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Schweiz"
Endingen (Kanton Aargau
/ CH)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
An dieser Seite wird noch gearbeitet - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder
vorbei
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In den beiden Dörfern Endingen und Lengnau im Surbtal
bestanden vom 17. bis 19. Jahrhundert die einzigen jüdischen Gemeinden im
heutigen Gebiet der Schweiz, wo in dieser Zeit eine dauerhafte Niederlassung
möglich war. Bis um 1800 gehörten diese Dörfer zur Markgrafschaft Baden
(Schweiz),
danach zum Kanton Aargau.
In Lengnau werden Juden zum ersten Mal 1622, in
Endingen 1678 genannt.
Im Jahr 1634 wurden bereits zusammen 20 jüdische Familien in den Dörfern der
Markgrafschaft gezählt. Bis um 1700 nahm die Zahl auf 35 Familien zu. Eine
besonders enge Beziehung bestand in dieser Zeit zwischen den Gemeinden Endingen
und Lengnau südlich des Rheins und den Gemeinden Tiengen und Stühlingen auf
der nördlichen Seite des Rheins. So unterstanden diese Gemeinden bis um 1730/40
in der religiösen Aufsicht und der Rechtsprechung einem gemeinsamen Rabbiner,
der in Stühlingen, Tiengen oder zeitweise auch in Endingen oder Lengnau gewohnt
hat. Auch gab es zeitweise einen gemeinsamen Mohel (Beschneider). In einem
Mohelbuch hat ein namentlich nicht bekannter Mohel zwischen 1701 und 1704 17
Beschneidungen in den Gemeinden Stühlingen, Tiengen, Lengnau, Endingen, Wangen
und Donaueschingen eingetragen.
Der Erwerb von Boden und das Handwerk war den Juden auch
hier bis zum 19. Jahrhundert verschlossen. So lebten sie vom Hausier-, Vieh- und
Liegenschaftshandel. 1844 gab es alleine in Endingen 44 Viehhändler, in Lengnau
15. 1850 lebten noch zusammen 1.515 Juden in den beiden Dörfern.
In der 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts ging ihre Zahl durch Wegzug in die Städte stark zurück. Nach
dem ersten Weltkrieg führte vor allem der nicht durchgeführte Bahn der
Surbtalbahn zu einem weiteren Wegzug der jüdischen Familien. 1920
wurden noch 263 Juden in den beiden Dörfern gezählt, wenige Jahre später
wurden beide Gemeinden aufgelöst.
1980 waren es insgesamt
nur noch drei jüdische Familien.
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst wurden die Gottesdienste der Gemeinde in
Betsälen abgehalten, die man in gemieteten Häusern eingerichtet hatte. Der
letzte Betsaal war 1754 in so schlechtem Zustand, dass das Haus nach
einer Beschreibung von Johann Caspar Ulrich eher als "jüdischer
Stall" denn als Synagoge bezeichnet werden müsse. Die Zeichnung von Ulrich
zeigt einen - immerhin kunstvoll ausgestatteten - Betraum mit einem
Tonnengewölbe. 1764 konnte eine erste Synagoge eingeweiht werden. Sie
wird als kunstvoller Bau beschrieben, der den Entwurf der Synagoge von Randegg
aus dem Jahr 1800 beeinflusst haben soll. Freilich erwies sich der Bau
angesichts der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nochmals stark
anwachsenden Endinger Gemeinde als zu klein, sodass 1850 bis 1852 eine neue
Synagoge erbaut wurde. Der Entwurf stammte von Caspar Joseph Jeuch, der in
München studiert hatte und später im badischen Bereich zahlreiche Profanbauten
und einige Kirchen erstellte. Wie in Lengnau
wurde auch in Endingen eine Bau mit einer dreiteiligen Fassade erstellt, bei der
eine Kombination von Basilika- und Tempelfront ohne klassizistische Details
verwendet wurde. Charakteristischer Unterschied gegenüber der Lengnauer
Synagoge wurde der Treppengiebel über der Fassade. Die Synagoge fiel etwas
größer als das Gotteshaus in der Nachbargemeinde aus. Die Gesamtkosten waren
entsprechend etwas höher: 46 000 Franken waren für den Neubau notwendig.
