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Wetteraukreis"
Bönstadt (Stadt
Niddatal, Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Bönstadt bestand eine jüdische
Gemeinde bis in die 1920er-Jahr; zuletzt (bis 1938/42) waren die noch am Ort
lebenden jüdischen Familien der Gemeinde in Assenheim angeschlossen.
Erste jüdische Niederlassungen am Ort gab es im 17. Jahrhundert bzw. durch
Urkunden nachzuweisen 1682 (so im "Mitteilungsblatt des Landesverbandes
israelitischer Religionsgemeinden Hessens" vom Juni 1935 S. 118 bzw. Jahr 1682
mit Hinweis auf das Fürstl. Ysenburg'sche Gesamtarchiv Büdingen, Judensachen Nr.
499 in "Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" Heft 4 1931 S.
259).
Die
Entstehung der Gemeinde geht in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1828 37 jüdische Einwohner, 1861 51 (7,6 % von insgesamt 670
Einwohnern), 1880 48 (6,6 % von 721), 1890 50 (in acht Familien), 1900 30 (5,2 % von 577), 1910 21 (3,1 %
von 670). Die jüdischen Haushaltsvorsteher waren vor allem als als Vieh- und
Pferdehändler sowie als Metzger tätig.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule,
ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter
und Schochet tätig war. Namentlich bekannt unter den Lehrern ist Samuel
Kuttnauer (um 1843/47 Lehrer in Bönstadt), L. Skutsch (um 1887
Lehrer) und D. Albrecht (um 1892). Eine vermutlich letzte Ausschreibung
der Stelle liegt von 1892 vor (siehe unten). Später dürfte Bönstadt auf Grund
der zurückgegangenen Zahl der jüdischen Einwohner keinen eigenen Lehrer mehr
gehabt haben. Nach dem "Statistischen Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen
Gemeindebundes" 1893 S. 74 unterrichtete inzwischen Lehrer Bernhard Wunsch aus
Assenheim die noch sechs jüdischen Kinder
in Bönstadt. Um 1901/03 unterrichtete Lehrer Isaak Marcus aus
Assenheim die noch fünf Kinder in Bönstadt.
Die
Gemeinde gehörte zum liberalen Provinzialrabbinat in
Gießen.
Von den Gemeindevorstehern werden u.a. genannt: um 1881 Levi Hofmann, um
1881/89 A. Haas, um 1892/99 Joseph Müller, A. Haas und J. Löwenthal, um 1901/03
Joseph Müller, L. Hofmann und M. Löwenthal.
An jüdischen Vereinen gab es einen Wohltätigkeits- und Beerdigungsverein
Chewra Kadischa (genannt im "Statistisches Jahrbuch des
Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" 15 1901 S. 125).
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der Gemeinde Adolf Müller (geb. 12.6.1878
in Bönstadt, wohnt vor 1914 in Ffm-Nieder-Eschbach, gef. 7.7.1916).
Um 1924 lebten in Bönstadt noch 16 jüdische Personen (2,3 % von insgesamt
687 Einwohnern; in fünf Familien). Damals war Gemeindevorsteher Adolf Müller.
Einem schulpflichtigen Kind der Gemeinde wurde durch Lehrer Markus aus Assenheim
Religionsunterricht erteilt. Auch 1932 war Gemeindevorsteher Adolf
Müller.
1933 wurden noch neun jüdische Einwohner am Ort gezählt, 1939 noch sieben.
Zwei jüdische Familien Berenz (darunter die des Viehhändlers Albert Berenz)
waren noch in Bönstadt.
Von den in Bönstadt geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Albrecht (1889),
Ella Bär geb. Müller (1906), Moritz Becker (1863), Sally Becker (1880), Albert
Berenz (1891), Gustav Louis Berenz (1893), Max Berenz (1895), Irma Kaufmann
(1904), Berta Manasses geb. Müller (1881), Adelheid Müller (1872), Adolf
Müller (1879), Betty Müller geb. Fuld (1869), Ilse Müller (1934), Julius
Müller (1877), Karoline Müller geb. Kaufmann (1906), Kathinka Müller (1877),
Max Müller (1902), Karoline Gretchen Schloß geb. Haas (1873), Clementine Wolf
geb. Müller (1885).
Für Max Berenz (geb. 5. Oktober 1898 in Bönstadt), seine Frau Erna
geb. Meyer und ihre drei Kinder Abraham, Manasse (Manfred) und Bela (Marion)
liegen in Stuttgart, Albert Schäffle-Str. 105 "Stolpersteine"
https://www.stolpersteine-stuttgart.de/biografien/familie-berenz-albert-schaeffle-str-105/
Sie wurden am 26. April 1942 in das Ghetto Izbica deportiert und ermordet (für
tot erklärt).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
(1872 / 1881 / 1892)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1872: "Konkurrenz-Eröffnung.
