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Kreis Bad Kreuznach"
Odernheim am Glan (VG
Sobernheim, Kreis
Bad Kreuznach)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Odernheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis um 1900. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18.
Jahrhunderts zurück. 1720 werden zwei jüdische Hausbesitzer am Ort
genannt. 1768 waren bereits acht jüdische Familien am Ort mit insgesamt 48
Personen (Zahl von 1774).
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1804 25 jüdische Einwohner (3,4 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808
27, 1825 24 (2,2 %), 1848 19 (in sieben Familien), 1875 18, 1898 drei jüdische
Familien, 1900 sechs Personen.
1809/10 werden die folgenden jüdischen Haushaltsvorstände
genannt: David Jung (Viehhändler), Gothard Jung (Viehhändler), Jacques Neu
(Viehhändler), Joseph Neu (Viehhändler), Jacques Neuberg (Schritthändler),
David Stern (Viehhändler), Jacques Stern (Viehhändler).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule
(Religionsschule) und möglicherweise ein rituelles Bad. Die Toten der
jüdischen Gemeinde wurden vermutlich in Obermoschel
beigesetzt.
Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde um 1900 wurden die noch am Ort
lebenden jüdischen Personen der Gemeinde in Obermoschel
zugeteilt. Ein Anschluss an die jüdische Gemeinde im benachbarten preußischen
Staudernheim war von den Behörden nicht genehmigt worden. Es kam nur ein
Anschluss an eine bayrisch-pfälzische Gemeinde in Frage.
Um 1924 wurden noch vier jüdische Einwohner gezählt.
1938 gab es noch eine jüdische Familie in Odernheim (Familie Ludwig Maier),
die am 22. Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich
deportiert wurde.
Von den in Odernheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hertha Maier
geb. Neu (1907), Johanna Maier (1935), Ludwig Maier (1906), Anna Neu geb.
Falkenberg (1877), Paula Ochs geb. Scholem (1890), Emil Scholem (1875), Mathilde
Strauß geb. Neu (1873),
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer
Anstellung des jüdischen Lehrers Jakob Strauß an der
Bürgerschule in Odernheim (1901)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 14. März 1901: "Darmstadt. Wenn unser Justizminister von
den gleichen Gedanken beseelt wäre, wie unser Schulministerium, dann
wäre die Eingabe der hessischen Juden unnötig gewesen. Während
kürzlich der erste jüdische Gymnasiallehrer angestellt wurde, fand vor
wenigen Wochen die Anstellung eines jüdischen Lehrers, Jakob Strauß, an
der Bürgerschule zu Odernheim statt. Nun hat es eine weitere
Verfügung getroffen, die auch für Juden von Bedeutung ist. Als im Jahr
1875 das neue Schulgesetz eingeführt wurde, hat man die Rabbinen an Orten
mit Simultanschulen sofort zu Mitgliedern des Schulvorstandes ernannt; ein
Kreisschulinspektor, der früher Pfarrer gewesen, suchte in einem
Schreiben an das Ministerium die Anstellung des Rabbiners zu hintertreiben,
indem er erklärte, dass Rabbiner von 'Raf' stamme und 'Lehrer' bedeute;
seine philologische Deduktion wurde ablehnend beschieden. Im vorigen Jahre
erst wurde Dr. Salfeld - Mainz - in den Schulvorstand berufen, mit
ihm auch der freireligiöse Prediger. Die katholische Lehrerzeitung hatte
nichts gegen den Rabbiner, wohl aber gegen das andere Mitglied und so
kam's zur Entscheidung der höchsten Behörde, die nun dahin entschied,
dass für die Folge auch jüdische Lehrer als Vertreter der Rabbiner in
den Schulvorstand eintreten können und das ist mit großer Freude zu
begrüßen." |
Zur Geschichte der Synagoge
Über die Geschichte der Synagoge in Odernheim liegen kaum
Informationen vor. Zunächst besuchten die jüdischen Einwohner des Ortes die
Synagoge in Staudernheim.
Seit 1824 bestand eine Betstube in Odernheim, die sich in einem der jüdischen
Häuser befand. 1898 ist das Gebäude aus unbekannten Gründen
ausgebrannt. Dies war der Anlass, dass sich die klein gewordene jüdische
Gemeinde am Ort aufgelöst hat. Die Ruine des Gebäudes mit der Betstube wurde
an einen Privatmann verkauft.
Nachdem im Nachbarort Staudernheim 1896
eine neue Synagoge eingeweiht worden war, besuchten die Odernheimer Juden
möglicherweise - trotz der offiziellen Zuteilung nach Obermoschel
- in der Folgezeit die Synagoge in Staudernheim.
Adresse/Standort der Synagoge:
unbekannt
Fotos
Fotos zur
jüdischen Geschichte in Odernheim sind noch nicht vorhanden; über
Hinweise
oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia
Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992. |
 | Karl Schworm u.a.: Odernheim am Glan. Koblenz 1984.
S. 372-373. |
 | Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 132-133. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 304 (mit weiteren Literaturangaben).
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n.e.

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