In Heiligenstadt lebten Juden bereits im Mittelalter (erste
Erwähnung 1212 unsicher, 1335 sicher). Ob es zur Bildung einer jüdischen
Gemeinde gekommen ist, ist nicht bekannt. Von der Judenverfolgung in der
Pestzeit 1348/49 waren auch die Juden in Heiligenstadt betroffen.
Überlebende werden 1365 in Erfurt und 1389 in Frankfurt am Main genannt.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gab es wieder einzelne Juden in der
Stadt (genannt seit 1469). Damals erlaubte der Mainzer Erzbischof den Juden
Heiligenstadts, den "Judenhof" wieder aufzubauen, um dort
Wohnung beziehen zu können (heute Straßenname "Am Jüdenhof", in der
Nähe des alten Marktes). Juden "aus Heiligenstadt" werden 1446 in
Hildesheim, 1497 in Mühlhausen und 1419 in Saarburg genannt.
1574 wurden die Juden aus dem Eichsfeld vertrieben.
Eine erneute Niederlassung war erst um 1800 wieder möglich: 1796 gab der
Erzbischof von Mainz die Zustimmung zur Aufnahme von vier bis fünf jüdischen
Familien im Eichsfeld. Im Jahr darauf bemühten sich Juden aus Göttingen um
eine Niederlassung in Duderstadt oder
Heiligenstadt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1803 sechs jüdische Einwohner, 1818 52, 1850 76, 1871 91, 1882 107, 1912
60 jüdische Einwohner.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
(Religionsschule) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war. Nach dem Ersten Weltkrieg unterrichtete Lehrer Levi Katz
auf Grund der schon stark zurückgegangenen Zahl der jüdischen Gemeindeglieder
nur noch zehn Kinder.
Um 1924, als zur Gemeinde 35 Personen gehörten (in acht Familien), waren
die Gemeindevorsteher Ludwig Jesberg und Alexander Löwenthal. Der Repräsentanz
gehörten an: Armin Grunsfeld, Jacob Schwabe, Hermann Ilberg und Max
Oppenheimer. Den Religionsunterricht der jüdischen Kinder erteilte Lehrer Hugo Blumenfeld aus Witzenhausen. 1932
waren die Gemeindevorsteher Alexander Löwenthal (Vorsitzender, Petristraße)
und Alfred Weil (Schriftführer und Schatzmeister, Wilhelmstraße). Vorsteher
der Repräsentanz waren Max Oppenheimer (1. Vors., Wilhelmstraße 2), Armin
Grunsfeld (2. Vors., Wilhelmstraße), Jacob Schwalbe (3. Vorsitzender, Kasseler
Tor). Im Schuljahr 1931/32 gab es nur ein schulpflichtiges jüdisches Kind in
der Gemeinde.
1933 lebten noch 34 jüdische Personen in Heiligenstadt. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Ende Oktober 1938 wurde
die "ostjüdische" Familie Sally Neuwirth an die polnische Grenze
deportiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet; die
jüdischen Männer wurden in das KZ Buchenwald verschleppt (Hermann Löwenstein,
Alexander Löwenthal, Hans Löwenthal, Julius Meyerstein, Alfred Weil mund Paul
Wertheim). Bis Ende 1941 konnten Heiligenstadt verlassen und in die USA
emigrieren: die Familien Cahn, Haase, Armin Grunsfeld, die Brüder Ewald,
Gerhard und Hans Löwenthal, Minna Khan, Familie Oppenheimer, Regina Schwabe und
ihre Söhne Alfred und Max. Im Dezember 1941 wurde für die noch in der Stadt
lebenden 13 jüdischen Personen das Zechenhaus des Kalischachtes
"Felsenfest" in Hüstedt als "Judenhaus"
hergerichtet. Hierin mussten sich diese Personen bis zur Deportation 1942
aufhalten.
Von den in Heiligenstadt geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Else (Elise) Clahr geb.
Löwenthal (1876), Klara Dub geb. Ilberg (1897), Sophie Finke geb. Strauß
(1859), Martin Frank (1879), Adalbert Grunsfeld (1872), Max Grunsfeld
(1871), Hedwig Helft geb. Schwabe (1882), Hermann Ilberg (1864), Ludwig Ilberg
(1865), Rosa Ilberg (1862), Rosa Karl geb. Strauß (1871), Pauline Kohn geb.
