Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
           
In Montabaur (Stadtrechte seit 1291; gehörte zum Erzstift Trier) lebten Juden bereits im Mittelalter. Durch die Judenverfolgungen 1337 ("Armleder"-Verfolgung) und in der Zeit der Pest 1348/49 wurde jüdisches Leben in dieser Stadt vernichtet. Nach der Verfolgung in der Pestzeit wird erstmals 1369 wieder ein jüdischer Bewohner der Stadt genannt (Gottschalk von Montabaur). Dieser hatte seinen Wohnsitz zunächst nur in Montabaur danach (spätestens ab 1372) hier und in Trier, nach 1384 nur noch in Trier. Weitere nach Montabaur benannte Juden ließen sich nieder in Frankfurt am Main (1373: Lewe von Montabaur), Oberwesel (1379: Joseph Sohn des Jakob von Montabaur) und Trier (Jakob von Montabaur). Im 15. Jahrhundert wird mehrfach eine "Judengasse" genannt (in der judengassen 1477, 1478, 1491 und joedengasse 1499).
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Spätestens seit Beginn des 17. Jahrhundert lebten Juden wieder in der Stadt. Aus dem Jahr 1674 ist ein Geschäftsbuch des jüdischen Händlers Jakob Hirsch erhalten. 1777 werden acht in der Judengasse lebende Familien genannt. 

Im Laufe des 19. Jahrhunderts nimmt die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder weiter zu (1803 5 Familien mit 44 Personen, 1810 9 Familien mit 25 minderjährigen Kindern, 1818 13 Familien zusammen 58 Personen, 1842 64, 1871 95, 1895 102 Personen), um 1905 mit 117 Personen den Höchststand zu erreichen. 1818 war Samuel Heyum Gemeindevorsteher, ab 1835 Hirsch Maier Löb, 1841 Feist Gumbrich Anschel, 1862 Moses Steinthal, um 1877 A. Kahn. Die jüdischen Familien lebten von den Einkünften als Viehhändler oder Metzger, Eisenwaren- und Weinhändler. Die jüdische Gemeinde wurde 1852 dem Bezirksrabbinat (Bad) Ems zugeteilt.  
  
An Einrichtungen bestanden - spätestens seit dem 17. Jahrhundert - ein Betsaal / eine Synagoge, eine jüdische Religionsschule mit Lehrerwohnung sowie ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt. Dieser war zugleich als Kantor und Schochet (Schächter) tätig (vgl. unten Ausschreibungstexte der Stellen). Auf die Ausschreibung der Stelle 1877 hin bewarb sich Lehrer H. Wagschal, der über 25 Jahre der Gemeinde gute Dienste tun sollte (s.u.).  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: aus Montabaur Isidor Löw (geb. 19.12.1881 in Montabaur, gest. 27.9.1916), aus Wirges: Albert Winter (geb. 9.8.1879 in Mönchengladbach, gef. 8.8.1917).    
  
Um 1925
, als noch 85 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (1,4 % von etwa 6.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Willi Stern, Heinrich Heimann und Albert Stern. Als Lehrer, Kantor und Schochet war Siegmund Zodick angestellt. Er erteilte damals neun schulpflichtigen jüdischen Kindern Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen waren ein Jüdischer Frauenverein und ein Jüdischer Jugendbund vorhanden. 1932 war Gemeindevorsteher Eugen Stern. Lehrer und Kantor war inzwischen Josef Zeitin. Er hatte im Schuljahr 1932/33 neun Kinder zu unterrichten. Der jüdischen Gemeinde in Montabaur waren auch die drei jüdischen Einwohner aus Wirges angeschlossen. 
   
1933
wurden noch 82 jüdische Einwohner gezählt. Von ihnen konnte in den folgenden Jahren ein Teil emigrieren (15 in die USA, je zwei nach Holland bzw. England, einzelne in andere Länder); einige verzogen in andere Städte (Frankfurt, Wiesbaden, Berlin). 1941 wurden mehrere der bis dahin in Montabaur verbliebenen jüdischen Einwohner zunächst in ein Arbeitslager nach Friedrichssegen/Lahn gebracht, von dort in die Vernichtungslager deportiert. Andere sind aus den Städten, wohin sie verzogen sind, deportiert worden.   
    
