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Jüdische Friedhöfe in Sachsen-Anhalt
Jüdische Friedhöfe in Sachsen-Anhalt
Teil 2 - Orte G - K
Jewish cemeteries in Saxony-Anhalt
Übersicht zu den jüdischen Friedhöfe in Sachsen-Anhalt
siehe Sachsen-Anhalt Seite 1:
Gardelegen (SAW)
Zur Geschichte des Friedhofes: In Gardelegen bestand ein um 1880
angelegter jüdischer
Friedhof. Das Grundstück wurde 1961 verkauft, ein Teil der noch erhaltenen
Grabsteine auf den städtischen Friedhof verbracht. Es handelt sich um 24
Grabsteine, die überwiegend aus der Zeit um 1900 stammen. Seit 1988 steht neben
diesen Steinen ein Mahnmal zum Gedenken an die in der NS-Zeit verfolgten und
ermordeten Juden aus Gardelegen.
Ehrenfriedhof für ermordete KZ-Häftlinge: Im Zusammenhang mit dem
Evakuierungsmarsch aus dem Außenlager Rottleberode des KZ
"Dora-Mittelbau"/Nordhausen wurden am 13. April 1945 über 1.000
Menschen in Gardelegen ermordet. Sie wurden in eine große Feldscheune
getrieben, die daraufhin angezündet wurde. Die nach dem Brand nur verletzten
Menschen wurden erschossen. Reste der Feldscheune blieben als Mahnmal erhalten (Mahn-
und Gedenkstätte "Isenschnibber Feldscheune"). Zwischen den
weißen Grabkreuzen des Ehrenfriedhofes befinden sich sieben Grabstellen
mit Davidstern, jedoch war die Zahl der jüdischen Häftlinge unter den
Ermordeten wesentlich höher.
Lage: Der jüdische Friedhof lag auf dem Gelände des
späteren Volkspolizei-Kreisamtes Bahnhofstraße 48. Der städtische Friedhof liegt Bismarker Straße 43.
 |
Lage des ehemaligen jüdischen
Friedhofes in Gardelegen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Straßenverzeichnis zu
"Bahnhofstraße" (der Friedhof ist nicht eingetragen).
städtischen
Friedhofes in
Gardelegen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, Gardelegen, Bismarker Straße" |
Link: Website der Stadt
Gardelegen
Informationen zur Mahn-
und Gedenkstätte "Isenschnibber Feldscheune" Foto
April 1945
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 176; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.354-356.
Genthin (JL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Genthin
wurde 1829 angelegt und in den Jahren 1854 und 1875 erweitert. Die
Friedhofsfläche umfasste danach etwa 10 ar. In der NS-Zeit
wurde er eingeebnet; die Umfassungsmauern wurden abgetragen. 1949 ist das
Grundstücke zu einer Gedenkstätte umgestaltet worden. Statt der Mauer wurde
ein Drahtzaun um das Gründstück gezogen. Am Standort der
früheren Trauerhalle steht seitdem ein Gedenkstein zur Erinnerung an den
Friedhof.
Lage: Der ehemalige Friedhof liegt an der Friedhofstraße 21
gegenüber dem allgemeinen Friedhof.
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Lage des ehemaligen jüdischen Friedhofes
in Genthin auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Jüdischer Friedhof (ehem.)". |
Link: Website der Gemeinde
Genthin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 176-177; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.360.
Gommern (JL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Gommern
wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Nur zehn Beisetzungen wurden
vorgenommen (ältester, 1932 noch lesbarer Grabstein von 1806, der letzte von
1897). Die Friedhofsfläche umfasst nicht mehr als 1,30
ar. 1868 übernahm auf Grund einer Stiftung des bedeutendsten jüdischen
Bürgers von Gommern, Moritz Manheimer (Berlin), die Verpflichtung, den
jüdischen Friedhof für alle Zeiten zu erhalten. Dennoch wurde in der NS-Zeit der Friedhof abgeräumt und eingeebnet. 1960 errichtete
die Stadt Gommern eine Gedenkstätte auf dem Gelände des Friedhofes mit einem
Gedenkstein. Dieser befindet sich an einer Bruchsteinmauer, die der Rest
der ursprünglichen Umfassungsmauer ist.
Lage: Der Friedhof liegt an der Wiesenstraße.
