, Hein, Simon wurden Opfer der
 Schoah 1933 - 1945. Zur Erinnerung und
 Mahnung November 1998". 
 
 
      
   

    
    
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Cochem   

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 151-153; III,1 S. 215.     
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005.     (mit weiteren Literaturangaben).
Schleindl Buch 02.jpg (79021 Byte)Angelika Schleindl: Spuren der Vergangenheit. Jüdisches Leben im Landkreis Cochem-Zell. Hg. vom Landkreis Cochem-Zell. Briedel 1996. Das Buch ist auch online zugänglich!  

        
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Cochem a.d. Mosel  Rhineland. A Jewish community existed in the 13th century. Seventeen Jes were murdered in the Oberwesel blood libel of 1287. Jews were also victimized in the Armleder massacres of 1336-39 and the community was destroyed in the Black Death persecutions of 1348-49. A permanent Jewish settlement existed in the early 19th century, reaching a population of 42 in 1808 and a peak of 114 in 1895 before dropping to 49 in 1932. A synagogue was built in 1861. Most Jews left in the Nazi era. The last three were deported to the Theresienstadt ghetto in June 1942. At least nine Jews perished in the Holocaust.  
                

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 25. Mai 2011