Straus (1862), Max Levy (1873), Mindel (Minna) Levy geb. Winden (1876),
Alexander Löwenthal (1872), Gertrud Löwenthal geb. Fränke (1882), Moritz
Meyers (1894), Julius Meyerstein (1898), Adelie Neuwirth (1915), Cilly (Lilli)
Neuwirth (1911), Lotti Neuwirth (1925), Sally Neuwirth (1888), Zilly Neuwirth
geb. Schwarz (1888), Cäcilie (Cilli) Rosenbaum geb. Herrmann (1873), Elly
Rosenberg geb. Garcia (1909), Albert Schwabe (1880), Paula Schweitzer geb. Stern
(1878) Hedwig Strumpfner geb. Stern (1880), Alfred Weil (1873), Selma Weil geb.
Rothschild (1889), Berta Weinberg geb. Schwabe (181), Heinz Wertheim (1921), Ida
Wertheim geb. Adler (1885), Paul Wertheim (1885), Emilie (Mimi) Wolf geb.
Grunsfeld (1867), Johanna (Jana) Ziegelroth geb. Oppenheimer (1864).
Hinweis: die Zuordnung der genannten Personen zu Heiligenstadt (Thüringen)
oder zu Heiligenstadt (Oberfranken) ist
mehrfach unklar. Daher können einige der oben genannten Personen auch im
oberfränkischen Heiligenstadt geboren
sein.
Aus dem Ghetto Theresienstadt kam nach Kriegsende nur Pauline Löwenstein
(1876-1947) zurück. Sie starb in Heiligenstadt 1947.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1901:
"Heiligenstadt. Dienstag starb der Senior der hiesigen
israelitischen Gemeinde, Herr Kaufmann Nathan Gans im Alter von 74 Jahren,
geachtet und beliebt bei allen Mitbürgern. Der Entschlafene bekleidete
während achtundzwanzig Jahren das Amt eines Rendanten der jüdischen
Gemeinde."
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Januar 1874:
"Für unser Baumwollwaren-Fabrikgeschäft suchen wir einen gewandten,
ansehnlichen Reisenden, der mit dieser Branche möglichst vertaut.
Reflektanten, die militärfrei und von tadellosem Ruf sind, wollen ihre
Zeugnisse franco vorlegen.
Heiligenstadt in Thüringen. Jos. Grunsfeld Söhne."
Anzeige des Produkten- und Eisengeschäftes Joseph Grunsfeld (1874)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Januar 1874:
"Ein intelligenter junger Mann aus achtbarer Familie, mit den
entsprechenden Vorkenntnissen und guter Handschrift, findet in dem
unterzeichneten Produkten und Eisengeschäft eine gute Stelle als
Lehrling, die ihm im Hause selbst auch Gelegenheit bietet, sich in den
Sprachen und Wissenschaften fortzubilden. Bedingungen kulant.
Heiligenstadt in Thüringen. Joseph Grunsfeld."
Anzeige des Tuch- und Modewarengeschäftes von M.
Oppenheim (1875)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1875:
"Für mein Tuch- und Modewarengeschäft suche per sofort eine tüchtige
Verkäuferin, welche in dieser Branche schon länger tätig war und
einen Lehrling per 1. Januar dieses Jahres.
Heiligenstadt, Regierungsbezirk Erfurt. M. Oppenheims Witwe."
Anzeige des Tuch-,
Modewaren-, Manufaktur-, Damen-Konfektionsgeschäft M. G. Oppenheimer (1885) Anmerkung: es handelt sich wohl um dasselbe Geschäft wie in der Anzeige von
1875
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 11. August 1885: "Für mein Tuch-, Modewaren-, Manufaktur-,
Damen-Konfektionsgeschäft, welches Samstage und Feiertage streng
geschlossen ist, suche ich per 1. September dieses Jahres unter günstigen
Bedingungen einen Lehrling mit guter Schulbildung; diejenigen, die
die Berechtigung zum einjährigen Militärdienst haben, erhalten den
Vorzug.
Heiligenstadt, den 19. Juli 1885. M. G. Oppenheimer."
Im 19. Jahrhundert wurden die Gottesdienste der
Gemeinde zunächst in Mieträumen abgehalten. 1870 erwarb die Gemeinde ein Haus
in der Stubenstraße und baute es zur einer Synagoge um. Baumeister Fütterer
plante zunächst ein repräsentatives Aussehen der Vorderfront. Da jedoch von
Seiten der Regierung keine Zuschüsse kamen, konnte der Plan nicht ausgeführt
werden. Die Synagoge wurde 1872/73 erbaut und am 10. September 1873
eingeweiht.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
durch Nationalsozialisten geschändet. Es sollte auch angezündet werden. Das
Feuer wurde jedoch schnell gelöscht, um die in der Nachbarschaft stehenden
Häuser nichtjüdischer Besitzer nicht zu gefährden.