Link: Website der Stadt
Gommern
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 177; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
372-374.
Gröbzig (ABI)
Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof
Gröbzig (interner Link)
Gröningen (BK)
Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof
Gröningen (interner Link)
Großmühlingen (VG
Südöstliches Bördeland, SLK)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Großmühlingen
wurde 1795 angelegt. Jährlich waren damals 1 Taler und 6 Groschen Grundzins an
die Ortsherrschaft (Anhalt-Zerbst) zu bezahlen. Der Friedhof wurde bis in die
1920er-Jahre belegt. In der NS-Zeit wurde er weitgehend zerstört und
eingeebnet. Es sind nur noch wenige Grabsteine erhalten, die in der Umfassung
und am Rand aufgestellt wurden.
Lage: Der Friedhof liegt am Ortsausgang nach Eggersdorf.
Link: Website der Gemeinde
Großmühlingen
Seite zur Großmühlingen in der Homepage des Landkreises Schönebeck mit Kurzinformation
zur jüdischen Geschichte.
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 181; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
383f.
Güsten (SLK)
Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof
Güsten (interner Link)
Hadmersleben (BK)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in
Hadmersleben ist nur wenig bekannt. Er besteht heute nicht mehr. Beim Bau der
Einfamilienhaussiedlung nach 1960 wurde das Friedhofsgrundstück in die Bebauung
einbezogen. Bis dahin war die Friedhofsanlage noch zu erkennen. Heute gibt es
keine sichtbaren Spuren mehr.
Lage: Der Friedhof lag in einer kleinen Einfamiliensiedlung am
Ortsrand.
Link: Website der Gemeinde Hadmersleben (noch
nicht vorhanden)
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 393.
Halberstadt (HBS)
Informationen und Fotos siehe Unterseite
zu den jüdischen Friedhöfen in Halberstadt (interner Link)
Haldensleben (BK)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in (Neu-)Haldensleben
wurde 1811 angelegt. In den folgenden Jahrzehnten wurden bis zur vermutlich
letzten Beisetzung 1933 etwa 55 Beisetzungen vorgenommen (Jenny Löwenstein geb.
Asch). In der NS-Zeit wurde der Friedhof verwüstet; ein Teil der Grabsteine
wurde demoliert oder gestohlen. Nach 1945 wurden mehrfach Aufräumungsarbeiten,
aber auch weitere Zerstörungen vorgenommen. So ist um 1955 das gesamte
Backsteinmauerwerk der Umfriedungsmauer abgetragen und als Baumaterial für
"private" Baumaßnahmen verwendet worden. Übrig blieb nur das 0,50 m
hohe Bruchstein-Fundament, das in den Jahren 1984-86 baulich gesichert wurde.
Bis 1988 wurde der Friedhof instandgesetzt. Seitdem ist auch ein Gedenkstein
vorhanden.
Lage: Der Friedhof liegt "Auf dem Trendelberg" links
der Straße nach Gardelegen an der Anhöhe.
Links: Website der Stadt
Haldensleben Wikipedia-Artikel
über den jüdischen Friedhof in Haldensleben
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 188; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
402-404.
Halle (Saale) (HAL)
Zur Geschichte der Friedhöfe: In Halle bestand bereits im Mittelalter
ein erster jüdischer Friedhof, der vermutlich bereits vor 1350
bestand, aber erst 1401 anlässlich einer Erweiterung genannt wurde. Er lag
außerhalb der Stadt, unweit des "Judendorfes" beim Kloster Neuwerk
(am rechten Saaleufer) auf dem Gelände des später aufgeschütteten
Jägerberges und nördlich davon auf dem heutigen Jägerplatz (in nördlicher
Richtung bis zur Wall- und Fleischerstraße). Der Friedhof wurde vermutlich bis
zur Vertreibung der Juden aus der Stadt 1493 belegt. Beim Bau der Jägerbastion
(1534-1537) wurden große Teile dieses Friedhofes vernichtet, der Rest später
überbaut. Die Grabsteine wurden zum Bau der Moritzburg verwendet. Bei
Baggerarbeiten 1987 wurden auf dem Gelände Gräber entdeckt. Die Gebeine aus 27
Gräbern kamen in den Keller des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Halle,
obwohl die jüdische Gemeinde der Stadt um eine erneute Beisetzung bat.
