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Gonnesweiler
(Gemeinde Nohfelden, Kreis St. Wendel)
Jüdische Geschichte / Betsaal
Übersicht:
Zur jüdischen
Geschichte in Gonnesweiler
In Gonnesweiler bestand zu keiner Zeit eine
selbständige jüdische Gemeinde. Die am Ort lebenden jüdischen Familien
gehörten zur Synagogengemeinde in Bosen.
Dennoch unterhielt man am Ort eigene Einrichtungen (siehe
unten).
Die ersten Juden am Ort sind um 1700 nachzuweisen. Im Laufe des 18.
Jahrhunderts siedelten sich drei weitere Familien an.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1808 20, 1817 18 jüdische Einwohner (in drei Familien), 1841 sechs jüdische Familien, 1849 37
jüdische Einwohner, 1900 16, 1923 22. In der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts ist die Zahl der jüdischen Einwohner durch Auswanderungen nach
Nordamerika und Abwanderungen in de Industriezentren an der Saar
zurückgegangen.
In Gonnesweiler waren 1817 die jüdischen Haushaltsvorstände:
Salomon Neumark (Kleinhändler), Isaak Kahn und Jacob Kahn (beide waren
Viehhändler). Die drei Familien lebten in armseligen Verhältnissen.
An Einrichtungen der jüdischen Familien am Ort war ein Betraum vorhanden
(s.u.), ein rituelles Bad (1841 erbaut) und ein Friedhof.
1933 lebten noch acht jüdische Personen am Ort. Es handelte sich um die
Familie des Händlers Josef Kahn (mit Frau Charlotte geb. Bach), um Hedwig Kahn
(später mit Ernst Meyer verheiratet, um Witwe Elma Mendel geb. Lion mit ihren
Lindern Leo, Elise und Elfriede und um Lina Heymann. Die letzten jüdischen
Einwohner wurden 1942 vom Ort aus
deportiert.
Von den in Gonnesweiler geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", überarbeitet und ergänzt
durch Reiner Schmitt): Ida Herrmann geb. Kahn
(1873), Maximilian Herrmann (1869), Abraham Heymann (1872), Isaak Heymann (1870),
Lina Heymann (1872), Max Heymann (1905), Norma Heymann geb. Teusch (1909,
Ehefrau des Max Heymann), Reni
Heymann (1930), Rosa Heymann
geb. Loring (1904), Walter Heymann (1903), Hermann Hirsch (1886), Hans Erich
Jost (1927), Charlotte Kahn geb. Bach (1877), Ida Kahn (1873), Joseph Kahn (1870), Elfriede
Mendel (1922), Elise Mendel (1919), Elma Mendel geb. Lion (1892), Leo Mendel (1914),
Delwina Meyer geb. Hirsch (1885), Hedwig Meyer geb. Kahn
(1906), Markus Reinheimer (1890), Gertrud von der Walde geb. Baum (1870).
Zu nennen ist auch Hans Jost, der als sogenannter "Halbjude" 1945 von
der SS erschossen wurde.
Zur Geschichte des Betraumes
Von der Mitte des 18. Jahrhunderts an gab es
einen Betraum am Ort, der sich im Wohnhaus der Familie Mendel befand. Der
heutige eingeschossige Wohnhaus war auch noch in den 1930er-Jahren im Besitz
derselben Familie. Noch damals soll der Betraum vorhanden gewesen
sein.
Standort des Hauses mit dem Betraum:
Hauptstraße 64
Fotos
| Zur jüdischen
Geschichte in Gonnesweiler sind noch keine Fotos vorhanden. |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 1993:
Presseartikel zur jüdischen Geschichte in
Sötern, Bosen und Gonnesweiler |
Der
Artikel von F. Glutting erschien im November 1993 in der
"Saarbrücker Zeitung" (erhalten von Reiner Schmitt); abgebildet
ist das Haus der früheren Mikwe in Sötern.
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Michael
Landau (Hg.): Damit es nicht vergessen wird. Beiträge zur Geschichte
der Synagogengemeinden des Kreises St. Wendel. Veröffentlichungen des
Adolf-Bender-Zentrums e.V., St. Wendel 1988.
|
 | Eva Tigmann: "Was geschah am 9. November
1938?" - Eine Dokumentation über die Verbrechen an der jüdischen
Bevölkerung im Saarland im November 1938. Eine Veröffentlichung des
Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel. 1998. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 442 (mit weiteren Literaturangaben).
|
 | Reiner Schmitt: Gedenkbuch - Die Opfer der nationalsozialistischen
Judenverfolgung aus den Orten des Birkenfelder Landes 1933-1945 (Abentheuer,
Baumholder, Birkenfeld, Bosen, Gonnesweiler, Grumbach, Hoppstädten,
Hottenbach, Idar-Oberstein, Nahbollenbach, Niedereisenbach, Oberreidenbach,
Offenbach, Rhaunen, Ruthweiler, Sensweiler, Sien, Sötern, Stipshausen,
Thallichtenberg, Weierbach). 332 S. 2011.
Hinweis: der genannte Beitrag von Reiner Schmitt ist in der
Stadtbibliothek Trier und im Landeshauptarchiv Koblenz zugänglich. Er ist
nicht im Druck erschienen. Über Fernleihe kann die Publikation aus der
Stadtbibliothek Trier ausgeliehen werden. |

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