Über
die Einweihung der Synagoge am 26. März 1852 liegt ein Bericht in der
"Allgemeinen Zeitung des Judentums" (Ausgabe vom 17. Mai 1852)
vor:
Ober-Endingen
in der Schweiz. Die hiesige Gemeinde hat den Bau ihrer neuen Synagoge vollendet.
Es ist ein herrlicher Tempel, möge er nur zur Erbauung und Erhebung der Gläubigen
recht viel beitragen! Die Baukosten im Betrage von 20.000 Gulden wurden durch
den Verkauf von 50 Doppelstühlen (Männer- und Weiberabteilung) und 12 Logenstühlen
gedeckt, wobei sich noch ein Überschuss von 4.500 Gulden ergab. Dieses Resultat
ist für die Gemeinde umso erfreulicher, als die Stühle meistens von Leuten aus
dem Mittelstande angekauft wurden. – Die Einweihung des Tempels fand am 26. März
statt. Das Fest war zwar ein bescheidenes, dennoch aber großartig. Der Tag
harmonierte ganz mit der Stimmung der Leute. Ein freundlich heiterer Ernst malte
sich auf allen Gesichtern. Besonders schön und rührend nahm sich der stille,
sehr wohl geordnete, lange Zug der zahlreichen Gemeinde aus, an welche sich die
Lengnauer Israeliten und viele christliche Honoratioren anschlossen. Der Ernst
der älteren Männer, der sich ganz willig den disziplinarischen Anordnungen jüngerer
Intelligenz führte, hatte etwas Imposant-Ergreifendes. Treffliche Musik (25
Mann), in ihrer Mehrzahl wohl gelungene, passende Gesänge, von einem
zahlreichen, gemischten Chore ausgeführt, dessen Leiter Oberlehrer Bollag,
verschönerten die Feier. Festprediger war Rabbiner Dreifuß von Lengnau, ein
Mann, der durchaus auf moderne Bildung keinen Anspruch macht, bei dem aber ein
guter Kern rabbinischer Gelehrsamkeit zu treffen ist. Ein freundliches Mahl im
schönen Salon des Herrn Gustav Dreifuß, an dem viele christliche Honoratioren
teilnahmen, schloss die Feier. Joviale, ungezwungene Heiterkeit und sinnige
Toaste würzten dasselbe. Der Abgeordnete der hohen Regierung, Bezirksamtmann
Frei, sprach von Vereinigung und Verbrüderung. (Bei dieser Gelegenheit verdient
bemerkt zu werden, dass die hohe Regierung in einem sehr wohlwollenden Schreiben
das Bedauern aussprach, dass sie durch Umstände verhindert sei auf die
Einladung der Vorsteherschaft eine Abordnung aus ihrer Mitte zu schicken). Zwei
Toaste führe ich wörtlich an, weil sich in ihnen die Gesinnung der dortigen so
genannten Fortschrittspartei ausdrückt. Lehrer Dreifuß brachte folgenden
Toast: "In unserm freundlichen Surbtale erheben sich in einfach würdigem
Stile zwei schöne Tempel zur Verherrlichung des israelitischen Gottesdienstes.