Der zweite jüdische Friedhof in der Stadt wurde Ende des 17.
Jahrhunderts angelegt. Am 21. Juni 1692 hatte Assur Marx für die in Halle
lebenden Juden einen Garten zur Anlage eines Friedhofes erwerben können. Auf
diesem Friedhof sind in den folgenden Jahren auch auswärtige Juden, die auf der
Leipziger Messe verstarben, beigesetzt worden. 1716 konnte er durch Hinzukauf
eines Nachbargrundstückes erweitert werden. Bis zur Anlage des neuen Friedhofes
Ende der 1860er-Jahre wurde er benutzt. 1937 musste die jüdische Gemeinde einen
Teil des Friedhofsgeländes an das Deutsche Reich verkaufen. Ein Teil der
Beigesetzten der Fläche wurde auf den neuen Friedhof umgebettet. Auch wurde ein
Teil der Grabsteine zum neuen Friedhof gebracht.
Der dritte jüdische Friedhof in Halle ist, nachdem zu seiner
Anlage 1864 ein Gelände in der Größe von zwei Morgen erworben wurde, 1869
erstmals belegt werden. Er war Ende der 1920er-Jahre mit etwa 800 Gräbern
voll belegt. Unter den Beigesetzten sind viele bekannte Bürger des halleschen
Wirtschaftslebens am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Juni 1931
wurde dieser Friedhof erstmals geschändet. Die auf dem Friedhof erbaute
Friedhofshalle wird seit der Pogromnacht 1938 (und wieder seit 1953) als
Synagoge benutzt (1989-92 restauriert). Die Grabsteine dieses Friedhofes sind
noch zum größten Teil erhalten.
1929 wurde der vierte jüdische Friedhof eingeweiht, nachdem im April
1925 ein geeignetes Gelände zu seiner Anlage gefunden werden konnte. Dieser
Friedhof ist heute Teil des städtischen Gertraudenfriedhofes. Ein Zaun trennt
den Friedhof von dem kommunalen Begräbnisplatz. Die am 20. November 1929
eingeweihte Friedhofshalle war in der NS-Zeit Sammellager für Juden aus Halle,
dem Saargebiet, der Pfalz und aus Baden. Von hier aus erfolgten Deportationen
nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz. Die Einrichtung einer
"Mahn- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Halle" ist geplant.
Lage der Friedhöfe: Mittelalterlicher Friedhof s.o. Der zweite
Friedhof liegt "vor dem Galgtor" auf dem Töpferplan/Martinsberg
(heute Wilhelm-Külz-Straße). Der dritte Friedhof liegt an der
Humboldtstraße 52. Der vierte Friedhof Dessauer Straße 24.
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Lage der jüdischen Friedhöfe
in Halle auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, jüd., Paulusviertel" (= dritter Friedhof
Humboldstraße 52) und "Friedhof, jüd., Frohe Zukunft" (=
vierter Friedhof, Teil des Gertraudenfriedhofes). Der mittelalterliche
Friedhof lag im Bereich (über "Straßenverzeichnis") des
Jägerplatzes/Große Wallstraße/Fleischerstraße, der zweite Friedhof im
Bereich der Gottesackerstraße. |
Text zur Geschichte der Friedhöfe:
Artikel von Martina Springer am 11. Januar
2009 in der "Mitteldeutschen Zeitung" ( www.mz-web.de,
Artikel)
Kulturbau und Todesstätte - Die Trauerhalle auf dem Areal an der Dessauer Straße hat eine wechselvolle Geschichte.
HALLE/MZ. Jüdisches Leben in Halle - davon zeugen auch Orte der Trauer und des Sterbens. Hallesche Juden haben auf dem Friedhof in der Humboldtstraße und später auf dem an der Dessauer Straße ihre letzte Ruhestätte gefunden. Wenn Rainer von Sivers, Koordinator der Initiative Zivilcourage, während eines Rundgangs zu Stätten des Widerstands und der Vernichtung über jüdisches Leben spricht, dann gehört der Friedhof an der Dessauer Straße dazu.
Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich die jüdische Gemeinde um eine neue Friedhofsanlage bemüht. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt bekam sie das Areal unmittelbar neben dem Gertraudenfriedhof. Der Leipziger Architekt Wilhelm Haller erhielt den Auftrag, eine Trauerhalle für diesen Friedhof in der damaligen Boelckestraße zu entwerfen.
