Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

    
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
Zu den "Synagogen in der Schweiz"   
      
     

La Chaux-de-Fonds (Kanton Neuenburg, Schweiz)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus den ersten Jahrezehnten der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Gemeindebeschreibungen von 1916 und 1921    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
     
Die jüdische Gemeinde in La Chaux-de-Fonds wurde 1860 gegründet (andere setzen die Gemeindegründung bereits 1833 mit der Abhaltung eines ersten organisierten Gottesdienstes zu den Hohen Feiertagen in einem jüdischen Privathaus der Stadt an). Seit Ende des 18. Jahrhunderts waren erste jüdische Personen zugezogen (jüdische Handelsleute aus dem Elsass). Inwieweit sie von der Ausweisung der Juden 1790 aus dem damals noch preußischen Fürstentum Neuenburg betroffen waren, ist nicht bekannt. Seit den 1830er-Jahren erfolgte ein stärkerer Zuzug jüdischer Familien aus dem Elsass (u.a. aus Hagenthal, Hüningen) in der Stadt zugezogen. 1843 hatte die entstehende Gemeinde (mit damals etwa 65 Gemeindegliedern) ein Comité administratif. Sie wurde betreut durch Rabbiner Moise Nordmann (Hegenheim). Erster Präsident der Gemeinde war M. J. Grünsfelder.  
   
Seit einem Gemeinderatsbeschluss im Mai 1857 war ein freier Zuzug jüdischer Personen in der Stadt möglich. Nun wuchs die Gemeinde stark an, weiterhin vor allem durch Zuwanderung aus elsässischen Gemeinden. Die Gemeinde zählte 1850 231, 1860 283, 1880 541 und um 1919 140 Mitglieder mit zusammen etwa 900 Personen. 
  
Die jüdischen Familienvorstände eröffneten Handlungen und Gewerbebetriebe; einige waren in der Uhrenfabrikation tätig, was jedoch immer wieder zu Spannungen mit nichtjüdischen Uhrmachern führte. Als 1861 und 1879 für die Uhrenindustrie kritische Zeiten einbrachen, waren antisemitischen Ausschreitungen die Folge (vgl. Berichte unten).   
    
Auch nach der Gründung einer selbständigen Gemeinde wurde La Chaux-de-Fonds zunächst weiterhin durch den Rabbiner aus Hegenheim betreut. Seit 1888 hatte die Gemeinde einen eigenen Rabbiner (Rabbiner Dr. Julius (Jules) Wolff, der 1938 am Ort sein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte, siehe Bericht unten). Dr. Wolff war bis 1955 als Rabbiner in der Gemeinde tätig.   
     
An Einrichtungen hatte (beziehungsweise hat) die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise neben dem Rabbiner ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 
  
An jüdischen Vereinen bestanden (Stand um 1920): die Hilfsvereine "Caisse centrale de bienfaisance" (1862 gegründet) und "Caisse des Pauvres", eine Société des Dames (gegründet 1854) und eine Société des jeunes gens, eine Société Philanthropique und ein Comité del'Alliance Universelle.  
 
    
     
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der Gemeindeglieder ab. Doch besteht die Gemeinde bis zur Gegenwart (derzeit etwa 100 Mitglieder).       
      
   
      

Berichte aus den ersten Jahrzehnten der Geschichte der jüdischen Gemeinde
von der Gründung der Gemeinde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts  
       
   
Gemeindebeschreibungen von 1916 und 1921  

La Chaux de Fonds JuedJbSchw 1916 198.jpg (72750 Byte)Gemeindebeschreibung im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1916 S. 198: "La Chaux-de-Fonds. 
Die jüdische Gemeinde wurde im Jahre 1860 gegründet und zählt heute mit ca. 140 Mitgliedern ca. 800 jüdische Seelen. Vorstand: Moise Schwob, Präsident; Emanuel Schwob, André Gutmann, Isaak Ditisheim. Beamte: Herr Rabbiner Dr. Wolff, M. Spira, Kantor.  
Institutionen: Synagoge, Friedhof und Religionsschule.  
Vereine
: Caisse Central de bienfaisance (Moise Schwob), Armenkasse für Durchreisende (Simon Beyersdorf). Frauenverein (Frau Emanuel Schwob), Société de jeunes gens (Marc. Bloch), Oevres des apprentissages (Jules Bloch, Wolff-Weill). Alliance Israélite Universelle (Edmond Picard-Levy)."     
  