Nach 1945 wurde das Gebäude als Wohnhaus verwendet. Eine Gedenktafel mit
folgender Inschrift wurde am 9. November 1988 angebracht: "Ehemalige
Synagoge. Am 10.9.1837 geweiht. Am 9.11.1938 geschändet. Ehrendes Gedenken den
vom Faschismus vertriebenen und ermordeten Bürgern jüdischen
Glaubens".
Anfang September 2011 wurde das Gebäude überraschend
abgebrochen.
Anfang September
2011 wurde die Synagoge mit der Zustimmung der Unteren
Denkmalsbehörde des Landratsamtes Eichsfeld und der Stadtverwaltung des
Heilbades Heiligenstadt überraschend abgebrochen. Nur die Gedenktafel
blieb erhalten (siehe Presseartikel unten).
August 2010:Beim Abbruch des ehemaligen Kolping-Komplexes
Mainzer Hof wird das Synagogengebäude gesichert
Foto
links von Jürgen Backhaus: Der ganze hintere Teil des einstigen Kolping-Komplexes Mainzer Hof steht nicht
mehr.
Artikel von Jürgen Backhaus in der "Thüringischen
Landeszeitung" vom 17. August 2010 (Artikel):
"Heiligenstadt: Mainzer Hof stützt Synagoge.
In Heiligenstadts Zentrum brechen Bagger Bahn für den seit vielen Jahren avisierten Bau der Stormpassage, in der zahlreiche Geschäfte einziehen und auch Wohnungen entstehen sollen. Der vorige Woche begonnene Abriss des Mainzer Hofes ist in Bezug auf die hinteren Gebäudeteile vonstatten gegangen.
Heiligenstadt. Das Haupthaus vorn in der Stubenstraße bleibt aber vorerst verschont. Es stützt nämlich die alte Synagoge, die rechts freisteht und bei einem vollständigen Abriss des Nachbarhauses vermutlich einstürzen würde.
Nachdem Investor Alfred Wüstefeld vor einem Jahr angekündigt hatte, dass die Fassade der alten Synagoge an Ort und Stelle erhalten bleiben werde, haben sich inzwischen das Landesamt für Denkmalpflege, die Untere Denkmalpflege beim Landkreis, das Bauamt der Stadt Heiligenstadt und der Investor darauf verbindlich geeinigt. Erhalten werden solle die Kubatur des Gebäudes nach den Regeln des Denkmalschutzes in Deutschland, sagte der Stadtbauamtsleiter Philipp Heinrichs. Und das bedeutet, dass nicht nur die Giebelseite mit der Gedenktafel, sondern die ganze Gebäudehülle in originaler Bausubstanz stehen zu bleiben hat.
Bei einem Ortstermin zusammen mit den Denkmalbehörden waren, wie Werner Gabel, Leiter des Bauaufsichtsamtes beim Landkreis, sagte, zum einen statische Maßnahmen festgelegt worden, um weitere Schäden am Synagogengebäude zu verhindern. Um ein Loch im Dach abzudichten, und zur genaueren Begutachtung wurde ein Gerüst vor die Fassade gestellt.
Wie es genau mit der alten Synagoge weitergehe, stehe noch nicht fest, so Gabel. Man wisse aber schon, dass ein stabilisierender Seitenbereich vom Mainzer Hof links an der Synagoge stehen bleibe. Im Einvernehmen mit den Denkmalbehörden habe der Investor eine fachliche Expertise in Auftrag gegeben. Diese solle sich nicht nur auf die Statik des Hauses beziehen, sondern auch auf die Geschichte seiner funktionellen Nutzung.
Voraussichtlich Ende August soll die Expertise vorliegen. Wie deren Ergebnisse dann umgesetzt werden, das würden Obere und Untere Denkmalbehörde und städtisches Bauamt gemeinsam mit dem Investor beraten, so Gabel. Und natürlich werde die Bauaufsicht darauf achten, dass alle Festlegungen auch eingehalten werden."