Am 10. Mai 1929 war Baubeginn, nur wenige Monate später, am 20. November 1929, wurde sie eingeweiht. Eine Festschrift würdigte damals die gesamte Anlage als ein bedeutendes Werk der jüdischen Friedhofskultur des 20. Jahrhunderts. Der Friedhof mit Trauerhalle wird als "Bet Olam" (Haus der Ewigkeit) bezeichnet, weil der Mensch nach dem irdischen Tod, so von Sivers, "dem jüdischen Glauben entsprechend ins ewige Leben übergeht".
Nur zehn Jahre nach der Errichtung aber wurde die Halle umgebaut - zu einem Alten- und Rückwandererheim, wie es die Nationalsozialisten bezeichneten. Im Klartext hieß das: Die Juden wurden in der Boelckestraße (und anderen Quartieren zum Beispiel in der Humboldtstraße, der Germarstraße, am Großen Berlin und am Harz) konzentriert untergebracht. "Um sie schnell deportieren zu können - in die Vernichtungslager", so von Sivers. Nach und nach mussten sich dort nicht nur hallesche, sondern auch Juden aus anderen Teilen Deutschlands einfinden - und auf ihren Transport in den sicheren Tod warten.
1937 wurde der alte jüdische Friedhof in der Gottesackerstraße, der 1693 angelegt worden war, aufgelöst, die Grabsteine von dort in die Boelckestraße gebracht. Als in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch den Hass- und Gewaltausbruch der Nationalsozialisten ungezählte Juden ihr Eigentum und viele selbst ihr Leben verloren, wurde in Halle die Synagoge in der Brauhausstraße zerstört. Die Trauerhalle in der Boelckestraße und das Gemeindehaus in der Germarstraße wurden beschädigt. Jüdisches Leben konnte sich auch in Halle erst nach dem Zweiten Weltkrieg zaghaft wieder entwickeln. Der Friedhof samt der Gebäude wurde nach 1945 erneut jüdisches Eigentum.
Der Rundgang führt von diesem Friedhof Dessauer Straße weiter über die Humboldtstraße (dort befindet sich die heutige Synagoge, die 1953 geweiht worden ist) zum Jerusalemer Platz. Es ist der Platz, der seit dem 17. Jahrhundert Standort der jüdischen Synagogen bis zur Zerstörung 1938 war. Seit dem Jahr 1965 erinnern unterschiedliche Mahnmale daran. Während des Rundgangs werden die Teilnehmer auch mit wichtigen jüdischen Mitbürgern der Stadt aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft bekannt gemacht. |
Fotos:
(Quelle:
Verein "Haus des
Lebens e.V.")
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| Im Friedhof
Humboldtstraße |
Historische Aufnahme der
Friedhofshalle des Friedhofes
Dessauer Straße. |
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Link: Website der Stadt
Halle
Verein "Haus des
Lebens e.V.": Ziel: Einrichtung der "Mahn- und
Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Halle"
Gedenkbuch für
die Toten des Holocaust in Halle (Projekt des Südstadtgymnasiums in Halle)
Literatur: Germania Judaica, II,1 S. 320; III,1 S. 498-507; Zeugnisse jüdischer Kultur S.
188-192; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 404-412.
Harzgerode (HZ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Harzgerode
ist wenig bekannt. Er wurde vermutlich bereits in der NS-Zeit zerstört, jedoch
waren noch bis in die 1950, teilweise bis in die 1970er-Jahre Grabsteine
vorhanden. Der Friedhof wurde (wann?) eingeebnet, die Grabsteine abgeräumt und
an ihrer Stelle ein Gedenkstein aufgestellt.
Lage: Der Friedhof liegt unmittelbar am westlichen
Ortsausgang (B 242) Richtung Alexisbad auf der linken Straßenseite.
Pressebericht zum Friedhof
| Juli 2011:
Eine Schulklasse pflegt den Friedhof |
Foto
links von Chris Wohlfeld: Die Einfassung ist schon fertig, jetzt müssen 17 Tonnen Kies rund um den Gedenkstein und auf dem Weg verteilt und verfestigt werden.