Von den in Montabaur geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Abraham geb. Kahn (1868), Hedwig Ascher geb. Stern (1883), Hilda Bernstein geb. Stern (1885), Erwin Blumenthal (1909), Moses Falkenstein (1869), Amalie (Mally) Grünewald geb. Stern (1876), Berta Vera Heilberg (1931), Ingeborg (Inge) Heilberg (1930), Adolf Heimann (1891), Elise (Elisabeth, Betti) Heimann geb. Goldschmidt (1893), Heinrich Heimann (1889), Inge(borg) Heimann (1924), Rega Heimann geb. Stern (1888), Albert Kahn (1874), Billa Kahn geb. Wolff (1882), Erich Kahn (1912), Erna Kahn geb. Kahn (1908), Erwin Kahn (1914), Hilde Kahn geb. Mendel (1888), Julius Kahn (1878), Leopold Kahn (1876), Anna Levy geb. Falkenstein (1903), David Levy (1891), Bertha Liffmann geb. Rosenthal (1887), Alfred Löb (1893), Bertha Löb (1872), Johanna Löb (1876), Greta Mainzer geb. Löwensberg (1880), Berta Rückersberg geb. Wagschal (1884), Hedwig Schlomann geb. Löwenthal (1878), Berthold Schloss (1898), Else Schloss geb. Abraham (1875), Siegfried Schönfeld (1884), Hedwig Stern (1883), Ludwig Stein (1907), Betty Stern geb. Löwenstein (1896), Frieda Stern geb. Falkenstein (1881), Julius Stern (1877), Willi Stern (1885), Ludwig Wagschal (1882), Kurt Zodick (1925), Ruth Zodick (1923). 
  
Aus Wirges sind umgekommen: Ludwig Hermann (1899), Manfred Hans Hermann (1921).        
     
   
      
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1877 / 1924

Montabaur Israelit 07111877.jpg (34383 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1877: "Die hiesige Gemeinde wünscht bis den 1. Mai kommenden Jahres einen Religionslehrer, der gleichzeitig Kantor und Schochet, ledigen Standes, mit einem Gehalt von (je nach Befähigung) 600-900 Mark zu engagieren. Ertrag der Schechitah und Nebenverdienste circa 150 Mark. Bewerber wollen sich an mich wenden. 
Montabaur, den 5. November 1877. A. Kahn, Vorsteher."   
    
Montabaur Israelit 18121924.jpg (29728 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1924: "Die israelitische Kultusgemeinde Montabaur (Hessen-Nassau) sucht für den 1. April 1925 einen Religionslehrer, Kantor und Schochet. Angebote mit Gehaltsansprüchen nebst Zeugnisabschrift an den Vorstand Willi Stern."

       
Über die Amtszeit des Lehrers Wagschal - Lehrer von 1877 bis nach 1902

Montabaur Israelit 16061892.jpg (53851 Byte)Auszeichnungen für 15jährige Tätigkeit 1892: Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1892: "Montabaur, 9. Juni (1892). Dass Hohe Königliche Regierung zu Wiesbaden für das Wohl der israelitischen Religionslehrer stets bedacht war, auch deren Leistungen in der Religionsschule stets anerkannt hat, kann mit Folgendem bewiesen werden: Dem Herrn Lehrer Wagschal, welcher bereits 15 Jahre in der Gemeinde Montabaur fungiert, hat Hohe Königliche Regierung am 24. Juni 1888 durch den Bezirksrabbiner Herrn Dr. Kopfstein eine schriftliche Anerkennung für seine guten Leistungen in der Schule zukommen lassen. Und soeben erhielt Herr Lehrer Wagschal durch den Bezirksrabbiner Herrn Dr. Weingarten von Königlicher Regierung eine zweite Anerkennung für seine vorzüglichen Leistungen in der Religionsschule."
  