November
2010: Gedenken zum Jahrestag des
Novemberpogroms 1938
Foto links von Otto Roth: Vor der ehemaligen Synagoge wurden nach der Gedenkfeier die mitgebrachten brennenden Kerzen aufgestellt.
Artikel von Jürgen Backhaus in der "Thüringer Allgemeinen" vom 10. November
2010 (Artikel):
"Gedenken an der ehemaligen Heiligenstädter Synagoge.
Die Namen von mehr als 40 Heiligenstädtern, die als Juden zu den Opfern der Nazidiktatur gehörten, wurden Dienstagabend vor der einstigen Synagoge von Vertretern einiger Stadtratsfraktionen verlesen.
Heiligenstadt. Mit der Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht, zu der der Initiativkreis "Jüdisches Erbe in Heiligenstadt" eingeladen hatte, wurde daran erinnert, dass damals auch in Heiligenstadt Hass und Gewalt gegen Mitbürger ausgeübt, ihre Wohnungen und Geschäfte zerstört wurden. Christian Stützer hatte die Namen der Betroffenen zusammengetragen. Auch an der Synagoge in Heiligenstadt war in jener Nacht, die sich nun zum 72. Mal jährte, Feuer gelegt, aber aus Rücksicht auf die Innenstadtbebauung wieder gelöscht worden. Beim Bau der Stormpassage soll die Fassade erhalten bleiben.
Die knapp 100 Teilnehmer des von Renate Dietrich moderierten Gedenkens waren dazu eingeladen worden, Kerzen mitzubringen. Worte des Gedenkens und der Mahnung sprach die Beigeordnete Ute Althaus im Namen der ganzen Stadt. Die Teilnehmer des Gedenkens, so Althaus, fühlten sich verantwortlich, "an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern und gleichzeitig zu mahnen, dass niemand das Recht hat, Menschen wegen ihrer Gesinnung, Anschauung oder Herkunft zu verurteilen". Der Terror gegen die Juden habe schon mit Hitlers Machtantritt begonnen, und der 9. November 1938 sei in die Geschichte eingegangen als der Tag, an dem der Nazi-Staat "seinen kriminellen Charakter geradezu demonstrativ zur Schau stellte". Das Lernen aus der Geschichte, so Ute Althaus, sei gerade für die junge Generation eine Voraussetzung, um auch heutige Gefährdungen der Demokratie zu erkennen.
Eine Gruppe von der Villa Lampe trug mit Klezmer-Musikstücken zum Gedenken bei. Eingespielt wurde zudem das Lied "Die Kinder von Izieu" von Reinhard Mey. Es handelt von den mehr als 40 jüdischen Kindern, deren Eltern bereits deportiert waren und die auf dem Hofgut der Gemeinde Izieu im französischen Rhonetal versteckt wurden. Durch Spitzel erfuhr es der Lyoner Gestapo-Chef Klaus Barbie, ließ sie und ihre sieben Betreuer aus dem Waisenhaus ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bringen. Nur ein Junge und eine Betreuerin überlebten.
"
November 2010:
Sturmschäden am Synagogengebäude
Artikel in der "Thüringer
Allgemeinen" vom 16. November 2010 (tm) (Artikel):
"Stubenstraße noch diese Woche frei
Nachdem der jüngste Sturm Teile der Westfassade der Synagoge in Heiligenstadt abgeräumt hat, ist man nun dabei, auch den Rest der vorgesetzten Mauer abzubauen. Das teilte Bauamtsleiter Philipp Heinrichs auf Anfrage unserer Zeitung mit. Heiligenstadt. Die Statik des Gebäudes sei davon nicht berührt. Bauaufsicht, Denkmal- und Verkehrsbehörde mussten aber reagieren, weil Gefahr im Verzug war. Weitere Fassadenteile drohten abzufallen. Gleiches galt bereits vor dem Sturm für die Hauptfront. Hier wurden einzelne Stücke entfernt. Noch diese Woche ist die Stubenstraße wieder zu befahren.
"
August
2011: Die ehemalige Synagoge soll abgerissen
werden
Artikel von Jürgen Backhaus in
der "Thüringischen Landeszeitung" vom 30. August 2011 (Artikel):
"Synagoge in Heiligenstadt soll doch abgerissen werden Die einstige Synagoge in der Heiligenstädter Stubenstraße soll beim Bau der seit vielen Jahren geplanten Stormpassage doch abgerissen werden.