Die Stelle des israelitischen Religionslehrers und Vorsängers zu Bönstadt
(Oberhessen) ist erledigt, Mit einem fixen Gehalte von fl. 250 nebst freier
Wohnung und Heizung, mit ca. fl. 50 Nebenakzidenzien. Bewerber wollen sich
an den Vorstand daselbst wenden." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 2. November 1881 (ohne Textabbildung,
Link): "'Die Stelle eines Kantors und Religionslehrers ist sofort zu
besetzen. Gehalt Mark 500 nebst freier Wohnung und Heizung.
Qualifizierte Bewerber wollen sich baldigst melden.
Bönstadt bei Friedberg (Hessen). Der Vorstand Levi Hofmann".
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 31. März 1887 (ohne Textabbildung,
Link): "Die Stelle als Religionslehrer und Kantor ist zu besetzen.
Gehalt 550 bis 600 Mark, nebst freier Löhnung und Heizung. Bewerber mit
Prüfungs-Zeugnissen wollen sich melden bei
A. Haas, Vorstand. Bönstadt b. Friedberg (Hessen)."
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1892:
"Die Kantor- und Lehrerstelle in hiesiger Synagogen-Gemeinde ist bis
zum 1. Mai laufenden Jahres vakant. Fixer Gehalt 500 Mark nebst freier
Wohnung und Nebenverdienste. Qualifizierte Bewerber wollen sich unter
Mitteilung ihrer bisherigen Wirksamkeit bei Unterzeichnetem melden.
Bönstadt,
den 7. Februar 1892.
Der Vorsteher: Joseph Müller." |
Über Lehrer Samuel Kuttnauer (Lehrer
in Bönstadt um 1843/47)
Anmerkung: Samuel Kuttnauer war möglicherweise - siehe nachfolgende Hinweise -
Lehrer in Bönstadt, Rimbach,
Flörsheim,
Heldenbergen,
Groß-Karben,
Düdelsheim,
Seligenstadt, dann ausgewandert nach
Baltimore/USA.
Samuel Kuttnauer ist 1814 geboren (ancestry.com).
Er war um 1843/47
Lehrer in Bönstadt (bestätigt durch
HHStAW 365,73: Register
der jüdischen Familien von Bönstadt mit Angabe der Geburtsdaten 1823 - 1882 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=s43834&page=1&reload=true&sorting=40
S. 3). Er war verheiratet mit Caroline geb. Müller (geb. 1820
und gest. 1900 lt. ancestry.com), mit der er drei
in Bönstadt geborene Kinder hatte: Dina (geb. 23. Dezember 1843), Isack (geb. 2. März 1845),
Louis (geb. 4. April 1847 in Darmstadt (? lt. findagrave, nach
Familienregister eher Bönstadt), gest. 24. Juni 1934 in Detroit,
Grab siehe
https://de.findagrave.com/memorial/11260511/louis-kuttnauer). Kuttnauer
war im Anschluss an seine Zeit in Bönstadt bis 1850 Lehrer in Rimbach (genannt
als Lehrer ebd. bei einer Lehrerkonferenz am 10. April 1848 in Darmstadt
(in: "Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft 1927 S. 98). 1850
wurde er vom Vorstand der jüdischen Gemeinde
Flörsheim als Lehrer
angestellt, doch war er nur wenige Monate am Ort, weil das Staatsministerium
ihn auf Grund seiner Aktivitäten bei der Revolution 1848/49 als Lehrer
ablehnte.
Teilweise Unklarheit besteht im Blick auf die Zuordnung anderer Nennungen eines oder
(eher unwahrscheinlich) mehrerer Lehrer "Kuttnauer". Da der jüdische Familienname "Kuttnauer" sehr
selten ist (lt. Monica Kingreen s.u. S. 522 Anm. 76 auch in der Variante
Kuttmann, Kuttenauer, Guttnauer, Gutsnauer, auch Krittnaker lt. ancestry.com) , ist durchaus möglich, dass alle nachfolgenden Belege mit Samuel Kuttnauer in Verbindung stehen (unklar nur
eine Nennung von "H. Kuttnauer" 1864, vielleicht Druckfehler).
- 1853 bis 1860 wird Samuel Kutt(e)nauer als jüdischer Lehrer in
Heldenbergen genannt, hier seien
drei Kinder geboren (Monica Kingreen: Jüdisches Landleben in Windecken,
Ostheim und Heldenbergen. 1994 S. 323 oder es sind die drei in Bönstadt
geborenen Kinder gemeint; Lehrer "Kuttnauer aus Heldenbergen" wird bei
einer Lehrerkonferenz in Gießen genannt:
https://www.alemannia-judaica.de/giessen_rabbinat.htm).
