Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Surbourg bestand eine - zeitweise relativ große - jüdische
Gemeinde bis um 1920. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts
zurück. Mitte des 16. Jahrhunderts genoss der Jude Lazarus von Surbourg das
Vertrauen der Judenschaft einer weiten Region. Er wird in manchen Beiträgen als
Nachfolger von Joselmann Rosheim angesehen. In einem Brief von 1554
unterzeichnet er mit "Lazarus, Jud von Surburg, Gemeiner Jüdischhait
der Landvogtei bevelshaber").
Im 18. Jahrhundert wuchs die Zahl der jüdischen Familien am Ort
auf 30 im Jahr 1784 (mit zusammen 143 Personen).
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 172 jüdische Einwohner, 1846 296, 1861 216, 1870 233, 1910 47.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
(seit 1840 im jüdischen Gemeindehaus) und ein rituelles Bad (eine alte Mikwe
war 1925 erhalten im Keller des Hauses mit der damaligen Nr. 111; 1840 wurde
eine neue Mikwe eingerichtet im jüdischen Gemeindehaus). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein
Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Einer
der ersten namentlich bekannten Lehrer war Nathan Mendel (genannt 1784). Surbourg
war vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1865 Sitz eines Rabbinates. 1865 wurde ein
gemeinsames Rabbinat mit Soultz-sous-Forets gebildet (Sitz in Soultz - "Rabbinat de Surbourg - Soultz-sous-Forets"), das 1930 aufgelöst
beziehungsweise dem Rabbinat Wissembourg angegliedert wurde.
1936 wurden keine jüdischen Einwohner mehr in Surbourg gezählt.
Von den in Surbourg geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Henriette Metzger (1884),
Hermann Sachs (1876), Charles Weill (1874), Marc Weil (1878).
Nach 1945 kehrten keine jüdischen Personen nach Surbourg zurück. Bei
der Volkszählung 1953 wurden keine jüdischen Einwohner
festgestellt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge wurde 1726 erstellt. Sie wurde 1843
renoviert. Das Gebäude besteht nicht mehr. Nach dem Beitrag von Rabbiner
Schwarz von 1925 (siehe unter den Links) stand sie auf einem Gartengrundstück,
das inzwischen einem christlichen Metzger gehörte.
Eine neue Synagoge wurde 1864 erbaut. Nach Auflösung der jüdischen
Gemeinde stand sie leer. 1936 wurde das Gebäude an die Stadt verkauft
und als Schule verwendet. 1949 wurde die ehemalige Synagoge
abgebrochen.
Adresse/Standort der Synagoge:
unbekannt
Fotos