Heiligenstadt. Wie Bauamtsleiter Philipp Heinrichs Montagabend im Bauausschuss auf Anfrage des sachkundigen Bürgers Wolfgang Beykirch sagte, hat die Denkmalbehörde nun dem Eigentümer mitgeteilt, dass es genüge, die Gedenktafel zu erhalten und später am Neubau wieder anzubringen. Zuletzt sollte noch die Fassade erhalten bleiben. Wegen mangelnder Statik waren noch Sicherungsarbeiten erfolgt und konnte auch das angrenzende Vorderhaus des Mainzer Hofs nicht abgerissen werden.
Beykirch hatte sich in der gestrigen Ausschusssitzung für den Abriss des Synagogengebäudes ausgesprochen und dafür, neben der Gedenktafel der Synagoge am Neubau auch ein Schild mit den Namen der jüdischen Opfer Heiligenstadts anzubringen. Nach Heinrichs Worten ist die Entscheidung nun "Sache des Eigentümers". Beim Denkmalkomplex Herrnmühle/ Kornspeicher, an dem bereits Sicherungsmaßnahmen erfolgten, deutet sich derweil an, dass ab Frühjahr 2012 die Sicherung abgeschlossen und die Modernisierung beginnen kann.
Das sagte Bauamtsmitarbeiterin Anett Durstewitz auf Anfrage des Ausschussmitglieds Jörg Gottesleben . Mittel aus mehreren Fördertöpfen seien beantragt worden. Die Stadt bemühe sich auch um Bürgerarbeitsplätze für den Ausbau. Der Komplex solle später für Vereinsaktivitäten und öffentliche Zwecke wie u.a. Kunstausstellungen genutzt werden, sagte Durstewitz. Zum "Fun-Arena"- Vorhaben des Kart-Centers gab es keine weitere Aussprache, weil noch nicht alle Fraktionen Position bezogen."
September 2011: Die ehemalige
Synagoge wurde abgebrochen
Artikel von Nathalie Hünger in
der "Thüringer Allgemeinen" vom 8. September 2011 (Artikel):
"Heiligenstädter Synagoge ist Geschichte. In einer gewaltigen Staubwolke sind sie am Mittwoch für immer aus der Heiligenstädter Altstadt verschwunden: der alte Mainzer Hof und die ehemalige Synagoge. Ein Worbiser Abbruchunternehmen hat den Auftrag ausgeführt, um den der Bauherr lange gerungen hat.
Heiligenstadt. Der Investor will zwischen Göttinger Straße, Stubenstraße und Wilhelmstraße seit langem ein Einkaufszentrum bauen. Eher zufällig wurde Ende August öffentlich bekannt, dass die Synagoge nach langem Hin und Her mit den Denkmalbehörden nun doch abgerissen werden darf. Die Abrissgenehmigung wurde schließlich mit der Auflage erteilt, die Gedenktafel, die bis gestern an der Fassade des Hauses hing, zu sichern. Beide Häuser waren inzwischen in einem schlimmen Zustand und baufällig. In der früheren Synagoge wuchsen bereits riesige Pilze aus den Wänden. Am Mittwoch, als der Abriss dann tatsächlich begann, wollte von den hiesigen Ämtern zunächst keines Stellung beziehen.
Die Stadtverwaltung Heiligenstadt verwies auf die Zuständigkeit der Unteren Denkmalbehörde des Landratsamtes Eichsfeld und des Investors. Kreisbaudezernent Gerald Schneider wiederum bat unsere Zeitung, sich doch an das Thüringische Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie mit Sitz in Erfurt zu wenden. Der dort verantwortliche Landeskonservator Holger Reinhard war jedoch nicht erreichbar. Zumindest von der Stadtverwaltung gab es dann doch noch eine Reaktion. Denn der Abriss verursachte jede Menge Staub und damit Ärger bei Passanten und Nachbarn, die offensichtlich nicht gewusst haben, was am Mittwoch in der Stubenstraße passiert.
"Nach Rücksprache in unserem Haus teile ich Ihnen zum Abrissgebäude in der Stubenstraße mit, dass das Ordnungsamt wegen massiver Staubbelästigung vor Ort war und das zuständige Umweltamt des Landkreises informiert hat. Auch dieses war vor Ort", informierte nun Elke Sagorski, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Die Abrissgenehmigung sei vom Landkreis mit entsprechenden Auflagen erteilt worden. Verantwortlich für den Abriss sei das Bauunternehmen, das vorbeugende Maßnahmen hätte ergreifen müssen.