Montabaur Israelit 14011904.jpg (147004 Byte)Feier zum 25jährigen Ortsjubiläum des Lehrers Wagschal 1904: Aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Januar 1904: "Montabaur. Am 3. Januar dieses Jahres feierte Herr Lehrer Wagschal sein 25jähriges Ortsjubiläum. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich so recht, welcher Beliebtheit sich der Jubilar bei seinen Vorgesetzten, seinen Kollegen und seiner Gemeinde erfreut. Der Gemeinde-Vorstand hat ihm ein ansehnliches Geldgeschenk überweisen lassen. Der Verein der israelitischen Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau, dessen Vorstandsmitglied der Jubilar ist, ließ demselben durch eine Deputation, unter Führung der Herrn Vorsitzenden Oberkantor Nußbaum-Wiesbaden, die herzlichsten Wünsche überbringen. Herr Nußbaum hob in kernigen Worten das rege Interesse, das der Jubilar stets dem Verein entgegengebracht, hervor, und dass bei allen Beratungen die Worte des Herr Wagschal stets in die Wagschale fielen. Als Zeichen der Liebe und Hochachtung überreichte dann die Deputation einen prachtvollen silbernen Pokal mit entsprechender Widmung und ein Album mit den Photographien der Vereinsmitglieder. Auch die Herren Bezirksrabbiner im ehemaligen Herzogtum Nassau, Dr. Dr. Silberstein-Wiesbaden, Landau-Weilburg und Weingarten-Ems, ließen dem Jubilar durch Seine Ehrwürden Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten-Ems, zu dessen Bezirk Montabaur gehört, die innigsten Glückwünsche übermitteln. Herr Dr. Weingarten hat in einer warm empfundenen Rede das verdienstvolle Wirken des Jubilars in Schule und Gemeinde geschildert. Sichtlich gerührt ob all der Ehrungen knüpfte der Jubilar an den Ausruf unseres Erzvaters Jakob: "Ich bin der geringste von allen Frommen..." Dankesworte. Ein solennes Mahl mit herrlichen Reden gewürzt, gab dem Jubelfest einen würdigen Abschluss." 
 
Anmerkung: Ein Artikel zum Jubiläum von Lehrer Wagschal erschien auch im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. Januar 1904 S. 4.

  
Geburtsanzeige von Ruth Zodick (1923)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1923: "RUTH.  Gott sei gepriesen.  Die glückliche Geburt eines kräftigen Töchterchens zeigen dankerfüllt an: 
Lehrer Siegmund Zodick und Frau Hedwig geb. Oppenheimer.  Montabaur, 15. Juni 1923 -  1. Tammus 5683."
  
Anmerkung: Ruth Zodick wurde am 1. Dezember 1941 von Stuttgart aus nach Riga deportiert und ist danach umgekommen. 

  
    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Purimfeier der Chewrah Kadischah (1907)   

Montabaur Israelit 14031907.jpg (21250 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1907: "Montabaur, 6. März (1907). Die in der Chewrah Kadischah vereinigten Familien veranstalteten eine gemeinsame Purimfeier. Der gelungene Verlauf hat bewiesen, dass die Chewrah ein echt jüdischer Geist durchweht."

   
1000-Jahr-Feier der Stadt Montabaur mit Beteiligung der Israelitischen Gemeinde (1930)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1930: "Montabaur, 24. Juni (1930). Die Westerwaldstadt Montabaur feierte vom 21. bis 23. Juni das Fest ihres tausendjährigen Bestehens. Stadtverwaltung und Bürger hatten umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um diese seltene Stadtfeier in festlicher Weise zu begehen. Am Schabbat Vormittag gedachte der Lehrer der Israelitischen Gemeinde, Herr J. Zeitin, in der Predigt der Bedeutung des Tages. - Nachmittags 4.30 Uhr fand im großen Sitzungssaale des Rathauses der akademische Festakt statt. Aus Anlass der Tausendjahrfeier hat die Stadtverwaltung eine umfangreiche Festschrift herausgegeben, in der auch ein Beitrag 'Aus der Geschichte der Israelitischen Kultusgemeinde Montabaur' von Lehrer J. Zeitin enthalten ist, in welchem er nachweist, dass die Israelitische Gemeinde über 600 Jahre besteht."         