La Chaux de Fonds JuedJbSchw 1921 178.jpg (140463 Byte)Gemeindebeschreibung im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1921 S. 178: "La Chaux-de-Fonds. 
Die jüdische Gemeinde wurde im Jahre 1860 gegründet und zählt heute mit ca. 140 Mitgliedern ca. 900 Seelen. Vorstand: Moise Schwob, Präsident; Salomon Schwob, Kassier; Emanuel Schwob, André Gutmann, Isak Ditisheim. Beamte: Rabbiner Dr. Jules Wolff; M. Spira, Kantor. 
Institutionen: Synagoge, Friedhof und Religionsschule.  
Vereine
: Ostjüdisches Minjan (Präsident: L. Pyttel). - Jüdische Lesehalle (Park 31). - Caisse centrale de bienfaisance (Zweck: Hilfe der armen jüdischen Familien in Chaux-de-Fonds, Präsident: M. Schwob). - Société des Dames (Philanthropique et Mutuelle, Präsidentin: Mad. Emanuel Schwob). - Société des jeunes gens (Philanthropique et Mutuelle, Präsident: Elie Bloch). - Oeuvre des Apprentissages (Zwecke: le titre l'indique, Präsident: Jules Wolff-Weil). Bonne oeuvre (Fourniture de chaussures aux pauvres enfants, Präsidentin: Mad. H. Braunschweig). - Société Philanthropique (Mutuelle et Philanthropique, Präsident: Moise Picard). - Comité de l'Alliance Universelle (Präsident: Mr. le Rabbin Wolff). - Société Sioniste 'Hatikwa' (Präsident: H. Raelson; Sekretär: Dr. L. Zuckermann)."     
 

      
    

Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben
   

Ein Jude konnte erstmals Grundbesitz erwerben (1849)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. April 1849: "Neuchatel, im März (1849). In Israelit ist hier endlich autorisiert worden, einen Grundbesitz zu erwerben, und ein anderer in demselben Kanton in Chaux-de-Fonds. (Arch. israel. de Fr.)."     

   
Über die Situation der jüdischen Familien im Kanton Neuenburg und speziell in Chaux-de-Fonds (1857)   

Neuenburg CH 19011857.jpg (68126 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Januar 1857: "Neuenburg (Eidgenössische Zeitung). Wie begreiflich, macht sich die gegenwärtige Lage auch im industriellen Verkehr sehr fühlbar. In Chaux-de-Fonds haben bereits mehrere große Comptoirs geschlossen. Absolut vor Unterbrechung sicher seien nur die jüdischen Firmen, die nun dies Mal aus ihrer bürgerlichen Zurücksetzung Vorteil ziehen. (Das intolerante Neuenburg lässt nämlich die Israeliten dort nur als französische Bürger zu. Was sonst zu bedauern, ist so wider Willen zum Nutzen! Redaktion der Allgemeinen Zeitung des Judentums".)   
  
Chaux de Fonds AZJ 29061857.jpg (127851 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juni 1857: "Ober-Endingen, 1. Juni (1857). Wer vor 13 Jahren eine Reise durch die Schweiz gemacht, und jetzt dieselbe wiederholt, der kann sich gar gut überzeugen, wie in diesem Lande der Freiheit der Grundsatz der Rechtsgleichheit auch für die Juden durchgreift. Früher war es eine Seltenheit, wenn man einen Juden antraf. Jetzt reist man beinahe keine drei Stunden weit, wo man nicht eine jüdische Familie in einem Städtchen oder beträchtlichen Dorfe niedergelassen sehen kann. Genf, das schon unter dem 3. Mai 1852 die Organisation der israelitischen Gemeinde genehmigte und autorisierte, hat nun unterm 1. Mai 1857 dieser Gemeinde ein Grundstück von 70 Toises auf einem der schönsten Plätze bei seinen Neubauten zum Behufe des Baues einer Synagoge angewiesen. Kanton Neuenburg, der bis anhin der Niederlassung der Juden bedeutende Hindernisse entgegengesetzte, hat jetzt beschlossen, ferner einem derartigen Beginnen keinerlei Schwierigkeit zu machen. Dabei ist das reiche und industrielle Chaux de Fonds mit gutem Beispiele vorangegangen. Diese Stadt gewährte zwar schon lange den Juden Aufnahme und hat sich auch daselbst so wie in Locle schon längst ein jüdischer Gottesdienst organisiert, dennoch aber hielt es für dieselbe schwer, die Bewilligung zur Niederlassung zu erhalten. Herr Rabbiner Nordmann von Hegenheim hatte mit dem dasigen Munizipalrat manch harten Strauß über diesen Punkt. Auch in Neuenburg, Stadt, hat sich vor Kurzem eine Miniaturgemeinde von Israeliten gebildet..."
  