Von hoher Zinne desselben blickt ein altes
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Sinnbild dem Vorübergehenden
entgegen. Es ist das Sinnbild des Glaubens und der Liebe, der Wahrheit und des
Rechts, das Sinnbild des Gesetzes, das Israel in der arabischen Wüste am Sinai
vom Herrn in Empfang nahm. Nicht umsonst stellt Israel dieses Gesetz hoch. Es
ist das einzige Kleinod, das dieses Volk aus seiner Vergangenheit aufbewahrt
hat. Seine Heimat, seine Sprache, sein Boden und so vieles Andere ist für
Israel verloren und der Zeit anheim gefallen. Das göttliche Gesetz allein ist
unsterblich und unverwüstlich. Darum erhob es Israel als sein panier, um das
sich seine Getreuen zu jeder Zeit scharten. Nicht Antiochus und nicht Hamman,
nicht Fanatismus und Weltsinn vermochten diesem Volk sein Panier zu entreißen.
Tod, Verfolgung und Verbannung in unendlich mannigfaltigen Formen und in den
schrecklichsten Gestalten konnten Israel nicht von seinem Liebsten trennen. Über
allen Stürmen erhaben wie die Zeder auf dem Libanon, also trotzte Israel mit
seinem Gesetze allen Anfeindungen zweier Jahrtausende. Nun steht es da als das
schönste Denkmal, das sich je ein Volk setzen konnte. Es ist das Symbol des
Gesetzes sehr sinnig von dem Meister des Baues über dem Symbole der Zeit
angebracht, um damit anzuzeigen, dass das Gesetz ewig und unabänderlich erhaben
steht über dem Wechsel der Zeiten. Doch dürfte das in unserem Tempel
angebrachte Sinnbild der Zeit noch eine andere Deutung haben, nicht minder
sinnig und wichtig. Wenn auch die Religion über der Zeit erhaben steht, so sind
wir Menschen dennoch von der Zeit abhängig. Das Sinnbild der Zeit mahn uns
ernst an diese Veränderlichkeit, an diese Beweglichkeit. Darum sollen auch wir
nicht starr festhalten an den Formen; sondern hören sollen wir auf den Ruf und
sehen auf die Zeichen der Zeit. Israel ist der Greis, der da sitzet am Strome
der Zeit und diesen Strom seit Jahrtausenden dahinfließen sieht. Völker sah es
entstehen und vergehen. Von Osten nach Westen, von Pol zu Pol zog es hin und
wechselte Sprache und Sitte, je nachdem die Not es erheischte. – Die
Geschichte Israels hat nicht wie die anderer alter Völker ihren
Kulminationspunkt schon erreicht; sondern sie ist eine Geschichte steter
Fortentwicklung, denn so wenig der Zeiger stille steht, so wenig stand Israel
still; in dieser Beziehung ist die israelitische Geschichte eine Parallele der
allgemein menschlichen, - In der Unerschütterlichkeit und dem Festhalten am
Wesen einerseits und in der Fügsamkeit an das Notwendige, dem Fortschreiten in
der Form, in diesen beiden Hauptmomenten liegen die charakteristischen Merkmale
der israelitischen Geschichte.
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Besser kann ein israelitischer Tempel seine
Sinnbilder nicht wählen als sie auf der Fassade der beiden Synagogen im
Surbtale angebracht sind. – Das Sinnbild der Treue im Glauben und des
Fortschrittes in der Form. Der Fortdauer und dem Fortleben dessen, was diese
Symbole andeuten mein Lebehoch!".
Stud.med. Bloch brachte folgenden Toast: "Meine Herren! Männer haben in
diesen feierlichen Momenten Worte des Ernstes an Sie gerichtet, erwarten Sie
nicht, dass der Jüngling, welcher seinen Gefühlen Worte zu leihen versucht,
anders als im Ernste zu Ihnen sprechen werde, denn die Zeiten sind ernst.
