Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Volkmarsen (Kreis Waldeck-Frankenberg) 
Die jüdischen Friedhöfe

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Volkmarsen (interner Link)  
  
  

Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe    

In Volkmarsen bestand ein alter jüdischer Friedhof an der Straße nach Herbsen bei der "Judenwarte". Hier wurden die Toten der jüdischen Gemeinde Volkmarsen bis 1845 beigesetzt. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit völlig abgeräumt; die Grabsteine wurden vermutlich zu Bauzwecken verwendet. 1999 wurde bei Bauarbeiten im Bereich der Niederen Stadtmauer ein Grabstein einer Anfang 1843 verstorbenen Frau gefunden (Name unlesbar). Er ist in der Gedenkmauer des neuen Friedhofes integriert.
 
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde in Volkmarsen 1845 angelegt. Bis 1938 fanden nach einem durch Baruch Wormser erstellten handschriftlichen Verzeichnis aller Gräber (mindestens) 118 Beisetzungen auf dem Friedhof statt. Ende 1938 wurde der Friedhof durch nationalsozialistische Gewalttäter verwüstet. In der Folgezeit wurden alle Grabsteine zerschlagen und teilweise zur Wegebefestigung verwendet.  
 
Nach 1945 wurden auf behördliche Anweisung die Reste der zerschlagenen Grabsteine ausgegraben und aufgesammelt. Aus diesen Trümmern wurde eine Gedenkstätte errichtet, die am 11. Juli 1948 eingeweiht wurde. 1993 wurde der Friedhof geschändet.  
 
Im Mai 2007 wurde vom Verein 'Rückblende gegen das Vergessen" mit Unterstützung der Stadt und Spenden von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern vor dem Friedhof eine Gedenkmauer errichtet. Der Platz vor dem Friedhof erhielt den Namen "Platz der gegenseitigen Achtung".
  
    

Lage der Friedhöfe 

Der alte Friedhof lag im Bereich der "Judenwarte" nach Herbsen; der neue Friedhof am Erpeweg.  


Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 16.6.2008)    

Erinnerungen an den alten Friedhof
 bei der "Judenwarte"
Volkmarsen Judenwarte 100.jpg (75871 Byte) Volkmarsen Judenwarte 101.jpg (75468 Byte)
    Die "Weiler Judenwarte" Straßenschild
     
Volkmarsen Friedhof 161.jpg (87585 Byte) Volkmarsen Friedhof 158.jpg (86829 Byte) Volkmarsen Friedhof 159.jpg (79032 Byte)
Grabstein vom alten jüdischen Friedhof bei der 'Judenwarte' an der Straße nach Herbsen. Begräbnisstätte der jüdischen Gemeinde Volkmarsen bis 1845. Der Stein wurde 1999 bei Bauarbeiten im Bereich der Niederen Stadtmauer gefunden."
 

Der neue jüdische Friedhof   

Volkmarsen Friedhof 150.jpg (80024 Byte) Volkmarsen Friedhof 160.jpg (94747 Byte) Volkmarsen Friedhof 157.jpg (104155 Byte)
Ansicht auf den "Platz der gegenseitigen Achtung" vor dem Friedhof 
mit der Gedenkmauer
Eingangstor - dahinter Weg 
zum Denkmal von 1947
   
Volkmarsen Friedhof 162.jpg (86973 Byte) Volkmarsen Friedhof 154.jpg (78935 Byte)
Hinweistafel für 
Besuchszeiten
Eine der Namenstafeln an der Gedenkmauer: "Zur Erinnerung an Käthe Lichtenstein 
geb. Frankenthal, geb. am 18.3.1892, Meinhard Lichtenstein geb. am 5.5.1886 
in Volkmarsen, Inge Lichtenstein, geb. am 4.2.1930 in Volkmarsen. ermordet 
am 3.6.1942 in Sobibor/Polen"."
  
   
Volkmarsen Friedhof 153.jpg (91819 Byte) Volkmarsen Friedhof 151.jpg (93220 Byte) Volkmarsen Friedhof 152.jpg (91229 Byte)
Die Gedenkmauer mit Namenstafeln für die aus Volkmarsen in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Personen - 
insgesamt sind es 22 Tafeln.  
 
Volkmarsen Friedhof 156.jpg (83473 Byte) Volkmarsen Friedhof 155.jpg (59096 Byte)
Tafel mit Hinweisen zur 
Geschichte des Friedhofes
    
"Zur Erinnerung an die jüdischen Bürger der Stadt Volkmarsen. Ihr Leid begann in unserer Mitte. 26.05.2005. Die Mitglieder des Vereins Rückblende Gegen das Vergessen e.V., Volkmarsen. Die jahrhundertslang in Volkmarsen bestehende jüdische Gemeinde wurde in der Zeit von 1933 bis 1942 durch erzwungene Emigration oder Ermordung ihrer Mitglieder vollständig ausgelöscht."
 
    
Volkmarsen Friedhof 163.jpg (118963 Byte) Volkmarsen Friedhof 164.jpg (133675 Byte) Volkmarsen Friedhof 165.jpg (130600 Byte)
Steintrümmer der Grabsteine des jüdischen Friedhofes
 
Volkmarsen Friedhof 166.jpg (110892 Byte) Volkmarsen Friedhof 167.jpg (104394 Byte) Volkmarsen Friedhof 167a.jpg (91806 Byte)
Blick auf die Gedenkstätte mit 
den Trümmern der Grabsteine
Die 1947 eingeweihte Gedenkstätte mit der Inschrift: "Hier ruhen in Frieden 
die jüdischen Mitglieder der Gemeinde Volkmarsen -  ihre Grabsteine wurden
 zerschmettert und zerkleinert und sind hier zu einem Gedenkstein vereint. 
Gott möge ihnen jetzt ewige Ruhe gönnen."
  
   
Volkmarsen Friedhof 168.jpg (108461 Byte) Volkmarsen Friedhof 169.jpg (95304 Byte) Volkmarsen Friedhof 171.jpg (121650 Byte)
Gedenkstätte und Umfassungsmauer wurden aus Trümmern von Grabsteinen errichtet.
 
Volkmarsen Friedhof 172.jpg (112479 Byte)   Volkmarsen Friedhof 173.jpg (46902 Byte)
Blick über den Friedhof von der
 Gedenkstätte bis zum Eingangstor
  Schild "Platz der 
gegenseitigen Achtung"

     
     

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Volkmarsen   
Website des Arbeitskreises Rückblende - Gegen das Vergessen e.V. in Volkmarsen  
Zur Seite über die Synagoge in Volkmarsen (interner Link)   

Literatur:  

    

     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Januar 2011