Artikel von Kerstin Beier in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom
7. Juli 2011 (Artikel): "Schulklasse pflegt jüdischen Friedhof
HARZGERODE/MZ. Ein jüdischer Friedhof in Harzgerode? Selbst manche Einheimische kennen das Gelände außerhalb des Ortes an der Straße nach Silberhütte nicht. Was nicht verwundert, denn das 1 200 Quadratmeter große Areal war kurz davor, der Vergessenheit anheim zu fallen.
Annabel, Daniel, Ronja, Christian und die anderen aus der Klasse 7b der Harzgeröder Sekundarschule werden das verhindern. Die ersten Schritte für das Projekt, zumindest den Eingangsbereich des Friedhofes wieder herzurichten, sind getan. Inzwischen sind Borde gesetzt, um einen Weg bis zum Gedenkstein zu markieren. 17 Tonnen Kies sind auf dem Weg und in der Einfassung rund um den Steinsockel verteilt und verfestigt worden. Zuvor haben die Jungen und Mädchen stundenlang damit zugebracht, das verwilderte Gelände von Busch- und Strauchwerk zu befreien. Der Gedenkstein, der in einem traurigen Zustand war, soll wieder aufgearbeitet und am 29. September feierlich aufgestellt werden. An diesem Tag feiern die Juden ihr Neujahrsfest und gedenken gleichzeitig ihrer Verstorbenen. Natürlich sollen die Harzgeröder und vor allem die Partner der Aktion dazu eingeladen werden.
"Wir wollen daran erinnern, dass die ehemalige jüdische Gemeinde ein Teil der Ortsgeschichte ist", sagt Politikstudent Marcus Weise, der sich als Stadtrat für seinen Heimatort einsetzt. Die Idee zum Projekt entstand in einem Gespräch mit Pfarrerin Anke Dittrich, berichtet er, der sich selbst mit Feuereifer in die Sache hineingestürzt hat. Nicht nur, indem er seine Arbeitskraft in die Sanierung steckt, sondern auch, indem er gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Jana Kießling die notwendigen Finanzen einwarb. Denn ganz ohne Geld geht es auch hier nicht. Schließlich musste Material verbaut werden, und der Gedenkstein soll mit Hilfe eines Steinmetzbetriebes in Quedlinburg aufgearbeitet werden. 500 Euro kamen von der Harzsparkasse, 1 500 Euro kommen aus einer Projektförderung von enviaM. "Menschen machen's möglich" heißt das Programm, das auch den Schülern in Harzgerode geholfen hat, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Jörg Günther, der als Anlagenmanager bei enviaM arbeitet, half beim Antrag auf Fördermittel. "Wir sind sehr froh, dass das so unbürokratisch und schnell ging", freuen sich Marcus Weise und Jana Kießling, die über den Internationalen Bund an der Schule arbeitet. Ihr ist es besonders wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur den Stein aufstellen, sondern ihn auch verstehen. Deshalb hat sie Kontakt aufgenommen zum Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Magdeburg und ist dort auf offene Ohren gestoßen. Vorträge und kleine Forschungsaufträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Harzgerode sollen die direkte Arbeit am Projekt vertiefen. Der Besuch des Rabbiners Walter Rothschild und dessen lockerer Vortrag zum Beispiel hat die Schüler sehr bewegt. Daniel hat es besonders betroffen gemacht, "dass so viele Kinder Opfer der Judenvernichtung geworden sind." Übereinstimmend sagen alle, dass sie in den vergangenen Wochen viel über das Judentum gelernt und verstanden haben.
Mit der Einweihung des Steins im September soll das Projekt nicht zu Ende sein. Natürlich gilt es, die geschaffene Ordnung zu erhalten. Viele Grabstellen sind noch zu erkennen - samt der dazugehörigen Steine. Es wäre zu überlegen, ob auch diese noch Stoff bieten für weitere Forschungen. Ungelöst ist auch die Einbindung des Friedhofs in das Wegenetz, damit interessierte Besucher ihn auch erreichen. "Eine Verbindung vom alten Silberhüttenweg über den Schneidmühlenweg ist denkbar", sagt Weise.
" |
Link: Website der
Stadt Harzgerode
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 413.
