Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Dertingen (Stadt Wertheim, Main-Tauber-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts den Grafen von Löwenstein-Wertheim gehörenden Dertingen bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1925. Ihre Entstehung geht in das 15. oder 18. Jahrhundert zurück. 
  
Um 1825 wurden 26 jüdische Einwohner gezählt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1850 mit 54 Personen erreicht.      
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), neben der sich auch ein rituelles Bad und ein jüdische Schlachthaus befanden (heute Parkplatz). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Wertheim beigesetzt. Die Gemeinde wurde 1827 dem Rabbinatsbezirk Wertheim zugeteilt.  
  
1933 lebte nur noch eine Familie Schwarzschild am Ort. 
   
Von den in Dertingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hilda Hammel geb. Fleischmann (1897), Adolf Schwarzschild (1882), Karoline (Lina) Schwarzschild (1879), Sophie Schwarzschild geb. Brückheimer (1881).      
     
  
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Jüdische Schmiedemeister in Dertingen seit Ende des 18. Jahrhunderts 

Dertingen AZJ 24041896.jpg (24421 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. April 1896: "Von Interesse ist die Nachricht, dass in Dertingen (Amtsbezirk Wertheim in Baden) seit über 100 Jahre jüdische Schmiede leben, namens Schwarzschild, die fromm sind und für die Bauern arbeiten außer Sonnabend und Sonntag."  



Zur Goldenen Hochzeit von Nathan Schwarzschild und Rose geb. Rothschild (1927) 

Dertingen Israelit 10111927.jpg (42982 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1927: "Dertingen bei Wertheim, 7. November (1927). Am 13. November begehen in voller Rüstigkeit die Eheleute Herr Nathan Schwarzschild, 79 Jahre und Frau Rose geb. Rothschild, 80 Jahre, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist als Schmiedemeister hier tätig und übt heute noch sein Gewerbe aus. Wir wünschen den Eheleuten noch ein recht langes Leben bei voller Gesundheit."   


  

Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge 

1814 wurde eine Synagoge erbaut, die bis 1925 in Gebrauch war. Über die Baugeschichte der Synagoge konnten keine Aktenbestände ausfindig gemacht werden. Nachdem die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder auf nur acht zurückgegangen war, wurde die Synagoge geschlossen, 1926 von der politischen Gemeinde erworben und zu einer Schule umgebaut (Kochschule für Mädchen, landwirtschaftliche Fortbildungsschule für Jungen). Seit 1942 diente das Gebäude als Altersheim des Landkreises Tauberbischofsheim. Nach 1945 war im Erdgeschoss zeitweise die Postvermittlung eingerichtet. 1956 wurde es zu einem bis heute erhaltenen Wohnhaus umgebaut (Obere Straße 23).  
  
    

Fotos 
Historische Fotos:   

Historische Fotos sind nicht bekannt, Hinweise bitte an den 
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite 

    
Fotos nach 1945/Gegenwart:

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Dertingen Synagoge 009.jpg (50211 Byte) Dertingen Synagoge 010.jpg (39087 Byte)
  Das durch zahlreiche Umbauten 
veränderte ehemalige Synagogengebäude
dass; Rückseite 
  
     
Dertingen Synagoge 011.jpg (38841 Byte) Dertingen Synagoge 012.jpg (34297 Byte)
  Vorderseite (Straße) mit Eingang Eingangstor
      
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003) 
  
Dertingen Synagoge 152.jpg (48235 Byte) Dertingen Synagoge 150.jpg (42522 Byte) Dertingen Synagoge 151.jpg (36361 Byte)
Ansichten des ehemaligen Synagogengebäudes von der Oberen Straße  Eingangstür von der Oberen Straße 
   
Dertingen Synagoge 155.jpg (50031 Byte) Dertingen Synagoge 154.jpg (44883 Byte) Dertingen Synagoge 153.jpg (56636 Byte)
Rückseite 
des Gebäudes 
Seitenansicht 
von Westen  
Kellereingang von der Rückseite, 
vermutlich Zugang zum rituellen Bad 

     
    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

November 2011: Vierte Verlegung von "Stolpersteinen" in Wertheim und Dertingen    
Artikel von Alexander Gutmann in den "Fränkischen Nachrichten" vom 19. November 2011: 
"Stolperstein"-Verlegung: Der Fall der Maria Gegenwarth. Existenz "beendet". 
Wertheim.
Bei ihrer anhaltenden Aufarbeitung des Holocausts in Wertheim sind Dieter Fauth und seine engagierten Laienhistoriker während der Vorbereitung der vierten 'Stolperstein'-Verlegung auf zwei relativ außergewöhnliche Fälle gestoßen. Einer ist der der Maria Gegenwarth, welcher maßgeblich von der Schülerin Jael Steinbach recherchiert wurde, einer der der Familie Schwarzschild, die in Dertingen gelebt hat..." 
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.      
 
 

    

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Wertheim  
Website der Ortschaft Dertingen  

Literatur: 

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 66.  

        

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. Dezember 2011