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Friedhöfe in Bayern"
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Surberg (Kreis
Traunstein)
Jüdischer Friedhof (KZ-Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes
In Surberg sind KZ-Häftlinge
beigesetzt, die bei einem der Todesmärsche nach Auflösung der
KZ-Außenkommandos 1945 erschossenen wurden. Ein solcher Todesmarsch erreichte
am 2. Mai 1945 Trostberg, noch am gleichen Abend wurden die Häftlinge nach
Traunstein weitergetrieben; am nächsten Tag befolgten die Wachmannschaften
ihren letzen Befehl: frühmorgens wurden an einem Waldrand nahe Surberg 61 KZ-Häftlinge
von ihren Wachmannschaften erschossen. Unter den Toten waren wehrlose Männer,
Frauen und Kinder. Die Wachmannschaften warfen nach dieser Aktion ihre Waffen
weg und liefen davon. Nur einen Tag später wurde Traunstein von amerikanischen
Truppen befreit.
Lage des Friedhofes
Links der Straße Traunstein - Freilassing; beim
Hinweisschild "Surtal" auch ein Schild "KZ-Friedhof".
Fotos
(Fotos: erhalten von Hubert Joachim, Mitarbeiter von www.weltkriegsopfer.de,
Oktober 2007)
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Blick über den Friedhof
mit
den Denkmalen |
Die Menora weist auf die
jüdischen Personen hin, die ermordet und auf diesem Friedhof beigesetzt
wurden |
Oben und unten: Holzkreuze
(für
jüdische Tote unpassende Symbolik!)
markieren einzelne Gräber |
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Zentraler
Gedenkstein mit Kreuz (unpassende Symbolik!) über einem
Gedenkstein mit
Davidstern |
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| Hinweistafel an
der Mauer: "Ehrenfriedhof für 66 Opfer der Nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft. Anfang Mai 1945 wurden sie auf einem Evakuierungsmarsch
aus den Konzentrationslagern Buchenwald und Flossenbürg von SS-Wachleuten
ermordet". |
"Unsterbliche Opfer - Ihr
sanket dahin" |
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| Erinnerungsarbeit vor Ort -
einzelne Berichte |
| Mai
2009: Gedenkfeier an der
KZ-Gedenkstätte |
Artikel vom 4. Mai
2009 im "Traunsteiner Tagblatt": "Bewegende Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte in Surberg.
Surberg. Knapp 100 Personen haben sich am gestrigen Sonntag zu der jährlichen Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte in Surberg eingefunden. Friedbert Mühldorfer, dessen Organisation »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten/Kreisverband Traunstein« die Veranstaltung seit Jahrzehnten organisiert und vornimmt, ging in seinen Eingangsworten auf die Ereignisse des 3. Mai 1945 ein: »Befreiung und Tod lagen in diesen Tagen ganz nah beieinander.«
Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke ermahnte dazu, die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten: »Wenn wir uns heute zum Gedenken an die Opfer von Surberg versammeln, erinnern wir an das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Heute gedenken wir der 61 Toten von Surberg. Es ist eine besondere Ehre, dass wir in dieser von Gedanken an Schmerz, Schuld und Versöhnung geprägten Stunde einen Mann unter uns haben, der dem Tod im Konzentrationslager entgangen ist.« Die Erinnerung an das Geschehene sei wichtig und notwendig: »Nur wer sich der Geschichte bewusst ist, kann die Zukunft positiv gestalten. Daran müssen wir alle arbeiten.« Kösterke erinnerte mit einem Zitat von Paul Spiegel, dem früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden, an die Bedeutung der Zeugnisse von Zeitzeugen: »Sie tragen den 'Staffelstab der Erinnerung' an die kommende Generation weiter«.
