Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz" 
zur Übersicht "Synagogen im Landkreis Mainz-Bingen und Stadtkreis Mainz"
   

Bodenheim mit Nackenheim (VG Bodenheim, Landkreis Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Bodenheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück, als erstmals Juden am Ort genannt wurden. Bereits 1351 wird allerdings in einer Rothenburger Quelle (sc. Rothenburg ob der Tauber) ein Jude "aus Bodenheim" genannt (Quelle genannt bei Kemp S. 2 Anm.6 s.Lit.).
 
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges werden 1644 in Mainz zwei Juden aus Bodenheim genannt, die dort Unterkunft bei Glaubensgenossen fanden. Im Bodenheimer Gemeindearchiv ist aus dem Jahr 1711 eine Urkunde vorhanden, die die damalige Anwesenheit von Juden am Ort belegt (genannt wird die Jüdin Hancla mit ihren Kindern, die ihre Schulden nicht bezahlen konnte). 1713 wird der Jude Gumprecht erwähnt, der "auf ein Wohnplätzlein" in der Entengasse (heutige Jahnstraße) klagte und Recht bekam. 1729 wird der Schutzjude Honela Seeligmann genannt, 1730 Simon Leser. Eine erste Liste liegt von 1742 vor: neben dem bereits genannten Simon Leser werden aufgeführt: Hirsch Moyses, Mayer Löser, Bumbel Lewi, Mayer Honell, Löb Honnle (Honell), Isaac Honnle (Honell). Die Bodenheimer Juden lebten damals vom Handel mit Vieh und Landesprodukten.    
  
1780 ließ sich in Bodenheim Jakob Bamberger aus Schonungen nieder. Hier wurde sein Sohn Abraham (August) Bamberger (1790-1858) geboren, der 1841 in Mainz das Bankhaus Bamberger & Cie. gründen sollte. Jakob Bamberger verzog später auch nach Mainz, wo er 1855 in seinem 100. Lebensjahr verstarb. Zur weiteren Geschichte der Familie Bamberger und den bedeutenden Nachkommen von Jakob Bamberger siehe den Beitrag von Hans-Peter Laqueur: Bodenheim und die Familie Bamberger. Sich schließende Kreise (intern eingestellt).     
  
1786 wird in Bodenheim von der Taufe des Juden Herz Löw berichtet, den daraufhin seine Frau mit den Kindern verließ (Löw ertränkte sich später im Brunnen des Ortes). 
   
Zunächst blieb die Zahl der ortsansässigen Juden gering: bei der Volkszählung 1804 wurden 27 jüdische Einwohner gezählt. 1808 gab es folgende jüdische Familien (mit damals neu angenommenen Familiennamen): Händler Abraham Beringer mit Frau und vier Kindern; Händler Simon Blum mit Frau und drei Kindern; Jacob Mayer mit Frau und vier Kindern; Lehrer Jacob (Jacques) Liebmann mit Frau und fünf Kindern; Kaufmann Isaac Salomon Becherbach mit Frau und fünf Kindern; Adam Strauß mit Frau und Kindern; Witwe des Abraham Simon mit Sohn). In den folgenden 50 Jahren nahm die Zahl der jüdischen Einwohner am Ort weiter zu: 1853 wurde ein Höchststand mit 118 jüdischen Gemeindegliedern erreicht. Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung langsam zurück. 
 
Zur Gemeinde gehörten auch die im benachbarten Nackenheim lebenden jüdischen Personen (1808 zwei jüdische Familien: Abraham Schwarz mit Frau und zwei Töchtern sowie Jacob Wolf mit Frau und sechs Kindern; 1830 6 jüdische Einwohner, 1900 12, 1933 11).    
   