Neuenburg CH AZJ 29061857.jpg (76096 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juni 1857: "Canton Neuenburg, der bis anhin der Niederlassung der Juden bedeutende Hindernisse entgegensetzte, hat jetzt beschlossen, ferner einem derartigen Beginnen keinerlei Schwierigkeit zu machen. Dabei ist das reiche und industrielle Chaux des Fonds mit gutem Beispiele vorangegangen. Diese Stadt gewährte zwar schon lange den Juden Aufnahme und hat sich auch daselbst sowie in Locle schon längst ein jüdischer Gottesdienst organisiert, dennoch aber hielt es für dieselbe schwer, die Bewilligung zur Niederlassung zu erhalten. Herr Rabbiner Nordmann von Hegenheim hatte mit dem dasigen Municipalrat manch harten Strauß über diesen Punkt. Auch in Neuenburg, Stadt, hat sich erst seit Kurzem eine Miniaturgemeinde von Israeliten gebildet."   

      
Antisemitische Ausschreitungen in La Chaux-de-Fonds (1861 und 1879) 

Neuchatel AZJ 18061861.jpg (94086 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Juni 1861: "Neuchâtel, 4. Juni (1861). La Chaux de Fonds hatte verwichenen Freitag eine Szene, dergleichen glücklicherweise in der Schweiz nur äußerst selten vorkommen. Am Nachmittage jenes Tages griffen 150 Individuen (aus welchem Grunde, weiß man nicht) unter dem Rufe: 'Nieder mit den Juden! Nieder mit den Blutaussaugern!' einige jüdische Fabrikanten an. Nachdem einige der Rädelsführer in Haft genommen wurden, schien die Ruhe wieder hergestellt. Doch abends gegen 8 Uhr rotteten sich die Mittags Auseinandergetriebenen wieder zusammen ließen den Ruf gegen die Juden wieder vernehmen und stürzten sich auf die Präfektur, welche sie in ihrer Wut verwüsteten. Der Präfekt ließ den Generalmarsch schlagen, worauf bewaffnete Mannschaft herbeieilte und siebzehn der Unruhestifter ins Gefängnis warf. Die Juden sind, wie der 'National' versichert, in ihrer Ruhe weiter nicht gestört."      
   
Chaux de Fonds AZJ 19081879.jpg (104423 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. August 1879: "Bern, 29. Juli (1879). In dem radikalen und sozialistisch gefärbten La Chaux-de-Fonds waren jüngst rote Plakate an den Straßenecken angeheftet, welche die Juden mit dem Tode bedrohten, weil sie die nationale Industrie ruiniert hätten! Nun, was Plakate zu bedeuten haben, hat man jüngst in Brüssel gesehen, wo solche den belgischen König wegen des neuen Unterrichtsgesetzes mit dem Tode bedrohten. Sie sind nur Ausfluss ohnmächtiger Wut und Privatrache. Amerika und England haben sich von der schweizerischen Uhrenfabrikation emanzipiert und liefern weit bessere Arbeit von großer Solidität. Dadurch ist die schweizerische Uhrenfabrikation, die im gedachten Orte einen Hauptsitz hat, bedeutend zurückgegangen und dieses für einen Teil der Schweiz sehr bedenkliche Resultat, das diese Industrie sich selbst zuzuschreiben hat, wird nun den Juden in die Schuhe geschoben, weil auch einigen Juden die Uhrenfabrikation betreiben. Der Konkurrenzneid tritt überall mit denselben Tendenzen und Formen auf."  