- 1859 wird ein Lehrer Kuttnauer als "erster
Sekretär" genannt bei der zweiten Generalversammlung israelitischer Lehrer
des Großherzogtums Hessen am 25. Juli 1859 (in: "Der israelitische
Volkslehrer" Heft 8 1859 S. 260ff). Wo er damals Lehrer war, wird
nicht genannt, sehr wahrscheinlich Heldenbergen (s.o.).
- 1864 wird ein Lehrer Kuttnauer in
Groß-Karben genannt, doch wird er in einer der beiden Quellen von 1864 als "H. Kuttnauer"
bezeichnet (in
"Der israelitische Lehrer" vom 5. September 1864 S. 1: Nennung von
"H. Kuttnauer", ebd. am 3. März 1864 S. 36
Nennung von ""Lehrer Kuttnauer", jedoch ohne Vorname).
- 1864 wird ein Lehrer Kuttnauer in
Düdelsheim genannt ("Der israelitische Lehrer" vom 17. November 1864
S. 164, ebd. vom 31. August 1865 S. 1).
- 1867 wird in Seligenstadt die
Lehrerstelle neu ausgeschrieben, die Stelle wurde "durch einen Ruf unseres
Lehrers Herrn Kuttnauer nach Baltimore" mit dem 1. März 1867 vakant
(mehrere Ausschreibungen in verschiedenen Zeitschriften im Frühjahr 1867).
Hierbei handelt es sich sicher um Lehrer Samuel Kuttnauer, ein Brief von ihm
von 1867 ist erhalten und unterzeichnet mit S. Kuttnauer in Baltimore
(siehe
https://colenda.library.upenn.edu/catalog/81431-p3rb6wh20 /
https://www.kaplancollection.org/item/letter-from-s-kuttnauer-to-isaac-leeser-f2f73f27/)
Der Sohn Louis (vgl. oben) war im Alter von 15 Jahren (1862) in die
USA ausgewandert und hat sich 1867 dauerhaft in Detroit niedergelassen. Hier
baute er ein erfolgreiches Tabak- und Zigarrenunternehmen auf (Grab siehe
oben). Später entstand daraus in Detroit das Textilunternehmen Samuel
Kuttnauer & Bros. (nach dem Sohn von Louis - Samuel Kuttnauer - bzw.
Enkel von Lehrer Samuel Kuttnauer genannt, Grab und weitere Informationen
https://www.findagrave.com/memorial/156399519/samuel-kuttnauer).
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Mitteilungen aus dem
jüdischen Gemeindeleben
Kleine Mitteilungen
| - 1911: Spendensammlung für die Not
leidenden Glaubensbrüder im Heiligen Land. Aus Bönstadt sind an Spenden
eingegangen: von Levi Hofmann 10 Mark, N. Müller 2 Mark, J. Müller 1 Mark,
zusammen 13 Mark." |
| - 1929: für die "Agudas Jisroel" -
Gruppenverband in Deutschland spendeten aus Bönstädt: Nathan Müller 2.- Mark
und Adolf Müller 2.- Mark, zusammen 4.- Mark (gesammelt durch J. Markus in
Assenheim (in: "Der Israelit" vom 18. März 1915 S. 9). |
Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Kleine Mitteilungen
| - 1892: Hochzeit von Markus
Löwenthal aus Bönstadt mit Emma geb. Fränkel aus Biblis (Spendensammlung
"für die vertriebenen russischen Glaubensbrüder") (in: "Jüdische Presse"
- Spendenverzeichnis vom 28. Januar 1892). |
| - 1914: 90. Geburtstag von Fanny
Löwenthal geb. Berberich in Bönstadt (in: "Neue jüdische Presse" vom
17. Juli 1914 S. 3). |
| - 1931: Todesanzeige für Frau
Berenz, gest. 6. Januar 1931 in Bönstadt (in: Mitteilungsblatt des
Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens vom Februar 1931
S. 15). |
- 1932: Verlobung von Lilli Kaufmann,
Nieder-Mockstadt mit Max
Müller, Bönstadt (in "Israelitisches Familienblatt" vom 3. November
1932 S. 6).
Anmerkung: Max Müller (geb. 25. Januar 1902 in Bönstadt) und Karoline
(Lilly) geb. Kaufmann wurden ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach
Kowno (Kauen) Fort IX deportiert und am 25. November 1941 ermordet.
|
| - 1933: Verlobung von Johanna
Mannheimer, Wixhausen bei Darmstadt
mit Leopold Beretz, Bönstadt (in "Israelitisches Familienblatt"
vom 27. April 1933 S. 6). |
- 1934 (April/Mai 1934): Trauung von
Siegfried Bär, Wenings mit Ella
Müller, Bönstadt Kreis Friedberg (in: Gemeindeblatt der
Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main" vom Juni 1934 S. 410).