  
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum Tod von Julie Schloß, Frau des Gemeindevorstehers G. Schloß (1902)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. September 1902: "Montabaur, 18. September (1902). Am Sabbat Paraschat Schauftim (Sabbat mit der Toralesung Schofetim = 5. Mose 16,18 - 21,9 = 6. September 1902) starb dahier Frau Julie Schloß, die Gattin des Vorstehers Herrn G. Schloß, nach mehrmonatlichem, schmerzlichem Krankenlager, im Alter von 61 Jahren. Wenn irgendeine Frau es verdient, dass ihr im 'Israelit' ein nachruf gewidmet werde, so ist es bei der Dahingeschiedenen der Fall. Sie war der Besten und Edelsten eine, sie vereinigte in sich alle Tugenden einer Esches chajil (wackeren Frau). Wahre ungeheuchelte Frömmigkeit, gepaart mit innigem Gottvertrauen, das sie in allen Lagen des Lebens aufrecht erhielt, bildeten die Grundzüge ihres Charakters; sie verstand es, ihr Haus durch aufrichtige Frömmigkeit, wahre Menschenfreundlichkeit, große Wohltätigkeit, unbegrenzte Herzensgüte und Milde zu einem Tempel zu gestalten. Ihrem Gatten war sie in dem 34-jährigen Zusammenleben eine treue und liebevolle Gefährtin, ihren Kindern eine zärtliche Mutter, deren Erziehung und Wohl die Ziele ihres unausgesetzten Denkens und Strebens waren. Daher ist die Trauer eine allgemeine, bei Juden und Christen. War der tief gebeugte Gatte, die Kinder, Geschwister und unsere Gemeinde verloren, das zu schildern, ist die Feder zu schwach, aber alle, alle, die sie gekannt, verlieren in ihr eine Freundin von höchstem Werte, die ihr ganzes Glück darin fand, andere glücklich zu machen; denn wie viel Tränen hat sie getrocknet, wie viel Arme und Bedürftige unterstützt.  
Ihr Leichenbegängnis legte beredtes Zeugnis hiervon ab; aus Nah und Fern waren die Freunde herbeigeströmt, um ihr den letzten Tribut der Liebe und Freundschaft zu zollen. Herr Bezirks-Rabbiner Dr. Weingarten - Ems schilderte am Grabe in tief bewegten Worten die vielen guten Eigenschaften der Verstorbenen und gab dem großen Schmerz und der tiefen Trauer der Verwandten und Freunde um dieselbe gebührenden Ausdruck. 
Mögen sich die so schwer heimgesuchten Hinterbliebenen mit dem erhebenden Gedanken trösten, dass die nun Verklärte sich in dem Herzen Aller ein dauerndes Denkmal der Liebe gesetzt. Ihre Seele sein eingebunden in den Bund des Lebens
H. Wagschal,
Lehrer."

       
      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Nathan Stern sucht einen Lehrling für sein gemischtes Warengeschäft (1893 / 1901) 

Montabaur Israelit 16031893.jpg (30095 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1893: "Ein Lehrling aus achtbarer Familie mit guten Schulzeugnissen wird in ein gemischtes Warengeschäft per sofort gesucht. Kost und Logis im Hause, Sabbat und Festtage geschlossen. 
Nathan Stern, Montabaur." 
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1901: "Lehrlings-Gesuch. 
Zum sofortigen Eintritt suche einen mit guten Schulkenntnissen versehenen jungen Mann aus guter Familie. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis frei im Hause. 
Nathan Stern
, Montabaur (Nassau)."       

    
Anzeige des Manufaktur- und Konfektionsgeschäftes Nathan Stern (1903)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1903: "Suche per sofort oder später einen Lehrling und ein Lehrmädchen aus guter Familie. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
Nathan Stern, Manufaktur- und Konfektion, Montabaur."   

    
Anzeige von Julius Stern (1922)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1922: "Für meinen Sohn, Untersekundaner, suche ich per sofort Lehrstelle in einem Manufakturwarengeschäft. Erwünscht wird Pension im Hause.
Julius Stern in Montabaur."   

        
   

                  

Zur Geschichte der Synagoge     
        
Im Mittelalter wird noch keine Synagoge genannt. Erst die im 17. Jahrhundert zugezogenen Familien haben nachweislich eine Synagoge ("Judenschule") eingerichtet. Sie wird 1691 erstmals erwähnt. Ihr Standort ist nicht bekannt. Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich ein Betsaal im Haus Vorderer Rebstock 26. Von diesem Betsaal ist eine Platzordnung aus dem Jahr 1780 erhalten: es gab 23 Plätze. 1868 plante man eine Erweiterung des Betsaales beziehungsweise den Neubau einer Synagoge. Als jedoch 1875 eine staatliche Beihilfe zum Neubau abgelehnt wurde, musste man die Pläne zunächst verschieben.  
        