Havelberg (SDL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes ist wenig bekannt. Das Grundstück wurde 1884 vom
Havelberger Rat erworben und an die jüdische Gemeinde verpachtet. Es sind etwa
50 Grabsteine erhalten, darunter einige beachtenswerte Grabdenkmäler (u.a. der
Stein für Professor Louis Jacoby, der als Grafiker und Kupferstecher bedeutende
Werke der modernen Kunst sowie auch Entwürfe von Geldscheinen der Wilhelminischen
Ära geschaffen hat). Der Friedhof ist mit einer Mauer umgeben. Er wurde in den
1980er-Jahren wieder hergerichtet, nachdem er sich in stark verwildertem Zustand
befand.
Lage: Der Friedhof liegt am "Fleckengarten" etwa 500 m
außerhalb der Stadt in Richtung Kümmernitz/Müggenbusch am Birkenweg.
Link: Website der Stadt
Havelberg
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 192; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
413f.
Hoym (SLK)
Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof
Hoym (interner Link)
Jerichow (JL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein jüdischer Friedhof bestand in
Jerichow in der Stadt in der Nähe der Stadtkirche. Er soll im 18. Jahrhundert
angelegt worden sind und wurde vermutlich nur bis Anfang des 20. Jahrhunderts
belegt (1910 wurde nur noch ein jüdischer Einwohner in Jerichow gezählt). 1938
wurde der Friedhof zerstört und schließlich restlos beseitigt.
Lage: Der Friedhof lag in der Nähe der Stadtkirche.
Link: Homepage der Stadt
Jerichow
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 426.
Jeßnitz (Anhalt)
(ABI)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Jeßnitz
wurde Ende des 17. Jahrhunderts (um 1680) angelegt, 1773 erweitert. 1865 erhielt
er ein Bet- und Leichenhaus; 1886 ist er mit einer Bruchsteinmauer umgeben
worden. Er wurde bis in die 1930er-Jahre belegt. 1938 wurden alle Grabsteine
umgeworfen. Nach 1945 wurde der Friedhof wieder gerichtet, befand sich jedoch
immer wieder in sehr schlechtem Zustand. Eine letzte Beisetzung fand 1982 statt.
Die Friedhofshalle ist noch vorhanden, jedoch nicht mehr im ursprünglichen
Zustand. Sie steht unter Denkmalschutz und wurde 1972 Kirche der
neuapostolischen Kirchengemeinde.
Lage: Der Friedhof liegt in der Schlossstraße.
Link: Website der Stadt
Jeßnitz
Zwei
Links zu Seiten mit Fotos der ehemaligen Friedhofshalle, jetzt
Neuapostolische Kirche:
a)
"Geschichte
der Stadt Jeßnitz in Bildern" b) "Sakralbauten
im Landkreis Bitterfeld" (Quelle zum Foto links)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 193f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
426f.
Jeßnitz (Anhalt)
- Roßdorf (ABI)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Roßdorf
wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. Es sind noch 19
Grabsteine erhalten. Die beiden letzten Beisetzungen waren nach 1945 (zuletzt
1977).
Lage: Der Friedhof grenzt an den allgemeinen Friedhof (Burgkemnitzer
Straße).
Link: Website der Stadt
Jeßnitz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
579.
Köthen (ABI)
Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof
Köthen (interner Link)
Kroppenstedt (Verwaltungsgemeinschaft
Gröningen, BK)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in
Kroppenstedt wurde um 1800 angelegt. die Friedhofsfläche umfasst etwa 3 ar. Auf
dem Friedhof fanden etwa 20 Beisetzungen statt. In der NS-Zeit wurde der
Friedhof zerstört, die Grabsteine abgeräumt. Nach 1945 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder in
einen würdigen Zustand versetzt. Grabsteine sind nicht mehr vorhanden. Sie
sollen auch zum Bau eines Schweinestalls verwendet worden sein. An die
frühere jüdische Gemeinde und den Friedhof erinnert ein Gedenkstein.
Lage: Der Friedhof liegt an der Bundesstraße B 81 am Eingang
nach Kroppenstedt aus Richtung Halberstadt (rechte Straßenseite), unweit des
Städtischen Friedhofes.
Link: Website der Stadt Kroppenstedt
Website der Verwaltungsgemeinschaft
Gröningen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 197; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S.
442f.
Teil
1: Orte A - F Teil
3: Orte L - Z
Allgemeine Links zur
jüdischen Geschichte in Sachsen-Anhalt:
Allgemeine Literatur:
 | Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer.
Berlin 1992. |
 | Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg:
Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue
Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. |
 | Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens.
Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001. |
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