Glauben Sie nicht, dass die Bewegungen in unserm Vaterlande und um dasselbe bloß
ein krampfhaftes Zucken seien. Nein, in all diesen Bestrebungen liegt der
Charakter unseres Jahrhunderts, liegt der Sinn unseres Zeitgeistes. Dieses Drängen
und Treiben deutet auf einen gemeinsamen Mittelpunkt loszusteuern. Dieser
Zentralisationspunkt aller Nationen ist Humanität und Toleranz. – Es frägt
sich nun, ob das Judentum solchen welterschütternden Ideen gegenüber kalt und
gleichgültig bleiben oder ob es tatlustig und lebenskräftig in das Rad der
Zeit nach Vermögen eingreifen soll. Es frägt sich, soll das Judentum immer der
Greis bleiben, der am Strome der Zeit und ungerührt das Treiben der Völker an
sich vorbeiziehen sieht. Sollen wir immer an den Wasserbächen Babels sitzen und
trauern über die verlorene Vergangenheit, die uns nicht mehr zurückkehrt, oder
sollen wir uns verjüngen in dem ewigen Quell der Geschichte und als Neugeborene
die Zukunft für uns in Anspruch nehmen? Sie sind wohl alle mit mir
einverstanden, dass die letztere Aufgabe eine weit erhabenere und weit
fruchtbarere sei. Und hat nicht schon die Jugend zu der hier ausgesprochenen
Idee, wenn auch sich selbst unbewusst, sich bekannt? Hat sie nicht diese Idee
bereits symbolisch verkörpert? Auf Eurer Fahne, die mit ihren goldenen
Buchstaben heute so lustig, in dem Sonnenscheine wehte, habt Ihr nicht den
Greisen gemalt, welcher trauernd am Strome der Zeit sitzt, sondern das Symbol
Eueres Wahlspruches ist der Phönix, welcher sich aus der Asche emporschwingt
zum freien Sonnenlichte. Dieser schönen Idee wollen wir unsere Herzen, unsere
Leben weihen. Wohl ist es wahr, dass unsere Kräfte zu schwach sind, um für das
Gelingen zu bürgen. Wohl ist es wahr, dass unser Streben von außen unterstützt
werden muss. Doch seien Sie unbesorgt, dieses Agens wird nicht ausbleiben,
sobald es nur um die Sache recht ernst ist. Nichts ist unmöglich, wenn sich der
gute Wille
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mit dem heiligen Ernste paart, das begonnene Werk durchzuführen.
Nichts ist unmöglich, wenn wir nur unentwegt ausharren auf der einmal
betretenen Bahn. Dann wird sich gewiss auch an uns das alte Sprichwort bewahren:
Wer ausharret wird gekrönt. Sie haben soeben den Baumeister unseres Tempels
hoch leben lassen; mein Lebehoch gilt jenen Werkmeistern, welche den großen Dom
mit aufführen helfen, in welchen das Judentum eingehen kann, um von dem Altar
der Gerechtigkeit und Liebe seine Rechte in Empfang zu nehmen."
Oberlehrer Bollag brachte ein Lebehoch dem "Vorwärts und Aufwärts".
Einen sehr gemütlichen und wohlgemeinten Toast brachte Herr Amtsstatthalter
Meisel, der wünschte, der Gott Jehova möchte das Werk der Gemeinde begünstigen,
und dass er es werde, das habe er am Wetter gezeigt, indem der Tag vor der
Einweihung ein sehr trüber war und am Einweihungstage die Sonne so herrlich
aufgegangen. – Der Tag wird für Endingen ein ewig denkbarer sein!
Schöne Nachklänge dieses Tages bildeten der Lecha
Dodi, abends in der herrlich beleuchteten Synagoge gesungen, und der Ein
Kamocha, so wie ein trauliches Mahl israelitischer Notabilitäten am
Schabbat, wo sehr viele schöne Vorsätze gefasst wurden. Möge der Herr die
Herzen und Geister zu deren Ausführung lenken?
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Obwohl inzwischen kaum mehr genutzt, ist bis heute - als Unikum im gesamten
Bereich von "Alemannia Judaica" - die Endinger Synagoge das einzige
Gotteshaus am Ort. Die reformierte Kirche und der Friedhof sind in
Tegerfelden (AG) zu finden. Der katholische Friedhof und die Kirche befinden
sich in Unterendingen (AG).