1889 konnte die jüdische Gemeinde ein geeignetes Grundstück an der Wallstraße erwerben. Wenig später wurde mit dem Bau einer neuen Synagoge begonnen. Ihre feierliche Einweihung durch Rabbiner Dr. Michael Silberstein aus Wiesbaden war am 3. Chanukkatag (28. Kislev 5650), d.h. am 20./21.Dezember 1889. Über die Einweihung liegt ein Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1890 vor:  

Montabaur Israelit 13011890.JPG (256405 Byte)Montabaur, 6. Januar (1890). In überaus glänzender Feier fand am 20. Dezember, am 3. Chanukkatage die Einweihung unserer neuen Synagoge statt, deren Verlauf den vortrefflichen Anordnungen des aus dem Vorstande, den Herrn M. Steinthal, Heimann Löb und David Kahn, bestehenden Festkomitees wohl berechtigten Dank und ungeteilte Anerkennung einbrachten. Die Einweihungsfeier war eine würdige und überaus glänzende, die ganze Stadt beteiligte sich in echter Toleranz, die Häuser prangten in Flaggenschmuck, als sich ein langer, wohlgeordneter Zug nicht nur aus Israeliten, sondern bei weitem mehr aus Beamten und Bürgern, ein Musikchor an der Spitze, von der alten Synagoge nach der neuen bewegte, welcher in Bezug auf die christliche Bevölkerung ein wahrer Kiddusch-haschem (Heiligung des Namens Gottes) gewesen. Kurz vor 2 Uhr trafen daselbst ein, der Königliche Landrat, Herr Geheimer Regierungsrat Dombois, Herr Gymnasial-Direktor Dr. Wernecke, Herr Seminar-Direktor Dr. Bartholomae, Herr Pfarrer Weckerling, die Herren Amtsgerichtsräte Heinzemann und Geisel, Bürgermeisterstellvertreter Herr Adam Custer und sämtliche Gemeinderäte.
Punkt zwei Uhr setzte sich unter den Klängen der Musik der imposante Festzug in Bewegung; denselben eröffneten die schulpflichtigen Knaben und Mädchen der jüdischen Gemeinde.
Nachdem der Zug vor dem Portale der neuen Synagoge angelangt war, erfolgte die feierliche Überreichung des Schlüssels durch den Bauführer, Herrn Bautechniker Brühl an den Königlichen Landrat mit einer kurzen Ansprache. Herr Landrat Dombois nahm gleichfalls mit einer kurzen Ansprache den Schlüssel im Namen der Regierung entgegen, der gegen den Kultusverband gewendet, mit dem Hinweis auf das Verdienst desselben um das Zustandekommen des Baues, das ihm zur großen Ehre gereiche, den Schlüssel dem Bezirksrabbiner Herrn Dr. Silberstein unter Anfügung des schönen Wunsches übergab, dass der nun vollendete neue Tempel die Gemeinde zur Ehre Gottes stets in Frieden und Einigkeit versammeln möchte.
Der Bezirks-Rabbiner Dr. Silberstein dankte dem Herrn Landrat für seine wohlwollende Mitwirkung zur Überwindung aller Bauschwierigkeiten und öffnete sodann die Pforten des Heiligtums, das sich bis auf den letzten Platz mit Festgenossen füllte. Nun vollzog sich die feierliche Weihe im Inneren der neuen Synagoge, wobei Herr Bezirksrabbiner Dr. Silberstein die einstündige Weiherede hielt, welche von der Versammlung unter lautloser Stille bis zum Schlusse vernommen wurde und einen tief ergreifenden Eindruck machte. Der Abend-Gottesdienst mit Gesängen des Synagogenchores und eines Gesangvereines schlossen die Weihe.
Ein Bankett versammelte am Abend die Festgenossen im Rathaussaale, an welchem zahlreiche Bürger der Stadt sich beteiligten. Der Gesangverein sang treffliche Lieder, die Musik-Kapelle Müller spielte, und ein Sohn des Vorstehers, Adolf Steinthal, zeichnete sich durch vortreffliches Violinspielen besonders aus.
Herr Dr. Silberstein toastierte auf den Kaiser, Vorsteher Steinthal auf den Landrat, Heimann Löb auf den Bauführer, David Kahn auf den Bürgermeister, und die Gemeinderäte der Stadt Montabaur, Lehrer Wagschal auf den Vorstand der israelitischen Gemeinde und auf all diejenigen, welche das Werk haben fördern helfen.