"Wie uns bekannt ist, hat dieses Unternehmen den umliegenden Anwohnern die Bezahlung der Reinigung der Autos und der Fenster zugesichert." Das bestätigte uns Bauunternehmer Wilhelm Bonda. Der trockene Staub richte aber nicht viel Schaden an, ganz ohne Staub könne man ein altes Lehmgebäude mit Bagger nicht beseitigen, bat er um Verständnis. Beim Sortieren und Verladen soll der Bauschutt angefeuchtet werden, versprach er."
Der Artikel wurde auch als pdf-Datei eingestellt.
Link zu
einem bei Youtube eingestellten Video zum Abbruch zur Synagoge:
September
2011: Sondersitzung des
Initiativkreises Jüdisches Erbe in Heiligenstadt
Artikel von Thomas Müller in
der "Thüringer Allgemeinen" vom 13. September 2011: "An
die Heiligenstädter Synagoge soll mehr als eine Tafel erinnern".
Link
zum Artikel; auch eingestellt
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September
2011: Heinz Funke (Stadtrat der SPD):
Abriss der Synagoge ist Schande für Heiligenstadt
Artikel von Jürgen Backhaus in
der "Thüringischen Landeszeitung" vom 29. September 2011:
"Heinz Funke (SPD): Abriss der Synagoge ist Schande für
Heiligenstadt". Link
zum Artikel; auch eingestellt
als pdf-Datei.
Oktober
2011:Auch die CDU
Heiligenstadt spricht sich für eine würdige Gedenkstätte für die
Synagoge aus
Artikel von Jürgen Backhaus in
der "Thüringischen Landeszeitung" vom 8. Oktober 2011:
"'Gedenkstätte ist unerlässlich'. CDU-Vize Stützer zum Synagogenabriss.
Heiligenstadt. (bac) 'Wir sollten nicht vergessen, dass in der schrecklichen Zeit des Nationalsozialismus über 35 Heiligenstädterinnen und Heiligenstädter ihre Heimat durch Flucht verlassen mussten und von 14 Deportierten aus unserer Stadt 13 Menschen den Tod in den Ghettos und Vernichtungslagern fanden, auf Grund ihres jüdischen Glaubens', sagte gestern Christian Stützer, der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Heiligenstadt. Aus diesen traurigen Tatsachen heraus sei eine würdige Gedenkstätte in der Stubenstraße unerlässlich, wo am 7. September das Gebäude, das von 1873 bis 1940 als Synagoge diente, abgerissen wurde (TLZ berichtete). Damit meldet sich erstmals ein Vertreter der Heiligenstädter CDU, die im Stadtrat die größte Fraktion stellt, zu dem Thema zu Wort. Mit dem Abriss sei ein wichtiges Zeugnis jüdischen Lebens im Eichsfeld verlorengegangen. Darüber hätten sich Heiligenstädter Christdemokraten bestürzt gezeigt. Wie Stützer weiter mitteilt, verlangt er von den zuständigen Stellen in Erfurt Aufklärung, warum das Haus von der Denkmalliste gestrichen wurde. Er hofft, dass der Investor seinen Plan von 2008 wieder aufgreift, in der neuen Häuserzeile die Fassade nachzuempfinden.
Weiterer Artikel in der "Thüringischen Landeszeitung" vom 8.
Oktober 2011: "Das jüdische Erbe bewahren - CDU will gegen Vergessen arbeiten
Heiligenstadt. Die CDU Heiligenstadt werde sich auch in den kommenden Jahren für das jüdische Erbe in ihrer Heimatstadt einsetzen
'und dies nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, sondern auch des gesamten Eichsfeldkreises tun', sichert der Stellvertretende Vorsitzende Christian Stützer zu. Das Erbe, welches den Heiligenstädtern nach 69 Jahren der gewaltsamen Zwangsaussiedlung der letzten jüdischen Mitbürger hinterlassen wurde, sei für die Region einmalig. Stützer erinnert dankbar an die seit 2007 erfolgreich begonnene Reihe
'Gegen das Vergessen Aktion Stolpersteine für Heilbad Heiligenstadt', die fortgesetzt werden soll.