Anmerkung: Siegfried Bär (geb. 5. Oktober 1906 in
Wenings, später wohnhaft in Frankfurt am
Main) und seine Frau Ella geb. Müller (geb. 29. März 1906 in Bönstadt)
wurden ab Frankfurt am Main am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt
(Lodz) deportiert und ermordet. Bei Ella Bär wird als Todesdatum der 21. Mai
1942 angegeben.
Gedenkblatt und Foto von Siegfried Bär im Archiv Yad Vashem:
https://collections.yadvashem.org/en/names/13521930,
dass. von Ella Bär geb. Müller:
https://collections.yadvashem.org/en/names/13555744 |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen von Viehhändler und
Metzgermeister Nathan Müller (1905 / 1911)
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 1. Juni 1905: "Kräftiger Junge
aus achtbarer Familie kann bei mir die Metzgerei und Viehhandlung erlernen.
Schabbat und Feiertag geschlossen.
Eintritt gleich nach Pfingsten.
N. Müller, Bönstadt bei Friedberg." |
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Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 27. April 1911: "Suche einen
Metzgerburschen
im Alter von 17-18 Jahren.
Nathan Müller. Bönstadt (Hessen)." |
Anzeige der Frau von Levi Hofmann
(1909)
Anzeige
in der "Neuen jüdischen Presse - Frankfurter israelitisches Familienblatt"
vom 2. Juli 1909: "Suche zu sofortigem Eintritt gegen guten Lohn ein
tüchtiges
Mädchen,
welches alle Hausarbeit und Kochen versteht.
Frau Levi Hofmann. Bönstadt.
Kreis Friedberg i. Hessen." |
Todesanzeige für Markus
Löwenthal (1935)
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 28. März 1935: "Plötzlich und
unerwartet verschied am 15. März mein lieber Mann, unser lieber Vater,
Schwiegervater und Großvater,
Herr Markus Löwenthal
im 75. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emma Löwenthal geb. Fränkel.
Bönstadt (b. Friedberg, Hessen), 15, März 1935." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war vermutlich ein Betraum in einem der
jüdischen Häuser vorhanden. Wann die Synagoge auf dem heutigen Grundstück
an der Erbstädter Straße erbaut wurde, ist nicht
bekannt. Das Grundstück liegt etwas zurückgesetzt von der Erbstädter Straße am
mittelalterlich-frühneuzeitlichen Ortsrand (dem Haingraben genannten ehemaligen
Befestigungsgraben). Hier, dicht bei der oberen Dorfpforte, war ein kleiner
gemeindeeigener Platz, auf dem im späten 18. Jahrhundert auch das
Gemeindespritzenhaus mit dahinter angebauten Arrestraum (Gemeindegefängnis)
erbaut worden war. Das Spritzenhaus ist ann Anfang der 1970er Jahre abgebrochen
worden (jetzt ein kleiner freier Platz, Erbstädter Straße 24). Die dörfliche
Pforte ist wohl bereits Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen worden.
Im Gebäude der Synagoge war auch die jüdische Schule.
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war die Zahl der jüdischen
Gemeindeglieder so stark zurückgegangen, dass kein Gottesdienst mehr abgehalten
werden konnte. Seitdem wurden die Gottesdienste in Assenheim
besucht.
Das Synagogengebäude wurde verkauft und zu
einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut.
Adresse/Standort der Synagoge: Erbstädter
Straße 20 (nach Angaben von Arnsberg; früher Hauptstraße 23), eventuell gehörte
das direkt dahinter liegende Haus (heutige Erbstädter Straße 22) auch zum
jüdischen Gemeindekomplex (eventuell Lehrerwohnung, Mikwe usw.).
Fotos
Links und Literatur
Links:
Quellen:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 85-86. |
 | W. Hartherz: Die Geschichte der Juden in Bönstadt.
In: Heimatbuch der Gemeinde Bönstadt. 1973. |
 | Kein Abschnitt zu Bönstadt in: Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 bzw. dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 329-330. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 113. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Boenstadt
Hesse. Numbering 51 (7,6 % of the total) in 1861, the community declined and
after Worldwar I its synagogue was closed. Seven Jews living there in 1939 were
eventually deported.

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