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Friedhöfe in der Region"
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Plaue (VG
Oberes Geratal, Ilm-Kreis, Thüringen)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur jüdischen Geschichte in Plaue (interner
Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Plaue liegt am südwestlichen
Ortsrand unterhalb der Burgruine Ehrenburg. Er wurde 1826 angelegt und war
Begräbnisplatz für die wenigen seit ca. 1819/20 in Plaue lebenden jüdischen Familien
(1845 vier Familien). Auch die in Arnstadt (bis 1921) und die in Ilmenau verstorbenen jüdischen Personen wurden in
Plaue beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 4 ar. Zum Eingangstor
führen vier Steinstufen hinauf. Die Gräber liegen auf drei terrassenförmig
übereinander angelegten Gräberfeldern.
Auf dem Friedhof sind noch etwa 25 Grabsteine aus dem 19. und 20. Jahrhundert erhalten, jedoch
zumeist stark verwittert, teilweise am Boden liegend oder zerbrochen. Die
offenbar gewaltsamen Zerstörungen von Grabsteinen sollen nach Auskunft vor Ort
erst in der Zeit nach 1945
geschehen sein.
Lage des Friedhofes
Unterhalb der Ehrenburg "Am Burgwege", etwas
abseits gelegen.
Fotos
(Fotos: Jörg Kaps, Arnstadt, Aufnahmedatum: 11.3.2011)
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| Blick auf den Friedhof |
Das Eingangstor -
im Hintergrund
die Burgruine Ehrenburg |
Oberer Bereich des
Friedhofes
nahe der Burgruine |
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Links der Grabstein für
Nathan Katz (s.u.) |
Grabstein mit
Symbolik:
Eichenlaub und Eisernes Kreuz
(Soldatengrab) |
Umgestürzte
Grabsteine |
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Grabstein für Nathan Katz
(19.3.1840 - 27.3.1917) |
Viele der erhaltenen
Grabsteine sind zerbrochen oder ohne Inschriftentafel |
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Reste der
Grabsteininschrift für Rieka
(oder Rikke, Rieke) Heldmann geb. Lustig
(3.2.1848 Unsleben - 6.5.1918 Arnstadt) |
Grabstein für Seline
Dörnberg
gest. 10.3.1864 in Plaue |
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| Im oberen Bereich
des Friedhofes mit einer Reihe noch stehender oder wieder aufgestellter
Grabsteine |
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| Grabsteine aus dem
19. Jahrhundert mit traditionell hebräischer Beschriftung |
Zerbrochene
Inschriftenplatte
"Hier ruht eine tüchtige Frau..." |
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| Umgestürzte
Grabsteine und Grabsteinfragmente |
Symbolik: Hand
mit aufgeschlagenem
Notenbuch, nach Angaben von Jörg Kaps Grabstein für Hermann
Ehrlich (1815 Gleicherwiesen - 1879 Arnstadt; Lehrer, Kantor und
Zeitungsherausgeber in Berkach; Foto
rechts in hoher Auflösung) |
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Grabstein für Jakob Jonas
(geb. 1835, gest. 1882?) |
Grabstein für
Nanny Grünthal
geb. Meyerhoff
(geb. 1853 in Potsdam, gest. 1881) |
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| Nur noch
fragmentarisch lesbare Grabsteine und Grabsteinfragmente |
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Grabstein für
Elieser Ben Uri HaKohen mit Symbol der
"segnenden Hände der Kohanim" |
Grabstein
für Leopold Katzenstein
(geb. 1857 Aschenhausen,
gest. 1912 Arnstadt) |
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6./8.
