|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia Judaica
Die Mitglieder der
Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und bestehende) Synagogen
Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale
in der Region
Bestehende jüdische Gemeinden
in der Region
Jüdische Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur und Presseartikel
Adressliste
Digitale Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Mittelfranken"
Schornweisach (Markt
Uehlfeld, Kreis
Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Schornweisach bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis
1877. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück (seit
ca. 1579 werden Juden am Ort genannt).
1771
gab es vier jüdische Familien am Ort.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1868 neun jüdische Familien; danach schneller Rückgang.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde
wurden im jüdischen Friedhof in Ullstadt
beigesetzt. Doch gab es bis etwa 1750 auch einen jüdischen Friedhof am Ort, der
auf Betreiben der christlichen Geistlichkeit wieder aufgegeben werden musste
(der Friedhof lag nördlich der Kirche, unweit von ihr entfernt, der genaue
Standort ist unbekannt). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
Von den in Schornweisach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Elisa (Elise) Kahn
geb. Schönfrank (1859), Ricka (Rika) Kaiser geb. Schönfrank (1866), Moritz
(Moses) Kühn (1855, "Stolperstein" in
Kaiserslautern, s.u.), Albertine Neuland geb. Lehmann (1866), Jette Prager geb.
Schönmüller (1862, "Stolperstein" in Wuppertal, s.u.).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Über Juden in Diespeck in der
zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Aus einem Beitrag von Louis Lamm: "Zur Geschichte der Juden in Neustadt a. Aisch"
in "Blätter für Jüdische Geschichte und Litteratur" V. Jahrgang Juli 1904 S.
97-102. Der Beitrag handelt von der jüdischen Geschichte in Neustadt a. Aisch
und Umgebung im 16./17. Jahrhunderts. Zu Diespeck in der 2. Hälfte des 17.
Jahrhunderts.
Aus
dem o.g. Beitrag in "Blätter für Jüdische Geschichte und Litteratur" 1904 7
S. 99f (die Ortsnamen sind gegenüber der Vorlage teilweise korrigiert): "Inmitten nahm der Juden Schwarm auf dem Lande in diesem Aischgrunde
von Zeit zu Zeiten gewaltig zu, massen sie zu
Uehlfeld,
Pahres, Diespeck, Schornweisach,
Lenkersheim,
Ickelheim etc. mit
vielen Familien sitzen: auch zu Diespeck eine kleine Schul haben. Anno 1 . .
wollte kraft Hochs. Erlaubnis in Gutenstetten ein Jud hierher, hatte auch
allbereit ein neü Haus aufgerichtet, Allein die Einwohner nahmen sich das
Hertz, setzten das Juden Hausrat auf die Gasse, brachen das Haus wieder
ordentlich ab. Der Handel ging noch glücklich hin, und der Jud getraute sich
nicht mehr daselbst anzumelden.
Anno 1696 wollten sich wiederum einige Juden in die Stadt (sc. Neustadt
an der Aisch) dringen, und nicht davon abhalten lassen..." |
Zur Geschichte der Synagoge
Die am Ort vorhandene Synagoge unbekannten Baujahres wurde
1877 geschlossen und verkauft. Sie wurde in der Folgezeit mehrfach umgebaut und
ist - zumindest teilweise - in der Bausubstanz noch erhalten.
Adresse/Standort der Synagoge: Ortsstraße
43
Fotos
"Stolperstein" in
Kaiserslautern
(Foto aus Wikimedia Commons) |
 |
Der am 5.
Februar 2015 in Kaiserslautern,
Benzinoring 4, verlegte "Stolperstein" erinnert an Dr. Moritz Kühn,
geb. 2. Oktober 1855 in Schornweisach; Obermedizinalrat, Bezirks- und
Landgerichtsarzt in Kaiserslautern, wurde von Kaiserslautern aus in
das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert, wo er am 4. Dezember
1940 umgekommen ist. Seine Tochter Maria Theresia wurde von Gurs nach
Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Kaiserslautern
.
Geschichte der Familie von Dr. Moritz Kühn:
https://stolpersteine-kl.de/steine_menschen/kue_all.html; der von Gerd
Maurer (Stolperstein-Initiative Kaiserslautern) erstellte
Beitrag ist als pdf-Datei online eingestellt.
Dazu auch der Beitrag "Zeitzeugen erinnern sich - Deportation aus
Kaiserslautern":
https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/deportation-nach-gurs,article-swr-11044.html
Ergänzend zur Familiengeschichte Kühn: die Frau von Dr. Kühn war Emma geb.
Bachmann (geb. 1862 in Friesen als
Tochter von Hermann Bachmann und der Louis geb. Krauß) - dazu pdf-Datei "Die
Nachkommen von Hermann Bachmann" von Christian Porzelt aus Kronach. |
| |
|
|
"Stolperstein" in
Wuppertal
(Foto aus Wikimedia Commons) |
|
 |
Der Stolperstein
in Wuppertal, Südstraße 61 erinnert an Jette Prager geb. Schönmüller,
geb. 12. Mai 1862 in Schornweisach,
deportiert am 21. Juli 1942 in das
Ghetto Theresienstadt, wo sie am 6. August 1942 umgekommen ist. Vgl.
http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/front_content.php?idcat=10&idart=179&lang=1
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Wuppertal
Gedenkbuch Wuppertal:
https://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/person/prager
Rechts die "Todesfallanzeige" für Jette Prager geb. Schönmüller in der
Datenbank Ghetto Theresienstadt:
https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/27854-jette-prager/ |
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 1992² S. 192. |
n.e.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|