'Mit einer unglaublichen Spendenbereitschaft ist es seitdem ermöglicht worden, 27 Stolpersteine in unserer Heimatstadt im Gedenken an Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes zu verlegen, welches leider auch vor unserer Stadt in den Jahren 1933 bis 1945 keinen Halt gemacht hat'. Ein weiteres Zeichen hätten CDU-Mitglieder im September mit einer
'Putzaktion' auf dem 'Guten Ort'. Nach dem Einsatz von Aktion Sühnezeichen in der Osterwoche 2011 galt es nun, die frisch bepflanzten Gräber auf dem jüdischen Friedhof vom Unkraut zu befreien. So konnten sämtliche knapp 45 Gräber hergerichtet werden, sodass nach dem Herbstschnitt der Friedhof, so Stützer,
'wieder in seinem dem Umfeld entsprechenden Zustand versetzt werden konnte'. Mit Bedauern und Bestürzung hätten Mitglieder der CDU Heiligenstadt
'auf den plötzlichen und für sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwartenden Abriss der alten Synagoge' ihm gegenüber reagiert. Es sei allen in der Heiligenstädter Union und auch im Initiativkreis klar gewesen, dass mit dem als Synagoge von 1873 bis 1940 genutzten und dafür umgebauten Wohnhaus in der Stubenstraße etwas geschehen musste,
'doch die jetzt an den Tag gelegte Art und Weise ist so nicht hinnehmbar und widerspricht der Pflege kulturellen Erbes in unserer Heimat', so Stützer. Es sei aber auch nicht hinnehmbar, öffentlich nur
'die Schuldigen vor der eigenen Haustür zu suchen'. Es stehe fest, dass der Totalabriss durch die Streichung der Synagoge aus der Thüringer Denkmalliste (TLZ berichtete) ermöglicht wurde. Deshalb werde die CDU Heiligenstadt einen Brief an die zuständigen Stellen in Erfurt richten und um Aufklärung bitten. Die Heiligenstädter Synagoge galt laut Stützer als
'Kleine Schwester' der 1839 eingeweihten Kasseler Synagoge, da sie in ihrer Gliederung der Fassade sehr stark an diese Synagoge angelehnt war. Synagoge wich Parkplätzen Mit dem Kasseler Stadtratsbeschluss vom 11. November 1938 wurde diese Synagoge nach ihrer Schändung zur Gewinnung von Parkplätzen abgerissen.
'Die kleine Heiligenstädter Synagoge blieb nach ihrem 1940 erfolgten Umbau in ein Wohnhaus in ihrer Grundsubstanz an Fassade und Aussehen erhalten.' Zusammen mit dem Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt sei zu wünschen, dass mit der Neubebauung des Areals Stormpassage die 2008 vom Investor vorgelegten Entwürfe einer dem Original nachempfundenen Synagogenfassade ermöglicht werden. Zu bedauern sei jedoch, dass durch den Totalabriss
'Originalteile wie der herrliche Sandsteinfries, der Haussockel, die unteren Sandsteinsohlbänke sowie die jetzt durch den Abriss sichtbar gewordene zweifarbige Klinkerfassade unwiederbringlich verloren gegangen sind'."
September/Oktober
2011: "Stolperstein" wurde
gestohlen
Artikel in der
"Thüringischen Landeszeitung" vom 10. Oktober 2011: "Stolperstein' gestohlen
- Christian Stützer bittet um Rückgabe
Heiligenstadt. Mit einem Aufruf bittet die CDU Heiligenstadt um Rückgabe des bei den Abrissarbeiten an der ehemaligen Heiligenstädter Synagoge in der Stubenstraße entwendeten
'Stolpersteins', berichtet Christian Stützer, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands. Nach dem Abriss des Synagogenbaus am 7. September wurde der dort unmittelbar vor der Eingangsstufe verlegte Stolperstein zwischen 12. September, 18 Uhr, und 14. September, 15 Uhr, gestohlen. Der etwa 10x10x10 Zentimeter große, mit einer Messingplatte versehene Stein, auf dem die geschichtsträchtigen Daten zur Synagoge eingestanzt sind, wurde am 9. November 2007 als symbolischer Startstein der
'Aktion Stolpersteine für Heilbad Heiligenstadt' vom Stellvertretenden Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde, Prof. Reinhard Schramm, und dem damaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus enthüllt.
'Nicht nur, dass mit dessen Entwendung ein materieller Schaden entstanden ist, vielmehr wurde ein Gedenkstein entwendet, welcher erst durch die Spendenbereitschaft von Bürgern der Stadt und des Landkreises ermöglicht wurde', so Stützer. Nach erfolglosen Recherchen bei zuständigen Behörden, ausführenden Firmen sowie dem Investor sei es nicht gelungen, den entwendeten Stolperstein wieder ausfindig zu machen. Daher appelliert der Vorstand der CDU Heiligenstadt an die betreffenden Personen, den Stein an seinen bisherigen Standort zu verbringen oder ihn bei der Stadtverwaltung abzugeben. Sollte dies bis zum 20. Oktober nicht geschehen sein, wird die CDU eine Anzeige bei der Polizei aufgeben."