Weitere Berichte zur Synagogengeschichte
Über das
jüdische Schulhaus und die Synagoge in Endingen - Bericht von Lehrer M.G.
Dreifus (1856)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31.
November 1856: "Ober--Endingen, 12. November (1856). Die
israelitische Gemeinde dahier besitzt nunmehr zwei herrliche Häuser, die
eine Zierde des Surbtales bilden: ein schönes Schulhaus, das auf einer
sanft ansteigenden Anhöre unfern des Dorfes liegend, sowohl wegen seines
Äußeren als wegen seiner inneren Einrichtung den Schulzwecken
entspricht. Dasselbe veranlasste der Gemeinde einen Kostenaufwand von
26.000 Francs. Vis à vis dieses Jugendtempels, aber mehr der Mitte des
Dorfes nahe, befindet sich die in großartigem byzantinischem Stile
erbaute Synagoge, die mit den Zehn-Geboten auf ihrer Zinne alle Häuser im
Tale überragt. Obschon dieselbe seit 1852 erbaut und eingeweiht ist, fand
sich die Vorsteherschaft auf Anregung höher gestellte Männer veranlasst,
bei dem Regierungsrate um einen Staatsbeitrag für den Bau, der 46.000
Francs Kosten verursachte, nachzusuchen. Dieser wird bei dem Großen Rate
einen Beitrag von 2.500 Francs beantragen. In Beziehung der nun zu
verwirklichenden durch ein Dekret des Großen Rates einzuführenden
Emanzipation der aargauischen Juden findet sich kein Hindernis mehr vor.
Der einzige schwierige Punkt liegt in der Frage: Sollen die Juden auch an
den Gemeindegütern Anspruch haben? Sollen sie sich, wie der einzelne
Bürger, der sich ein Ortsbürgerrecht kauft, dieses Recht auch durch eine
Einkaufsimme erwerben? Wer bezahlt diese Einkaufsumme, die Korporation der
Juden, oder analog wie bei Einbürgerung der Heimatlosen, der Staat?
Obschon die israelitischen Gemeinden in ihrem Streben nach bürgerlicher
Gleichstellung diese Konsequenzen auch nicht im Entferntesten im Auge
hatten und auch jetzt noch gern in materieller Beziehung von der
Nutznießung der Gemeindegüter absehen und darauf verzichten würden, so
will dennoch der Regierungsrat die Emanzipation der Juden vollständig
durchführen, sodass die Verwaltung und Gesetzgebung mit Juden als solchen
in bürgerlicher und politischer Beziehung nichts mehr zu tun hat. -
Die Juden, welche im diesjährigen eidsgenössischen Lager beim östlichen
Truppenzusammenzug als Militärs sich zu beteiligen verpflichtet waren,
wurden am Erew Jom Kippur (Tag vor Jom Kippur) durch den Oberst
Ziegler vom Dienste für den folgenden Tag befreit, obschon an demselben
die Hauptaktion war. Es war ihm bei dieser Gelegenheit auffallend, dass
die jüdischen Militärs keinen geistlichen Führer haben. Beim
eidsgenössischen Heere bekleiden zwei Juden Offiziersstellen, einer die Stelle
eines Feldarztes, einer die Stelle eines Ökonomen und eine beträchtliche
Anzahl verschiedene niedere Grade. In Nr. 44 Ihres
verehrlichen Blattes S. 601 Rubrik Schweiz, sollte es heißen:
Schweizerbürger sind nur die Juden zu Endingen und Lengnau etc. M.G.
Dreifus, Lehrer." |
Einbruch in der Synagoge (1876)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1876: "Endingen.