An Einrichtungen waren ein Betsaal, später eine Synagoge (s.u.) sowie ein Schulraum und ein rituelles Bad vorhanden. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Mainz, seit 1883 auf einem eigenen Friedhof beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Die ersten bekannten Religionslehrer waren: Abraham Beringer (gest. 1800) und der in der Liste von 1808 schon erwähnte Jacob (Jacques) Liebmann (geb. 1768). Weitere Lehrer waren: der 1838 genannte Religionslehrer Samuel Bing aus Fürth; ab 1844 M. Katz (oder Katzenstein; neben ihm war bis 1849 als Vorsänger Juda Löw Berliner aus Harburg tätig), ab 1851 Lehrer Seligmann Steinberger, ab 1855 Lehrer Bär. Auf dem Friedhof der Gemeinde ist beigesetzt: der seit 1883 angestellte letzte jüdische Lehrer Bodenheims, Meier Reiss (geb. 1850, gest. 1921). Nach dem Tod von Lehrer Reiss wurde der Religionsunterricht durch auswärtige Lehrer erteilt.  Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Mainz.    
   
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Markus (Max) Blum (geb. 7.6.1882 in Bodenheim, gef. 21.2.1918).  
      
1924 waren die Gemeindevorsteher Sally Blum, Sally Strauß und Otto Blum, 1932 Adolf Beringer (gest. 1934), Gustav Weil und Heinrich Wolf aus Nackenheim. Damals wurde der Religionsunterricht der jüdischen Kinder durch den Lehrer Kahn aus Hechtsheim erteilt (Anfang der 1930er-Jahre durch Ferdinand Mayer, Harxheim und Herrn Rosenberg aus Mainz, die auch die Aufgabe des Vorsängers übernahmen). 
   
1933 lebten noch etwa 45 Juden in Bodenheim (1938 etwa 30). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung ist in den folgenden Jahren ein großer Teil von ihnen ausgewandert oder in andere Orte verzogen.    
   
Von den in Bodenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; zusammen mit Horst Kasper kritisch durchgesehen und ergänzt von Wolfgang Kemp): Otto Blum (1877), Kathi Catharina Blum geb. Hermann, Ehefrau von Otto (1885), Margot Blum, Tochter von Otto und Kati (1921), Salomon Blum (1869), Klara Karoline Blum geb. Marx (1872; die Ehefrau von Salomon Blum hat Theresienstadt überlebt und ist 1946 in Mainz gestorben), Siegfried (Sally) Blum (1882, 1938 Freitod in Borken), Gertrude Sidonie Hoffmann-Blum geb. Blum, Tochter von Sally (1914), Margarete Cahn geb. Mayer, Witwe (1865), Hermine Blum geb. Hirschmann, Witwe von Siegfried, gest. 1928 (1871), Amalie Blum geb. Frohmann, Witwe von Eduard, gest. 1898 (1860), Margarete Cahn geb. Mayer (1865), Wilhelm Adolf Dolles (1877), Isaak Ehrmann, Ehemann von Milly (1885), Emilie (Milly) Ehrmann geb. Strauss (1888) (Sohn Erich Bernd Ehrmann (1927) geb. in Frankfurt, fuhr mit dem gleichen Transport von Berlin nach Riga), Ferdinand Feibel, Ehemann von Ida (1868), Ida Feibel geb. Guthmann (1870) (das Ehepaar fuhr zusammen mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind ab Frankfurt nach Theresienstadt), Joseph Fillo (1879), Fanny Finger geb. Fillo (1878), Karoline Hirsch geb. Blum, Witwe (1866), David Kapp (1869; 1935 Freitod in Worms), Nissan Kort, Ehemann von Johanna (1885), Johanna Kort geb. Rosenzweig, (1886), Hedwig Maier geb. Blum, Witwe, Tochter von Amalie (1886), Edith Maier, Tochter von Hedwig (1922), Jonas Julius Mayer (1863), Pauline Mayer geb. Ettinghausen, Ehefrau von Jonas Julius (1879), Julius Mayer (1882), Klementine geb. Bodenheimer, Ehefrau von Julius (1885), Josef Nachmann Ehemann von Franziska (1904), Franziska Nachmann geb. Mayer, Tochter von Julius und Klementine (1918), Eduard Rosenthal, Ehemann von Babette (1869), Babette Rosenthal geb. Beringer (1874), Johanna Strauss (1868), Gustav Weil (1867), fünf Kinder von Gustav, Schwiegertochter und Enkel: Ernst Weil (1901), Berthold Weil (1903), Richard Weil (1904), Johannette Weil (1916), Arthur Weil (1905), Josephine Weil geb. Marx, Ehefrau von Arthur (1905), Horst Weil, Sohn von Arthur und Josephine, Enkel von Gustav (1932). 
 