Oktober
2011: Votum für die Rekonstruktion
der Synagogenfassade
Artikel in der
"Thüringischen Landeszeitung" vom 22. Oktober 2011: "Experte
rät zu Rekonstruktion der Heiligenstädter Synagoge.
In Plochingen bei Stuttgart verfolgt der Webmaster von 'Alemannia
Judaica', Dr. Joachim Hahn, die Berichte zum Abriss der Heiligenstädter
Synagoge. Über diese, den Friedhof und die Geschichte der jüdischen
Gemeinde in Heiligenstadt hatte er zuvor schon auf der Internetseite der
AG informiert, so wie über viele andere Orte jüdischen Lebens..." Link
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Oktober
2011: SPD will die Stormpassage in
Heiligenstadt verhindern
Artikel von Natalie Hünger in
der "Thüringer Allgemeinen" vom 28. Oktober 2011: "SPD
will Stormpassage in Heiligenstadt verhindern. Mit allen ihr zur
Verfügung stehenden Mitteln will die SPD Heiligenstadt den Bau der
Stormpassage im Stadtzentrum verhindern. Das kündigte Franz-Josef
Strahausen am Mittwochabend in der Stadtratssitzung an. Strathausen
bedauerte, dass Bürgermeister Bernd Beck (CDU) in der Ratssitzung nicht
anwesend war. Link
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November
2011: Heiligenstädter Union gedenkt
der Opfer der Reichspogromnacht
Artikel in der "Thüringer
Allgemeinen" vom 8. November 2011: "Heiligenstädter Union
gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht.
Heiligenstadt. Der Monat November steht häufig für Trauer und
Tristesse. Und doch ist gerade dieser Monat reich an
Gedenktagen..." Link
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November
2011: Der Abriss der ehemaligen
Synagoge wird als "Nacht- und Nebelaktion" verurteilt
Artikel in der
"Thüringischen Landeszeitung" vom 11. November 2011: "Heiligenstädter
Stadtrat: Synagogen-Abriss ist eine tiefe Schande. 'Jedes einzelne
Mitglied des Stadtrates von Heiligenstadt entscheidet mit seiner Stimme
nachträglich für oder gegen den Abriss der Synagoge.' Der SPD-Stadtrat
in Heiligenstadt, Heinz Funke, hat an die Mitglieder des Gremiums
appelliert, einer Änderung des Bebauungsplanes 'Stormpassage' nicht
zuzustimmen..." Link
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Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit
in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes
Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de)
2007. Zum Download
der Dokumentation (interner Link) S. 147-152.
Edgar Rademacher, Helmut Godehardt: Das
wietere Schicksal der letzten jüdischen Bürger Heiligenstadt. In:
Eichsfelder Heimathefte 1. 1982.
Edgar Rademacher: Zwischenstation Hüpstedt. Die
letzten Heiligenstädter Juden. In: Eichsfelder Heimathefte 11. 2000.
Rolf Barthel: Weitere Ergebnisse der Forschung nach
dem Schicksal der letzten jüdischen Bürger Heiligenstadts. In: Eichsfelder
Heimathefte 2. 1982.
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des
Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Band 8 Thüringen. Frankfurt 2003. S.
35-37.
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Berlin 1992. S. 274.
Heiligenstadt-Eichsfeld.
Jews lived in Heiligenstadt from the first half of the 14th century. They
suffered during the Black Death persecutions of 1348-49 and were finally
expelled in 1574. There is evidence of several Jewish families settling in the
city in 1796. The growing community set up a prayer room, a cemetery in 1817,
and finally a synagogue in 1872. In 1882, the community numbered 107. In 1933,
the number of Jews living in Heiligenstadt was 34. In the first years of Nazi
rule there was nearly no emigration. On Kristallnacht (9-10 November
1938), the synagogue was set on fire and seven Jews were arrested. Afterwards,
19 Jews managed to emigrate. The remaining 14 Jews were billeted in a 'Jewish
house.'. At least six were deported to the Theresienstadt ghetto. None of the 14
survived the Nazi period.
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