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Hofstetten (Gemeinde
Kleinwallstadt, Kreis Miltenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Hofstetten bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis
1864 beziehungsweise 1931, über die bislang nur wenig bekannt ist. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Hofstetten auf
insgesamt acht Matrikelstellen die folgenden jüdischen
Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen): Löw Grünebaum, Salomon
Reis, Isack Hirsch, Mordge Kahn, Jakob Grünebaum, Löw Reis, Maier Grünebaum,
Elias Grünebaum.
1831 wurden 48 jüdische Einwohner am Ort gezählt.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betraum (Synagoge).
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war möglicherweise in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt,
der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Später (spätestens 1903,
siehe unten Ausschreibung der Stelle) gab es einen gemeinsamen Lehrer für die
in Klingenberg, Wörth und Hofstetten lebenden jüdischen Familien.
Angehörige/Nachkommen der bereits bei der Erstellung der Matrikelliste 1817
genannten jüdischen Familien Grünebaum und Reis lebten - wie aus den
Geburtsorten der Umgekommenen der NS-Zeit hervorgeht - noch mindestens um 1900
am Ort.
Nach Angaben bei Schwierz bestand die jüdische Gemeinde Hofstetten bereits 1864
nicht mehr. Andererseits findet sich erst 1931 eine offizielle Bekanntmachung,
dass das Gebiet der Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt auf das Gebiet
der Gemeinde Hofstetten ausgedehnt wird.
Von den in Hofstetten geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Elias
Grünebaum (1855), Leopold Grünebaum (1878), Samuel Grünebaum (1875), Simon
Grünebaum (1880), Johanna Hirsch geb. Grünebaum (1882), Fanny Mannheimer geb.
Reis (1873), Irma Metzger geb. Grünebaum (1900), Malchen Nathan geb. Reis
(1877), Babette Steinhardt geb. Reis (1880), Sara Wolf geb. Grünebaum
(1876).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters /
Schochets 1903 - gemeinsam mit Wörth und Klingenberg
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1903:
"Die vakant gewordene Stelle eines Vorbeters, Religionslehrers und
Schochets für den Schulsprengel Klingenberg a. Main - Wörth -
Hofstetten ist neu zu besetzen. Seither betrug das Einkommen Mark 1300
- 1400. Seminaristisch gebildete Reflektanten, die eigenen Hausstand
führen, mögen sich mit Einlegen von Zeugnissen wenden an
M. Fried, Kultusvorstand, Klingenberg am Main." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Die in Hofstetten lebenden jüdischen Personen gehören zu
zur Gemeinde in Kleinwallstadt (1931)
Bekanntmachung
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15.
April 1931: "Bekanntmachung über die Erweiterung des Gebietes der
Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt. Die Israelitische
Kultusgemeinde Kleinwallstadt hat beschlossen, ihr Gebiet auf die Gemeinde
Hofstetten auszudehnen. Es ergeht hiermit die Aufforderung an alle
Religionsgenossen, die in dem von der Ausdehnung betroffenen Gebiete
wohnen oder unabhängig vom Wohnsitz steuerpflichtig sind, etwaige
Einsprüche gegen die Gebietserweiterung bis spätestens 15. Mai 1931 bei
dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt schriftlich
oder mündlich einzulegen.
München, den 10. April 1931. Verband Bayerischer Israelitischer
Gemeinden. Dr. Neumeyer." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Rosa Reis Witwe (1890)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1890:
"Ich suche für meinen Sohn (Schneider), welcher 3 Jahre
gearbeitet, passende Stellung. Sehe mehr auf gute Behandlung als auf Lohn.
Rosa Reis Witwe, Hofstetten bei
Kleinwallstadt." |
Zur Geschichte der Synagoge
In Hofstetten war sehr wahrscheinlich ein Betraum (Synagoge)
in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Näheres ist nicht bekannt.
Adresse/Standort der Synagoge: unbekannt
Fotos
| Fotos zur
jüdischen Geschichte in Hofstetten liegen nicht vor. |
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Links und Literatur
Links:
 | Website der Gemeinde Kleinwallstadt |
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 73-74; 1992² S. 73-74. |
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 181.
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