(Hinweis: Die Liste ist umfangreicher als die, die Horst Kasper anhand seines reichhaltigen Korrespondenz- und Fotoarchivs für die Verlegung von Stolpersteinen in Bodenheim aufgestellt hat, da der Bezug zu Bodenheim wesentlich weiter gefasst ist. Für folgende Personen wurden in Bodenheim Stolpersteine verlegt (Stand Dezember 2011): Otto, Kathi und Margot Blum; Salomon und Klara Karoline Blum; Sally und Gertrude Blum; Margarethe Cahn; Adolf Dolles; Emilie Ehrmann; Ida Feibel; Joseph Fillo; Fanny Finger; Caroline Hirsch; David Kapp; Johanna Kort; Hedwig Maier; Jonas Julius Mayer; Julius Mayer; Franziska Nachmann; Babette Rosenthal; Johanna Strauß; Gustav, Ernst, Berthold, Richard, Johannette und Arthur Weil.)
    
Von den in Nackenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen
von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Josef Feiner (1886), Amalie Feiner geb. Mayer, Ehefrau von Josef (1889), Ruth Feiner, Tochter von Josef und Amalie (1925), Gustav Sender (1884), Betty Sender geb. Wolf, Ehefrau von Gustav (1885), Mathilde Weill geb. Bloch (1870), Marguerite Weill, Tochter von Mathilde (1902), Heinrich Wolff (1878), Selma Wolff geb. Hecht, zweite Ehefrau von Heinrich (1883).
   
   
  

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1869 / 1876 / 1882

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1869: "Israelitische Religionslehrer- und Vorsängerstelle. 
Die Religionslehrer- und Vorsängerstelle zu Bodenheim im Kreis Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalt von 300 Gulden ist erledigt und kann sogleich ein Befähigter eintreten. Bewerber wollen sich an die Unterzeichneten wenden, wobei bemerkt wird, dass ein Verheirateter, und der die Funktion des Schächtens versehen kann, bevorzugt wird.
Bodenheim, den 15. November 1869. 
Der israelitische Religionsgemeinde-Vorstand. Moritz David Mayer. Lazarus Mayer. Samuel Blum."   
 
Bodenheim Israelit 21061876.jpg (30732 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juni 1876: "Ein unverheirateter Schächter, Vorbeter und Religionslehrer, mit den besten Zeugnissen versehen, wünscht sofort oder zum 1. August engagiert zu werden. Offerten beliebe man an Herrn A. Schönlank in Bodenheim bei Mainz zu richten."
 
Bodenheim Israelit 13091876.jpg (39140 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1876: "In der israelitischen Gemeinde Bodenheim bei Mainz ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters mit jährlichem Gehalte von Mark 600 nebst freier Wohnung zu besetzen. Die Nebeneinkünfte dürften sich auf 300 Mark belaufen. Reflektanten, die dem Schächterdienst vorstehen müssen, wollen ihre Offerten mit Zeugnissen an den unterzeichneten Vorsteher einsenden. Abraham Beringer". 
 
Bodenheim Israelit 18101882.jpg (25973 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1882: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters für die israelitische Religionsgemeinde zu Bodenheim bei Mainz ist neu zu besetzen und werden Bewerber eingeladen, sich an uns zu wenden. Der Vorstand.
Anmerkung: auf diese Ausschreibung bewarb sich erfolgreich Lehrer Meier Reiss, der bis zu seinem Tod 1921 in Bodenheim geblieben ist. 

    
   
   

Zur Geschichte der Synagoge  

In den 1820er-Jahren fanden die Gottesdienste in einem Betraum in dem Haus Enggasse 3 statt. Damals sammelten die Bodenheimer Juden bereits eifrig für den Neubau einer Synagoge. 1833 wurde behördlicherseits die Erbauung einer Synagoge und eines Frauenbades genehmigt. Im April 1834 konnte man ein geeignetes Grundstück in der Rathausstraße erwerben und noch im selben Jahr mit dem Bau beginnen. Die Einweihung der Synagoge war am 27. Juni 1835. 1841 und 1887 waren größere Renovierungsmaßnahmen nötig, wobei 1887 vor allem die gesamte Innenausstattung erneuert wurde. 
    