Ein weiterer Bericht liegt aus der Zeitschrift "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 16. Januar 1890 vor: 

Montabaur AZJ 16011890.jpg (106822 Byte)Man schreibt uns aus Montabaur, 20. Dezember (1889). Gestern und heute beging die hiesige israelitische Gemeinde unter der Teilnahme nicht nur der israelitischen, sondern auch der christlichen Bevölkerung das Fest der Einweihung ihrer neuen Synagoge. Die ganze Stadt war in reichen Fahnenschmuck gehüllt und bezeugte das lebhafte Interesse, das auch der christliche Teil der Einwohnerschaft an dem Freuden- und Ehrentage ihrer jüdischen Mitbürger nahm. Nach einem feierlichen Abschiedsgottesdienst in der alten Synagogue bewegte sich der unabsehbare Festzug nach der neuen Synagoge, vor welcher die Schlüsselübergabe stattfand. Der Landrat der Kreises, Geheimer Regierungsrat Dambois, übergab den Schlüssel mit passenden Worten dem Herrn Bezirksrabbiner Dr. Silberstein von Wiesbaden, der ihn unter Dankesworten entgegennahm. Den Mitteilpunkt der Einweihungs- und auch der Abschiedsfeier bildeten die trefflichen, herz- und geistvollen Reden des Herrn Dr. Silberstein, die eine tiefe Bewegung in der dichtgedrängten Zuhörerschaft erzeugten. Bei dem Abends im festlich geschmückten Rathaussaale abgehaltenen Bankett wurde der erste Toast, von Herrn Dr. Silberstein auf den Kaiser ausgebracht, mit großem Beifalle aufgenommen; ihm folgten noch zahlreiche Toaste auf diejenigen, die sich um das Gelingen des schönen Werks Verdienste erworben. Anderen Tags fand der erste Hauptgottesdienst in der schön erbauten Synagoge statt, bei dem die Predigt des Herrn Rabbiner Dr. Silberstein, die interne Verhältnisse besprach, wieder den Mittelpunkt bildete, und eine tiefe und hoffen wir, auch nachhaltige Wirkung ausübte. 

1901 stand ein besonderes Ereignis bevor - die Einweihung einer neuen Torarolle, über die der nachstehende Bericht vorliegt:   
   
Einweihung einer neuen Torarolle in der Synagoge (1901)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1901: "Montabaur, 7. Oktober (1901). Eine seltene Feier beging am 5. dieses Monats unsere Gemeinde. Handelte es sich doch um die Einweihung der neuen Tora-Rolle, die von der in weiten Kreisen durch ihren wohltätigen und frommen Sinn bekannten Frau Isaak Stern Witwe gespendet worden war, um einem fühlbaren Mangel abzuhelfen.  
Am Freitag Nachmittag begann die Vorfeier dieses hier außergewöhnlichen Festes. Die Tora-Rolle wurde um 5 Uhr unter großer Beteiligung der hier weilenden zahlreichen Fremden und der gesamten Gemeinde, aus dem Hause des Herrn Heimann Stern in feierlicher Begleitung unter den Klängen einer Musikkapelle zur Synagoge getragen. Nachdem von einem eigens zu dieser erhabenen Feier gebildeten Chor das 'Matauwu' in ergreifender Weise gesungen und die Tora in den Araun hakodesch (Toraschrein) gestellt war, hielt Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Weingarten - Ems die Festrede. Zunächst dankte er der edlen Spenderin für ihre hochherzige Gabe in beredten Worten und erflehte für sie Gottes Segen. Alsdann wies der darauf hin, wie zu allen Zeiten die Tora von unseren Vätern hochgehalten wurde, 'wie der Jude stets über seiner Tora lag und sie studierte', selbst dann, als das Interesse aller Völker durch welterschütternde Ereignisse für deren Religionen geschwunden war. Und so solle auch die Gemeinde das Gotteswort stets hoch achten und es nicht über den Sorgen des Alltagslebens vergessen und vor allem für die religiöse Erziehung der Kinder Sorge tragen. Mit einem Segen für die Gemeinde endete die Vorfeier.
Der Festgottesdienst am Sabbatmorgen wurde ebenfalls mit dem 'Matauwu' eröffnet. darauf erfolgte die eigentliche Einweihung der neuen Tora durch Vorlesung aus derselben. Nach dem Vortrage eines Chorals hielt der Herr Rabbiner eine Anspruche an die Gemeinde, welcher er die Worte zugrunde legte: 'man erscheine nicht leer vor dem Angesicht des Ewigen' (5. Mose 16,16). Darauf sprach er über die Bedeutung des 'Regen-Gebetes'. Wie der Regen nichts nützen könne, wenn der Acker nicht bearbeitet und zu seiner Aufnahme genügend vorbereitet wäre, so sei auch mit dem bloßen Beten nichts getan, wenn nicht die Arbeit, d.h. das rechte Verständnis der in der Tora enthaltenen Lehren und die Ausübung der Gebote dem Gebete vorausgegangen sei. Darum sollen wir unsere Kinder stets auf die Bedeutung der göttlichen Gebote aufmerksam machen und sie zu deren Erfüllung anhalten; in der Jugend müsse das Herz für die Aufnahme der Tora vorbereitet und fähig gemacht werden, pflügen müsse man, wenn der Segen nützen soll.   
Daran schloss sich das Mussaphgebet, bei welchem abermals der Chor durch seine Vorträge zur Verschönerung des Gottesdienstes beitrug."      