  
In La Chaux-de-Fonds soll ein Rabbiner angestellt werden (1888)  
Anmerkung: Rabbiner Dr. Julius (Jules) Wolff, Schüler des Rabbinerseminars in Paris, wurde 1888 zum Rabbiner in La Chaux-de-Fonds berufen. Er war als Rabbiner bis 1955 in der Stadt tätig.     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Juli 1888: "Bonn, 22. Juli (1888). In Chaux-de-Fonds im Kanton Neuchâtel (Schweiz) ist seit einigen Jahren - namentlich durch elsässische Einwanderer - die Zahl der jüdischen Familien über 120 gestiegen. Die wohlorganisierte Gemeinde hat beschlossen, einen Rabbiner anzustellen, und hierzu Herrn J. Wolff gewählt."        

 
Rabbiner Dr. Julius (Jules) Wolff wird Lektor an der Akademie in Neuchatel (1906)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Januar 1906: "Genf. Rabbiner Wolff in Chaux de Fonds wurde zum Lektor für Arabisch und Syrisch an der Akademie von Neuchâtel gewählt."      

  
50-jähriges Dienstjubiläum von Oberrabbiner Dr. Julius (Jules) Wolff (1938)   

Mitteilung im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 8. Juli 1938: "Der Oberrabbiner der welschschweizerischen Stadt La Chaux-de-Fonds, Dr. Julius Wolff, feierte sein 50-jähriges Dienstjubiläum."   

  
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige der Pension des Gemeindevorstehers S. Beyersdorf (1871)

Chaux de Fonds Israelit 02081871.jpg (44177 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1871: "Pensionäre, welche die hiesige Schule, in welcher Deutsch, Französisch, Englisch und Lateinisch gelehrt wird, besuchen wollen, finden bei Unterzeichnetem freundliche Aufnahme in Kost und Logis. Gute Besorgung wird zugesichert. Nähere Auskunft erteilt auf frankierte Anfragen S. Beyersdorf, jüdischer Vorsteher in Chaux de fonds (Schweiz)."

    
Anzeige des Israelitischen Mädchenpensionates von Madame Lévy (1893) 

Chaux de Fonds AZJ 11051893.jpg (57547 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Mai 1893: "Chaux-de-fonds - französische Schweiz. Israelitisches Mädchenpensionat. Unterricht in der französischen Sprache sowie in Klavier und Handarbeiten. Familienleben. Sorgfältige Überwachung zugesichert. Sehr mäßige Preise. Aufnahme jederzeit. 
Referenz: Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Wolf hierselbst. 
Besitzerin: Madame Lévy. 16 Rue d l'Industrie. Chaux-de-fonds."

   
Anzeige der Pension Levy (1907)  

Chaux de Fonds FrfIsrFambl 08111907.jpg (46841 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. November 1907: "Köchin. In eine bessere israelitische Pension wird eine tüchtige, selbständige deutsche Köchin von einer deutschen Familie in der französischen Schweiz zum baldigen Eintritt gesucht. Gefällige Offerten mit Zeugnissen und Gehaltsansprüchen sind zu richten an 
Pension Levy, Chaux de Fonds Schweiz."  

  
Anzeige der Pension von Jacques Goetschel-Levy (1908) 

Chaux de Fonds FrfIsrFambl 13031908.jpg (64335 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. März 1908: "Avis aux parents
Bonne famille donnerait chambre et pension à deux ou trois jeunes gens désierant apprendre le francais. Excellentes écoles. Pour réferences s'adresser à Monsieur le rabbin Wolf. 
Jaques Goetschel-Levy  28, rue Daniel Jeanrichard  Chaux-de-Fonds (Suisse)."

 
   
      

Zur Geschichte der Synagoge  
 
Gottesdienste wurden von den in nach 1830 zuziehenden jüdischen Familien zunächst in einer Privatwohnung abgehalten (seit 1833). 1843 genehmigten die Behörden die Einrichtung eines größeren Betraumes in einer Wohnung an der Rue Jaques-Droz. 1863 konnte eine erste Synagoge gebaut werden (Einweihung durch Rabbiner Moise Nordmann aus Hegenheim am 24. Juni 1863). 
 