Bereits vor 1938 wurde das Synagogengebäude verkauft und blieb daher in der Pogromnacht 1938 unangetastet. 
   
Ende der 1960er-Jahre wurde das Gebäude abgebrochen; das Grundstück wurde neu bebaut. 
  

Adresse/Standort der SynagogeRathausstraße 5. 
   

Fotos:  

Historische Fotos 
(Fotos: obere Fotozeile links: Fotoarchiv von Yad VaShem, Jerusalem; Mitte und 
rechts aus dem Synagogengedenkbuch Rheinland-Pfalz s.Lit. S. 120) 
 
Bodenheim Synagoge 910.jpg (85853 Byte) Bodenheim Synagoge 101.jpg (70000 Byte) Bodenheim Synagoge 100.jpg (64478 Byte)
  Ansichten der ehemaligen Synagoge; die Ansicht links (Zeichnung) zeigt einige
 Details, die auf dem Foto rechts nicht deutlich erkennbar sind (Eingang, Fenster rechts)
Seitenansicht der ehemaligen 
Synagoge in Bodenheim
     
Fotos von 2005
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 30.3.2005)
Bodenheim Synagoge 201.jpg (63391 Byte) Bodenheim Synagoge 200.jpg (51380 Byte)
   Das an der Stelle der Synagoge erbaute
 Wohnhaus: der Torbogen rechts ist auch
 auf dem rechten Bildrand des historischen
 Fotos oben zu sehen. 
Die Gedenktafel für die ehemalige Synagoge
 mit Ansicht der ehemaligen Synagoge
 
     

    
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte       

Mai 2004: Buchvorstellung    
Über das von Horst Kasper (Bodenheim) 2004 erschienene Buch: "Der jüdische Friedhof in Bodenheim - und Schicksale der ehemaligen jüdischen Bürger und Bürgerinnen von Bodenheim und Nackenheim".  
Artikel von Klaus Mümpfer in der "Allgemeinen Zeitung Main" vom 20. Mai 2004 (Artikel): 
"'Haus für die Ewigkeit'. BODENHEIM. Die Lebensdaten sind nüchtern, verraten wenig vom Schicksal des Menschen, der sich dahinter verbirgt: "Caroline Hirsch, geborene Blum, geboren 7. August 1866 in Bodenheim." Laut Mitteilung des Amtsgerichts Alzey wurde als Zeitpunkt des Todes der 31. Dezember 1945 festgestellt. Caroline Hirsch war die Tochter von Samuel Blum und Schwester von Salomon Blum.  
Das Foto zeigt die Bodenheimer Geschwister Dolles: Wilhelm Adolf, Elisabeth Helene, Friedrich Hermann und Carl Joseph (von links). Ihr Vater Friedrich Wilhelm war Katholik, die Mutter Anna Carolina war Jüdin..."  
 
April 2005: Auf der Suche nach Holocaust-Spuren - Nachfahre jüdischer Emigranten kehrt zurück      
 Artikel in der "Allgemeinen Zeitung Mainz" vom 2. April 2005 (Artikel): 
"Auf der Suche nach Holocaust-Spuren - Nachfahre jüdischer Emigranten kehrt zurück.  BODENHEIM/NACKENHEIM. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Altbürgermeister Horst Kasper, der von 1973 bis 1984 im Amt war, mit der Geschichte ehemaliger jüdischer Mitbürger in Bodenheim und Nackenheim. Nach langen Recherchen brachte er vor einiger Zeit das Buch "Der jüdische Friedhof in Bodenheim - Schicksale der ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger in den beiden Gemeinden" heraus. Die Eltern des heute 64-Jährigen waren vor dem Zweiten Weltkrieg mit jüdischen Bürgern aus Bodenheim eng befreundet. Dies veranlasste Horst Kaspar zu einer Spurensuche..."   
   
