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Kobern (Gemeinde
Kobern-Gondorf, VG Untermosel, Kreis Mayen-Koblenz)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem in früheren Jahrhunderts zum Erzstift Trier
gehörenden Kobern bestand eine kleine jüdische
Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./19. Jahrhunderts
zurück. Erstmals werden Juden am Ort 1563 und 1576 genannt.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1808 19 jüdische Einwohner, 1906 39, 1927 16.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule
(Religionsschule) und ein Friedhof in
Gondorf.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Walter Wolff (geb.
23.12.1890 in Kobern, gest. 15.9.1914 in Gefangenschaft).
Bis zu seinem Tod 1933 war langjähriger Gemeindevorsteher der
Kaufmann Samuel Grünewald.
1933 lebten noch etwa 15 jüdische Einwohner in Kobern. In
den folgenden Jahren sind nur wenige der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Die letzten jüdischen
Einwohner wurden 1942 deportiert.
Von den in Kobern geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Daniel David (1877),
Selma Grünewald (1899), Susanne Grünewald geb. Mayer (1859), Susanne Hanau
geb. Wolff (1858), Bila Kahn (1882), Addi Koppel geb. Benedik (1903), Elisa
Koppel geb. Emanuel (1877), Ellen Koppel (1926), Emil Koppel (1897), Leo Koppel
(1875), Ella Löwenthal (1901), Ellen Berta Ruth Löwenthal (1926), Adolf Marx
(1862), Wilhelm Marx (1875), Herta Salomons geb. Weinberg (1913), Elisabeth
Gertrud Schneider (1897), Johanna Schneider (1892), Frieda Schwarz geb. Hirsch
(1889), Herta Wolf (1922), Eduard Wolff (1889), Ferdinand Wolff (1886), Fritz L.
Wolff (1924), Karoline Wolff geb. Feiner (1897), Leo Wolff (1880), Rosa Wolff
geb. Wolff (1886), Simon Wolff (1885), Theodor Wolff
(1930).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurde noch keine Texte zur jüdischen Geschichte in Kobern
gefunden. |
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Über Selma Grünewald (1899-1942) und ihre Mutter Susanne
Grünewald geb. Mayer (1859-1942)
Über
die Lebensgeschichte und das Schicksal der 1899 in Kobern geborenen Selma
Grünewald informiert eine Seite bei www.mahnmal-koblenz.de:
Seite
zu Selma Grünewald.
Selma Grünewald war Tochter des Gemeindevorstehers Samuel Grünewald und
seiner Frau Susanne geb. Mayer. Die Familie lebte in Kobern, Mühlengraben
10. Nach dem Tod des Vaters lebten seine Witwe und die Tochter von den
durch den Boykott spärlicher werdenden Einkünften des Bruders Julius
Grünewald, der als Viehhändler tätig war. Er war in schlimmster Weise
Schikanen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt und floh schließlich
mit seiner Frau und der Tochter nach Frankreich. Im Januar 1939 müssen
Selma Grünewald und ihre Mutter Kobern verlassen und ziehen nach
Düsseldorf. 1941 wird Selma in das Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt und
im Mai 1942 in der "Heil- und Pflegeanstalt" Bernberg ermordet.
Die Mutter wird im Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo
sie am 28. Oktober 1942 umgekommen ist. |
Zur Geschichte der Synagoge
1768 wird erstmals eine Synagoge
("Judenschule") genannt. Sie war im Haus Peterstraße 3
eingerichtet. Das Gebäude wird in Kobern auch als "Altes
Juden-Bethaus" bezeichnet. Das Gebäude - ein vermutlich aus dem 15.
Jahrhundert stammendes Fachwerkhaus ist erhalten und wurde 1980 anlässlich des
1000-jährigen Ortsjubiläums renoviert. Damals wurde auch eine Hinweistafel an
dem Gebäude angebracht. Der Betraum im Inneren hatte eine barocke und mit
verschiedenen Motiven (Fische, Blumen und Trauben) ausgemalte
Stuckdecke.
1879 wurde unweit der alten eine neue Synagoge in neuromanischem
Rundbogenstil erbaut.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
verwüstet und durch Brandstiftung zerstört. Nationalsozialisten aus Winningen
und Kobern behindern die Löscharbeiten der Feuerwehr. Das Gebäude blieb insgesamt
jedoch erhalten und wurde später zu einem Wohnhaus
umgebaut.
Adresse/Standort der Synagoge: alte
Synagoge ("Judenschule"): Peterstraße 3; neue Synagoge: Lennigstraße
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Fotos
(Quelle: neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum:
27.08.2009)
| Die alte
"Judenschule" |
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Blick auf die ehemalige alte
Synagoge |
Hinweistafel |
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Ansichten der
alten Synagoge / "Judenschule" |
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| Die neue Synagoge (von
1879) |
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Ansichten des am
Fuße des Burgberges gelegenen Synagogengebäudes mit seinem
charakteristischen Rundbogenfries
sowie einem kleinen Rundfenster |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 214 (mit weiteren Literaturangaben).
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