Veröffentlichung der Rede von Rabbiner Nordmann zur Einweihung der Synagoge in La-Chaux-de-fonds (1863) 

Hegenheim AZJ 18081863.jpg (44984 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. August 1863: "Bonn, 2. August (1863). Discours prononcé à l'inauguration du temple israélite à La-Chaux-de-fons, le 24. juin 1863, par M. Nordmann rabbin a Hegenheim. Bale 1863. In beredter Sprache, im schönen, korrekten Französisch zeichnet der Redner den Geist der jetzigen Zeit und seine Strömung, fordert seine Zuhörer auf, sich zu dieser Höhe zu erheben, warnt sie aber auch vor dessen Ausschreitungen, namentlich auf religiösem Gebiete."      

     
Die in neo-byzantinischem Stil erbaute Synagoge wurde 1896 eingeweiht (Einweihung durch Rabbiner Jules Wolff am 13. Mai 1896). 

Ankündigung der Einweihung der neuen Synagoge (Dezember 1895)

Chaux de Fonds AZJ 27121895.jpg (30042 Byte)Meldung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Dezember 1895: "In Chaux de Fonds (Schweiz) wird im Frühjahr die neue Synagoge eingeweiht, die mehr als 300.000 Franken kostet und darum auch ein Prachtgebäude der Stadt wird. Die Kosten tragen die hiesigen israelitischen Bürger."  

   
Die Einweihung der Synagoge am 13. Mai 1896 

La Chaux de Fonds AZJ 29051896.jpg (113973 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Mai 1896: "Chaux de Fonds, 17. Mai (1896). Am 13. dieses Monats fand hier die Einweihung der neuen Synagoge in Anwesenheit der Staats- und Gemeindebehörden, der Geistlichen verschiedener Konfessionen und eines zahlreichen Publikums statt. Die Feierlichkeit machte auf alle Anwesenden einen sehr tiefen Eindruck. Sie wurde durch Gesänge mit Orgelbegleitung eröffnet, dann hielt Herr Michel Bloch, der Vizepräsident der Gemeinde, die Begrüßungsrede, in welcher er die Geschichte des Baues auseinander setzte. Die eigentliche Weiherede hielt Herr Rabbiner Jules Wolff. Dieselbe war in Form und Inhalt gleich ausgezeichnet und brachte auf alle Anwesende eine tiefe Wirkung hervor. Es folgte Solovortrag von Herrn Kantor Heymann aus Straßburg und hierauf eine Rede des Großrabbiners von Genf, Professor S. Wertheimer. Nunmehr führte ein Orchester das 'Gebet des Mose' von Rossini aus. Mit einer Ansprache des Großrabbiners von Bensançon Auscher und einem Gebet unseres Rabbiners fand die Feier einen würdigen Abschluss. Am Abend fand ein Bankett statt, an dem 350 Personen teilnahmen und bei dem es an geistreichen Toasten und künstlerischen Aufführungen nicht fehlte. Unsere Gemeinde darf auf diese Tage mit Stolz zurückblicken; sie werden all Denen, welche sie miterlebt haben, unvergessen in der Erinnerung fortleben." 

  

Informationstafel an der Synagoge   

La Chaux deF Synagogue 162.jpg (176468 Byte)Text der Informationstafel: "Un peu plus loin sur la rue de la Serre s'élève la Synagogue de style néo-byzantin, l'une des plus vastes de Suisse. Erigée en 1896, elle témoigne de l'importance de la communautè juive locale, qui comptait alors quelque 850 membres. Les israélites de La Chaux-de-Fonds, venus pour une grande partie d'Alsace dans la seconde moitié du 19e  siècle, ont jouè un rôle primordial dans le développement de l'industrie horlogère et des institutions culturelles de la ville. Avec sa coupole de 32 m de hauteur, la Synagogue est une véritable encyclopédie de la pierre suisse: calcaire jurassien, granit alpin, molasse du Plateau, marbre de Soleure... Sa décoration intérieure est originale. L'édifice, classé, a été rénové en 1981-82". 