In der Synagoge von Endingen und Lengnau wurden in der Mittwochnacht, als
in der 2. Feiertags-Nacht, die Opferstöcke ausgeraubt. Von den Tätern
hat man bis jetzt keine Spur. M." |
Darstellungen / Fotos
Historische Darstellung:
| Die alte Synagoge |
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Die 1764 gebaute Synagoge
(Quelle: Zeitschrift "Der Israelit"
vom 9. Juni 1932 S. 3) |
Innenansicht der alten
Synagoge von
Endingen - um 1754 von
Johann Caspar Ulrich gezeichnet |
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Fotos:
| Die 1850-1852 erbaute neue Synagoge |
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Innenansichten der
Synagoge Endingen aus den 1980er-Jahren |
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Nach der Restaurierung 1987
(Fotos: Hahn, aufgenommen um 1992) |
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Außenansichten
von Westen mit dem charakteristischen Treppengiebel |
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Die Nische des Toraschreines
an der Ostfassade |
Der Eingang von
Westen |
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Zwei Fotos von
Jürgen Hanke, Kronach |
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Blick auf die
Synagoge - von Westen |
Der Toraschrein |
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Weitere Fotos (externer Link): hier
anklicken
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Juli
2010: Erste
Führungen auf dem "Jüdischen Kulturweg" |
Artikel im
"Südkurier" vom 23. Juli 2010 (Artikel):
"Auf den Spuren jüdischer Kultur.
Die erste Führung auf dem vor einem Jahr eröffneten jüdischen Kulturweg zwischen Lengnau und Endingen findet am Sonntag statt.
Waldshut-Tiengen/Lengnau – Vor gut einem Jahr wurde in der benachbarten Schweiz der jüdische Kulturweg zwischen Endingen und Lengnau eröffnet. Diesen Sommer werden nun erstmals öffentliche Besichtigungen angeboten. Besonders erwähnenswert ist dabei eine literarische Führung, angelehnt an den Bestseller
'Melnitz' von Charles Lewinsky. Sie findet am 22. August, verbunden mit einer Lesung aus dem Buch von Lewinsky, statt.
Die erste Führung startet am Sonntag, 25. Juli, um 14.20 Uhr vor der Synagoge in Lengnau. Weitere Führungen werden bis 3. Oktober angeboten. Die Ausgangspunkte sind jeweils die Synagogen in Endingen oder Lengnau sowie der jüdische Friedhof zwischen den beiden Ortschaften.
Am 21. Mai 2009 hatten die Gemeinden Endingen und Lengnau den jüdischen Kulturweg
www.juedischerkulturweg.ch eröffnet. Die beiden Dörfer spiegeln während über zwei Jahrhunderten, vom Ende des 17. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert hinein, die bewegte Geschichte der Schweizer Juden. Eine Fortführung des Kulturweges über die Grenze bis Tiengen, das ebenfalls eine reiche jüdische Geschichte vorzuweisen hat, ist geplant.
Anmeldung und weitere Informationen: Bad Zurzach Tourismus AG www.badzurzach.info oder Telefon (0041)56/269 00 60)." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Ernst Guggenheim: Restauration der Synagogen
Endingen und Lengnau. Zürich 1976. |
 | Thomas Armbruster: Die jüdischen Dörfer von Lengnau und Endingen.
In: Landjudentum im süddeutschen- und Bodenseeraum (= Forschungen zur
Geschichte Vorarlbergs. Hg. vom Vorarlberger Landesarchiv Bd. 11). 1992 S.
38-86. |
 |
Carol Herselle Krinsky: Europas Synagogen.
Architektur, Geschichte und Bedeutung. Stuttgart 1988. Zu Endingen und
Lengnau: S. 272-278. |
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Anna Rapp
Buri: Jüdisches Kulturgut in und aus Endingen und Lengnau.