Der Oberbürgermeister lobte Mühldorfer für sein langjähriges Engagement, die Gedenkfeiern in Surberg auszurichten und wies auf den geplanten Gedenkstein in Traunstein hin, der an das Schicksal der von den Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 aus Traunstein vertriebenen Familie Holzer hinweisen soll: »Ich bedanke mich besonders für ihre Initiative.«
Ursprünglich sollte die Ansprache Henny Seidemann halten, die mit ihrer Familie als 14-Jährige vor der Naziherrschaft fliehen musste. Aufgrund ihrer Erkrankung engagierten die Veranstalter Salec Beldengruen, der 1943 als 14-Jähriger miterleben musste, wie seine Familie von den Nazis in ein Vernichtungslager transportiert wurde. Wegen seines fortgeschrittenen Alters – aber mehr noch, weil ihn das Erlebte beim Vortragen zu sehr angreifen würde – las die 17-jährige Schülerin Lioba Willeitner der Reiffenstuel-Realschule Traunstein aus seinen Erinnerungen. Beldengruen und seine Brüder Romec und Alec kamen als einzige Mitglieder der Familie in ein polnisches Arbeitslager. »Wir Brüder hatten damals in einer Kaserne der deutschen Wehrmacht gearbeitet und wurden dadurch vom Transport in die Vernichtung verschont. Von meinem Vater, meinen vier Brüdern, der Schwester, deren Familien und auch von meiner Mutter habe ich nie wieder etwas gehört. Sie wurden alle ermordet.«
Er berichtete von Hunger und Erniedrigungen durch das Wachpersonal in den Konzentrationslagern. Die Brüder seien auf langen Zugfahrten und Todesmärschen von Krakau, Auschwitz, Gleiwitz nach Mauthausen gekommen, um dann über Oranienburg und Flossenbürg nach Straubing transportiert zu werden. »Am 24. April 1945 sind wir vom Lager Ganacker wieder auf einen Todesmarsch getrieben worden, Richtung Altötting und dann Richtung Waging, wie ich heute weiß. Elf Tage waren wir unterwegs, bis zum 4. Mai, die ganze Zeit fast ohne Essen.« Die SS-Wachsoldaten hätten aufgrund der herannahenden amerikanischen Soldaten zu ihnen gesagt: »Haut ab« und seien dann selbst geflohen. Amerikanische Soldaten hätten seine Gruppe schließlich gefunden und versorgt. Später seien sie bei einer Familie in Waging untergekommen.
Bewegend schilderte Beldengruen auch die Begegnung, die die Überlebenden dort in einer Scheune, in der sie anfänglich untergebracht waren, machten: »Eines Morgens haben wir entdeckt, dass in der Nacht bei uns auch noch zwei Wehrmachtssoldaten übernachtet haben. Weil die nichts zum Frühstücken hatten, hat mein Bruder ihnen von unserem amerikanischen Essen etwas gegeben und ihnen gesagt, wer wir sind. Das war zwei Tage nach der Befreiung. Plötzlich hat einer von ihnen zu Weinen angefangen und gesagt: 'Jetzt, nachdem ich weiß, was ihr durchgemacht habt und wir von euch Frühstück bekommen, jetzt glaube ich, dass die Welt noch schön werden wird'.«
Seine Erinnerungen schloss Salec Beldengruen mit dem Wunsch, die Erinnerung an die Schrecken der Naziherrschaft wach zu halten: »Das, was ihr macht, ist sehr wichtig. Wichtig für uns Juden, und wichtig für Deutschland, für alle Menschen. Denn auch heute kommen ja noch tausende und hunderttausende von Menschen um, durch Kriege oder durch Hunger. Das darf alles nicht sein, nach dem, was passiert ist. Das muss man verhindern. Dafür soll die Jugend heute sorgen, dass das nie wieder passiert.«
Die vom Lehrer Willi Schwenkmeier begleitete Gruppe von neun Schülern der Reiffenstuel-Realschule trug ein Gedicht des als »Pfarrers der bekennenden Kirche« für seinen Widerstand gegen das Nazi-Regime bekanntgewordenen Martin Niemöller vor. Anschließend beendete das Bläserduo Helmut Häusl und Sebastian Höglauer aus Anger nach einem Aufruf Mühldorfers zur Wachsamkeit gegen die Aktivitäten der NPD die Veranstaltung. |
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| November
2010: Sachbeschädigung nach
Gedenkfeier |
Artikel im
"Traunsteiner Tagblatt" vom 11. November 2010 (Artikel):
"Sachbeschädigung am KZ-Friedhof
Surberg. Bisher Unbekannte traten in der Nacht zum Mittwoch, am KZ-Friedhof in Surberg auf und richteten dort Sachschaden an.
Am Dienstag fand an dem Friedhof die jährliche Gedenkfeier statt. Dabei wurden auch etwa 20 Grabkerzen mit Glaskörper aufgestellt. Während der Nacht zerstörten ein oder mehrere Unbekannte diese Kerzen. Die Sachbeschädigung wurde am Mittwochmorgen bemerkt. Die Gedenkstätte selbst wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Bisher gibt es nach Angaben der Polizei keine Hinweise auf mögliche Tatverdächtige.
Wer im Bereich des KZ-Friedhofes etwas beobachtet hat, das mit dem Fall in Zusammenhang stehen könnte oder wer sonstige Hinweise geben kann, soll sich unter Telefon 0861/9873-0 an bei der Kripo Traunstein melden." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens
in Bayern. 1988 S. 320. |
 | Bundeszentrale für politische Bildung (Hg. von
Ulrike Puvogel/Martin Stankowski): Gedenkstätten für die Opfer
des Nationalsozialismus. 1995 S. 195. |

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