 
    

Adresse/Standort der SynagogeRue de Parc 53

Fotos / Darstellungen

Historische Karten mit Abbildungen der Synagoge La Chaux de Fonds Synagogue 14.jpg (27366 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 13.jpg (56370 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 11.jpg (27887 Byte)
           
       
   La Chaux de Fonds Synagogue 16.jpg (41346 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 12.jpg (66711 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 15.jpg (51556 Byte)
       
       
La Chaux de Fonds Synagogue 17.jpg (50607 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 18.jpg (27622 Byte) La Chaux de Fonds Synagogue 20.jpg (48951 Byte)
       
        
Aufnahmen der Synagoge im Sommer 2008 
(Fotos: Hahn: Aufnahmedatum 29.8.2008)
   La Chaux deF Synagogue 150.jpg (127588 Byte) La Chaux deF Synagogue 151.jpg (132180 Byte) La Chaux deF Synagogue 155.jpg (141421 Byte)
   Blick entlang der Parkstraße mit der Synagoge  
     
La Chaux deF Synagogue 157.jpg (150415 Byte) La Chaux deF Synagogue 158.jpg (167737 Byte) La Chaux deF Synagogue 160.jpg (161024 Byte) La Chaux deF Synagogue 159.jpg (151890 Byte)
Ansichten der Synagoge von Westen Blick von Westen mit Eingangstor und Eingangstor
   
La Chaux deF Synagogue 152.jpg (131441 Byte) La Chaux deF Synagogue 164.jpg (180891 Byte) La Chaux deF Synagogue 166.jpg (184822 Byte) La Chaux deF Synagogue 170.jpg (178991 Byte)
Ansicht von Nordost Ansichten der Synagoge von Süden Blick von Südosten 
     
   La Chaux deF Synagogue 168.jpg (171866 Byte) La Chaux deF Synagogue 167.jpg (129580 Byte)   
   Die Kuppel der Synagoge von Süden   

   
    
    

Besonderes Ereignis in 2008: 
Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) in La Chaux-de-Fonds und Wahl von Dr. Herbert Winter als neuer Präsident des SIG 

La Chaux de Fonds PA 011.jpg (114815 Byte) La Chaux de Fonds PA 010.jpg (156831 Byte)

Über  die Delegiertenversammlung berichtet ausführlich u.a. das Heft 2/2008 S. 5-10 der Zeitschrift "Jüdisches Europa - Jüdisches Leben in Deutschland, Österreich und Frankreich", auf deren Erscheinen wir gerne hinweisen. Collage auf dem Titelblatt: Dr. Herbert Winter vor der Synagoge in La Chaux de Fonds.
Informationen: "Jüdisches Europa", Hg. A. von Loew, Rhönstr. 127 
60385 Frankfurt  Fax: 069-49084533

    
     

Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt La Chaux-de-Fonds     
Informationsseite zur Synagoge in La Chaux-de-Fonds 1  
Stephanie Mahrer - SIG Factsheet: Jüdische Gemeinde La Chaux-de-Fonds. 2009. pdf-Datei online zugänglich     

Literatur:  

André R. Weil und Communauté israélite (La Chaux-de-Fonds): Communauté israélite de La Chaux-de-Fonds cent-cinquantième anniversaire, 1833-1983. La Chaux-de-Fonds 1983. 
Ron Epstein-Mil:   Die Synagogen der Schweiz. Bauten zwischen Emanzipation, Assimilation und Akkulturation. Fotografien von Michael Richter  
Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz. Schriftenreihe des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, Band 13. 2008. S. 191-201  (hier auch weitere Quellen und Literatur) 
Stefanie Mahrer: Wie La Chaux-de-Fonds den USA Paroli bot. Jüdische Uhrmacher in der Schweiz setzten mit der Gründung von modernen Fabriken zum Zeitpunkt der größten Uhrenkrise wichtige Akzente. In: Jüdische Studien. Beilage des Instituts für jüdische Studien der Universität Basel zum Jüdischen Wochenmagazin tachles. September 2011 Titelblatt und S. 4-5. Online zugänglich.      

                        

   

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge     

    

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 29. April 2012