        
Die Synagoge blieb fast 50 Jahre lang Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Montabaur. Das vierzigjährige Bestehen der Synagoge konnte am 28. Dezember 1929 feierlich begangen werden. Die Festansprache hielt der damalige Lehrer Josef Zeitlin. 
   
Im folgenden Jahr 1930 noch noch eine umfassende Renovierung der Synagoge statt. Am 20. September 1930 war die Wiedereinweihung, über die in der Zeitschrift "Der Israelit" am 6. Oktober 1930 berichtet wurde: 

Montabaur Israelit 06101930.jpg (123996 Byte)"Montabaur, 29. September (1930). Am Schabbat vor Rosch HaSchana (Schabbat vor dem jüdischen Neujahrsfest, das war 1930: am 20. September 1930) fand die Wiederweihe der renovierten Synagoge statt. Der erste Vorsteher der Gemeinde, Herr Eugen Stern wies in seinen Ausführungen auf die dringende Notwendigkeit der erfolgten Wiederherstellung des G'tteshauses hin, die danke der Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder und der für diesen Zweck gewährten Subvention des Preußischen Landesverbandes durchgeführt werden könnte. Ganz besonderen Dank stattete der Vorsteher dem hiesigen jüdischen Frauenverein ab, der Stiftung eines Vorhanges für den Aron Hakodesch (Toraschrein) sowie eines Almemor und Omuddeckchens (Decke für den Vorlesepult) zur wundervollen Ausstattung der Synagoge beigetragen hat. Es folgte nach der Ansprache des Vorstehers die vom Lehrer der Gemeinde, Herrn J. Zeitin, gehaltene Festpredigt im Anschluss an den Psalm "Samachti beomerim li beit haAdonai nelech" "Ich freue mich, wenn man zu mir spricht, ins G'tteshaus wollen wir gehen". Er führte u.a. aus: Wie die Freude, die das Herz unserer Ahnen erfüllte, als sie zum heiligen Tempel wallten nicht den herrlichen Hallen, die sie schauten und dem Glanz, der ihr Auge blendete, galt, sondern hervorgerufen wurde durch den Gedanken, dass sie hier die Verbindung mit G'tt, die der Seele des Menschen so sehr Bedürfnis ist und die das Leben so häufig lockert und löset, von neuem knüpfen und festigen werden, so soll auch die Freude, die in uns das G'tteshaus erweckt, ihren tieferen Grund haben in dem, was Seele und Geist hier finden. Der Gedanke der Gleichheit des Menschengeschlechts ist aus dem Leben geschwunden. Er hat sich gerettet und geflüchtet ins G'tteshaus, wo wir ihn bewahren wollen als köstliches Gut, dass er von dieser Stätte einst seinen Weg nehme ins Leben, in die Menschheit, auf dass die ganze Erde werde ein Beit HaKnesset, eine Stätte der Einigung und Sammlung von Menschen in Liebe und Frieden". 

Nach dieser letzten Renovierung fanden noch acht Jahre lang Gottesdienste in der Synagoge Montabaur statt. 

Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4. November 1938 wurde in die Synagoge eingebrochen. Fast alle Ritualien wurden zerschlagen, ein Teil wurde gestohlen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch einen SA-Trupp aus Höhr und Grenzhausen demoliert. Am Abend des 10. November wurde von SA-Angehörigen Feuer gelegt. Mit Rücksicht auf die umliegenden Gebäude wurde das Feuer jedoch wieder gelöscht. In den 1940er-Jahren wurde das Synagogengebäude abgebrochen. Auf dem Grundstück wurde nach 1945 eine Autoreparaturwerkstatt erstellt. Später wurde auf dem Grundstück ein Ladengeschäft (Einkaufsmarkt, Jeansgroßverkauf, 2007 leerstehend) erstellt, an dem sich eine Gedenktafel befindet (Inschrift s.u.).  
             