April
2011: Friedhofsaktion mit einer
Schülergruppe -
der Grabstein von Hermann Ehrlich konnte eindeutig bestimmt werden (Fotos
und Bericht von Jörg Kaps, Arnstadt)
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Die Schülergruppe
(Teil einer 8. Klasse des Gymnasiums Arnstadt)
bei der Reinigungsaktion am
6. April 2011 |
Fragmente
einer
Inschriftentafel |
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| Der Grabstein
für Hermann (Naftali) Ehrlich mit der von ihm selbst bestimmten
Grabsteininschrift (rechts Abschrift der letzten Seite seines Tagesbuches,
Quelle: Leo Baeck Institut New York) mit den Bestimmungen für seine
Grabsteininschrift: "Naftali Ehrlich / Treu in allen seinen Thaten, /
Dem Nächsten gern bereit zu rathen / Lieder schrieb er für den Dienst
des / Herrn / Lehrte Jugend bis zum Alter gern / Gott war sein Licht und
Zuversicht!" |
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Grabstein für
Hermann Ehrlich
(Symbol und obere Zeilen
der hebräischen Inschrift) |
Weitere
Schülergruppe bei der Reinigungsaktion am 8. April 2011
im Gespräch mit Rabbiner
Konstantin Pal aus Erfurt |
Ein Plan des
Friedhofes
wird erstellt |
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Nach Abschluss der
Arbeiten - Ansichten des Friedhofes |
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Pressebericht über die
Friedhofsaktion |
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Foto
links von Hans-Peter Stadermann: Celine (links) und Ulrike aus der Klasse 8c des Arnstädter Gymnasiums packten auf dem jüdischen Friedhof in Plaue mit zu.
Artikel von Antje Köhler in der "Thüringer Allgemeinen" vom 9.
April 2011 (Artikel):
"Schüler aus Arnstädter Gymnasium nutzten Projektwoche.
Unterhalb der Ehrenburg in Plaue liegt ein alter jüdischer Friedhof. Etwas versteckt, unter großen Bäumen. Es soll auch Einheimische geben, die ihn nicht kennen.
Plaue. Anders die neun Mädchen und Jungen der Klasse 8c des Staatlichen Gymnasiums in Arnstadt, die sich jetzt in ihrer Projektwoche um die Pflege des Areals kümmerten. Anne-Kathrin, Runa und Jan holten ihre Mitschüler vom Bahnhof ab, zeigten ihnen den Weg. Dann räumten sie auf, harkten große Mengen Laub von Wegen und Gräbern, das die Stadtverwaltung abholte.
Mit dabei Jörg Kaps von der Stadtjugendpflege. Er hat durch umfangreiche Forschungen viel über das Schicksal jüdischer Mitbürger in Arnstadt herausgefunden und möchte mehr junge Menschen für das Thema interessieren. Deshalb hielt der Sozialarbeiter in der Projektwoche auch einen Vortrag. Zudem bereitet er die Verlegung der nächsten Stolpersteine vor, insgesamt 19 sollen am 20. Juni in der Fleischgasse 1a und in der Rankestraße 1 in den Boden eingelassen werden.
Bis Arnstadt ab 1924 einen eigenen jüdischen Friedhof erhielt, begrub man die Mitglieder der Gemeinde in Plaue. Dieser Friedhof wurde bereits 1826 angelegt, vier Steinstufen führen zum Eingangtor hinauf. Es sind noch etwa 25 Grabsteine aus dem 19. und 20. Jahrhundert erhalten, meist verwittert oder auch zerbrochen. "Eigentlich müssten hier über 30 Steine stehen", weiß Kaps. Offenbar sind einige irgendwann nachts weggeholt worden.
Jörg Kaps konnte bei diesem Arbeitseinsatz das von ihm schon länger in Plaue vermutete Grab von Hermann Aaaron Ehrlich eindeutig identifizieren. Der Stein lag auf der Erde, die deutsche Inschrift nach unten gekehrt. Hermann Ehrlich war ein bekannter Lehrer und Kantor. Er gab eine Zeitung heraus, von ihm stammt auch ein Stadtplan von Arnstadt. Jörg Kaps hat Kontakt zu einigen Nachfahren, die unter anderem in Buenos Aires leben. Mit Sicherheit, so Kaps, werde man sich weiter um diesen alten Friedhof kümmern."
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