Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schornweisach (Markt Uehlfeld, Kreis Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen      
bulletLinks und Literatur   

        

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                    
     
In Schornweisach bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis 1877. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück (seit ca. 1579 werden Juden am Ort genannt). 
   
1771 gab es vier jüdische Familien am Ort.  
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1868 neun jüdische Familien; danach schneller Rückgang.   
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Ullstadt beigesetzt. Doch gab es bis etwa 1750 auch einen jüdischen Friedhof am Ort, der auf Betreiben der christlichen Geistlichkeit wieder aufgegeben werden musste (der Friedhof lag nördlich der Kirche, unweit von ihr entfernt, der genaue Standort ist unbekannt). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war 
    
Von den in Schornweisach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Elisa (Elise) Kahn geb. Schönfrank (1859), Ricka (Rika) Kaiser geb. Schönfrank (1866), Moritz (Moses) Kühn (1855, "Stolperstein" in Kaiserslautern, s.u.), Albertine Neuland geb. Lehmann (1866), Jette Prager geb. Schönmüller (1862, "Stolperstein" in Wuppertal, s.u.).     
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
  
Über Juden in Diespeck in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Aus einem Beitrag von Louis Lamm: "Zur Geschichte der Juden in Neustadt a. Aisch" in "Blätter für Jüdische Geschichte und Litteratur" V. Jahrgang Juli 1904 S. 97-102. Der Beitrag handelt von der jüdischen Geschichte in Neustadt a. Aisch und Umgebung im 16./17. Jahrhunderts. Zu Diespeck in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.    

Aus dem o.g. Beitrag in "Blätter für Jüdische Geschichte und Litteratur" 1904 7 S. 99f (die Ortsnamen sind gegenüber der Vorlage teilweise korrigiert): "Inmitten nahm der Juden Schwarm auf dem Lande in diesem Aischgrunde von Zeit zu Zeiten gewaltig zu, massen sie zu Uehlfeld, Pahres, Diespeck, Schornweisach, Lenkersheim, Ickelheim etc. mit vielen Familien sitzen: auch zu Diespeck eine kleine Schul haben. Anno 1 . . wollte kraft Hochs. Erlaubnis in Gutenstetten ein Jud hierher, hatte auch allbereit ein neü Haus aufgerichtet, Allein die Einwohner nahmen sich das Hertz, setzten das Juden Hausrat auf die Gasse, brachen das Haus wieder ordentlich ab. Der Handel ging noch glücklich hin, und der Jud getraute sich nicht mehr daselbst anzumelden.
Anno 1696 wollten sich wiederum einige Juden in die Stadt (sc. Neustadt an der Aisch) dringen, und nicht davon abhalten lassen..."  

   
   
Zur Geschichte der Synagoge                           
    
Die am Ort vorhandene Synagoge unbekannten Baujahres wurde 1877 geschlossen und verkauft. Sie wurde in der Folgezeit mehrfach umgebaut und ist - zumindest teilweise - in der Bausubstanz noch erhalten. 
    
    
Adresse/Standort der Synagoge  Ortsstraße 43   
    
    
Fotos     

"Stolperstein" in Kaiserslautern 
(Foto aus Wikimedia Commons)
 
  Der am 5. Februar 2015 in Kaiserslautern, Benzinoring 4, verlegte "Stolperstein" erinnert an Dr. Moritz Kühn, geb. 2. Oktober 1855 in Schornweisach; Obermedizinalrat, Bezirks- und Landgerichtsarzt in Kaiserslautern, wurde von Kaiserslautern aus in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert, wo er am 4. Dezember 1940 umgekommen ist. Seine Tochter Maria Theresia wurde von Gurs nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.  Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Kaiserslautern .
Geschichte der Familie von Dr. Moritz Kühn https://stolpersteine-kl.de/steine_menschen/kue_all.html; der von Gerd Maurer (Stolperstein-Initiative Kaiserslautern) erstellte Beitrag ist als pdf-Datei online eingestellt.  
Dazu auch der Beitrag "Zeitzeugen erinnern sich - Deportation aus Kaiserslautern":  https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/deportation-nach-gurs,article-swr-11044.html 
Ergänzend zur Familiengeschichte Kühn: die Frau von Dr. Kühn war Emma geb. Bachmann (geb. 1862 in Friesen als Tochter von Hermann Bachmann und der Louis geb. Krauß) - dazu pdf-Datei "Die Nachkommen von Hermann Bachmann" von Christian Porzelt aus Kronach. 
     
"Stolperstein" in Wuppertal  
(Foto aus Wikimedia Commons)
 
 Der Stolperstein in Wuppertal, Südstraße 61 erinnert an Jette Prager geb. Schönmüller, geb. 12. Mai 1862 in Schornweisach,  deportiert am 21. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt, wo sie am 6. August 1942 umgekommen ist.  Vgl. http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/front_content.php?idcat=10&idart=179&lang=1
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Wuppertal
Gedenkbuch Wuppertal: https://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/person/prager  
Rechts die "Todesfallanzeige" für Jette Prager geb. Schönmüller in der Datenbank Ghetto Theresienstadt:  https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/27854-jette-prager/ 
     

    
      

Links und Literatur

Links:

bulletWebsite der Marktgemeinde Uehlfeld    

Literatur:  

bulletBaruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 
bulletIsrael Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S.   1992² S. 192.   

    
     n.e.       

                   
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Stand: 31. Januar 2026