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Friedhöfe in Bayern"
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Kaufering (Kreis
Landsberg am Lech)
Jüdische Friedhöfe (KZ-Friedhöfe)
Übersicht:
Zur Geschichte des Lagers Kaufering
Text der Informationstafel
"Der
Holocaust im Raum Landsberg. Im Raum Landsberg sollten im letzten
Kriegsjahr nach schweren alliierten Luftangriffen auf deutsche
Rüstungsfabriken unter dem Decknamen 'Ringeltaube' drei riesige Bunker
für die unterirdische Produktion von Kampfflugzeugen (Me 262) entstehen.
Nach den Überlegungen der Nazi-Machthaber sollte das gigantische
Rüstungsprojekt durch rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitskraft von
KZ-Häftlingen verwirklicht werden (Vernichtung durch Arbeit). Am 18. Juni
1944 traf der erste Transport mit 1.000 Häftlingen aus dem KZ Auschwitz
in Kaufering ein. Bis zum 9. März 1945 registrierte der luxemburgische
KZ-Häftling und Priester Jules Jost 28.838 Zugänge in Kaufering. Die
meist jüdischen Häftlinge wurden unter erbärmlichsten Bedingungen in 11
Lagern des KZ-Außenkommandos Kaufering untergebracht. Alle Lager - auch
soweit sie in anderen Gemeinden errichtet wurden - erhielten die
Bezeichnung 'Lager Kaufering'; drei von ihnen können nicht mehr genau
bezeichnet werden. Nach amtlichen Schätzungen wurden ca. 14.500
Häftlinge in diesen 'kalten Krematorien' Opfer von Hunger, Kälte,
Entkräftung und Seuchen. Die Toten wurden in Massengräbern in der
Umgebung der Lager vergraben ('KZ-Friedhöfe'). In den letzten Kriegstagen
räumte die SS die Lager vor den anrückenden alliierten Streitkräften.
Auf diesen Evakuierungsmärschen kamen wiederum zahlreiche KZ-Häftlinge
ums Leben. Die wenigen in den Lagern Verbliebenen wurden am 27. April 1945
durch die amerikanische Armee befreit." |
Links: Karte zum KZ-Außenkommando Kaufering |
"Das
KZ-Lager Kaufering III. An dieser Stelle wurde im Juni 1944 das erste
Lager errichtet und mit jüdischen Häftlingen belegt (Lager 'Kaufering
I'; spätere Bezeichnung 'Kaufering III'). Bis zur Befreiung wurden 3.555
männliche und 339 weibliche Häftlinge im Lagerbuch registriert. Der
jüngste Häftling war 11 Jahre, der älteste 70 Jahre alt. Die Häftlinge
wurden zu 50 bis 60 Personen in den Erdhütten des Lagers
zusammengepfercht. Die Hütten bestanden aus Brettern, die dachförmig
gegeneinander gestellt und mit Erde und Kies bedeckt waren. Sie boten nur
wenig Schutz gegen Regen, Schnee und Kälte. Die zusätzlich durch Hunger
und Krankheiten geschwächten Häftlinge wurden von den Wachmannschaften
zu den Bunkerbaustellen getrieben, wo sie bis zur völligen Erschöpfung
arbeiten mussten. Obwohl vielen in der Umgebung das Geschehen um die Lager
bekannt war, wagten es nur wenige zu helfen. Eine dieser Mutigen war der
Kaminkehrermeister Alois Elsner aus Landsberg." |
Lage der Friedhöfe
(Wegbeschreibungen erstellt von Wolf Albes)
 | Der Friedhof Kaufering Nord liegt an der
Lechstaustufe 18 zwischen Kaufering und der Kolonie Hurlach. Auf der
Bundesstraße 17 biegt man ca. 1,5 km nach dem Ortsausgang von Kaufering (in
Richtung Augsburg fahrend) nach rechts zur Lechstaustufe ab (Hinweisschilder
direkt an der BN 17: "KZ-Friedhof" und "Lechstaustufe"),
stellt sein Fahrzeug auf dem Parkplatz der Staustufe ab und folgt den
Hinweisschildern.
Im
Friedhof stehen mehrere Gedenktafeln, ein großer Gedenkstein mit
hebräischer Inschrift und ein kleinerer mit dem deutschen Text: 'Hier
ruhen 48 unbekannte, großenteils wohl jüdische KZ-Tote, die 1973 in der
Umgebung geborgen werden konnten'. Diese Toten wurden beim Bau einer Leitung
für die Staustufe 18 gefunden und exhumiert. |
 | Unmittelbar daneben befinden sich der Friedhof Kaufering
Süd, eine parkähnliche Anlage, in der an die über 500 Umgekommenen
ein einfacher Gedenkstein erinnert mit dem Text: "Durch Nacht und
Grauen - Davids Stern hat Euch geführt zu Gott dem Herrn. Hier ruhen
ungezählte Opfer des KZ-Lagers Kaufering". |
 | Zu einem dritten KZ-Friedhof gelangt man, wenn an
kurz nach dem Ortsausgang Kaufering auf der Bundesstraße 17 (Richtung
Augsburg) bei einem Hinweisschild direkt vor einer Kiesgrube links in einen
Feldweg abbiegt. Der Friedhof liegt nach ca. 500 m sehr versteckt südlich
dieses Feldweges. Auf diesem Friedhof des Außenlagers Kaufering IV sind 360
KZ-Häftlinge begraben, die beim Heranrücken der Alliierten wenige Tage vor
Kriegsende von einem SS-Arzt in ihren Hütten lebendig verbrannt wurden. Die
benachbarte Kiesgrube ist mit dem Gelände des ehemaligen KZ-Lagers
Kaufering IV identisch (siehe KZ-Friedhof
Hurlach; genaue Lage sowie Photos siehe http://www.panoramio.com/photo/7931361). |
Fotos
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens
in Bayern. 1988 S. 319-320. |
 | Bundeszentrale für politische Bildung (Hg. von
Ulrike Puvogel/Martin Stankowski): Gedenkstätten für die Opfer
des Nationalsozialismus. 1995 S. 153-154. |

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