Adresse/Standort der SynagogeWallstraße 5 
   
     

Fotos
(Historische Fotos: Originale im Stadtarchiv Montabaur, veröffentlicht bei Arnsberg Bilder s. Lit. S. 152 und in Landesamt s.Lit. S. 274; vgl. auch Beitrag von Löwenguth; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.08.2009)     

Die "Judengasse" in Montabaur als Erinnerung an die mittelalterliche Gemeinde
Anmerkung: die 1477 erstmals genannte Judengasse wurde in ihrem oberen Teil bereits 1899 in "Elisabethenstraße umbenannt"; seit 1938 wurde die ganze Gasse "Elisabethenstraße" genannt. Auf Antrag einer Klasse der Heinrich-Roth-Hautschule Montabaur an die Stadtverwaltung wurde nach längeren Diskussionen in der Stadt die Elisabethenstraße ab dem 29. März 1995 wieder "Judengasse" genannt.  

Montabaur Judengasse 271.jpg (85567 Byte) Montabaur Judengasse 270.jpg (70178 Byte) Montabaur Judengasse 272.jpg (67656 Byte)
Straßenschild Ansichten der "Judengasse" in der Gegenwart
        

Das alte jüdische Bethaus (18./19. Jahrhundert) in der Straße "Vorderer Rebstock"  

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Blick auf das alte jüdische Bethaus mit einer Hinweistafel; Text der Tafel: "Altes jüdisches Bethaus. Haus aus dem 17. Jahrhundert. Ab 1780 als 'Betraum' der seit 1336 nachgewiesenen jüdischen Gemeinde in Montabaur schriftlich dokumentiert. Ein Vorläufer des Betraums, die 'Judenschul' befand sich 1691 in der Kirchgasse. Auf Beschwerden hin wurde gemäß der Judenordnung des Kurfürstentums Trier von 1723 ein neues Gebäude gesucht, das 'mindestens vier Häuser von christlichen Häusern entfernt' stehen musste. 1889 Umzug in die neue Synagoge in der Wallstraße, da die 23 Plätze nicht mehr ausreichten"
     

Die Synagoge von 1889 in der Wallstraße

 
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Die Synagoge in Montabaur Die Synagoge links im Hintergrund
       

 Das Synagogengrundstück im Sommer 2009
(Foto links Hahn, Aufnahmedatum 23.08.2009; 
Foto rechts: Georg Weyand, Montabaur, Mitte September 2007)  

   
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Das an Stelle der ehemaligen Synagoge stehende Gebäude mit der Gedenktafel zwischen den beiden Fenstern links des Eingangs; Inschrift: "Wer seine Fehler verheimlicht, hat kein Gedeih'n, wer sie aber bekennet und verlässt, dem wird Versöhnung - Salomon 28-16. Hier stand die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde. Einweihung am 20. Dezember 1889. Zerstörung durch SA-Angehörige in der Reichskristallnacht am 9-10-1938."

     
     

    
     

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Montabaur  

Literatur:  

Germania Judaica II/2 S. 547; III/2 S. 883-884.
Stadtverwaltung Montabaur (Hrsg.): Montabaur und der Westerwald (930-1930). Festschrift aus Anlass der Tausendjahrfeier der Stadt Montabaur. Feudingen 1930 (mit einem Beitrag des damaligen jüdischen Lehrers zur jüdischen Geschichte in der Stadt). 
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. 1971 Bd. II S. 94-96. 
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 274-275 (mit weiteren Literaturangaben).
Franz-Josef Löwenguth: Die Reichskristallnacht in Montabaur: online zugänglich
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Montabaur. Founded during the Crusades, Montabaur took its name from Mount Tabor in the Holy Land. Jews lived there in the early 14th century, but fell victim to the Armleder massacres of 1336-39 and the Black Death persecutions of 1348-49. A community was only established 400 years, numbering 115 (3 % of the population). Its members built a synagogue in 1889 and was affiliated with the rabbinate of Bad Ems. SA units, joined by many townspeople, launched a pogrom on Kristallnacht (9-10 November 1938), burning the synagogue and looting Jewish property. Of the 82 Jews registered there in 1933, 41 emigrated, mostly to the United States, and 20 perished in the Holocaust.            
    

                   
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Stand: 13. März 2012