Der hier angezeigte erste Band des Vereins für die Erhaltung der Synagogen und des Friedhofes Endingen – Lengnau stellt einen ausführlichen Katalog des noch erhaltenen Kulturgutes der beiden jüdischen Landgemeinden dar. Besprochen werden Objekte aus Museumsbesitz sowie Gegenstände, die noch in den Synagogen, im Altersheim und bei Privatpersonen beider Judendörfer aufbewahrt werden. Darunter befinden sich farbenfrohe Textilien und traditionelles Kultgerät als auch Dinge häuslichen Gebrauchs, die die jüdischen Sitten und das einfache Leben auf dem Land veranschaulichen. Endingen und Lengnau nahmen eine Sonderstellung in der alten Eidgenossenschaft ein – so gehörten sie doch zu den wenigen Gemeinden, in denen Juden sich niederlassen konnten und die sich weitgehend autonom durch einen eigenen Gemeindevorstand verwalteten. Als Ergänzung des Kataloges folgt in Kürze der zweite Band über Lebendiges und untergegangenes Brauchtum.
Hrsg. vom Verein für die Erhaltung der Synagogen und des Friedhofes Endingen -
Lengnau, Bd. 1. Kontakt
324 S. mit 334 farb. Abb., quadrat. Format, fester Einband. 2008. ISBN: 978-3-89735-493-7.
€ 30,00
Erschienen im Verlag
Regionalkultur Direkt
zum Titel
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Peter Stein: Lebendiges und untergegangenes jüdisches Brauchtum.
Brauch gestern und heute, Brauch hier und dort mit besonderer
Berücksichtigung der schweizerischen Judendörfer Endingen und
Lengnau.
Die in Zentraleuropa lebenden Juden haben neben den durch das Religionsgesetz vorgegebenen Ritualen eine Vielzahl von Bräuchen hervorgebracht.
Ziel dieser Publikation ist es, die Verschiedenartigkeit der Ausgestaltung dieses Brauchtums zu beleuchten. Inwiefern sind früher geübte Bräuche noch lebendig oder in Vergessenheit geraten? Welche regionalen Unterschiede sind auszumachen ?
Eine beachtliche Zahl alter Stiche illustriert den Text. Die in vielen Einzelpublikationen zerstreuten Beschreibungen von Ortsbräuchen werden zu einer Synthese zusammengefasst und miteinander in Beziehung gesetzt.
Das seinerzeit durch Umfragen ermittelte Brauchtum wurde mit einer neu veranlassten Enquête verglichen und so die Entwicklung im Lauf der Zeit beleuchtet.
Als Anhang wird der Öffentlichkeit die Sammlung des Schweizerischen Instituts für Volkskunde von Schnurren, Liedern, Gedichten und schweizerisch-jüdischen Redensarten vorgestellt.
Hrsg. vom Verein für die Erhaltung der Synagogen und Friedhofes
Endingen-Lengnau. Kontakt
132 Seiten mit 68 z.Z. farbigen Abb.; quadrat. Format, fester Einband, mit beigelegter CD.
2008. ISBN 978-3-89735-551-4. € 20,00
Erschienen im Verlag
Regionalkultur Direkt
zum Titel
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Neu
in 2011: Helmut Fidler: Jüdisches Leben am Bodensee.
Verlag Huber Frauenfeld - Stuttgart - Wien 2011. 320 S. zahlreiche
Abbildungen. Verlag: www.verlaghuber.ch
mit Infoseite
zum Buch. ISBN 978-3-7193-1392-0. 29,90 € 39,90
CHF
Wenn aus Fremden Nachbarn werden. Zwei Generationen nach dem Zweiten
Weltkrieg und dem Ende des Holocaust geht Helmut Fidler einen
ungewöhnlichen Weg, um achthundert Jahre jüdische Geschichte in der
Bodenseeregion zu beschreiben. Er sucht die Orte auf, an denen jüdisches
Leben heute noch sichtbar, nach-erlebbar und begreifbar ist, erzählt von
Personen, die hier gelebt haben, und von Ereignissen, die in Erinnerung
geblieben sind.
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