Oktober 2009: Verlegung von "Stolpersteinen" in Bodenheim   
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung" vom 10. Oktober 2009: "'Stolpersteine' in Bodenheim.  
(red). Am Mittwoch, 14. Oktober, 11 Uhr, beginnt der Künstler Gunter Demnig vor der Verbandsgemeinde mit der Verlegung der "Stolpersteine". Für neun Bodenheimer Bürger, die von den Nazis in Konzentrationslagern oder andeswo umgebracht wurden, werden kleine Gedenksteine mit einer Messingplatte im Fußweg eingelassen. Am Dollesplatz, in der Jahnstraße, der Langgasse, und der Mainzer Straße werden neun kleine Denkmäler gesetzt. Weil der Künstler nicht alles an einem Tag schaffen kann, sollen im nächsten Jahr noch einmal 20 "Stolpersteine" gesetzt werden. Eingeladen sind zu dieser Aktion sind alle Bodenheimer, ganz besonders aber die Spender, die dies ermöglicht haben"  
  
Mai 2010: Weitere 21 "Stolpersteine" wurden in Bodenheim verlegt    
Artikel von Helena Sender-Petry in der "Allgemeinen Zeitung" vom 5. Mai 2010 (Artikel): 
"'Sichtbare Zeichen' setzen. 
BODENHEIM - GEDENKEN Aktionskünstler Gunter Demnig verlegt 21 Stolpersteine in Bodenheim 

Dort, wo einst die Synagoge stand, warnt eine Tafel vor 'einem Regime der Unmenschlichkeit, der Barbarei und des Rassenwahns'. Denn auch in Bodenheim lebten Männer, Frauen und Kinder, die gedemütigt, geschändet, beraubt und ermordet wurden - einzig, weil sie Juden waren. Für 21 Opfer des verbrecherischen Nazi-Terrors, darunter auch ein Katholik, setzte der Kölner Künstler Gunter Demnig gestern so genannte Stolpersteine, kleine Betonquader mit einer Haube aus Messing, Mahnmale des Erinnerns, die den Toten Identität und Heimat zurückgeben. Horst Kasper, der gemeinsam mit Axel Voigt diese Aktion angestoßen und auf den Weg gebracht hat, sprach von einem 'sichtbaren Zeichen' wider das Vergessen..."     
   
Februar 2012: Weitere "Stolpersteine" für "Euthanasie"-Opfer werden in Bodenheim verlegt  
Dazu Artikel von Lena Fleischer: Stolpersteine sollen an Bodenheimer Euthanasie-Opfer erinnern (Allgemeine Zeitung, 10.02.2012)  
  
  

 
          

Links und Literatur

Links: 

Website der Gemeinde Bodenheim  
Seite zum jüdischen Friedhof Bodenheim (interner Link)   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bd. II S. 84-85. 
"...und dies ist die Pforte des Himmels" Synagogen - Rheinland-Pfalz. Saarland. Hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz mit dem Staatlichen Konservatoramt des Saarlandes und dem Synagogue Memorial Jerusalem. 2005. S. 120 (mit weiterer Lit.) 
Mathias Rohde: Vom Wucherer zum angesehenen Geschäftsmann?  Bodenheimer Juden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Mitteilungsblatt zur rheinhessischen Landeskunde. Neue Folge. Themenheft Bodenheim. Jg. 3. 2001 S. 35-47.
Wolfgang Kemp: Die jüdische Gemeinde Bodenheim/Nackenheim. In: 1250 Jahre Albansgemeinde Bodenheim. Hg. von Bernhard Marschall. Alzey 2003. 
Der Beitrag ist online zugänglich (eingestellt als pdf-Datei) 
Horst Kasper (Hg.): Der jüdische Friedhof in Bodenheim und Schicksale der ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Bodenheim und Nackenheim: zur jüdischen Geschichte in Bodenheim und gegen das Vergessen. Bodenheim 2004. 
Hans-Peter Laqueur: Bodenheim und die Familie Bamberger. Sich schließende Kreise. 2010.  Der Beitrag ist online zugänglich (eingestellt als pdf-Datei).      
  



 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.
  
Bodenheim. The Jews, who traded in livestock and wine, numbered 118 in 1853 but soon dwindled. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish property was vandalized and by the spring of 1939 all the Jews had left, many emigrating.  
   

   

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

             

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Februar 2012